Trick zur Akzeptanz von Inkontinenz-Materialien

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    • Offizieller Beitrag

    Hallo liebe Leser und Leserinnen,


    lehnt ihre demenziell erkrankte Frau oder Mutter auch das Tragen von Inkontinenz-Einlagen ab? Dann versuchen Sie es (vor allem wenn Sie selber eine Frau sind! :-)) doch einmal mit dem folgenden Argument: "Alle Frauen tragen regelmäßig Binden. Ich tue das, und meine Mutter tut es auch - das ist doch ganz normal!" Vielleicht hilft's...?


    Vielleicht haben Sie selber gute Erfahrungen mit einem anderen Trick gemacht? Dann lassen Sie uns doch daran teilhaben...


    Fröhliche Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht Ihnen


    Svenja Sachweh

  • hallo Frau Sachweh,bisher hat ja niemand geantwortet, auf eine Frage, die auf Jeden zukommt, der einen dementen Menschen betreut. Wahrscheinlich weil es irgendwie peinlich ist- mir war es jedenfalls damals als meine Mutter noch im Anfangsstadium war,sehr peinlich u. vor allem war ich sehr verunsichert, wie ich damit umgehen soll, ohne meine Mutter bloßzustellen. Meine Mutter hat damals ihre nassen Unterhosen und Hosen immer ausgezogen und auf die Heizung zum Trocknen gelegt. Die ganze Wohnung roch dann sehr stark nach Urin. In ihrer Not hatte sie natürlich vergessen, dass die Sachen gewaschen werden müssen. Ich mußte mir regelrecht "ein Herz nehmen", bin in ein Sanitätsgeschäft und hab mich erstmal beraten lassen, was es alles so gibt an Inkontinenzsachen. Ich hab dann so Höschenwindeln gekauft. Sie sehen aus wie Unterhosen u. werden auch so angezogen.
    Zuhause hab ich dann ihre ganzen Unterhosen aus dem Schrank genommen und einfach die Neuen reingetan.
    Jeden morgen hab ich ihr ihre Anziehsachen der Reihe nach hingelegt , zu den neuen Hosen hab ich nur kurz bemerkt, "die sind neu, die schützen gegen Blasenentzündung, bei der Kälte draußen ist das gut. Deswegen sind die auch gepolstert." Damit war das Thema durch, meine Mutter hat ohne zu Zögern die "neue Wäsche" angezogen.


    Herzliche Grüße, Nina

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nina,


    danke für Ihren respekt- und würdevollen Tipp zu diesem sicher auch vielen anderen Menschen unangenehmen Thema! Da haben Sie ja Glück gehabt, wenn Ihre Mutter das auf Anhieb so mitgemacht hat.


    Zwei neugierige Fragen habe ich noch: Gibt es bei Ihrer Mutter auch im Sommer keine Akzeptanzprobleme? Und hat sie jemals versucht, diese neuen Höschen auf der Heizung zu trocknen, oder zu waschen?


    Es grüßt Sie herzlich
    S. Sachweh

  • hallo Frau Sachweh, klar können sie neugierig sein, meine Mutter hatte nach einem Tag schon völlig vergessen, dass sie jemals andere Unterhosen getragen hatte. Die hatte ich ja allesamt entsorgt, in ihrem Schrank gab es eben nur noch die Höschenwindeln.
    Natürlich kam es auch mal vor, dass mal eine von den "neuen Unterhosen " auf der Heizung landete- aber das war wirklich selten u.konnte diskret beseitigt werden . Die Inkontinenz wurde natürlich schlimmer und ich habe die Höschen noch mit einer Einlage ergänzt. Die konnte man ankleben -völlig unauffällig für meine Mutter. Schwierig war, dass ich sie immer auffordern mußte, doch nun mal auf Toilette zu gehen-sie ging nie von sich aus. Stellen Sie sich mal vor, ihre Tochter sagt zu Ihnen: "Mama, du solltest mal wieder zur Toilette gehen." Davon wäre sicher Niemand begeistert. Erleichternd war, dass sie tagsüber eine Tagesstätte besuchte, dort wurden selbstverständlich alle Gäste regelmäßig zur Toilette begleitet u. alle gingen brav mit-meine Mutter auch. Hier Zuhause habe ich dann ihre alten Gewohnheiten genutzt, bevor man das Haus verläßt-geht man zur Toilette. Ich hab dann gesagt:"Mama, wir gehen nachher raus, geh schon mal auf die Toilette" Das hat funktioniert.
    Alles was ich hier schreibe, war aber nur in einem gewissen Zeitraum erfolgreich- dann aufeinmal war alles anders , die Demenz schritt voran und ich mußte komplett umdenken und mich wieder neu auf meine Mutter einstellen- bis heute.
    Herzliche Grüße, Nina

    • Offizieller Beitrag

    Liebe Nina,


    dass Sie komplett umdenken gelernt haben und immer wieder bereit sind, sich neu auf Ihre Mutter einzustellen, ist sicher das größte Geschenk, das Sie ihr machen können!


    Soviel Stärke und Flexibilität wünsche ich auch allen anderen pflegenden Angehörigen. :)


    Es grüßt Sie nochmals herzlich
    S. Sachweh

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