Demenzkranke in einer WG mit ambulanter Betreuung

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  • Ich stecke in einem Problem, was mich fast überfordert. Ich wohne seit fast einem Jahr in einer WG mit ambulanter Betreuung, Es wohnen 4 Bewohner in einem Aufgang. 3 Aufgänge sind von Domino angemietet worden.Als ich einzog, gab es keinen Hinweis auf demente Bewohner. Nach meinem Einzug merkte ich sofort, daß die beiden Mitbewohnerinnen ein dementes Verhalten aufwiesen. Sie erzählen ununterbrochen das selbe. Eine Bewohnerin wird sehr schnell aggressiv wenn man ihr widerspricht und die Andere wird stur und spricht dann garnicht mehr. Wenn etwas vorfällt, schiebt die eine es auf die andere. Ich bin ständig in einer Schlichterrolle und fühle mich manchmal sehr schnecht. Die ambulante Betreuung reagiert nicht auf meine Hinweise. In den Nebenaufgängen ist es noch schlimmer. Dort wohnt ein Messi, ein Mann der ständig nass ist, ein jüngerer Mann mit hohem Gewaltpotenzial, will mit dem Beil auf andere losgehen, beschallt die Wohngegend mit Musik. Der eine "Normale" hat schon wo anders übernachtet, weil er stark bedroht wurde.
    Ich kann die vielen Vorkommnisse garnicht alle schreiben. Domino ist nur bemüht, die Wohnungen zu vermieten, alles andere interessiert sie nicht.
    Was kann man hier machen???
    Müssen "normale" und verhaltensgestörte Menschen zusammenleben?

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Lucie,
    ich weiß ja nicht, aufgrund welcher Bedarfe Sie sich entschlossen haben, in eine WG mit ambulanter Betreuung zu ziehen. Was heißt denn "4 Personen in einem Aufgang" ? Das klingt so, als ob 4 abgeschlossene Einzelwohnungen in einem Aufgang liegen. Ist dem so? Dann wäre das nicht als ambulant betreute Wohngemeinschaft zu bewerten. Bitte präzisieren Sie das doch!
    Zu Ihrem Fall:
    Was hat man Ihnen denn "versprochen", um Sie für den Umzug in die Wohngemeinschaft zu gewinnen? Und wer hat welche Zusagen gemacht?
    Ist "Domino" der Vermieter oder der ambulante Pflegedienst? Oder gar beides in Union?
    Zu Ihren Fragen: Es gibt in Berlin leider zunehmend sog. gemischte WGs, die in den meisten Fällen wohl nicht aufgrund irgendeines sinnvollen Konzepts gemischt konzipiert sind, sondern weil diverse Anbieter ihre Wohnungen "belegen" müssen.
    Grundsätzlich kann ein Vermieter natürlich nehmen, wen er will. Da Wohngemeinschaften in Berlin aber im Wirkungskreis des "Wohnteilhabegesetzes" liegen, können Sie sich bei der Heimaufsicht beschweren, wenn Sie nicht an der Auswahl neuer WG-Mitglieder beteiligt werden.
    Sie sollten zudem prüfen, ob Sie mit den anderen Betroffenen in diesem "Ensemble" ein Gespräch mit Vermieter und Pflegeanbieter verlangen, in dem nach Lösungen für diesen offenkundigen Missstand gesucht wird.
    Ich würde mich freuen, wenn Sie noch einmal etwas detaillierter auf die "Konstruktion" Ihres Arrangements eingehen würden. Das würde die Beurteilung erleichtern und damit auch die Möglichkeit befriedigende Lösungswege für Sie aufzuzeigen.


    Bis dahin beste Grüße von


    Klaus-W. Pawletko

  • Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich antworte gern. Bin MS Krank /Rollstuhl auf Pflege angewiesen schon seit 20 Jahren und habe in einer zu grossen Wohnung bei meiner Tochter, mitten im Wald gewohnt. Wollte wieder ins Leben zurück,in die Stadt. Wohne in Oranienburg in der "Weißen Stadt". Wohnblöcke 2-stöckig mit 3 Aufgänge.
    Von hinten wurden schrägen für Rollstühle angebaut. 2 Bewohner haben je ein großes Zimmer gemeinsamen Flur und großer WC Bereich. Alles Rollstuhlgerecht und sehr schön. Durch eine Schiebetür gelangt man in den Küchen- und Aufenthaltsbereich.
    Gemeinsames Essen und auch kochen wer will. Andere Seite vom Flur ist die gleiche Wohnung mit 2 Zimmer. Der Vermieter des Wohnblocks ist eine Genossenschaft. Wir haben einen Untermietvertrag mit dem Pflegeanbieter "Domino". Domino hat die Reinigung und Müllentsorgung sowie kleine Handwerkerarbeiten durch einen Betreuungsvertrag, Bestandteil des Untermietvertrages übernommen. Es wurde nichts gesagt über die Bewohner
    der WGs. Ein Mitspracherecht über die Belegung der Wohnungen gibt es nicht, dadurch bin ich auch mit der Leiterin des Pflegedienstes im Konflikt. Auf mein Anliegen, gemeinsame Gespräche zu führen wird nicht eingegangen.
    Einige Bewohner müßten eine rundum Betreuung erhalten und werden hier nicht optimal versorgt. Sie tun mir leid.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Lucie,
    leider hat es mit der automatischen Benachrichtigung nicht geklappt, so dass ich erst so spät antworte. Ich bitte um Entschuldigung dafür.
    Wenn ich Ihre Konstruktion richtig verstehe, bewohnen Sie eine abgeschlossene Wohnung mit einer zweiten Person. Wenn Sie Einfluss auf Ihre Mitbewohner beanspruchen, dann dürfte sich das nach meiner Einschätzung nur auf Ihre Wohneinheit beziehen.
    Problematisch ist die Konstruktion, dass Ihr (Unter-) Vermieter gleichzeitig Ihr Pflegeanbieter ist. Das könnte für eine Heim-ähnliche Konstruktion sprechen. Aber das wird ja ganz sicher nicht Ihre Absicht sein. Sie haben sich ja gerade entschlossen, selbst bestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben.
    So wie die Dinge sich darstellen, kann ich Ihnen wenig Hoffnung machen, dass Sie die "Belegungspolitik" von Domino verändern können; auf juristischem Wege sehe ich dafür keine Chancen.
    Eine Möglichkeit bestünde darin, mit dem Kostenträger der pflegerischen Versorgung Kontakt aufzunehmen. Ich vermute, das Sie Eingliederungshilfe über das Zuständige Sozialamt beanspruchen. Vielleicht hat Domino ja dort ein Konzept vorgelegt, was der derzeitigen Praxis widerspricht. Aber das will wohl überlegt sein, denn so eine Anfrage kann unter Umständen auch "nach hinten losgehen" und Ihre eigene Wohnsituation schwieriger gestalten.


    Ich hätte gern erfreulichere Mitteilungen für Sie gehabt!


    Beste Grüße von


    Klaus-W. Pawletko

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