Bekannter im Heim

  • Seit 20 Jahren und mehr hole ich komplikationslos einen Bekannten, der zunehmend dementer wird zum Wandern, Ausflügen, Grillen etc. ab.
    Die Heimleitung hat sich geändert. Der frühere Chef ist selbst mit den Patienten in Gruppen den Frankenweg gegangen.
    Der neue hält nicht viel davon, möchte dass jeder irgendwie im Heim nur rumsitzt. Ausgleichssport etc. gibt es nicht. Ist eine soziotherapeutische einrichtung. Wir sind im Wanderverein und merken dass der Bekannte immer noch gut läuft, er lief früher auch Marathon.
    Seit ca. 2 Monaten bekommt er dreimal täglich kleine runde Pillen und daraufhin wird sein Kreislaufsystem bei Belastung, also auch Wandern sehr kurzatmig, schiebt Kiefer willkürlich vor, Zunge kommt raus etc.
    Wir haben etwas versucht dagegen zu sagen, wurde ignoriert. Ostern, als keine große Aufsicht im Heim war, holten wir ihn Mittag und er war sehr dehydrier und ging ihm nicht gut auf das Pillchen. Wir haben in Apotheke gefragt und die meinten könnte Quetiapin sein.
    Nachdem er uns dann am Ostersonntg fast umgefallen ist, also keine 100 m laufen konnte ohne nach Luft zu schnappen habe ich nach zwei schlaflosen Nächten die Heimaufsicht benachrichtigt, gleichzeitig aber dem Patienten langsam Wasser zugeführt und einen Sechserpack Wasser ins Heim gebracht.
    Danach wurde alles abgestritten, er hatte auch abgenommen und ich habe versucht mit dem Betreuer zu reden, einen Brief zu schreiben und unsere Bedenken geschildert. Daraufhin meinte der Betreuer nur er muss Besuchsverbot erteilen. Auch der Bruder des Patienten, der wieter weg wohnt wurde barsch angeredet.
    Ich habe auch versucht mich mit dem Heim zu einigen, keine Antwort.
    Daraufhin habe ich beim Betreuungsgericht einen Antrag gestellt mir die Betreuung ehrenamtlich zu geben.
    Ich möchte einfach, mit einem anderen Neurologen und Hausarzt ein bisschen von der Medikamentenlast wegnehmen, natürlich nur unter Absprache, denn ich weiß wie gefährlich einfach absetzen sein kann.
    Das Besuchsverbot wurde jetzt ausgeweitet, also schon ca. 1 Monat.
    Patient hat kein Kurzzeitgedächtnis mehr. Er antwortet auf, ob ich die betreuerin werden möchte mit ja, wie seit Jahren, und der Betreuer muss weg. Hat er mir auch unterschrieben.
    Jetzt sagt er nur mir gehts gut, mir gehts gut, mir gehts gut, einfach wie weggebeamt.
    Gibt es irgendwie jemanden unabhängigen der da helfen kann, Einfühlungsvermögen hat und ihn persönlich unterstützt. So eine Art Mediation.
    Er hat die Unruhe immer beim Wandern abgebaut, auch die Wirre im Kopf. Ist nicht aggresiv, eigentlich immer zufrieden.
    Ich würde ihn auch aufnehmen, habe Platz genug und da er eh oftmals 2 Wochen, letztmalig an Weihnachten bei uns war, ist er auf jeden Fall örtlich orientiert und kann dann noch mit uns am Leben teilhaben solange es geht.
    Habe ich da eine Möglichkeit?
    Wr haben ihn nicht überfordert, das wird aber unterstellt, dass er nicht mehr wandern kann. Das kann er erst nicht mehr seitdem er das Medikament bekommt und wenn er wochenlang stillgelegt wird, bauen auch die Muskeln ab. Teufelskreis. Für nötige Medikamente bin ich ja aber Sedierung wenn er noch aktiv am Leben teilhaben kann und das ging ja wirklich 25 Jahre lang, fast jedes Wochenende.
    Er hat jetzt 1. den langjährigen Chef verloren mit dem er sich gut verstand und mich als Bezugsperson durch Besuchsverbot

  • Hallo Ziska, zunächst ist es beeindruckend, wie sehr Sie sich um Ihren Bekannten kümmern. Das Wandern hat einen positiven Einfluss, es ist vielfach wissenschaftlich bestätigt, wie positiv die gleichförmige Bewegung im Ausdauersport (grundsätzlich) auf die Gesundheit wirkt. Im Einzelfall kann dies immer auch anders sein und deshalb ist es wichtig, dies mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
    Bitte lassen Sie sich in diesem Hin und Her nicht frustrieren und behalten Sie Ihre Nerven. Aus Ihren Zeilen ist viel Enttäuschung und Verärgerung zu lesen, aber eine konstruktive Lösung für Ihren Bekannten ist wahrscheinlicher, wenn Sie sich zu allen Beteiligten diplomatisch verhalten und damit deutlich machen, dass Sie ausreichend inneren Abstand für eine Betreuung haben - und damit auch für unangenehme Entscheidungen.
    Mit der Heimaufsicht und dem Betreuungsgericht haben Sie die wesentlichen Schritte eingeleitet. Für eine juristische Beratung können Sie sich vor Ort kümmern. In diesem Zusammenhang kann die Mediation eine gute Alternative für eine Klage sein, aber mehr können wir dazu in diesem Forum nicht sagen.


    Sie können sich auch noch an den Pflegeombudsmann wenden und um Hilfe bitten. Die Adresse finden Sie sim Netz oder über den Pflegestützpunkt.
    Eine weitere Ansprechperson kann beim MDK sein, es spricht viel dafür, dass die beschriebenen Veränderungen Nebenwirkungen infolge der Medikamente sein können, die dann ärztlichüberdacht werden sollten. Zumindest ist in diesen Fällen eine zweite Meinung hilfreich.
    Ihnen wünsche ich viel Erfolg und - falls Sie sich entscheiden nicht mehr zu kämpfen, gibt es hoffentlich wieder Möglichkeiten, Ihrem Bekannten beizustehen. Ihr Martin Hamborg

  • Herzlichen Dank, wir werden nach der ersten Enttäuschung den Abstand üben, indem wir jetzt das erste Mal ohne ihn auf die Drei-Tages-Wanderung gehen. Wäre sowieso verantwortungslos ihn in diesem Zustand mitzunehmen.
    Die früheren Heimleiter bestärken mich, denn da klappte es immer. Ist nur für den Bekannten nicht gut, er hängt lt. Angaben seines besten Freundes nur noch rum und hat nachdem die Medikation ein paarmal gewechselt wurde auch Wahnvorstellungen mit Zahlen gehabt.
    Ich weiß, dass alles ein bisschen ungeordnet rüberkommt, so ist es halt nun mal im ersten Schreck. Wir haben seit 2. April Besuchsverbot. Ich hoffe, ich kann die Richterin überzeugen. Habe jahrelang in Kliniken gearbeitet, nicht als Arzt, aber da hat man Erfahrung wo man hingehen kann mit Patienten wenn etwas nicht passt.
    Meinen Sie es wäre geschickt vor der Richterin einfach nochmal zu sagen, man wäre für eine Zweitbehandlung oder gilt das wieder als Einmischung.
    Ich hatte ja auch angesprochen, dass man sowas auch stationär abklären kann, denn das Heim ist ja keine Psychiatrische Klinik etc. sondern soziotherapeutisch.
    Das Beste wäre halt schon wir könnten ihn noch solange betreuen wie es geht.
    Da weder der Bruder noch ich mit dem Betreuer reden können, weil er die Gespräche beendet, finde ich ganz ehrlich, er kann auch für den Patienten nicht gut sein. Mit Besuchsverbot regelt man nix. Dazu möchte ich noch bemerken, dass eben der langjährige, über 25 Jahre Leiter im Dezemb er gegangen ist, eine Bezuzgsperson weniger und ich jetzt durch Besuchsverbot. Wie muss man sich fühlen?
    Vielen Dank für die Antwort

  • Hallo Ziska, es ist sicher gut, sich nach so starken Gefühlen erstmal Abstand zu schaffen und die Erfahrungen zu verarbeiten. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Ihnen dies mit der Wanderung gelingt. Wenn Sie im nächsten Schritt auf die Richterin zugehen, können Sie sich jetzt in Ruhe vorbereiten.


    Ich würde mir folgende Fragen stellen:
    - Wie kam es zu dem Besuchsverbot? Was haben der neue Leiter und der Betreuer wahrgenommen, dass sie eine so drastische Entscheidung gefällt haben?
    - Welche Bedenken haben Richterin, Betreuer und Heimleiter?
    - Wie konnte die Situation so eskalieren?
    - Gibt es sachliche Argumente, kann ich pro und contra gegenüberstellen?


    - Was habe ich für die Wahrnehmung der anderen beigetragen. Die Frage habe ich so umständlich formuliert, weil wir auf andere oft ganz anders wirken, als wir eigentlich wollen. In Ihren Schreiben ist so deutlich geworden, dass Sie für Ihren Bekannten das Beste wollen. Woran liegt es, dass die Anderen dies nicht wahrnehmen?
    - Was genau möchten Sie erreichen und wie müssen Sie auf die Richterin wirken, damit Ihnen das gelingt?
    - Wen können Sie einbeziehen, damit Sie Gehör finden? (Die Richterin kennt sicher auch alle Mediatoren in der Gegend)


    Wenn Sie mögen, können Sie uns an Ihrerem Vorgehen Anteil nehmen lassen, viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo,
    es eskalierte, weil keine Ansprechperson da war um über die doch extremen Nebenwirkungen des Medikamentes zu sprechen. Dazu kam eine Urlaubsphase gerade zu Ostern. Ich hätte wahrscheinlich den Neurologen angerufen, nur den konnte mein Bekannter nicht benennen. Er wußte nicht wer es ist.
    Sicher habe ich da nicht optimal gehandelt, wir hatten aber Angst, dass etwas passiert, hatten Verwandten der bekam auf ein Alzheimer-Medikament einen Schlaganfall, zumindest wurde das vom Hausarzt angenommen.
    Das Besuchsverbot wurde ausgesprochen, als ich mit dem Betreuer reden wollte über die Medikation und die Nebenwirkungen, also ich hatte keine Gelegenheit irgend jemandem die Symptomatik zu schildern und die war für einen Laien bedrohlich.
    Da der Betreuer auch schon vor einem Jahr so advers dem Bruder gegenüber reagierte, muss ich davon ausgehen, dass hier die beste Kommuniikation nix nützt.
    Ich habe dann auch nochmal zwei Mails geschrieben und gebeten zu verstehen, dass wir ja in erster Linie für den Patienten sprechen und ich an seiner Stelle auch so vertreten werden möchte.
    Ich warte jetzt ab, was passiert wenn ich zur Anhörung zum Gericht muss und werde auf jeden Fall auch ein falsches Verhalten meinerseits zugeben in dieser Situation.
    Ich habe auch mit dem vorhergehenden Chef gesprochen und es haben alle früheren Mitarbeiter, die da schon 20 Jahre gearrbeitet haben, Hausverbot.
    Der frühere zweite Chef meinte nur, ich habe durch das ständige Abholen und beschäftigten dem Betreuten viele Lebensjahre geschenkt. Er würde sonst nicht mehr leben. Während den Wanderungen hat er immer die wirren Gedanken so gut wie möglich geordnet.
    Ich frage mich nur, wird e überhaupt möglich sein ihn aus dem Heim zu holen? Zu Hause aufzunehmen?
    Da der betreute sehr friedlich ist, also nicht aggresiv, immer an unserem Leben teilnimmt denke ich es wäre gut machbar.
    Und wir sind trotz fortgeschrittenem Alter noch viel unterwegs und haben ihn da immer komplikationslos mitgenommen. Hat ihm immer gefallen.


    Der neue Heimleiter ist einfach der Meinung, dass man genauso gut im Heim sitzen kann und nicht abgholt werden muss, nur das beeinträchtigt die Lebensqualität des Bekannten ganz erheblich. Er wandert für sein Leben gern.
    Ich hoffe das Gericht entscheidet in seinem Sinne.

  • Danke für die Antwort.
    Ich möchte hier nicht zum Ausdruck bringen, dass da alles Böse vom Heim und Betreuer kommt.
    Man kann sich schwer in einen Demenzkranken versetzen, nur, erst ging der erste Chef, dann der zweite, zwischenzeitich viel Personal, welches ihn am Anfang aufgefangen hat und über 20 Jahre betreut hat. er findet sich in einer fremden Welt.
    Zuletzt ging der zweite Chef zu dem er ein außerordentlich herzliches Verhältnis hatte.
    Eine Angestellte saß mit ihm über 20 Jahre am Tisch und gerade die dürfen ihre Schützlinge nicht mehr besuchen.
    Es könnte durchaus sein, dass ein Demenzkranker unter solchen Umständen vielleicht aggresiver wie früher reagiert und demzufolge ein Neuraleptikum verschrieben wurde, nur finde ich sollte man das soziale Umfeld mit berücksichtigenn und die Lebensweise, also das Wandern etc.
    Und die extremen Nebenwirkungen gingen nach dem Besuchsverbot, laut Zimmernachbarn weiter und endeten in Halluzinationen. Und es wurden verschiedene Medikamente prob iert.
    Das ist ja dann auch die Verantwortung von Ärzten und nicht meine, nur wenn man die adversen Nebenwirkungen sieht und meldet, das berechtigt solche Maßnahmen nicht.
    Vorher war die Kommunikation anders. Schade.
    Und jetzt bin natürlich ich als Bezugsperson auch noch seit einem Monat abwesend ohne dass er weiß was los ist. Eigentlich nicht im Sinne des Patienten. Ich werde weiter berichten., man muss das Leben nehmen wie es kommt und dann auch manchmal einsehen, dass man nicht alles erreichen kann was man möchte.
    Ich hoffe ich persönlich bin bei Gericht nicht zu aufgeregt und bringe an, was wichtig ist.

  • Hallo Ziska, ich persönlich finde es sehr wertvoll, wenn Kontakte aus dem Berufsleben so sind, wie Sie es beschreiben. Das ist leider nicht immer so! Ihnen wünsche ich viel Erfolg und gelassene Klarheit für den Termin mit der Richterin! Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Herr Hamborrg,


    Wir konnten den Bekannten erfreulicherweise gestern mitnehmen für einige Stunden. Er war wie ausgewechselt, heller und aufgeschlossener. Die drei Pillchen sind abgesetzt.
    Am nächsten Montag ist Termin beim Landratsamt.
    Dame war sehr negativ. Meinte man tue jemandem nix gutes wenn man ihn rausholt und es dann vielleicht doch nicht klappt.
    So leichtfertig gehen wir abe rnicht mit Menschen um.

  • So jetzt haben wir nächste Woche endlich den Termin mit dem Richter.
    Ich hoffe, ich kann überzeugen.
    Danke für Ihre Ratschläge.
    Das war jetzt wirklich auch ein langer Kampf.
    Man muss halt immer sehen, was ist gut für den Patienten selbst.
    Was nimmt er noch wahr und was nicht.
    Wir hatten uns jetzt vor unserem großen Urlaub gefragt, ob er überhauptmerkt, dass er wochenlang nicht abgeholt wird.
    Wir wurden eines Besseren Belehrt. Er rief an und zwar meine Heimatadresse, ich hatte das Telefon so gestellt, dass Anrufe auf meinem Handy im Ausland rauskamen und meinte, was ist los, warum holt Ihr mich nicht mehr ab.
    Zwei Wochen später hatte er vergessen, dass er angerufen hat. Ist wirklich schwierig ihm zu helfen.
    Aber gerade solche Menschen brauchen Hilfe.

  • Das Gespräch ist gut verlaufen.


    Trotz negativer Ratschläge anderer Behörden.


    Jetzt warte ich auf die Urkunde. Erst dann weiß ich es sicher.


    Für das Aufnehmen von dem Bekannten, müsste dann gerade in den Fragen der Mietzahlungen ein andererDinge ein Zusatzbetreuer eingesetzt werden, deshalb hat das Gericht erstmal geraten damit noch zu warten.
    Ich denke ich werde da erstmal genug Arbeit haben, da ich ohne Ahnung bin.
    Ich hoffe, der Widerstand bestimmter Personen läßt jetzt nach.

  • Hallo Ziska, danke für die Rückmeldung. Wenn Sie die Aufgabe übernehmen, ist es auf jeden Fall sinnvoll, dass Sie sich auch direkte Unterstützung holen. Der Zusatzbetreuer (Verfahrenspfleger) wird die Hilfestrukturen vor Ort sicher kennen. Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Herr Hamborg,
    erstmal herzlichen -Dank für das Interesse und die indirekte Hilfe.
    Wegen der $$ wegen Rechnungslegung etc. kann man ja fragen. Ich habe auch bei einem Diakoniebetreuungsverein ein Handbuch gefunden.
    Sicher ist das Technische erst mal viel aber, da der Bekannte eh schon in Rente ist, der Bezirk Hilfen gibt und kein Vermögen hat, dürfte die Verwaltung des Taschengeldes etc. nicht sehr schwierig sein.
    Da er mich im Urlaub angerufen hat und fragte warum ich ihn nicht abhole, denke ich kriegt er trotz schwindendem Kurzzeitgedächtnis doch noch viel mit.
    Ich denke die menschliche Zuwendung ist sehr wichtig. Wie die Krankheit verlaufen wird, weiß man eh nicht, das kann man nur erahnen.
    Mit der Buchführung etc. werde ich nicht die großen Probleme haben, eher mit dem Verstehen der Krankheit. Ich erlebe Momente, da ist er soo klar und eine Woche später weiß er nix mehr.
    Er meinte am Sonntag nur "Hilf mir" das reicht mir um weiter zu kämpfen.
    Nur traurig dass man so einen Kampf führen muss um zu helfen. Nimmt soviel Energie, die man für den Betroffenen aufwenden könnte


    Ich verstehe, dass ein Betreuer auch geeignet sein muss und das geprüft werden muss. Nur es ist halt sehr langwierig.

  • Hallo Ziska, ich möchte Ihnen noch mal meine Anerkennung für Ihre Beharrlichkeit aussprechen! Unsere alternde Gesellschaft braucht dringend Menschen, dies sich um erkrankte Kollegen, Freunde und Nachbarn so kümmern wie Sie. Das wird vermutlich auch bei der Entscheidung des Gerichtes eine Rolle spielen.


    Wenn Sie dann die Verantwortung bekommen, brauchen Sie natürlich alle Informationen zu Ihrem Kollegen, damit Sie mit dem Wissen um das Krankheitsbild und die bisherigen Behandlungsversuche die notwendigen Informationen für alle weiteren Entscheidungen bekommen.


    Das Heim sollte Sie dann auch entsprechend unterstützen. Sie können gern auch hier weiter nachfragen.
    Es gibt zudem über Betreuungsvereine Unterstützungsangebote für die konkreten Fragen der ehrenamtlichen Betreuer.
    Aber zum Schluss eine Bitte: Handeln Sie überlegt und nicht sofort, wenn Ihr Bekannter einen folgenschweren Wunsch äußert oder sich über seine schwierige Situation beklagt. Sie können immer trösten und dann umsichtig an der besten Lösung weiterarbeiten!
    Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Herr Hamborg,
    danke für die Anerkennung.
    Ich handele sehr bedächtig. Genau informieren und die Rechtspflegerin ist sehr verständnisvoll.


    Außerdem möchten sie die Betreuung auf Wohnungsangelegenheiten ausdehnen.


    Und dann muss ich genau überlegen. Bis dahin habe ich dann auch alle Arztbefunde.


    Das Problem im Moment ist nur, dass der Bekannte auf das indirekte Einsperren und Limitierung von Dingen, die er vorher ohne weiteres bekam, ein bisschen sauer, wenn nicht gar aggresiv reagiert.


    Dadurch, dass ich einen Sozialpädagogen in der Freundesliste habe, krieg ich Unterstützung.
    Vielen herzlichen Dank nochmals.


    aber eins möchte ich noch bemerken, es war nicht einfach.
    Und alleine der Gedanke, dass noch jemand einen Monat lang Einspruch einlegen kann gegen die Bestellung ist beängstigend.

  • Hallo Herr Homburg,
    nachdem ich jetzt viele Briefe geschrieben habe und mir einen ersten Überblick verschafft habe, kam mir ein alter Arztbefund in die Finger und demzufolge hatte der Bekannte schon 88 erhebliche Defizite des Neugedächtnisses und eine desolate hirnorganische Situation.
    Das sind dreißig Jahre. Ich frage mich jetzt nur in welche Art von Demenz das einzuordnen ist. Er hatte auch Unfälle mit Narben am Kopf, wahrscheinlich Hirntrauma. Sein Bruder, der ihn nur periodisch sieht und wir sehen eigentlich keinen große Verschlechterung. Wie komme ich da an einen guten Spezialisten?Und jetzt möchte ich auch nix falsch machen. Aber ich denke immer noch er wäre bei uns zu Hause erst mal besser aufgehoben. Jeder rät aber ab.

  • Hallo Ziska, auch ich rate Ihnen deutlich zu langsamen Schritten. In kleinen Ausflügen und ersten Besuchen können Sie einen Eindruck bekommen, was auf Sie zukommen würde. Sie haben jetzt ja alles erreicht, dass Sie Ihrem Bekannten beistehen können.
    Ist es möglich, dass Sie gemeinsam mit ihrem Bekannten einen Neurologen oder Psychiater aufsuchen und die Diagnose und Behandlung überprüfen?
    Wie sie richtig schreiben können schwere Stürze das Gehirn schädigen. Der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses hat oft aber andere Ursachen. Oft denkt man da zuerst an ein alkoholbedinges Korsakow-Syndrom, aber auch Schlaganfälle oder andere Krankheiten können das Kurzzeitgedächtnis schädigen. Dabei müssen sich andere Gehirnfunktionen nicht verschlechtern, wie bei der Alzheimer Demenz.
    Kann Ihnen der Hausarzt oder das Heim eine Auskunft geben?
    Ihnen viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Herr Hamborg,
    Das Problem ist dass ich versucht habe mit dem heimpsychologen kontakt aufzunehmen. Leider ohne grossen Erfolg. Keinen Termin. Irgendwann hat er dann angerufen und war sehr kurz angebunden.
    Vielleicht wäre es besser einen anderen Psychiater zu konsultieren, nur da sind für neupatienten auch schlecht Termine. zu bekommen.
    Ich versuche es in zwei Wochen beim Heim Hausarzt. Auch der war bis jetzt nur am Telefon bereit zu reden.
    Den Bekannten nehmen wir ja seit über 20 Jahren immer wieder an den Wochenenden mit und kennen seine Fantasien sehr gut.
    Ich meine eben gerade in seinem Fall ist es unumgänglich dass hier zusammengearbeitet wird, das habe ich der neuen Heimleitung auch freundlich so gesagt. Man meint es wird besser.
    Ich bedanke mich für die Ratschläge.
    Ich bin der Meinung dass es gut ist erstmals mit den jetzigen behandelnden Ärzten und Heimleitung zu versuchen a,uf einen Nenner zu kommen, im Sinne des Bekannten. Wir bekommen z. B. Auch mit dass er extreme Atemaussetzer hat wenn er schläft. Und sowas sollte man kommunizieren. Ist
    Auch im Sinne des Heimes dass alles gut abgeht.
    Das mit dem Korsakow hatte ich vor dreissig Jahren, als ich ihn in die Psychiatrie brachte, angesprochen und es wurde eher verneint. Im Heim wurde Alkoholkonsum verneint und das seit 20 Jahren. Das paradoxe ist, angenehme Dinge merkt er sich, was ihm nicht passt weg damit. Auch das war vor 30 jahren schon auffällig. Der Psychiater kam nicht an ihn ran, er fing dann auf absurdeste Weise an den Klinik Ablauf organisieren zu wollen. Auch auf Arbeitsstellen.
    Da er mich an sich ran lässt meine ich halt es könnte funktionieren, dass er bei uns noch ein paar schöne Jahre verbringen kann. Rente bekommt er auch genug, da könnte er sich auch mal mehr leisten als von dem bisschen Taschengeld.
    Vielleicht ein bisschen blauäugig?

  • Hallo Ziska, Sie haben so viel erreicht und können sich jetzt um Ihren Bekannten kümmern. Vielleicht ist ein gemeinsames Wohnen irgendwann eine Perspektive, aber lassen Sie sich bitte Zeit. Sie brauchen eine verlässliche Einschätzung, woran Ihr Bekannter leidet, damit Sie Handlungssicherheit in schwierigen Situationen haben. Je besser sich Ihr Bekannter im Heim einlebt, Zufriedenheit sucht und die Regeln akzeptiert, um so eher scheint mit auch ein gemeinsames Wohnen erfolgversprechend.
    Ihr Martin Hamborg

  • Ja herzlichen Dank, da haben Sie Recht und jetzt ist auch das Abholen kein Thema mehr, also können wir langsam tun.
    Ich vesuche andere Einrichtungen zu finden, die ihn vielleicht längerfristig noch nehmen können.


    Ich bin einfach nur dagegen, dass man vorzeitig sein "Selbstbestimmtes Leben" aufgibt, wenn es trotz Demenz meiner Meinung nach noch nicht soweit ist.


    Inwieweit hafte ich denn, wenn jetzt z. B. was passiert und ich ihn nicht unterbringe!?


    Ich bedanke mich für die Hilfe und es hat sehr geholfen.


    Manchmal steht man einfach vor einem Berg, den man meint nicht mehr bezwingen zu können.


    Ich habe nun vom Richter auch noch zusätzliche Aufgabenbereiche bekommen und kann, so hoffe ich, für den Bekannten die bestmögliche Lösung finden.


    Vielleicht darf ich nach geraumer Zeit mich mal wieder melden und berichten wie es weitergegangen ist.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!