Bekannter im Heim

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  • Hallo Herr Hamborg
    Jetzt hätte das
    Kompetenzzentrum ihn auch für eine kurzzeitpflege in Betracht gezogen, damit man sehen kann ob es passt.
    Nur er möchte nicht rein auf einmal. In dem Punkt ist die Vergesslichkeit wie weggeblasen. Er brabbelt immer wieder vor sich hin da komm ich nicht mehr raus.
    Steigert sich da richtig rein und glaubt auch nicht dass er dann wieder heim darf. Wir wollen ihn abschieben etc.
    Gestern meinte er Henkersmahlzeit. Wir hatten Angst dass er durchgeht. Und wieder psychotisch reagiert.
    Eigentlich möchte ich den Termin am 4. 8. NIcht absagen, denn dann krieg ich so schnell nix mehr.
    Ich meine so verschlechtert sich sein Zustand. Am 27. hat er Termin beim Neurologen.
    Der sozialpsychiatrische Dienst im Krankenhaus meinte wenn ich diesen Platz nicht nehme krieg ich nie mehr einen. Aber gegen seinen Willen in den offenen Bereich?
    Das kann doch auch nicht gut gehen.
    Das Heim meinte ich solle ihm was von Urlaub erzählen aber er ist ja immer dabei. Das glaubt er nicht. Mit den Hausarzt habe ich besprochen dass wir kleine Schritte gehen vielleicht bis Weihnachten schauen nur die Kurzzeitpflege wäre eine Entlastung und
    Für ihn vielleicht gar nicht so schlimm.
    Gestern kam im Fernsehen ein Beitrag über Demenzkranke und Musik.
    Seine Aussage dazu war " da sind nur alte Leute".
    Oh je

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Ziska, es ist eine sehr schwierige Situation, da sich Ihr Bekannter immer mehr in seine Sorgen hineinsteigert und die Entscheidung ja auch richtig ist.
    Wenn es irgend geht, bleiben Sie bitte klar und überfordern ihn nicht mit zu vielen Argumenten.
    Die Demenz macht es erforderlich, dass Sie es immer wiederholen müssen und die Psychose braucht die gleiche freundliche Reaktion in einer guten Beziehung.


    Vielleicht helfen folgenden Sätze:
    "Ich nehme Deine Sorgen ernst, ich habe sie wirklich gehört .... Alles hat seine Zeit ... Wir alle wollen, dass wir hier gut zusammenleben ... die Klinik hat ganz klar gesagt, dass es Dir dafür besser gehen muss ... der Aufenthalt ist wie eine Kur für ältere Menschen ... Du hast es in der Hand ... wenn Du gut mitmachst hast Du eine Chance ... wir stehen Dir immer bei, aber Du muss Deinen Teil leisten ... Du bist uns immer ein willkommener Gast - aber Du weißt auch Gäste haben Pflichten..."


    Vielleicht ist etwas dabei, was für diese schwere Zeit passt. Ihr Martin Hamborg

  • nein nicht veraltet. Wollte mich mal wieder melden. Herr Hamborg hat uns so gut über die Runden geholfen. Mein Bekannter wohnt immer noch bei uns. Wir haben sicherlich Probleme. Man muss aber die durch die Krankheit bedingten Probleme nicht so ernst nehmen. Was ich gar nicht verstehen kann, wenn der Demenzkranke mal wieder was gemacht hat, egal wie geringfügig kriegt man sofort einen Anruf vom Landratsamt. Er muss in Strukturen.

    Wir haben uns ein kleines Wohnmobil gekauft nehmen ihn mit. Er schläft selig mit Bundeswehrschlafsack im Zelt.

    Mein Lebensgefährte wird heute 83. Wir sind froh dass wir es noch stemmen können. Was sind das für Leute bei den Landeatsämtern. Neulich nachts, also November ist er anscheinend das erste mal .

    Unbemerkt nachts um 3 raus, anscheinend Hunger. Ging auch nicht weit vom Haus weg, Polizei klingelte. Er kriegt immer noch mit Auto Fahrrad etc

    Die Demenz hat sich nicht großartig verschlechtert. Nur neulich kam er zählend und ganz verändert. Sowas kann auch mal Schlaganfall sein. War aber wahrscheinlich so es hat ihn was berührt. Alten Ordner gefunden. Das war nicht gut.

    Es gibt eine sehr gute Einrichtung für doppeldiagnosen im Alter. Nur keine Plätze. Wir haben dort such eine Verwandte die mit in demenzgruppen engagiert ist. Sie würde auch am Anfang auch spazieren gehen etc damit der Übergang gut von statten geht.


    Solange ein Mensch noch seinen Willen äußern kann und er nix bösartiges antellt, sollte er doch dort leben können wo er will.


    Die Sachen die bei ihm passieren sind nicht gefährdet.


    Auf einem Campingplatz war er weg. Wir haben gesucht. War neben dran im Altenheim und hat sich furchgefuttert. O. K. Der monetäre Schaden.


    In der Kurzzeitpflege hat ihm die Nachbarin gefallen. Die Nachtpflegerin hat ihn im Nachbarzimmer in Umarmung gefunden. Die anderen Pfleger auf der Station meinten sie hätten es anders gehandhabt. Aber diese Kraft ist sehr barsch und da endete es im Streit. Sie meinte dann nur wenn es nochmal passiert würde sie ihn einweisen.


    Ich glaube viele Menschen können auch ich nicht, können sich da reichenden aber man sollte immer mit ruhigem Ton agieren. Es gibt halt leider unter dem Pflegepersonal such Kratzbürsten.


    Ich möchte sein Verhalten jetzt keineswegs entschuldigen, nur jemand Mit Schizophrenie und Demenz ist ja auch nicht mit normalen Maßstäben zu messen.


    Es sollten in Deutschland viel mehr adäquate Entlastungsmöglichkeiten gegeben sein. Aber ist hier fast Null.


    Da muss noch viel getan werden.


    Unser Bekannter wird generell von allen als sehr gutmütig eingestuft. Wenn er ungehalten wird isses meistens Hilflosigkeit.


    Wollte mich mal wieder gemeldet haben.

    Er wohnt noch bei uns und ist den Umständen entsprechend wohlauf.

    Ziska

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Ziska, danke, dass Sie sich wieder einmal melden. Nie hätte ich gedacht, dass Sie Ihren Bekannten so lange bei sich aufnehmen würden, Respekt! Es klingt fast wie der Stoff für einen guten Kinofilm.


    Sie schreiben von (den leider zu wenigen) Spezialeinrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen und einer Demenz. Ich möchte Ihnen Mut machen, dass Sie Ihren Bekannten dort auf eine Warteliste setzen lassen. Das verpflichtet Sie zu nichts, aber Sie haben eine Alternative, wenn es schwierig wird.


    Die Situation in der Kurzzeitpflege würde ich persönlich auch ernst nehmen, denn ein übergriffiges Verhalten auf Mitbewohnerinnen kann schlimme Folgen haben. Ihr Bekannter, aber auch die Mitarbeiter*innen und Zugehörige stecken in der Zwickmühle: Steht die Schizophrenie im Vordergrund, braucht es Regeln und Orientierungshilfen, bei der Demenz ist die Ablenkung und die Reizabschirmung wichtig, damit es keine kritischen Vorfälle gibt - und selbst das ist ein Dilemma: Ab wann ist was für wen ein Ausdruck von Liebe im Alter und wo wird es übergriffig, retraumatisierend oder gefährlich?

    Ihnen weiterhin eine gute und interessante Zeit zu dritt, Ihr Martin Hamborg

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