Führerschein....erst muß etwas passieren....

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  • Guten Morgen hanne63,


    Sie stecken in einem Dilemma wie vermutlich viele andere auch: Sie wollen, daß sich etwas ändert, aber bloß nicht selber der- oder diejenige sein, die dies Änderung herbeiführt/durchsetzt ("wegnehmen können wir dem Vater das Auto nicht derzeit").
    Warum können Sie es ihm denn derzeit nicht wegnehmen? Sie benennen keinen Grund dafür und es ist auch so nicht nachvollziehbar, weswegen das jetzt nicht möglich sein soll.


    Als mein Schwiegervater vor vielen Jahren mit einem an der Front eingedrückten Auto heimkam und nicht schildern konnte, was tatsächlcih passiert war, haben wir das Auto verschwinden lassen. Zunächst mit der Argumentation, es müsse repariert werden, und irgendwann hat er dann nicht mehr nachgefragt. Natürlich war die Zwischenzeit für uns und ihn unerfreulich, aber da muß man eben durch.


    Mein eigener Vater ist trotz diverser Vorwarnungen (mehrere Kollisionen) auch so lange gefahren, bis das Auto nach einem Unfall nicht mehr fahrbereit war und abgeschleppt werden mußte. Ich habe ihm kein Nachfolgefahrzeug mehr besorgt, damit war das Thema erledigt.


    Und meine Mutter ist so lange gefahren, bis sie aufgrund ihrer zunehmenden Orientierungslosigkeit ihrZiel nicht mehr fand und unverrichteter Dinge wieder heimkam. Dann habe ich das Auto verkauft und Schluß war mit Autofahren.


    Sie sehen, Möglichkeiten gibt es, aber wahrscheinlich kaum DIE bequeme Möglichkeit, wo man ohne Konflikte mit der dementen Person eine Lösung findet.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Hanne63,


    bei einer fortgeschrittenen Demenz besteht keine Fahreignung mehr. Das ist in der Fahrerlaubnisverordnung auch geregelt. Von daher muss bei entsprechenden Hinweisen die Fahrerlaubnisbehörde von sich aus ("von Amts wegen") tätig werden und kann eine Überprüfung der Fahrtauglichkeit veranlassen.
    Da ich relativ häufig mit der Problematik befasst bin, erstaunt mich Ihre Schilderung.


    Da sich der Unfall erst gestern ereignet hat die Frage: in wie weit hat die Fahrerlaubnisbehörde schon jetzt davon Kenntnis und konnte Ihnen bereits mitteilen, dass aufgrund der Informationen dennoch die Fahreignung nicht überprüft wird?
    Sie schrieben ja, dass Ihr Vater auch Verursacher des Unfalls ist - hat die Polizei den Unfall aufgenommen? Haben Sie ein Aktenzeichen / Bearbeitungsnummer? g


    Da der Hausarzt involviert ist, wie Sie schreiben: hat dieser entsprechend offiziell eine Mitteilung an die Fahrerlaubnisbehörde gemacht, dass er Ihren Vater nicht mehr für geeignet hält, ein Fahrzeug zu führen?
    Welche Schritte hat der rechtliche Betreuer bisher konkret(!) unternommen die zu nichts geführt haben?


    Möchten Sie mitteilen, in welchem Landkreis sich dies abspielt?
    Ggfs. wäre hier eine Beschwerde angebracht und denkbar.


    Hat die KFZ-Versicherung eigentlich Kenntnis vom Zustand Ihres Vaters?


    https://www.wegweiser-demenz.d…ngsrechtlicher-sicht.html


    https://www.deutsche-alzheimer…Autofahren_und_Demenz.pdf


    Da ganz aktuell ein Unfall geschehen ist, besteht derzeit vielleicht Reparaturbedarf? Könnten Sie darüber etwas Zeit gewinnen und ggfs. mit der Werkstatt vereinbaren, sich Zeit zu lassen um etwas Luft zu gewinnen?


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Hanne63,


    <<Die Polizei wird die Sache an die Fahrerlaubnisstelle melden, worauf ich selbst auch gedrungen habe.
    Auch der Betreuer, den ich sofort informierte, setzt sich heute noch einmal mit der Polizei in Verbindung damit diese Meldung auch tatsächlich erfolgt. >>
    Was den "Behördenweg" angeht, kann man dann im Augenblick wohl nicht mehr machen bzw. muss abwarten, was das bringt. Klar ist allerdings, dass dies wiederum i.d.R. einige Zeit in Anspruch nehmen wird.
    Daher
    <<Das Fahrzeug ist jetzt fahrbereit, muß allerdings wohl repariert werden.
    Ich bzw der Betreuer werden versuchen, mit der Werkstatt eine Absprache zu treffen (was schwierig ist, da die bisher immer zu meinem Vater gehalten hat; siehe Nachmachenlassen von Autoschlüssel...er ist dort seit Ewigkeiten Kunde etc...).>>
    hoffe ich sehr, dass man über diesen Winkelzug Ihnen und allen Sorgenden etwas Zeit verschafft.


    Sollte die Fahrerlaubnisbehörde sich überhaupt nicht bewegen, bitte ich Sie nochmals um Nachricht.
    Ich hoffe, die Dinge regeln sich nun schnell und ohne, dass (nochmals) jemand in Gefahr gerät.


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

  • Es ist hier alles Wichtige gesagt worden. Ich bin aber ehrlich gesagt erstaunt, dass hier erst etwas Schlimmeres passieren muss, bis der Fahrerlaubnis entzogen wird. Wenn eine Demenz klar feststeht, dann ist das einfach nur fahrlässig.


    Mich interessiert auch, wie man sich in dem Fall entscheiden wird.

  • Hallo Hanne63,


    ja, einen Tapferkeits- und Mutigkeitsorden haben Sie in der Tat verdient. Wenn ich Sie ermuntere, Ihr schlechtes Gewissen nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, wäre es für Sie zwar eine schöne Vorstellung. Dennoch ist dieses Gefühl einfach zu übermächtig, weil es so unendlich schwer ist, zu akzeptieren, dass sich die Position unseres Vater/unserer Mutter innerhalb der Familie nun verändert haben.


    Sie haben Ihren Vater nicht "ausgetrickst", Sie haben ihn und andere vor Schaden oder sogar großem Unheil bewahrt. Es muss Sie eine unglaubliche Überwindung gekostet haben, so zu handeln. Abgesehen von dem seelischen Kraftakt, der mit einer bleiernen Müdigkeit und abgrundtiefen Erschöpfung einhergeht.


    Ich freue mich aufrichtig für Sie, dass Sie in diesem Forum so tatkräftige Unterstützung erfahren und wünsche Ihnen von Herzen weiterhin viel Kraft.


    P.S. Meine frühere Therapeutin hätte an dieser Stelle gesagt: "Alles richtig gemacht!"


    Elisabetha

  • Guten Abend Hanne,


    freut mich, daß Sie mit Bravour eine Lösung gefunden haben :) !
    Generell dürfte DAS der richtige Weg sein, um allgemein erfolgreich zu sein. Mehr schreibe ich dazu nicht, sonst wird auch das wieder zensiert :-). Was das Thema Zensur und Meinungsfreiheit hier im Forum angeht, können Sie sich ja nun eine eigene Meinung bilden. Ich hab's interessehalber auch mal angetestet und festgestellt, daß schon sehr harmlose Dinge rücksichtlos angeprangert bzw. gelöscht werden. Natürlich alles nur der Etikette wegen, ist ja klar. So weiß man, woran man ist.


    Nun noch mal zu Ihrem vergeßlichen, aggressiven Vater: ich drücke Ihnen die Daumen, daß er schon bald vergessen hat, überhaupt ein Auto zur Verfügung gehabt zu haben. Dann wären Sie die Sorge schon mal los.
    Man darf bei den dementen Herrschaften nicht mit "unseren" Maßstäben messen; nach der Erfahrung, die ich mit meiner Mutter gemacht habe, kann ich Ihnen berechtigte Hoffnung machen, daß sich manches in Luft auflöst, was uns "Gesunden" so manche schlaflose Nacht bereitet hat. Toi toi toi!


    Seien Sie nett und verständnisvoll mit Ihrem Vater, erklären Sie ihm (wenn ER mit dem Thema anfängt), daß die Reparatur ihre Zeit braucht usw.. Seien Sie dem Reden nach auf seiner Seite und schinden Sie Zeit. Seine (zunehmende!) Vergeßlichkeit ist auf Ihrer Seite! Irgendwann hat er das Auto vergessen und damit hat sich das gesamte Problem erledigt.


    Helmut Kohl hat's uns vorgemacht: Probleme aussitzen statt angehen. Funktioniert!

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