Körperlicher Abbau seit Heimeinweisung

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
  • Hallo Hanne,
    ja und eher nein, Hanne. Aus meiner Erfahrung. Normal ist - so war es bei meiner Mutter auch - dass ein extrem gesteigertes Schlafbedürfnis bestand. Solange sie noch daheim war, hat sie versucht, sich zu mobilisieren. Im Heim dann nicht mehr. Sie fand das aber angenehm, dass sie endlich mal schlafen konnte und keine Verpflichtungen mehr hatte. Sie schlief dann auch in jeder Haltung. Das Zittern kenne ich auch. Meine Mutter hatte aber eine Lewykörperdemenz. Allerdings - deshalb eher nein - war auch im Gemeinschaftsraum immer irgendjemand, so dass sie nicht allein war. Wahrscheinlich friert Ihre Mutter auch, weil sie so wenig Bewegung hat. Können Sie sie denn mit einem Rollator noch mobilisieren oder reicht dafür ihre Kraft nicht mehr? Alles Gute!

  • Guten Abend Hanne,


    ob das normal sei, daß die alten Herrschaften unbeschäftigt und teilweise schlafend im Gemeinschafts- bzw. Eßraum sitzen, fragen Sie. Nach meiner Beobachtung während drei Jahren lautet die Antwort eindeutig "Ja". Deprimierender Anblick, aber wenn man sich fragt, wie das von den Personalkapazitäten im Heim bewerkstelligt werden soll, jeder/m eine passende Beschäftigung zukommen zu lassen, ist klar, daß das reines Wunschdenken ist und bleiben wird. Zu mehr als Grundversorgung dürfte ein Heim im Allgemeinen nicht in der Lage sein, so ist meine Einschätzung. Und da darf man schon froh und dankbar sein, wenn wenigstens das gewährleistet ist.


    Ob das von Ihnen erwähnte massenhafte Zittern demenzbedingt ist, weiß ich nicht. Habe davon noch nie etwas gehört oder gelesen. Gesehen in den drei Jahren habe ich es auch nie. Ich würde eher davon ausgehen (da es bei vielen Personen im selben Heim vorzukommen scheint), daß das Auswirkungen von Medikamenten sind, die verabreicht wurden. Aber das ist reine Spekulation, komplett aus der Luft gegriffen!

  • Danke Ihnen ebenfalls :-)! Sie haben's verstanden und werden Ihren Weg gehen, auch wenn man uns hier der Worte beraubt.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Hanne, der letzte Dialog befremdet mich sehr. Selbstverständlich habe ich vollstes Verständnis, wenn Sie sich andere Foren suchen, in denen Sie ohne Regeln und privater in der Öffentlichkeit chatten können. Aber dieses Forum hat Kommunikationsregeln und ich habe darauf mehrfach hingewiesen. Nach Rücksprache mit dem Bundesamt für zivilgesellschaftliche Aufgaben und dem Beteiligten habe ich von dem Beteiligen den Auftrag einen unangemessenen und beleidigenden Beitrag zu ändern. Es wird also nicht einfach gelöscht.


    Nun zu Ihrer eigentlichen Frage: Wie schon Jutta60 geschrieben hat: Ein hohes Ruhe- und Schlafbedürfnis erleben wir häufig bei der fortgeschrittenen Demenz und man/frau kann sich darüber streiten, ob dies besser im Bett oder auf einem Sessel in der Gemeinschaft ausgelebt werden darf. In den Tagesräumen gibt es natürlich Zeiten in denen die Mitarbeiter*innen nicht da sind. Die verhandelten Stellenschlüssel machen es je nach Arbeitsorganisation nicht so leicht, eine dauernde Präsenz sicherzustellen.
    Ein Zittern wie bei der Parkinsonerkrankung kann eine Folge von Neuroleptika sein, das sollten sie bei der PDL nachfragen.
    Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Hanne 63,


    es kann schon sein, dass mehrere Faktoren zusammenkommen: Das Loslassen der früheren Kontrolle und Anstrengung, doch noch das Leben zu meistern, führt zu mehr Ruhebedürfnis, die Medikamente vermutlich auch. Vielleicht kann man diese noch besser einstellen.
    Die Medikamente, aber auch zusätzliche Infektionen oder Entzündungen und die allgemeine Schwäche, aber auch Stress/Angstsituationen können zu Muskelzittern führen. Wobei ich nicht vermute, dass Stress in Ihrem Fall der Hauptauslöser für das Zittern ist. Ich habe das mehr in Situationen beobachtet, als meine Pflegeperson sich massiv von einer lauten unübersichtlichen Situation überfordert fühlte.
    Und ja, es kann sein, dass der Wechsel ins Heim den inneren - vielleicht unbewussten - Prozess der Loslösung vom Leben auslöst oder befördert. Das ist auch meiner Ansicht nach etwas Natürliches, das man liebevoll und geduldig begleiten und dem man nicht mit allen Mitteln entgegensteuern sollte, wenn es sich abzeichnet. In dieser Hinsicht haben Sie, glaube ich, schon zur richtigen Haltung gefunden. Irgendwann ist das Leben zuende, und auch Demenzpatienten spüren das und geben sich dem Prozess hin, selbst wenn sie es bewusst nicht so benennen können. Beobachten Sie weiter und beraten Sie sich mit dem Arzt, wie Sie die Symptome und die Gesamtsituation einschätzen sollen, damit Sie einen guten Weg für sich und das Pflegepersonal finden können und sich nicht zu viele Sorgen machen. Vielleicht gibt sich aber auch alles nach einer Zeit wieder. Am wichtigsten ist m.E. Entspanntheit und Schmerzfreiheit, und so viele schöne Momente zusammen zu verbringen, wie es noch geht.
    Alles Gute!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo hanne63, es ist sehr schade, dass die Sorge um Ihre Mutter zum Machtkampf wurde und Sie nun als Verliererin da stehen. In einem Konflikt ist eine Eskalation nicht immer vermeidbar, sonst gäbe es nicht tausende Ratgeber, die einem helfen können das Gespräch aufzuarbeiten, die Fallen zu erkennen, das eigene Verhalten zu überdenken und aus allem die richtigen Schlüsse zu ziehen. Soweit die Theorie.


    Haben Sie eine Erklärung, warum alles so schief gegangen ist?


    Ich kenne solche festgefahrenen Gespräche, wenn ein Beteiligter auf jeden Fall Recht haben will und es nicht mehr um eine gemeinsame Einschätzung geht. Erinnere ich mich richtig, dass Sie in einer defensiven Rolle sind und ein Betreuer wichtige Entscheidungsvollmachten von Ihnen übernommen hat?
    All das lässt sich vor dem Betreuungsgericht rückgängig machen. Jede Entscheidung zur Behandlung und Pflege kann durch die Heimaufsicht überprüft werden, die mit Auflagen, Belegungsstopps oder Schließungen mächtige Befugnisse hat. Auch da besteht die Möglichkeit, dass mögliche Fehlentscheidungen durch die Dienstaufsicht oder den gesamten Beschwerde- und Klageweg überprüft werden.
    Es gibt weitere neutrale Beschwerdstellen und den Patienten- oder Pflegeombudsmann/frau.


    Niemand ist also allein gelassen und alle Beteiligten arbeiten in einem Klima hoher Sensibilität. Natürlich gibt es überall auch Leute, die Ihren Job nicht gut machen. Aber dafür gibt es Dienstwege.


    Ein zentraler Punkt dabei ist, ob das Anliegen und die Einschätzung wirklich fachlich gerechtfertigt und erforderlich ist. Ich erinnere mich an manche Gespräche mit Angehörigen, wo wir die Heimaufsicht hinzugezogen haben, weil bestimmte Erwartungen unrealistisch waren oder das Wohl des Bewohners gefährdert war. Manche Angehörige waren sehr entlastet, wenn sie so aus der Schussline der Verpfllichtungsgefühle und des schlechten Gewissens kamen, weil ein externer Betreuer eingesetzt wurde und damit Angehörige eine begrenzte aber konfliktfreie oder sogar erfüllende Aufgabe übernehmen konnten.


    Aus diesen Gründen teile ich Ihren Appell nicht.
    Abschließend noch ein Tipp: Wenn ich in einem so aussichtslosen Konflikt bin, versuche ich zwei Dinge zuklären: Denken die anderen, dass ich mich total in eine Position verrannt habe und das eigentliche Ziel verloren habe - und - bevor ich weiter diskutiere oder sagar kämpfe - geht es mir eine Zeitlang nur darum, die anderen zu verstehen, ihre Argumente, die Ziele und Werte. Erst wenn sich die anderen verstanden fühlen, sind sie offen für meine Argumente. Aber manchmal klärt sich alles schon vorher, manchmal erkenne ich wo und wie ich mich verrannt habe.
    Und manchmal gibt es keine Lösung sondern nur die Lösung - also das loslassen und sich neu zu orientieren. In diesem Fall ist es gut eine anderen Einrichtung zu suchen, weil auf einer Seite das Vertrauen zu stark gestört ist und ein Neuanfang für alle Beteiligten besser ist. In diesem Sinne viel Erfolg!
    Ihr Martin Hamborg

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!