Hermines Handtasche-oder wieviel Zeug passt in ein Haus !

  • Hallo alle zusammen...komischerweise habe ich erst heute auch dieses Thema mit einem Bekannten gehabt, dem ich sagte, man fühlt sich häufig irgendwie so alleingelassen. Daraufhin meinte er, ich bräuchte mal jemanden, um alles loszuwerden...und da sagte ich genau das, was ihr auch alle schreibt, Freunde und Bekannte fragen zwar ab und zu mal, aber wirkliches Interesse, wirkliches Hinhören ist nicht gegeben, und wahrscheinlich kann man das auch einfach nicht von Menschen erwarten, die mit dem Thema Demenz noch nie in Berührung gekommen sind. Daraufhin meinte er: "Mit dem Loswerden habe ich auch eher an „Profis“ gedacht, denn Freunde und Verwandte kommen nach dem dritten Mal in das gleiche Dilemma wie Du … Professionelle Supervisoren haben Techniken gelernt, den Menschen zuzuhören und Ihnen die Last zu nehmen und diese „im Nirwana“ abzusetzen, also sich selbst nicht alles auf die Schultern zu laden".
    Und damit hat er vermutlich Recht. Und so schwer es ist, jeder Mensch hat seine Sorgen zu seiner Zeit. Und bei dem einen sind die grauen Haare gerade das Superdrama und bei dem anderen, dass die Hose nicht mehr passt. Ich glaube, man darf die Probleme, die man hat, nicht gegeneinander aufwiegen, so schwer das auch ist und so ungerecht das erscheinen mag.


    Aber nichtsdestotrotz, ich denke, alleine ab und zu mal in den Arm genommen zu werden, Anerkennung zu erhalten, gesehen zu werden, das würde schon gut tun in unserer Situation. Und das kann eigentlich auch der Nachbar um die Ecke. Mir ist ein Erlebnis nachhaltig in Erinnerung geblieben, hat sich regelrecht eingebrannt. Ein Arzt auf der geschlossenen Gerontopsychiatrie, wo meine Mutter eine Zeitlang stationär eingewiesen war, verbeugte sich vor mir und sagte ´"Chapeau, dass was Sie für Ihre Mutter tun, tun heutzutage nicht mehr viele. Ich habe den größten Respekt vor Ihnen" ...sowas tut einfach nur gut und davon kann man auch ein Weilchen zehren.


    Und auch deshalb ist eins meiner Lieblingszitate von Kafka:
    „Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.“

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