Verdacht direkt beim Betroffenen ansprechen?

  • Hallo!
    Ich und mein Vater haben den Verdacht Demenz bei meiner Mutter. Da sie sehr sensibel ist und nah beim Wasser gebaut ist haben wir bisher noch nie etwas gesagt, es ist jedoch sehr belastend für uns und die Situation ohne "Diagnose" im Ungewissen schwer auszuhalten. Ich denke u. hoffe wenn man eine Diagnose hat, dann kann man besser damit umgehen u. sich darauf einstellen. Sie hat auch Vorerkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck, Cholesterin u. Durchblutungsprobleme bei Beinvenen).
    Meine Eltern lebten sozial immer eher isoliert. Sind bei keinem Verein o. ä. und haben auch keine Bekannte die sie regelmäßig besuchen (außer mir). Seit einigen Jahren merkt man bei meiner Mutter daß sie immer wieder die gleichen "Geschichten" von früher erzählt u. daß das Kurzzeitgedächtnis sehr nachgelassen hat u. das im Haus auch nicht mehr so geputzt wird u. sie nicht mehr so kocht wie früher. Wenn Leute auf Besuch kommen zum Kaffee, dann ist sie ganz zerstreut, verlegt Dinge u. weiß nicht mehr was sie holen wollte.
    Was auch auffällig ist, ist das wenn sie etwas macht wo sie sich konzentrieren muss (z. B. Essen oder lesen), daß sie dann mit dem Kopf wackelt.
    Habe nun einen Termin beim Hausarzt ausgemacht u. werde es ihr heute sagen - habt ihr mir Tipps wie man das schonend sagen kann?

  • Hallo sunflower 82_,
    Wenn Ihre Mutter sehr sensibel ist und Sie Angst haben,es ihr zu sagen- dann lassen Sie es doch einfach.
    Bei meiner Mutter fing alles mit Halluzinationen an (Einbrecher vor der Tür, ein schreiendes Kind im Ohr......)
    Daraufhin wurde Sie in die Psychiatrie eingewiesen und dort auf eine Psychose Behandelt.
    Das War im März 2018 - als es ihr im Oktober 2018 immer schlechter ging,haben meine Recherchen die schlimmste aller Demenzformen ( Lewy Body Demenz ) ergeben und ich musste feststellen, daß die Ärzte sie mit Neuroleptika behandelt haben,die sie bei dieser Erkrankung niemals hätte haben dürfen.
    Bisher habe ich keinen kompetenten Arzt gefunden,der in der Lage ist,eine Demenz zu diagnostizieren.
    "ICH" bin die einzige,die aufgrund der Symptome fest von einer Lewykoerperchendemenz überzeugt ist.
    Trotzdem kann ich dank Diagnose nicht besser damit umgehen.
    Diese Wahnvorstellungen sind so gravierend, daß unsere Familie bald daran zerbricht.
    Die Hoffnung, daß es wieder bessere Tage gibt,ist dahin.
    Was das für einen unglaublichen Schmerz auslöst, kann ich kaum in Worte fassen.
    Ich selbst zerbreche daran, zusehen zu müssen und nicht helfen zu können.
    Ich habe viel gelesen- versuchen Sie Ihrer Mutter beizustehen und Sie nicht auf Defizite hinzuweisen.
    Wenn Sie glauben,daß die Diagnose Demenz ihrer Mutter so weh tun würde, dann verschonen Sie sie damit.
    Es wird nicht leichter- auch nicht mit Diagnose.
    Man kann vielleicht mit Diagnose bestimmte Verhaltensweisen und Veränderungen des geliebten Menschen besser verstehen.
    Aber der Umgang damit ist unglaublich schwer.
    Alles Gute
    Barbara

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte sunflower82,


    ein solcher Schritt ist immer schwierig, durch das Einbringen der eigenen Besorgnis wird eine solche vermeintliche Bevormundung aber meistens dann doch von den Betroffenen gut angenommen. Auch geht es nun zuerst "nur" um eine Ersteinschätzung durch den Hausarzt, der ihre Mutter bereits gut kennt und sicherlich auch schon ein gewisses Vertrauensverhältnis aufbauen konnte. Vorerst kommen noch viele Ursachen in Frage, unter Umständen auch behandelbare. Schon dieser Umstand allein rechtfertigt ihr Vorgehen. Und sollten sich die Hinweise auf ein demenzielles Krankheitsgeschehen verdichten, kann nur mit einer konkreten Diagnose optimal auf den weiteren Krankheitsverlauf Einfluss genommen werden.


    Ihnen und Ihrer Familie alles Gute,


    Marc M. Lässer

  • Hallo sinnloser,ich Bon in der gleichen Situation wie du,Meine Mutter verlegt alles,vergisst innerhalb kürzester Zeit,ich habe mir einen Termin bei der Hausärztin geben lassen und bin alleine dorthin,Mutter weiß dies nicht,sie würde mir das nicht verzeihen.Dann hat sie Medikamente bekommen,da sie nicht wusste wogegen,hat sie diese Tabletten nicht genommen und versteckt,dann haben wir einen Tablettenbringedienst,selbst den trickst sie aus,indem sie sagt,ich muss erst etwas essen oder muss mir erst einen Schluck Wasser holen.Die Tablette ist dann verschwunden.Aber das Allerschlimmste war,als jemand von den Pflegekräften sagte,sie hätte Demenz.Da ist das Ganze eine ganze Woche lang mit jedem diskutiert worden ,im Alter vergisst man auch etwas und junge Leute vergessen auch .Sie macht noch alles alleine. Also ich Bon dann damit gut gefahren,als ich ihr sagte, sie hätte eine leichte Vergesslichkeit und die die Tabletten sind für die Durchblutun g des Kopfes.Aber nächste Woche wollen wir zum Neurologen,ich habe gesagt,ich muss wegen Migräne dahin,und der Arzt soll mal über ihre Tabletten schauen.Bon mir aber nicht sicher,ob das klappt.Ich habe auch schon Bauchschmerzen,wenn ich daran denke.

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