Zwei pflegebedürftige Menschen

  • Liebe Rosina,
    Wir alle hier in diesem Forum verstehen Dich sehr gut.
    Du brauchst keine Beiträge löschen - Du kannst hier schreiben was Du willst! !!!!
    Wenn man sich mal wieder alles von der Seele geschrieben hat,geht's einem vielleicht kurzzeitig besser.
    Wir haben alle die gleichen Probleme - auch ich denke sehr oft,daß ich das alles nicht mehr schaffe und durchhalte.
    Wenn ich wollte,könnte ich mich jeden Tag mit meinen Eltern streiten (Mutter dement und Vater begreift die Krankheit nicht und glaubt ihr alles,was sie sagt!!??)
    Aber ich merke,daß ich daran kaputtgehe.
    So versuche ich nun ihre erfundenen Geschichten und Behauptungen zu akzeptieren und die Sachen nicht mehr so an mich ran zu lassen.
    Wenn mich die Leute im Dorf fragen was meine Mutter macht,möchte ich manchmal laut schreien :Frag doch mal,wie es mir geht!!!!!
    Wer so etwas noch nicht hautnah miterlebt hat,kann nicht nachempfinden, was wir Angehörige durchmachen.
    Die Leute denken,der Demenzkranke vergisst halt viel und das War es.
    Mit welchen Belastungen, (gerade was die psychischen Veränderungen mit sich bringen,) wir zu kämpfen haben,ahnt niemand.
    Selbst die Verwandtschaft ruft nicht einmal an und fragt,ob ich das alles schaffe usw.
    Es liegt auch an der Krankheit Demenz - da wollen viele nichts mit zu tun haben.
    Ich freue mich immer von Dir zu hören.
    LG
    Barbara

  • Liebe Barbara und Hanne, ich habe viele von euren Artikeln gelesen und weiß,dass es euch genauso geht wie mir, vor allem bei dir Barbara,die gleichen Verhaltensweisen der Eltern und auch wir beide sind gleich sensibel.Uns greift das alles zu sehr psychisch an und wir ärgern uns über blöde Bemerkungen.Aber wir können nicht aus unserer Haut.So sind wir eben.Die beste Medizin für mich ist immer noch mich mit etwas Schönem abzulenken.Mein Sohn gab mir zwei Hinweise,die ich dir und Hanne weitergeben möchte.Einmal sagte er,schreib ein Tagebuch,schreib dir alles von der Seele,das habe ich auch getan,leider ist es aber durch Zeitmangel lückenhaft.Zweitens sagte er ,immer wenn du bei Oma warst,belohne dich,tu dir etwas Gutes oder tu etwas in ein Sparschwein und dann kauf dir mal etwas Schönes. ES sind kleine Lichtblicke,aber wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen.Vielen Dank für eure Worte.

  • Guten Morgen, Sonnenblümchen,


    Sie sprechen mir so aus dem Herzen. Die Pflege meiner beiden Elternteile haben mich in den letzten Monaten so unendlich viel Kraft gekostet. Al
    stille Mitleserin habe ich die Beiträge aufmerksam verfolgt und möchte Ihnen heute gerne antworten.


    Als ich mir wiedereinmal total leer und hoffnungslos vorgestellt habe, wie lange diese Situation noch mein Leben beherrschen wird, beschloss ich nicht einfach tatenlos zuzusehen, sondern zu handeln. Es würde hier den Rahmen sprengen, um alle diese Bereiche zu benennen, die ich zu bearbeiten begann.


    Der erste große Rundumschlag betraf meinen eigenen Keller. Ohne zu zögern, habe ich mir jede einzelne Kiste vorgenommen. Ich habe sie geöffnet und alles sehr gut Erhaltene in einer BookCrossingStation zum Mitnehmen abgelegt. Es war so eine Freude, zu sehen, wie schnell sich neue Besitzer gefunden haben.


    Seit dieser Aktion geht es mir wie Ihnen, ich ertrage nicht noch "mehr", egal wovon. Ich möchte mein Leben soweit wie möglich verschlanken und genieße jeden neu gewonnenen Platz.
    Weniger ist eindeutig mehr! Mittlerweile entsorge ich nach und nach uralte Haushaltsgeräte, die nicht mehr brauchbar sind, seit 20 Jahren zusammengelegtes Geschenkpapier, einzelne Socken ohne Gegenstück u.s.w. Sie kennen das sicher! Der Anblick dieser vollgestopften Schränke und Schubladen nimmt mir mitunter die Luft zum Atmen.


    P.S. Meine Mutter ist 1939 geboren, ich glaube die Not und der Hunger ihrer Kindheit veranlasst sie heute, nichts wegwerfen zu können. Als 1961-Geborene musste ich zum Glück diese schrecklichen Erfahrungen nicht teilen.


    Einen angenehmen Sonntag für Sie alle.


    Elisabetha

  • hallo Elisabetha und Sonnenblümchen,


    jetzt ist es mir erst aufgefallen:
    tatsächlich mache auch ich ähnliche Erfahrungen und "entrümpele" auch meinen eigenen Haushalt....begonnen hat das wohl, seit die Eltern in etwa im mittleren Stadium der Demenz waren...


    ...und ich ertrage von allem nicht mehr sehr viel....also verschlanke und vereinfache mein eignes Leben...soweit möglich....
    ...früher hatte ich auch eine Bücherwand mit gelesenen Büchern....nun verkaufe ich ein Buch sofort wieder, sobald ich es gelesen habe....


    Ich versuche mich auf das Wesentliche in meinem Leben zu konzentrieren und die Dinge zu machen, die mir Kraft geben und Freude machen....


    Direkt Tagebuch schreibe ich derzeit nicht....aber ich führe Protokoll über die ganze Entwicklung ......zu Beweiszwecken und zum Verarbeiten....und schon allein das Schreiben entlastet mich meistens.....


    und tatsächlich "belohne" ich mich nach den Besuchen bei einem Elternteil....entweder mit einer kurzen Wanderung oder Thermenbesuch......und versuche dann ein wenig "stolz" auf mich zu sein....das hilft mir oft...auch schon die Vorfreude darauf.
    liebe Grüße

  • Hallo Sonneblümchen, Hanne, Elisabetha und ... ,
    ja, genauso ist es bei mir auch gewesen und geblieben. Das innere Chaos durch die Demenz ist so groß und hat mich so belastet, dass ich unbedingt die äußere Ordnung gebraucht habe. Ich bin seitdem auch sehr vorsichtig und kaufe eigentlich kaum mehr etwas. Auch weil viele Dinge aus dem Haushalt meiner Mutter bei mir einen neuen Platz gefunden haben. Auch das mit den Belohnungen hat bei mir funktioniert - meistens war ich im Baumarkt und habe mir dort die Sachen angesehen und mich darüber gefreut, dass ich für eine kurze Zeit nur für mich bin und nicht funktionieren muss. Ich glaube, anders überlebt man das gar nicht. Ein Tagebuch räumt mir den Kopf leer und hilft übrigens auch beim Erinnern, wen vielleicht mal Zweifel kommen, ob man alles richtig entschieden und gemacht hat. Davor hatte ich nämlich große Angst, dass ich mir nachträglich Vorwürfe machen würde. Alles Gute in die Runde!

  • hallo, habe heute erst dieses forum gefunden. mir geht es wie euch: 2 pflegebeduerftige, unterschiedliche demenzen in unterschiedlichem stadium, unterschiedliche zusaetzliche erkrankungen und natuerlich inkontinenz. und das seit 3 1/2 jahren im dauereinsatz mit vielleicht 2 wochen urlaub, als es noch ging. gerade versuche ich eine 24h-pflege zu installieren. meine mutter kaeme damit auch gut aus, aber mien vater scheint meine mutter gegen die pflegekraft verteidigen zu muessen, wie er glaubt. sie kann keine stunde mit der pflegekraft im gespraech verbringen, schon geht mine vater dazwischen. medikamentengabe, schwierig. und jetzt ueberlegt unser anbieter, aus gut nachvollziehbaren gruenden, die pflege abzugeben. dann waere ich wieder dran! ambulant hatten wir schon probiert: gescheitert. ich weiss nicht mehr weiter, wie ihr alle auch.
    interessant und toll zu hoeren, dass es anderen auch so geht, dass sie ihr eigenens leben "ausmisten". ich mekre das auch an mir :) ich gebe buecher weg, klamotten, schmeisse fotos weg, kuechensachen fliegen raus, einfach alles einfacher machen. habe das noch nicht bisher mit der demenz meiner eltern in verbindung gebracht. danke fuer den hinweis.
    vielleicht muss man nachher wirklich, wie ich glaube Angehoeriger geschrieben hat, das "recht auf verwahrlosung" der eltern hinnehmen. Oder aber man dreht durch. ich habe eine Angehoerigengruppe, wir treffen uns einmal im monat. und ich frage oft bei hilfesangeboten nach, aber die situation mit 2 pflegebeduerftigen sprengt hat das system. aber vielleicht hilft es ja wenigstens hier dabei zu sein. wenn wir also selbst unsere ohren nicht mehr steif halten koennen, vielleicht kann man dann, wenigstens zeitweise, mal der eine dem andere virtuell die ohren hochhalten ;) dampfableassen entlastet ja auch schon!
    Danke fuers zuhoeren/lesen!

  • Hallo Ventil,
    erst einmal herzlich willkommen hier :-).


    Ich habe vielleicht ähnlich wie Sie ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass 2 gleichzeitig an Demenz erkrankte Angehörige alle möglichen Hilfssysteme, die ich aufsuchte oder dort anfragte, "gesprengt" hat.....ich war ja bereits selbst am Ende und suchte Hilfe....und erhielt dann meist hilflose Antworten...oder die Auskunft: hmm...schwierig....meist ist ja nur ein Ehegatte erkrankt und der andere fängt das dann auf.....
    Auch ein Austausch in einer Angehörigengruppe stieß da eigentlich von Anfang an an die Grenze....deshalb zog ich mich wieder zurück, weil es mich sonst noch mehr zusätzliche Kraft gekostet hat.
    Letztlich habe ich quasi alles in sogenannte professionelle Hände gegeben.....was aber nicht heißt, dass ich mental entlastet bin...die Sorgen, halt dann andere...die bleiben...


    liebe Grüße

  • Hallo,in die Runde,bei mir ist das mit dem Aufräumen etwas anders.Meine Mutter räumt seit einigen Wochen sämtliche Schränke aus,sie findet dann Sachen,die sie angeblich nie besessen hat,z.B.Diabetikerspritze.Dann behauptet sie,jemand hätte sie hingelegt,das wäre eine Giftspritze,die sie sich geben soll.Gestern stand die Mikrowelle auf dem Hof,versehen mit einem Zettel,das ist nicht ihre,diese Mikrowelle kann entsorgt werden.Sie findet Jacken und Mäntel,die nicht ihr gehören(angeblich).Alte Zeitungen,Rasierapparate,alles wird ausgeräumt,ich beseitige das Gerümpel,weil es zu jedem Gegenstand eine sinnlose Diskussion gibt.Sie erkennt nicht ihren Mantel. Also ich habe mit den Aufräumarbeiten meiner Mutter zu tun.Gestern ist etwas Besonderes passiert,meine Mutter,die ich sonst überall hinfahren muss,weil sie nicht laufen kann,ist mit einem Stock bis zu Bushaltestelle,mit dem Bus in die Stadt gefahren,bis zur Sparkasse gelaufen,hat Geld abgehoben und ist wieder zurückgefahren,in der Straße zu unserem Haus habe ich sie zufällig gesehen,habe sie in mein Auto geladen und heimgefahren,sie war kaum in meinem Auto,da fing das Gebarme an,es ginge ihr schlecht.I ch sage wenn du mit dem Bus fahren kannst,kann es dir nicht schlecht gehen.Jetzt verstehe ich die Welt nicht mehr,kann man mit so einer Krankheit noch solche Leistungen vollbringen,kann ich mich so sehr täuschen,ich weiß nicht mehr,was hier los ist.Habt ihr auch solche Erfahrungen?

  • Vielen Dank für die Antwort,ja, das muss ich schnellstens tun,alles unbegreifbar.Vor allem dass alle Demenzerkrankten nach den gleichen Mustern handeln,ist eigentlich nicht zu begreifen.Am nächsten Tag ist alles vorbei,alles gut,man denkt,heute ist es gut,aber der Tag ist noch nicht zu Ende,schon kommt die nächste Hürde,man weiß nicht,wie der Fernseher angeht,hilf mir.Wo führt das noch hin,gute Nerven sind gefragt.Dass es dir auch so ging,beruhigt mich etwas ,ich sehe die traurigen Augen meiner Mutter noch im Schlaf und weiß,dass ich das aushalten muss.Eigentlich hoffe ich,dass es nicht noch schlimmer kommt,wie ich es hier im Forum schon gelesen habe.Ich glaube ,es wird ein harter Winter.Tschüß

  • Ich bin wieder einmal verzweifelt und kann einfach nicht mit dieser Situation umgehen.Meine Mutter kann jetzt nicht mehr den Fernseher bedienen.Jedes Mal,wenn er ausgeschaltet war,kam der Anruf ,ich bekomme den Fernseher nicht an.Dann wusste sie nicht,wie die Spülmaschine angeht,ich musste es erklären,dazu lässt sie die Tabletten verschwinden,da sie der Meinung ist,sie täten ihr nicht gut,ich habe sie gesammelt gefunden.Keine Einsicht,sie ist ja nur ei bisschen vergesslich.Dazu hat sie der Nachbarin erzählt,ich würde nichts für sie tun,aber das schlimmste,ein Anruf auf dem Anrufbeantworter aufgezeichnet,sie hatte vergessen das Telefon aufzulegen,angeblich war ihr Handy ausgetauscht,die kann sich doch eins kaufen,das Schwein,das waren ihre Worte und damit hat sie mich gemeint.Ich habe meine Mutter zur Rede gestellt,daraufhin hat sie alles geleugnet,solche Worte würde sie nicht sagen....Ich überlege jetzt seit Tagen,wie ich damit umgehen soll,ich gehe nicht mehr zu ihr,habe aber ein schlechtes Gewissen.Ich kann das einfach nicht verarbeiten,ich mache alles und mir gegenüber sagt sie immer, ich wäre ihre Perle und jetzt hinter meinem Rücken höre ich so etwas.. Jeder sagt,du
    darfst das nicht ernst nehmen,aber ich kann es im Moment nicht.Was kann ich tun?

  • Hallo Rosina,
    das ist auch eine sehr schwere Situation. Bei meiner Mutter war das auch so. Sie kam mit Fernsehr, Radio, CD-Spieler usw. irgendwann überhaupt nicht mehr zurecht. Dazu kam, dass sie alle Stecker der Geräte gezogen hat, wirklich alle. Die Uhren angehalten usw.. Ich habe schließlich Fotos gemacht, wie die Stecker eingesteckt werden müssen und einige Kabel versteckt bzw. mitgenommen, damit ich wieder klar kam. Auch meine Mutter hat in dieser Phase verstärkt mit den Nachbarn gesprochen und nicht mehr mit mir, auch schlecht über mich. Mir hat sie dann gesagt, dass sie nicht mehr meine Mutter sein wolle, ich sie auch nicht mehr so nennen dürfe. Ich weiß, wie schlimm man sich dabei fühlt. Es ist eine Krankheit und nicht die Wahrheit, aber das Wissen hilft wenig, weil man so sehr verletzt ist. Wenn Sie Ihre Mutter zur Rede stellen, hilft das ja nichts, denn auch meine Mutter hatte keinerlei Einsicht. Und die Vorwürfe haben das Klima noch zusätzlich vergiftet. Können Sie sich denn ein wenig zurückziehen und die Pflege oder Hilfe für Ihre Mutter an andere Personen übertragen? Ein schlechtes Gewissen brauchen Sie nicht zu haben, denn bedenken Sie, wie viel Sie für Ihre Mutter geleistet haben. Das nötigt mir immer höchsten Respekt ab. Alles Gute für Sie!

  • Hallo Rosina,
    Ich verstehe Dich sehr gut.
    Das alles ist auch unglaublich schwierig und ich finde auch keinen Weg,damit umzugehen.
    So schlimme Beschuldigungen sind zum Glück bis jetzt ausgeblieben.
    Bei uns passieren andere Dinge.
    Letzte Woche wollte ich Ihr eine gute Nacht wünschen und habe sie angerufen.
    Was das wieder alles ausgelöst hat,kann man sich nicht vorstellen.
    Sie fragt mich,ob Papa gleich hochkommen soll um ihre Tablette zu holen- ihre Schlaftablette, die ich Ihr morgens mitbringe für abends (Die Medikamente gibt jetzt komplett der Pflegedienst).
    Ich sage :Die Tablette zum schlafen ist in Deinem Dosett, die habe ich Dir heute morgen mitgebracht.
    Darauf sie: Aber ich brauche doch eine für morgen früh! !!!
    Nein.Mama-Zopiclon ist eine Schlaftablette, die nur abends genommen wird.
    Darauf sie:Nein, die Ärzte haben das anders entschieden,ich muss jetzt auch morgens 1 nehmen.
    Darauf ich:Nein Mama,du bekommst abends 1 und mehr hat der Neurologe nicht erlaubt.
    Dann sie:Du bist keine Ärztin und hast das nicht zu bestimmen -mach Du nur weiter so.
    Am nächsten Tag habe ich den Pflegedienst dann auch beauftragt, die Schlaftablette am Abend mitzubringen.
    Nach diesem Vorfall habe ich Angst,abends anzurufen und ihr eine gute Nacht zu wünschen.
    Aber ich weiß, wie sehr mich so ein Vorfall wieder belastet- somit beschränke ich den Kontakt auf morgens, wenn ich bei ihr vorbei jogge.
    Natürlich denke ich tagsüber an sie,aber ich brauche auch den Abstand.
    Die Medikamentengabe solltest Du unbedingt abgeben in professionelle Hände.
    Vielleicht sollten wir uns wirklich therapeutische Hilfe suchen,um besser damit umgehen zu können.
    Ob es was bringt- ich weiß es nicht.
    Ich weiß nur für mich:wenn die Auseinandersetzungen und Veränderungen zu groß werden,geht der Weg in ein Heim.
    Dann wird mit Sicherheit das Verhältnis wieder besser.
    Alles Gute
    Barbara

  • Liebe Jutta,ich habe wirklich beschlossen , mich zurückzuziehen.Ich muss erst damit fertig werden,das kann ich einfach nicht so hinnehmen.Wenn sie anruft,antworte ich nur kurz und ich habe meinen Bruder informiert,dass er jetzt das mal managen soll,er tut das auch,gut so .Ich muss Hilfe holen,mich mit dem Arzt in Verbindung setzen,soweit habe ich das durchdacht,das kann so nicht sein.Ich verliere die Nerven ,ich kann das einfach nicht abtun,so eine Gemeinheit,es schmerzt mich sehr.

  • Liebe Barbara, das mit den Tabletten ist richtig,aber ich habe schon einen Tablettendienst,den trickst meine Mutter aus,sie sagt,sie kann die Tabletten erst nach dem Abendbrot nehmen,oder sie muss erst etwas trinken,irgendwie schafft sie es,...Ich glaube ,ich brauche wirklich einen Therapeuten, und ich werde auch nach einem Heimplatz schauen,erst einmal informieren,das habe ich heute auch beschlossen,so kann das einfach nicht weitergehen,ich habe keinen guten Tag mehr,jeden Tag etwas anderes,das kann nicht sein.Da denkt man,man ist jetzt endlich in Rente und findet man keine Ruhe,es heißt,du bist doch zu Hause,du kannst das doch machen,habe ich ja auch,aber nicht mit solchen Lügen oder wie man dazu auch sagen mag.Aber schön,dass ihr mich so gut aufgebaut habt,indem ihr mir sagt,dass es bei euch ähnlich ist.Bis zum nächsten Mal,GRUß Rosina

  • Guten Morgen Rosina,


    nun kenne ich Ihre Mutter zwar nicht, will ihr aber trotzdem mal unterstellen, daß sie Ihnen nicht aus Bösartigkeit das Leben schwer macht, sondern demenzbedingt.


    Ich halte Ihren Ansatz für richtig, sich ein wenig zurückzuziehen und zu versuchen, die Beleidigungen etc. nicht mehr so nah emotional an sich heranzulassen. Bei mir funktioniert das jedenfalls ganz gut.


    Und wenn Sie es hinbekommen, zu delegieren, so daß andere Personen die Rolle der "Bösen" übernehmen, können Sie besser in die Rolle der "Guten" schlüpfen. Ich habe jedenfalls inzwischen ein weit besseres Verhältnis mit / zu meiner Mutter als es jemals zuvor in meiner Erwachsenenzeit war.


    Zwar sind mir "Gemeinheiten" in Form bösartiger Äußerungen meiner Mutter erspart geblieben (zumindest habe ich nie davon erfahren), aber das Agieren gegen mich unter Einbeziehung der (unerträglich dämlichen) Nachbarn kenne ich auch zu genüge.


    Als Trost für Sie weise ich darauf hin, daß diese Episode bei meiner Mutter nur einige Monate dauerte, bis sie so weit weiter abgebaut hatte, daß sie zuviel vergessen hatte, um dazu noch in der Lage zu sein. Und da ich die Nachbarn entsprechend habe "impfen" lassen, halten die sich ihrerseits zum Glück auch ganz brav zurück und schädigen uns nicht mehr. Haben wohl keinen Bedarf an weiterer Post vom Rechtsanwalt.

  • Ja,alles richtig,lieber Angehöriger,sie schreiben,bei Ihrer Mutter ging der Verfall innerhalb weniger Monate so schnell voran,dass sie dann nicht mehr so streitsüchtig sein kpnnte,aber was kommt danach,ich frage mich ,wie das so weitergeht,was da noch auf mich zukommt,ich denke jede Nacht wie ich das bewältigen kann.Dazu kommt ja noch mein Vater,der eigentlich jetzt den ganzen Tag nur noch schläft.Er isst und schläft und seit etwa 2 Wochen sagt er ,er weiß auch nichts mehr,dazu macht er jetzt noch ab und zu in die Hose.Mich erschüttert das schon sehr.Eigentlich sind beide Pflegefälle,aber wie soll ich das denn händeln,den einen ins Altersheim,den anderen auf eine Demenzstation? Ich bin einfach überfordert und überfragt?Die Beleidigung habe ich jetzt verarbeitet.Ich habe mich etwas zurückgezogen,mein Bruder hat jetzt übernommen,gestern war er schon das erste Mal frustriert,er brachte Nudelsuppe,da sie am Sonnabend kein Essen auf Rädern bekommen.Es war nicht recht.HEUTE wollte er bei ihnen kochen,war auch nicht recht,man kann es nicht recht machen,jetzt sagt er zu mir, ein zweites Mal kommt es für mich nicht in Frage,also nach zwei Tagen schon totaler Frust.Ja sie schaffen uns ganz schön.Zwei Demenzkranke sind schon der Hammer.Nächste Woche informiere ich mich über Heimplätze,lasse mich auf die Warteliste setzen und das Essen am Wochenende wird auch anders organisiert. Ich muss diesen Zustand ändern,das steht fest.Rechtsstreit mit den Nachbarn will ich nicht haben,sie helfen mir ja auch manchmal.

  • Liebe Rosina,
    Als erstes möchte ich nochmal auf die Medikamentengabe zurückkommen.
    Der Pflegedienst ist dazu verpflichtet,darauf zu achten,daß Deine Mutter die Medizin sofort nimmt.
    Von wegen austricksen -das geht gar nicht.
    Da müsst ihr härter durchgreifen.
    Ihr müsst am Wochenende klipp und klar sagen,daß das was auf den Tisch kommt,auch gegessen wird.
    Wenn Sie das nicht wollen,müssen sie eben hungern.
    Allerdings bin ich der Meinung, daß es allerhöchste Zeit für 2 Heimplaetze ist.
    Bei uns ist es noch nicht ganz so tragisch.
    Allerdings habe ich am Freitag,als ich sie gebadet und ihr die Haare frisiert habe,wieder aus dem nichts einen Vorwurf von ihr bekommen, warum ich Ihr die Schlaftablette nicht morgens auch gebe?????
    Wieder habe ich versucht,ihr zu erklären, daß sie 1 am Abend bekommt und mehr nicht.
    Sie nörgelt dann rum und begreift nichts mehr.
    Dann habe ich gesagt:Du (deine Krankheit )machst unsere ganze Familie kaputt! !!!
    Dann hat sie mich angeschaut und Entschuldigung gesagt.
    Dann war Ruhe mit den Vorwürfen und Diskussionen.
    Wenn mir der Kragen platzt, dann lasse ich es auch raus.
    Mir graut es vor Weihnachten! !!
    Ich habe unglaubliche Beruehrungsaengste mit Demenz (bei anderen Patienten könnte ich damit umgehen-bei meiner Mutter nicht).
    Vielleicht werde ich meinen Eltern was Leckeres kochen und dann wieder gehen.
    Dieses Zusammensitzen mit möglichen Wahnideen und Unterstellungen möchte ich nicht,weil es mich unglaublich traurig macht und anstrengt.
    Alles GUTE
    Barbara

  • Liebe Barbara,du hast vollkommen Recht,mir graut auch vor Weihnachten.Habe noch keinen Plan,hoffe,dass meine Kinder mit den Enkeln kommen und dadurch alles freundlicher wird.Wir haben das gleiche Schicksal, ich freue mich immer,von dir zu hören.Bleib auch du tapfer.Bis bald Rosina

  • An Barbara und Rosina:


    Das Grauen vor Weihnachten kenne ich nur allzu gut! Bei mir gehört es aber der Vergangenheit an; ich habe es viel zu lange mitgemacht. Und mich bewußt entschieden, daß es für den Rest meines Lebens anders (= besser!) werden und sein soll. Insofern freue ich mich darauf, weil ich mich wieder mal verkrümeln werde.


    Barbara: für mein Empfinden sind Sie viel zu rational in Ihren Gesprächen mit der Mutter. Dazu finden Sie an anderen Stellen hier im Forum entsprechendes. Aus meiner Erfahrung kann ich Ihnen nur DRINGEND empfehlen, Ihren Kommunikationsstil zu ändern. Bei MEINER Mutter funktioniert der Verstand auch nicht mehr, aber ich komme sehr gut auf eine liebevolle, freundliche und humorvolle Art an sie heran. Versuchen Sie DAS doch auch mal!


    Rosina: Auch Sie kann ich mehr als gut verstehen. Wie es scheint, haben Sie ja eine ganze Reihe Leute um sich herum, die Sie unterstützend einbeziehen könnten (Bruder, Kinder, Ehemann?, ...).


    Machen Sie doch einen Familienrat und schmieden Sie gemeinsame Pläne. Ergebnisse SCHRIFTLICH festhalten, vor allem, wenn es darum geht, wer wann was zu machen hat!!


    Ich fürchte, daß auch Sie keine "gute" Lösung finden werden, wie vermutlich wir alle anderen auch. Aber hoffentlich eine, mit der Sie sich arrangieren können.


    Bitte machen Sie sich zum Thema Heimaufenthalt ganz konkret vorher schlau über die zu erwartenden Kosten und Ihre Zuzahlungspflichten. Nicht, daß Sie irgendwann die Eltern im Heim haben und sich entspannt zurücklehnen, nur um dann festzustellen, daß die Bezahlerei nicht funktioniert und Sie sich nun nicht mehr emtotional, sondern finanziell ruinieren. Was dann auch wieder und zusätzlich noch zum emotionalen Ruin führt.

  • Hallo,Angehöriger,Sie verkrümeln sich,aber was machen Sie Weihnachten mit Ihrer Mutter? ICH WÜRDE MICH AUCH GERNE VERKRÜMELN.Ich kann es meinen Eltern nicht antun,sie über Weihnachten alleine zu lassen.Meine Söhne sind mir wirklich auch eine große Hilfe ,ich kann sie jederzeit kontaktieren und mein Leid loswerden,sie geben mir immer gute Ratschläge und sorgen sich sehr um mich und meinen Gemütszustand.Sie wohnen aber jetzt in den alten Bundesländern,wir sehen uns nur selten.500 km Entfernung,da kann man meist nur telefonisch helfen.Zum Weihnachtsfest kommen sie aber gerne nach Hause und dann helfen sie mir.Sie sind auch der Überzeugung ,dass eine Heimeinweisung nicht mehr lange zu vermeiden ist.Mit dem Geld,das wird natürlich spannend.Muss ich erst regergieren. Nun wünsche ich Ihnen einen schönen Urlaub,berichten Sie uns darüber,dann freuen wir uns auch.Viele Grüße Rosina

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