Zwei pflegebedürftige Menschen

  • Liebe Rosina,
    Musste heute an Dich denken☺
    Bin gerade auch wieder mit meinen Nerven am Ende und weiß einfach nicht,wie es weitergehen soll.
    Der Nachbar meiner Mutter rief mich heute an und erzählte mir,daß meine Mutter gestern Na bei ihm geklingelt hat und Tabletten von ihm wollte,da ich ihr angeblich keine gebe?????
    Ich habe gar keine,da der Pflegedienst (zum Glück )dies übernommen hat.
    Am Na wollte ich bei meinen Eltern frische Bettwäsche aufziehen.
    Innerlich brodelte es in mir wegen der Geschichte, die sie dem Nachbarn erzählt hat.
    Also fragte ich sie,warum sie Axel erzählen würde, daß ich ihr keine Medikamente geben würde.
    Sie hat dann rumgelogen. .......
    Ich habe ihr nochmalig erklärt, daß ich keine Medikamente mehr habe und diese alle der Pflegedienst hat.
    Sie begreift es einfach nicht.
    Dann habe ich meinem Vater gesagt,warum er das gestrige Vorhaben meiner Mutter nicht unterbunden hat.
    Dann ist meine Mutter so aggressiv geworden und wollte nach mir schlagen.
    Ich bin zur Tür raus und heimgefahren.
    Ich halte das nicht mehr aus.
    Ist es Zeit fürs Heim oder soll ich erst warten,bis sie sich das erste mal in die Hose scheißt und die Feuerwehr da War, wegen eines angelassenen Herdes? ???
    LG
    Barbara

  • Hallo Sonnenbluemchen,
    Ist das nicht schrecklich? ?
    Meine sanftmütige harmoniebeduerftige Mutter-ich kenne sie nicht wieder.
    Was für eine grauenvolle Krankheit!!!!!
    Vielleicht sollte ich das Baden auch an den Pflegedienst abgeben - aber dann nagt das schlechte Gewissen wieder an mir,ob das richtig ist.
    Ich bin halt so ausgerastet, weil ich nicht möchte, daß im Dorf irgendwas erzählt wird,was sie in die Welt setzt,was aber nicht stimmt.
    Die meisten denken ja,Demenz ist nur Vergessen-von wegen,die psychischen Veränderungen -das ist das Gravierendste überhaupt.
    Aber wer das noch nicht erlebt hat,hat keine Vorstellung davon!!
    Drücke Dich auch
    Frohe Weihnachten
    Barbara
    P.S. So schrecklich es klingen mag-Liebe empfinde ich für meine Mutter keine mehr
    Seit heute ist so viel in mir zerbrochen ......

  • Guten Abend Barbara,


    vielleicht teilen Sie uns noch mit, ob Sie sich nur mal den Kummer von der Seele schreiben oder ERNSTHAFT etwas verbessern wollen. Denn Ansatzpunkte für letzteres sehe ich genügend.

  • Hallo, in die Runde,ich schreibe euch wirklich,um meinen Kummer loszuwerden,vielen kann man ja nicht erzählen,was einen bewegt,die einen sagen,das kannst du nicht leisten,die anderen sagen,das musst du jetzt tun,sie haben immer alles für dich getan,schon hat man ein schlechtes Gewissen. Das Gewissen ist schon ein Problem,wenn dir alles über den Kopf wächst,du aber nicht nein sagen kannst,oder wenn die Eltern dich gut manipulieren können.Und weil manche Menschen so sind,lassen sie sich gut manipulieren und ich bin ein solcher Mensch.Deshalb hilft es mir,mich anderen mitzuteilen,ich weiß auch,dass sich manche Zustände einfach nicht so schnell ändern lassen,auch wenn man möchte.Alle Vorschläge von Ihnen,Angehöriger,sind schon gut durchdacht,auch hilfreich,aber in meiner Situation so schnell nicht durchführbar.Wenn ich alles so regergiere,haben Sie ja auch lange gekämpft,bei Schwiegervater,Vater und auch Mutter.Und ich glaube auch nicht,dass Sie das alles so kalt lässt ,wie Sie es schreiben.Ich glaube,dass Sie sich auch viele Gedanken machen,wer würde schon Unterkünfte bauen wollen usw.Ja,die richtigen Lösungen zu finden,ist für jeden anders und schwierig,aber man erfährt hier,wie es andere gemacht haben oder machen würden und das hilft schon.Ich danke allen,die mir geantwortet haben,alle haben mir gut weitergeholfen,ich wünsche allen ein gutes Weihnachtsfest und dass das nächste Jahr ein besseres wird.Schöne Weihnachtszeit Rosina

  • Hallo Rosina,


    dann versuche ich Ihnen mal etwas von Ihrem Kummer abzunehmen; ich bin nämlich Kummer gewöhnt und habe derzeit eine einigermaßen entspannte Phase :-).


    Verreist bin ich übrigens noch nicht für über Weihnachten, hoffe aber, jetzt zum Wochenende wegzukommen. Am liebsten würde ich nach Griechenland fahren oder Südspanien, das ist mir aber für anderthalb bis zwei Wochen zu viel Kilometerschrubberei, deshalb peile ich die Cote d'azur an (Nizza, Cannes usw.). Mal schauen, ob ich da ins Meer komme ohne zu erfrieren :-).


    Ja, meine Mutter überlasse ich wie auch sonst den Betreuungsdamen und werde mich natürlich telefonisch bei ihr melden. Sie vergißt ohnehin von jetzt auf gleich, wer wann wie oft bei ihr war und das "gute Gefühl" des um-sie-Kümmerns kann ich ihr auch telefonisch geben.


    Sie schreiben, daß mich all das Erlebte wohl doch nicht so kalt lassen würde wie es scheint. Das ist absolut richtig; mich läßt das überhaupt nicht kalt, aber ich habe viele Jahrzehnte des Niedergangs hinter mir (Großeltern, Tanten und Onkel, Schwiegervater, mein Vater bis ins 93. Lebensjahr, und nun noch meine Mutter, die auch noch locker zehn Jahre durchhalten kann). Und diese Jahrzehnte haben ihre Spuren hinterlassen und ich habe weder die Nerven noch die Energie, mir mehr als das aktuell Geleistete anzutun. Zumal ich, wie ich schon vielfach geschrieben habe, zum Wohle meiner Eltern lange GEGEN sie agieren mußte und das zehrt auch erheblich an den Nerven. Wir sind auch nie "auf einer Wellenlänge" geschwommen, so daß für mich Weihnachten immer nur eine ausgesprochen unerfreuliche Pflichtveranstaltung war. Und bevor ich ins Gras beiße, erlaube ich mir nun, endlich mein eigenes Leben zu gestalten (in dem bescheidenen Rahmen, den die äußeren Notwendigkeiten eben zulassen). Schließlich habe ich schon genügend Bekannte verteilt auf diversen Friedhöfen liegen und möchte die Restzeit, die mir noch bleibt, anders nutzen als immer nur funktionieren zu müssen. Mir hilft die Vorstellung, mich zu fragen, ob ich mit dem Bisherigen zufrieden wäre, wenn ich eine Diagnose bekäme, die mir nur noch wenig Restlebenszeit bescherte. Da die Antwort eindeutig "nein" lautet, gehe ich seit geraumer Zeit die Dinge anders an als früher in meinem Leben. Mein Status ist ja jetzt auch ein anderer: früher habe ich mir etwas aufgebaut, und jetzt möchte ich davon zehren. Also die Früchte ernten, die als Resultat meiner Saat inzwischen wachsen. Sie schreiben ja auch, daß Sie sich von Ihrem Rentnerinnendasein etwas anderes erhoffen als den Dauerärger mit Ihren Eltern. Kann ich gut verstehen, und ich mache das schlicht und ergreifend nicht mehr mit.


    Was Sie über das Geschwätz "der anderen" schreiben, kennt wahrscheinlich jede(r). Interessieren sollte Sie aber nur die Meinung der Ihnen nahestenden Menschen, die Ihnen wirklich etwas bedeuten. Und die kommen, wenn ich das richtig gelesen habe, an Weihnachten zu Ihnen.


    Mir hat ein Bekannter, der in seinem allmählich zu Ende gehenden Leben sehr, sehr viel bewegt und erlebt hat, mit folgendem Spruch weitergeholfen:


    "Dann ist das halt so!"


    Zunächst habe ich mich gefragt, was das denn soll, bzw. habe ich mir gedacht, nein, das geht doch nicht, es muß doch ......
    Aber wenn man ruhig und nüchtern überlegt, was für Alternativen sich bieten und wenn man weiß, daß man in angemessenem Umfang etwas getan, sich aber schlußendlich herausstellt, daß es doch nicht genügt hat, "dann ist das halt so"! Entweder läßt man sich davon unterkriegen, daß man im Grunde genommen nie genug tut (und das ist bei Dementen so) oder aber man wird sich klar darüber, daß mehr als sein Bestes zu geben nicht drin ist und dann nimmt man eben in Kauf, wenn etwas nicht perfekt läuft. Dafür hat man aber noch einen gewissen Freiraum für sich selber und darf noch ein eigenes Leben führen.



    Also, trotz allem: Frohes Fest! Machen Sie es für sich erträglich; es sind weniger die äußeren Umstände als Ihre eigene Einstellung, die für Ihr seelisches Wohl entscheidend sind.

  • Hallo Angehöriger und alle anderen,


    Vor allem Angehöriger spricht mir wieder einmal aus der Seele.
    Ich habe kürzlich den Satz gehört: Es darf mir selbst gutgehn, auch wenn es meinem pflegedürftigen Angehörigen schlecht geht!...so und das verinnerliche ich mir derzeit....
    ich werde in wenigen Tagen 65 Jahre alt und etliche Menschen in meinem Freundeskreis liegen ebenfalls schon auf diverse Friedhöfe verteilt....
    Ich frage mich oft: wenn ich morgen sterben würde und das wüßte, was würde ich dann heute noch sehr gerne machen wollen...und schon ergeben sich sehr schnell Antworten, was mir wichtig ist.....und auch was weg kann.


    Damit Sie lieber Angehöriger auch im Winter das Meer entspannt genießen können, empfehle ich als ehemalige Taucherin einen Neoprenanzug mitzunehmen oder sich anzuschaffen....ich schwimme heute noch damit herum :-)....Flossen sind dann auch zweckmäßig...und es ist genial zu jeder Jahreszeit im Wasser sein zu können.


    Gelernt habe ich inzwischen auch, dass man es den Aussenstehenden und ferneren Verwandten sowieso nie recht machen kann, und zwar egal , was man macht...also ist es auch egal...was man macht ;)


    Weihnachten war ich in der Vergangenheit fast nie bei meinen Eltern....ich werde dieses Jahr allerdings einen kurzen Besuch bei meiner Mutter im Heim machen und auch bei meinem Vater, der noch zu Hause lebt....aber wirklich nur kurz.


    Das Gefühl geben, dass sich jemand kümmert, ja...das versuch ich auch zu geben..auch wenn es immer gleich wieder vergessen wird...es ist halt nie genug bei Demenz...das muß man sich vor Augen halten...und ich habe lange gebraucht, das zu überhaupt zu erkennen.


    Im Moment bin ich in einer Phase, wo ich Kräfte sammele für mich...also um alles Erlebte zu verarbeiten....und viel mehr auf mich zu achten....und wohl wissend, dass es stetig schlechter wird mit der Demenz der Eltern.....auch Kräfte zu sammeln für das nächste Jahr.....


    und es tut auch mir gut, hier im Forum ab und zu mir einfach einmal Frust und Sorgen von der Seele schreiben zu können....


    und für die Hilfe und Anregungen und das Verständnis, das ich hier bekommen habe, bin ich allen sehr dankbar.


    In diesem Sinne...allen weiterhin viel Gelassenheit und Mut und Kraft


    liebe Grüße

  • Hallo Hanna,hallo Angehöriger,ich habe eure Texte eindringlich gelesen und ihr habt beide sehr kluge Worte geschrieben.Man sollte sich das ...dann ist es eben so... wirklich einrahmen und übers Bett hängen,oder auch von Hanne...Ich darf auch glücklich sein ,wenn es anderen schlecht geht...
    Manchmal helfen schon so ein paar Worte weiter.Ja , man muss die richtige Einstellung dazu finden, ich werde das auch noch schaffen.Ich habe mir fest vorgenommen,meine alten Hobbys wieder aufleben zu lassen,war auch immer sportlich,bin Ski gefahren habe Tennis gespielt und auch Gitarre .Alles muss ich wieder aktivieren,um wieder Freude zu haben.Ich liebe auch das Meer,gehe auch Schnorcheln,im nächsten Jahr wird alles anders,ich nehme es mir vor,mich nicht unterkriegen zu lassen.Hallo,Angehöriger,ich wünsche einen schönen Urlaub,Neoprenanzug und los geht's.Frohe Weihnachten Rosina

  • Hallo Sonnenbluemchen,
    Was für weise Worte!!
    Ich bin absolut auch Deiner Meinung.
    Welchem Angehörigen geht es denn gut,wenn es den Eltern schlecht geht?
    Also mir nicht! !!!
    Wie soll ich denn mit Freude in Urlaub fahren und mich entspannen, wenn ich genau weiß, was mich anschließend wieder erwartet?
    Das Verhältnis Mutter -Tochter ist eben ein ganz besonderes, das können Söhne, die sowieso kein gutes Verhältnis zu den Eltern hatten,nicht verstehen.
    Meine Muter ist schwerkrank und ich kann ihr nicht helfen.
    Ich leide so sehr mit-das kann sich niemand vorstellen.
    Ich wünsche Dir Frohe Weihnachten und Alles Gute und Kraft für 2020.
    LG
    Barbara

  • Guten Tag die Damen,


    allen vielen Dank für die Rückmeldungen und die guten Wünsche!


    Meine Botschaft scheint bei allen angekommen zu sein, allerdings mit entgegengesetzten Reaktionen.
    Bei Hanne und Rosina habe ich den Eindruck, daß sie/Sie es für sich erträglicher gestalten wollen und werden; bei Sonnenblümchen und Barbara ist der Kampf mit dem inneren Schweinehund in vollem Gange.


    Daher noch ein paar Erläuterungen: auch ich fahre nicht "sorgenfrei in Urlaub", wie Sie schreiben, sondern ich nehme einen Standortwechsel vor und fahre an Orte, die mir vom Umfeld her besser tun als mein Zuhause. Aber Urlaub bedeutet für mich Entspannung, Abschalten, und das hatte ich im erwünschten Umfang schon ewig nicht mehr. Ich habe immer das Telefon dabei und den PC mit Internetverbindung, um von wo auch immer ich bin dafür zu sorgen, daß zu Hause alles läuft und funktioniert. Ich habe schließlich noch weit mehr am laufen zu halten als "nur" den Haushalt meiner Mutter. Insofern schalte ich auch im Ausland nicht so ab und erhole mich bei weitem nicht so, wie ich es mir wünsche, aber immerhin komme ich an schöne Orte und erlebe Abwechslung. Urlaub wäre, mich ohne Telefon und PC und ohne die Notwendigkeit der ständigen Erreichbarkeit ins Nirvana absetzen zu können, wenigstens für zwei, drei Wochen. Das wäre wie acht bis neun Stunden am Stück durchzuschlafen anstatt immer nur für ein paar Stunden einzunicken und dann vom Säugling geweckt zu werden.


    Zusammenfassung: auch ich schaffe es nicht, abzuschalten und mich richtig zu erholen, ABER ich schaffe es, das ganze für mich erträglicher zu gestalten und dabei meine Mutter einigermaßen bei Laune zu halten. Jedenfalls phasenweise; rund um die Uhr gelingt das wohl niemand. UND ich habe, wie woanders schon geschrieben, ein besseres Verhältnis zu meiner Mutter als je zuvor. Das ist doch schon mal ein Erfolg!


    Also, Sonnenblümchen, Verantwortung trage ich auch, und Entscheidungen muß ich auch viele treffen bzw. als Ansprechpartner in vielen Fällen erreichbar sein. Aber ich muß NICHT jeden Handgriff selber erledigen und mir permanent und jeden Tag die Tiefschläge daheim einstecken. Wenn Sie schreiben, daß es nun Ihrer Mutter gut und Ihnen selber schlecht geht, ist das doch eine Bestätigung für meine Herangehensweise. Und wenn Barbara schreibt, sie als Tochter könne ihrer schwer kranken Mutter nicht helfen, ist auch das Anlaß für sie/Sie, sich selber mehr zurückzunehmen. Zu Ihrem eigenen Wohl!


    Die Aussage, daß Söhne den Müttern weniger nahe stehen als Töchter, will ich weder bestätigen noch dementieren. Ich glaube, daß es auch dabei auf den Einzelfall ankommt.


    Letztlich sollten auch Sie sich fragen, ob Sie glauben, daß Ihren Eltern damit geholfen ist, wenn Sie als Töchter sich kaputt machen und nach dem elterlichen Ableben Psychowracks sind, die bis an ihr Lebensende keinen guten Tag mehr haben werden.
    So, wie wir alle hier vom Recht auf Verwahrlosung gelesen haben, steht es auch Ihnen frei, sich Ihr Leben in die eine oder andere Richtung zu gestalten. Dabei wünsche ich Ihnen, daß Sie den Weg wählen, der Ihnen persönlich besser tut!

  • Guten Abend Sonnenblümchen,


    das mag ja sein, aber ist Ihre Reaktion so unvorhersehbar und überraschend?


    Wenn Sie uns überraschen möchten, dann schreiben Sie doch mal etwas wirklich gut Durchdachtes, was Ihnen einen Ausweg aus Ihrer Lage ermöglicht.


    ODER, und auch das wäre ok, schreiben Sie, daß Sie gar nichts ändern, sondern sich hier nur "auskotzen" wollen. Auch das ist legitim und wir wissen, woran wir mit Ihnen sind.

  • Guten Abend in die Runde,
    um etwas "Beruhigung" in die Diskussion zu bringen, möchte ich sagen, dass ich nicht "die Puppen tanzen lasse", wie man so schön sagt, um mich gut zu fühlen. Ich möchte nur auch einmal schöne und angenehme Momente und auch Stunden genießen können und von meinem Status als Angehörige von 2 demenzkranken Eltern gedanklich herunterkommen.....ganz abschalten kann auch ich nicht. Aber es geht meinen Eltern nicht besser, wenn ich mich völlig aufreibe etc.
    Ich respektiere es, wenn jeder für sich einen anderen Lösungsweg sucht. Es gibt viele Wege mit den jeweiligen Konsequenzen, die man dann auch tragen muß.
    Viele Grüße an alle hier

  • Hallo in die Runde,ich verstehe diese Aufregung überhaupt nicht,um was geht es eigentlich,dass man gleich so reagiert?
    Wir die,hier schreiben,sind doch alle von früh bis abends eingespannt,helfen unseren dementen Angehörigen,leiden mit diesen und und stoßen an unsere physischen und psychischen Grenzen,weil wir den Schmerz kaum noch ertragen können,wir sehen unsere Eltern leiden und das ist schwer,und wir werden traurig dabei,denn Zeit für uns selbst bleibt eben nicht.Man muss aufpassen, dass man nicht selbst bei der Pflege depressiv wird.Und das sollte nicht passieren.Deshalb sollte man auch etwas für sich tun,ich kann auch nicht in den Urlaub fahren,weil alles gemeistert werden muss.Angehöriger hat doch nur darauf aufmerksam gemacht,dass wir uns nicht ganz aufgeben ,er hat doch auch Angehörige gepflegt über lange Zeit, er hat jetzt halt wieder etwas mehr Zeit für sich,gönnen wir ihm das doch.Letztendlich muss jeder seinen Weg finden.Man sollte nicht so agressiv reagieren,sonst wird ein Erfahrungsaustausch nicht möglich.

  • Vielen Dank, Hanne und Rosina! Vor allem Rosina bringt es auf den Punkt; dem ist nichts hinzuzufügen.


    Für alle, die sich nun wundern, worüber wir hier schreiben: Sonnenblümhen hat wieder einmal ihre sämtlichen Beiträge gelöscht, auf die wir uns beziehen. Daher ist für niemanden nachträglich nachvollziehbar, worum es hier ging.


    Auch wenn die Moderator(inn)en dieses Forums ein solches Vorgehen ausdrücklich befürworten, bin ich dennoch denen dankbar, die zu dem stehen, was sie geschrieben haben, und es STEHEN LASSEN!


    P.S. : Hanne, Sie haben ja nun bald Ihren 65. Geburtstag, auch wenn ich den Tag nicht weiß; HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH dazu!

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte User,


    es bleibt Ihnen selbstverständlich überlassen, Beiträge auch wieder zu löschen. Insbesondere hinsichtlich der privaten Informationen, die enthalten sein können und im Hinblick auf die individuelle Belastungssituation.


    Um die Behauptung von "Angehöriger" zu korrigieren: es geht dabei nicht darum, ob das Löschen von Beiträgen seitens der Moderation befürwortet wird.


    Siehe hier: https://www.wegweiser-demenz.d…tx_mmforum_pi1%5Bfid%5D=3



    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

  • Guten Tag Herr Gust,


    wenn es so wäre, wie Sie schreiben, daß private Informationen enthalten sein können und im Hinblick auf die individuelle Belastungssituation das Bedürfnis besteht, vereinzelte Textpassagen zurückzunehmen, wäre das ok.


    In diesem konkreten Fall ist das Problem aber das generelle Kommunikationsverhalten:
    - keine sachlichen, sondern nur emotionale Beiträge;
    - die Unfähigkeit, Schilderungen/Empfehlungen/Hinweise genau als solches zu verstehen und NICHT als Angriffe auf die Person selber;
    - Rückzug aus der Kommunikation, sobald vermeintliche Kritik erfolgt
    - permanentes Löschen umfangreicher Textpassagen, so daß kein Zusammenhang mit den Beiträgen anderer Teilnehmer(innen) mehr verständlich ist.


    Mit solchen Menschen kann kein Dialog erfolgen und Ihre "Ratgeber"-Plattform hier (so wird sie ja von offizieller Seite bezeichnet) sollte den Austausch der verschiedenen Charaktere und dabei eben auch das Geben von Ratschlägen/Empfehlungen ermöglichen.


    Ansonsten wäre vielleicht die Einführung von Unterrubriken eine Idee:


    Einerseits für diejenigen, die sich lediglich mitteilen möchten und andererseits für diejenigen, die ernsthaft Veränderungen/Verbesserungen anstreben.

  • Hallo in die Runde,
    ersteinmal vielen Dank an Angehörigen für die Geburtstagsglückwünsche :)


    Wegen der Diskussionskultur: es ist immer schwierig :-).....manchmal kommt dann noch eine Gruppendynamik dazu etc......wir sollten alle den anderen gegenüber etwas gelassener sein.


    Insgesamt ist dieses Forum für mich sehr wertvoll.


    Eine schöne Festtagszeit und ein zuversichtliches neues Jahr wünsche ich allen hier.

  • Oh Leute, ist das Leben denn nicht schon mit den Problemen bzgl. Pflege usw schwer genug, dass man sich hier noch zanken muss? Das ist sehr schade, denn letztendlich teilen wir doch alle das gleiche Schicksal, auch wenn jeder anders damit umgeht. Sich selbst bei all dem nicht zu vergessen, ist immer einfacher gesagt, wie umgesetzt.


    Ich finde es auch nicht schön, wenn ganze Beiträge gelöscht werden. In einem Forum, in dem es um Erfahrungsaustausch geht, macht das irgendwie keinen Sinn. So wie sich die Beiträge dann lesen, so ähnlich müssen sich unsere Angehörigen fühlen, wenn der Faden ganz verloren geht, alles aus dem Zusammenhang gerissen und sinnlos erscheint...


    Und wenn man sich mit seinem Beitrag einfach mal den Frust von der Seele schreiben muss, weil man nicht den ganzen Tag schreiend durch die Gegend laufen kann, finde ich, dass solche Beiträge auch ein Recht auf ihr Dasein haben.


    Wenn man sich privat untereinander austauschen möchte, kann man das über email&co machen.


    Andererseits steht es hier im Forum auch keinem zu, andere zu belehren oder gar zu beleidigen. Keiner kann sich in die Situation des anderen versetzen, selbst wenn man sich privat kennen würde, steht niemandem das Recht zu, über einen anderen zu urteilen. Es geht hier auch nicht darum, dass einer den anderen zu irgendeiner Denkweise bekehrt. Sicher kann man seine Sicht der Dinge darlegen, aber dies ohne Abwertung von anderen Personen. Und man muss ja auch nicht zu allem seinen Senf dazugeben.


    Ich wünsche allen genügend Gelassenheit, um über letztendlich unwichtige Dinge hinwegzusehen und viel Kraft, um das noch kommende zu bewerkstelligen.

  • ... weil wir hier schon mal bei einer Grundsatzdiskussion sind, verspüre ich auch das Bedürfnis, mich äußern zu dürfen.


    Wegen des Löschens von Passagen: Ja, es macht das Lesen mühsam. Hier weiß ich beispielsweise nicht, wie sich die Diskussion entwickelt hat, weil ich ein paar Tage nicht ins Forum geschaut habe. Und es fehlt bei einigen Beiträgen dann der rote Faden und sie sind unnutzbar. Da ja nur eigene Antworten, aber nicht ganze Threads gelöscht werden können, bleiben nur Fragmente übrig, die unverständlich sind.
    Aber, und dazu stehe ich offen und ehrlich, auch ich habe schon einige meiner früheren Beiträge gelöscht. Aus dem Grund, dass mit dem zeitlichen Abstand ich der Meinung war, dass ich da einige zu private Dinge preisgegeben habe, bzw. ich in meiner "heutigen Version" (also älter, vielleicht ein bisschen erfahrener) das heute so nicht mehr schreiben oder verfassen würde. Und ich finde es gut, dass dieses Recht jedem hier zusteht.


    Meine Vorstellung von einem hilfreichen Forum ist, dass man sich austauschen kann und auf Gleichgesinnte trifft. Und da ist es völlig natürlich, dass man in so einer Umgebung auf eher emotionale, gefühlsbetonte Menschen trifft, und dann eher auf rationale, vorwiegend auf Sachebene argumentierende bzw. lösungsorientierte. Oder eben eine Mischkulanz davon.
    Ich denke, dass Beiträge, in denen man sich einfach mal seinen Frust von der Seele schreibt genau so ihre Daseinsberechtigung haben, wie rationale Lösungssuchen.


    Was für mich, egal welche Beiträge es betrifft, NICHT okay ist, ist, wenn hier ge- und bewertet , belehrt und das Bedürfnis für Rechtfertigung geweckt, kurz, "geschmulmeistert" wird. Dann ist nämlich der sämtliche positive Effekt dieses Forums dahin.
    Wenn ich, sobald ich einen Post hier reinstelle, Angst haben muss vor der Reaktion anderer, weil ich mich möglicherweise rechtfertigen muss (oder harsche Reaktionen dieses Bedürfnis wecken), wenn ich ein ungutes Gefühl habe, dass alle meine Aussagen wiederholt zerpflückt, bewertet, und kritisiert werden, dann ist es für mich sinnlos.


    Nicht falsch verstehen: Kritik ist ein sehr nützliches Werkzeug und, in richtigen Dosen und dem richtigen Ton (auch wenn wir hier schriftlich kommunizieren)
    oft genau das, was man braucht und einen weiterbringt. Aber auf das WIE und die Dosis kommt es an.


    Ich denke, wir alle können ein wenig zwischen den Zeilen lesen, geht es dem Verfasser eines Post jetzt darum, sich seinen Frust und Kummer von der Seele zu schreiben, einfach jemanden zu finden, der einem Solidarität und das Gefühl des Verstandenwerdens vermittelt, oder werden hier tatsächlich rationale Lösungen gesucht? Oder eben eine Mischkulanz? Jeder tickt anders, jeder bezweckt etwas anderes und alle Formen davon sind okay.
    Man muss nicht auf jeden Post zwingend antworten, bzw. wenn man es tut, und man merkt, dass die Chemie mit der Person auf der anderen Seite nicht stimmt, bzw. das eben die Antwort nicht das ist, was der anderen Person mit ihren Bedürfnissen gerade hilft, dann kann man das so hinnehmen und sich nicht mehr am Thread beteiligen.


    Auch ich lese hier manchmal Posts und Antworten, die für mich absolut unverständlich sind, weil ich, aus meiner höchstpersönlichen Lage und Situation heraus, mit darin getätigten Aussagen überhaupt nicht konform gehe. Ich finde es aus durchaus okay, wenn darauf Kritik angebracht wird. Definitiv übertrieben und überzogen finde ich aber, wenn ich merke, dass die Kritik nicht ankommt, weil das Gegenüber anders
    tickt/kommuniziert/einfach damit nichts anfangen kann und einfach stur weiter die Linie gefahren, abgekanzelt, "doziert" und bewertet wird, bzw. Beiträge verfasst werden, in denen dann andere, an dem Thread gar nicht aktiv beteiligte Forumsteilnehmer als Negativbeispiel herangezogen oder deren Situation bzw. Vorgangsweise in der (trotz aller Anonymität) privaten häuslichen Situation dort bewertet werden.
    Und dabei spielt es absolut keine Rolle, ob die Verfasser und Beiträge vermeintlich "sachlich" oder "emotional" sind - es tut weh und überschreitet Grenzen.


    Innerhalb gar nicht so langer Zeit erlebe ich nun schon zum zweiten Mal hier mit, wie Forumsteilnehmer ankündigen aus dem Forum ausscheiden zu wollen, weil Meinungsverschiedenheiten so derart entgleisen, bzw. andere Mitglieder als so dominant empfunden werden, dass sich die Betroffenen persönlich angegriffen fühlen, bzw. Angst haben, weitere Beiträge zu schreiben, weil sie bewertet werden.
    Das stimmt mich sehr nachdenklich und auch traurig - weil das den ursprünglichen Sinn und den kollegialen Charakter des Forums herabwürdigt.


    Ich frage mich, was genau den Punkt definiert, an dem höfliche und hilfreiche Kritik aufhört und das Aufdrängen des eigenen Standpunkts anfängt. Denn diesen Punkt zu finden und ihn nicht zu überschreiten scheint scheinbar die benötigte Kunst hier zu sein.


    Ich wünsche euch allen einen schönen Advent und dass ihr Weihnachten - wie auch immer es bei euch abläuft - so verbringen könnt, dass ihr schöne Momente und Lichtblicke habt.

  • Liebes Sonnenblümchen,ich würde mir auch wünschen,sie würden Ihre Entscheidung noch einmal überdenken,manchmal liegen die Nerven blank ,schnell ist ein Wort gesagt,was man nicht so gemeint t hat,ich wünsche ein frohes Fest vielleicht schreibt man sich auch mal wieder.Alles Gute für Sie.
    Gruß Rosine



    Hallo,Henne,ich gratuliere auch zum Geburtstag, viel Gesundheit und viel Kraft für die kommende Zeit.Rosina

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