Aggressives, lautes Verhalten

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  • Hallo in die Runde,
    ich habe schon viel über aggressives Verhalten Dementer gelesen und immer wieder liest man den Rat, man solle das Verhalten ignorieren und nicht persönlich nehmen. In vielen Fällen funktioniert das auch, beispielsweise lässt mein Vater meiner dementen Mutter inzwischen ihren Willen, wenn sie nach dem Spaziergang ihre Winterjacke und Winterstiefel anlassen will und versucht sie nicht mehr zu überreden, die Sachen auszuziehen, da sie sich dann gegängelt fühlt. Sie könne ihre Entscheidungen selbst treffen sagt sie dann und man müsse ihr nicht sagen was sie tun soll. Das Problem löst sich dann meist von selbst, wenn sie nach zwei Stunden unheimlich schwitzt und mein Vater ihr dann sagt, es liegt an ihrer Jacke und ihren Stiefeln. Dann zieht sie es dann doch freiwillig aus (noch).
    Nun gibt es aber momentan eine Situation, die doch nicht so einfach zu ignorieren ist. Wenn mein Vater mit meiner Mutter beispielweise eine Nachrichtensendung im Fernsehen schaut, beginnt sie lauthals zu schimpfen "Die sind doch alle blöde! So ein Mist was die erzählen! Die verkaufen uns doch für dumm!" usw.usf. Dies macht sie so laut, dass mein Vater befürchtet, die Nachbarn könnten sich irgendwann gestört fühlen (sie wohnen in einer Mietwohnung). Ich habe mir vorgenommen, heute bei den Nachbarn zu klingeln und das Problem zu erklären, nur was mache ich, wenn sie kein Verständnis haben (die darüber wohnenden haben ein kleines Kind). Wie kann man die Situation einfangen, kann man etwas gegen solche Verhaltensweisen tun?
    Danke schon im Voraus für hilfreiche Tipps!

  • Hallo Frida,
    dass Sie sich bei den Nachbarn melden ist sehr gut. Ich habe gerade bei den Leuten, wo ich es nicht gedacht habe, sehr viel Verständnis und Unterstützung bekommen.
    Bei meiner Mutter war fernsehen mit zunehmender Demenz sehr schwierig. Ich habe es dann ganz eingestellt. Bei Ihnen wäre das aber eine starke Einschränkung für Ihren Vater, der ja am Leben noch teilnehmen will. Meine Mutter hat auch sehr oft über alle möglichen Dinge geschimpft, obwohl sie sonst sehr verträglich und liebevoll war. Den Kranken geht halt jede Selbstkontrolle verloren. Die Gefühle brechen ganz unmittelbar durch, nichts wird mehr vom Verstand reguliert. Sie können auch mal "Validierung" googeln im Zusammenhang mit "Demenz". Da gibt es auch gute Ratschläge. Ich wünsche Ihnen starke Nerven und alles Gute!

  • Ich war gestern bei den Nachbarn (dazu sei gesagt, dass diese vor einem knappen Jahr die Polizei in der Nacht gerufen hatten, weil meine Mutter damals noch nicht medikamentös eingestellt war und ein enorm aggressives Verhalten an den Tag gelegt hatte und auf meinen Vater los ging, das hatten sie gehört und sich natürlich Sorgen gemacht).
    Ich habe ihnen die neuerliche Situation erklärt und sie haben glücklicherweise verständnisvoll reagiert.
    Mein Vater war mir sehr dankbar, er hätte sich das Gespräch nicht getraut (alte Erziehung, "was sollen die Nachbarn sagen?").


    Die verlinkten Beiträge zum Thema Fernsehen im Allgemeinen habe ich mir durchgelesen. Es ist nicht so, dass meine Mutter den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzt. Wie Jutta schon schreibt, mein Vater hat ja auch noch ein Anrecht auf etwas normales Leben und möchte natürlich Nachrichten schauen und abends auch mal eine Musiksendung. Insofern ist es eine Fortführung des normalen Alltages vor der Demenzerkrankung und keine Notlösung, um meine Mutter "ruhig" zu stellen. Sie geht dreimal die Woche in eine Tagespflege und dort wird viel gemalt. Das macht sie gerne. Also haben wir ihr jetzt ein Kinderausmalbuch gekauft und damit kann man sie auch gut über eine lange Zeit beschäftigen, das bereitet ihr Freude. Aber so ein Tag ist natürlich lang und sich immer nur zu bemühen, sie zu beschäftigen damit sie nicht frustriert ist, ist anstrengend und mühsam, mein Vater ist 86! Insofern gibt ihm das Fernsehen auch mal eine Verschnaufpause, was nun zunehmend leider eben zu diesem Verhalten führt.
    Gestern haben wir gemeinsam eine Tiersendung über einen Hundetrainer geschaut, sie kommunizierte ununterbrochen mit dem Trainer, als ob sie sich ganz genau mit dem Thema auskennt und alles ganz genauso machen würde (dabei hat sie nie einen Hund besessen).
    In Zeiten, wo meine Mutter mal nicht beschäftigt ist/wird, poliert sie inzwischen mit Spucke und Hand stundenlang den Wohnzimmertisch. Das macht meinen Vater bei aller Geduld und allem Verständnis inzwischen wahnsinnig. Sie ist davon nicht abzubringen, ich habe ihr kürzlich gesagt, das was sie versucht wegzuwischen ist eine Maserung im Holz, das geht nicht wegzuwischen. Keine Chance, sie denkt das muss weg und wischt munter weiter.
    Es ist eben für uns alle eine riesen Herausforderung, mein Vater macht das alles so toll, ich bewundere ihn und ich unterstütze ihn wo ich nur kann. Aber als er mir gestern sagte, er müsse sich jeden Morgen "neu aufstellen" um den Tag zu meistern und geduldig mit ihr zu sein, das ging mir schon sehr nahe.

  • Ich verstehe Sie gut, Frida. Wenn Ihre Mutter nur dreimal die Woche in einer Tagespflege ist, dann bleibt dazwischen noch viel Zeit übrig. Was hat sie denn für eine Pflegestufe?
    Wäre vielleicht auch eine Seniorenbetreuerin für zu Hause möglich?
    Ich bin weiterhin für Demenzdörfer und das in jeder Stadt mehrfach, anstelle von Altenheimen. Die wenigsten Menschen können dauerhaft mit einem Demenzkranken zusammenleben, ohne selbst massiv an Substanz zu verlieren.
    Auch ihr Vater sollte gut auf sich hören und seine Ressourcen überdenken und gegebenenfalls, sich zusätzliche Hilfe nehmen, wenn die finanziellen Mittel das erlauben.

  • Meine Mutter hat Pflegegrad 4 und ist inzwischen im letzten Stadium der Demenzerkrankung. Ohne ständige 24h-Betreuung würde sie verhungern und verdursten. Sie verliert inzwischen die einfachsten Fähigkeiten, kürzlich ist sie 84 geworden, beim gemeinsam essen habe ich erstmals bemerkt, dass sie nicht mehr richtig mit Messer und Gabel umgehen kann. Ich erkläre mir ihre neuerlichen Aggressionen mit dem zunehmenden Verlust der Fähigkeiten, sie ist sicher frustriert darüber. Sie schimpft auch häufig vor sich hin "Lasst mich doch alle in Ruhe!" "Was wollt ihr denn eigentlich von mir?", "Ich habe doch gar nichts getan!"...
    Wir leben auf dem Land, dass sie nur dreimal die Woche in die Tagespflege geht, hängt mit Kapazitätsgründen zusammen, es ist schlichtweg an den anderen Tagen kein Platz dort. Überhaupt eine Tagespflegeeinrichtung zu finden, war schon eine Herausforderung. Es müsste in der Richtung noch viel, viel mehr passieren. Demenzdörfer wären wahrscheinlich wirklich ein guter Lösungsansatz.
    Ob es bei uns so etwas wie eine Seniorenbetreuerin gibt, weiß ich gar nicht, wie findet man das denn heraus?

  • Hallo FrideB,
    Seniorenbegleiter findet man u.a. bei der Deutschen Alzheimergesellschaft. Die Finanzierung übernimmt meines Wissens zumindet zum Teil die Pflegekasse. Ich sitze im selben Boot und habe ähnliche Verhaltensweisen bei meiner Mutter entdeckt. Sie hat zusätzlich noch eine Hinlauftendenz, die gerade eskaliert. Sie hält es inzwischen keine 10 Minuten in unserer Wohnung mehr aus. Auch sie isst nur noch mit der Gabel und sie erkennt mich nicht mehr.Ich habe morgen einen Termin bei meinem Hausarzt und wir müssen eine Lösung finden. Sehr schmerzlich .
    Viel Kraft.

  • Ist eine Hinlauftendenz etwas anderes als eine Weglauftendenz? Die war bei meiner Mutter auch extrem, seit sie Risperidon bekommt, hat sich das stark verbessert, die innerliche Unruhe hat sich gelegt. Trotzdem hat sie inzwischen wieder einen enormen Bewegungsdrang entwickelt, man sieht sich eben ständig neuen Herausforderungen gegenüber. Drei Wochen lang will sie gar nicht raus, dann wieder andauernd.

  • Hallo Andydreas,
    Wir haben uns ja auch schon öfter ausgetauscht.
    Nicht mehr erkannt werden von der eigenen Mutter - das ist wohl das Schlimmste,was passieren kann.
    Was für eine schreckliche Krankheit! !!!
    So weit ist es bei uns noch nicht,dafür habe ich viele andere Probleme mit meiner Mutter.
    Seit 30.10.gibt der Pflegedienst jetzt die Medikamente.
    Sie hat durch Ihren Vergiftungswahn selbständig verschiedene Tabletten aus meinen vorsortierten Dosett s herausgenommen.
    Konnte so nicht mehr weitergehen.
    Dann fragt sie mich,ob sie irgendwas verbrochen hätte, weil ich die Medizin nicht mehr für sie mache.
    Sie versteht es nicht mehr.
    Jetzt ist sie abhängig von Ihren Schlaftabletten, die ich Ihr noch vertrauensvoll selbst überlassen habe.
    Die schluckt sie aber jetzt auch am Tag??!!!!
    Das War heute ein Akt,ihr die Tabletten abzunehmen.
    Ich konnte das nicht mehr verantworten! !
    Versteht sie auch nicht - jetzt bin ich die böse, böse Tochter und sie versteht gar nichts.
    Ich fühle mich auch total ausgelaugt und kraftlos.
    Jeden Tag irgendwas anderes Unerfreuliches -
    Wolltest Du Deine Mutter nicht in ein Heim geben oder hast Du Dich doch dagegen entschieden?
    Ganz viel Kraft wünscht Dir
    Barbara

  • Meine Mutter erkennt mich oder meinen Vater phasenweise auch nicht.
    Heute erst las ich ein Zitat, die Antwort auf die Frage an eine Tochter, ob ihre demente Mutter noch wisse dass sie ihre Tochter ist....die Antwort war "Das ist nicht wichtig, wichtig ist, ich weiß dass sie meine Mutter ist." ... das hat mich sehr berührt.

  • Hallo Barbara und Frida,
    ja ich habe schon sehr viel probiert, aber nichts hat bisher funktioniert. Meine Mutter steht in3 Einrichtungen mt gesonderten Bereich für Demente auf der Warteliste. Das wird aber erst dann was, wenn sie Hilfe zulässt. Das tut sie aber nicht. Ich bin immer noch nicht bereit gegen ihren Willen vorzugehen, was eine richterliche Einweisung bedeuten würde. Morgen versuche ich mein Glück bei meinem neuen Hausarzt und hoffe auf entsprechende Medikamente. Habe da aber natürlich Bedenken. Heute hatte ich ein sehr ausführliches Gespräch mit dem hiesigen sozialpsychologischen Dienst des Landkreises. Die Dame war sehr nett und hilfsbereit konnte mir aber letztendlich auch nicht weiterhelfen. Auch sie meinte, dass die Zwangseinweisung irgendwann der letzte Schritt sein wird. Ich fange an darüber nachzudenken. Woran glauben sie zu erkennen, dass es sich bei ihrer Mutter um das letzte Stadium der Demenz handelt ? Meines Wissens ist Demenz doch nicht tödlich.

  • Ich glaube es nicht zu wissen, ich weiß es. Demenz wird in drei Stadien eingeteilt, leicht, mittelschwer, schwer. Meine Mutter ist inzwischen schwer dement. Da ich keine Vorsorgevollmacht hatte und meine Mutter letztes Jahr schwer aggressiv gegen meinen Vater vorging, habe ich per Eilverfahren eine Betreuung beantragt und diese inzwischen auch dauerhaft übertragen bekommen. Ich bin sozusagen ihre gesetzliche Betreuerin und könnte sogar über freiheitsentziehende Maßnahmen entscheiden, wenn ich müsste. Im Rahmen dieses Betreuungsverfahrens wurde sie erstens stationär eingewiesen und die Demenz diagnostiziert und medikamentös eingestellt und im weiteren Verfahren war ein Gutachten notwendig, welches eine dauerhafte Notwendigkeit der Betreuung bestätigt hat. Dabei wurde auf einer gerontopsychiatrischen Station gutachterlich bestätigt, dass meine Mutter inzwischen schwer dement ist, also sich im letzten Stadium befindet. Daran stirbt man nicht, aber an den Folgen irgendwann leider schon.
    Andydreas, ich kann Ihnen nur dringend empfehlen, diesen Weg auch zu gehen. Es macht einiges leichter und sie sind handlungsfähig im Notfall. Ich habe jetzt nicht im Forum nachgelesen, vielleicht haben sie es an anderer Stelle bereits ausführlich beschrieben, aber ist denn ihre Mutter komplett diagnostiziert und medikamentös eingestellt?

  • Hallo FridaB
    Du hast Recht
    Das Nervensterben teilt man in 3 Stadien ein.
    Man sagt so in etwa,daß jedes Stadium ca.3 Jahre dauert.
    Wie lange besteht die Demenz bei Deiner Mutter?
    Bei meiner Mutter sind die Gedaechtnisstoerungen das geringste. Aber aufgrund ihres katastrophalen körperlichen Zustands,könnte man meinen,sie befinde sich schon im letzten Stadium.
    Bei über 80 jährigen sagt man 2-5 Jahre bei der Lewykörper Demenz.
    LG Barbara

  • Hallo Frida,
    meine Mutter hat bisher alles verweigert und unser bisheriger Hausarzt hatte bisher jede weitere Untersuchung abgelehnt. Seine Begründung: Warum etwas untersuchen, was wir ohnehin wissen.
    Ich habe leider erst jetzt reagiert und den Arzt gewechselt. Der neue Hausarzt hat sofort eine Einweisung in die psychiatriche Abteilung des hiesigen Krankenhaus ausgestellt. Ich sollte jedoch vorher dort anrufen. Dort sagte man mir, dass eine Einweisung gegen den Willen meiner Mutter nicht möglich sei und ich den Weg über das Betreuungsgericht nehmen müsse. Das ist der aktuelle Stand.
    Geht denn die von Ihnen beantragte Betreuung über eine Vorsorgevollmacht hinaus ?
    Wo und wie haben Sie die beabtragt ?
    Ich habe heute einen neuen Termin beim neuen Hausarzt und bin mal gespann, ob er vielleicht eine Idee hat. Vielleicht kann man ja medikamentös noch was machen.
    Vielen Dank.

  • Hallo Andydreas,
    ich hoffe es ist okay, wenn ich ins Du übergehe.
    Ich kann Dich nur ermutigen, keine Scheu vor dem Schritt der Betreuungsvollmacht zu haben. Was im Rahmen der Betreuung alles in deinen Aufgabenbereich fällt, kannst Du bzw. der Richter selbst entscheiden. Dies kann über Vermögenssorge, Gesundheitssorge bis hin zu freiheitsentziehenden Maßnahmen (bspw. notwendige Fixierung) gehen. Die Entscheidung liegt bei Dir. Ich zum Beispiel habe alle Rechte bei meiner Mutter außer die Vermögenssorge, denn mein Vater ist was das angeht noch fit und regelt alles selbst. Allerdings bin ich aus der schlimmen Situation nun klüger geworden (und auch mein Vater) und für ihn habe ich eine Vorsorgevollmacht, sollte also mit ihm mal was sein, bin ich handlungsfähig.
    Die geschilderten Probleme mit dem Hausarzt kenne ich leider nur zu gut, als ich noch nicht Betreuerin war, hat mein Vater immer zu hören bekommen, man könne gegen Demenz ja eh nichts machen, es wäre nicht heilbar. So ein Quatsch, man kann aber wohl gegen bestimmte Begleiterscheinungen etwas tun, bei uns kam es deshalb damals so weit, dass es eskalierte, meine Mutter war dehydriert da sie jegliches trinken verweigerte.
    Es ist wichtig und richtig, zu diagnostizieren, welche Art von Demenz deine Mutter hat und wie weit fortgeschritten diese ist. Die Einweisung in die Klinik ist der einzig richtige Weg, auch wenn deine Mutter das natürlich anders sieht. Als meine Mutter eingewiesen war, war es für mich und meinen Vater die Hölle, sie hat jeden Tag geweint und war völlig verwirrt und konnte nicht verstehen warum sie dort war, ihr fehle doch nichts. Aber wir wissen seit dem woran wir sind und vor allem bekommt man dort auch Unterstützung und gute Hinweise und das Wichtigste, die medikamentöse Einstellung.
    Und nun nochmal zum Betreuungsverfahren. Ich habe dies in einem Eilverfahren beantragt, auch dir rate ich das, ich hatte den Beschluss über die vorläufige Betreuung innerhalb von 24 Stunden und war handlungsfähig! Man beantragt diese beim zuständigen Amtsgericht und dort beim Betreuungsgericht. Es gibt dafür spezielle Richter, die in meinem Fall 4 Stunden nach meinem Antrag bei uns im Wohnzimmer saßen. Im Antrag habe ich Gefahr im Verzug angegeben, da auch meine Mutter diese starke Weglauftendenz hatte, es war wie jetzt ebenfalls Winter. Und wenn sie ohne Jacke losmarschiert ist, dann bestand Lebensgefahr. Wie oft lesen wir denn von weggelaufenen Rentnern, die in ihrem verwirrten Zustand irgendwo erfroren sind weil sie nicht mehr heim fanden. Deshalb MÜSSEN die Gerichte handeln.
    Andydreas, mach dir bitte keine Gedanken, dass du deine Mutter "bevormundest". Ihre Krankheit lässt keine rationalen Entscheidungen mehr zu.

  • Hallo Frida,
    ich habe mir schon die Daten des hiesigen Betreuungsgerichts rausgesucht. Ich habe ja nachher einen Termin beim neuen Hausarzt und werde ja sehen was er vorschlägt.
    Ich habe noch einen Flyer über eine Gedächtnissprechstunde gefunden. Wird hier ggf. die Art der Demenz festgestellt und kann dadurch ev. ein stationärer Aufenthalt unterbleiben ?
    Werde ich nachher auch ansprechen.
    Schon Mal vielen Dank. Ich bleibe am Ball.

  • Hanne das stimmt, habe mir eben noch einmal meine Betreuungsvollmacht durchgelesen. Ich habe die
    -Gesundheitssorge
    -Aufenthaltsbestimmung
    -Vertretung ggü. Ämtern, Behörden etc.
    -Wohnungsangelegenheiten
    -Vertretung in pflegerechtlichen Angelegenheiten
    -Vertretung in Heimangelegenheiten
    - Entscheidung über die Unterbringung
    -Entscheidung über unterbringungsähnliche Maßnahmen
    -Entscheidung über Entgegennahme, Öffnen und Anhalten der Post


    Wie man sieht, ist diese Betreuungsvollmacht sehr nützlich, natürlich auch mit einer Verantwortung verbunden, die ich und sicher auch Andydreas gerne übernehmen.


    Freiheitsentziehende Maßnahmen sind es nicht, aber die Einweisung in eine Klinik gehört die nicht zur Gesundheitssorge?
    Meine Mutter war damals auf der geschlossenen Gerontopsychiatrie und Hanne ich gebe dir Recht, dazu war ein Beschluss notwendig, den aber der Richter damals gleich mit ausgestellt hatte.


    Besteht denn nicht schon eine Krisensituation, wenn eine alleinstehende an Demenz erkrankte Person ständig davonläuft und man sie nicht daran hindern kann? Wenn man das dem Gericht entsprechend klar macht (akute Lebensgefahr bei den momentan vorherrschenden Temperaturen), dann handeln die auch.


    Viel Erfolg Andydreas und berichte mal, was du heute beim Hausarzt erreicht hast!

  • Ach und im Übrigen habe ich festgestellt, dass meine Mutter gegenüber Autoritätspersonen wie zum Beispiel Ärzten immer viel kooperativer war, als gegenüber ihren Angehörigen.
    Da meine Mutter auch noch ein paar andere Krankheiten hat, haben wir das ein bisschen vorgeschoben und gesagt ihre Werte sind nicht ganz in Ordnung, man müsse das noch untersuchen und sobald alles in Ordnung ist, könne sie wieder nach Hause. Das hat es ihr und uns leichter gemacht. Deshalb bekommt sie auch ihre Medikamente vom Pflegedienst, denn dann nimmt sie diese auch ohne Probleme. Bei meinem Vater gab es schon eher mal Protest, sie habe sie schon genommen oder sie hat sich geweigert weil sie sie nicht benötigt. Dieses Verhalten zeigt sie gegenüber Fremden Personen nicht.

  • Hallo zusammen,
    ich habe bei meiner Mutter eine ganz umfassende Betreuungsvollmacht gehabt. Zu den freiheitsentziehenden Maßnahmen gehören auch die "chemischen" Maßnahmen, so wurde das glaube ich, genannt. Also die Gabe von sedierenden Medikamenten (nicht als Nebenwirkung gemeint). Mir fällt da immer wieder auf, wie sich die Angehörigen in Grauzonen bewegen müssen, zusätzlich zu den übrigen Belastungen bei der Pflege u Betreuung der dementen Angehörigen. Auch ein GPS-Tracker ist so eine Grauzone. Oder - wie ich es gemacht habe - die Medikamente klein machen (weil meine Mutter nicht mehr gut schlucken konnte) und in den Joghurt geben.
    Lieber Andydreas, hoffentlich ist der neue Hausarzt kooperativ und kann ein paar Vorschläge machen. Ich würde Ihnen sehr wünschen, dass Sie da Unterstützung bekommen. Viele Grüße an alle Jutta

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