Verdorbene Lebensmittel.....

  • Guten Abend,
    nach jedem Besuch bei meinem Vater bin ich ratloser......(ich bin nur alle paar Wochen dort...es kümmert sich vor Ort ein Pflegedienst und ein rechtlicher Betreuer)....
    Mein Vater kauft mit Hilfe eines Nachbars noch Lebensmittel für sich ein und verliert oft den Überblick, was noch im Kühlschrank ist.
    So fand ich heute mehrere geräucherte Blutwürste jeweils mit unterschiedlicher Schimmelschicht außen am Darm versehen.....
    Wegwerfen durfte ich die Würste nicht....


    Rücksprache mit Pflegedienst ergab ebenfalls, dass Vater die verschimmelten Würste nicht entsorgen läßt...da geräuchtert, sei das angeblich nicht gar so schlimm...


    Naja....ich bin ratlos und sprachlos obendrein....


    Die Heimunterbringung (mit richterlichem Beschluß, der noch aussteht)....ist fraglich...weil Vater sich daheim wohlfühlt, selber ißt und trinkt und sich auch mehrmals von selbst in der Dusche duscht.....
    so sagt man mir...


    ich sehe allerdings einen völlig hilflosen Vater mit dick verschimmelter Wurst im Kühlschrank....der zudem zu 100 % schwerhörig ist...mir sagt Vater eindrücklich, dass er sich total selbst versorgt und alles selber und allein macht....(er erinnert sich nicht einmal daran, das 2 x tägl. ein Medikamentdienst vorbeikommt....er sagt, er nehme gar keine Medikament und braucht niemand dafür). Er möchte nach wie vor daheim bleiben.


    Andererseits wäre eine Lebensmittelvergiftung ja dann endlich ein Anlaß für eine Klinikeinweisung und weitere Maßnahmen....ist das schon zynisch gedacht?.....das mit dem Recht auf Verwahrlosung...wie weit geht das eigentlich??


    kann es wirklich verantwortet werden, weiter abzuwarten....??? hat jemand eine Idee.....??

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Hanne63,
    wenn ich Ihre Schilderung richtig verstehe, kommt 2mal am Tag jemand vom Pflegedienst, der Medikamente verabreicht.
    Das ist nicht, was Sie mit "kümmern" bezeichnen. Hier scheint mir auch das wesentliche Problem zu liegen.
    Der Aufgabenkreis des Pflegedienstes sollte erweitert werden um Einkauf und Kontrolle der Lebensmittel - zumindest letzteres.
    Das muss wahrscheinlich mit einer Einschränkung der Geldverwendung seitens des Vaters einher gehen.
    Sie haben keine Angaben gemacht, wer die rechtliche Betreuung inne hat. Der oder die Verantwortliche sollte umgehend
    - den Aufgabenkreis des Pflegedienstes erweitern
    - Einkauf und Essensversorgung neu regeln ( eventuell mit "Essen auf Rädern")
    -Absprachen mit dem Nachbarn treffen


    Mit diesen Massnahmen sollte ein weiterleben des Vaters in der eigenen Wohnung eigentlich bis aus Weiteres möglich sein, ohne dass er sich selbst und andere gefährdet.


    Vielleicht bekommen Sie dann auch ein wenig Gelassenheit angesichts der Lebenssituation des Vaters zurück.
    Das wünscht Ihnen
    Klaus Pawletko

  • Hallo Herr Pawletko,
    die rechtliche Betreuung für alle Aufgabenbereiche hat ein Berufsbetreuer, also nicht ich.


    Es kommt zusätzlich zu dem Medikamentendienst vom Pflegedienst auch eine hauswirtschafltiche Hilfe. Diese darf aber auch die Lebensmittel nicht wegwerfen und weiß um das Problem.....


    Essen auf Rädern wurde mehrfach versucht, aber wird von Vater nicht akzeptiert.


    Der Nachbar ist zwar eingebunden (nicht von mir!!), hält sich aber oft nicht an Absprachen und ist selbst schon sehr alt....


    Ich versuche mich weiterhin in Gelassenheit zu üben....


    Viele Grüße
    hanne63

  • Hallo Sonnenblümchen....
    danke...so weiß ich jedenfalls, dass ich nicht allein in dieser Situation bin.....


    ja....die lieben Nachbarn....


    liebe Grüße

  • Nein, Hanne, mit dem Thema sind Sie garantiert nicht alleine! Ist mir alles bekannt, was Sie schildern, inkl. Maden im Essen, welches im Kühlschrank steht. Und gelegentliche Magen-Darm-Probleme meiner Mutter, für die das die Ursache sein könnte, kenne ich auch.


    Wer auch immer bei Ihrem Vater vor Ort ist, darf natürlich nicht den Fehler machen, ihn um Erlaubnis zu fragen zur Entsorgung von Vergammeltem. Wenn er partout dagegen ist, dann muß das eben so geschehen, daß er es nicht mitbekommt!


    Meine Erfahrung mit dem für meine Mutter tätigen Pflegedienst ist, daß die für meinen Geschmack etwas zu viel Bürokratie praktizieren; da muß quasi alles detailliert besprochen und beauftragt und besonstwas werden. Was eine "normale" Hausfrau oder Mutter mal eben so erledigen würde, weil es halt ansteht, löst da Papierberge aus. (Ist aber verständlich, weil die sich streng an Verordnungen, Vorgaben und Gesetze halten müssen, um nicht in Teufels Küche zu kommen.)


    Versuchen Sie, "informell" die Dinge zu regeln bzw. regeln zu lassen, sonst wird das nie etwas. Ich habe jetzt mehrere Privatpersonen für meine Mutter ausfindig machen können, die sich um all das kümmern (inkl. Entsorgung alter Medikamente etc.). So hoffe ich, erstmal wieder für eine Weile einen ausreichenden Standard bieten zu können. Bis das Alleinwohnen gar nicht mehr möglich ist und eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung erforderlich wird.


    Ihr Stichwort "Lebensmittelvergiftung" bringt die Sache auf den Punkt: an der Demenz selber verstirbt wohl kaum jemand, aber an den Folgen des durch die Demenz Unterlassenen oder falsch Gemachten. Das liegt natürlich im Rahmen des möglichen, daß sich ein geschwächter und betagter Mensch auf diesem Wege selber etwas zufügt, was der Organismus nicht mehr bewältigt bekommt.


    Und was die von Ihnen erwähnten "lieben Nachbarn" betrifft, findet man hier im Forum schon genügend zu lesen. Darauf kann man nun wirklcih nicht zählen.

  • Guten Abend Angehöriger,


    danke für Ihre Antwort.
    Mir ist auch ein Rätsel wieso das die beauftragten und bezahlten Diensterbringer nicht auf die Reihe bekommen, die verdorbenenen Sachen zu entsorgen...die sind doch auch ausgebildet...
    ...in der ambulanten Pflege scheint mir sehr wenig Aufsicht und Kontrolle vorhanden zu sein....aber das ist halt leider die Realität....


    Dass Sie für Ihre Mutter anderweitig, "informelle"Hilfe organisieren konnten, finde ich toll. Da ist in meiner Situation der Zug inzwischen abgefahren, da die rechtliche Betreuung ja jemand anders hat (Berufsbetreuer) und ich das selbst nicht übernehmen kann und auch nicht will....wenn ich nochmal zurück auf "Start" könnte, würde ich wahrscheinlich vieles ganz anders machen...aber da hat mir die Erfahrung noch gefehlt und auch hatte ich wenig Unterstützung anfangs durch die staatlichen Stellen etc...das würde ich jetzt ganz anders einfordern....etc....aber ich denke, die wenigsten Angehörigen sind Profis und Fachleute von Anfang an.....


    bzgl. meines Vaters steht ja immer noch der beantragte Unterbringungsbeschluss aus...das Verfahren dauert jetzt schon über 9 Wochen und noch immer stehen angeforderte Stellungnahmen aus..kann sich also noch weiter hinziehen.....


    Entweder zieht sich Vater also bis zum Abschluß des Verfahrens tatsächlich eine Lebensmittelvergiftung zu...oder sonst etwas stößt ihm zu...und er kommt dann ins Krankenhaus...und dann Akutfall....oder hält bis dahin durch...und ich auch...und er wird dann in einem Heim untergebracht..sofern sich dann auch ein Platz findet.....


    Ich war nur gestern abend wieder sehr verzweifelt und bin immer wieder überrascht, was alles möglich ist...und mir ja quasi die Hände gebunden sind, außer dass ich die ganzen Aufgaben selbst übernehme, was nicht geht.....dann könnte man mich außerdem ein paar Tage später ebenfalls "einliefern"...ich schütze mich also selbst und halte insoweit auch mein schlechtes Gewissen aus.


    Sie haben derzeit einen guten Weg für alles gefunden...toi toi toi weiterhin....

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Hanne63, mit dem Thema "Recht auf Verwahrlosung" sprechen Sie die Zwickmühle aus unterlassener Hilfeleistung und dem Selbstbestimmungsrecht an. In der Abwägung beider Aspekte kann Ihre Beobachtung und Einschätzung wichtig sein: Will Ihr Vater die verschimmelte Wurst oder will er nicht reglementiert werden? Versteht er das was die Hauswirtschaftskraft will oder fühlt er sich angegriffen? Beschützt Ihr Vater den Kühlschrank oder vergisst er das was drin ist?


    Unter dem Aspekt der Selbstbestimmung würde ich Ihrem Vater die Wurst zeigen und an seine Einsicht appellieren. Ist er nicht mehr in der Lage die Risiken einzuschätzen, geht es meistens - sprichwörtlich - um die Wurst, z.B. um Bevormundung, Bedrohung oder Überforderung, weil er es durch die Schwerhörigkeit nicht versteht und die Abwehr größer wird, je lauter das Gegenüber wird...


    Wenn wir diese Gefühle respektieren, kann es tatsächlich unerheblich werden, dass der Kühlschrank plötzlich aufgeräumt ist und anstelle der schlechten eine gute Wurst liegt...


    Da Sie aus guten Gründen im Handeln eingeschränkt sind, bleibt Ihnen die sachliche Information des Betreuers und des Gerichts. Jede weitere Information sollte das Verfahren beschleunigen. Das alles ist traurig aber nicht zynisch, - es gibt viele Menschen, die ihr risikoreiches Verhalten erst ändern, wenn etwas passiert.
    Ein Hinweis auf eine Lebensmittelvergiftung wird täglich erkannt sollte wiederum an die Verantwortlichen gemeldet werden. Haben Sie einen Eindruck, wie oft Ihr Vater tatsächlich verdorbene Lebensmittel isst?


    Ihnen wünsche ist sehr, das sehr bald alles geregelt ist und Sie Ihren Vater in einer guten Einrichtunge besuchen können... Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Herr Hamborg,


    danke für Ihren Zuspruch.
    Den rechtlichen Betreuer habe ich sachlich bzgl. schimmeliger Lebensmittel erneut informiert. Er hat sich wohl dann auch umgehend mit dem beauftragten Dienst in Verbindung gesetzt.


    Das Betreuungsgericht möchte ich derzeit noch nicht informieren......ich warte noch einige Zeit ab, ob nicht doch endlich eine Entscheidung bzgl. Unterbringung von dort kommt.


    Und ich bin ja schon einmal bzgl. einiger Beanstandungen im Pflegeheim bei meiner Mutter sehr ins Fettnäpfchen getappt....das möchte ich mir ersparen....


    Ja.....ich wünsche mir tatsächlich derzeit sehr, dass ich meinen Vater "ganz normal" und entspannt als Tochter in einem geeigneten Heim besuchen kann und mich nicht um die ganze Situation so sorgen muß wie derzeit....vielleicht geht mein Weihnachtswunsch in Erfüllung...
    viele Grüße und danke.

  • Hallo Herr Homborg und alle anderen,


    ich dachte schon ich könnte aufatmen, weil der Gerichtsbeschluß zur Unterbringung meines Vaters da war und der rechtliche Betreuer auch einen Heimplatz gefunden hatte.
    Heute erhalte ich nun die Nachricht, dass Vater sich heute das Heim zusammen mit Betreuer angesehen hat, das Heim aber meint, mein Vater sei nicht soweit, dass er in einer geschützten Station untergebracht werden müßte und wollte ihn nicht aufnehmen, obwohl vorher Zusage laut Betreuer vorlag.
    Daraufhin wurde Vater wieder nach Hause gefahren und lebt jetzt wieder daheim.
    Die Hauswirtschaftliche Hilfe vom Pflegedienst meint ebenfalls, dass es zu Hause noch weiter gut geht.
    Die Gutachterin hat allerdings für das Betreuungsgericht geschrieben, dass sie eine Unterbringung für angezeigt hält...und das sollte doch letztlich aussschlaggebend sein. Offenbar kann aber trotz eines Unterbringungsbeschlusses...weiter abgewartet werden.....
    Ich dreh jetzt langsam aber sicher durch...weil ich nicht hinter die Kulissen blicke......
    hat jemand irgend eine Idee.....???
    bitte...das kann doch alles gar nicht sein.....
    Morgen kann ich mit dem rechtlichen Betreuer telefonieren...viel mehr wird er mir vermutlich zum derzeitigen Sachstand auch nicht sagen können...
    Wäre schön, wenn ich hier vorab ein paar Tipps bekommen könnte.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Hanne63, ich hoffe sehr, dass Ihr Gespräch heute mit dem Berufsbetreuer Klarheit bringt. Die rechtliche Ebene können wir an dieser Stelle nicht beleuchten. Das Heim muss Ihren Vaten nicht zwingend aufnehmen, aber es braucht für eine Aufnahme den richterlichen Beschluss. Es kann sein, dass lediglich hinterfragt wurde, ob wegen der verschimmelten Wurst tatsächlich weitreichende Einschränkungen durch freiheitsentziehende Maßnahme erforderlich sind oder ob sich das Problem in einem nicht geschlossenen Heim auch lösen würde. In jedem Fall liegt der Handlungsauftrag bei dem Betreuer und er wird sich darum kümmern und im Sinne der richterlichen Einschätzung handeln.
    Ihr Martin Hamborg

  • Guten Morgen,
    danke Herr Homborg für Ihre Einschätzung.
    Es geht ja nicht nur um verschimmelte Wurst......es liegen noch unzählige andere selbstgefährdende Verhaltensweisen vor.....
    nach dem Telefonat mit dem Betreuer werde ich mehr wissen.
    Aber jetzt hab ich jedenfalls schon mal ein "Basis-Wissen" für das Telefonat.
    Ich möchte dann natürlich, dass mein Vater auf einer "normalen" Station untergebracht wird.

  • Hallo nochmals in die Runde,
    nach dem Telefont mit Betreuer bin ich jetzt klüger und habe meine Meinung geändert.
    Der rechtliche Betreuer hält es selbst für einen Grenzfall (ebenso wie die Gutachterin). Der Gerichtsbeschluß gilt 1 Jahr und genehmigt lediglich die Unterbringung, so wie es der Betreuer für richtig hält....
    Vater sei in der letzten Zeit viel ruhiger geworden und "stellt" nichts an.....daheim hat er seine Ruhe und ist auch friedlich.
    Im Heim würde er es nicht so angenehm haben.
    Daher werden wir weiter abwarten.......und ich werde meine innerliche Unruhe weiter aushalten müssen.....wenn ich mich in meinen Vater hineindenke, hat er es daheim tatsächlich besser....weil er es im Heim ja nur aushalten könnte, wenn er zusätzliche Medikamente bekäme etc.....

  • Guten Abend Hanne,


    die zeitliche Übereinstimmung ist mal wieder auffällig: Sie stellen heute Neues ein unter der Rubrik "Verdorbene Lebensmittel" und wir waren heute bei meiner Mutter und haben KISTEN- und KÖRBEweise Marmelade und anderes Eingemachtes etc. entsorgt (teilweise verschimmelt, teilweise mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum). Vorräte für ein Jahr oder länger.


    Ein knappes Dutzend Zahnpastatuben hatte sie auch herumliegen (ebenfalls längst abgelaufen). Das alles hat niemand vom Pflegedienst aussortiert, sondern die privaten Damen, die sich neuerdings um meine Mutter kümmern. Aber selbst bis zu denen ist der Bürokratiewahnsinn schon durchgedrungen: sie haben Angst davor, ihr die Fußnägel zu schneiden, wegen möglicher negativer rechtlicher Konsequenzen für sie. Dieses Thema scheint im Pflegebereich ernsthaft von Bedeutung zu sein; da frage ich mich, wie die Menschheit das über Jahrhunderte und Jahrtausende bewältigt bekommen hat, wenn neuerdings nur noch anerkanntes Fußpflegepersonal so etwas machen darf.


    Was Ihren Hickhack mit der Heimaufnahme Ihres Vaters angeht, habe ich leider (oder zum Glück!) keine eigenen Erfahrungen, mit denen ich Ihnen weiterhelfen könnte: bei mir war das damals ein morgendlicher Anruf und mittags war mein Vater schon aufgenommener Heimbewohner. Wie im Märchen.


    Generell wundert mich aber nicht, was Sie schildern, und auch nicht, daß Ihnen das an den Nerven zerrt. Nicht ohne Grund warne ich hier immer wieder davor, sich auf die Behörden und insbesondere Gerichte einzulassen, denn dann ist man verraten und verkauft.
    Für Sie kommt der Rat zu spät, aber allen anderen kann ich nur schreiben: FINGER WEG VON DER JUSTIZ !!!!

  • Hallo in die Runde,
    zum dem Punkt von Angehöriger "wer darf im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften Fußnägel anderer Personen schneiden?"....möchte ich auch etwas loswerden....
    Im Pflegeheim meiner Mutter dürfen nur bestimmte Pflegekräfte die Bewohner von Stuhl in den Rollstuhl umsetzen.....ich selbst als Tochter dürfte es...aber kann es körperlich nicht....also mußte ich warten, bis jemand von den Pflegekräften kam, der es "durfte", bevor ich mit meiner Mutter in den Gartenbereich hinaus konnte....obwohl andere Kräfte, die füttern durften und Essen reichen und/oder putzten im Raum waren.....


    alles und jeder Handgriff ist offenbar ganz genau geregelt......offenbar wegen der Haftungsfragen...


    So wird wohl auch ein ambulanter Pflegedienst nicht generell für die hauswirtschaftliche Versorgung und damit Aussortierung schlecht gewordener Lebensmittel zuständig sein...sondern nur rein für die körperliche Pflege...vermutlich müßte dann für zusätzliche Arbeiten eine gesonderte hauswirtschaftliche Pflegedienst-Person über den Pflegedienst in Auftrag gegeben werden......usw usw usw.....


    ich habe mir abgewöhnt inzwischen überhaupt noch darüber nachzudenken. Es bringt nichts ;)

  • Ok, dann wieder zurück von den Fußnägeln und dem Umsetzen zu den (verdorbenen) Lebensmitteln :) :


    Gestern war ich just zu dem Zeitpunkt bei meiner Mutter, als sich auch eine der Betreuungskräfte um sie kümmerte und darüber hinaus noch eine Dame vom Pflegedienst kam.


    Die Betreuungsdame wies meine Mutter darauf hin, daß sie seit Tagen Kuchen im Kühlschrank stehen habe, der bald schlecht würde und daher zu entsorgen sei. Meine Mutter zeigte aber keinerlei Einsicht und bestand darauf, ihn (den Kuchen) neben den Kühlschrank zu stellen und ihn nachmittags zu essen. Als ich argumentativ nachhelfen wollte mit dem Hinweis, daß sie sich schon mehrfach "den Magen verdorben" habe mit dem Verzehr ihrer alten Speisen guckte sich mich nur ganz erstaunt und ungläubig an und sagte, davon nichts zu wissen.


    Sie sehen also, trotz Hilfestellung zahlreicher Personen hilft nichts gegen den Eigensinn der Dementen. Entweder gesteht man ihnen noch eine gewisse Selbstbestimmung zu mit allen bekannten fatalen Folgen oder man handelt rigoros zu ihrem Schutz und "stößt sie gegen den Kopf", indem man für sie unverständlich "Gutes" wegwirft.


    Am besten wird also sein, daß eine Person Mutter ablenkt und in einen anderen Raum lotst, während eine zweite Person entsorgt. Dabei muß, wie jemand anders hier im Forum schon geschrieben hat (war es vielleicht Sonnenblümchen?), darauf geachtet werden, nichts in die Mülltonnen vor Ort zu stecken, da nach den Berichten der Betreuerinnen meine Mutter in den Mülltonnen kramt und wieder herausholt, was sie behalten will.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde, zunächst freue ich mich, dass der Betreuuer so nachvollziehbar informiert hat und es nach Abwägung aller Risiken, Vor- und Nachteile derzeit für Ihren Vater zuhause am besten ist. Sie werden sich hoffentlich nicht entmutigen lassen um immer wieder zur prüfen, ob und wann dieses labile Gleichgewicht kippt und weitere Maßnahmen notwendig sind. Vielleicht können Sie schon mit dem Betreuer einen Plan B erarbeiten, sodass Sie im Fall einer dramatischen Verschlechterung wissen, was zu tun ist.


    Dank Ihnen Sonnenblümchen, dass Sie das Thema "Fußnägel" klargestellt haben: Es ist wichtig, dass Pflegekräfte ihre Grenzen kennen und nur das tun, was sie auch verantworten können. Es gibt Menschen, die gehen mit eingewachsenen Fußnägeln zum Arzt, und andere machen diese rechtlich gesehene Körperverletzung irgendwie selbst. Ambuante Pflegekräfte sind gut beraten, wenn Sie sich an den vereinbarten Auftrag halten, so wie andere Dienstleistungen, Handwerker oder Steuerberater usw. Nur dass die Kontrollen in der Pflege stärker sind und sehr schnell ein Betrugsverdacht im Raum steht, wenn Leistungen erbracht werden, obwohl eine Kraft dazu nicht qualifiziert ist. Je mehr Fachkräfte fehlen , desto weniger sind die Folgen für die häusliche Pflegenot absehbar.
    Deshalb ist es notwendig, die Erwartungen und die Dienstleistungen genau abzusprechen.


    Lieber Angehöriger, ich schätze Ihre Klarheit und Pragmatik, aber bitte löschen Sie schnell den letzten Absatz, auch der Gedanke an Gewalt ist keine Problemlösung und gehört m.E. nicht in das Internet.
    Allen ein schönes Wochenende, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Herr Hamborg,
    ich habe ja schon Anfang des Jahres eine fehlgeschlagene Heimunterbrinung und dann Krankenhausentlassung mit folgendem Polizeieinsatz bei meiner Mutter erleben dürfen....die letztlich über Weg zunächst Gerontopsychiatrie in eine beschützte Demenzstation geführt hat.
    Nun wiederholt sich die Geschichte so ähnlich bei meinem Vater.
    Ich bin gesundheitlich angeschlagen und das alles nimmt mich sehr mit.
    Dabei habe ich ja bewußt die Verantwortung für die Eltern abgegeben und es ist ein rechtlicher Betreuer für beide Eltern zuständig.
    Zu meinem eigenen Schutz habe ich jetzt beschlossen, mich noch mehr zurückzunehmen. Es sind die Profis in der Verantwortung. Nicht ich. Und das sage ich mir derzeit täglich mehrmals wie ein Mantra vor.
    Ich bin in gewisser Weise entmutigt....aber natürlich werde ich bei meinen Besuchen bei Vater zu Hause und bei Mutter im Heim ein "wachsames" Auge haben.
    Der Plan B bzgl Vater sieht wohl so aus, dass auf einen Akutfall gewartet wird, und dann eine Heimaufnahme veranlaßt werden soll....oder im Anschluß an einen evtl in der Zukunft erforderlichen Krankenhausaufenthalt infolge Sturz oder ähnlichem.....oder Vater stirbt einfach in Ruhe zuvor zu Hause ...das wird die Zukunft zeigen.
    Danke für die Hilfe, die ich bisher in diesem Forum bekam und natürlich bin ich auch weiterhin hier.

  • Guten Morgen Herr Hamborg,


    Sie bitten mich, etwas von meinem Text zu löschen.


    Da ich davon ausgehe, daß Sie Ihre Aufgabe hier ernst nehmen und darum bemüht sind, den Ratsuchenden auch wirklich zu helfen, bitte ich Sie, z. B. unter nachfolgendem Link nachzulesen, weswegen es wichtig ist, Kritisches anzumerken und vor der Einschaltung unserer Justiz zu warnen.


    Wie Sie dann sehen, habe nicht nur ich große Probleme durch sie, sondern sehr viele andere ebenfalls und z. B. Hanne berichtet in diesem Forum über die Erfahrungen, die sie mit dem Thema Betreuung macht. Es ist schlimm genug, das (demente) Altwerden der eigenen Eltern mitzuerleben; dann braucht man darüber hinaus nicht noch die gegen die Bürger(innen) gerichtete Kollaboration von unserer Legislative, Exekutive und Judikative.



    https://opinioiuris.de/aufsatz…chtsbeugungen_wichtig_ist

  • Hallo Angehöriger,
    ich schätze Ihre Denkansätze und Hinweise sehr . Deshalb bin ich froh, Sie hier im Forum zu haben.
    Ich denke Herr Hamborg meinte Ihre Textpassage....mit dem "gedanklichen Ausrasten lediglich in der Fantasie".....


    dass man allgemein auf mögliche Probleme mit der Justiz und/oder Behörden hinweist, dürfte nicht das Problem sein .....
    Ich denke auch, dass Angehörige von Demenzerkrankten mental sehr stark belastet sind, und man ihnen, falls sie wortstarke Ausdrücke benutzen, das nicht so übel nehmen sollte, bzw. nicht so sehr auf die Waagschale legen. Jeder hier weiß doch eigentlich, wie es im Grunde gemeint ist.

    viele Grüße

  • Hallo Sonnenblümchen und alle anderen,
    ich meine auch, dass es ein sehr spezieller und langer Betrag ist, der nicht direkt mit dem Thema , dass ich hier eröffnet hatte, zu tun hat.
    Das Thema selbst könnte ja jetzt eigentlich erst einmal geschlossen werden....es ist insoweit doch eigentlich alles gesagt...

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