Misstrauen gefährdet Versorgung

  • Guten Tag,
    meine Mutter ist 89 Jahre alt, seit 2014 ist SAE bei ihr bekannt, diesen Sommer hatte sie mehrere kleine Schlaganfälle. Sie wohnt in einer Kleinstadt in ihrem Haus, ich wohne 500 km entfernt. Trotz ihrer Erblindung kommt meine Mutter - natürlich mit Hilfen - gut zurecht.
    Das Problem ist, dass sie nun gegen die Hilfskräfte sehr misstrauisch wird. Obwohl sie ansonsten geistig noch sehr fit ist, wird es mit dem Misstrauen immer schlimmer, da helfen auch keine logischen Argumente (hab auch gelesen, dass das leider immer so ist). Sie fühlt sich belogen und betrogen und leidet sehr darunter. Manchmal wird sie dann auch herrisch im Ton, ich weiß, dass das ein Zeichen ihrer Hilflosigkeit ist.
    Wir haben seit dem Sommer eine 24-Stunden-Kraft im Haus, außerdem seit Jahren eine Halbtagskraft. Das Pflegebüro, das die 24-Std.-Kräfte vermittelt, sagt mir, dass die Hilfskraft sehr unglücklich sei mit der Situation (ist schon die dritte Kraft, mit der es nicht gut läuft), und unsere Halbtagskraft leidet auch unter dem Misstrauen. Ich habe Angst, dass sie kündigt. Sie kam auf Empfehlung einer Freundin und ich vertraue ihr. Ich hoffe, dass ich sie "an Bord" behalten kann.


    Meine Frage bezieht sich auf die 24-Std.-Pflegekräfte: Wie finde ich Kräfte, die mit so einer Situation besser umgehen können? Gibt es Pflegebüros, die sich darauf spezialisiert haben, solche Kräfte zu vermitteln?


    Sorry für den langen Text, aber ich denke, das Hintergrundwissen ist vielleicht wichtig für Sie.


    Herzlichen Dank im Voraus und freundliche Grüße!


    P.S.: Meine Mutter hört auch nicht mehr gut, mit dem Hörgerät kommt sie aufgrund ihrer Erblindung nicht klar. Das trägt bestimmt auch zu ihrem Misstrauen bei.
    Aufgrund einer extremen Allergie gegen Medikamente bekommt sie lediglich ASS 100.
    Schmerzen hat sie oft, im Extremfall nimmt sie ASS 600 bis 900, aber nur, wenn sie es gar nicht mehr aushält. Außerdem ist mit der Erblindung ihre Hauptbeschäftigung weggefallen (Orgelspielen in der Kapelle der Kirche), sie fühlt sich nicht mehr gebraucht und betet, dass der liebe Gott sie bald holen kommt :-(

  • Guten Morgen Daisy,


    auf Ihre Fragen nach spezialisierten Pflegebüros und Fachkräften, die "das" aushalten, kann ich nur ausweichend antworten:


    auch ich hatte mal über eine entsprechende Organisation versucht, meiner Mutter eine 24h-Hilfe zu vermitteln, jedoch ist diese schon nach der zweiten Nacht in Mutters Haus wieder abgehauen und uns hat das alles sehr viel Geld kostet. Eine zweite Dame, mit der wir es versucht haben, wurde von meiner Mutter schon an der Haustür abgewimmelt. Daraufhin hat mir die Betreiberin dieser Vermittlung höchstpersönlich dazu geraten, ich möge es mit jemand versuchen, der/die weniger zimperlich ist und sich nicht sofort in die Flucht schlagen läßt. Sie hatte mir dazu auch eine konkrete Anlaufstelle genannt (die ich inzwischen aber nicht mehr weiß; ist schon ein Weilchen her).


    Also, klare Antwort auf einen Teil Ihrer Frage: ja, Sie finden bestimmt jemand "Abgehärtetes", aber ob es eine spezielle, auf besonders schwierige Fälle ausgerichtete Vermittlung gibt, gilt es herauszufinden.


    Rufen Sie an, wer immer Ihnen genannt wird und fragen Sie sich von Pontius zu Pilatus durch, dann wissen Sie bald mehr.


    Nebenbei können Sie es auch mit Inseraten versuchen, sowohl mit von Ihnen gelesenen wie auch selbstgeschalteten.

  • Lieber Angehöriger,
    vielen Dank für Ihre Nachricht! Dann werde ich mal rumtelefonieren …
    Und in der Rubrik "Wohnen, Betreuung und Pflege" noch einmal fragen, vielleicht meldet sich dort ja noch einer der "Experten" mit einem tollen Tipp :)
    Freundliche Grüße von
    Daisy

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