Wandmalerei mit Stuhlgang

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  • Hallo Sonnenblümchen,


    das ist nervenaufreibend und ein weiterer Einschnitt, der belastend ist.


    Da Ihre Mutter wohl nachts alleine ist und Sie die Bescherung erst dann sehen, wenn sie bereits erfolgt ist, so denke ich mir, ist Ihr Handlungsspielraum begrenzt. Wenn Sie Glück haben, ist das nur eine Phase, die sich irgendwann wieder verläuft. Es kann aber auch sein, dass es zu einem festen Ritual wird, bis Ihre Mutter auch das wieder vergisst.


    Eine Idee hätte ich aber vielleicht trotzdem. Kann man vielleicht ein großes Bettlaken an der Decke befestigen und runterhängen lassen oder etwas mit einem Landschaftsmotiv oder ähnliches. Vielleicht kann sie dann nichts damit anfangen und sie lässt es sein.
    Das wäre vielleicht ein Versuch wert und der Aufwand ist verhältnismäßig gering, wenn ihr Partner ein paar Löcher bohrt oder man eine andere Befestigungsmöglichkeit findet, ect.


    Es tut mir sehr leid, dass ich nicht mehr dazu beisteuern kann, aber vielleicht wissen die Experten hier mehr.


    Liebe Grüße an Sie

  • Hallo Sonnenblümchen,
    Sie beschreiben eine sehr unwürdige Situation, für Sie und Ihre Mutter und extrem belastend. Leider kenne ich auch kein absolutes Heilmittel. Aber ich kann berichten, wie es bei meiner Mutter war. Nämlich fast genauso. Nach dem Stuhlgang fischte sie den Kot wieder aus der Toilette. Ich verstand irgendwann, dass sie das mit der WC-Spülung nicht mehr begriffen hatte. Sie wusste das einfach nicht mehr. Sie blickte interessiert in die Toilettenschüssel, die sie vorher nur mühsam erkannt hatte. Dort sah sie etwas und wollte es wegmachen. Deshalb die erste Frage: wie ist das bei Ihrer Mutter, kann sie noch die Spülung betätigen? Dann wäre ja alles weggespült. Dann versuchte meine Mutter irgendwie zu putzen. Das gehörte zwar in gesunden Zeiten nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, aber wenn sie dann noch verschmierte Hände hatte, dann war das Ergebnis wie bei Ihnen. Bei meiner Mutter beschränkte es sich aber auf das WC. Also das Badezimmer ist bei meiner Mutter in eigener Raum gewesen. Wie ist das bei Ihnen? Befindet sich die Toilette im gleichen Raum wie das Bad? Können Sie vielleicht überall Handtücher oder Wischtücher hinlegen? Obwohl, was bringt das? Bei meiner Mutter hörte es auf, weil sie schnell unbeweglich wurde und dann immer Hilfe brauchte beim Toilettengang. Gibt es vielleicht so etwas wie eine automatische Spülung, die man einbauen könnte? Ist aber wahrscheinlich zu kompliziert und teuer.
    Ich wünsche Ihnen starke Nerven und alles erdenklich Gute, dass Sie eine Lösung finden!

  • Das ist ein sehr häufiges Phänomen, es nennt sich "Kotschmieren" und unter dem Suchbegriff "Kotschmieren Demenz" findet sich einiges an Informationen. Ich finde es bewundernswert, dass Sie vergleichsweise gelassen damit umgehen.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sonnenblümchen,
    ICH kenne dieses Phänomen bislang nur von sog. Bettlägerigen, bei denen es hàufig ein Ausdruck von Langeweile bzw. dem Wunsch nach Beschäftigung ist.
    Das scheint mir bei Ihrer Mutter nicht der Fall zu sein.
    Hat Ihre Mutter denn ein Flachspüler-WC? In diesem Falle könnte man das Ihne großen Aufwand durch Tiefspüler ersetzen, bei dem der Kot dann zumindest schon mal tief im Wasser verschwindet.
    Mehr fällt mir dazu erst einmal nicht ein.
    Liebe Grüße von Klaus Pawletko

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sonnenblümchen, nun endlich habe ich auch wieder Zeit für Beiträge gefunden.
    In meinen Schulung erkläre ich das Verhalten immer mit folgender Frage:
    "Wissen Sie was die erste eigene Produkt eines kleinen Menschen ist?"
    Das macht die Auscheidungen so wertvoll und wenn die alten Erziehungsmechanismen durch die Demenz vergessen werden, kann dieses Verhalten wieder durchkommen, mit der echten Freude wie damals...
    Für alle anderen Beteiligten ist das eine furchtbare Sache und es ist sehr schwer mit dem Ekel zurecht zu kommen. Diskussionen, Schimpfen, Wutausbrüche machen alles nur noch schlimmer.
    Vielleicht finden Sie ein ähnliches Bild zu dieser Situation wie das "Einpackland" - ein schönes Wort, dass es einfacher macht das Unbeschreibliche auszuhalten.
    In den Heimen würden die Mitarbeiter*innen den richtigen Moment für die Hilfe abpassen, technisch könnte dabei eine Klingelmatte helfen.
    Wenn alles mit einer Verstopfung verbunden ist, hilft auch manchmal das richtige Abführmittel in der richtigen Zeit.
    Eine andere WC-Schüssel finde ich eine sehr gute Idee, ansonsten bleibt mir nur die Hoffnung, dass Sie alles mit einem letzten Rest an Humor ertragen können, bis diese Phase vorbei ist! Viel Kraft, Ihr Martin Hamborg

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