Verteilen von Lebensmitteln

  • Es war hier und da schon Thema, dass Lebensmittel verteilt und gehortet werden. Ambulante Pflegekräfte finden zerbröselten Käse, Kekse, Brot. Demente Mutter versteckt es im Kalender, unter Matratze, unterm Bett etc. Wir werfen es dann fort. Aus dem Fenster kann sie nichts mehr werfen. Gestern wollte sie die Frau unter ihnen anrufen, dass sie nichts zu essen hätten. Ich sagte, es ist genug da, Kühl- und Brotschrank voll. Ich musste dann gestern Abend gehen, sie stand noch vorm Kühlschrank. Ca. 18:00 sollte der PD kommen. Es wird ihnen Frühstück, Mittag und Abendbrot vom PD reichlich kredenzt.
    Ich habe schon überlegt, ein Kühlschrankschloss anzubringen. Aber sie essen gerne zwischendurch Milchschnitten, die im Kühlschrank sind. Meine Mutter hat permanent Hunger, isst dann aber meist nur wenige Häppchen von allem.
    Hat jemand von Euch eine Idee, wie man verhindert, dass viele Pakete Käse etc. sich "auflösen". Halbe Bananen werden gegessen, der Rest zieht oft Fliegen an.
    PD hat Wichtiges wie Medikamente und Dokumente in eine Pflegezimmerschrankseite versperrt, Schlüssel liegt auf dem Schrank, wo sie nicht ankommt.
    LG Gebby

  • Hallo Gebby,


    es gibt abschließbare Boxen für den Kühlschrank. Sofern Ihre Mutter dann nicht versucht, die Boxen irgendwie aufzubrechen oder sie aus dem Kühlschrank nimmt und draußen liegen lässt, wäre das wahrscheinlich die günstigste Alternative.


    Auch nicht allzu teuer sind Mini-Kühlschränke, die nur Platz für ein paar Getränkedosen haben. Sofern Ihre Mutter sich noch darauf einstellen kann, eignet sich so etwas vllt. für die Milchschnitten und Sie könnten den "normalen" Kühlschrank mit einem Schloss sichern.


    Oder, sofern aus Platzgründen möglich, ein zweiter Kühlschrank, der dann abgeschlossen wird und in dem bisherigen die Sachen lagern, zu denen Ihre Mutter uneingeschränkt Zugang haben soll.


    Viel Glück und alles Gute

  • Danke, Ihr Lieben. Es "beruhigt" schon, dass andere ähnliche Probleme haben.
    Weitere Anschaffungen können z. Zt. leider nicht gemacht werden, da durch die hohe Eigenbeteiligung an der ambulanten Pflege echt die "K... am Dampfen" ist. Mit dem Schloß muß ich mal schauen, ob ich das hinbekomme. Alles, was an Essen "so" herumliegt, zerbröselt sie (Kekse, Knäcke, Brot, Brioche). Einiges setzt sie dann ungenießbarer Weise meinem Vater vor, der ja nicht aus seinem Pflegebett kann wegen Muskelschwund. Eine Staude Bananen ist an 2 Tagen "verbraten". Äpfel verfaulen unterm Bett. Egal, wieviel Käse im Kühlschrank liegt, sie öffnet alle Packungen und versteckt einzelne Scheiben oder angebrochene Packungen. Der PD klagt dann, es sei nichs mehr zum Essen da. Auch Wasserflaschen werden angebrochen und stehen überall halb oder viertel voll herum. Da hatte ich im Sommer mal einen Anruf auf dem AB, ein Pfleger bellte, meine Eltern hätten nichts mehr zu trinken. Komischerweise ist es nicht möglich, mal was aus dem Wasserhahn zu ziehen. Dieser enorme Schwund an Lebensmitteln geht natürlich tierisch ins Geld.
    Aber weniger den Kühlschrank bestücken, liebes hühnchen, werde ich nochmal versuchen. Dann habe ich vielleicht gleich am nächsten Tag wieder Nachrichten, dass der Käse leer, Butter, etc.
    Meine Mutti hatte immer viele Tiere, früher Papgeien klein und groß. Danach viele Hunde, der letzte starb letztes Jahr. Sie denkt aber, ich oder andere hätten ihre Hunde irgendwo versteckt, sie würde sie nur nicht sehen. Deshalb bereitet sie ihnen Futter in Schälchen und Wasser, was meine Freundin, ich und der Pflegedienst am nächsten Morgen wieder alles wegräumen. Das ist ihre Beschäftigung. Ich wage schon gar keine Wurst mehr zu kaufen, denn gerade diese landet auf Tellern und Schalen auf dem Küchenboden. Schmierkäse wird nicht so gerne verwendet, aber sie können deswegen doch nicht nur Schmierkäse zum Frühstück und Abendbrot essen.
    Ich habe meine Besuche etwas reduziert, weil ich danach immer völlig am Ende bin. Sucht meine Mutter wieder Lebensmittel "Ich habe nichts mehr für sie zu essen!!!!" (mit "sie" ist mein Vater gemeint). Wenn ich dann sage, es ist noch genug da, gibt sie sich damit nicht zufrieden. Ich soll ihr Kühl- und Brotschrank zeigen, was den Effekt hat, dass wieder etwas herausgenommen und zerpflückt wird.
    Als der Kontakt zur unten im Hause lebenden Familie noch ok war, haben sie den Eltern mitleidig Tüten mit Essen vor die Tür gestellt, welches sie zum großen Teil aus dem Fenster warf, um die Vögel zu füttern (inzwischen sind alle Fenster abgeschlossen, komischerweise hat sie sich m. W. darüber noch nicht beschwert). Die Familie sah es dann am nächsten Morgen in den Bäumen hängen: Käse, Wurst ......
    Zum Glück geht meine Freundin zwischendurch hin und bringt Obst und was so fehlt. Sie sagte auch schonmal, ich sollte einfach weniger kaufen, dass hieße aber, dass ich wirklich jeden Tag nach der Arbeit dort vorbei muß.
    Mein Vater, beginnend dement, krähte bei meinem Fortgang, ich könnte jetzt nicht gehen. Ich ging trotzdem, weil ich wußte, dass zum Glück nach mir der ambulante PD noch kommt und ihnen Abendbrot macht. Ich mußte sogar noch dort anrufen (am Wochenende wird automatisch zum Notdienst durchgeschaltet), um zu fragen, WANN sie kämen. Sie haben ihm sogar den Hausnotruf Ende Februar gekündigt, weil mein Vater zeitweise im Minutentakt dort anrief. Meist war dann aber gar nichts. Er rief auch, wenn das Getränk leer oder kein Brot mehr da war.
    Zur Krönung finde ich dann bei meinen Besuchen viele Notizen, wie fiese ich und "die da unten" seien. Gestern erzählte sie meiner Freundin, "die da unten und ihre Tochter" seien so böse.
    Zu mir sagt sie dann immer, SIE habe das nicht geschrieben. Ich sollte wissen, dass das die Krankheit ist, aber das mit den Zetteln geht schon sehr lange. Immer gegen mich oder den Rest der Familie, wenigstens landen sie nicht mehr beim Nachbarn. Nur unten auf die Fußmatten verteilt sie Zettelchen, auf einigen steht aber manchmal auch, sie sollten ihnen bitte helfen, sie wüßten nicht, wer die da unten sind.
    LG Gebby

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