• sehr geehrte Damen und Herren,


    warum tun sich die Ärzte so schwer, die Diagnose Demenz auszusprechen . Meine Ehefrau war in zwei verschiedenen Kliniken und bei der Gedächtnissambulanz. Jedes mal die gleiche Diagnose : demenzielle Entwicklung. Diese Aussage bringt gar nichts, weder bei der Einstufung, noch bei der Bestellung eines gesetzlichen Betreuers. Langsam kommt mir der Verdacht, die Ärzte stehen unter Druck von Seiten der Pflegeversicherungen. Lieg ich da so falsch ?

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Hanne63,


    ich kann die Wahrnehmung des "hingehalten werdens" bezüglich der Diagnosestellung sehr gut nachvollziehen. Dennoch sind für die Diagnose einer Demenz klare Diagnosekriterien und Leitlinien vorgegeben, die berechtigterweise eine eindeutige Diagnose gerade in frühen Stadien der Erkrankung nur sehr vereinzelt erlauben. Oft bedarf es einer längeren Verlaufsbeobachtung, eindeutiger Befunde zum Ausschluss anderer möglicher Ursachen und auch belegbarer Einschränkungen in der Bewältigung des Alltages. Hier hilft es wirklich keinem der Betroffenen, wenn eine Demenzdiagnose zu früh gestellt und somit auch leichtfertig eine Entmündigung des Patienten stattfindet. Die Selbstbestimmtheit und freie Willensbildung muss hier in einer Güterabwägung trotz aller daraus entstehender sozialrechtlicher Schwierigkeiten immer mitgedacht werden.


    Freundliche Grüsse,


    Marc Lässer

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