Umzug in eine geschützte/geschlossene Station während Corona?

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  • Hallo zusammen,


    ich hoffe, hier einen Rat für unsere Situation zu finden.


    Kurzform: Wir benötigen für meinen an Alzheimer-Demenz erkrankten Vater einen Platz in einem Heim mit einer geschützten oder geschlossenen Station. Das gestaltet sich aktuell sehr schwierig, es muss aber voraussichtlich noch im Mai sein... Hat jemand Tipps, oder Erfahrungen?


    Die ganze Geschichte: mein Vater (78) ist seit Jahren an einer Alzheimer-Demenz erkrankt und lebt seit einem halben Jahr in einer Senioren-WG. Nun hat sich herausgestellt, dass er von dem Zusammenleben in der WG täglich überfordert ist, was sich in Aggressionen äußert. Das gehörte vor der Krankheit nicht zu seinem Wesen. Kürzlich kam er aus der WG notfallmäßig in die Psychiatrie, da er einen Mitbewohner wegen eines harmlosen Missverständnisses angegriffen hatte. Das kam in letzter Zeit häufiger vor, war aber dieses Mal wirklich ernst. Nun ist der auf der gerontopsychiatrischen Station, und dort geht es ihm viel besser. Er ist zwar völlig orientierungslos, und nach Einschätzung des Personals in einem späten Stadium der Erkrankung, aber er ist nicht aggressiv. Sie empfehlen eine geschützte oder geschlossene Station nach Entlassung aus der Psychiatrie, und meine Mutter und ich teilen diese Meinung. Er scheint mit einem mitgestalteten Zusammenleben inzwischen völlig überfordert zu sein. Zudem möchte er immer raus, daher muss es eine Wohnform sein, die das auffangen kann. Er kann nicht mehr alleine rausgehen, er wäre kaum aus der Tür, und wüsste schon nicht mehr, wo er wohnt und wie er dorthin zurück findet. Nun wird er in einigen Wochen aus der Psychiatrie entlassen, vermutlich Mitte Mai. Dann muss eine andere Unterbringung gefunden werden. Allerdings sprechen viele geeignete Heime von Quarantänemaßnahmen. Was sollen wir also tun? Er ist in der Psychiatrie bereits ziemlich isoliert, da Besuche etc. verboten sind. Und die Klinik würde auch bei Verlassen auf Corona testen. Aber ob man damit ein Heim überzeugen könnte, ihn aufzunehmen? Meine Mutter wäre sogar bereit, ihn für 14 Tage wieder nach Hause zu nehmen, aber mehr wird sehr schwer, da er nur 4 Stunden die Nacht schläft (mit Glück...) und ansonsten jede Minute Aufmerksamkeit benötigt.


    Ideen, Erfahrungen, Tipps?


    Vielen Dank!
    Nana

  • Hallo NanaK,
    Iden habe ich keine, aber jede Menge Erfahrungen.
    Auch meine Mutter hat die sogenannte Hinlauftendenz und es waren starke Agressionen aufgetreten.
    Ich habe mehrfach versucht eine geeignete Einrichtung für sie zu finden und bin jedesmal gescheitert. Hauptursache war und ist die Totalverweigerung meiner Mutter jegliche Hilfe anzunehmen. Ich konnte auch keinen Pflegedienst oder eine Seniorenbegleitung installieren. Ichbin glücklicherweise in der Lage für einen gewissen Zeitraum die Pflege selbst zu übernehmen. Ab Oktober muss ich aber wieder arbeiten. Dann muss ich eine Lösung finden.
    Die Agressionen konnte ich ganz gut mit einem Medikament bekämpfen, das mir ihr Hausarzt aufgeschrieben hatte. Allerdings schläft sie jetzt eigentlich den ganzen Tag.
    Sie wird immer schwächer und isst und trinkt kaum noch.
    Ich würde die Tatsache, dass ihr Vater wegläuft bei der Suche nach einer Einrichtung nicht in den Vordergrund stellen. Das schreckt die Einrichtungen ab. Die Einrichtungen, die ich kontaktiert hatte und die in Frage gekommen wären haben immer nur eine sehr kleine Demenzabteilung mit entsprechenden Vorrichtungen, die das Weglaufen erschweren sollen. Sie haben es ja wenigstens geschafft, dass Ihr Vater eine andere Einrichtung aufgesucht hat, so dass sie nicht mit einem großen Widerstand Ihres Vaters rechnen müssen.
    Es gibt einige Einrichtungen, die Sie bei der Suche unterstützen können. Der Sozialdienst eines Krankenhauses, sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises oder Ihre Pflegekasse.
    Meines Erachtung braucht man viel Glück und muss Geduld haben.
    Ich wünsche Ihnen ein glückliches Händchen.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo NanaK,
    ICH möchte Hanne in Ihrer Einschätzung unterstützen. Es ist wahrscheinlich auch für den Vater einfacher, direkt in eine neue Umgebung zu ziehen als mit einem Zwischenstopp zu Hause.
    ICH wūrde Ihnen auch nicht empfehlen zu "tricksen". Es wird von der Klinik eh ein Gutachten geben - und es würde dem Vertrauensverhältnis mit der zukünftigen Einrichtung schaden. Binden Sie die Pflegekasse ein, sie muss in letzter Instanz dafür sorgen, dass eine adäquate Unterbringung gewährleistet wird.
    Wenn die Klinik einen Test durchführen kann, wäre das natürlich sehr hilfreich.
    Alles Gute wünscht
    Klaus Pawletko

  • Vielen Dank für die Antworten! Das Problem hat sich quasi durch ein "Wunder" in Luft aufgelöst, nachdem es erst so aussah, als ob wir ganz schön kämpfen müssten. In einem Heim, welches meine Mutter direkt vor der Krise besichtigt hatte, und wo er dann auch bereits auf der Warteliste stand, ist ein Platz frei geworden. Er ist heute schon dort eingezogen! Wir sind sehr froh und hoffen, dass es weiter gut verläuft. Meine Mutter durfte ihn mit Schutzanzug heute auch in sein Zimmer begleiten, danach gilt aber erstmal wieder Besuchsverbot.
    Ich hoffe, dass andere Leser hier auch so ein Glück haben.


    Beste Grüße
    Nana

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