Versteifung bei Demenz

  • Meine Mutter hat nun seit mehr als 15 Jahren eine frontotemporale Demenz. Ich würde sagen, dass sie mittlerweile im letzten Stadium ihrer Demenz angelangt ist. Es besteht eine Harn- und Stuhl-Inkontinenz, seit 5 Jahren sitzt sie im Rollstuhl. Seit gut 3 Jahren wird es immer schlimmer mit der Steifigkeit der Gelenke. Laut den Pflegekräften wird das Pflegen, das An- und Ausziehen meiner Mutter immer schwieriger und die Pilzinfektionen in diversen Regionen nehmen aufgrund der mangelnden Pflege zu. Als Dekubitusprophylaxe wurde ihr im letzten Jahr eine Spezialmatraze verordnet, dennoch hat sich durch ihr ca. 50 kg Gewicht und die knochige Gestalt seit Neuestem öfters am Rücken und an der Ferse ein Dekubitus gebildet.


    Vor ca. 1 Jahr wurde ihr gegen die Steifigkeit Alprazolam 1 x täglich 0,5 mg verschrieben, welches bis heute durchgängig gegeben wurde. Die Steifigkeit ist nach wie vor gegeben. Ob sie mit oder ohne dieses Medikament besser oder schlechter zu händeln ist, mag ich nicht zu beurteilen. Als Angehöriger hat man eine andere Wahrnehmung als eine Pflegekraft. Ich habe dieses Medikament absetzen lassen, wir versuchen nun eine Alternative zu finden. Dies scheint durch das Lamotrigin, welches sie schon seit Anfang an bekommt, allerdings mehr als schwierig.


    Haben Sie eine Idee, wie man den Muskelversteifungen entgegenwirken kann und eine würdige Pflege ohne Gewalteinwirkung durchführen kann?


    Eine Zeit lang bekam sie auch noch Ergotherapie. Aufgrund des schmalen Budgets des Hausarzt, wurde dies aber nicht weitergeführt.


    Freue mich auf Ihre Rückmeldung.


    MFG Anke Meyer-Monen

  • Hallo Anke,
    Muskelsteifheit und motorische Störungen entstehen im Alter durch Dopaminmangel, welche durch Neuroleptika noch drastischer in den Vordergrund treten-bis hin zur Parkinsonkrise (Muskelsteifheit, Tremor (Zittern ),Akinesie.
    Das war bei meiner Mutter so.
    Bekommt Deine Mutter außer Lamotrigin, einem Antiepileptikum, noch andere Neuroleptika (gegen Wahn,Unruhe,Halluzinationen ? Dazu gehören z.B. Seroquel (Quetiapin ),Risperdal, Haldol, Clozapin uvm.
    Wenn ja,könnte das zur Bewegungsunfaehigkeit beitragen.
    Warum hat man ihr das Alprazolam gegeben?
    Es ist ein abhängig machendens Benzodiazepin, wie Valium usw.
    Es geht nicht um die Abhängigkeit, aber schon nach kurzzeitiger Einnahme lässt die sedierende und angstloesende Wirkung nach.
    Jemanden davon wegzubekommen ist fast unmöglich.
    Auch ich habe das bei meiner Mutter in Kauf genommen und mit dem Psychiater beschlossen,ihr morgens 0,5 mg Lorazepam (Tavor)zu geben,da sie unglaubliche Ängste entwickelte.
    Dieses Mittel geben wir ihr auch weiterhin.
    Alles Gute
    Barbara

  • Hallo Barbara,


    außer dem Lamotrigin bekommt meine Mutter sonst keine Medikamente. Nur aktuell etwas um die Pilzinfektionen zu behandeln.


    Zunächst hieß es man hätte ihr das Alprazolam gegen Depressionen verschrieben (so der PDL). Als ich das anzweifelte, sagte man mir es sei gegen Angst- und Panikstörungen (ebenfalls der PDL). Dann fragte ich beim Psychiater nach. Dort hieß es man hätte es zur Muskelentspannung verschrieben. Damit die Pflege besser durchführbar sei, so der Arzt und die Pflegekräfte.


    Na ja. Ich denke, es ist von Pflegekraft zu Pflegekraft unterschiedlich wie meine Mutter händelbar ist.


    Sie hatte am Anfang im Heim schon mal ein Sedativum - veranlasst durch eine Pflegekraft - bekommen. Als es auffiel, durfte derjenige gehen. Meine Mutter war nach dem Absetzen nicht mehr wieder zu erkennen. Fröhliches und freundliches Wesen, ansprechbar. Während der Medikamentengabe ständig müde und tief und fest am Schlafen, teilnahmslos. Es sei ein Ausnahmefall gewesen, es sei nicht die Philosophie des Hauses, Bewohner ruhig zu stellen.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!