Muss ich umziehen?

  • Mein Vater ist mit Demenz seit kurzem in einem Pflegeheim. Seine Rente reicht für die Kosten nicht aus, meine Mutter muss aus dem Ersparten ca. 500,00 € zuzahlen. Wenn das aufgebraucht ist, muss sie Hilfe zur Pflege beantragen, weil sie auch nur 1200,00€ Rente bekommt. Nun hat sie die Auskunft bekommen, sie müsse dann aus der jetzigen, bisher gemeinsamen Genossenschaftswohnung ausziehen (57m², 360,00€ Kaltmiete) ausziehen, um ihre Lebenshaltungskosten zu reduzieren. Stimmt das? Meine Mutter ist 81 Jahre, hatte schon einen Herzinfarkt, aber keine Pflegestufe.

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte/r Adite,


    bei der Berechnung der "Hilfe zur Pflege in stationären Einrichtungen" wird normalerweise auch berücksichtigt, dass Ehepaare vorrangig gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet sind. Das heißt, der Unterhalt des in der Wohnung verbleibenden Ehepartners soll vom gemeinsamen Einkommen gesichert werden.


    Siehe hierzu die Beispielberechnung auf folgendem Link:


    https://www.wegweiser-demenz.d…unterhalt-ehepartner.html


    Dadurch soll vermieden werden, dass der in der Wohnung verbleibende Ehepartner selber Grundsicherung beantragen muss.


    Bei Bezug von Grundsicherung kann das Sozialamt tatsächlich verlangen, dass eine zu große und zu teure Wohnung aufgegeben werden muss. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Wenn der Betroffene aufgrund seines Alters und/oder einer schwerwiegenden Erkrankung nicht in der Lage ist, eine Wohnung zu suchen und ein Umzug eine unzumutbare Belastung darstellen würde. Dies kann durch ärztliche Atteste untermauert werden.


    Ich habe bisher noch keinen Fall erlebt, bei dem der in der Wohnung verbleibende Ehepartner vom Sozialamt zum Umzug aufgefordert wurde.


    Aber, wie schon in dem Text zur Beispielrechnung erwähnt, es kann in den einzelnen Bundesländern abweichende Regelungen geben. Daher wäre es sinnvoll, wenn Sie oder Ihre Mutter sich vor Ort dazu beraten lassen würden.


    Mit freundlichem Gruß
    Birgit Spengemann

  • Sehr geehrte Frau Spengemann!
    Viele Dank für die schnelle und umfassende Antwort, hat uns, d.h. meine Mutter, erstmal beruhigt.
    Adite

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