Wie geht es Euch denn so - Thread II

  • Hallo in die Runde,


    nachdem ich viermal versucht habe, mich anzumelden und ich viermal versucht habe in Sonnenblümchens "Wie geht es Euch denn so"-Thread zu schreiben und ich jedesmal rausgeflogen bin, habe ich mir gedacht, ich eröffne ihn hier neu. Zudem sehe ich auch nur die Seite 11, egal ob dahinter noch die Seite 12 oder 13 folgt.


    Bin ich die Einzige, der es so geht?


    Zurück zum Thema: *smile*


    Bei uns geht es mit der Depression/Demenz weiter. Essen und Trinken wird immer schwieriger. Sie isst und trinkt zwar, aber immer weniger. Sie hat Schluckbeschwerden, Rückenbeschwerden, kann immer schlechter laufen. Die Ärztin kommt zum Hausbesuch und tut was sie kann. Aber es wird auch nicht viel angenommen.
    Wir schaffen es manchmal sie zu beschäftigen, aber die Lustlosigkeit am Leben wird stärker. Ich verstehe sie auch. Wenn sie kaum mehr vor die Tür kann, dann ist ihr Leben gefühlt zu Ende. Ich habe das schon öfters erwähnt. (Hamsterrad) Ich glaube, dass jeder Mensch seine eigene Lebensgrenze hat. Was für den einen noch lebenswert erscheint, ist es für den anderen noch lange nicht.


    Die Vorstellungen, die meine Schwiegermutter vom Leben gehabt hat, haben in einigen wesentlichen Lebensbereichen noch nie mit der Wirklichkeit übereingestimmt. Und jetzt kommt sie hinten und vorne nicht mehr klar und ihre Gefühle und ihr Verstand kollabieren. Und das macht natürlich depressiv. Ihr Lebenssinn ist weg. Sie fühlt sich bestraft, missachtet, im Stich gelassen. Und ich glaube, dass es vielen Demenzkranken so geht.


    Was Sie Herr Hamborg über die Depression schreiben, stimmt. Sie braucht hier klare Ansagen. Aber das hilft auch nicht immer. Und die Demenz ist nach solch geistigen Unfällen meist stärker als vorher. Zufall? Wohl eher nicht.


    Mir geht es mit all dem oftmals bescheiden, da auch alles andere nicht einfach ist bei mir. Es ist ein Warten auf den Supergau und auf das, was dann kommt. Und ehrlich gesagt: Ich will das nicht haben, kann es aber mit meinem Wissen darüber einordnen und schauen, wie ich dann einigermaßen überleben kann.


    Und wie dreht sich euer Hamsterrad?


    Liebe Grüße an alle, die hier mitlesen

  • Grüß Dich Teuteburger,
    das war ein gute Idee von Dir einen neuen Thread aufzumachen; der erste ist vielleicht für das System inzwischen zu lang geworden; ich sehe auch nur Seite 11....und erst wenn ich weiterklicke kommt Seite 12 etc.


    Ich habe auch öfters mal Probleme, mich anzumelden und weiß nicht, woran es liegt......dann geht es wieder. (Das ist übrigens auch bei einem anderen Forum (Deutsche-Alzheimer.de) der Fall...dort habe ich es inzwischen aufgegeben...mal funktionierts mal nicht...ich zweifelte schon an meinem Verstand...das brauch ich nicht noch zusätzlich ;-)


    Mein Hamsterrad dreht sich derzeit etwas langsamer....aber ich kann mir ja ausmalen, was mir und meinen Eltern noch bevorsteht....ich erhole mich derzeit und sammele Kräfte für die Zukunft.


    liebe Grüße

  • Hallo in unsere Runde,


    mein Stiefvater ist nun nach seinem erfolgreichem Fluchtversuch aus dem Pflegeheim bereits "4 Wochen!!!" wieder zu Hause.


    Es fällt mir sehr schwer, dies alles mit Haltung zu tragen. Heute Nachmittag dachte ich nicht mehr atmen zu können, so wütend und verzweifelt macht mich diese Situation. Einzig der Gedanke an Euch, die Ihr ebenfalls jeden Tag erneut versucht den Alltag mit all seinen neuen Herausforderungen zu meistern und zu überstehen, ließ mich wieder etwas zur Ruhe kommen. Meine destruktiven Gefühle ständig unterdrücken zu müssen, kostet mich am meisten Kraft. Immer wieder nehme ich mir vor, geduldiger und verständnisvoller zu sein, aber es will mir nicht mehr gelingen. Dieser Mann hat es in nur einem Monat geschafft, den kompletten Tagesrythmus auf den Kopf zu stellen. Hätte ich nicht die Aussicht, dass am Montag der Betreuer aus dem Urlaub kommt, wäre ich schon explodiert.


    Nun bin ich an dem Punkt angelangt, an dem ich mich um mein Leben betrogen fühle. Da bin ich ganz bei Teuteburger: "Ich warte auf den Supergau und warte, was danach kommt" und bei Sonnenblümchen: "Aber die Storries kennt Ihr ja schon.
    Warten auf den Tod, der nicht kommt."


    Meine bisher gut bewährte Strategie, aufzuräumen, etwas Sinnvolles für mich zu tun etc. greift nicht mehr. Ich fühle mich wie gelähmt, starre in meinen Pausen Löcher in die Luft oder falle in einen kurzen komaähnlichen Schlaf. Werde ich dann wieder wach, springt mich dieses allesverzehrende "Kümmermonster" sofort an. "Schau auf die Uhr, sie müssen ihre Tabletten nehmen und vorher etwas essen. Du musst im Ryhtmus bleiben, der Hund muss raus, Du musst, Du musst ..."


    Es gibt einen sehr alten Film, "Der Tiger von Eschnapur". In einer Szene findet ein deutscher Architekt in einem indischen Palast unerwartet ein dunkles Verlies, in dem Lebrakranke eingekerkert wurden. Dieses Geräusch, als die Kerkerinsassen sich ungläubig, noch an das Licht der Fackeln gewöhnend, langsam erheben und nur ein Raunen von sich geben, lässt mich jedes Mal erschauern. Plötzlich wird ihnen klar, dass ihnen soeben die Chance einer Rettung zuteil wird und somit steigert sich dieses Raunen in eine unruhige und verzweifelte Aufbruchsstimmung. Gruselig!


    Natürlich gibt es einen Grund, weshalb ich Euch von dieser Filmszene berichte. Sobald ich die Wohnung meiner Lieben betrete und sie mich erblicken, werde ich sofort "verhaftet". "Eben habe ich etwas gehört, eben kommt sie. Elisabethaaaa, bist Du es?" Meine Mutter, mein Stiefvater und unser Hund scheinen nur auf mich gewartet zu haben. Als könnte es nur noch mir gelingen, die Welt in die Wohnung zu bringen. Irgendwie erinnert die Atmosphäre auch an eine Gruft, leblos und trostlos. Die Klinke zur Wohnungstür noch in der Hand, möchte ich am liebsten auf dem Absatz kehrt machen und augenblicklich flüchten. Das ist dann wieder mein "Tiger von Eschnapur-Deja-vu".


    Ich bin ein extrem freiheitsliebender Mensch, der mit der ausgeprägten Anhänglichkeit und auch körperlichen Nähe eines Demenzkranken nur sehr schwer umgehen kann. Daher kann ich meine Besuche nur noch auf immer kürzere Phasen beschränken, um gleich darauf wieder ins normale Leben zurückkehren zu können. Wie ein Taucher, dem nur ein bestimmter Vorrat an Sauerstoff zur Verfügung steht und dann wieder auftauchen muss. Genauso fühle ich mich, wenn ich meine "Schicht" einmal wieder bewältigt habe und japsend nach Luft auf dem Flur stehe.


    Wird es für mich je wieder ein lebenswertes Leben geben? Werde ich dann noch in guter körperlicher und geistiger Verfassung sein? Gebe Gott, dass ich es rechtzeitige merke, wenn dem nicht so sein sollte, damit ich meinem Sohn dieses Pflegeelend ersparen kann.


    Ach, Ihr Lieben, es ist so tröstlich zu wissen, nicht alleine zu sein.


    Euch allen viel Kraft und glückliche Veränderungen.


    Herzlich


    Eure Elisabetha

  • Hallo Sonnenblümchen,


    ich freue mich so über Deine Antwort, wirklich, eigentlich habe ich gar nicht damit gerechnet, eine Reaktion zu erhalten. Meine gestrigen Zeilen waren nicht sonderlich erbaulich, sondern spiegeln mein Seelenleben nach einem ganz "normalen" (Wahnsinns-) Tag.

    Als ich heute Morgen meinen eigenen Beitrag nochmals las, bin ich erschrocken. Mein Gott, jeder Satz ist die aufrichtige Wahrheit. Aber will ich den Rest meines Lebens so weitermachen und total verkümmern? Das ist dann die für mich typische Reaktion auf eine Talfahrt. So nicht und jetzt erst recht! Aber wo anfangen und wie? Alles was den formellen Teil der Rückkehr meines Stiefvaters in ein Pflegeheim betrifft, ist Sache des Betreuers. Die Selbstfürsorge ist meine Aufgabe.


    Also muss ich dringend etwas für mein Seelenleben unternehmen und auch meine grauen Zellen herausfordern, bevor ich im grauen Sumpf der ansteckenden Lethargie und Gleichgültigkeit versinke. Da ich dazu neige, in diesen euphorischen Momenten gleich die Alpen versetzen zu wollen, greife ich gerne auf meine neue Bucherwerbung zum Thema Kaizen zurück. Großes in kleinen Schritten erreichen. Gut, damit kann ich leben. Also Step by Step!


    So habe ich ganz spontan im Internet das Wort "Selbstmotivation" eingeben und prompt blitzte vor meinen Augen ein You-Tube-Video von Christian Bischoff, einem Persönlichkeits- und Mentaltrainer auf. Schaden kann es nicht, sagte ich mir und klickte erwartungsfroh das Kurz-Video zum Thema "Respekt" an und dann das nächste u.s.w. Eine schier unerschöpfliche Kraftquelle tat sich da vor mir auf. Ich liebe es, wenn meine Entschlossenheit mit solch einer Fundgrube belohnt wird.


    Ich habe einige Jahre im Außendienst gearbeitet und wurde mit zahlreichen Seminaren u. A. auch zur Persönlichkeitsbildung erschlagen. Daher bin ich ziemlich skeptisch geworden, wenn es um Mentaltrainer oder Coaches geht. ("In zwei Jahren kann auch Dein Porsche vor Deiner Eigentumswohnung stehen! Alles eine Frage der richtigen Motivation!" Aha. ) Doch von Christian Bischoff´s Beiträgen fühle ich mich angesprochen und motiviert.


    Für mich zählt jetzt einfach eine neue Ausrichtung für mein Leben. "Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt " (Konfuzis). Damit ergeben sich immer wieder neue Begegnungen und Chancen. Um meiner aufkeimenden Freude auch einen positiven Ausdruck zu verleihen, habe ich mich trotz erdrückender Temperaturen auf den Weg zum Eiscafé gemacht und mir etwas Schönes gegönnt. Nur für mich!


    Als ich im Anschluss meine beiden zum Abendessen rief und sie dann schlurfend in die Küche kamen (man meint, sie hätten mir eine Ehre erwiesen, ihre heiß geliebte Couch zu verlassen) wurde ich mit eindeutigen Körpergeräuschen konfrontiert, die mich bei meinem Sohn im Säuglingsalter noch in Verzückungen hatten geraten lassen. Da war sie wieder, diese vertraute Erkennnis, die ich so hasse und die mich jedes Mal schmerzt. Dieses hässliche Nichtvorhandensein von Wertschätzung. Die Argumente Alter und Krankeit zählen für mich nicht, denn bei anderen können sie sich ja auch benehmen. Ihr wißt, was ich meine.


    Nun möchte ich meinen Beitrag für heute mit eine wunderschönen Methaper beenden:


    Eines Abends saß ein alter Indianer mit seinem Sohn am Lagerfeuer.
    Es war dunkel geworden.
    Die Bäume um sie herum warfen schaurige Schatten und das Feuer knackte und knisterte, während die Flammen in den Himmel züngelten.


    Der Indianer schaute nachdenklich in die Flammen.


    „Das Flammenlicht und die Dunkelheit, sind wie die zwei Wölfe,
    die in unseren Herzen wohnen.“


    Fragend schaute ihn sein Sohn an.
    Nach einer Zeit des Schweigens begann der Indianer seinem Sohn
    eine Geschichte zu erzählen.


    „Der eine, – der Schwarze Wolf ist böse.
    Er arbeitet mit Angst, Ärger, Sorgen, Schuld, Lügen, Unterdrückung, Vorurteile, Eifersucht, Neid, Gier, Überheblichkeit, Arroganz, Feindschaft und Hass.
    Er ist rachsüchtig, aggressiv und grausam.


    Der andere, – der Weiße Wolf ist gut.
    Er nutzt Zuneigung, Vertrauen, Aufrichtigkeit, Offenheit, Liebe, Wohlwollen, Güte, Verständnis, Mitgefühl, Freundschaft, Frieden, Rücksicht, Gelassenheit, Hoffnung, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Wahrheit und Freude.
    Dieser Wolf ist liebevoll, sanft und mitfühlend.


    In jedem von uns lebt ein Weißer und ein Schwarzer Wolf.
    Zwischen beiden Wölfen findet ein immer währender Kampf statt.“


    Der Enkel schaute nachdenklich in die Flammen des lodernden Feuers.
    Er dachte über die Worte seines Vaters nach.
    Nach einer Weile frage er:
    „Sag Vater, welcher der Wölfe gewinnt den Kampf?“


    Der Indianer sah ihn eindringlich an und antwortete:
    „Es gewinnt der Wolf, den du am häufigsten fütterst!“



    Wenn hier ganz offen und auch oftmals verzweifelt geschildert wird, was in Euch vorgeht, so sind es die Beiträge von Eurer Verzweiflung, Wut und Angst, die mir wieder bewußt machen, dass ich nicht alleine bin und wie stark wir doch alle sind. Wir haben gelernt, in die Abgründe des Lebens zu blicken und auch die Konfrontation mit unseren dunkelsten Schattenseiten ertragen. Wir lernen, wie man Trauern auf Raten aushält, versuchen, das Trauma unserer Kindheit zu verarbeiten, den Eltern die Ehre zu geben, sich jedoch gleichzeit endgültig von Ihnen abzunabeln - und das alles im Endspurt der Zielgeraden, stets im Bewusstsein unserer eigenen Endlichkeit. Das hat aufrichtigen Respekt verdient, meint Ihr nicht.


    Es grüßt Euch herzlich


    Elisabetha

  • Liebes Sonnenbluemchen, liebe Elisabetha!
    Auch ich verstehe Euch sooo gut.
    Ich habe letzte Woche den Bericht im Fernsehen gesehen,in dem Annette Frier sich mit Demenzkranken unterhält und mit diesen zusammen Musik (singen)machen möchte.
    Was für "Vorzeige -Demente"-ja die hätte ich auch gerne an meiner Seite und wuerde sie gerne betreuen.
    DAS IST DOCH NICHT DIE REALITÄT
    Der Wahn meiner Mutter wird immer schlimmer.
    Mein Bruder war für 2 Tage hier und sie war in "Topform"(total wahnhaft).
    Sie hat am Mi Abend nach dem Abendbrot wohl geschrien:Oh mein Gott,jetzt haben die mir eine Spritze in den Kopf gesetzt?????
    Sie ist zusammengesackt und hätte nicht mehr alleine die Treppe hoch ins Bett geschafft.
    Mein Bruder hat sie hochbegleitet.
    Paranoia überall! !!!
    Und mein Vater begreift die Krankheit immer noch nicht und glaubt ihr alle erfundenen Geschichten, die sie erzählt.
    Heute schickt sie ihn mit einem Zettel und 30 Euro zu mir.
    Er solle 20 Resedorm Tabletten bei mir kaufen (ein Schlafmittel,welches schon 20 Jahre nicht mehr im Handel ist-Demenzkranke leben in der Vergangenheit! !!).
    Ich habe meinen Vater angeschrien, ob er die Krankheit immer noch nicht begreift!?
    Sagt er :Nein
    Klarer Fall von Demenz auch bei meinem Vater.
    Wenn ich heute eine Knarre gehabt hätte, ich hätte beide erschossen.
    ICH WILL MEIN ALTES LEBEN ZURÜCK! !!!
    Ich ertrage diesen Wahnsinn nicht mehr.
    Ich habe mir immer wieder vorgenommen,ruhig zu bleiben.
    Es gelingt mir nicht!!!!
    Alles Gute
    Barbara

  • Guten Abend in die Runde,
    besonders an Sonnenblümchen, Elisabetha und Barbara,


    ich verstehe Euch so gut...und bin heilfroh, derzeit den Wahnsinn nicht mehr selbst aushalten zu müssen, weil meine Eltern inzwischen in einem Heim leben (was mir aber wiederum ein schlechtes Gewissen macht, wenn ich die Gesamtumstände sehe...)


    zum Thema der Darstellung Demenz in Filmen und Fernsehen...da werde ich derzeit nur noch wütend...weil es mich zu anfangs auf eine falsche Fährte geführt hat....diese softe Demenz....die da immer gezeigt wird..offenbar läßt sich mit den schlimmen Fällen oder einfach gesagt mit der fortgeschrittenen Demenz weniger Geld dann in den Massenmedien verdienen...


    auch in den Selbsthilfegruppen habe ich die Erfahrung gemacht...dass da eher Demenzkranke im Anfangsstadium oder ich nenn es jetzt mal "Demenz light" vorhanden war....


    und wenn das Stadium über das Light-Stadium hinausgeht....da steht man dann allein da... habe ich jedenfalls so erfahren...


    auch jetzt..wo meine Eltern im Heim sind....und ein "ewig sich kümmernder und sich einmischender" "wohlwollender" Nachbar...sie nun dort besucht hat....sagt mir auf einmal....dass er das schwer aushält, und gar nicht weiß, ob er noch einmal dort hin möchte....ach ja....aber hallo...vorher hatte ich mit diesem Herrn mehrfach das Vergnügen bzgl. schlechtes Gewissen machen...und Heimeinweisung hinauszuzögern, da er quer-getrieben hat, wo es nur ging......und sich eingemischt....jedenfalls von meiner Seite her ungefragt....


    in den letzten Stadien...(wie viele mag es wohl geben...es ist einfach fürchterlich)....verabschieden sich immer mehr Besucher, Nachbarn etc...
    das ist es auch, was mich gewundert hat...: das ich nie (!!!) bei meinen Besuchen im Heim (Demenzstationen, auch beschützte Station..also 2 verschiedene Stationen)...andere Besucher gesehen habe..ich bin zwar sehr selten dort...aber ich habe nie jemanden anders als Besucher gesehen....
    jetzt wo meine Mutter auf einer sog. gemischten Station ist...da habe ich immer sehr viele andere Besucher gesehen (also alles vor Corona noch)....und daraus schloss ich dann...dass eben auf der Demenzstation, bes. auf der geschützten...nur noch sehr selten Besuche stattfinden (auch ohne Corona)...und ich mache auch niemanden einen Vorwurf..weil es einfach nur sehr schwer auszuhalten ist.......
    anfangs versuchte ich einen Besuchsdienst zwecks Spaziergänge zu organisieren für meine Mutter....da bekam ich dann zu hören, dass es eine Pflegekraft (die ansonsten außerhalb des Heimes arbeitet)...es nicht aushält, weil die Station einfach zu bedrückend ist...und sie es nicht mehr machen möchte...na super...wenn sogar die Profis..das nicht aushalten...das nur mal so als Info für Euch...die Ihr noch ZuHause Euch müht.....
    Es beschäftigt mich immer noch alles sehr...und das obwohl ich selbst ja nicht direkt pflege....es geht nicht spurlos an mir vorüber...das merke ich...
    und wenn ich Euch so lese...leide ich mit.


    das alles wird nicht in der Öffentlichkeit gezeigt...und niemand ist darauf vorbereitet.


    Vielleicht kann ich insoweit einen neuen Rat geben...den ich aus den letzten Wochen geschöpft habe:
    Vertraut nur noch auf Euch selbst....was man selbst fühlt und für richtig hält...dahin geht der Weg....


    liebe Grüße


    P.S.: die meiste Kraft derzeit schöpfe ich übrigens aus dem Austausch in diesem Forum....

  • Hallo in die Club-Runde,


    ihr habt ja viel geschrieben. Und es freut mich von Euch allen etwas zu hören. Leider komme ich erst jetzt zum Schreiben.
    Mein Wochenende war anstrengend, auch wenn mein Mann heute bei meiner Schwiegermutter gewesen ist.


    Hanne,


    ich finde es gut, dass du versuchst Kraft zu schöpfen, aus den Dingen, die dir helfen, wie dem Schwimmen ect. Ein langsam drehendes Hamsterrad und eine ungewisse Zukunft, wie bei uns allen, das braucht auch Kraft.


    Du hast auch einmal etwas geschrieben, dass du vom Optimisten zum Pessimisten geworden bist in der Zeit, in der die Demenz deiner Eltern begonnen hat.


    Für mich existieren beide Seiten gleichzeitig. Zu mir hat einmal jemand gesagt: Positives Denken bringt da nichts mehr, ab einem gewissen Punkt. Zumindest nicht in dem Sinne, dass alles ein gutes Ende nimmt, sondern dass hin und wieder, trotz allem, ein kleiner Lichtblick zu sehen ist, mit dem Rattenschwanz von dem im Gepäck, dass die andere Seite auch bald wieder auftauchen wird.


    sonnenblümchen,


    ja der tägliche Kraftakt, das Murmeltier und die immer sich ähnelnden Vorfälle, ohne Aussicht auf Besserung, kein Verständnis und Toastbrot. Es ist eine Verantwortung, die man im Grunde so nicht will und doch macht es kein anderer.


    Das ist ein emotionaler Spagat, den ich gut nachvollziehen kann.


    Elisabetha,


    die Geschichte aus dem Tiger von Eschnapur hat mir gut gefallen. Sie trifft den Nagel auf den Kopf, was die Erwartungshaltung an einen selbst, von Seiten der Demenzkranken angeht. Sie spiegelt auch gut die eigene Hilflosigkeit im Angesicht dessen, was man da sieht, wieder.
    Mich hat dein Text, so wie auch die ehrlichen Zeilen von Hanne, Sonnenblümchen und Barbara, sehr berührt. Und der letzte Abschnitt von deinem zweiten Post ganz besonders.


    Die Indianergeschichte ist in meinen Augen von demjenigen, der sie geschrieben hat, gut gemeint gewesen, dass ganz sicher. Aber sie ist für mich nicht so stimmig, wie deine eigenen Worte. Der gute Indianer geht davon aus, dass man Emotionen einfach mal so füttern kann oder sie sein lassen kann. Es gibt noch so eine Indianer-Geschichte, die heißt: Im Schlechten das Gute sehen. Für mich sind beide ähnlich weich gespült, wie die Filme, die Hanne und Sonnenblümchen erwähnt haben. Denn wenn das Leben tatsächlich immer schön und gut wäre, dann gäbe es diese Emotionen kaum. Stattdessen werden Geschichten erzählt, damit man mit den Lebensumständen oder dem, was einen quält, gelassener umgehen soll. Das kann sogar gelingen, vielleicht sogar bis hin zur Abstumpfung.

    Ich fände es zum Beispiel toll, wenn in Heimen eine echte familiäre Atmosphäre herrschen würde, wenn das Essen hier gut wäre, wenn es Demenzdörfer geben würde, wenn alle Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen hätten, so dass man nicht alles arbeiten muss, sondern dass man zum Beispiel aus freien Stücken in Altenheimen ect. aushelfen kann und man auch wieder mit gutem Gewissen gehen kann, weil ein anderer dann vorbeischaut und hilft. Ich fände es gut, wenn Sonnenblürmchen Hilfe von einem ganzen Arbeitstrupp bekäme, wo man sich täglich abwechseln kann, damit es keinem zuviel wird. Und ähnliches wünschte ich mir für alle anderen usw.
    Was wäre dann mit den negativen Emotionen`? Ich glaube, sie wären bei vielen Menschen dann weniger oder weg. Negative Emotionen haben für mich immer einen realen Hintergrund. Und jedes Gefühl, braucht, so meine Meinung, auch die passenden Ressourcen oder zumindest eine gute Perspektive und Verständnis für die Lebensumstände im Hier und Jetzt und nicht nur ein Füttern von der einen oder der anderen emotionalen Seite. Das ist mir noch nie gelungen und wenn, dann nur bei seichten Umständen.*smile* Mich stört daran zum Beispiel, dass man negative Lebensumstände als normal ansehen soll und das tue ich nicht. Ich habe da andere Herangehensweisen, die mir besser helfen, wenn auch nicht immer.

    Ich denke bei meinen Überlegungen auch an Barbara, die das ehrlich ausgedrückt hat. Wenn man solche paranoiden Zustände hautnah miterleben muss, dann braucht es glaube ich mehr an Verständnis/Wissen/inneren Abstand, als man jetzt tatsächlich aufbringen kann.


    Was die Filme angeht, da stimme ich Euch beiden zu, Hanne und Sonnenblümchen. Ich habe auch einmal ein Buch vor vielen, vielen Jahren von Nicholas Sparks gelesen. Da ging es auch um Demenz. Ach herrje, wenn ich daran denke. *lach* Als ob Liebes"geschichten" das ganze Leben in Ordnung bringen könnten.


    Liebe Grüße in die Runde und seit alle herzlich gedrückt

  • Hallo in die Runde,


    sonnenblümchen, ich habe einen etwas anderen Tagesablauf, da ich mich dem Arbeitsrhythmus meines Mannes angepasst habe. Wir essen sehr spät zu Abend und entsprechend verschiebt sich alles nach hinten. Aber gestern ist es wirklich noch später geworden, weil ich nachmittags in einen komatösen Schlaf gefallen bin. Ich war danach nicht mehr müde . . .


    Engelchen und Teufelchen, ich musste dabei arg grinsen.
    Die Idee mit dem Fahrradfahren ist sicher gut. Mir hilft es auch immer selbst tätig werden zu können. Du kannst ja mal berichten, wie du angekommen bist. *smile*


    Mir tun die Demenzkranken alle sehr leid. Ich war ja auch schon öfters in einer Tagesgruppe dabei. Für mich ist das so zweischneidig. Genauso wie mit dem Pessimisten und dem Optimisten. Auf der einen Seite ist da noch etwas Leben und man kann auch etwas Freude haben, auf der anderen Seite liegt da viel Leid in der Luft. Wie gesagt, ich sehe beides und ich entscheide mich nicht für das ein oder andere. Trotzdem freue ich mich im Moment, wenn etwas Schönes gelingt, vergesse aber trotzdem nicht den Rest.
    Meine Schwiegermutter hat die meiste Zeit im Leben versucht optimistisch zu sein, sie hat sich von allem Negativen abgelenkt und immer mehr verdrängt, bis dann nichts mehr gegangen ist. Ich für mich lerne daraus, mich nicht von wichtigen Lebensfragen/Themen dauerhaft abzulenken, sondern hinzuschauen. Ich kann versuchen mir das anzueignen, was mich das Negative besser verstehen lässt.
    Hilfreich ist für mich zum Beispiel, dass ich innerlich bei mir bleiben kann und das ich dem anderen sein Leben lassen kann, auch wenn es noch so anders und noch so verquert ist. Das entlastet mich interessanterweise. Ist das Optimismus?
    Aber ich habe natürlich meine Grenze, was dies angeht und weil ich diese kenne und ich mir eingestehe, bis hier kann ich noch helfen, aber ab dem und dem Punkt muss ich es sein lassen, sonst tue ich mir und dem anderen keinen Gefallen mehr. Und diese Grenze kennt meine Schwiegermutter inzwischen auch. Es ist wie bei dir Sonnenblümchen, wenn du sagst, ab dem und dem Punkt, ist es besser, wenn ein Heim die weitere Pflege übernimmt., so wie bei Andydreas oder Hanne. Vorher, das wissen wir inzwischen, passiert nicht viel.
    Soweit zur optimistischen Theorie.*lach*


    Ich wünsche allen einen guten Tag


    und liebe Grüße

  • Hallo Sonnenblümchen und alle die mitlesen,


    Danke für deine lieben Worte. Bei mir ist es interessanterweise so, dass ich gefühlt, kaum Unterschiede zwischen den beiden Damen mache. Aber mit meiner Mutter kann ich doch mehr besprechen als mit meiner Schwiegermutter, aber das liegt am mangelnden Interesse, was meine Schwiegermutter hat und nicht daran, dass ich hier Unterscheidungen mache.


    Deine Fahrradtour wäre filmreif gewesen. Aber ich kann mir denken, dass es schon abenteuerlich war mit der Fahrradkette. Ich gehe morgens meist direkt eine Runde laufen um den Block. Zehn Minuten, mehr nicht. Mir hilft das zum Beispiel. Auf dem Fahrrad ist es noch eine Tour frischer als wenn man im Trabschritt läuft. Somit mein Mitgefühl, Sonnenblümchen, denn heute war es wirklich frisch.


    Und jetzt noch was für die Optimisten aus der Nachtcafé-Fernsehtalkshow. Ich mag die Sendung gerne sehen, wenn ich Zeit habe. Hier ging es auch um Liebe und um Demenz.
    Die Geschichte fängt bei 1.07.30 h an. Die Frau im roten Kleid mit den langen Ohrringen. Wie in Hollywood.
    https://www.youtube.com/watch?v=BYoY-71THOU


    Ich habe auch einmal eine Frau beim Spazierengehen getroffen. Sie erzählte mir von ihrer demenzkranken Mutter, die bereits verstorben ist. Sie war auch ein relativ leichter Demenzpatient gewesen und es hat mit einigen wenigen Schwierigkeiten bis zum Schluss gut funktioniert. Die Mutter war auch in einem Heim, konnte sich über Vieles noch freuen, wie beim Spazierengehen über die Blumen usw.


    Du hast gefragt, wie unsere Partner mit der Demenz umgehen, Sonnenblümchen. Recht gut auf der einen Seite. Aber auch hier gibt es Grenzen. Mein Partner hilft seiner Mama in technischen und in Unterhaltungsdingen. Er ist, da er noch arbeiten geht, sonntags immer bei ihr. Er kann aber schwer mit den Depressionen und Aggressionen von ihr umgehen. Er will aber hier dazulernen. Manches fällt ihm schwer. Wir kommen beide bis zu dem Punkte zurecht, wo wir noch ganz wenige Stunden mal für uns haben. Diese sind rar gesät, aber wir verstehen uns im Kern der Sache gut. Was dein Mann gesagt hat, dass hätte auch von meinem Mann kommen können. *lach*


    Ich wollte noch etwas zu dem schreiben, was Hanne geschrieben hat: Dass im fortgeschritteneren Stadium der Demenz die Besucherzahlen abnehmen. Das stimmt in der Tat, leider. Auch in unserem Verwandtenkreis ist das ein Thema. An Geburtstagen wollen sie alle, aber ansonsten nur wenige regelmäßig in größeren Abständen. Die anderen gar nicht.


    Liebe Grüße an alle

  • Hallo,an alle,ich lese regelmäßig alle eure Beiträge, sie sind manchmal zum Schmunzeln,aber da kann man mal sehen,wie ihr versucht,euren Humor zu behalten und wenn es euch damit gelin gt,dann ist der Tiger doch gut,mir ist es damals nicht mehr gelungen,mich irgendwie abzulenken und meinen Humor zu behalten,ich war nur noch verbittert ,habe auf neue Ereignisse gewartet und mich fertig gemacht.Ich schreibe jetzt kaum noch,habe solche schlimmen Erlebnisse wie ihr nicht mehr täglich zu ertragen.Mir geht es eigentlich ein bisschen so wie Hanne oder auch Andydreas.Im Heim ist der Anblick schlimm,aber ich gewöhne mich daran,die Besuche alle 2 Tage eine Stunde sind auszuhalten,ich gehe mit meiner Mutter und Rollator auf den Hof.
    Ich muss sagen, sie haben meine Mutter wieder aufgepäppelt,so dass sie wieder mit Rollator läuft.Sie will nach wie vor wieder nach Hause.Ich versuche bei meinen Besuchen für sie Gesprächspartner zu finden.Gehe mal zu der einen ,mal zu einer anderen.Kleine Fortschritte gibt es schon.Wenn ich jetzt nachgebe,fängt alles von vorne an,es ist jetzt viel leichter für mich.Langsam fange ich wieder an zu leben ,hatte auch schon Freundinnen von mir da.Es ist ganz anders,als diese schwere Last zu tragen. Und dann geht es mir ein bisschen wie Andydreas,meine Mutter bestraft mich ein bisschen mit Nichtachtung,es ist ihr ,glaube ich, egal,ob ich komme,ich habe sie ja ins Heim gebracht,herzliche Gespräche wie früher finden nicht statt.Ich muss es aushalten,es gibt kein Zurück.Aber solche Probleme wie ihr ,habe ich nicht mehr.Ich lese u nd denke an euch,genau so war es bei mir,und ich denke ,Gott sei Dank gab es dieses Ereignis,dass sie ins Krankenhaus kam ,die Ärzte sagten,sie kann nicht zurück.Sie hat jetzt übrigens Pflegestufe 4.Kein Mensch hält das auf die Dauer aus.Ich weiß,auch bei euch ist es eine Frage der Zeit.Haltet es nicht zu lange aus,Barbara,Elisabeth,Sonnenblümchen,ihr macht euch kaputt.Ich werde weiter mitlesen, Hanne,ich löse jetzt den Haushalt auf.Denke an dich,Teuteburger natürlich nicht zu vergessen,halte durch.
    Es grüßt euch alle Rosine.

  • Liebe Rosina,
    und alle anderen...
    @ Rosina: da Du gerade den Haushalt auflöst...möchte ich nochmals auf das Buch "Bis zum Schluß" von Uschmann/Witt hinweisen...da ist ein ganzes Kapitel dem Thema gewidmet und es hat mir sehr geholfen :-)
    Ich hatte den Haushalt in wenigen Wochen geräumt, allerdings viele Autoladungen mit zu mir genommen. Ich dachte daran, die Gegenstände dann auf Flohmärkten etc. zu verkaufen....dann kam Corona..nix mit Flohmärkten..eigene Wohnung jetzt vollgestellt....
    Ich habe nach und nach Ebay und ebaykleinanzeigen viele Dinge verkaufen können...das macht zwar viel Mühe und kostet Zeit...aber ich habe letztlich mehr erlöst, als ich es auf Flohmärkten hätte.
    Und dazu kommt, dass viele Dinge wirklich eine Wertsschätzung von den Käufern erfahren haben und "weiterleben" dürfen...und dass mir das ein sehr gutes Gefühl gibt....
    und auch nette Unterhaltungen und Gespräche so zustande kamen...das wäre ohne Corona nur auf Flohmarkt so in der Art nicht passiert.
    Dadurch, dass das eigentliche Haushaltsauflösen nun viel länger dauert als ich dachte....habe ich auch viel mehr Zeit, um Abschied zu nehmen...und alles zu verarbeiten...
    Das geht halt aber nur so, wenn man auch die Zeit hat (ich bin in Rente, von daher geht es).


    für die anderen:
    Ich teile die Einschätzung von Rosina: nicht zu lange aushalten...ihr macht Euch kaputt!


    Liebe Grüße

  • Hallo in die Runde, zunächst möchte ich mich für die wertvollen Beiträge bedanken. Es juckt mir in den Fingern, ganz viel zu schreiben und die Gedanken weiterzuführen, aber noch mehr als in dem letzten Threat habe ich das Gefühl, es erwartet keiner und es ist auch nicht nötig. So bleibe ich dabei und beteilige mich einmal in der Woche mit meinen Beitrag.


    Das Problem mit dem alten Thread werde ich mit den Verantwortlichen besprechen.


    Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir alles in einem Extraforum weiterführen. Hier geht es nicht mehr so sehr um den Rat oder den praktischen Tipps, sondern um die gegenseitige Hilfe in einem sehr langen und manchmal aussichtslosen Weg, indem auch die Phase der absoluten Hoffnungslosigkeit, Resignation oder verzweifelten Wut Raum finden darf und gegenseitig getragen wird. Nie hätte ich gedacht, dass dies in einem Internetforum mit so viel Ehrlichkeit und Lebenserfahrung möglich ist und gern leiste ich meinen bescheidenen Beitrag dazu und nehme auf der anderen Seite ganz viel mit. Ich glaube, niemand hier hat den Anspruch, dass es die universelle Erkenntnis und den sicheren Lösungsweg für diese so schweren Herausforderungen gibt.


    Trotzdem werde ich mich zu einigen Themen wiederholen, weil vieles können wir einfach nicht ändern und es bleibt nur die Wahl: Auszuhalten und sich schützen oder eine Entscheidung treffen und mit dem schlechten Gewissen zurecht kommen. Worte werden dann schnell belanglos, aber nicht das Gemeinschaftsgefühl und die Teilhabe in einer sich unterstützenden Gruppe - auch im Netz im Schutz der Anonymität.


    So wie in der Situation von Ihnen, Barbara66 - es ist eine ganz schwerer Verlauf einer Lewybody Demenz, selbst eine medikamentöse Behandlung ist ein echtes Kunststück. Die Gedanken mit dem Gewehr sind so verständlich, weil es so aussichtslos ist. Es gibt sowieso nur ganz wenige Handlungsmöglichkeiten und die sind Ihnen verwehrt. Und es ist furchtbar, auf den großen Knall zu warten, mit dem dann (mit Glück) alles anders werden kann.


    Die Hoffnung auf ein Wunder ist unrealistisch, es sei denn Sie suchen das Wunder in sich selbst. Deshalb empfinde ich die vielen Erkenntnisse und Lebensweisheiten hier so wertvoll. Viele Weisheiten und Fabeln sind aus schwerster Not über Jahrtausende entstanden. Auch wenn sie nicht allen oder nur kurzfristig helfen, möchte ich hier noch ganz viel lesen!


    Aus einer - ich nehme mal den Begriff - Leidensgemeinschaft heraus kommt irgendwann der passende Trost oder die weiterführende Erkenntnis für den nächsten richtigen Schritt. Davon bin ich überzeugt und so wünsche ich mir, dass das Forum dazu beiträgt, auch durch schwerste Phasen des Schicksals zu tragen. Dafür bin ich Ihnen dankbar und sicher auch all die die mitlesen und vielleicht noch nicht so weit sind, einen eigenen Beitrag zu schreiben.
    Ihnen allen ganz viel Kraft, Ihr Martin Hamborg

  • Guten Abend in die Runde,
    ich möchte einfach sagen, dass mich dieser Austausch hier und die ganzen Erfahrungen und Ratschläge sehr sehr sehr unterstützen und im Grunde das einzige an Unterstützung sind, was ich derzeit habe.....
    es hilft mir sehr, dass ich hier schreiben kann, wenn mich etwas unendlich belastet und mir dann andere Betroffene antworten usw usw...
    deshalb ist dieser Thread so unendlich wichtig.....
    ich habe das nirgendwo anders gefunden...
    vielleicht auch...weil wir hier nicht nur von "Demenz light" betroffen sind...
    liebe Grüße an alle

  • Hallo in die Runde,


    @Herr Hamborg


    Ich möchte mich bei Ihnen für den Beitrag bedanken. Ich finde die Idee gut; ein extra Forum für den geistig/seelischen Austausch unter den betroffenen Angehörigen zu eröffnen.


    Zudem möchte ich mich dafür bedanken, dass Sie, was nicht selbstverständlich ist, auch der Hilflosigkeit, dem Unverständnis und der Wut einen Raum geben, ohne zu versuchen, alles in etwas Positives zu pressen. Das Positive oder ein anderer Zwischenzustand kann irgendwann auftauchen, aber nicht unter Druck und Zwang, wenn die Rahmenbedingungen das einfach zur Zeit nicht hergeben.


    Liebe Grüße an Sie


    @Alle


    Bei mir ist auch oft Murmeltiertag. Ich weiß manchmal nicht, ob es noch geht oder ob es nicht mehr geht.


    Rosina,
    danke für deinen Bericht, wie es dir jetzt geht, was Hoffnung macht.


    sonnenblümchen, ich wollte etwas Gescheites zur Frage schreiben, wie das wohl möglich ist, im Denken und Handeln der Mama, wenn sie den Kleiderschrank verwüstet hat ect.. Aber mein Computer hat heute Kapriolen geschlagen und mein Partner hat ihn erst einmal zum Arzt schicken müssen. *lach* Und damit war mein Text dann auch weg. Deshalb versuche ich es noch einmal. Ich denke mir einfach, dass der Verstand durch ein Bedürfnis in Gang gesetzt wird. Und wenn das, was wir Leben nennen, vorher einigermaßen stimmig mit Gedanken belegt worden ist, so dass wir durch Nachdenken unsere Bedürfnisse befriedigen können, so ist die Belegung in einer Demenz nur noch extrem spärlich vorhanden. Und da laut Hirnforschung, man selbst nicht denken kann, man kann Gedanken nur anstoßen durch Bedürfnisse/Fragen, dann macht der Verstand das in der Demenz auch weiterhin. Bedürfnis - Denken - Handlung. Deine Mama hat das Bedürfnis alles einzupacken und zu verstauen. Der Sinn stammt wohl noch aus der vorherigen Zeit/Messiezeit. Und das bekommt sie mit dem, was vom Verstand noch übrig geblieben ist, dann auch hin mit entsprechenden Ergebnissen.
    Zudem denke ich mir, so hart wie es klingen mag, dass man von dem Demenzkranken wie ein Ressourcengeber und als Eigentum betrachtet wird, weil sie selbst keine passenden Ressourcen im Verstand mehr besitzen. Da ist kaum oder sogar keine Empathie mehr für das Leben anderer, weil sie selbst gefühlt auch kein oder kaum mehr Leben haben.
    Und vieles ist vielleicht schon vorher so gewesen, aber man konnte immerhin noch irgendwie handeln.
    Und so ungewöhnlich ist das im Grunde nicht, denke ich mir, wenn ich mir die Welt so betrachte. Gesundheitsforen sind voll von Menschen, die sich gegenseitiges Unverständnis und gegenseitige Empathielosigkeit vorwerfen, es sei denn, man ist frisch verliebt oder man teilt ein schweres Erlebnis/Schicksal mit anderen ect. In einer Demenz verstärkt sich das dann umso mehr, denke ich und man versteift sich auf eine Person, die es vermeidlich gut mit einem meint.
    Wie Elisabetha es treffend beschrieben hat, man wird, kaum, das man die Wohnung des Kranken betritt, an der Tür verhaftet und man wird mit in den Kerker transportiert, *lach* in der Hoffnung, dass man dann eine Lösung findet, wo keine mehr zu finden ist, ohne entsprechende Mitarbeit.


    Ich finde auch, dass das schwer auszuhalten ist.


    Hanne,


    ich empfinde das ähnlich wie du hier.


    Liebe Grüße an alle und seid gedrückt

  • Liebe Sonnenblümchen,
    im Heim wurden bei meinen Eltern auch die Schränke einige Zeit lang abgeschlossen.......jetzt sind sie wieder offen und die Eltern "räumen" nicht mehr.....
    ich wollte Dir daher auch den Rat geben, den Schrank nun "endlich, einfach" abzusperren....habe es aber vergessen dann zu schreiben.....
    mache Dir bitte kein schlechtes Gewissen deshalb.....Du handelst im Grund wie ein Profi .....


    viele liebe Grüße

  • sonnenblümchen:
    Ich bin gerade fassungslos darüber, was du alles für deine Mutter tust und dabei noch Probleme hast, mal einen Tag "freizunehmen". Ich kenne nun nicht die ganze Vorgeschichte und Bedingungen, aber ich möchte dir dies mal rückmelden, dass es für mich schon stark grenzüberschreitend ist (Mutter aus ihren Ausscheidungen zu befreien, jeden Tag vorort sein zu müssen und für Ordnung sorgen nach den abstrusen Verpackungen.)
    Bitte nicht als Kritik auffassen! Ich schreibe nur mal aus dem Bauch heraus, weil ich weiß, wie sehr man in solch einer Pflegesituation manchmal nahezu unmerklich immer wieder ein bisschen mehr "in den Sumpf" (sorry, so empfinde ich es) gezogen wird und sich dabei über lange Zeit bzgl Selbstfürsorge vergessen kann.


    Gibt es denn wirklich keine Chance Verantwortung abzugeben an eine professionelle Pflege, in welcher Form auch immer?
    Ich habe es mitbekommen, wie meine Schwester für meine im Laufe der Zeit beiden dementen Eltern sich jahrelang bis nachher täglich mehrere Stunden aufgeopfert hat und als ehemals sehr gesunder Mensch vor Ausgelaugtsein krank wurde. Als nun nach dem Tod meines Vaters vor 2,5 J. auch meine Mutter immer anspruchsvoller bzgl. Pflege wurde, kam es - wie schon an anderer Stelle berichtet - durch mehrere schwere Stürze zu einem Heimaufenthalt meiner Mutter, diesmal in meinem Nachbarort, weil heimatnah nichts frei war.
    Danach ist meine Schwester quasi in sich zusammengesunken und statt fitter zu werden, meldete sich der Körper auf "verschiedenen Kanälen" für etliche Monate, sie war komplett am Ende.
    Von daher möchte ich einfach alle Betroffenen warnen, immer noch ein bisschen und noch ein bisschen mehr zu investieren bis zur Selbstaufgabe.


    Habe es nach langer aufwändiger Pflege meines zuvor krebskranken und vor 10 Jahren verstorbenen Mannes am eigenen Leib erlebt, wie lange es dauern kann und kann dadurch nun eher Grenzen spüren und setzen. Ihn habe ich auch gewindelt, Einläufe gemacht, Breie gekocht, Morphinspritzen zumindest versucht zu geben u.v.m. , alles gerne aus Liebe heraus - nach seinem Tod war ich neben der Trauer sehr lange grenzenlos erschöpft und arbeitsunfähig, Jahre um genau zu sein. Bei meiner Mutter nun fände ich dies undenkbar. Allein Po abwischen nach dem Toilettengang wegen Gipsarm bei ihr eine Zeitlang, war für mich grenzüberschreitend.


    Soll heißen: bitte immer wieder hinterfragen, ob Alternativen möglich sind und Verantwortung abgegeben werden kann.
    Ich hoffe, es ist okay, wenn ich dies so deutlich von mir gebe...


    Ich wünsche dir und allen Lesern ein gutes Bauchgefühl und die notwendige Selbstliebe für die Selbstfürsorge!


    Herzliche Grüße an alle, die sich angesprochen fühlen,
    Rose60

  • Liebes Sonnenblümchen,


    ich fühle mit dir. Die Sache mit dem Toilettenpapier ist übel. Und ich verstehe voll und ganz, dass die Gefühle da reagieren. Das ginge mir nicht anders. Es ist so vertrackt, dass du sogar nach einem freien Tag hinterher ein Chaos vorfindest, quasi als Quittung dafür, dass du nicht früher hast handeln können. Die Toilette kann man nicht absperren. Und die Sache mit dem mehrmaligen einkoten nach dem Baden, scheint ja auch schon ein Programm zu sein.


    Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Meine Mama hat bei ihrer Mutter immer an höherer Stelle um viel Kraft gebeten und gemeint das hilft. Mir hilft so etwas nicht. Ich mach das anders, aber es gibt auch bei mir Situationen, da bin ich einfach nur erledigt. Weinen kann ich nicht, aber ich habe das Gefühl, innerlich das nicht aushalten zu können und da ist soviel Hilflosigkiet, weil der Kranke glaubt, mit seinen verbleibenden Mitteln könne er ein absolut vollkommenes Leben führen. Schreien, Weinen, sich selbst nicht verstehen und ich soll es aber und ich soll für alles eine Lösung herbeibringen. Sage ich, das geht nicht, oder mache ich Vorschläge, wie es tatsächlich gehen könnte, dann bin ich diejenige, die sie nicht verstehen will. Manchmal schaffe ich es inzwischen, sie daraus zu bringen, meist, wenn ich von anderen in meiner Familie erzähle, denen es auch nicht gut geht. Manchmal geht aber auch gar nichts. Es ist ein Tanz auf dem Vulkan.
    Dein Mumeltier und Schweinehund, die sich zu recht bemühen, dir zu helfen, beschreibst du gut. Das sind wichtige Partner in dieser Angelegenheit, denke ich. Wenn du ein Buch über die beiden irgendwann schreiben würdest, ich würde es lesen. *smile*


    Sei gedrückt

  • Hallo Rose und Sonnenblümchen,


    Ich war auch jahrelang in einer ähnlichen Situation wie Sonnenblümchen. Ich war sogar noch einen Schritt weitergegangen und habe mit meiner Mutter zusammen gewohnt. Ich habe jahrelang versucht mir Hilfe dazu zu holen, aber es ist immer alles an der Verweigerungshaltung meiner Mutter gescheitert. Ich habe hier auch in endlosen Beitragen gelernt, dass man gegen den Willen des Pflegebedürftigen so gut wie machtlos ist. Ich konnte erst was unternehmen, als bei meiner Mutter die Füße stark anschwollen und sie nicht mehr weglaufen konnte. Davon hat sie sich nicht mehr erholt und wurde bettlägerig. Dann ging alles relativ schnell. Sie verweigerte Speis und Trank und es war mit einem baldigen Ableben zu rechnen, so dass ich den Notarzt rufen musste, der sie dann ins Krankenhaus verfrachtete. Dort fan dann der Sozialdienst sehr schnell einen Heimplatz wo sie jetzt seit 2 Monaten untergebracht ist. Ihr geistiger und körperlicher Zustand ist soweit fortgeschritten, dass sie sich dort zwar ein wenig erholt hat, aber auch weiterhin nichts isst. Sie trinkt zwar, aber nur soviel um nicht zu sterben.
    Ich habe die ganzen Jahre immer wieder zu hören bekommen. Das schaffst Du nicht alleine etc. Ich habe das nicht geglaubt und wollte das bis zum Ende durchziehen. Heute weiß ich , dass es irgendwann einen Punkt gibt an dem es wirklich nicht mehr geht. Das Dilemma besteht in der Entscheidung entweder ein schlechtes Gewissen zu haben nicht alles getan zu haben um ihr das Heim zu ersparen oder mit der Schuld zu leben eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, indem man sie nicht alleine zu Hause sterben lassen wollte.
    Da ich sehr lange mit der Entscheidung, sie ins Heim zu geben gewartet habe hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen. Für Sonnenblümchen bedeutet es, das sie irgendwann an den Punkt kommen wird, an dem der Widerstand der Mutter gebrochen ist und sie dann die Verantwortung für ihre Mutter abgeben kann ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, denn sie hat ja wohl mehr getan als viele andere.

  • Liebes Sonnenblümchen, liebe Andere!
    Zunächst DANKE für Eure Worte und Gedanken. Es ist so unglaublich hilfreich zu lesen, dass man nicht allein denkt, fühlt, handelt und manchmal auch (vier)zweifelt. Das schlechte Gewissen...ja, das klopft bei mir Auch permanent an. Du, Sonnenblümchen, wirkst auf mich nach den wenigen Beiträgen, die ich bisher lesen konnte (der Rest ist verschollen?) sehr handlungsorientiert. Soll heißen, Du siehst einen „Misstand“, überlegst was zu tun ist, und tust es. Mit viel Witz und Charme. Das erleichtert vermutlich den Alltag, denn beim Handeln „passiert“ ja etwas und es lenkt ein wenig vom Grübeln ab.


    Es ist vielleicht eine gute Lösungsstrategie so im Alltag. Ich bewundere Deinen Mut und Deine Energie hierbei!


    Das schlechte Gewissen ist wahrscheinlich auch da, sitzt aber auf Deiner Schulter als Wolke, wie Du schreibst, und schaut was Du so machst. Und ist solange ruhig, wie Du etwas machst. Wenn Du dann innehältst wie vor dem Schrank....holt es Luft und krakeelt los. So kann ich mir das zumindest irgendwie vorstellen.


    Bei mir meldet es sich immer wieder, wenn (gutmeinende) Freunde und Bekannte fragen, wie es meiner Mutter geht. Sie haben die Schwierigkeiten in den letzten knapp 2 Jahren mitbekommen- erst 3 Monate Krankenhaus und mein „Herumwirbeln“, damit alles klappt und gemacht wird und untersucht wird und verschrieben...die Anschaffung einer Service-Wohnung für sie....die Entlassung und allmähliche Erholung mit aller Organisation, Hilfe, Unterstützung und Zuwendung... und mein Am-Zahnfleisch-gehen irgendwann.


    Dann allmählich beginnende abstruse Vorwürfe, Verleumdungen, Behauptungen. Aber am Anfang eben immer auch noch schöne Momente, Ausflüge etc. Ich habe dann meist nur von den schönen Sachen erzählt und den Rest in mich hineingefressen, zumal ich damit nichts anfangen konnte und es nicht verstanden habe.
    Nur mein Mann hat es zu hören und lesen bekommen und mir den Rücken soweit wie möglich gestärkt.
    Nun sind wir ja inzwischen beide böse/faul, sie hat den Kontaktabbruch wörtlich verlangt und wollte ihren 80. Geburtstag nicht mit uns feiern. Haben wir dann eben nicht getan...sondern Blumen geschickt.
    Trotz aller Beschimpfungen und abstrusen Vorwürfe (wir spionieren sie über ihren PC und/oder ihre SIM-Karte aus, die beide von uns sind wegen Mini-Rente...das hat sie nun beides entsorgt, sodass wir den auf uns laufenden Vertrag mit Kosten an der Backe haben) habe ich sie natürlich lieb, werde mich aber nach Lesen der Beiträge hüten, ihre „heilige Autonomie anzugreifen“. Wir haben ihr das Leben gerettet, als sie vor 2 Jahren nach einem Anfall und Sturz hilflos in der Wohnung lag... nun eine wunderschöne Barrierefreie Servicewohnung besorgt, die sie nach einjähriger Freude nun empört ablehnt. Und wir sind die Dummen. Immer und immer wieder. Zahlen, organisieren, tun und machen. Um dann alles als Vorwurf und Angriff entstellt entgegengeschleudert zu bekommen.
    Das hört nun erstmal auf, denn wir haben auch Kinder, das jüngste ist erst in der Grundschule und musste während all der Aktionen für Oma immer zurückstehen/warten/ruhig sein (zB heilig Abend im Krankenhaus feiern, damit Oma nicht alleine ist etc.).
    In mir macht sich neben der Liebe eine große Wut breit, dass ich quasi all meine Zeit und Mühe und Liebe falsch war, es mir nun sogar vorgeworfen wird, ja, alles was ich gemacht habe nun nachträglich zum Vorwurf gemacht wird.


    Dabei habe ich noch nicht mal eine Diagnose, denn sie „ist ja gesund, braucht keine Untersuchung, aber wir! Wir sollen uns untersuchen lassen, behandeln etc....“


    Wir werden schriftlich per Mail beschimpft, angegangen und mir hat sie geschrieben, dass sie es bereue, meine Mutter zu sein. All dies ohne irgendeinen Anlass oder Sinn und in einem Wahnsystem, was gegen jegliche Logik aufrecht erhalten wird und in dem die Wirklichkeit passend für ihr System umgedeutet wird.


    Danke für den Austausch hier, Ihr Lieben! Ich lese nahezu jeden Beitrag allmählich durch und habe dadurch schon soviel Trost und Begleitung gefunden.


    Herzliche Grüße
    Miracula

  • Hallo sonnenblümchen,
    Es kann schon gut sein, dass wir bei dir mehr wahrnehmen aus der Distanz als du selbst, zumal ich aus Erfahrung weiß, welch eine enorm starke Bindung man durch solch eine Pflegesituation entwickeln kann - eben bis zur Selbstaufgabe. Ich habe es aus einem deiner letzten Beiträge entnommen, dass es dir schwerfällt, mal einen Tag nicht zu deiner Mutter zu gehen. Trotzdem bist du ja vermutlich gedanklich dort gewesen... natürlich kann und soll das jeder für sich entscheiden, ich wollte nur aus Erfahrung warnen, dass man irgendwann an den Punkt kommen kann, dass man an die eigenen Ressourcen geht, die später aufzufüllen sehr lange dauern kann. In der Familie habe ich erlebt, dass darüber fast eine Ehe zerbrochen ist , weil die pflegende Person durch Überlastung nurnoch übelgelaunt bis aggressiv war...


    Wenn du nicht zu deiner Mutter gehst, würde sie ja offensichtlich verwahrlosen. Hast du ihr schon mal deine Grenzen aufgezeigt? Dass du es allein nicht schaffst? Ok, ich weiß ja, dass meine Mutter sich auch noch permanent überschätzt.. durch notsituationen erst im Pflegeheim und selbstständig Taxi nehmen nachhause kriegt sie zum Glück nicht mehr hin...
    Jedenfalls gibt es kein Gesetz, dass di Interessen der Eltern über die der Erwachsenen Kinder stellt oder dass man sich kaputt machen MUSS.


    In diesem Sinne fröhliches schwitzen ;)
    Rose60

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