Demenz mittleres Stadium - Ist neuer Zahnersatz noch sinnvoll?

  • Hallo,
    in ihrem Forum habe ich über Zahnersatz gelesen und mich dann registriert. Nachdem ich einige angebotene Foren überflogen habe finde ich kein zutreffendes Forum; falls ich falsch angekommen bin,bitte weiterleiten.
    Meine Mutter, 88 Jahre alt, seit 4 Jahren wegen Alzheimer-Demenz im Pflegeheim, PG 4, hat ihren Zahnersatz -oben- verlegt oder verloren; nicht mehr auffindbar. Sie hatte bereits einige Male den Zahnersatz, den oberen unten und anders herum einzubringen versucht. Zur örtlichen Orientierung muss man bemerken, dass sie hie und da ihr Zimmer nicht mehr findet.
    Macht es Sinn nochmals einen Zahnersatz anfertigen zu lassen?
    Was spricht dafür und/oder dagegen?
    Für Meinungen, Informationen oder zielführende Links bin ich dankbar.
    Herzliche Grüße Ebse

  • Hallo Ebse,


    willkommen im Forum. Vermisst / fehlt Ihrer Mutter die Prothese? Beklagt sie das Fehlen? Je nach Aufwand und wie Ihre Mutter den ganzen Ablauf toleriert, ist das keine leichte Entscheidung.
    Ich habe Ihnen hier 3 Threads herausgesucht und hoffe, diese helfen Ihnen schon mal etwas weiter:


    https://www.wegweiser-demenz.d…tx_mmforum_pi1%5Bfid%5D=3


    https://www.wegweiser-demenz.d…tx_mmforum_pi1%5Bfid%5D=3


    https://www.wegweiser-demenz.d…tx_mmforum_pi1%5Bfid%5D=4


    auch hier Wissenswertes:
    https://alzheimer.ch/de/wissen…mit-demenz-beim-zahnarzt/


    und dort: https://www.bzaek.de/praeventi…hindertenzahnmedizin.html


    Haben Sie vielleicht einen Zahnmediziner in erreichbarer Nähe, der sich auf Alterszahnheilkunde spezialisiert hat oder darin weitergebildet ist?


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

  • Guten Abend Ebse,
    wegen dem Zahnersatz möchte ich Ihnen antworten:
    mein Vater hatte seit sehr vielen Jahren eine Ober- und Unterkieferprothese, die er auch immer getragen hat...er ist jetzt 87 Jahre alt und hat Demenz in fortgeschrittenem Stadium....seit ca 1 Jahr trägt er seine Prothese nicht mehr...und kann auch so sehr gut damit essen und kauen....er hat sie einfach nicht mehr eingesetzt, nachdem meine Mutter in einem Heim untergebracht wurde, und er allein zu Hause lebte....er findet das ok so für sich.


    meine Mutter...85 Jahre, ebenfalls demenzkrank...lebt seit 1,5 Jahren im Heim...sie bekam vor 2 Jahren noch umfangreiche Zahn-Implantate eingesetzt..ich war skeptisch...aber im Nachhinein denke ich..das ist das Beste....weil die Implantate ja denn fest im Kiefer sitzen...und normal gegessen werden kann...


    wie man es auch macht....es kann falsch oder richtig sein :-)


    liebe Grüße

  • Hallo Herr Gust,
    DANKE für ihre prompte Antwort, die mir zur Meinungsbildung geholfen hat.
    Ich bin zwar immer noch zögerlich, ob ich meine Mutter dem Stress der Erneuerung des Zahnersatzes aussetzen würde, tendenziell aber eher nicht.
    Heute habe ich den Zahnersatz jedoch gefunden; so ist die Entscheidung also aufgeschoben.
    Zur Abrundung: Ins Heim würde ein Zahnarzt kommen und meine Mutter vermisst anscheinend nicht wirklich ihren Zahnersatz. Es scheint auch substanzieller Abbauschub im Gange zu sein, sodass sich die Frage nicht mehr stellen werden wird.
    Nochmals herzlichen Dank für ihre hilfreiche, schnelle Reaktion.
    Herzliche Grüße
    Ebse

  • Hallo Hanne,
    danke für Deine Teilhabe; hat mich gefreut.
    Es ist halt gerade bei der Demenz oft schwer die richtige Entscheidung zu treffen. Man will je das Beste, doch wie Du schreibst, es kann halt falsch oder richtig sein.
    Das Auffinden schiebt jetzt alles und ist auch gurt so.
    Liebe Grüße
    Ebse

  • Hallo Ebse ,

    die Frage ist berechtigt. Für meinen Vater (84, mittlere Demenz) hatte ich auch diese Entscheidung zu treffen, nachdem er im Delier 2 Mal aus dem Krankenhaus flüchtete und beim Sturz sein Gebiss zerbrach. Es stellte sich heraus, dass ihm nichts mehr „schmeckte“ und er das Essen vermied. Es war einfach beschwerlich für,ihn zumessen. Ich habe dann einen Krankentransport vom Krankenhaus zu seiner Zahnärztin organisiert und er erhielt einen Abdruck und schließlich nach 4 Wochen eine neue Prothese.

    Nachdem er dann 6 Monate im Hospiz gepflegt wurde, ging es ihm körperlich wieder so gut, dass er in ein Pflegeheim umsiedeln konnte bzw. musste.

    Ich möchte damit sagen, dass meine Familie nicht mehr damit rechnete, dass er sein Gebiss noch brauchen wird. Während seines Hospizaufenthaltes und noch heute erfreut er sich zumindest noch an den Speisen, insbesondere Kuchen den er immer gern isst. Er hätte ohne Prothese keine Lebensqualität mehr. Deshalb sollte man nicht lange darüber nachdenken. Die Zahnärzte haben ggf. auch preiswerte Alternativen; mal drauf ansprechen. Ggf. wird auch finanziert, so dass man abstottern kann.

  • Guten Abend,

    ich möchte meine Erfahrungen beisteuern: beide Eltern demenzerkrankt...


    a) meine Mutter erhielt noch Zahnimplantate bei mittlerer Demenz und ich war skeptisch, ob das sinnvoll ist....aber jetzt im Nachhinein stellt sich das als optimal heraus...sie kann praktisch alles essen und kommt gut im Heim damit zurecht.


    b) mein Vater hatte eine Vollprothese....auf einmal trug er sie nicht mehr oder sie passte nicht mehr...es war schwierig...er wollte keine neue...ebenfalls mittlere Demenz...zu meiner Überraschung kam er gut auch ohne Prothese zurecht und kann gut essen...halt auf seine Art...und weitere Zahnarztbesuche (die er haßt), blieben ihm erspart...also insoweit alles gut..auch jetzt im Heim.


    Es kann also immer mehrere Wege geben...und für jeden kann etwas anderes gut sein...


    liebe Grüße

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