Vollmachten und Widerruf von Vollmachten

  • Guten Abend an alle Hilfesuchenden hier,
    ich habe jetzt hier schon öfter von Problemen bei Widerruf von Vollmachten gelesen und ich bin und war auch selbst als Tochter mehrfach davon betroffen. Mir ist es direkt ein Bedürfnis, dazu nun hier etwas zu schreiben...evtl. hilft das neues zusätzliches Leid zu verhindern.
    Also:
    Vor vielen Jahren gaben mir meine Eltern Bankvollmachten, Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht. Diese Vollmachten wurden immer wieder erneuert und bekräftigt. Es wurde viel Zeit und Energie damit verbracht, diese Vollmachten im Sinne meiner Eltern festzuschreiben.


    Dann kam die Demenz ins Spiel, zunächst von mir unbemerkt.
    Beide Eltern hatten sich auch gegenseitig bevollmächtigt und beide sind an Demenz erkrankt.
    So wurde ich immer wieder ausgebootet....
    Es folgte dann ein mehrfacher Widerruf der Vollmachten und dann wieder eine Neuerteilung für mich....ein endloses Spiel...
    Schließlich warf ich das Handtuch und beantragte eine rechtliche Betreuung durch einen Berufsbetreuer.
    Das Problem ist: insbesondere bei den Bankvollmachten: für den Widerruf reicht den Banken noch die Geschäftsfähigkeit...aber für die Neuerteilung der Vollmacht dann nicht mehr..
    Am besten wäre in dem Fall meiner Familie eine notarielle Vollmacht gewesen..weil da die Hemmschwelle bzgl Widerruf größer gewesen wäre...aber selbst da..hätten meine Eltern durchaus alles noch widerrufen können...


    Zuletzt hatte sich ein aufmerksamer Bankangestellter mit mir in Verbindung gesetzt und darum gebeten nocheinmal eine neue Bankvollmacht zu bewerkstelligen...ich war schon ziemlich angesäuert..und wollte erst ablehnen..weil ja dann wieder Widerruf etc...und alles für die Katz..und ich mußte ja auch immer für dieses Aktionen über 100 km fahren...
    also gut...noch einmal wurde mir diese Bankvollmacht erteilt von den Eltern dann..und das war ein echter Segen....
    Weil: 2 jahre später habe ich neben dem Berufsbetreuer für alle sonstigen Bereiche als Tochter nun die ehrenamtliche Betreuung für die Vermögenssorge erhalten auf meinen Antrag hin und in Absprache mit dem Berufsbetreuer...und dann gab es einen Zeitraum von ca 6 Wochen...wo niemand Zugriff auf das Girokonto der Eltern hatte...da der Berufsbetreuer schon entlassen und ich noch nicht bestellt war...und Rechnungen liefen natürlich munter weiter...und zum Glück...galt dann jetzt meine Bankvollmacht...ich danke dem aufmerksamen Bankangestellten sehr, der wohl aus Erfahrung sich damals mit mir in Verbindung setzte...
    Ergebnis jetzt: ich bin bzgl. Vermögenssorge jetzt rechtliche Betreuerin für meine Eltern...


    Aber auch im Sterbefall ist dann wieder wichtig meine Bankvollmacht...weil: mit dem Tod endet meine rechtliche Betreuung....aber da die Bankvollmacht über den Tod hinaus ausgestellt ist..kann ich dann trotzdem wieder über das Girokonto der Eltern verfügen und anfallende Rechnungen...z.B. Bestattung, Heimkosten-Schlußrechnung und und und bezahlen...


    das mal so als Tipp...für vermutlich viele...und ich wurde insoweit überhaupt nicht vorsorglich "aufgeklärt"...


    Dazu kommt sehr erschwerend: nach außen hin sieht das lediglich als Familienkonflikt aus...es wird schon seine Gründe haben, weshalb die Vollmacht widerrufen wird etc...und in meinem Fall kam dazu, dass ich von dem Widerruf nicht einmal etwas erfuhr!
    Man hat als Angehöriger als einen sehr schlechten Stand, selbst wenn man korrekt und wohlmeinend handeln möchte.
    Und obwohl ich weiß, dass die Krankheit Demenz an allem schuld ist...kränkt und verletzt mich das ganze Vollmachts-Widerrufs-Geschehen unendlich.....es wirkt in Beziehung zu meinen Eltern auf mich und in Bezug auf die Beteiligten "Geschäftspartner"....da bin ich einfach insgesamt wütend und sehr verletzt.


    liebe Grüße

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