Wie geht es Euch denn so - Thread III

  • Hallo in die Runde,


    ich habe schon wieder ein ähnliches Problem, wie in dem alten Thread, als die Seitenzahl elf überschritten worden ist.
    Deshalb schreibe ich hier weiter, wenn Euch das recht ist.


    sonnenblümchen,


    ich wohne nicht in der Nähe des Teuteburger Waldes, sondern in Rheinland-Pfalz. Mein Nickname ist da eher willkürlich gewählt worden. Solltest du in der Nähe wohnen, gebe ich gerne einen Platz ab, wenn ich wieder einen bekommen sollte und sie nein sagt . . .


    Ich glaube, dass das wahre Sonnenblümchen noch da ist, Sonnenblümchen. Es ist nur verschüttet worden. Jeder hat seine psychischen Grenzen, wo das Positive in einem erst mal nicht mehr greifen will und kann. Das merke ich auch immer deutlicher bei mir.


    Marie


    das klingt wie in einem Gefängnis. Ängste sind in einer Demenz so schon schlimm, aber wenn diese vorher schon da waren, das ist nochmal eine Hausnummer größer. Ich weiß auch nicht, was man da machen kann. Was kann der Mama denn Sicherheit geben? Pflanzliche Mittel, Homöopathie, irgendeine Musik, irgendein Fernsehfilm oder, oder, oder. Ich glaube es ist wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen, wenn man selbst nur noch die einzige Sicherheit für eine andere Person darstellt.
    Ich drücke fest die Daumen, dass du eine Hilfe finden kannst.


    @Herr Hamborg


    Es stimmt auf jeden Fall, dass meine Schwiegermutter ihre Selbstbestimmung über die Verdrängung behalten will. Und das hat bisher auch funktioniert, weil andere das alles aufgefangen haben. Und es stimmt auch, dass sie sich meist nach einem dramatischen Abschied wieder fängt. Aber in dem Moment ist es übel, denn sie empfindet dann jede Menge Schmerz, den sie auf mich überträgt. Man schafft sich seine eigenen Rettungsanker. Es ist halt ihr Weg, den sie so gehen will, so denke ich mir. Aber dieser Weg ist brüchig. Aber es bleibt mir keine Wahl und ich versuche es so in der Art, wie Sie es sagen, damit umzugehen.


    Liebe Grüße an alle

  • Hallo Teuteburger, hallo an alle,


    meine Mutter lässt sich sehr schwer beschäftigen, Radio, Fernsehen etc. mag sie überhaupt nicht.
    Die einzige Freude die ich ihr bereiten kann -entgegen der Empfehlung des Hausarztes- ist die Versorgung mit Süßigkeiten, Kuchen und leckerem Essen. Die Gelüste meiner Mutter vergleiche ich oft mit denen einer Hochschwangeren, ständiger Wechsel zwischen sauer, salzig und süß.
    Wie haltet Ihr es mit der Ernährung Eurer Pfleglinge ? Achtet Ihr auf eine gesunde Ernährung oder erfüllt Ihr die Wünsche Eurer "Lieben"?


    Gruß Marie

  • Hallo in die Runde der Mitstreiter,


    ich wollte noch etwas zu dem Schreiben, was Sonnenblümchen im letzten Post über das Krankenhaus geschrieben hat.


    Den Weg über das Krankenhaus, dass ist leider auch eine zweischneidige Sache. Als meine Schwiegermutter vor Jahren gestürzt ist und sie nicht mehr alleine aufstehen konnte und ich sie auch nicht mehr hochheben konnte, da habe ich den Krankenwagen gerufen.


    Sechs Stunden Notaufnahme, sie zum Schluss nur weinend und schreiend, was man ihr antun würde, nach dem es circa zwei Stunden lang tatsächlich irgendwie ging. Und dann erst mal kein echter Befund, obwohl sie nicht mehr laufen konnte. Erst zwei Tage später fand man dann die Ursache. Hätte man die nicht gefunden, hätte man sie sofort entlassen. Wollte sie sowieso.


    Die Ärztin in der Notaufnahme sagte mir, dass meine Schwiegermutter eine echte Pflege bräuchte, denn im Grunde sei sie hier falsch. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Sie lehnt alles ab, schrie es in mir. Ich stehe hier alleine, komme hinten und vorne bei ihr nicht bei. Da habe ich noch nicht gewusst, dass Fragen bei ihr nichts bringen. Die Demenz war zu dem Zeitpunkt nur schwach vorhanden bei ihr. Ich habe zum ersten mal gedacht: Ich muss einfach für sie handeln. Wir haben dann während des Krankenhausaufenthaltes und der anschließenden Geriatrie, in der sie wieder etwas Laufen gelernt hat, Toilettensitz, neuen Fernsehsessel, weitere Haltegriffe in der Wohnung installiert, zudem, haben wir ein Pflegebett beantragt. Vorher hat sie immer alles abgelehnt. Auch einen Arztbesuch, den ich mit ihr machen wollte, weil sie so schlecht laufen konnte. Ich durfte noch nicht einmal einen ärztlichen Hausbesuch organisieren. Ich habe in dem Zeitraum zudem gedacht, sie stirbt bald. Und ich wollte sie auf dem Weg einfach nur begleiten und sie nicht im Stich lassen, wenn das wirklich bald eintreten sollte. Dass sie dement ist und dass sie in eine Art Sterbemodus verfallen kann, weil sie zu nichts mehr Lust hat, das Leben für sie keinen Sinn macht, wenn sie schlecht laufen kann, das wusste ich damals alles noch nicht. Ich habe das schon einmal erwähnt. Wenn sie nicht mehr will, dann sitzt sie leichenblass da, röchelt, hört und sieht fast nichts mehr und man denkt, es kann nicht mehr lange dauern. Dass das aber alles nicht stimmt und dass das nur ihre Emotionen sind, das erlebe ich seit fast vier Jahren öfters. Um es zu begreifen, habe ich aber lange gebraucht.


    Ohne klaren Befund oder lebensbedrohliche Diagnose behält kein Krankenhaus einen da. Die Ärztin meinte auch, dass sie immer wieder Fälle haben, wo eigentlich bessere Pflege notwendig sei, aber kein Krankenhausaufenthalt. Und ich wieder: Aber das Zulassen fehlt hier halt.


    Nach dem Krankenhausaufenthalt habe ich angefangen, Seniorenbetreuerinnen zu suchen und mehr zu handeln, als zu fragen. Da hat dann Manches geklappt, anderes nicht, Rückschläge sind immer wieder da. Aber ich konnte meine Tage bei ihr wieder reduzieren, was auch dringend notwendig gewesen ist, wegen meiner anderen Verpflichtungen.


    Fazit: Der Weg über das Krankenhaus ist nur möglich, wenn etwas lebensbedrohlich ist, sie sich selbst und andere ernsthaft gefährdet.


    Und in dieser Warteposition befinde ich mich wieder, obwohl ich weiterhin hoffe, dass nichts davon eintreffen möge und sie friedlich ihren Weg ins Jenseits finden kann.


    Marie,


    ich mache das halb und halb. Ich koche hin und wieder für sie, friere auch mal etwas ein, zum Beispiel ein gutes, schluckbares Essen, wie Rindfleischsuppe mit Gemüse, Kartoffeln. usw. So habe ich immer etwas Vorrat und ich muss nicht ständig neu kochen, wenn Not am Mann ist oder die Zeit knapp sein sollte, weil sie mich anderweitig braucht. Ich mache auch Kartoffelpürree mit Wirsing und eine fleischige Beilage dazu usw. Das friere ich natürlich nicht ein. Sie isst gerne Suppen und Eintöpfe, aber auch gut kaubare herzhafte Gerichte.
    Ansonsten am liebsten aber Butterbrote und Marmeladenbrote und auch Süßigkeiten, in einem gewissen Rahmen. Kann aber auch sein, dass sie mal eine ganze Tafel am Tag verdrückt. Ist aber selten der Fall. Ansonsten würde ich hier eher kleinere Täfelchen kaufen. Ich lasse sie hier weitestgehend gewähren, biete aber immer wieder fleißig andere Sachen an. Abends mache ich oft ein Käsebrot und ein Schinkenbrot und dazu eine Tasse Brühe. Das mag sie sehr. Es kann aber auch sein, dass sie es ablehnt und es dann später isst. Das Essen funktioniert mit Abstrichen einigermaßen, ihrer Krankheit und dem Alter entsprechend. Das Trinken ist häufiger ein Problem. Wir tun hier unser Bestes. Jeder, der bei ihr ist, versucht es mit dem, was sie in der Regel mag ect.
    Ich bin hier flexibel und zwinge ihr hier aber nichts auf. Das halte ich für einen guten Kompromiss.
    Zudem bekommt sie hin und wieder Vitamine oder eine B12-Spritze. Die Ärztin hat hier einiges getestet auf unseren Wunsch hin. Seit dem ist sie auch blasenentzündungfrei.
    Wenn bei deiner Mama, die Gelüste so wechselhaft sind, dann finde ich das eher gut, muss ich sagen, weil sie dann auch abwechslungsreicher isst.
    Aber vielleicht kommen noch andere Tipps.



    Liebe Grüße an alle


    Ich habe hier einige Fehler korrigieren müssen. Ich war heute Morgen zu schnell gewesen.

  • Hallo zusammen,


    @Herrn Hamborg: vielen Dank für Ihre Einschätzung von außen und Ihre Wertschätzung! Ja, ich habe fast dauernd das Gefühl zu wenig zu tun, weil meine Mutter die letzten Wochen immer unzufriedener wurde - das ist vermutlich ein altes Gefühl und Muster "Mama traurig - ich muss etwas tun zum aufheitern, meine Bedürfnisse zurückstellen"... so lebe ich seit Kindheit, vllt ist es das.
    Und mein Impuls war tatsächlich, ich müsse sie viel öfter besuchen, da hilft es mir wirklich, wenn Sie meinen, lieber mehr Abstand. ;)


    @andere: es erschöpft mich, dass dieser Prozess so schleichend weitergeht. Vor 1 Jahr sagte meine Mutter, sie spüre genau, dass sie sehr bald versterben wird und ich habe nicht damit gerechnet, dass sie sich im Heim nochmal so stabilisiert. Nun geht alles seinen üblichen Gang mit der fortschreitenden Demenz, die nun immerhin auch neurologisch bestätigt wurde. Das macht mich immerhin sicherer, dass es falsch wäre, meine Mutter nun aus dem Heim zu holen. Allein kann sie sich nicht mehr auf den Weg machen, kann nicht weit laufen und nur sehr wackelig.


    Es fällt mir schwer, in dieser Zeit der großen Herausforderungen durch Corona, Klimabedingte Probleme wie Unwetter, Brände u.v.m. meine Stimmung zu bewahren. Kein Urlaub und keine Arbeit (für mich) möglich, ich versuche es mit kleinen Highlights im privaten Rahmen.
    In diesem Sinne lasst es euch selbst auch immer mal wieder gut gehen!
    Rose60

  • Hallo Marie51,
    meine Mutter ist ja noch selbstständig und versucht täglich zu kochen.
    Aber ich würde ganz sicher nicht mehr so streng auf gesunde Ernährung achten.
    Erfüll ihr jeden Essenswunsch -die Lust auf Süßes ist typisch für Demenzkranke.
    Was mein Schwiegervater Süßes verdrückt hat,war unfassbar.
    Völlig unkontrolliert -2 Packungen Ferrero Rocher oder 5 Stücke Kuchen-eine Leichtigkeit für ihn.
    Da unsere Mütter ja beide an LBD erkrankt sind,interessiert mich Dein Tagesablauf im Umgang mit ihr .(wenn es nicht zu persönlich ist).
    Hast Du keine Hilfe vom Pflegedienst?
    Über die Verhinderungspflege könntest Du doch mal 2 Std. abgelöst werden und was für Dich tun.
    Kommt niemand zum putzen?
    LG Barbara66
    @alle
    Zur Zeit lässt mich mein Vater mehr verzweifeln als meine Mutter.
    Gestern morgen war meine Mutter dabei,6 Mürbeteigtörtchen mit Stachelbeeren zu belegen, da sich "angeblich"ihre jüngste Schwester zum Kaffee angemeldet habe.
    Mir war klar,daß das nicht stimmte und wieder nur in ihrer Welt so war.(ich sagte nichts dazu).
    Mein Vater sitzt dabei ,schaut ihr zu ,wie sie sich abmüht und hat doch mitbekommen, daß die Schwester NICHT angerufen und sich angemeldet hat -und sagt einfach nichts !!
    Es tut mir dann so leid,daß sie sich abmüht,den Kaffee vorbereitet und dann doch niemand kommt,weil es ja wieder nur in ihrem Kopf stattgefunden hat.
    Die Krankheit meiner Mutter geht an meinem Vater spurlos vorbei,als sei nichts geschehen.
    So lange er sein Essen mittags auf den Tisch bekommt,ist sie für ihn gesund und fit wie immer!?
    Wie würdet ihr mit so einem Vater umgehen?
    Schreitet hier auch eine Demenz voran?
    Danke an Alle
    Barbara66

  • Hallo,
    ich möchte die Frage nach dem Essen beantworten. Ich denke, dass es wenig sinnvoll wäre, einen Demenzkranken auch noch mit gesunder Ernährung zu kommen. Das Leben für den Kranken ist schon bescheiden genug und wir wissen ja nicht wieviel davon bewusst wahrgenommen wird. Meine Mutter hat im Kühlschrank Dinge die ihr schmecken, beim Essensdienst bestelle ich Mahlzeiten mit Fleisch oder Fisch, was zu schmecken scheint. Schlimm finde ich die Tatsache, dass sie es direkt aus der Alu Assiette ißt und sie ständig bekleckert ist. Wenn ich sie frage was es denn heute gab, weiß sie es eh nicht. Ich bringe auch Kuchen und Süßes mit. Meine Mutter ist stark übergewichtig, da sie seit 3 Jahren auf der Couch sitzt und nur noch Fernsehen schaut.. Zum spazieren gehen ist sie nicht zu bewegen. Welchen Anteil am Übergewicht die ganzen Medikamente haben, weiß ich nicht. Trotzdem würde ich nicht dazu übergehen ihr nur noch Gesundes vorzubereiten, weil will sie diese Einschränkung- sicher nein , und welchen positiven Effekt sollte es noch haben. Dann ist eine wohlschmeckende Mahlzeit oder der Kuchen halt eine Freude.
    Liebe Grüße aus Leipzig

  • Hallo allerseits,


    nach über einem halbe Jahr bin ich seit Sonntagabend wieder in meiner Wohnung. Obwohl die letzte Woche bei meinem Vater recht tränenreich und voller Panik vor der Zeit 'ohne mich' ablief, war der Sonntag bei ihm recht entspannt. Er hat sogar seine Scherzchen damit gemacht. Für Montag haben wir ausgemacht, dass ich nach der Arbeit komme und wir zusammen zum Einkaufen fahren. Dann kann immer einer Mom im Auge behalten.
    Außerdem musste er mir versprechen, dass er, abgesehen von seinem Philadelphia-Brot zum Frühstück, einmal täglich richtig isst. Montags wurde es doch nichts, weil ein Kleinanzeigenverkauf abgeholt werden sollte, also verschoben wir es auf Dienstag.


    Schon wieder eine Enttäuschung bei der Suche nach einem Menüservice.
    Wie das Rote Kreuz, bietet auch der MHD auf seiner Website ausdrücklich Heißlieferungen an. Im Gegensatz zum Roten Kreuz, das nur 1x/Woche Tiefkühlmenüs liefert, bringt der MHD wenigstens täglich Tiefkühlware. Der MHD bietet Mikrowellenverkauf/-verleih an und bietet auch an, die Belieferten einzuweisen.


    Sonntagabend lief die Sendung 'Undercover Boss', in der der Vorstand des MHD als Praktikant in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens 'eingewiesen' wurde. Einer dieser Bereiche war der Menüservice, der, wie in der Sendung vorgestellt, sehr wohl heiß ausliefert. Also, was soll ich davon halten…


    Für die Hilfe im Haushalt haben meine Eltern ja glücklicherweise die Hilfe meiner Cousine angenommen. Nachdem sie aber seit Anfang September nicht mehr in Kurzarbeit ist, kann sie nicht mehr wöchentlich kommen, nur noch alle zwei bis drei Wochen. Das ist meinen Eltern aber trotzdem lieber, als wöchentlich eine fremde Person.


    Ich habe nur die Befürchtung, dass sich meine Cousine, sollte sie den 'Job' irgendwann nicht mehr machen können oder wollen (schließlich hat sie selbst eine Familie, arbeitet Vollzeit und ihr Anfahrtsweg ist ca. 25 km) sich aus ihrem Pflichtbewusstsein heraus scheut, abzusagen. Im Moment zumindest macht es ihr nach ihrer eigenen Aussage bei meinen Eltern zu putzen mehr Spaß als bei sich selbst. Am Freitag brachte meine Cousine sogar einen riesigen Topf Bohnen-Kartoffel-Eintopf mit.


    Der Plan für gestern war, dass ich mal wieder früher Schluss mache, mit meinen Eltern zum Aldi fahre (denn nur da gibt' die Limo, ohne die mein Dad nicht leben kann), ihnen anschließend das Essen wärme, das meine Schwägerin für sie von der Mittagsbetreuung mitgebracht hat und relativ flott wieder heim fahre, weil mein Bruder die an mich gelieferte Mikrowelle holen wollte, die wir ja für meine Eltern organisiert haben. Da meine kleine Wohnung immer noch mit Tüten und Kartons zugestellt ist, steht der Mikrowellenkarton jetzt vor meiner Vorratskammer, an die ich jetzt mit dem Rolli nicht mal mehr rankomme. Da er vom Aldi ja nur sein Limo brauchte, schlug ich vor, er geht alleine rein, ich bleib im Auto, also müssten wir den Rolli nicht einpacken - was ihm ja eh immer schwerer fällt.


    Auf dem Weg zum Aldi brummte mein Vater (hörbar) in sich hinein, dass die Mikrowelle doch nicht so pressiert hätte und er schon gedacht hätte, dass ich länger bleibe. Also gut, als ich im Auto wartete, rief ich meinen Bruder an und verschob die Abholung auf heute.


    Wieder bei meinen Eltern angekommen, musste ich erst mal den Bohnen-Kartoffel-Eintopf meiner Cousine und den restlichen Kartoffelsalat vom Freitag entsorgen (beides stand auf dem Herd und hatte schon ein Eigenleben) und Töpfe spülen, damit ich überhaupt wieder sauberes Geschirr habe. Fazit: Sie haben beide weder am Sonntagabend, noch am Montag, noch gestern tagsüber was 'Anständiges' gegessen.
    Meine Schwägerin brachte am Montag Nudeln und Bolognese-Soße in getrennten Behältern mit. Dad verzog dazu nur das Gesicht. Völlig unverständlich, gerade weil er beim Italiener nicht selten genau das bestellt. Diesmal ließ ich ihn wissen, dass mich das langsam wirklich sauer macht. Auf Wunsch meines Vaters blieb ich noch zum Essen und aß mit - bevor ich den Rest bei meinem nächsten Besuch am Freitag wieder wegschmeißen muss. Von den Nudeln aß er einen guten Teller voll, die Soße sah er nicht an, er aß seine Nudeln mit Curryketchup.


    Schließlich war ich erst um 19:45 Uhr wieder bei mir, mit weiter Kartons ausräumen war's nichts mehr, ich war völlig groggy.


    Marie51:
    Da meine Eltern relativ wenig essen, dafür aber jede Menge Limo trinken, war der Rat unserer Hausärztin, dass das natürlich nicht das Gesündeste ist, dafür aber wenigstens jede Menge Zucker beinhalte, also trotzdem ein Energielieferant ist. Mom macht sich mehrmals täglich ein Fleischsalat-Brot, was ja auch jede Menge Fett hat - wenigstens etwas.


    Was ihre Beschäftigung betrifft: Einerseits ist meiner Mutter oft langweilig, trotzdem kann sie sich für die kleinen oder größeren Aufgaben, die ich für sie parat hatte, nicht immer begeistern.
    Ein Vorschlag war: Meine Eltern haben einen ganzen Schuhkarton voller unsortierter Fotos der letzten Jahrzehnte. Da die ja weitestgehend die fernere Vergangenheit betreffen, dachte ich, sie könnte ganz bequem auf der Couch auf die Rückseite jedes Fotos die Namen schreiben. Der Vorschlag kam erst mal gut an, als es dann aber ernst wurde, erntete ich immer wieder ein 'Naa, jetzt ned, ich muss jetzt entspannen…".


    Martin Hamborg:
    Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Wir alle nehmen ihr ihre 'Faulheit' selbstverständlich nicht übel, sie war ihr ganzes Leben lang der personifizierte Fleiß und alle, die sie kennen, wissen, dass sie einfach nicht mehr sie selbst ist.
    Trotzdem drängt sich bei Ihrer Einschätzung des 'Schutzes vor demenzbedingten Gefährdungen' bei mir der Gedanke auf, dass sie sich in dem Fall doch ihrer Demenz bewusst sein müsste. Liege ich damit falsch?


    LG und einen nervenstarken Tag allerseits :)

  • Hallo in die Runde,


    das Schlimme ist heute passiert. Ein Sturz und ein Oberschenkelhalsbruch. Sie hat etwas über eine Stunde auf dem Boden im Wohnzimmer gelegen, aber mit Fußbodenheizung.


    Der Pflegedienst war vorher da. Sie hat durchs Fenster zu verstehen gegeben, dass alles in Ordnung ist.


    Als ich gestern gegangen bin, war im Grunde alles so weit ok. Die Ärztin ist noch bei ihr gewesen. Kreislauf stabil, guter Blutdruck, ein paar Scherze von ihrer Seite.


    Jetzt fragt man sich natürlich doch, hätte ich etwas anders machen können, aber im Grunde war alles so wie immer. Sie hat über leichten Schwindel geklagt, aber das hat sie schon öfters. Und sie hat auch keine Schwierigkeiten beim Aufstehen und Setzen gehabt, ist auch zweimal mit mir die Treppe hochgegangen, zwar schwer wie immer, aber doch für sie ganz gut. Das Essen war gestern nicht so gut, aber sie hat gegessen. Ich habe ihr nachmittags noch ein Marmeladenbrot gemacht und Kaffee gekocht. Leider hat sie nichts anderes gewollt. Vorher hat sie etwas Suppe gegessen, aber leider auch nicht so viel. Ich befürchte fast, dass sie gestern Abend, das erste mal nichts mehr gegessen hat. Das ist bisher noch nicht dagewesen. Aber sie hat getrunken, dass habe ich gesehen.


    Jetzt wird sie heute oder morgen noch operiert und dann wird man weiter sehen. Im Krankenhaus waren alle sehr nett. Aber trotzdem, es ist halt keine Wohnzimmeratmosphäre.


    Ich finde das schrecklich für den alten Menschen. Nachdem sie ein Schmerz- und Beruhigungsmittel bekommen hat, kommt ihr Bewusstsein langsam wieder. Ich habe ihre Hand gehalten, bis sie dann eingeschlafen ist. Ach man . . .


    Liebe Grüße an alle

  • Hallo Teuteburger, zunächst kommt mir nicht der winzigste Gedanke, was Sie falsch gemacht haben könnten. Das Risiko einer Fraktur ist der Preis der Freiheit und Selbstbestimmung, die Sie so lange gewährleistet haben. So wie beim letzten Krankenhausaufenthalt, können Sie jetzt die Entscheidungen treffen. Wenn es einen Weg zurück in die Wohnung gibt, dann vermutlich nur über eine Kurzzeitpflege, in der Ihre Schwiegermutter sich mobilisieren lässt und gut mitmacht - oder sich auf diese Weise gut einlebt.


    Es ist übrigens viel mehr als ein Liebesdienst, wenn Sie Ihre Schwiegermutter so im Krankenhaus begleiten: Das Halten der Hand bis zum Einschlafen ist eine echte "Delirprophylaxe". Die „senile Bettflucht“, eine verstärkte Verwirrtheit oder der passive Rückzug sind Hinweise auf diese schwerwiegende Komplikation, die nicht immer im Krankenhaus erkannt wird. Jochen Gust kann da sicher aus dem Forum „Kommunikation und Konflikte“ aus seiner Erfahrung noch viele Hinweise geben, denn in unseren Gesprächen war ich immer sehr beeindruckt, was er alles in der Klinik möglich macht.


    Hallo KoDo, es ist bestimmt sehr schwer auszuhalten, was Sie gerade alles miterleben müssen. Können Sie das gemeinsame Essen mit ihren Eltern genießen - so wie es Ihrer Cousine Spaß macht, etwas für ihren Onkel und ihre Tante zu tun? Es ist so wertvoll, wenn Pflegende nicht allein verantwortlich sind und in der Zeit nach Corona hoffe ich sehr, dass wieder viele Menschen ihre Erfüllung in der Familie, im Ehrenamt und in der Nachbarschafthilfe finden.


    Über Ernährung bei Demenz wurde sehr viel geschrieben. Durch Alter und Demenz ändert sich das Geschmackserleben und oft geht alles nur noch mit viel Zucker, auch herzhafte Speisen. Auch Ketchup hat oft einen hohen Zuckeranteil. Ein Heißhunger kann aber auch medizinische Ursachen haben, ein unerkannter Diabetes, eine Schilddrüsenerkrankung, ein Hinweis auf einen Mangelzustand usw. Auf der anderen Seite ist die Appetitlosigkeit eine klassische Nebenwirkung von Medikamenten und ein Hinweis auf andere körperliche Krankheiten. Insofern dürfen wir es uns nicht zu leicht machen und alles gleich der Demenz zuschreiben.


    Eine gute Ernährung ist auch bei einer Demenz von Vorteil. Wir haben mal das Motto gefunden: Liebe geht durch den Magen – auch wenn ein liebevoll zubereitetes Essen nicht angenommen wird. Tricks oder Bedrängung, Diskussionen oder Vorwürfe stärken eher die Ablehnung oder Trotz – anderes als ein gemeinsames Essen. Eine Einweisung in eine Mikrowelle setzt noch ausreichend kognitive Fähigkeiten voraus und kann Angst machen. Insofern ist Ihnen, KoDo, zu wünschen, dass Sie noch andere Angebote für einen warmen Menü-Service finden.


    Die Frage, ob das (schützende) Vergessen in der Demenz in der stabilisierenden Wirkung für das Selbstbild noch bewusst ist, hilft so kaum weiter. Auch ohne die Demenz ist das Prinzip Hoffnung, positives Denken und ein gesundes Verdrängen weit verbreitet und muss m.E. auch nicht ständig in Frage gestellt werden. Aber: Je stärker die Demenz zunimmt, umso konflikthafter ist die Diskussion mit dem Appell an die Einsicht und umso wichtiger ist der validierende Umgang mit den kleinen persönlichen Schwächen.


    Ihnen allen viel Kraft für die nächste Woche, Ihr Martin Hamborg

  • Liebe Teuteburger,
    Es tut mir leid, dass ihr neue Aufregung nach diesem Sturz habt. Ich wünsche euch sehr, dass es für alle Beteiligten zu einem Ausgang kommt, wie es für euch am besten ist. Sehr oft wird durch solch einen Sturz ja eine Veränderung eingeleitet, so war es bei meiner Mutter und beiden Schwiegermüttern.
    Man kann diese Entwicklung nicht aufhalten, du hast, soweit ich mittlerweile mitbekommen habe, deiner Schwiegermutter wohl länger ein selbstständiges Leben ermöglicht, also sehr viel für sie getan. Alles verhindern kannst du nicht, es nimmt seinen Lauf.
    Alles Liebe für dich,
    Rose60

  • Guten Abend in unsere Runde,


    danke an alle für Eure wertvollen Beiträge.


    Hallo Teuteburger, die Nachricht vom Sturz Deiner Schwiegermutter entsetzt mich sehr, davor habe ich auch bei meiner Mutter die größte Angst. Ich wünsche ihr von Herzen gute Genesung.


    @ Sehr geehrter Herr Hamborg, Ihre Antworten und Beiträge stärken mich sehr, dafür herzlichen Dank!


    Aktuell belastet mich außer meiner familiären Situation meine eigene mentale Gesundheit. Angefangen mit den "unglaublichen Geschichten" die mir meine Mutter jeden Tag mehrmals facettenreich erzählt und von Menschen und Tieren in unserer Wohnung berichtet, die es nicht gibt, frage ich mich, ob ich mich überhaupt noch unauffällig in der Gesellschaft bewegen kann.


    Ausgelöst wurde meine Angst durch eine für Außenstehende vielleicht kleine belanglose Begebenheit. Meine Nachbarin nimmt mich seit geraumer Zeit am Wochenende mit zum Einkaufen, da wir kein Auto haben. Auch was das Thema Nachbarschaftshilfe betrifft pflegen wir ein sehr angenehmes Miteinander. Wir unterstützen uns gegenseitig, wo immer es geht.


    Doch ganz unerwartet veränderte sich das Verhalten meiner Nachbarin. Ihre nicht endend wollende Hilfsbereitschaft schlug plötzlich um in ein aggressives und zynisches Verhalten. Sie bot mir einige Male unaufgefordert Hilfe an, um diese jedoch nicht einzulösen. Beispiel: "Sie müssen nicht die schweren Getränke tragen, morgen habe ich das Auto." Am nächsten Morgen kommt sie mit ihrem Wagen vom Einkaufen, wohl ohne Erinnerung, dass sie mich mitnehmen wollte. Wenige Minuten später bittet sie mich um meine Hilfe, um Gardinen aufzuhängen, um mich dann mit dem Kommentar zu bedenken: "Wie immer Mrs. Pefect, alles muss stimmen!" Den kleinen Hocker, den ich ihr nach getaner Arbeit zurückgab nahm sie in die Hand, um ihn krachend in die Zimmerecke zu pfeffern. Nach außen hin zuckersüß und innerlich drohte der Ausbruch des Vulkans.


    Ich erlebe das nicht zum ersten Mal bei ihr, Monate lang scheint alles in Ordnung zu sein und aus dem Nichts wandelt sich diese Frau in Dr. Jekyl. Sie geht dabei so unter die Gürtellinie und wird ausfallend und gemein, dass es mir schier die Sprache verschlägt. Dabei macht sie auch nicht Halt vor Freundinnen, die sie nicht gerade charmant davon kommen lässt. Nach einem längeren Telefonat mit einer älteren Dame, die wenig Kontakt hat, mokiert sie sich über deren eigenwilliges Verhalten. Wer will das wissen, frage ich mich. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie ich dabei wegkomme, wenn sie sich mit anderen Menschen unterhält.


    Weshalb schreibe ich das hier in diesem Forum? Weil ich keine Erklärung für dieses Verhalten finde. Es war ein großer Schritt für mich, die Hilfsangebote meiner Nachbarin anzunehmen. Normalerweise gehöre ich zu der Fraktion, die alles alleine schaffen will und meine Unabhängigkeit mit aller Kraft verteidige.


    Meinen Alltag bewältige ich jeden Tag nur, weil ich so oft wie möglich Kontakt nach Außen suche. Ein netter Plausch beim Bäcker, ein kurzes Hallo beim Gassigehen mit dem Hund usw. Meist lockere und unbeschwerte kleine Gespräche, die mir jedoch inzwischen sehr wertvoll geworden sind. Besonders angenehm ist für mich dabei, dass dabei immer eine gewisse Distanz erhalten bleibt.


    Und eben diese Distanz habe ich bei meiner Nachbarin aufgegeben. Nun verwirrt mich ihr Verhalten und ich weiß nicht mehr was ich glauben soll und ziehe mich nach alter Manier zurück. Ich habe mich ihr anvertraut und fühle mich nun verraten.


    Vielleicht klingt das in Euren Ohren sehr dramatisch. Aber ich empfinde es nunmal so. Nach diesem Vorfall, der mich unglaublich aufgewühlt hat, erinnerte ich mich an ein Buch: "Ennagramm und Hochsensibilität". Dabei handelt es sich um neun Persönlichkeitstypen und ihr Entwicklungspotential. Ich erkannte mich in einer Beschreibung derart, dass es wirklich erschreckend war. So exakt hätte ich mich selbst nicht beschreiben können.


    Das ist meine Überlebensstrategie, was immer auch passiert, ich sehe es als Erfahrung zu lernen und versuche zu verstehen. Solange ich Antworten finde, droht mir nicht die Gefahr den Boden unter den Füßen zu verlieren. Mir kommt mein Leben im Moment vor wie das Geschicklichkeitsspiel "Jenga". Ich habe die Kontrolle teilweise aufgegeben und zugelassen, dass mir jemand ohne Vorwarnung ein Hölzchen aus dem Stapel zieht.


    Wie lange will es mir noch gelingen, die Balance zu halten und einen klaren Kopf zu bewahren? Und schon ist sie wieder da, die Angst, dass dieser Alptraum niemals enden wird. Ich habe eigentlich eine gute Intution und Menschenkenntnis. In diesem Fall offensichtlich nicht, sonst hätte sie hier nicht versagt. Bin ich schon so bedürftig, dass ich die Alarmsignale nicht sehen wollte?


    Danke für Eure Aufmerksamkeit.


    Es grüßt herzlich



    Elisabetha

  • Liebe Elisabetha
    und alle anderen natürlich auch...


    ich lese schon noch immer mit, aber nicht täglich...mehr Abstand tut mir gut.


    Elisabetha, ...was ich jetzt von Dir lese...spricht mir so aus der Seele...dass ich einfach antworten muß:


    Ich kenne Deine Situation sehr gut.


    Ich kann auch schwer Hilfe annehmen...und wenn ich es dann tue..und wenn ich dann enttäuscht werde....dann falle ich unendlich tief...


    Diese Nachbarin hat offenbar selbst große Probleme...Du bist gar nicht gemeint...und Du brauchst auch nicht nach Erklärungen suchen....es ist ein no go! ..ich gebe Dir am liebsten den Rat, Dich mehr zu distanzieren...oder es nicht zu ernst zu nehmen und ab und zu ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen, falls Du darauf angewiesen bist...aber wäre es evtl eine bessere Alternative auf Profi-Dienste zuzugreifen..also falls Du die finanziellen Möglichkeiten hast....ich selbst fühle mich damit immer viel besser. Vermutlich ist sie neidisch auf Deine Stärke!


    Ja..und Menschen die bei mir über andere tratschen und sich auslassen...das weiß ich gut und ganz genau...dass die auch über mich tratschen...also...distanziere ich mich mehr von denen oder gebe nur noch wenig von mir preis.


    Die lockeren Gespräche oder Plauschs sind auch für mich unendlich wichtig geworden...wenn ich spüre, dass ich wirklich geschätzt werde, und sei es nur als Kundin,.....ich spüre es..wenn es ehrlich gemeint ist...weil ich mich dann wohl fühle. Und solche kurzen netten Kontakte reichen mir durchaus aus. Manchmal aber auch nicht...dann möchte ich engere und intensivere Kontakte...und die habe ich derzeit nicht.


    Es ist immer ein Wagnis, sich anderen Menschen gegenüber zu öffnen..es kann schiefgehen und man ist enttäuscht....ich versuche, "es leicht zu nehmen"...aber dann auch aus der Situation raus und Abstand zu finden....also den Kontakt dann einschlafen zu lassen....


    Ich versuche auch immer wieder, zu verstehen, was vor sich geht...weil das mir Halt gibt...aber inzwischen habe ich gerade in den letzten Monaten so viel Verstörendendes erlebt...dass ich das nicht mehr versuche..eher ist mein neuer Weg zu fragen: cui bono...wem nützt es...und schon komme ich auf ganz neue Erkenntnisse und Erklärungen....


    Es scheint so, als würde jeder, auch die Angestellten in Behörden, Banken und was weiß ich...alle so handeln, dass es für sie am einfachsten und mit der wenigsten Arbeit verbunden ist...inzwischen...kann ich diese "Schwäche" sogar für mich ausnutzen, jedenfalls manchmal...und erreiche dann, was ich eigentlich möchte.....


    Ja, ich bin auch sehr bedürftig Elisabetha...das ist keine Schande...unter anderem schreibe ich deshalb wieder hier....und meine Menschenkenntnis versagt auch manchmal...oder auch weil ich zu sehr vernebelt bin derzeit...derzeit sogar öfters....


    Ich habe beschlossen...einfach immer meinen Weg weiterzugehen..Augen zu und durch...lass die anderen sagen, was sie wollen...zieh Dein Ding durch....be cool...geh einfach weiter..mach einfach immer weiter...gib nicht auf.....das sind meine Mantras derzeit...vielleicht helfen sie Dir etwas?


    Der Alptraum geht weiter..wie lange, wissen wir nicht.....ich habe inzwischen sogar Angst davor, dass wenn der Alptraum bzgl. meiner Eltern vorbei ist, ich dann selbst an Demenz erkranken könnte...und dann meinen eigenen Alptraum habe...ich versuche also mit dem Alptraum zu leben...oder ihn nicht mehr soooo wichtig zu nehmen......das Leben ist eben so....und es geht irgendwie weiter...


    ganz liebe Grüße
    Hanne

  • Hallo ihr Lieben,


    ich finde mich auch in den Beiträgen von Elisabetha und Hanna wieder. Hanna hat das auch gut auf den Punkt gebracht.
    Ich brauche auch die Distanz. Gerade in schwierigen zwischenmenschlichen Lagen, wo viele Charaktere an einem Strang ziehen sollen, droht immer wieder die Verletzung, sozusagen.


    Und das ist auch meine Befürchtung bei meiner Schwiegermutter.
    Es gab heute eine berührende Szene, die ich einfach hier niederschreiben will, aber ich habe auch Angst vor dem Schatten, der daraufhin folgen könnte.


    Sie ist heute gegen Mittag operiert worden. Wir sind einige Stunden später zu ihr gegangen. Als wir ins Zimmer kamen, standen eine Krankenschwester und die Zimmernachbarin vor ihrem Bett. Sie sah aus wie der Tod, mit zurückgebogenem Kopf, ohne Gebiss, konnte nicht sprechen, hat extrem schwer geatmet, wofür die Zimmernachbarin auch die Schwester gerufen hat. Sie hat innerlich eine große Pein empfunden. Eine Träne lief über ihr Gesicht. Mein Herz hat mir bei dem Anblick weh getan. Ich hab dann ihre Hand in beide Hände genommen und ich habe erst einmal nichts gesagt. Einige Minuten später sagte sie: "Jetzt ist es gut. Geh nicht weg", kaum hörbar. Ich habe weiter ihre Hand gehalten. Und sie hat das wiederholt und sie sagte dann mit festerer Stimme: Jetzt wird es wieder hell. Da ist das Licht. Damit meinte sie, so denke ich mir, die Zimmerdecke.


    Dann hat auch mein Mann die andere Hand genommen. Aber das hat sie erst gar nicht wirklich zuordnen können. Nach einer weiteren Viertelstunde etwa hat sie aber schon klarer geschaut. Meinen Namen hat sie genannt und wieder gesagt, jetzt ist alles gut. Und nach und nach kam dann auch die Sprache und sie konnte schon besser atmen. Ich habe ihr dann Wasser zu trinken gegeben. Und dann verlangte sie tatsächlich nach einer Tasse Kaffee. Ich habe ihr immer wieder etwas Wasser gegeben, weil die Schwester gemeint hat, wenn sie das bei sich behält, dann bekommt sie auch Kaffee. Und auch den hat sie vertragen, mit drei/vier kleinen Stückchen Brot mit Butter. Das war ein schöner Moment für mich.

    Ich denke, sie hat aber unter der Narkose schon gelitten. Ihren Sohn hat sie für ihren Mann gehalten, mich hat sie wie oft das gleiche gefragt und auf einem Wandbild hat sie allerlei Nasen und Kühe gesehen. Sie hat sogar gelacht. Sie hat einiges durcheinander geworfen, anderes hat sie aber gewusst. Verständlich nach einer solchen OP. Vom Sturz wusste sie aber nichts mehr. Sie hat aber akzeptiert, das sie im Krankenhaus ist. Mein Mann hat auch Bilder von ihrer Schulter und von der Wunde im Gesicht gemacht und es ihr gezeigt. Sie hat es gut aufgefasst, erst einmal.


    Als wir gegangen sind, war sie in einer wesentlichen besseren Verfassung, als bei unserer Ankunft. Das hat mich gefreut. Wir durften auch drei Stunden bei ihr bleiben, trotz Corona. Das war sehr nett, aber für die Krankenschwestern ist das sicher auch eine Entlastung, denke ich mir. Ich denke mir, dass man das bei Demenzkranken inoffiziell, doch etwas anders sieht. Aber selbstverständlich ist das nicht und beim Lockdown hat man das nicht tun dürfen. Ich will gar nicht daran denken, was das für meine Schwiegermama bedeutet hätte. Einfach nur grausam.


    Ich habe aber jetzt sehr viel zu organisieren. Denn es gibt auch ein Leben nach der OP / Geriatrie. Was sollen wir tun, erst Kurzzeitpflege, dann Pflegekraft zu Hause oder Heim?
    Und dann die Frage, wehrt sie sich. Brauchen wir eine Betreuung, wenn das so sein sollte? Die 24-Stunden-Pflege, die Fragnichtwarum hier genannt hat, klingt recht gut, aber diese arbeiten nur regional. Ich befürchte fast, da fallen wir nicht drunter.
    Es freut mich sehr, dass meine Schwiegermama so gut auf das Handhalten und das anschließende Sprechen reagiert hat, aber ich hoffe sehr, dass sie auch für andere zugänglich ist. Ich will das es ihr gut geht, aber nicht nur durch mich. Das ist der Schatten, den ich vorhin angesprochen habe. Ich will, dass die Seniorenbetreuerinnen weiter zu ihr kommen können. Ich muss auch jetzt ihr Haus etwas gründlicher reinigen, halt nebensächliche, aber nicht unwichtige Sachen, wozu ich sonst nicht komme und was ich in ihrer Anwesenheit auch nicht darf.


    Und dann auch noch die Sorge, was sie im Krankenhaus und in der Geriatrie zu essen bekommen wird? Sie ist da wählerisch, was ich auch verstehen kann. Da sie, obwohl sie Kassenpatientin ist, auf der Privatstation untergekommen ist, hat sie einen Kühlschrank. Da habe ich das ein oder andere schon für sie platziert.


    Drückt mir die Daumen, dass ich alles geregelt bekomme. Ich werde jetzt einiges deligieren müssen. Aber die Betreuung, da sollen sich im Ernstfall die Söhne kümmern.


    Ich werde jetzt noch zwei Heime in meiner Nähe heraussuchen.


    Ach, ich wünschte, sie würde in Zukunft weniger wehrhaft sein und mehr Hilfe von anderen zulassen. Ihre Psyche macht mir am meisten Sorgen, denn ich denke immer ich müsste mehr geben, kann aber nicht mehr geben. Und wenn ich sie in die Hände anderer übergebe, dann sollen es halt gute Hände sein. Sie ist wie ein verletzliches Kind, dass nach seiner Mutter verlangt. Das finde ich verständlich, aber es ist andererseits auch nicht gerade einfach.


    Auch bei meiner Mama läuft nicht alles rund


    Liebe Grüße an alle, die mir hier geschrieben haben. Das hat mir geholfen.

  • Liebe Teuteburger,
    Das klingt sehr schön, wie gut deine Schwiegermutter auf dich reagiert und dass du offensichtlich eine beruhigende Wirkung auf sie hast.
    Kannst du evtl.die Sozialberatung (o.ä. Begriff) des kkh mit ins Boot nehmen zwecks Pflegeplatz. Die können oft mehr erreichen. Nun durch Narkose plus Ortswechsel kann sich der mentale Zustand ja noch verschlimmert haben und vllt den Übergang in ein Pflegeheim sogar erleichtern.. wer weiß...


    Bei meiner Mutter geht's nun mit größeren Schritten mental zurück. Gerade den 90. Geb.gefeiert, nun behauptet sie 67 J.zu sein:(
    Bin nun froh, dass wir standhaft geblieben sind.


    Alles Liebe für dich
    Teuteburger

  • Hallo an alle Mitleser,


    ich habe eine kurze Nacht hinter mir, mein Mann auch.


    Heute früh ein Anruf aus dem Krankenhaus. Sie hat sich sämtliche Schläuche aus den Armen gezogen, sich blutig gekratzt. Das Pflaster von der Wunde gerissen. Der Sohn, der in der Nähe des Krankenhauses wohnt, hat alles versucht sie zu beruhigen. Nichts ging. Sie hat ihn angesehen mit Augen, die . . .
    Mein Mann kam etwas später ins Krankenhaus dazu. Auch bei ihm das gleiche. Er hat aber irgendwann Tacheles mit ihr geredet und so nach und nach hat sie Kurve wieder bekommen.
    Ich bin dann auch noch hingefahren, habe ihr Lebensmittel mitgebracht. Sie hat dann auch brav gegessen. Dann kam auch noch die Seniorenbetreuerin dazu, die im Krankenhaus eine Bekannte liegen hat. Sie hat ihr Kartoffelsalat mitgebracht. Auch den hat meine Schwiegermutter mit Genuss gegessen. Sie hat sich von mir und von der Seniorenbetreuerin, ohne Probleme füttern lassen. Zwischendurch hat sie immer wieder Kaffee aus der Schnabeltasse getrunken, eigenhändig. Den gewünschten Joghurt, hinterher, hat sie auch selbstständig gegessen. Sie war fast wie eine Prinzessin. Alle kümmern sich um sie.
    Auch die Wunde konnte wieder versorgt werden, genauso die Schmerzmittel wieder per Infusion gelegt werden. Die Pfleger und Pflegerinnen sind hier sehr nett. Sie liegt wie gesagt, privat, weil sonst kein Zimmer mehr frei ist. Ich kenne auch die anderen Stationen im Krankenhaus, wo sie vorher gewesen ist. Das ist wirklich ein großer Unterschied. Traurig, aber wahr.
    Ich habe ihr ein Hemdchen anziehen können. Sie war ganz nackt, Das OP Hemd konnte man ihr morgens ausziehen, sie aber nicht mehr anziehen. Aber sie hat eine warme Decke gehabt. Und den Kathederschlauch hat man gerade noch so retten können. Auch daran hat sie gezerrt.


    Ihre Mitbewohnerin hat nur noch geweint und man hat sie verlegt. Eine liebe und geduldige Frau. Ich habe mit ihr gestern und vorgestern gesprochen. Aber darauf ist man nicht gefasst, was einem die Demenz bescheren kann. Dieser unbändige Wille und die Kraft vor allen Dingen. Meine Schwiegermama hat einen Schlauch sogar entzweigerissen. Und das ohne Nahrungsaufnahme zwei Tage lang.


    Wir werden jetzt einiges in die Wege leiten, für den Fall der Fälle. Ich werde mit dem sozial-psychiatrischen Dienst im Krankenhaus sprechen, mir in den nächsten Tage weitere Heime ansehen und ich werde mich in Sachen 24-Stunden-Pflege schlau machen, damit im Falle des Falles, je nachdem, wohin sich jetzt alles bewegt, man handlungsfähig ist. Denn das muss unter Umständen dann schnell gehen.


    Vielleicht fängt sie sich wieder, wenn sie anständig isst und trinkt. Beides hat sie heute gemacht. Vielleicht wird aber alles weiterhin ein Auf und Ab und ein ständiger Boykott, mit einer Aggression sein, die auf absolutem Unverständnis und auf Hilflosigkeit beruht. Beides ist verständlich, aber lassen kann man das so nicht mehr und man kann auch nicht abwarten, bis sonst noch etwas passiert.


    Ich werde weiter zu ihr gehen, die Seniorenbetreuerinnen weiter mit im Boot lassen, aber auf keinen Fall mehr machen. Sie darf sich auf keinen Fall mehr alleine auf mich fixieren.
    Jeder von uns muss jetzt seine Grenzen genau definieren und wir müssen die Rahmenbedingungen mit Hilfe anderer für sie anlegen und umsetzen, damit sie sich darinnen bewegen kann, mit Herzlichkeit, aber auch mit Durchsetzungskraft eines Betreuers, wenn es nötig ist. Denn freiwillig wird sie in nichts einwilligen. So weit zur Theorie, die ich in den letzten Nächten erarbeitet habe.


    Liebe Grüße von einer psychisch geschlauchten, müden Teuteburger

  • Hallo an die Runde,


    Teuteburger:
    Der Sturz deiner Schwiegermutter und die damit verbundene zusätzliche Belastung für Euch tut mir unendlich leid. Nur der Gedanke daran, dass das einem meiner Eltern passieren könnte, lässt Panik in mir aufkommen. Wie Sonnenblümchen denke ich auch, dass Du Dir keine Gedanken machen musst, ob ihr irgendwas tun hättet können, um das zu verhindern. Nein, das konntet ihr nicht. Niemand hat eine Kristallkugel und kann sehen, was in der Zukunft passiert. Auch den Bedenken, die man hat, in der Sorge um die Schwieger-/Eltern, kann man nicht vollständig genüge leisten.


    LG und einen kraftvollen Tag allerseits
    KoDo

  • Liebe Teuteburger ,
    Nun habe ich eben erst gesehen, dass ich meine letzte Antwort versehentlich mit deinem Nickname unterschrieben habe:(( sorry!!! Es geht schon los bei mir, denke ich manchmal.....


    Ich drücke die Daumen, dass euch sehr bald eine hilfreiche Lösung geboten wird.


    Liebe Grüße und viel Kraft euch allen
    Rose60

  • Ich danke euch.


    KoDo, es ist wirklich komisch. Obwohl man das einerseits weiß, stellt man sich doch immer wieder in Frage.
    Und ich muss sagen, man macht leider nicht nur gute Erfahrungen. Es gibt Personen, die meinen, man müsse sein ganzes Leben jetzt dem Bedürftigen opfern, andere sehen nur sich selbst. Ich bewege mich bedarfsgerecht am liebsten in der Mitte, wenn ich kann. Sonnenblümchen, Hanne und ich glaube, Elisabetha, haben auch die Erfahrung gemacht, dass man ihnen, trotz aller Fürsorge, noch ein schlechtes Gewissen hat einreden wollen. Die meisten Menschen, die ich treffe, sehen mehrere Seiten des Ganzen, aber nicht alle. Und das tut weh, wo man es eh schon schwer hat.


    Rose, das macht überhaupt nichts. Man könnte das auch ganz normal interpretieren. Das habe ich getan, so als hättest du nochmal meinen Namen genannt und mir alles liebe gewünscht.


    Ich habe auch das Gefühl, das meine Gedanken im Moment Amok laufen. Ich habe heute soviel telefoniert, um das Leben nach dem Krankenhausaufenthalt und nach der Reha für sie zu gestalten.
    Ich habe ein Telefon im Krankenhaus für sie anmelden lassen und es zusammen mit der Seniorenbetreuerin und ihr getestet. Es klappt noch nicht so gut. Aber sie fühlt sich inzwischen wieder fit genug und sie will morgen heim gehen. Das war zu erwarten.


    Liebe Grüße an alle

  • Liebe Hanne,


    ich freue mich aufrichtig über Deine Antwort und fühle mich durch Deine Offenheit sehr aufgefangen.


    Wenn ich dem Gefühl, weshalb ich so heftig reagiere auf den Grund gehe, dann erkenne ich dahinter nichts anderes als Angst. Angst, es alleine nicht zu schaffen.


    Mit meinem Annehmen von Hilfe habe ich genau die Situation geschaffen, die ich mit meiner Unäbhängigkeit immer vermeiden will. Dabei muss ich sehr aufpassen, dass ich nach dieser Erfahrung nicht in mein Schwarz-Weiß-Sehen gerate und dabei grundsätzlich alles in Frage stelle und ablehne.


    Irgendwie ist es mir gelungen durch einen antrainierten Tunnelblick - weitermachen und nicht stehen bleiben - die Situation mit meinen beiden so weit schön zu färben, dass ich nicht total verzeifle. Meine Haltung zu bewahren hat meine Kraft schwinden lassen und durch das Verhalten meiner Nachbarin war es nur eine leichter Hauch, der genügte, mich ins Wanken zu bringen. Das Ausmaß und die Größe meiner Verantwortung scheinen mich gerade zu verschlingen. Es gab in diesem Jahr zuviele solcher unerwarteten Momente, die ich nicht habe kommen sehen können (was ich mir selbst stets als Versagen attestierte). Nun beginnge ich zu verstehen, dass meine Muster, alles erahnen zu können und mich darauf vorzubereiten, aus der Vergangenheit herrühren, nichts anderes als Selbstschutz sind. Aber das Leben lässt sich eben nicht vorraussehen und kontrollieren. Und nein, es ist kein Versagen, dass mich Manches überraschend trifft.


    Angesichts der Herausforderungen, die einige unserer Runde gerade zu meistern haben, ist meine kleine Seelennot überschaubar. Bitte seht es nicht als Respektlosigkeit, dass ich mich in meiner Verlorenheit an Euch gewandt habe. Ja, ich bin gerade mehr bedürftig, als mir lieb ist.


    Danke, liebe Hanne, dass Du Dich aus Deiner Zurückgezogenheit gemeldet hast. Deine Wertschätzung tut unendlich gut.


    Euch allen alles Liebe und viel Kraft


    Elisabetha

  • Hallo in die Runde,
    Ich habe in dem Forum "gesetzliche Leistungen" einen Post zum Thema Zuzahlungen geschrieben, den ich Euch ans Herz legen möchte, ihn einmal zu lesen.


    In meinem Fall hatten sich der rechtliche Betreuer und die Heimverwaltung darauf verständig, aus Vereinfachungsgründen für meine Eltern eine Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse zu beantragen und der im Voraus zu zahlende Betrag wurde auch an die Kasse gezahlt.
    Das wußte ich und hielt ich selbst für sehr sinnvoll.
    und jetzt: Überraschung!!


    Zufällig erhielt ich in anderem Zusammenhang einen Kontoauszug über das Taschengeldkonto meiner Eltern....und wiederum eher zufällig fiel mir auf, dass jeweils Zuzahlungen davon abgebucht wurden....das summiert sich natürlich auf und meine Eltern zahlen im Grunde ja dann doppelt....
    Ich monierte das und jetzt wird gesucht, wo der Fehler liegt.....
    Anfänglich wurde sich von einem Beteiligten allerdings lustig über mich gemacht, dass ich alles so genau nehme und mich über 5.-- aufrege.....ich solle einfach mal wohlwollend vertrauen.....(Es waren dann weit mehr als nur 5.--)


    Allerdings halte ich es eher mit B.Brecht: Lob des Lernens:
    "Lege den Finger auf jeden Posten, prüfe die Rechnung, Du mußt sie bezahlen".......


    Nun habe ich die ganze Mehrarbeit, die doppelt gezahlten Beträge jetzt von der Kasse zurückzuverlangen und vorher die Originalbelege zu beschaffen....dafür bin ich ja nun zuständig (Vermögenssorge). Dabei habe ich den Fehler nicht gemacht!
    Die Krankenkasse sagte mir in einem Telefonat, dass solche Doppel-Zahlungen häufig vorkommen...
    Na das wundert mich nicht.


    Also: paßt gut auf ;-)


    Elisabetha
    Dank Deiner letzten Nachricht habe ich eine neue Erkenntnis gewonnen.
    Das Muster, alles erahnen zu wollen und mich auf alles, was passieren könnte vorzubereiten, habe ich auch...ich denke es resultiert aus meiner sehr schwierigen Kindheit.
    Allerdings hat mich dieser Wesenszug von mir auch vor vielen Dingen bewahrt...und oft hatte ich eben auch einen Plan B bereits in petto und konnte gleich weiterhandeln wenn Plan A nicht klappte.
    Dafür werde ich bis heute sehr oft verspottet oder lächerlich gemacht (ich denke inzwischen, diese Personen sind einfach auch nur neidisch oder können/wollen eben nicht so strategisch denken).
    Und jetzt komme ich auf den neuen Gedanken: Führungspersonen, insbesondere z.B. beim Militär oder auch in der Wirtschaft und Politik, müssen doch immer auch alle möglichen Entwicklungen im Voraus bedenken und dann erst eine Entscheidung fällen....nur dann können sie erfolgreich sein. Auch bei Extremsportarten, z. B. auch dem Tauchen....bereitet man sich gedanklich auf den Fall, was wäre wenn vor, damit man dann schnell und automatisch handeln kann, wenn der Fall eintritt....und man hat alle möglichen Dinge doppelt und dreifach dabei (von daher war das Hobby für mich ideal!)


    Na, was sagst Du jetzt? Ich finde, wir haben allen Grund dazu, stolz auf uns zu sein ( und uns wäre sicher nicht entgangen, schon im Sommer zu wissen, dass es im Winter vermutlich kalt sein und häufiges Lüften die Räume sehr kalt machen wird ;-)


    Liebe Grüße an alle
    Laßt Euch nicht unterkriegen


    P.S.: Was zum reinlesen.....für mich waren insb. die abweichenden Stellungnahmen ganz am Ende beeindruckend. Ich hoffe, die Verlinkung klappt.


    https://www.ethikrat.org/filea…/DER_StnDemenz_Online.pdf

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