Wie geht es Euch? Thread IV

  • Ja, inzwischen ist es doch längst möglich, auch während des Quartals den Arzt zu wechseln ohne Aufwand.

    Mag sein, der "alte" hat dann vielleicht etwas mehr zu tun abrechnungstechnisch, aber das muss ja den Patienten nicht stören.

  • Liebe Hanne,


    das tut mir Leid das du wieder so schlechte Erfahrungen machen musstest. Das du den Arzt gewechselt hast ist sicherlich eine gute Entscheidung. Ich wünsche dir gute Besserung und viel Kraft.




    Mit Arzthelferinnen habe ich auch schon vieles durch und ich fackle da nicht mehr lange wenn mir etwas nicht passt (Als Privatpatient tut man sich hier sicherlich leichter).


    Aber es geht auch total anders, leider eine Ausnahme.

    Mein Hausarzt fährt in dieser Hinsicht eine Null Toleranz Politik. Als er die Praxis übernommen hat, hat er nach zwei Wochen das gesamte Team vor die Tür gesetzt weil die für ihren schroffen Umgang mit Patienten berüchtigt waren. Über die Jahre hat er eines der besten Teams aufgebaut das ich jemals in einer Praxis gesehen habe. Da ist ausnahmslos jeder kompetent, freundlich und absolut frei von Hektik. Es ist da wirklich wie im Sprichwort, der Fisch stinkt vom Kopf her.

  • Hallo an Euch beide,


    ja es ist etwas ruhig geworden hier. Deshalb schreibe ich mal kurz etwas hier rein.

    Meiner Mutter geht es wieder besser in Sachen Vergesslichkeit ect. Und ehrlich gesagt, ich verstehe es nicht. Es scheint mit dem Denken und Behalten wieder besser zu funktionieren. War es in der einen Woche Flüssigkeitsmangel. War es fehlendes B12, was wir jetzt aufgefüllt haben. Usw. Verläuft Demenz in Schüben bei einigen Personen . . . Ich stehe vor einem Rätsel.

    Der Hausarzt weiß aber Bescheid.

    ---------------------


    Ich wohne eher ländlich. Der Friedhof ist klein, aber im Grunde noch recht klassisch, auch mit Urnengräbern.


    Der Friedhof in der näheren gelegenen Stadt ist eine Oase, wie in einem Märchen. So habe ich das als Kind empfunden und so empfinde ich das auch heute noch. Eine wunderschöne Allee mit alten Birken und Laubbäumen. In der Mitte eine Kapelle, die wie ein kleines, einfaches Schloss aus Natursteinen aussieht. Und überall führen gepflegte Wege zu den einzelnen Grabreihen und zu den Familiengräbern, der gut betuchten Bevölkerungschicht der Stadt. Die alten Gräber haben richtige Ahnenreihen auf ihren Tafeln stehen und jede Grabgestaltung ist individuell. Es ist, als würde man in eine andere Zeit eintauchen, dazu die Stille und das Rascheln der Blätter im Wind.

    Aber auch die Kriegsgräber, auf denen nur die Steinkreuze stehen, um die sich viel halbwilde Natur rankt, sind schön anzusehen. Und dann sind da noch die Gräber der Sternenkinder. Diese sind wiederum ganz besonders geschmückt, teilweise mit Kinderspielsachen usw.


    Man merkt es sicher schon, unser Stadtfriedhof ist für mich wie ein Park und gleichzeitig eine Zeitreise. Im Grunde ist der Friedhof schöner als ein Park, weil man sich hier noch benimmt, man hier nichts auf die Wege schmeißt und weil hier einfach mehr Naturschönheit ist, die durch Menschen leider oftmals zerstört werden kann, je nachdem.


    Verwahrloste Gräber findet man hier auch. Aber es hält sich irgendwie noch im Rahmen. Ganz anders erlebe ich das auf kleineren Friedhöfen. Hier sieht man immer häufiger Gräber, die von älteren Personen gepflegt werden, die selbst nicht mehr können oder aber es sind nur wenige Verwandte da, die keine Zeit für eine Grabpflege haben.


    Deshalb finde auch ich, wie ich es im anderen Thread beschrieben habe, gut, dass es inzwischen Alternativen gibt.


    Liebe Grüße in die Runde

    Einmal editiert, zuletzt von Teuteburger ()

  • Hallo zusammen,

    auch mir ist aufgefallen, dass es hier sehr ruhig geworden war, aber mein Leben war in diesen Tagen auch sehr angefüllt, so dass ich nur wenig am PC war. Mein kranker Sohn kam nach drei Wochen wieder aus der Klinik, noch immer rätseln die Ärzte, was seine wiederholten lebensbedrohlichen Anfälle im Bauch auslöst.

    Meine Mutter ist verhältnismäßig unauffällig, offenbar sind ihre momentanen Wünsche alle erfüllt. Sie legt weder Wert auf regelmäßige Telefonate, noch verlangt sie sonst nach irgendwas oder etwas zurück. Wir wissen im Moment nicht, wie wir das einordnen sollen. Beim einzelnen Telefonat kann sie durchaus sehr verwirrt sein, beim nächsten dann wieder scheinbar voll da zu sein, um im nächsten Gespräch davon nichts mehr zu wissen.

    Es tut ihr wohl gut, jetzt zu haben, wovon sie glaubt, es steht ihr zu und ihre Ruhe vor weiterer Pflegestufenbegutachtung etc. zu haben.


    Ja, die Friedhöfe. Wir hatten beruflich (Kirche) lange Jahre mit unserem damaligen Ortsfriedhof zu tun, der sehr gepflegt ist. Die reichen Leute haben alle Gärtner, die für sie die Gräber pflegen, für diejenigen, die das selbst nicht leisten können, hat die Gemeinde einen Friedhofsgärtner, der deren Gräber immer in Ordnung hält. Einige wenige pflegen selbst voller Liebe die Erinnerungsstätten an ihre Angehörigen.

    Meine übrige Familie (und die meines Mannes) ist in ganz anderer Region begraben. Ein Teil meiner Familie liegt in einem denkmalgeschützten Friedhof, in den auch nur noch Verstorbene aufgenommen werden, die in einem Familiengrab Platz finden, das schon lange vorhanden ist. Ein sehr schöner Friedhof in einer Stadt, der natürlich auch ein Schmuckstück zum Verweilen ist.


    Die anderen sind in einem sehr großen städtischen Friedhof, in dem aber auch keine verwahrlosten Gräber geduldet werden.


    Mein kranker Sohn hat schon seine Seebestattung komplett vorbereitet. Das Wasser war immer seine große Liebe und sein Element, er war jahrzehnte auch als Wasserretter aktiv - und er möchte von dort noch in die ganze Welt kommen, die er jetzt nicht kennenlernen durfte. Wir werden nur in unseren Herzen den Gedenkort für ihn haben und natürlich sonstige Erinnerungsstücke.


    Meine Mutter wird übrigens auch in den denkmalgeschützten Friedhof kommen.


    Das meine Gedanken zu den heute angestoßenen Themen.

    Auch von mir liebe Grüße in diese Runde

    Einmal editiert, zuletzt von ecia25 ()

  • Hallo zusammen,


    @danke Sonnenblümchen.


    @Ecia, ich fühle auch mit dir. Wenn beim Sohn nichts gefunden wird. - Kennt man denn seinen Vitamin- und Mineralstoffstatus.

    Ich habe mehrmals in einem Gesundheitsforum nachlesen dürfen, was bei einem stärkeren Mangel einzelner Stoffe für körperliche Symptome entstehen können und wo die Ärzte erst mal im Dunkeln getappt sind, über Monate.


    Einer hat zum Beispiel extreme Schmerzen in den unteren Extremitäten gehabt. Ein junger Mann. Eine Odyssey von Arzt zu Arzt hat nichts geholfen. Letztendlich kam er durch Recherchen selbst dahinter. - Extremer Vitamin-B1- Mangel, obwohl er das gleiche gegessen hat wie seine Eltern. Eine hoch dosierte. Vitamin-B-Spritze hat sofort die nächtlichen Krampfanfälle und Schmerzen behoben.


    Und eine andere Frau über 20 Jahre lang Haarausfall. Bis in die Uniklinik ist sie gefahren, ohne nennenswerten Befund. Das es Frauen gibt, die unter einem Ferretinwert von 70 Haarausfall bekommen, war selbst hier nicht bekannt.


    Und ein anderer, der starken B-12-Mangel gehabt hat, der deshalb ins Krankenhaus gekommen ist und man erst sehr spät die Ursache gefunden hat,


    Und ein Bestatter, der fast berufsunfähig gewesen ist, wegen lauter Beschwerden, aber keiner hat etwas gefunden. Erst ein Orthomolekularmediziner hat ihm helfen können. Er wurde wieder voll arbeitsfähig.


    Wieder ein anderer hatte eine Psychose, wurde mit Medikamenten vollgepumpt. Ursache war aber ein starker Magnesiummangel.


    Leider bezahlen Krankenkassen nur einen Teil der Vitamin- und Mineralstoffwerte. Meist B12, Vit. D, Ferretin. Und leider kostet es um die 200 Euro, wenn man es selbst in einem Labor machen lässt.

    Ich würde den Arzt darauf ansprechen, nur um so etwas Einfaches ausschließen zu können. An manchen Vitaminen und Mineralstoffen hängen hunderte von Stoffwechselvorgängen. Und so manche Krankheit kann alleine dadurch schon eine Besserung erfahren. Das wurde in Quarks und Co in Krankenhausuntersuchungen klar belegt, dass doch viele Menschen hier Mängel an einigen Vitaminen-/Mineralsstoffen haben.


    Vit. D, Zink, Selen, Mangan, Ferretin, B12, Folsäure und evt. Kupfer sollten etwas über dem Mittelwert liegen, damit der Körper wirklich gut arbeiten kann.


    Aber auch eine Kupferspeicherkrankheit, die es selten gibt, kann Bauchsymptome auslösen.


    An Zöliakie, Histaminintoleranz, Fruktoseintoleranz hat man bereits gedacht?


    Liebe Grüße an alle :)

  • Liebe Teuteburger, liebe Sonnenblümchen,

    Danke fürs Mitfühlen und Mitdenken; Sämtliche Werte meines Sohnes werden seit 25 Jahren ständig genauestens gecheckt, er muss auf seine Ernährung und Flüssigkeitszufuhr streng achten, denn damals versagten seine Nieren beide und seitdem ist der Dialysepatient (nur für 7 Jahre unterbrochen durch die Funktion einer Spenderniere, die aber auch schon seit 8 Jahren nicht mehr arbeitet).

    Es wird sogar ein Zusammenhang mit seiner jetzigen qualvollen Erkrankung mit dem Funktionsverlust der Nieren vermutet, dass vermutlich beides auf ein und dieselbe Basiserkrankung im genetischen oder autoimmunen Bereich zu suchen ist.

    Insofern sind wir auch längst gewöhnt, bei ihm mit einem ständigen hohen Risiko zu leben. Dennoch nimmt er, auch jetzt in der Frührente, immer wieder Aufgaben auf sich für andere, allerdings wird er eben immer öfter durch Akutzustände dabei unterbrochen oder gleich gehindert.

    Aber wir alle bewundern immer wieder seine Kraft, nochmal aufzustehen und gegen die Krankheit zu kämpfen, mit der er dennoch schon so lange lebt.

    Danke Euch.

  • Danke, für Deine Antwort, Ecia. :)


    Das ist nicht leicht für alle Beteiligten. Die Ärzte haben wohl recht, dass es eine Autoimmunerkrankung sein könnte.

    Wobei die Ursache meist nicht bekannt ist. Leider. Ich selbst glaube an vergangene Leben. Da gibt es inzwischen so viele Beweise, dass ich dem doch etwas Wahrheit zusprechen kann.

    Wenn solche Erkrankungen da sind, dann denke ich, dass da irgendetwas gewesen sein könnte, was solches ausgelöst haben könnte, wenn keine Vererbung vorliegt.

    Leider gibt es da zur Zeit noch nicht so viele Kenntnisse. Mir fällt da einerseits EFT ein oder energetische Psychologie.


    Liebe Grüße

  • Da kann ich "Schwarzer Kater " nur zustimmen..Manchmal fragt man sich wirklich, was noch alles so kommt.. Nach dem Tod meines Mannes beide Eltern nach und nach dement, mit meiner Mutter wurde es gerade im 2. Jahr Pflegeheim leichter. Nun wollte ich mich fitter machen um meine Tochter demnächst mit den überraschend sich ankündigenden zwillingen zu helfen, wobei sie weiter weg wohnen und ich wegen eigener Erkrankung eingeschränkt verfügbar bin.

    Das reicht ja alles schon und doch hatte ich nun vor 10 Tagen einen Unfall beim Radfahren. Arm und Bein links gebrochen, operiert, konnte von jetzt auf gleich nicht selbstständig zur Toilette, waschen, anziehen alles nur mit Hilfe. Es hat mich richtig in die Knie gezwungen. Seit zwei Tagen zuhause, zum Glück kann mein neuer Partner helfen.

    Meine Mutter schafft neuerdings wieder täglich anzurufen, ist total verunsichert, weil ich als einzige Besucherin gerade auch nicht kommen kann, vllt bald mit Rollstuhl...

    Also gerade echt Sch.... das schlimmste waren die letzten 6 Tage Dauerkopfschmerz. Meinen geplanten Erholungsurlaub für November musste ich canceln, da werde ich noch nicht angemessen laufen können . Vielleicht später... hoffe, dass wenigstens die Kleinen noch lange genug im Bauch bleiben.

    Sorry, musste nun ein bisschen jammern. Es macht mir Angst, wenn soviel gleichzeitig los ist.


    Liebe Grüße an alle

    Rose60 :saint:<3

  • Liebe Rose60,

    da hat es Dich ja wirklich schlimm getroffen.....

    Jammern ist hier durchaus erlaubt und es kann ja auch etwas befreiend wirken.


    Erst einmal gute Besserung für Dich

    Liebe Grüße

  • Irgendwie klingt es hier für mich durch, dass alle hier Mitschreibenden neben der meist hohen Last durch demente Angehörige auch noch sehr schwere und große andere Päckchen/Pakete zu tragen haben.

    Da ist es wirklich sehr hilfreich, auch hier mal von diesen Lasten zu schreiben und sich auszujammern - und zu erfahren, dass wir selbst dabei nicht alleine sind.

  • Ach Rose,


    das braucht wirklich keiner. Aber ich weiß auch wie das ist. Gut ist, dass das alles heilen kann. Trotzdem schwacher Trost, denn erleben muss man es ja doch.


    Und wenn ich lese was Schwarzer Kater noch alles hat, das reicht auch für mehrere . . .


    Liebe Grüße an Euch und fühlt es einfach mal umarmt

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde, nun bin ich wieder aus dem Urlaub zurück und konnte mit stabilen Internet so viel wertschätzende Anteilnahme und Mitgefühl zu lesen. Natürlich gibt es auch ein Leben außerhalb der Demenz und den Pflegebelastungen und es hilft, diese Probleme auszusprechen und damit auch ein wenig los-zu-werden, weil andere hier anteilnehmend mittragen und beistehen. Dabei wird auch deutlich, dass es oft so komplex sind, sodass hier niemand eine Lösung durch den perfekten Rat erwartet. Schwarzerkater, Sie haben es so pränant geschrieben, es hilft beim ERtragen.


    Wie sehr in der nächsten Zeit die Verschwörungsgedanken (bis hin zum echten Wahn - als irreale, unbeeinflussbare Gedankenkonstrukte mit Krankheitswert) in die Krankenhäuser, Arztpraxen und Heime schwappen und die gesellschaftliche Klima verändern ist schwer vorauszusagen. Deshalb schließe ich mich den Plädoyers für Rücksicht, Vorsicht und Vernunft an.


    Gefreut habe ich mich über die "Knöpfe", die Sie, Sohn83 "stillgelegt haben". Es ist ein wunderbares Bild, um den alten und gut gelernten Verhaltensmustern immer weniger Raum zu geben. Dabei muss ich an das Wort der "filialen Reife" denken, die zu einer echten Entwicklungsaufgabe für alle so erwachsene Kinder werden kann.

    Ihnen allen wünsche ich viel Kraft, gesunden Abstand und weitere neue Erkenntnisse, Ihr Martin Hamborg

    • Offizieller Beitrag

    Liebe hanne63,

    vielen Dank für Ihre ehrliche Rückmeldung. Wir möchten uns
    an dieser Stelle bei allen Nutzerinnen und Nutzern für die unangekündigte Nichterreichbarkeit des Forums entschuldigen und bedauern den Vorfall auch selber sehr!

    Leider mussten wir das Forum am vergangenen Freitagnachmittag
    aufgrund eines plötzlich aufgetretenen Softwareproblems schließen. Die
    Abschaltung war somit nicht geplant und eine Vorankündigung unsererseits bedauerlicherweise nicht möglich. Obwohl die IT umgehend mit Hochdruck an einer Lösung des Problems gearbeitet hat, ist das Forum jedoch leider erst seit Montagabend wieder erreichbar.

    Wir setzen alles daran, dass dies zukünftig vermieden wird. Insbesondere, da wir selbstverständlich um die Relevanz des Forums für die Nutzerinnen und Nutzer wissen und die Kommunikation untereinander sehr begrüßen.


    Ihr Team des Wegweiser Demenz

  • Da hat sich die Antworten wohl etwas überschnitten. :)


    Es konnte wohl keiner etwas für den Ausfall. Das kann passieren. Habe ich auch in anderen Foren schon erlebt und der Administrator war hinterher schweißgebadet.


    Ansonsten, wenn normale Wartungsarbeiten anstehen, dann ist eine Information vorher immer gut.


    In diesem Sinne, schön das ihr wieder alle da seit. <3

    Einmal editiert, zuletzt von Teuteburger ()

  • Tatsächlich, Hanne, die Anteilnahme-Smilies (ich nenne sie mal so) funktionieren nicht mehr. :)


    In einem anderen Gesundheitsforum war auch von einem Tag zum anderen das Forum außer Dienst. Ich weiß aber nicht mehr woran es gelegen haben soll. Viren waren es aber keine gewesen. Das war auch nicht geplant gewesen.

  • Liebe Sonnenblümchen, Danke für diese Info.

    Da auch bei mir die Smilies nicht mehr funktionieren, kann ich den Dank nur in Worten ausdrücken.

    Aber ich bin froh, dass wir hier überhaupt wieder Kontakt haben können.

  • mal wieder ein kleines Update.


    Bei uns läuft alles recht gut. Aktuell supplementieren wir Eisen wegen einer Anämie. Tatsächlich hat das (gefühlt) nochmal einen Schub zur Besserung bei ihm gebracht. Sogar der Gang (Coxathrose beidseitig) ist deutlich besser geworden. Ich muss ihm jetzt immer seinen Gehstock nachtragen weil er ohne unterwegs ist.


    Die Blutwerte ansonsten sind ausbaufähig, Nieren schlecht, Leber nicht berauschend, dafür passt der Zucker. Ich bin in dieser Hinsicht mittlerweile recht entspannt, ich kann es nicht ändern und er bekommt was er möchte (aktuell sind das Haferkekse ..) . Ich bin ja schon froh wenn er nicht weiter abnimmt.

    Wir sind da übereinstimmend (ich und mein Vater) mittlerweile der Meinung, lieber zwei gute Jahre als drei schlechte.

    ....

    Für Samstag hat die Tagespflege einen Impftermin für die 3. Impfung organisiert, ich hoffe das er die gut verkraftet.

    Wenigstens ist dieses Wochenende Fußball, da ist er gut mit Fußballschauen beschäftigt :)


    Das Erinnerungsvermögen ist auch deutlich besser, es sind sogar wieder öfter sinnvolle Unterhaltungen möglich. Sogar für den Wahlkampf interessiert er sich. Ich war da letzte Woche ganz erstaunt, hatte ihm Fußball (über Dazn App) hergeschaltet und mich für 90 Minuten verabschiedet. Als ich wieder zu ihm ins Wohnzimmer kam hatte er umgeschaltet (das sind weil er von der App auf TV umschalten muss mehrere Handgriffe) sich das Wahlkampf Triell hergeschaltet und war dann fleißig mit mir am politisieren. Das hat mich sehr gefreut.


    Es gibt Sachen die gehen nicht allein (z.B. zu Bett gehen, Duschen, Tagesplanung, Versorgung ...) aber alles in allem ist er wieder viel selbstständiger. Das sind so Kleinigkeiten ich fragte ihn abends ob er ein Radler (alkoholfrei) möchte, da hat er mich angeschaut und meinte: " Ja, so eines wäre jetzt gut aber du brauchst mich nicht bedienen, ich kann mir das selber holen". Da merke ich auch ganz deutlich das die Orientierung in den eigenen vier Wänden wieder da ist (mit leichten Unsicherheiten).


    Natürlich gibt es auch Schattenseiten und das bin ich selbst. Ich merke das sich eine gewisse depressive Grundstimmung bei mir breit gemacht hat. Ich kämpfe seit Jahrzehnten mit depressiven Phasen das ist aber als es mit meinen Vater akut wurde von heute auf morgen in den Hintergrund getreten. Da habe ich nur noch funktioniert um die Belastung auszuhalten.


    Jetzt wo die gefühlte Belastung abgenommen hat kommt es mir vor als wäre das "aushalten" der ganzen Situation für mich teilweise schlechter zu ertragen als in der akut Phase. Widersinnig wie man funktioniert ...


    Aktuell steuere ich wieder mit täglicher Meditation gegen. Ich habe zum Glück als er mir persönlich letztes Jahr nicht gut ging ein Achtsamkeitstraining (MBSR) absolviert das mir bereits damals, auch Nachhaltig, sehr geholfen hat. Ich möchte mir nicht vorstellen wie es mir ohne die damals erlernten Fähigkeiten in der Akutphase gegangen wäre.

  • Hallo Sohn,


    dass es Deinem Vater besser geht und er im Alltag wieder selbstständiger ist, das liest sich wirklich gut. Und auch die Sache mit dem Laufen, dass ist ein Stück Lebensqualität mehr.


    Die Sache mit der weniger guten Grundstimmung, die kann ich gut nachvollziehen. In Akutphasen funktioniert man oftmals besser, weil diese etwas Tieferliegendes überdecken können, zumindest für eine gewisse Zeit. Sobald wieder etwas Luft da ist, ist auch die ungelöste seelische Belastung wieder stärker da.


    Umso besser ist es, dass du etwas gefunden hast, was dir Erleichterung bringen kann.


    Ich empfinde auch so einiges im Leben für mich als nicht stimmig. Und ich bin keiner, der etwas auf Dauer übertünchen kann. Alles nicht einfach, aber irgendwie geht es wohl immer.


    Hätte ich irgendein Patentrezpept würde ich es gerne rüberreichen. :)


    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Dank Ihnen Sohn83, dass Sie so offen schreiben! Oft gibt es diese depressive Verstimmung und machmal auch eine handfeste Depression, nachdem der Druck nachlässt. Achtsamkeitsübungen haben sich als sehr hilfreich erwiesen. Wenn Sie mögen, können Sie gern schreiben, wie Sie es machen. Wir haben schon manchmal diesen sehr persönlichen Austausch im Forum gehabt, über das was an kleinen Hilfen große Wirkung haben kann.


    Ihre Erfahrungen mit den Eisenwerten bestätigen das, was Teuteburger geschrieben hat: Wir müssen auch die kleinen Dinge im komplexen System beachten, auch wenn die Wissenschaft noch nicht so weit ist, dies in evidenzbasierter Medizin zu erforschen. Es ist ein bisschen so wie mit den Achtsamkeitsübungen, die lange belächelt wurden und heute zum Standard gehören.


    Hat Ihr Vater eine "Anämie-Diagnose" - bei der zu wenig Sauerstoff im Hirn ankommt - oder "nur" niedrige Werte? Diese Information könnte helfen, dass andere Angehörige auch mit den Hausärzt*innen die Laborwerte genauer besprechen...

    Ihnen wünsche ich, dass Sie wieder zu dem kommen, was Sie vor der Pandemie und der enormen Belastung Freude gemacht hat, Ihr Martin Hamborg

  • Meine Erfahrung ist zudem die, wenn ein Wert daneben liegt, dann liegen andere oftmals auch daneben. Etwas über dem Mittelwert sollten sie im Normalfall sein. Gerade Selen und Zink ist bei vielen zu niedrig im Alter. Und das betrifft automatisch die Schilddrüse und damit die Stimmungslagen und den Tag-/Nachtrhythmus.


    Auf Anfrage hat die Hausärztin meiner Schwiegermama etwas umfangreichere Texts gemacht. Aber irgendwann hat meine Schwiegermama keine Ergänzungen mehr einnehmen wollen. Das war auch in Ordnung für mich. Ich hab dann nur angeboten und erklärt. Manchmal hat sie es verstanden und angenommen, meist aber abgelehnt.


    Liebe Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von Teuteburger ()

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!