Wie geht es Euch? Thread IV

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  • Guten Tag Herr Hamborg,

    vielen Dank für Ihren Beitrag.

    Den Glauben, den Sie in Ihrem Beitrag verbreiten, habe ich auch einmal gehabt.

    Ich habe während meines Studium unter anderem eine genetische und auch physiologische und anatomische Ausbildung von Tieren erfahren, habe auch wissenschaftlich auf genetischem Gebiet gearbeitet, kann vielleicht ein wenig medizinische Sachverhalte verstehen. Alle Ärzte, die ich bisher getroffen habe, haben sich näher dafür interessiert. Wir haben immer offen zu allen Fragen sprechen können. Die Hausärztin meiner LG war dazu nicht bereit, hat mich nicht respektiert. Fragen hat sie als Angriff auf ihre Persönlichkeit betrachtet - z. B. würde ich immer ihre Entscheidungen anzweifeln. Ich habe ihr immer Respekt gezollt, habe ihr von meiner Ausbildung erzählt und sie mehrfach schriftlich und mündlich gebeten mit mir zusammenzuarbeiten. Ich habe wissenschaftlich denken gelernt, was ich von der Ärztin nicht sagen kann. Sie hat schon Schwierigkeiten mit normalem logischen Denken, hat keinen guten Ruf in ihrer Stadt. All das habe ich zunächst nicht so ernst genommen, habe immer versucht gemeinsam Lösungen zu finden. Am Ende habe ich auch noch sehen müssen, dass sie absolut kein Rechtsempfinden hat, meine LG als ihr Eigentum betrachtet hat, mit dem sie machen kann was sie will.

    Wir haben die Anzeige gemacht, weil wir Gerechtigkeit für meine LG haben wollen.

    Heute würde ich meine LG auch nicht mehr in ein Heim bringen. Damals war ich aber psychisch vollkommen am Ende, habe Panikattacken bekommen.

    Wenn nun noch nachgewiesen wird, dass das Neuroleptikum auch noch nach der Absetzung von den Schwestern im Heim gegeben wurde, es fehlten ja 22 Tabletten, verliere ich vollkommen den Glauben an unser Gesundheitssystem.

    Hierzu muss ich noch folgendes sagen. Ich habe ja geschildert, dass ich mit meinem Hausarzt ausführlich darüber gesprochen habe. Seine Antwort habe ich geschildert, dabei aber vergessen zu sagen, dass er klar und deutlich geäußert hat: wir Ärzte sind organisiert und er schon 2 Prozesse gewonnen hat.

    Heißt, ich solle es doch gar nicht erst probieren.

    Als ich dann noch den Bericht des medizinischen Dienstes gelesen habe, in dem zu nächst Vermutungen angestellt wurden, dann aber zu Gewissheit erhoben wurden (Parkinson und Schlaganfall) bin ich vom Stuhl gefallen.

    Wie soll ich das anders verstehen als ein mafiöses System?

    Zum Schluss möchte ich Ihnen noch sagen, es ist ehrenhaft, was Sie hier äußern, aber leider ist das wohl die Seltenheit wie ich auch von anderen Betroffenen gehört habe.

  • Hallo,

    ich möchte hier einen Beitrag der Stiftung Gesundheitswissen aus dem Jahr 2019 einstellen, in dem schon zu diesem Zeitpunkt berichtet wird, welche Schäden Neuroleptika bei an Demenz erkrankten anrichten können und vor ihrer Anwendung gewarnt wird.


    Neuroleptika bei Alzheimer-Demenz: Schaden kann Nutzen überwiegen




    Pressemitteilung 20.09.2019 - 09:10




    Über 40 Prozent aller Heimbewohner, die an Demenz leiden, erhalten dauerhaft Neuroleptika um psychische- und Verhaltenssymptome wie Aggressivität, Reizbarkeit und Unruhe zu lindern. In ihrem aktuellen Studien-Check zeigt die Stiftung Gesundheitswissen (SGW), dass der Schaden den Nutzen bei zwei der häufig eingesetzten Neuroleptika bei Alzheimer-Demenz nach aktuellem Stand der Forschung insgesamt überwiegt.




    Untersucht wurde im Studien-Check die wissenschaftliche Beweislage zum Nutzen und Schaden der Neuroleptika Haloperidol und Risperidon bei Alzheimer-Demenz. Eingang in die Untersuchung fanden insgesamt 11 randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs). Das Ergebnis: Sowohl bei Haloperidol als auch bei Risperidon überwiegt nach aktuellem Stand der Forschung der Schaden den Nutzen. Mit Nutzen ist in diesem Zusammenhang die Verbesserung der Symptome gemeint, mit Schaden das Auftreten von Nebenwirkungen der Medikamenteneinnahme.




    Inwiefern kann die Einnahme von Risperidon oder Haloperidol Menschen mit Demenz schaden?




    In fünf der sechs berücksichtigten Studien zum Nutzen und Schaden von Risperidon haben die Patienten und Patientinnen, die Risperidon erhielten, deutlich mehr Nebenwirkungen als diejenigen, die ein Scheinmedikament bekamen. Auch in den fünf Studien zum Nutzen und Schaden von Haloperidol haben die Patienten und Patientinnen, die Haloperidol erhielten, mehr Nebenwirkungen, als diejenigen, denen ein Scheinmedikament verabreicht wurde. Dabei handelt es sich um vermehrte Muskelanspannungen, Gang- und Sprachstörungen sowie Händezittern. Die Symptome ähneln denen von Patienten und Patientinnen, die unter der Parkinsonkrankheit leiden. Fünf Studien registrierten mehr Todesfälle in der Risperidon-Gruppe.




    Wie sind diese Ergebnisse einzuschätzen?




    Zwar sind die zu diesem Thema bisher vorhandenen Studien nicht frei von Mängeln oder es ist unklar, ob sie fachgerecht durchgeführt wurden. Das schränkt die Zuverlässigkeit der Ergebnisse ein. Alles in allem zeigt der Studien-Check der Stiftung Gesundheitswissen jedoch, dass der Nutzen von Haloperidol und Risperidon zur Behandlung von Verhaltenssymptomen und psychischen Beschwerden bei Alzheimer-Patienten gering ist und die Nebenwirkungen beträchtlich sind.




    Bereits 2013 kamen die Autoren eines Cochrane-Reviews nach der Durchsicht von insgesamt 13 Studien zu dem Schluss, dass es keinen Unterschied macht, ob ältere Menschen mit Demenz eine Neuroleptika-Therapie (nach einer Einnahmezeit von mindestens drei Monaten) absetzen oder fortführen. Auch nach dem Update der Cochrane-Meta-Analyse von 2018 erweist sich ein Beibehalten der Neuroleptika-Therapie lediglich für bestimmte Gruppen als vorteilhaft, z. B. für Patienten mit schweren Symptomen. „Angesichts dieser Ergebnisse sollte der weit verbreitete, dauerhafte Einsatz von Neuroleptika bei Menschen mit Demenz hinterfragt werden,“ fordert Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheitswissen. Dies verstoße auch gegen die Leitlinien, so Suhr.




    Mit dem aktuellen Studien-Check der Stiftung Gesundheitswissen können auch pflegende Angehörige gemeinsam mit dem Arzt eine gute Lösung für die Behandlung des von ihnen betreuten Menschen mit Demenz finden.

    Hintergründe zum Studien-Check




    Wie ist die Stiftung Gesundheitswissen bei ihrer Analyse vorgegangen?




    Ausgangspunkt des Studien-Checks bildete eine breite, systematische Literaturrecherche in den relevanten Datenbanken. Gesucht wurde nach randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) und Meta-Analysen aus RCTs, die zur Fragestellung passten. Anhand vorher festgelegter Kriterien wurde die vorgefundene Literatur von zwei Personen unabhängig voneinander gesichtet und geprüft. Nicht geeignete Studien wurden dabei ausgeschlossen. Aus den am Ende ausgewählten Studien wurden die Informationen zu Nutzen und Schaden entnommen, geprüft und zu einem Gesamtergebnis zusammengeführt (Evidenzsynthese). Berücksichtigt für die Einschätzung des Nutzens und Schadens von Risperidon und Haloperidol bei Menschen mit Alzheimer-Demenz wurden randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs), die die Einnahme von Risperidon bzw. Haloperidol der Verabreichung eines Scheinmedikaments (Placebo) gegenüberstellten. Bei der Untersuchung von Risperidon fanden fünf Studien Eingang in die Analyse, bei Haloperidol waren es insgesamt sechs. Der aktuelle Studien-Check entstand in Zusammenarbeit mit ausgewiesenen Demenz-Experten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).




    Ausführliche Informationen zur Arbeitsweise der Stiftung Gesundheitswissen finden Sie in unserem „Methodenpapier zur Erstellung und Evaluation von evidenzbasierten Gesundheitsinformationen“.




    Wie entstehen psychische und Verhaltenssymptome bei Menschen mit Demenz?




    Psychische Probleme und Verhaltenssymptome entstehen, weil es durch eine Demenz zu Schädigungen und Fehlfunktionen des Gehirns kommt. Dabei ist vor allem die Weiterleitung von Signalen im Gehirn durch Botenstoffe gestört. Ausgelöst werden die Symptome zumeist dadurch, dass sich Umweltbedingungen ändern, wie beispielsweise die Wohnumgebung, der Geräuschpegel oder die Kommunikation mit den Erkrankten.




    Auszug aus der S3-Demenz-Leitlinie zu Neuroleptika (Antipsychotika):




    „Die Gabe von Antipsychotika bei Patienten mit Demenz ist wahrscheinlich mit einem erhöhten Risiko für Mortalität und für zerebrovaskuläre Ereignisse assoziiert. Es besteht wahrscheinlich ein differenzielles Risiko, wobei Haloperidol das höchste und Quetiapin das geringste Risiko hat. Das Risiko ist in den ersten Behandlungswochen am höchsten, besteht aber wahrscheinlich auch in der Langzeitbehandlung. Es besteht ferner wahrscheinlich das Risiko für beschleunigte kognitive Verschlechterung durch die Gabe von Antipsychotika bei Demenz. Patienten und rechtliche Vertreter müssen über dieses Risiko aufgeklärt werden. Die Behandlung soll mit der geringstmöglichen Dosis und über einen möglichst kurzen Zeitraum erfolgen. Der Behandlungsverlauf muss engmaschig kontrolliert werden." (Empfehlungsgrad A, Evidenzebene Ia und III, S. 72)


    https://www.awmf.org/uploads/t…l_S3-Demenzen-2016-07.pdf




    Wann können Risperidon und Haloperidol eingesetzt werden?




    Risperidon und Haloperidol sind zugelassen bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz, wenn eine sehr starke Streitlust (Aggressivität) besteht. Haloperidol kann entsprechend der Zulassung zusätzlich auch genutzt werden, wenn falsche Vorstellungen von der Realität (Wahn) oder das Hören von Stimmen (Halluzinationen) auftreten. Es bestehen aber Einschränkung für den zugelassenen Einsatz: Nichtmedikamentöse Therapien wurden vorher ausprobiert und haben keine Wirkung gezeigt und es besteht ein Risiko, dass die Menschen mit Alzheimer-Demenz sich selber oder andere gefährden.




    Die Gesundheitsinformation „Demenz“ im Überblick:




    Umfassende Informationen auf dem SGW-Gesundheitsportal zu Entstehung, Ursachen, Risikofaktoren, Vorbeugung und Behandlung von Demenz:

    Der Studien-Check ist Teil einer multimedialen Informationskampagne der Stiftung Gesundheitswissen (SGW) und des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) zur Woche der Demenz.




    Ansprechpartner




    Una Großmann

    Leiterin Kommunikation




    una.grossmann@stiftung-gesundheitswissen.de




    T +49 30 4195492-20

    F +49 30 4195492-99

  • Hallo HorWo,

    Herzliches Beileid erst einmal.


    Aber kann es sein dass Du sehr verbittert und traurig bist und jeden gut gemeinten Rat - hier aus dem Forum- mehr kann ich ja nicht beurteilen- wie mit einem Tennisschläger blitzschnell zurückweist?


    Wir leiden ja alle seit Jahren mit dem Leid unserer Angehörigen und waren zumeist, als die Angehörigen noch nicht in einer Einrichtung waren, mit den Nerven am Ende und unsere Dementen- denen ging es schlechter und schlechter.

    Nicht umsonst ist ja irgendwann, auch bei Euch, die Entscheidung „Heim“ gefallen.


    Egal in welchem Krankenhaus ich mit meiner Mutter vor, während oder nach der Pandemie auch war: ein Hoch auf Ärzte und Pflegepersonal! Und das gilt auch für das Heim, in dem meine Mutter jetzt ist.


    Wie oft habe ich tränenaufgelöst bei der Pflegeleiterin gesessen oder habe sie gebeten mit mir zusammen mit meiner Mutter zu reden. Das gleiche gilt für die Ärztin im Heim.

    Es wie immer auf unsere Befindlichkeiten eingegangen und keiner ist je genervt über meine oft immer gleichen 🥹Fragen.

    Und seit der Psychpharmaka-Einstellung ist meine Mutter auch lange nicht mehr so „durch den Wind“.


    Ich sehe im Heim immer nur sehr schwer arbeitende supertolle Menschen.


    Nur mal so als Gegenstimme von Alfi 🌞

  • Liebe Mitleidende,

    ich möchte euch gerne berichten, dass es mir inzwischen wieder besser geht. Ich habe tatsächlich innerhalb einer Woche ein Heim für meine Mutter gefunden, das nicht nur einen guten Ruf hat, sondern wirklich gut zu sein scheint. Es hat das Qualtitätsiegel vom IQD und wurde mir von der Alzheimer Gesellschaft in meiner Stadt empfohlen.

    Meine Mutter blüht dort seit einer Woche wieder auf. :) Wenn ich sie besuche, merke ich von mal zu mal, dass sie wieder fröhlicher wird. Die Angst vor den Leuten im Kittel (Pfleger*innen) hat sie leider noch nicht ganz abgelegt, aber das Personal in dem neuen Heim geht so einfühlsam, freundlich und ruhig mit ihr um, dass sie bisher nicht aggressiv war und ich die Hoffnung habe, dass sich diese in dem vorherigen Heim erworbene Angst wieder legen wird.

    Es gibt sie also wirklich die guten Heime, die Rose60 , schwarzerkater , TanjaS , Alfskjoni und andere hier immer wieder loben. Ich hoffe, dass ich mich hier zukünftig der lobenden Fraktion anschließen kann.


    In den letzten 10 Tagen, die meine Mutter in dem gruseligen Heim ausharren musste, ging es mir extrem schlecht, da sich die Pflegefehler häuften. Es fühlte sich an wie ein: "Die Alte geht bald, eine weniger, um die wir uns kümmern müssen." Gegipfelt ist diese Vernachlässigung darin, dass man meiner Mutter die falsche Dosierung des Betablockers gegeben und das Antidepressivum nicht nachbestellt hat. Sprich, wir kamen mit falsch gestellten Medikamenten in dem neuen Heim an.

    Bevor ihr nachfragt, warum die Medikamente nicht geblistert wurden: Davon hält das gruselige Heim nichts, weil man dann angeblich nicht schnell genug auf Änderungen in der Medikation reagieren kann.

    Nun ja, in dem neuen Heim hat man die falsch gestellten bzw. fehlenden Medikamente sowie weitere Anzeichen von unzulänglicher Pflege meiner Mutter dokumentiert. Damit und mit all den anderen Pflegefehlern sowie Missständen, die ich dokumentiert habe, werde ich mich an die Heimaufsicht wenden.

    Es kann doch nicht sein, dass ein solches Heim einen so fantastischen Ruf hat!


    Noch eine Frage an die Profis hier im Forum:

    Ist es eigentlich Pflicht sich der Prüfung des IQD zu unterziehen, oder ist das den Heimen überlassen, ob sie das tun oder nicht?

  • Das freut mich sehr, Silly, hört sich alles gut an.

    Ob man meiner Mutter die Medikamente falsch gibt, würde ich allerdings tatsächlich nicht bemerken.

    Alles gute weiterhin!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Silly,

    Ist es eigentlich Pflicht sich der Prüfung des IQD zu unterziehen, oder ist das den Heimen überlassen, ob sie das tun oder nicht?

    falls Sie mit IQD das Zertifikat einer GmbH aus Filderstadt meinen: nein, dazu gibt es keine Pflicht. (Private / Firmen) Zertifizierer gibt sehr viele für alles mögliche. Ob und was dahinter steckt, kann also dementsprechend variiern.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

  • Guten Morgen Herr Gust,

    vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

    Ja, es ist das Institut aus Filderstadt. Die scheinen mir den richtigen Fokus (nämlich die Menschenwürde) bei der Zertifizierung zu haben. Da könnte sich der Medizinische Dienst meiner Meinung nach mal ne Scheibe von abschneiden. Denn die prüfen ja nur, ob die Versorgung gut ist, nicht aber, ob die auch würdevoll von statten geht.


    Einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen

    Silly

  • Hallo zusammen,

    Heute nochmal ein Zwischenstand. Ich war wegen kurzurlaub zwei Wochen nicht bei meiner Mutter und sie hat es offensichtlich nicht bemerkt. Mein Sohn war mit Baby dort, sie hatte es sogar auf dem Arm, doch selbst solche emotionalen Dinge sind schnell vergessen. Das ist von außen betrachtet traurig, aber sie empfindet es ja nicht, scheint mir. Meine Mutter machte nun einen sehr zufriedenen Eindruck, lebt im Moment und es scheint egal, ob ich 1 Stunde oder 20 Minuten bleibe, das finde ich insgesamt erleichtern.

    Sie sitzt entweder in oder vor der Küche, jedenfalls ab mittags und sagte noch "hier ist immer was los", dauernd kam jemand vorbei, dann stellt sie mich stolz als ihre Tochter vor (stolz ist für mich relativ neu..) und es entspricht nun ihrer geselligen Art dort.

    Bevor ich ging, habe ich sie zur Bastelrunde gebracht (oh Wunder, "die wollen mich immer unbedingt zum helfen dabei haben"...).

    Was für mich wiederum anstrengend ist, sind nun wirklich viele Stunden um Besorgungen für Kleidung zu machen (neuerdings Gr.50 ist gar nicht so einfach), verschiedene Hilfsmittel beantragen mit hin- und herfahren zu Arztpraxen, vers.karte abholen, zurückbringen, plötzlich wieder ein neues Quartal und wieder fehlt was, allesvon vorn...

    Dabei bin ich mit einigen Erledigungen für meine geplante Reha beschäftigt, auch sehr viel und oft kann ich mich nicht konzentrieren , also es wird immer deutlicher, dass meine Ressourcen aufgebraucht sind. Und ich hoffe so sehr, dass ich diese Zeit ab Ende Oktober ungestört und ohne größere Aufregung verbringen kann und kein Anruf kommt aus dem Heim. Sonst ist es niemand aus der Nähe erreichbar.

    Ich habe seit ein paar Nächten eine Art Panikattacken, egal wie ich mich tagsüber verhalte, erlebe Überschwemmungen u.a. Ich hoffe wirklich das legt sich, wenn ich unterwegs bin. Tja, so geht's mir gerade, obwohl es nun entspannter sein könnte ...

    Liebe Grüße an alle :love:

  • „Ich habe seit ein paar Nächten eine Art Panikattacken, egal wie ich mich tagsüber verhalte,


    Hallo Ihr, mich traf es im ersten Jahr meiner großen Verantwortlich, meine Mutter „ins Heim abgeschoben zu haben“. Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Schwitzen, depressive Gedanken. Immer nachts, besonders nachts.

    Ich habe dann irgendwann gelesen, dass nachts irgendein hemmendes Hormon fehlt, das einem helfen würde, zu relativieren und Ängste immer größer werden zu lassen.


    Also mir hat das ganz gut geholfen und ich habe den blöden Hormon gesagt, dass es mich nicht kleinkriegt.

    🥹lg Alfi

  • Genau! So mach ich das auch! Und es funktioniert ...! Ich habe dann so bestimmte Formeln, die ich mir immer wieder wieder vorspreche ... Liebe Grüße!

    „Nachts zwischen 2 und 4 Uhr erreicht das Cortisol seinen Tiefpunkt, während das Melatonin in großen Mengen vorhanden ist. Werden wir nachts wach, können wir in eine Art Mini Depressionfallen. Schlechte Stimmung und Grübelgedanken entstehen, da das Melatonin stark und das Cortisol wenig produziert wird“ Quelle Google

  • Vielen Dank schwarzerkater und Alfskjoni , für eure Erfahrungen und auch die physiologische Erklärung finde ich sehr interessant. Man lernt hier immer wieder dazu :love: ist doch schon verrückt, wenn man einerseits reflektiert und informiert ist und trotzdem uns der Körper teils im Griff hat. Bei mir ist es besonders nachts, dass ich in Träumen den inneren Druck verarbeite und aktuell deswegen wieder von Albträumen heimgesucht werde, da kann ich in dem Moment nicht gedanklich gegenarbeiten, bin dann nur froh, wenn ich wach werde und irgendwann merke, dass es nicht real ist und ich mit Tiefenatmung runterfahren kann.

    Ganz liebe Grüße an euch und alle, die hier lesen.

  • Liebe Rose60, liebe schwarzerkater, liebe Alfskjoni -


    mir geht es genauso wie euch. Im Schlaf verarbeitet das Unterbewusstsein alles - leider kein Wunder, dass die unterdrückten Gedanken dann "hochkommen". Als meine Mutter noch nicht im Heim war, bin ich ab 3 Uhr so jede Stunde aufgewacht, irgendwelche Fragen poppten dann auf (geht es ihr gut, schmeißt sie wieder Sachen durch die Gegend, wie viele Anrufe habe ich auf dem Telefon, wenn ich es nachher einschalte). Das hat sich schon geändert, seit sie im Heim ist. Manchmal schlafe ich mittlerweile wieder die ein oder andere Nacht durch. Das häufig Aufwachen habe ich (meistens) nur noch, wenn ich sie besuche (die Nacht davor und danach). Aber es hat gedauert, bis es soweit war. Ich drücke euch allen die Daumen, dass ihr weniger häufig aufwacht.

  • Liebe schwarzerkater -


    pflanzliche Mittel habe ich auch manchmal genommen, wenn ich überhaupt nicht (ein)schlafen konnte. Die haben mir auch geholfen. Ich habe es gefeiert, wenn sie sie mal eine Woche nicht braucht. Momentan geht es ohne. Auch das feiere ich.

    Ich wünsche euch allen nur das Allerbeste.

  • Hallo Rose60

    Bei mir ist es besonders nachts, dass ich in Träumen den inneren Druck verarbeite und aktuell deswegen wieder von Albträumen heimgesucht werde,

    Das mit den Albträumen und nächtlichen Panikattacken kenne ich gut - im 1. Jahr meiner Mutter im Pflegeheim bin ich nachts oft hochgeschreckt, mit Herzklopfen, schweißgebadet und habe nach Luft geschnappt ... Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, ist es klar - es gab soviel zu verarbeiten, es war einfach nur überwältigend. Seit ich die Geschehnisse ein wenig für mich sortiert habe, ist es besser geworden.

    Für mich persönlich war es nicht nur die Tatsache, dass ICH meine Mutter ins Pflegeheim gebracht habe, sondern auch mein kompliziertes und gestresstes Verhältnis zu ihr, welches ich ja nun nicht mehr mit ihr aufarbeiten kann ...

    Mein Bruder und ich sind als Kinder fast ertrunken, weil meine Mutter nicht aufgepasst hat ... davon habe ich regelmäßig noch Albträume und schrecke hoch, weil ich das Gefühl habe, keine Luft mehr zu kriegen.

    Liebe Rose60 ich wünsche Dir jedenfalls einen prima Reha-Aufenthalt und dass Du Dich gut erholst und wieder Kraft sammeln kannst. Deine Mutter ist gut versorgt und scheint recht zufrieden, da darfst Du es Dir auch mal gutgehen lassen, das hast Du mehr als verdient.

    Alles Gute, SunnyBee

  • Vielen Dank, liebe Sunnybee! Habe sie gestern noch besucht und nichts gesagt, dass ich ein paar Wochen weg bin, musste noch Kleidung vorher besorgen, sie hat so zugenommen und gestern Abend noch ändern(nähen). Gestern fragte sie mich "wo sind wir hier eigentlich?", sie habe kürzlich ihre Mama besucht etc. Also ist sie quasi nicht allein ohne mich.. was will ich mehr?!

    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde und danke für die große Offenheit im Umgang mit den Albträumen, Schlafstörungen und Panikattacken. Es kann dann dabei helfen zu wissen, dass Hormone ein wichtige Rolle spielen und damit ein weiterer Baustein für die medizinische Hilfe zur Verfügung steht.


    Die Ursachen und Zusammenhänge im komplexen System Mensch sind dabei unklar.

    Hormone können zwar kein gutes Gewissen machen, aber sie sind ein innerer Trigger für das schlechte Gewissen und sie stehen - wie beim Cortisol - für die chemischen Prozess beim Stress.

    Vielleicht helfen Hormone für das innere Gleichgewicht genau wie die Unterstützung durch Familie oder hier durch die Aktiven im Forum!

    Ihr Martin Hamborg

    • Offizieller Beitrag

    Hallo HoWo, Ihre gründliche Recherche zum Neuroleptika habe ich aufmerksam gelesen.


    Die Leitlinien zeigen, dass diese Medikamente (nur) ein Mittel bei herausforderndem Verhalten sind und andere nicht-medikamentöse Verfahren nicht ersetzen sollen.


    Oft herrscht noch die Vorstellung: Menschen mit Demenz können eingestellt werden und dann ist alles gut.


    Bei psychotischem Erleben und schweren posttraumatischen Erkrankungen gelingt dies selten ohne diese Medikamente. Aber die Nebenwirkungen müssen von den Ärzten*innen immer wieder mit den Wirkungen abgewogen werden.

    Dies ist auch ein Grund, dass in den Studien nach drei Monaten nachgeprüft wird: weil dann die entspannende Wirkung der Medikamente mit pflegerischen Interventionen kombiniert werden kann und Medikamente möglichst durch die Beziehungsgestaltung ersetzt werden. Genau dieses Vorgehen passiert in manchen Heimen nicht und deshalb sind Ihre mahnenden Worte wichtig.


    Bei den Studien müssen wir auch bedenken, dass die Ergebnisse immer gegen den Placeboeffekt verglichen werden.

    Wenn Angehörige oder Mitarbeitende fest daran glauben, dass sie ein Neuroleptika geben, schauen sie eher auf Verbesserungen und die erwartete Wirkung. Das allein schon verändert das Ausmaß der Probleme.

    Dieser Effekt würde durch ohne ein Medikament nicht eintreten und auch nicht, wenn sie (wissentlich) einen Placebo, also ein Scheinmedikament, verabreichen.


    Ihnen wünsche ich sehr, dass Sie mit der Klage und der Aufklärung der ärztlichen Fehler Ihren Frieden finden!

    Ihr Martin Hamborg

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