Wie geht es Euch? Thread IV

  • Lieber schwarzerkater,

    das tut mir richtig gut zu lesen, was Du/Sie schreibst /schreiben..wir Duzen uns hier meist.... :)

    als der Satz: die Kunst besteht darin, sich nach möglichst kurzer Zeit wieder zu verabschieden.....den werde ich mir zu Herzen nehmen....das ist für mich jetzt angesagt.

    Ich bin froh zu hören, dass es anderen ähnlich geht.

    Danke und liebe Grüße

  • Ich finde, dass du das richtig gemacht hast, Hanne.


    Auch wenn ich keine zwei Personen im Heim gehabt habe, so bin ich zwischendurch auch immer mal raus, wenn es die Person selbst angestrengt hat. Zum Beispiel in Geschäft gegenüber etwas gekauft habe, was gefehlt hat usw.


    Ansonsten schließe ich mich schwarzerkater an.


    Liebe Grüße

  • Hallo ihr Lieben,

    Bzgl.der Länge der Besuchszeit ist meine Erfahrung auch, dass es nicht besser wird mit zunehmender Dauer. Meine Mutter kommt dann in Druck und Stress, weil sie nichts Neues zu berichten weiß, dadurch wird die Stimmung dann schlechter- für sie ist dann die logische Konsequenz, dass sie wieder nachhause "muss".. auch die Konzentration auf ein Gespräch ist eigentlich nicht länger möglich als unter 1 Stunde, besser eigentlich 30 Minuten, aber wenn man schon extra anfährt, soll es sich auch lohnen.. von daher ist ein Wechsel zwischendurch schon gut.

    Von daher Hanne, machst du doch genau das, was offensichtlich noch möglich ist.

    Ja, es ist immer wieder traurig, diese Rückschritte zu sehen, meiner Mutter ist es oft noch bewusst, wie viel sie vergisst.

    Für mich ist schwer, wenn sie sagt, sie möchte auf keinen Fall dort im Heim sterben, lieber zuhause. Sie sagt seit mindestens vier Jahren, sie merke deutlich, dass es bald zuende gehe. Was soll dazu sagen? Bislang sage ich meistens, es gehe erstmal darum, wo sie am besten leben kann..

    Gerade ist blöd, dass ich nach meinem Unfall schon 3 Wochen nicht hin konnte, sonst wenigstens 1mal/ Woche. Ich glaube das hat sie destabilisiert, sie war nun noch verwirrter.


    Liebe Grüße an Euch alle

    Rose60

  • Hallo in die Runde,

    mit meiner Mutter erlebe ich inzwischen auch deutlich, dass offenbar die Spanne ihrer Konzentrationsfähigkeit nachlässt. Zwar kann ich sie kaum besuchen, aber wir telefonieren fast täglich miteinander.

    Dauerten diese Telefonate noch vor mehreren Wochen manchmal quälende Zeiten von einer Stunde oder mehr, so beendet sie inzwischen durchaus überwiegend sehr friedliche Gespräche nach 10 höchstens 15 Minuten und es bleiben uns dafür die vielen Wiederholungsschleifen erspart.

    Mir kommt vor, das hat sie selbst auch wahrgenommen und erspart sich selbst auf diese Weise auch die Erkenntnis, "dass in ihrem Kopf etwas nicht stimmt" (diese Formulierung stammt auch von ihr.


    Im Vergleich kann ich mir da eben auch vorstellen, dass verkürzte Besuche für beide Seiten besser zu bewältigen sind.

    In diesem Sinne ein kurzer Gruß

    ecia25

  • Was mir dazu noch einfällt, ist, dass es leichter ist, nur in eigener guter Stimmung einen Besuch zu machen. Wenn ich vor allem im ersten Jahr mit schlechtem Gewissen meine Mutter besuchte, spürte sie das irgendwie und verstärkte ihre Vorwürfe noch. "Was soll der Quatsch eigentlich?", "ich komme noch prima alleine zurecht", "was habt ihr euch bloß dabei gedacht?"... Nun bin ich total froh, dass wir uns nicht haben erweichen lassen.


    Liebe Grüße an alle

  • Liebe hanne63, auch für mich ist jeder Besuch eine emotionale Berg- und Talfahrt. Ich fahre einmal pro Woche hin (einfache Fahrt gut 1 Stunde, wenn kein Stau ist). Wenn das Pflegeheim hier in meiner Nähe wäre, würde ich vermutlich öfter für kurze Zeit hingehen. Ich glaube, das wäre optimal.

    In der Anfangszeit waren alle Besuche einfach nur schlimm, jetzt gab es auch gelegentlich gute Phasen. In der letzten Zeit waren die Besuche dank gutem Wetter ganz o.k. Meist waren wir im Garten spazieren, haben draußen einen Kaffee getrunken und mal mit dem einen oder anderen Bewohnern geschwatzt. Leider ist das jetzt vorbei, mein letzten zwei Besuche fanden bei kaltem und schlechtem Wetter statt. Und wenn wir nur drin sein müssen, wird es schwierig. Bei Gesprächen geht alles durcheinander, meine Mutter ist ständig am konfabulieren und erfindet wilde Geschichten. Und ich glaube, für meine Mutter ist es auch nicht schön. Habe es jetzt mal mit vorlesen versucht, das hat gar nicht funktioniert, ebensowenig funktioniert das Anschauen von Bildern. Was gut geht, ist, mal den (schmerzenden) Rücken mit einer entsprechenden Salbe einzucremen oder mal eine Maniküre zu machen. Beim nächsten Mal werde ich versuchen, mit ihr ein 'Mensch ärgere dich nicht' zu spielen. Vielleicht gibt es ja noch andere Ideen, wie man Zeit verbringen kann, so dass es beiden Seiten dabei gut geht?

    Übrigens gestern sagte meine Mutter nach ca. 50 min: "Musst du nicht nach Hause? Da kehrt hier endlich wieder Ruhe ein!" Heute zig Anrufe, wann ich denn endlich mal wieder vorbei komme....... :/

    Liebe Grüße an alle

    never20

  • Hallo zusammen,

    Das einzige Interesse meiner Mutter war auch immer sitzen, Kuchen essen und quatschen.. Kuchen mitbringen hat die letzten Male nicht mehr gezogen, entweder fand sie ihn so lecker, dass ich ihn vor "Dieben" verstecken sollte im Schrank, wo er dann vergessen wurde und hart oder schimmelig oder sie hatte keinen Hunger mehr oder ihr war übel etc. Was ein paar Mal funktionierte , war, eine Zeitschrift mit Klatsch aus Königsfamilien mitbringen und gemeinsam die Bilder anschauen, Enkel der Queen etc. Sowas könnte jedenfalls bei Frauen gehen.. ist unverfänglich . Auch die Zeitschrift Landlust mit schönen Pflanzenfotos schaut meine Mutter jedenfalls gerne an.

    Kleine Storys aus der Verwandtschaft kann ich wegen der Vergesslichkeit auch mehrmals erzählen, manchmal beginne ich dann "habe ich schon erzählt, dass..?"

    Videoanrufe mit dem Smartphone gehen auch, wenn sich das anbietet.


    Wenn der alte Mensch nicht mehr aufnahmefähig ist, kann man sich auch selbst etwas zu lesen mitbringen und einfach eine Zeit daneben sitzen und ggf.die Hand halten.


    Liebe Grüße an euch alle

    Rose <3

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde,

    das ist sicher eine schwierige und sehr individuell zu lösende Frage: Wie kann man als Angehörige/r erreichen, dass die Besuche für alle Beteiligten möglichst angenehm und speziell für Sie als Angehörige aushaltbar sind? Außer dem Wissen darüber, was die Erkrankten früher interessiert hat, ist vor allem wichtig, dass Sie bei dem, was auch immer Sie mitbringen, machen oder anbieten, einigermaßen wohl fühlen - dass Sie ausstrahlen, dass Sie in dem Moment wirklich nicht nur da sein, sondern sich genau mit dieser Sache beschäftigen möchten - deshalb fällt alles weg, was Ihnen individuell banal, peinlich, langweilig, gekünstelt etc. erscheint, oder wozu Sie sich zwingen müssten. Leider haben Menschen mit Demenz ja sehr feine Antennen dafür, wenn wir uns unwohl fühlen...

    Ich habe in den letzten 25 Jahren immer wieder beobachtet, dass es den Gesunden sehr, sehr schwer fällt, so ein Beisammensein ohne wirkliche Kommunikation, ohne Sprache auszuhalten, und deshalb aus eigener Not dazu neigen, die Betroffenen zuzutexten... während Menschen mit Demenz es sehr genießen können, einfach jemanden schweigend neben sich sitzen zu haben und unter Umständen noch seine Hand zu halten. Deshalb die Anregung: Gibt es irgendetwas, was Sie gemeinsam mit dem erkrankten Elternteil beobachten könnten - Tiere, kleine Kinder, Schrebergärtner, das Geschehen vor oder im Haus? Könnten Sie sich vorstellen, lustige Filme gemeinsam anzuschauen: Der Humor wird bei den meisten Menschen mit Demenz wieder sehr visuell, schadenfreudig und kindlich, deshalb mögen viele Filme aus der Stummfilmzeit wie "Die kleinen Strolche" oder "Dick und Doof". Manch einer lacht sich auch über die Pleiten, Pech und Pannen von "Mr. Bean" (der ja in der Regel komplett ohne Sprache auskommt) kaputt. Und wie wäre es, wenn Sie mit dem Smartphone kurze Videos/Grußbotschaften von anderen Angehörigen oder früheren Nachbarn, Freunden, Kollegen etc. aufzeichnen und die gemeinsam mit Ihren Eltern anschauen? Mit einem USB-Stick könnte man solche Filme ja auch auf manchen moderenen Fernsehgeräten vorführen (vonwegen der Größe und Sichtbarkeit des Bildschirms).

    Sie dürfen zwar derzeit noch nicht wieder miteinander singen, was extrem vielen Menschen mit Demenz große Freude bereitet - aber es hindert niemand Sie daran, gemeinsam Musik zu hören - gibt es einen Lieblingsschlager, oder die größten Hits einer Sängerin, die Sie mitbringen könnten? Dazu schunkeln, den Takt klatschen, "sitztanzen" gefällt ja auch vielen.

    Wenn direkte Berührungen eher abgelehnt werden, könnten Sie beispielsweise ausprobieren, ob die Damen ein Handbad mit anschließender Nagelpflege genießen könnten, und ob die Herren sich auf eine Igelball-Massage einlassen würden - und zwar nicht unbedingt sofort als Empfangende, sondern als Gebende: Sie könnten auf Ihre eigenen Schmerzen oder Verspannungen verweisen und fragen, ob er Ihnen kurz was Gutes tun kann.

    Wenn Ihre Eltern noch verbal erreichbar sind: Gibt es irgendetwas, worin Sie sich Rat und Hilfe suchen, oder wenigstes eine Meinung erfagen können - Handwerkliches, Gärtnerisches, Hausfrauliches, etc., wobei Ihnen Ihre Eltern früher geholfen oder Sie unterstützt haben? Können Sie einen Werbeprospekt mitbringen und sich modisch oder farblich beraten lassen, oder sich gemeinsam über die aktuelle Mode, Formen, Rocklängen austauschen? Vielen schmeichelt es auch in der fortgeschrittenen Demenz noch, als Experten für etwas wahrgenommen und angesprochen zu werden, und viele knüpfen gerne an diesen Teil der Elternrolle (anderen helfen, für sie sorgen) an.

    Und wenn nicht Grunderkrankungen bzw. Abhängigkeiten, Medikamente oder Adipositas dagegen sprechen: bei den allermeisten kommt große Freude auf, wenn Sie eine Leckerei mitbringen (wenn schon Besuche im hauseigenen Café vielleicht nicht mehr möglich sind). Vor allem Lieblingsspeisen oder Süßigkeiten aus der Kindheit (bei meiner Großmutter waren das beispielsweise solche Dinge wie Veilchenpastillen, Salmiakpastillen, Pfefferminzbruch) wecken oft Erinnerungen und führen dazu, dass die Erkrankten von selber etwas erzählen und kommunikativ etwas munterer werden. Meine Oma hat in ihren letzten Lebensmonaten auch sehr genossen, mit Besuch ein oder zwei Eierlikörchen zu nippen.

    Vielleicht könnte irgendwas davon auch Ihnen und Ihren Eltern gut tun? Ich hoffe es.


    Freundliche Grüße an alle

    S. Sachweh

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde, ich bin begeistert von den vielen, lebendigen und kreativen Erfahrungen. Beim Lesen der Beiträge habe ich mir viele Stichworte gemacht und immer wieder abgehakt, weil es schon so wunderbar beschrieben wurde.

    Am allerbesten hat mir Ihre Erkenntnis, Hanne gefallen. Wenn ich 1000 sinnvolle Dinge machen kann, dann kann ich auch gelassen und ruhig einfach nur da sein ... und auch ohne Worte in eine tiefe Ich-Du-Wir-Beziehung treten. Je mehr die Demenz fortschreitet, umso wichtiger wird dieses tiefe Gefühl der Verbundenheit jenseits der Aktivität und der Worte.


    Der neue fachliche Standard - den die Pflegekräfte jetzt auch üben sollen - ist, dass wir über diese 1000 guten Ideen und Möglichkeiten miteinander in Beziehung treten und diese gestalten. Sie sind also nur Mittel zum Zweck. Unter diesem Aspekt, können wir es nur richtig machen, wie Sonnenblümchen so schön schreibt. Denn, wenn es nicht ankommt, war es nicht falsch, sondern wir haben das versteckte Bedürfnis noch nicht ganz erkannt und haben eine neue Wahl.


    Berührung kann da sehr wichtig sein und es ist gut, wenn wir uns vorsichtig gemeinsam daran gewöhnen. So wie Sie Never, es beschreiben, Ihr eincremen, die Maniküre und das Anmalen der Fingernägel bis hin zu einer Handmassage, mit der unsere Betreuungskräfte sehr gute Erfahrungen machen und auch selbst zur Ruhe kommen. Dazu gehört auch das Schaukeln, Schunkeln und ein gemeinsames Wiegen, das Frau Sachweh angesprochen hat. Gegen ein gemeinsames Singen an frischer Luft wird wohl kein Hygienekonzept etwas haben, auch summen sollte erlaubt sein.


    In absehbarer Zeit sollten auch wieder Angehörigenabende möglich sein und dann könnten Sie sich eine Schulung wünschen, wie Sie z.B. mit „Basaler Stimulation“ etwas Gutes für Ihre Eltern in der letzten Phase der Demenz tun können. Und wenn die Leitung sagt, dafür haben wir keine Zeit, können Sie immer sagen, dass auch der MDK sich bei der nächsten Kontrolle über eine solche Veranstaltung freuen wird, weil dies mit dem neuen Pflegebegriff gefordert wird.


    Wichtig sind mir die Ziele für Ihre Besuche in beide Richtungen: was braucht mein Elternteil und was brauche ich für mich?


    Was will ich eigentlich? Was macht mir den Besuch und die lange Fahrt wertvoll? Ist es tatsächlich möglich, irgendwann wieder gemeinsam zu lachen, obwohl eigentlich so vieles so traurig ist?


    Der Abschied von den alten Zielen fällt schwer, aber die Zeit der Hirnleistungstrainings und gezielter Aktivierung ist irgendwann vorbei und es ist gut, wenn ich darauf achte, wann sich mein Elternteil anstrengt, die Konzentration nachlässt oder viele Reize überfordern.


    Auch mit Pflegekräften übe ich, auf die eigenen inneren Signale zu achten, denn wenn ich mich schon anstrenge, wie kann ich dann eine Überforderung eines so kranken Menschen vermeiden? Wenn dann „wilde Geschichten“ zunehmen, kann ich immer eine kleine Auszeit nehmen und mich kurz verabschieden, weil ich mal wohin muss – und dann mit neuer innerer Ruhe auch wieder die Ruhe in das System bringen.


    Sehr berührt hat mich der Blumenstrauß, der unter den vielen Küssen verwelkte. Wenn Symbole eine so große Wirkung haben, empfehle ich manchmal ein Bild der Kinder, auch von früher, wenn dies besser erkannt wird. Wenn darauf steht: "Ich freue mich auf unseren nächsten Besuch" oder "ich denke an Dich", kann das viel Kraft entfalten.


    Alles Gute, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo,Hanne,ich habe lange nichts von mir hören lassen,aber alle Beiträge lesend verfolgt.Nun habe ich wieder ein Problem und ich glaube ,dass du das Ganze auch durchlebt hast und mir deine Erfahrung mitteilen könntest.Meine Mutter lebt immer noch im Heim,es ist auch nicht möglich,sie wieder nach Hause zu holen.Ihr Zustand hält sich mit den Medikamenten in einem Rahmen,der auszuhalten ist.Sie vergisst,verwechselt,ist orientierungslos usw.,aber sie erkennt mich noch und ihre Angstzustände halten sich im Rahmen.Wahnvorstellungen auch.Sie ist jetzt eineinhalb Jahre im Heim.Sie will trotzdem immer nach Hause.Ich besuche sie ein bis zwei mal wöchentlich,nun mein Anliegen.Das Haus und das Grundstück gehören nach dem Tode meines Vaters meiner Mutter.Berliner Testament.Ich versorge das Grundstück Rasen mähen und das Haus habe ich nach und nach aufgeräumt.Die Schränke vom Boden bis zum Keller ,zwei Garagen und Scheune beräumt.Es stellt sich aber heraus,da ich keine notarielle Vollmacht habe,dass ich Grundstück und Haus nicht verkaufen kann,da wir nur Schlusserben sind.Ich habe jetzt eine gesetzliche Betreuung beantragt,da man mir dazu geraten hat,um das Haus und das Grundstück zu veräußern,jetzt habe ich aber starke Bedenken,ob dies richtig ist.Sie kommen jetzt vom Gericht und wollen überprüfen,ob meine Mutter so eine rechtliche Betreuung bekommt und ihren Gesundheitszustand prüfen.Wenn sie ihr sagen,dass wir Grund und Boden und Haus verkaufen wollen,kommt es zum Bruch zwischen meiner Mutter und mir,das weiß ich,denn sie würde das Haus nicht verkaufen ,erst nach ihrem Tod.Ich glaube ,du hattest auch von einem rechtlichen Beistand geschrieben.Wie läuft so etwas ab?Kannst du mir dazu Hinweise geben?Wie bereite ich meine Mutter darauf vor.Ich wäre dir sehr dankbar,wenn du mir etwas dazu sagen könntest.

    Liebe Grüße Rosina

  • Hallo,Sonnenblümchen,schön,von dir zu hören.Du hast mich schon etwas beruhigt,sicherlich ist dieser Schritt auch richtig,denn es ist so ,wie du es sagst,die Kosten für ein leer stehendes Haus müssen neben den Heimkosten getragen werden und fressen das Ersparte auf.Trotzdem bleibt ein Aber...Ich fühle mich so unwohl, meine Mutter in ihrem Wunsch,das Haus erst nach dem Tode zu veräußern,zu widersprechen und es anders zu machen.Vor allem weiß ich nicht,wie ich es ihr sagen soll,dass jetzt noch einmal ein Sachverständiger ihre Gesundheit prüft und eine Richterin auftaucht mit mir

  • Der Artikel war noch nicht zu Ende.Ich fühle mich so unwohl dabei.Als würde ich sie hintergehen.Ach,es ist einfach nicht mein Ding,obwohl ich weiß,dass ich es so machen muss.Gut,dass du mir mein Unwohlsein etwas nimmst.Wie geht es dir denn selbst ,Sonnenblümchen?

    Es ist in schweren Zeiten immer gut von euch zu hören ,

    Es grüßt Rosina

  • Hallo,Hanne und Sonnenblümchen ich danke euch für die Auskünfte.Ich glaube auch,es ist der richtige Weg,ich muss da jetzt durch. Ich glaube ,einen Verkauf vor dem Winter bekommen wir nicht mehr hin.Es steht dann schon 2 Jahre leer.Wenn Berufsberater diesen Weg auch gehen,dann kann das ja nicht so falsch sein,was ich mache.Neu ist für mich ,dass das Betreuungsgericht dem Kaufvertrag zustimmen muss. Hab vielen Dank,ich melde mich mal wieder.Gruß Rosina

  • Ich möchte auch mal wieder von mir hören lassen. Es ist ein auf und ab aber wir kommen aktuell gut zurecht.


    Bei meinem Vater haben sich ja viele Besserungen eingestellt, was mich sehr freut. Ich habe aber die letzten zwei Wochen gesehen das diese Besserungen auch sehr fragil sind. Er hat eine schmerzhafte Hüftarthrose beidseitig die mit Tilidin behandelt wird.

    Eigentlich bräuchte er ja zwei neue Hüften aber so eine Operation steht (auch von Artzseite) außer Frage, danach würde er wohl nie wieder auf die Beine kommen.


    Vor 14 Tagen waren wir bei einem neuen Orthopäden und haben eine Behandlung mit Hyaloronspritzen in die Hüfte probiert. Der Orthopäde hat uns ganz klar gesagt das die Erfolgsaussichten niedrig sind und eher bei 20% als bei 80% liegen. Mein Vater wollte es dennoch probieren also habe ich auch zugestimmt.

    Die erste Woche nach der Spritze war sehr schwierig, er hatte starke Schmerzen und konnte kaum mehr gehen. Ich habe mir viele Vorwürfe gemacht weil ich der Spritze zugestimmt habe. Durch die Schmerzen konnte ich aber gut sehen wie schnell all das erreichte wieder weg war. Plötzlich waren sie wieder da, die bekannten Symptome Verwirrung, Orientierungslosigkeit, die Notwenigkeit ständig präsent zu sein und die absolute Hilflosigkeit.


    Nach einer Woche sind die Schmerzen etwa auf das Vorniveau abgesunken und die Verwirrung hat wieder nachgelassen. Jetzt nach zwei Wochen hat sich tatsächlich eine Besserung gegenüber vorher eingestellt. Konnte er den rechten Fuß vorher nur wenige Zentimeter heben kann er ihn nun deutlich besser benutzen. Das ganze Gangbild ist viel flüssiger geworden und er hat wohl weniger Schmerzen. Das scheint erfreulicherweise auch auf die geistige Leistung durchzuschlagen.


    Heute gab es gute Nachrichten. Es ist tatsächlich so wie es sein neuer Neurologe gesagt hat. Dieser meinte damals „Ich kann ihnen medizinisch leider auch nicht großartig helfen, aber ich kann ihnen das Leben etwas leichter machen und schreibe den Bericht so das sie 100% Behinderung erhalten“. Heute habe ich tatsächlich die Einstufung mit 100% und den Merkzeichen G, B, aG, H und RF erhalten.


    Auch sein Badezimmer (teuer renoviert 2017 …) wird wieder umgebaut. Mir graut ein wenig vor der Baustelle und wie er auf diese reagiert aber ich nehme die gleiche Firma wie beim letzten mal, die haben damals 2 ½ Bäder inkl. Estrich und Leitungen innerhalb 3 Wochen fertig umgebaut.


    Wir reißen das Bidet (das er viel nutzt aber ein ziemlicher Balanceakt ist) raus und ersetzen es durch ein Urinal. So braucht er sich für das kleine Geschäft nicht hinsetzen (macht er grundsätzlich). Auch das WC kommt raus und wird durch ein DuschWC (WC mit integrierter Bidetfunktion) ersetzt. Ich denke das wird ihm den Toilettengang etwas erleichtern. Bonuspunkt für mich durch den Wegfall des Bidets ist neben der Toilette mehr Platz wenn ich helfen muss, außerdem kann er Bidet und WC nicht mehr verwechseln.

  • Hallo,Hanne,Hallo,Sonnenblümchen,ihr habt das alles schon hinter euch gebracht,was mir jetzt bevorsteht,ich glaube dir,Sonnenblümchen,dass du dich jetzt erst einmal selber finden musst,nun hattest du auch noch das Hochwasser u d die Sache mit dem Grab.Das war sicherlich eine Katastrophe.Oh Gott...könnt ich dir nur helfen?Du hast recht,ich muss jetzt wie ein Erwachsener handeln.Gestern wollte ich alles schon rückgängig machen,habe einfach Angst ..?Aber es wäre keine Lösung,ich habe mit der Heimleiterin gesprochen,die medizinische Begutachtung findet bereits nächste Woche statt,die Ärztin soll sehr nett sein ,man kann mit ihr reden.Ich treffe mich jetzt etwas früher mit ihr,um ihr meine Bedenken zu erklären.Dann denke ich mir auch,es gibt keine andere Lösung.Du hast recht,ich werde kein ok bekommen,deshalb muss es anders laufen.Ich habe mir auch schon einen Plan gemacht,da es zu einer Überbauung gekommen ist,muss ich Grundstücksfragen klären und das kann ich nur so als gesetzlicher Vertreter.Und an sonsten sage ich mir jetzt,was kann mir schon passieren, sie können es ja nur ablehnen,dann bleibt alles stehen ,verfällt,das Gesparte geht drauf,also packe ich es an,ich denke an eure Worte,handeln wie Erwachsene.Vielleicht solltest du einmal eine Kur für dich beantragen,Sonnenblümchen?Du hast soviel geleistet.Liebe Hanne,ich glaube auch dass der Wohnungsmarkt gut ist,ein Verkauf jetzt wäre gut.Ich setze alles daran es muss wieder einmal Ruhe ei ziehen.Bis bald ihr zwei,haltet euch tapfer und bleibt gesund.Gruß Rosina

  • Hallo zusammen,

    Ich freue mich immer von euch zu lesen.


    Rosina: du schaffst das und deine Mutter muss nicht mehr einverstanden sein, sie versteht es nicht mehr..

    Ich verstehe es so gut. Bei uns steht es auch seit zwei Jahren leer, eine Schande und je mehr die Demenz meiner Mutter nun fortschreitet, desto mehr will sie aktuell nachhause. Man kriegt sie schwer auf andere Themen. Sie vergisst immer schneller und braucht den Schutz und die Betreuung mehr denn je. Ich finde es so traurig, wenn sie sich nicht merken kann, wenn jemand zu Besuch war. Das macht immer einsamer. Andererseits sagen die Pfleger, sie quatscht mit den anderen Bewohnern gelegentlich, Zuhause würde sie nur die Wand anstarren. Verkaufen würde sie niemals das Haus, überschreiben wollten sie aber auch nicht. Nun gehen die Ersparnisse drauf und vllt müssen wir irgendwann ne Hypothek aufnehmen?


    Hallo Sohn, du schilderst auch ein auf und ab. Ich habe es mehrfach beobachtet, wenn irgendwas körperlich bei den alten Menschen ist, sind sie auch gleich verwirrter. Schön, dass es nun wieder besser ist.


    Und die Idee mit Kur/Reha für Sonnenblümchen finde ich total gut, auch aus Erfahrung.


    Liebe Grüße an euch alle :love:

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Rosina, zu Ihrem Gewissenskonflikt möchte ich Ihnen gern meine Gedanken mitteilen:

    So wie sie schreiben wird mir sehr deutlich, wie sehr Sie die Wünsche Ihrer Mutter respektieren und nicht anders herum.

    Ich kenne viele alte Menschen, die sich solche Töchter und Söhne - wie hier in unserem Forum - so sehr wünschen würden!


    Auch Ihre Planungen zeigen, wie verantwortlich Sie damit umgehen.

    Was würde Ihre Mutter sagen oder was hätte sie gesagt, wenn es nicht um sie, sondern um eine Verwandte gehen würde. Die Rücklagen für das Alter schmelzen, das Haus geht kaputt und irgendwann ist die Grundsicherung nötig. Sie können sich das übrigens beim Sozialamt oder beim Pflegestützpunkt durchrechnen lassen und klären, wie dann von Amtsseite mit dem Vermögen umgegangen wird.


    Vielleicht gibt es auch noch einen guten Moment, wo Sie bei Ihrer Mutter die mütterlich-fürsorgliche Seite aktivieren, weil Sie Ihre Sorgen so mitteilen, dass Ihre Mutter Sie in der Entscheidung entlastet - sie wird es vergessen, aber es ist wertvoll, wenn Sie etwas in diese Richtung hören und glauben können!


    Das andere Thema ist der Dauerbrenner, nach Hause zu wollen. Wir haben hier ja schon oft geschrieben, dass es selten das Haus, sondern die Erinnerung und Geborgenheit ist. Diese Gefühle sind lebendig und wir validieren, wenn wir sie für den Moment verstehen und trösten. Es geht um das Gefühl im Jetzt und nicht in der Zukunft!

    Sie können alles so gut verstehen: dies Sehnsucht, die schöne Zeit, die Arbeit, die Identifikation. Das ist nicht leicht - auch ohne eine Demenz nicht. Sie hören es, sie verstehen es, Sie sind mit Ihrer Mutter verbunden, es richtig und sinnvoll in dem normalen Trauerprozess! Diese inneren Prozesses sind fast unabhängig von dem Verkauf oder dem teuren Erhalt. Die Diskussion in der Sache ist da doch eigentlich völlig überflüssig? ..... oder?


    Ihnen wünsche ich klare Entscheidung und die "richtigen" Worte zu Ihrer Mutter, Ihr Martin Hamborg

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sohn83, in Ihrem Bereicht wird wieder deutlich, wie eng der Schmerz mit akuter Verwirrtheit und kognitiver Einbuße zusammenhängt. Bei manchen Ärzten ist noch nicht angekommen, dass diese Symptome eine Indikation für eine zusätzliche Bedarfsmedikation von Schmerzmitteln sind. Ein Delir durch andere Ursachen sollte allerdings ausgeschlossen werden. Aber die direkte Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung ist oft durch die Demenz beeinträchtigt und in Kliniken machen viele Geriater und Psychiater oft bei Verhaltensauffälligkeiten erstmal einen Heilversuch mit Schmerzmitteln.


    Können Sie Schmerzbehandlung mit dem Arzt besprechen, welche Möglichkeiten es gibt und wann die nächste Behandlungsstufe erreicht ist?

    Bei Ihrem Umbau wünsche ich Ihnen viel Erfolg! Ihr Martin Hamborg

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!