Wie geht es Euch? Thread IV

    • Offizieller Beitrag

    Hallo OiOcha, gern würde ich Sie in Ihrem Gefühl entlasten, dass Sie sich schäbig fühlen, wenn Sie sich heimlich wünschen, dass die Demenz Ihres Vaters so zunimmt, wie wir es hier gerade austauschen.

    Mir hat mal wichtiger Demenzexperte und Vorbild gesagt: Jetzt trinke ich das berühmte Glas Rotwein mit Genuß und zum Schutz vor meiner Demenz. Wenn dann die Phase des Leidensdrucks für mich und meine Familie kommt, dann mache ich hoffentlich alles, um die nächste Phase zu erreichen, in der ich mein Leid schnell vergesse"

    Sie sind also in bester Gesellschaft, wenn Sie für ihren Vater diese Gedanken haben, Ihr Martin Hamborg

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Rose60, ich wünsche Ihnen viel Kraft, dass Sie diese Tage gut überstehen, in denen Ihre Mutter so "mutterseelenallein" und isoliert mit den Coronasymptomen im Heim ist! Der Appell "hole mich hier raus" ist ja so verständlich und trotzdem können Sie mit gutem Gefühl froh sein, dass Ihre Mutter wie so viele geimpfte alte Menschen kaum nennenswerte Symptome hat, Ihr Martin Hamborg

  • Liebe schwarzerkater -


    ich lerne, damit umzugehen und mache einen Schritt nach dem nächsten. Ich bin seit 2 Tagen wieder bei mir zuhause und fahre am Freitag wieder zu ihr. Die Woche vom 21.3. habe ich Urlaub, den verbringe ich bei ihr. Sie möchte gerne ein paar neue Klamotten, also fahren wir und schauen, ob sie was Schönes findet. Und ich habe ihr ein Eis versprochen, wenn das Wetter mitspielt. Da freue ich mich auch schon drauf. Momentan gibt es ein paar gute Tage. Ich wünsche Dir, dass es bei Dir ebenso ist.


    Liebe Grüße

    Tanja

  • Liebe OiOcha -


    sehr gern können wir uns in München mal treffen. Ich bin nur momentan die Wochenenden fast ausschließlich bei meiner Mutter. Aber wir bekommen das sicherlich mal hin. Würde mich freuen!


    Liebe Grüße

    Tanja

  • Liebe Rose60 -


    ich hoffe, Ihrer Mutter geht es bald wieder besser und Corona hinterlässt keine Schäden. Meine Mutter kann sich alleine leider auch nicht gut beschäftigen. Sie schaut zwar TV, aber schimpft dann über das schreckliche Programm. Lesen hat sie nie gefesselt. Dafür geht sie jetzt wieder spazieren, wo das Wetter besser ist - und ich merke, dass ihr das hilft.

    Ich wünsche Ihnen, dass ihr Mutter sich gut erholt und Sie sie bald wieder besuchen können. Und ein paar gute Stunden miteinander verbringen.

    Sonnige Grüße

    Tanja

  • Hallo Herr Hamborg -


    vielen Dank für die netten Worte. Das Telefonat mit ihrer Ärztin war leider nicht sehr hilfreich. Sie meinte, ohne meine Mutter zu sehen, könnte sie nichts einschätzen. Und zur Ärztin bekomme ich sie leider nicht hin.

    Dafür bin ich gerade dabei, eine Art "Mini-Netzwerk" aus Bekannten ihrer Kirchengemeinde zu stricken. Die Mutter einer jüngeren Bekannten ist vor einigen Jahren an Demenz erkrankt und wird ein Auge auf sie werfen, öfters auch mal anrufen etc. Ihre Bekannte, mit der sie normalerweise zum Gottesdienst fährt, weiß ebenfalls Bescheid. Insgesamt gibt es jetzt 4-5 Leute in der Gemeinde, die auf sie achten. Außerhalb der Gemeinde noch 2-3 Leute. Ich denke, dass ist schon eine gute Unterstützung für sie (und auch für mich).

    Ich habe auch gemerkt, dass meine Mutter keine Erinnerung mehr daran hat, wenn sie mich morgens vor 5 Uhr anruft. Das gibt mir Gelassenheit, mein Handy über Nacht auszuschalten. Momentan ruft sie mich aber auch nicht an, sie meint, sie hätte meine Telefonnummer gar nicht. ich finde das nicht schlimm. Ich rufe sie 3-4mal am Tag an und versuche dies zu ungefähr den gleichen Uhrzeiten zu tun, damit sie etwas Struktur hat. Sie spricht mit mir, aber ich habe das Gefühl, dass sie lieber mit ihren Bekannten telefoniert. Das ist für mich komplett in Ordnung. so bekomme ich auch ein bisschen "Alltag" oder Freiheit zurück. Schauen wir mal, wie es weitergeht in den nächsten Tagen.

    Viele Grüße & einen schönen Sonntag,

    TanjaS

  • Und zur Ärztin bekomme ich sie leider nicht hin.

    Liebe Tanja, ist die Ärztin nicht zu einem Hausbesuch bereit?

    Der Arzt meiner Mutter kommt selbstverständlich zu ihr, wenn es nötig ist. Und sowas könnte man auch als einen Besuch darstellen, der zunächst gar nicht so mit der ärztlichen Tätigkeit zu tun hat.

    Auch unser jetziger Hausarzt macht solche Hausbesuche, ebenso unser vorheriger (den wir nur wegen Umzug wechseln mussten).

    Vermutlich hätte aber die Ärztin der Mutter selbst etwas davon gesagt, wenn sie dazu bereit wäre.


    Auch einen schönen Restsonntag und gutes Durchhalten

  • Liebe ecia25 -

    Hausbesuche macht die Ärztin leider nicht und ich fürchte, meine Mutter würde sie auch nicht reinlassen, selbst wenn ich bei ihr wäre. Sie meint ja, dass sie kerngesund ist und ihr nichts fehlt.


    Schönen Sonntag,

    TanjaS

  • Liebe alle -


    der positive Zustand meiner Mutter hat leider nur bis gerade eben angehalten. Ich habe sie angerufen, um zu erfahren, wie der Gottesdienst war, wie es ihr geht usw. Leider ist das Telefonat dann umgeschwungen, dass ich mal wieder ohne was zu sagen abgehauen bin (ich bin Freitag wieder von ihr nach Hause gefahren und habe mich natürlich von ihr verabschiedet). Und selbst "die Leute in der Kirche" hätten sich darüber aufgeregt, dass ich während des Gottesdienstes weg bin (was ebenfalls nicht stimmt). Ich erwarte also den nächsten "Schub" in Kürze.


    Ich wünsche euch allen viel Kraft und einen schönen Sonntag!
    TanjaS

  • Liebe TanjaS,


    Aus deinen Beiträgen schließe ich jetzt einfach mal das deine Mutter religös ist und ihr der Gottesdienst wichtig ist. Hast du schon mal versucht aus dieser Ecke Hilfe zu bekommen? Vielleicht wäre deine Mama aufgeschlossener wenn z.B. ein ihr vertrauter Pfarrer/Pastor etc. Versucht sie zu einem Arztbesuch zu bewegen.

  • Liebe schwarzerkater -


    beim nächsten Anruf hatte sich meine Mutter dann fast schon wieder alles vergessen. Abends hatte sie dann alles wieder vergessen. Aber das Thema, dass ich einfach abhaue, kommt häufiger auf. Ich habe auch schon gesagt, dass mich das verletzt, aber das übergeht sie. Ich weiß meistens nicht, ob sie es überhaupt hört oder überhören will. Aber wenigstens schreit sie mich momentan dazu nicht an, das ist schonmal ein Fortschritt.

    Liebe Grüße

    TanjaS

  • Danke an Hr.Hamborg noch für die guten Wünsche! Meine Mutter scheint momentan wieder ruhiger und hat relativ leichte Symptome, so dass sie noch auf dem Gang rumlaufen kann, was sie natürlich eigentlich nicht darf. Sie vergisst es immer wieder und meint, sie habe ja nichts ansteckendes, "das bisschen Schnupfen"... Mir tut es auf jeden Fall gut, nicht hinzumüssen, so blöd sich das anhören mag. Diese 1-2 Stunden pro Woche kosten mich sonst soviel Überwindung, weil ich mit jedem Besuch an alte belastende und trotz vieler Therapie nicht gänzlich zu vergessene Situationen erinnert werde.


    Liebe Grüße

  • Liebe schwarzerkater -


    ich sehe in Deiner Schilderung sehr viele Parallelen bei zum Verhalten meiner Mutter. Momentan bin ich wieder bei ihr, es gibt Höhen und Tiefen. Mittlerweile lerne ich, dass ich Dinge, die sie am späteren Abend sagt, nicht so ernst nehmen soll - am nächsten Morgen erinnert sie sich daran nicht. Das ist halt ein Lernprozess. Meine Mutter will eigentlich von mir gar nicht mehr hören, was ich mache, welche neuen Erfahrungen es gibt, etc., sondern will ihre Erfahrungen mitteilen (auch aus der Vergangenheit).

    Allerdings ist sie momentan nicht mehr so bösartig wie noch vor einigen Wochen. Und das erlaubt mir auch, mal durchzuatmen.

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag

    Tanja

    • Offizieller Beitrag

    Hallo TanjaS, hoffentlich wird die Aussage "Dann bist Du einfach abgehauen" nicht zu einem Trigger, der alles in Frage stellt, was Sie für Ihre Mutter erreicht haben!

    ich bin beeindruckt, Sie haben ein "Mini-Netzwerk" von 6-8 Personen organisiert, sie haben die Kirchengemeinde aktiviert und Ihre Bekannte kennt sich mit Demenz aus. Sie haben den Eindruck, dass Ihre Mutter gern mit den Bekannten telefoniert und ihr das so wichtig ist, dass Sie manchmal den Eindruck haben, der Kontakt zur eigenen Tochter sei nicht so wichtig.

    Sogar mit diesem Gedanken gehen Sie gelassen um und lassen sich "nur" noch von einem "neuen Schub" irritieren, wenn die Stimmung Ihrer Mutter umschlägt.

    Sie können gut damit umgehen, dass Ihre Mutter nun seltener anruft, weil sie Ihre Nummer vergessen hat.

    Sie halten den Kontakt zu Ihrer Mutter und können sich entspannen, wenn Sie feststellen, dass alles gut scheint und sich Ihre Mutter mit der alten Fassade schützten kann.

    Wenn daraus dann der Vorwurf kommt, sie wären einfach abgehauen wünsche ich Ihnen auch dabei Gelassenheit Was halten Sie von meiner "Verstehenshypothese" aus dem was ich aus Ihren Beiträgen herauslese: Ihre Mutter hat in sich die tiefe Überzeugung, dass ihre Tochter da ist. Sie vermisst Sie und da sie aus Selbstschutz vergessen hat, dass Sie arbeiten oder sich verabschiedet haben - gibt es nur eine stimmige Erklärung: Meine Tochter ist einfach abgehauen!


    Wenn meine Hypthese in die richtige Richtung geht, könnten Sie mit folgenden Aussagen Ihre Mutter validieren: "... du vermisst mich gerade, ... hast Du schon überall nach mir gesucht ... gut dass Du mir das sagst, ich denke auch ganz oft an Dich ..."

    Wenn das nicht ankommt, finden Sie bestimmt eine passendere Erklärung.

    Ihnen allen eine gute Woche, Ihr Martin Hamborg

    • Offizieller Beitrag

    Hallo SchwarzerKater, Ihren Gedanken der fehlenden Empathiefähigkeit möchte ich gern noch einmal aufgreifen. Ich habe dieses "Symptom" in unterschiedlichen Zusammenhängen kennengelernt. Es war zum Glück viel seltener als das gegenteilige Phänomen: Menschen die mit Ihrer Demenz weicher und empathischer wurden.


    Wenn die Empathie verloren ging, habe ich folgende Erklärungen gefunden, ...

    • Die Folge einer Konflikt-Eskalation durch eingespielte Verhaltensmuster und Trigger mit Angehörigen. Als Außenstehender konnte ich durchaus Empathie erleben,
    • der Ausdruck einer vorabbestehenden Persönlichkeitsstruktur, die sich mit der Demenz negativ in die Richtung Persönlichkeitsstörung veränderte,
    • das Symptom einer Depression, in einem negativen Teufelskreis abwertender Eigendrehung,
    • starke innere Reize, wie unbehandelte Schmerzen oder in Folge eines Delirs,
    • der Einfluss anderer Erkrankungen. (Durch einen Parkinson kann die Mimik so stark eingeschränkt sein, dass ein Mensch rigide und egoistisch wirkt - weil fehlendes Dopamin das Gesicht versteinert)
    • not-wendiger Selbstschutz, als eine vorübergehende Phase in der Bewältigung der Demenz
    • als vorübergehende Phase der Demenz, in sich die Person gerade in der subjektiven Welt des Kleinkindes erlebt, in der das "egozentrische Weltbild" noch vor dem nächsten Entwicklungsschritt erforderlich ist,
    • als vorübergehende Phase der Demenz, in der die Person in ihrer subjektiven Welt gerade die tiefe Geborgenheit des Kleinkindes oder die Verbundenheit des Babys wahrnimmt, weil gerade alle Bedürfnisse gestillt sind
    • und manchmal schien der offensichtliche Egoismus eher ein Ausdruck einer tiefen inneren Angst und Verletzbarkeit infolge der wahrgenommenen Veränderungen der Demenz zu sein...

    Auf der anderen Seite hat dieses Phänomen auch manchmal mit unserer eigenen Wahrnehmung zu tun, die von vielen Faktoren und Erwartungen beeinflusst wird. Es ist also wieder ein Thema, bei dem es sich lohnt, genau hinzusehen...

    Ihnen allen eine gute Woche, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo OiOcha, es wäre bestimmt sehr hilfreich, wenn Ihre Mutter das Kursprogramm nach Frau Prof. Engel mitmachen würde. Das Kursprogramm habe ich mir mal angesehen und es werden die wichtigsten Inhalte behandelt. Die Kursleiter*innen werden sicher den Erfahrungsaustausch untereinander anregen und es wird ihnen hoffentlich gelingen, Ihre Mutter neugierig zu machen.

    Hallo Herr Hamborg! Ich wollte mich nochmal für Ihren Rat von Mitte Februar bedanken! Der Kurs hat letzte Woche begonnen, meine Mutter ist hingegangen -- und hat es ganz toll gefunden. Es sind einige Angehörige in ihrem Alter dabei (nicht nur Mitte 80 aufwärts, wie das bei den Angehörigengruppen, die vormittags stattfinden, so war). Es war bis jetzt nur eine Einführung (verschiedene Arten von Demenzen usw), aber sie fand es interessant und will diese Woche wieder hin.


    Meinem Vater hat sie erzählt, sie ginge zu Pilates. Er hat sich dann irgendwie selbst beschäftigt und sich dann gefreut, als sie um 19 Uhr zum Abendessen wieder da war. Ich hoffe mal, dass es die nächsten Wochen auch gut läuft, es ist jetzt ja länger hell, da kann er irgendwie im Garten rumwurschteln.


    Ansonsten eigentlich eher schlechte Nachrichten. Man muss schon sagen, mein Vater hat in den letzten Wochen merklich abgebaut. Letzte Woche rief er seine Schwester an und fragte, ob sein (in den 1980er Jahren verstorbener) Onkel noch regelmäßig zum Essen vorbeikommt. Dann verirrte er sich auf dem Weg zum Friseur, wo er seit 30 Jahren hingeht, bzw. lief zu einem anderen Friseur, wo er noch nie war, und kam dann nach Hause und sagte, die hätten ja gar keinen Termin für ihn gehabt. Man wird ihn bald nicht mehr auf kleine Spaziergänge schicken können, das wird für meine Mutter schon nochmal ein deutlicher Rückschritt.


    Diese Woche steht die Beerdigung seiner Schwägerin an, 300km entfernt. Ich denke, wir werden uns das nicht mehr antun; zuerst Streit, warum darf ich nicht fahren, dann Verwirrung, wo gehen wir hin, was feiern wir hier, zu viele Eindrücke, die ganzen Verwandten, dann wieder Übernachtung im Hotel (was ja schon vor einem dreiviertel Jahr schlimm war, wo es ihm noch viel besser ging). Und nach wenigen Minuten ist es wieder vergessen.

  • Die letzten Tage ist bei mir wieder alles mögliche los. Sorry wenn ich hier schon wieder schimpfe. Ich hatte letzte Woche Geburtstag, Coronabedingt (weil um mich rum fast alle in Quarantäne sind) war ich mit Papa allein. Geburtstage nimmt man ja auch gerne her um sein Leben zu betrachten, da ging es mir dann gleich noch schlechter.
    Alles in allem kein sehr schöner Tag, Papa ging es körperlich nicht sehr gut und er war gerade gegen abend sehr orientierungslos und verwirrt.

    Echt Auftrieb gab mir bereits die letzten Wochen die Gewissheit das ich bald mal ein "freies" Wochenende haben würde. Ein baliges freies Wochenende war der einzige Wunsch den ich zum Geburtstag hatte und das habe ich auch so gegenüber meiner Schwester geäußert das die sich einmal ein Wochenende um Papa kümmern müsste. Von der Reaktion her war ich mir sicher das das klappen würde und habe bereits fleissig Hotels ausgesucht.
    Auch das letzte Wochenende war nicht einfach. Gerade im Garten merkt man stark das ich letztes Jahr fast nichts gemacht habe, jetzt holt mich hier die arbeit an allen Ecken und Enden ein. Das er bei Sonnenschein mit im Garten sitzen konnte und bei ganz leichten arbeiten von mir eingespannt wurde hat ihm aber sehr gut getan.


    Montag war dann für mich wieder so ein Tag.... Meine Schwester kam aus der Quarantäne und Nachmittags vorbei.

    Ich habe mich gefreut bis mir dann als sie wieder los musste um meinen Neffen aus der Schule zu holen, zwischen Tür und Angel eröffnet wurde das das mit meinem freien Wochenende nichts werden würde. Sie trauen sich das nicht zu weil Papa ja so auf mich fixiert ist.
    Ich habe nicht viel darauf gesagt aber ganz ehrlich ich bin verbittert und verletzt wie noch nie in meinem Leben. Ich bin da wirklich innerlich in ein bodenloses Loch gefallen. Eigentlich blöd weil es ja nur um ein Wochenende geht aber für mich hat das einfach so viel mehr bedeutet.

    Später am Tag hatten wir noch einen Arztermin, Papas Nierenwerte sind nochmals deutlich besser geworden. Ich habe dabei so ziemlich alles gefühlt nur keine Freude. Wie ich halt bin hat mich dieser Umstand dann noch mehr aufgewühlt.


    Im Moment warte ich darauf das sich meine Gedanken wieder etwas sortiern, das hier aufzuschreiben hilft mir ungemein. Bei euch möchte ich mich dennoch für mein ständiges jammern entschuldigen.

  • Hallo Sohn, Du brauchst Dich nicht entschuldigen. Irgendwo muss dieser Frust ja hin und auch dafür ist dieses Forum da.

    Du trägst da eine sehr große Last ziemlich alleine, hattest Hoffnung, für kurze Zeit ein wenig Durchschnaufen zu können und dann wurde die auch noch in einem Moment zerstört. Wer kommt da nicht an seine Grenzen der Belastbarkeit!


    Dennoch halte ich es für richtig, wenn Deine Schwester erkennt, dass sie sich das nicht zutraut (wenn es wirklich so ist) und sich dann nicht in eine Situation bringt, in der sie alles auch für Dich danach noch schwerer macht.

    Hilfreich fände ich es, wenn sie bereit wäre, hin und wieder mit Dir zusammen sich um den Vater zu kümmern, dann könnte sie vielleicht auch erleben, dass es lernbar ist. Aber das ist natürlich die Frage, wie weit sie dazu bereit ist.


    Schreib Dir weiterhin hier alles von der Seele, was drückt, das kann auch entlasten und Du schreibst ja auch immer wieder die positiven Erlebnisse, brauchst Dich also auch nicht selbst als "Jammerlappen" fühlen.

    Hier sind alle dankbar, dass sie auch dann verstanden werden, wenn für sie gefühlt nur noch Klagen von ihnen hier ankommen.


    Ich wünsche Dir weiterhin gute Nerven und Kraft.

  • Hallo sohn83,

    Ich wundere mich gerade, da ich deine Beiträge kaum wirklich als jammern wahrgenommen habe. Du leistest in meinen Augen megaviel für deinen Vater und nun wirst du hinsichtlich des wochenendes so enttäuscht. In meinen Augen sollte es da perspektivisch deutlich mehr Unterstützung geben und wenn deine Schwester sich das nicht zutraut, was man irgendwie auch akzeptieren muss, muss eine andere Lösung gefunden werden.

    Warst du schon mal an einer "Pflegeberatungsstelle"? Auf Dauer schafft das niemand und wir wissen ja nicht, wie lange unsere Elternteile noch leben, an demenz stirbt man nicht so schnell. Nicht dass ich das nun jemand wünsche, aber man wünscht sich eben irgendwann deutliche Entlastung.

    Schreib dir hier jederzeit etwas von der Seele! Auch wenn ich nun keine konkreten Ideen habe...

    Liebe Grüße :)

  • Ja, ich finde auch wichtig zu bedenken, dass man nicht wirklich absehen kann, wielange und wohin der Prozess noch geht. Man kann ja immer nur für die allernächste Zeit entscheiden.

    Meine Mutter hat vor vier Jahren schon gesagt, sie spürt deutlich, dass es mit ihr bald zuende geht. Nun ist sie 91 J.und kann in diesem Zustand locker noch einige Jahre leben, was ich bei dem pflegebedarf und unserer schwierigen Vorgeschichte, meiner eigenen gesundheitlichen Lage etc.never ever leisten könnte/und wollte.

    Natürlich könnte sie auch jeden Moment tot umfallen, doch das könnte ich ja auch..

    Also wir können und dürfen aufgrund unserer individuellen Situation und Geschichte alles erdenkliche in Betracht ziehen.

    Wenn ich nun meine Mutter besuche oder mal zu mir zum Kaffee hole o.ä.kann ich mich ihr ganz zuwenden, sie in den Arm nehmen, was sie sehr genießt und das Beste aus dem Moment machen.

    Im Heim ist wieder bessere Stimmung, da das Damoklesschwert "Corona" nahezu (erstmal) "abgehakt" ist. Damit war die Stimmung meiner Mutter auch wieder besser, sie kann wieder mit einigen Bewohner reden , endlich in die gewohnte Küche zum Essen- vermutlich hat sie spätestens nächste Woche vergessen, welche Einschränkungen sie hatte, ich für 2 Wochen nicht kommen durfte etc. Da hat das Vergessen etwas Gutes :)

    Liebe Grüße

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