Wie geht es Euch? Thread IV

  • Hallo Sohn83, zum Nierenversagen weiß ich nichts zu sagen. Ich kann mich aber in puncto Hüfte gut in deinen Vater einfühlen. Ich habe mit zwei kaputten Hüften die Schmerzhölle auf Erden erlebt. Da hilft wirklich KEIN Schmerzmittel mehr. Da tut einem alles weh auf eine Art, dass es unbeschreiblich ist. Nach einer OP beim besten Chirurgen der Welt war die Welt für mich wieder annehmbar. Ich würde da wirklich abwägen: Demenz und OP ist sicher schlimm, aber auch Demenz und solch schlimme Schmerzen sind schrecklich. Vielleicht gibt es wirklich eine Möglichkeit, denn diese Schmerzen zusätzlich zur Demenz sind übel.???


    Thema Geburtstag: Meine demente Mutter hat inzwischen keinen Bezug mehr zu irgendeinem Fest (waren ihr früher alle extrem wichtig). Ein kleines Geschenk zu ihrem Geburtstag im letzten Jahr hat sie erst scheinbar freudig angenommen, aber mir ansonsten einen ihrer aggressivsten Tage der Demenz beschert. So hat sie das durcheinander gebracht. Von solch außergewöhnlichen (selbst wenn gut gemeinten) Aktionen profitieren Demente vielleicht eher nicht. Also auch da lohnt sich ein Umdenken.


    Inzwischen hat meine Mutter einen Bewegungsradius von wenigen Metern (im Haus), aber sie ist damit zufrieden. Damit muss man sich sicher auch abfinden.

    Alles Gute!

  • Ich finde Geburtstage meiner Mutter auch schwierig, sie ist dann sehr aggressiv (verbal), weil aufgeregt schätze ich.. letztes Jahr haben wir bei mir mit ein paar Familienangehörigen gefeiert, zwei paar Tage später wusste sie nichts mehr davon.

    Lieber Sohn 83, du machst dir soviele Gedanken um deinen Vater, das ist toll! Hoffentlich findet ihr einen guten Weg bzgl der Schmerzen und die richtige Entscheidung. Starke Schmerzen können einem wirklich das ganze Leben vermiesen, da kann ich aus Erfahrung "schwarzer Kater" zustimmen. Wünsche dir ein gutes Bauchgefühl, wann was dran ist bzw.gute Berater!

    Liebe Grüße

  • Hallo,


    vielen Dank für eure lieben Worte. Es stimmt der Geburtstag ist nicht total einfach, deswegen gibt es bei uns (Bereits seit ein paar Jahren) auch immer "nur" ein Geburtstagsfrühstück ab 9 Uhr.
    Seine "Form" ist Vormittags deutlich besser und gegen Mittag ist dann die ganze Sache bereits wieder vorbei. Das klappt recht gut, wir sitzen dann alle draußen im Garten, sonnengeschützt und noch nicht zu heiß.


    Er freut sich auf seinen Geburtstag und bekommt das auch noch mit.

    Eigentlich ja schön aber so manchmal, gerade wenn ich hier im Forum lese, sehe ich wie grausam diese vaskuläre Demenz doch ist. Diese verläuft ja in Schüben.

    Er hat Hoch und Tiefphasen, die sich stark am gesundheitlichen und psychischen Tageszustand und auch an der Tageszeit orientieren. Aber im großen und ganzen bekommt er das was mit ihm passiert alles mit. Er sieht ganz genau was er alles "verloren" hat und beklagt das auch. So wie manche hier schreiben das keine Einsicht zur eigenen Krankheit vorhanden ist das trifft bei ihm (leider?) überhaupt nicht zu.

    In aus dieser Gedankenspirale zu reißen ist extrem schwierig.
    Deshalb wohl auch die regelmäßigen depressiven Episoden. Es gibt Tage da "beneide" ich andere Demente fast um das "selige Vergessen".


    Zu einer OP wegen der Hüfte. Bisher hat noch jeder Arzt sofort abgewunken. Die einhellige Meinung war sofern er die OP überlebt kommt er danach nicht mehr auf die Beine und bleibt wohl im Rollstuhl. Es kommt einfach zu viel zusammen, Niere, Demenz, Diabetes, Herzschrittmacher ...

  • Zu Niere und Demenz kann ich vielleicht ein bisschen beitragen: Mein zweiter Sohn lebt seit nunmehr gut 25 Jahren mit der Dialyse aufgrund totalem Nierenversagen (7 Jahre funktionierte dazwischen seine Spenderniere).

    Allein die Dialyse bewirkt Veränderungen im Gehirn, weil durch die künstliche Blutwäsche niemals alle Schadstoffe aus dem Blut geholt werden können und sich deshalb immer Minispuren im Gehirn ablagern, die mit der Zeit eben auch Schäden auslösen.

    So ist z.B. bei meinem Sohn auch nicht klar, ob die eine oder andere seiner eigenartigen Reaktionen oder auch manchmal geistige Verwirrung, Aggressivität etc. von einer möglicherweise schon vorher vorhandenen psychischen Erkrankung ist oder von der Dialyse kommt. Da sind schon auch regelmäßig Zustände dabei, die an Demenz erinnern.


    Bei meinem Vater, der mit 55 Jahren starb mit einigen Diagnosen, waren auch die Nieren kaputt, wir ersparten ihm aber eine Verlängerung seines Lebens per Dialyse, weil es für ihn eigentlich nur eine Verlängerung der Qualen im Zustand ziemlicher Verwirrtheit bedeutet hätte.


    Einen wirklichen Rat kann ich Dir nicht geben, aber vielleicht mit Hilfe dieser beiden Geschichten eine Einschätzung ermöglichen - oder auch noch konkretere Fragestellungen.

    Falls Du an mich noch Fragen hast, stelle sie gerne - sobald ich Zeit habe, werde ich antworten so gut ich kann.

  • Hallo ecia25,


    ich danke dir vielmals für deinen wertvollen Beitrag. Du hast auch viel zu bewältigen, das habe ich bereits gelesen. Ich wünsche dir da ganz viel Kraft.


    Was du schreibst deckt sich mit meinen Recherchen. Ich stehe der Dialyse sehr skeptisch gegenüber. Noch ist der Punkt aber noch nicht erreicht. So schnell wie aktuell die Nierenfunktion nachlasst kann diese Entscheidung aber im Laufe des Jahres noch auf uns zukommen.


    Es gibt eine Studie (1996-2003) mit 1-Jahres Überlebensraten (54%) bei über 80 jährigen Dialyse Patienten. 80% der Todesfälle bei Dialyse verstarben im Krankenhaus, wobei 80% der konservativ behandelten Patienen zuhause verstarben. Das ist für mich ein gewichtiger Punkt.

    Wenn wir das gezielt angehen müssen komme ich gerne auf dein Angebot zurück.

    Einmal editiert, zuletzt von Sohn83 ()

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sohn83, die Entscheidung für oder gegen eine weiterführende Behandlung würde ich aus dem palliaiven Blickwinkel machen: Was schafft kurzfristig Linderung? - Was führt zu neuen vermeidbaren Beschwerden? - Wie kann ich meinen Vater auf seinem letzten Weg beistehen, was braucht er, was brauche ich? ...

    Mein wichtigstes Ziel wäre eine konsequente Schmerztherapie, die auch eine positive psychische Wirkung haben kann - aber auch zeitweise Verwirrtheit begünstigt.

    Es ist zu erwarten, dass dann andere Faktoren wie Hitze und die innere Vergiftung durch die Nierenerkrankung verstärkt werden - und damit auch das Symptom der Verwirrtheit.


    Wenn Sie sich jetzt auf die letzte Lebensphase einstellen, können Sie auch die emotionalen Wechsel und die depressiven Phasen anders einordnen. Vielleicht finden Sie das wieder, was Elisabeth Kübler-Ross zu den Sterbephasen schreibt.

    Unter diesem Blickwinkel ist Trauer und gemeinsamer gegenseitige Trost vielleicht etwas leichter zu ertragen bzw. zu tragen.

    Viel Kraft und - so wie ich Sie kenne - viele neue Erkenntnisse, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Hr. Hamborg,


    vielen Dank für Ihren Beitrag. Wir werden das jetzt auch uns zukommen lassen. Ich bin auch gespannt ob die Schmerzsprechstunde uns noch ein paar Impule bringt. Danke auch für den Tipp Elisabeth Kübler-Ross, da werde ich noch hineinschmökern.


    Aktuell ist es nicht so einfach seinen Tag (Wochenende) zu gestalten. Bereits Freitag als er um 21:30Uhr der festen Überzeugung war es wäre 9:30 Uhr wollte er unbedingt etwas unternehmen. Also sind wir am Samstag in den Zoo gefahren, was allerdings nur mit dem Rollstuhl funktioniert. Beim Thema Rollstuhl sind über eine Stunde die Tränen geflossen weil er auf einen Rollstuhl angewiesen ist. (Im Normalfall ist er mit Krücke / Stock / Rollator unterwegs, damit können wir aber keinen Ausflug bestreiten)

    Schlußendlich habe ich es aber durchgezogen und er hatte auch einen schönen Tag. Das hat noch bis in den Sonntag nachgewirkt.


    Leider sind in unserer Gegend wirklich behindertengerechte Ausflugsziele sehr rar gesäht (in einem Mittelgebirge mit Hügellandschaft auch nicht immer einfach). Letztes Jahr waren wir in einem Wildtierpark der noch extra als besonders Behindertengerecht ausgezeichnet wurde. Dort standen wir dann plötzlich vor ausgewaschenen Schotterpisten mit 14% Gefälle .... Es ist wirklich sehr bedauerlich wie wenig an wirklich behindertengerechte Bauweise gedacht wird und vorallem wie wenig man sich auf "behindertengerecht" Aussagen verlassen kann. Him Blick auf eine immer älter werdende Gesellschaft gibt es da noch ganz ganz viel Hausaufgaben zu machen.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sohn83, es ist nicht selbstverständlich, wie Sie die Stunde der Tränen ausgehalten haben - in dem Wissen, dass Sie Ihrem Vater am Wochenende einen schönen Tag gestalten konnten. Oft bleiben die Tränen und die notwendige und notwendende Trauer hinter Depression und Aggression verborgen. Gut dass Sie es aushalten können - wir sprechen da ja aus guten Gründen von Trauerarbeit, an der alle Beteiligten wachsen.


    Wenn Sie die Kraft haben, die mehr oder weniger behindertengerechten Angebote zu dokumentieren, können Sie sogar noch einen wichtigen Beitrag für eine inklusive Gesellschaft leisten, - ganz nebenbei. In jeder Kommune gibt es einen Seniorenbeirat und einen Behindertenbeirat, die die Politik beraten und sicher auch eigene Erfahrungen mit guten Angeboten haben.

    Viel Kraft, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo in die Runde


    Ich lese hier auch noch mit, kam aber nicht mehr wirklich zum Schreiben. Ich habe zur Zeit mit selbst genug zu tun zahnartmäßig und auch beruflich.


    Ansonsten kann ich sagen, mit meiner Mutter geht es mal besser mal schlechter. Ein klarer Kurs ist nicht festzustellen, außer der Tatsache, dass sie immer weniger Lust hat Irgendwo hinzugehen. Sie verwächst mit ihrer Wohnung. Um zwei Hosen zu kaufen, haben wir Wochen Anlaufzeit gebraucht. Wir müssen noch einiges im Baumarkt erledigen, als auch sonst steht einiges an. Sie schiebt alles vor sich her.


    Letztendlich ist das aber alles "noch" machbar.


    Ich habe öfters an die hier Schreibenden gedacht. Keiner hat es hier leicht.


    Liebe Grüße in die Runde

    • Offizieller Beitrag

    Leider sind in unserer Gegend wirklich behindertengerechte Ausflugsziele sehr rar gesäht (in einem Mittelgebirge mit Hügellandschaft auch nicht immer einfach). Letztes Jahr waren wir in einem Wildtierpark der noch extra als besonders Behindertengerecht ausgezeichnet wurde. Dort standen wir dann plötzlich vor ausgewaschenen Schotterpisten mit 14% Gefälle .... Es ist wirklich sehr bedauerlich wie wenig an wirklich behindertengerechte Bauweise gedacht wird und vorallem wie wenig man sich auf "behindertengerecht" Aussagen verlassen kann. Him Blick auf eine immer älter werdende Gesellschaft gibt es da noch ganz ganz viel Hausaufgaben zu machen.

    Hallo Sohn83,

    da sind viele Hausaufgaben zu machen, das sehe ich auch so. Vor einiger Zeit wurde ich auf eine Webseite hingewiesen - ich habe / hatte keine Möglichkeit zu prüfen, wie "richtig" die Angaben sind - jedoch: es ist so eine Art "GoogleMaps" für barrierefreie / barrierearme Orte. Vielleicht unterstützt Sie das bei Gelegenheit.


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

  • Ich muss mir wieder mal ein wenig von der Seele schreiben. Mit Papa war ich in der Schmerzsprechstunde, die Ärztin macht einen sehr guten Eindruck. Aktuell wurde die Tilidin Dosis verdoppelt. Das hilft zwar tatsächlich bei den Schmerzen bis zu einem bestimmten Punkt. Leider habe ich jetzt nach drei Tagen mit der neuen Dosis den starken Eindruck das es Mental nicht gut tut.


    Abens haben wir jetzt wieder Desorientierung und viel Verwirtheit. Aber ich gebe der Sache jetzt noch ein paar Tage. Die Ärztin hat mir recht viel "Freiraum" bei der Dosierung geben mit Maximaldosis etc. Im September haben wir den nächsten Termin. Toll fand ich das die Fachärztin sehr verständlich gesprochen hat. Sie sagte sie möchte es erst mit den bereits vorhandenen Medikamenten probieren bevor wir evtl. auf ein stärkeres Medikament wechseln. Das wäre dann Oxykodon.

    Die Crux laut Ärztin ist halt das die ganzen Opiate nur die zweitbeste Wahl bei den Arthroseschmerzen sind. Die effektiveren z.b. Diclo, Ibuprofen fallen wegen der Niereninsuffizienz leider aus.


    Papa hatte Geburtstag, haben wir in relativ kleinem Rahmen gefeiert. Das hat ihm gut getan, mir ist die Tatsache das mein Schwager sowie seine zwei Enkel relativ schnell wieder weg waren aber schon übel aufgestoßen. Das bin ich aber mittlerweile gewöhnt.. Meine Schwester war immerhin bis 17 Uhr da.

    Auf echte Unterstützung darf ich sowieso nicht hoffen, wenn ich in diese Richtung etwas äußere bin ich der Böse der Kummer bei ihr verursacht und ihre Kinder angreift. Sie braucht Zeit für IHRE Familie Punkt. Achja die Kinder sind 18 und 13 ...

    So wie das immer passiv aggressiv gebetsmühlenartig in j Konversationen eingebaut wird habe ich mittlerweile auch verstanden das wir nicht zur Familie gehören


    So wurde mir auch mitgeteilt das sie ihre Arbeitsstunden im Betrieb reduziert und zukünftig an ihren zwei Arbeitstagen nachmittags nicht mehr arbeitet. Das haben sie und ihr Mann so beschlossen damit sie mehr Zeit für die Kinder hat. Mir wurde das nur mitgeteilt.


    Da ich meinen Vater extra deswegen Montags nicht in die Tagespflege gebe damit er seine Tochter auch mal sieht (er ist mit im Familienbetrieb) hat mir das wirklich weh getan. Wie auch die Tatsache das die einzige Zeit die sie zuverlässig mit meinem Vater verbringt die ist die ich als Arbeitgeber bezahle.

    Auch im baldigen Betriebsurlaub hat mein Schwager ein l Urlaub gebucht der alle Tage abdeckt, somit darf ich auf da auf keinen wirklichen Freien Tag hoffen. Das ist alles wirklich eine optimale Arbeitsteilung in der ich da Stecke. Ich der dumme der mit 100% meine Schwester mit 0%. Obwohl das stimmt nicht, in den letzten 15 Monaten hatt sie ihn zwei Nachmittage genommen...


    Hätte mir das jemand vor 15 Monaten gesagt ich hätte ihn ausgelacht das mir sowas nicht passieren kann. Meine Schwester und ich standen uns wirklich nahe. Meine Schwester ist 8 Jahre älter als ich. Als unsere Mutter verstarb war ich 12 sie 20. Da war sie bis zu einem kleinen Teil auch sowas wie eine Ersatzmutter. Später absolute Vertrauensperson (von beiden Seiten). Sie und ihre Kinder saßen min. 1x die Woche mit am Mittagstisch bei uns, oft auch 2-3x. Der regelmäßige Kontakt war allen Seiten wichtig. Ein Laufstall für den Mittagsschlaf stand Jahrelang im Schlafzimmer meines Vaters, hier im Haus hatten die Kinder ein eigenes Zimmer ... Vielleicht tut das deswegen alles so weh.

  • Hallo Sohn83,

    Ich verstehe, dass du enttäuscht bist und dich allein gelassen fühlst. Es bringt aber (auch aus meiner Erfahrung) niemanden weiter, da nun alte Geschichten gegeneinander aufzurechnen, sondern eher die Gegenwart zu betrachten. Die Fragen: was braucht nun wer? Wer kann/will es leisten? An wen kann man was delegieren um selbst mehr Freiraum zu haben?

    Vor allem: was deine Schwester etc sich an zusätzlicher Entlastung gewähren, kannst du nicht nun umso mehr übernehmen ohne dabei mehr in die Erschöpfung zu kommen!

    Das mal so aus dem Bauch heraus und ohne die genauen Hintergründe zu kennen, bitte verzeih mir, wenn ich etwas falsch einschätze..

    Es ist nur so, dass meine Schwester sich von mir auch lange Zeit etwas im Stich gelassen fühlte und es als Desinteresse gewertet hat. Der Hintergrund ist aber, dass ich zum einen deutlich mehr gesundheitliche Probleme hatte und zum anderen vom Elternhaus als mehrere Jahre ältere mehr traumatisiert war und mich daher viel mehr zurücknehmen musste.. das nur als Beispiel für verschiedene Sichtweisen.


    Hast du irgendwelche psychol. Unterstützung, wo du dies alles mal professionell besprechen und loswerden kannst?

    Liebe Grüße

  • Hallo Sohn83, tut mir echt leid, von den Problemen mit Deiner Schwester zu hören! Als Einzelkind kennt man sowas gar nicht. Zufällig habe ich am Wochenende mit einem Schulfreund telefoniert, der sich auch um seinen Vater kümmert (hat MS, nicht Demenz, aber sonst habe ich keine Freunde, die pflegebedürftige Angehörige haben, bin wohl zu jung) -- er meinte nur halb scherzhaft, man bräuchte eine Schwester, die sich um Alles kümmert. Und dabei scheint es eher so, dass eine größere Familie auch zusätzliche Probleme bringt.

  • Hallo ihr Lieben,


    wenn ich das richtig sehe, ist mein letzter Eintrag von vor fast einem Jahr. Sorry dafür. Ich hatte nur wenig Zeit und keine Muße zu schreiben.


    Bei meinen Eltern hat sich fast nichts geändert, außer, dass mein Vater nun endlich für ein Beratungsgespräch wg. einer 24-Std.-Betreuung zugänglich ist - dabei hab ich ihm noch gar nicht gesagt, dass die ursprünglich angenommenen Kosten von 2.100€ bei weitem nicht ausreichen, zum anderen nicht sicher ist, dass diese Agentur (die ich auf Empfehlung meines Teamleiters erhalten habe) über die Pflegekasse als Sachleistung abgerechnet werden kann. Das könnte nämlich das Pflegegeld meiner Mutter wieder drastisch reduzieren.


    Ich bin gerade dabei, mich über Agenturen zu informieren, die ihre Abrechnung mit der Pflegekasse verrichten können/dürfen. Das sind - so TelKo mit dem VdK - deutsche Agenturen, deren Kosten natürlich nicht mit osteuropäischen vergleichbar sind. Ich schätze, dass mein Vater dann gleich wieder raus sein wird, mit seiner Bereitschaft.


    In den letzten acht Monaten hat meine Mutter viermal die Küche fast in Brand gesetzt. Jedes Mal kam es zu starker Rauchentwicklung. Den guten Kontakten meines Bruders ist es zu verdanken, dass der sofort eine Funkschaltung der Sicherung des Herdes in der Küche versteckt installiert hat, mit der mein Vater - ohne jedes Mal in den Keller zu müssen - die Sicherung ein- und wieder ausschalten kann.


    Eine weitere Eigenart, die meine Mutter inzwischen an den Tag legt, zerrt ebenfalls an den Nerven meines Vaters. Sie zupft ununterbrochen - wirklich, über Stunden - an Ihrem Kragen oder ihrer Halskette. Sie hört einfach nicht auf. Selbst wenn wir sie erinnern, gehen die Hände für Sekunden davon ab, zupfen inzwischen an den Ärmeln um dann wieder am Kragen zu zupfen.

    Ich hab ihr zum Kneten zwei Silikonbälle gekauft und gedacht, wenn sie schon was 'in der Hand haben möchte', dann kann sie gleich ihre Muskulatur stärken (einen einfachen Drehverschluss an einer Flasche bekommt sie nicht auf). Die Dinger liegen nur in der Gegend rum.


    Die letzten Wochen fahre ich mit ihr, bevor ich mich auf meinen Heimweg mache, noch a bisserl mit dem Auto spazieren. Wenn man bei uns Richtung Berge fährt, gibt es wunderschöne, abgelegene Straßen, auf denen man das Gefühl hat, durch einen kilometerlangen Tunnel im Wald zu fahren oder die Kutsche des Königs kommt gleich um die Ecke. Teilweise sitzt sie völlig fasziniert von der Umgebung und von den "riesigen Feldern" im Auto, teilweise singt sie Kinderlieder oder sie singt vor sich hin: "Ich will zu meiner Mama! Ich will zu meinem Papa!".

    _____


    Auf seinen immer wiederkehrenden Wunsch, einen alten Radl-Spezl im Pflegeheim zu besuchen, hab ich mich mit dessen Tochter in Verbindung gesetzt. Wir kennen uns schon seit unserer Kindheit - eben über die Sportfreundschaft unserer Väter -, haben uns aber seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen.


    Bei unserem ersten Telefonat nach ?? Jahren wurden wir exakt nach 2:00:00 Std. aus der Leitung geworfen… will sagen, einerseits freuten wir uns, endlich mal wieder miteinander zu reden, andererseits war der Anlass dazu umso trauriger.


    Ihre Situation ist eigentlich noch um einiges dramatischer als unsere. Vater (schwer dement, hochaggressiv und mittlerweile auch handgreiflich) wurde von Mutter seit Jahren zuhause versorgt und gepflegt. Mutter bekam Anfang letzten Jahres einen schweren Schlaganfall und kämpfte wochenlang ums Überleben. Ab sofort war sie selbst ein Pflegefall und als Folge musste natürlich auch sofort für Vater ein entsprechendes Pflegeheim gefunden werden.


    Dort ging es mit seiner Aggressivität dann erst richtig los. Versuche von Tochter zum 60. Hochzeitstag ein gemeinsames Treffen von Vater und Mutter zu organisieren, lehnte Mutter kategorisch ab. Sie habe Angst vor ihm, er ginge sie bestimmt an, weil sie schuld wäre, dass er jetzt in einem Heim wäre. Erst sehr viel später wurde Tochter klar, dass nicht nur das die Angst von Mutter war, sondern auch die Scham, dass Vater Mutter in diesem 'kläglichen' Zustand sehen würde. Sie, die Zeit Lebens immer alles unter Kontrolle hatte, hat sich selbst nicht mehr unter Kontrolle. Von Bruder ist keine Hilfe zu erwarten, der ist schwerster Alkoholiker und vegetiert in seiner bald-Messie-Wohnung vor sich hin. Auch er lässt keine Hilfe zu.


    Jetzt wollte mein Vater selbst mit Tochter von Freund sprechen und ich gab ihm ihre Handynr. Nach dem Telefonat war mein Vater ausgesprochen euphorisch und sagte mir, Freund habe neue Medikamente bekommen und sei nun wieder ganz der alte Charmeur, der er immer war. Ich rief Tochter an und sie bestätigte mir meine Annahme. Natürlich war er nicht 'ganz der Alte', er ist natürlich immer noch dement, aber die Aggression sei nach der neuen Medikation wie weggeblasen und er ist nun der Liebling der Station.


    Wir besuchten also Radl-Spezl. Dass er meinen Vater irgendwann erkannte, sah ich daran, dass er ihn im Laufe des Besuches immer wieder mit seinem Namen angesprochen hat. Ob er meine Mutter erkannte, bin ich mir nicht sicher, aber ganz sicher hat er mich nicht erkannt.


    Ich machte ein Foto von den beiden Vätern, wie sie sich die Hände hielten und sich anlächelten und schickte es Tochter. Sie schrieb zurück, dass sie Tränen in den Augen hat. Sie habe ihren Vater schon lange nicht mehr lächeln gesehen.


    Nach ca. 20 Minuten grätschte die Demenz meiner Mutter in den Besuch. In Minutentakt sagte sie: "Jetzt reicht's wieder, jetzt geh'ma wieder!" - was meinem Vater unangenehm und peinlich war. Schon nach ein paar weiteren Minuten sah man Spezl seine Erschöpfung an, er kämpfte mit dem Schlaf und wir verabschiedeten uns wieder.


    Mit Tochter hab ich ausgemacht, dass wir den nächsten Termin so planen, dass wir uns im Pflegeheim treffen und vielleicht auch einen Kaffee in der Cafeteria trinken können.

    ___


    Kürzlich fuhren wir zu meinem Rolli-Service. Auf dem Weg dorthin meinte mein Vater, ob wir im Anschluss an seiner alten Werkstatt vorbeifahren könnten. Klar, die liegt ja auf dem Weg. Da kamen Erinnerungen auf - auch meinerseits. Ich bin ja auch quasi in der Werkstatt groß geworden und später hab ich mir was dazu verdient, indem ich jede Woche zur Zulassung fuhr und Autos an- und abmeldete.


    Er ging kurz rein, hinterließ einen schönen Gruß an seinen Nachfolger und wir fuhren wieder zurück. Dann meinte er, sein damaliger Kompagnon wohne in einer Seitenstraße und ob wir da wohl auch mal vorbei fahren könnten. Klar, hier waren wir ja auch unzählige Male zu Besuch. Als wir vor dem Haus standen sagte ich zu ihm, er solle doch mal klingeln, vielleicht ist er ja da. Gesagt, getan - und er war da. Die Freude war riesig. Sie hatten sich schließlich auch schon mind. 20 Jahre nicht mehr gesehen. Er bedankte sich unzählige Male bei meinem Vater für die gute Zusammenarbeit, lobte ihn immer wieder, was für ein guter, warmherziger, zuverlässiger Mensch er sei und entschuldigte sich genauso oft dafür, dass er manchmal ein richtiges Ekelpaket war. Mein Vater strahlte für den Rest des Tages.


    Es war schön, dass ich ihn mal wieder auf andere Gedanken bringen konnte und er was hatte, woran er positiv zehren konnte. Er hat noch tagelang von dieser Begegnung gesprochen.

    ___


    Seit dem ersten Lockdown habe ich bei meinen Eltern den wöchentlichen Lieferservice eingeführt. Eigentlich kam uns (meinem Bruder und mir) der Lockdown wie gerufen, weil wir verhindern möchten, dass er mit seinen 86 Jahren noch viel mit dem Auto in der Gegend herumfährt.


    In einer der letzten Bestellungen hab ich ihnen Eiskonfekt mitbestellt. So schnell konnte ich gar nicht schauen, war das 4x10er-Päckchen weg. Ich hätte nie gedacht, dass so eine Kleinigkeit beiden so eine riesige Freude macht.

    ___


    Ich bedanke mich bei allen, die durchgehalten haben und wünsche euch einen erholsamen Abend. Gönnt euch was Wohltuendes


    LG Zebulon

  • Ich habe zwei spannende Tage hinter mir.


    Am Sonntag ruft mich meine Mutter an: zwischen den Unterhemden meines Vaters liegt eine Pistole. Sie ist eine passionierte Aufräumerin, es liegt kein Stäubchen in den Schränken, und sie weiss, dass da vor 2 Wochen noch nichts lag.


    Nun, mein Vater war Jäger, oder vielmehr: eigentlich nie richtiger Jäger, aber er hat früh aufgehört zu arbeiten, und meine Mutter hat versucht, ihm ein Hobby zu verpassen. Es klappte leidlich, er machte den Jagdschein, mochte die Natur gerne, aber das Blutige lag ihm gar nicht, er hat vielleicht im Leben ein Dutzend Rehe geschossen.


    Aber natürlich gibt es im Keller einen 350 Kilo schweren Waffensafe. Ich hatte ihn letztes Jahr mal gefragt, was da noch drinnen ist (weil wir ja ständig verlorene Dokumente und Schlüssel suchen), und er meinte, nichts mehr, die Waffen hätte er für die Jungjäger-Ausbildung gespendet.


    Von wegen! Nach dem mich meine Mutter mit dem Pistolen-Fund angerufen hatte, habe ich sie gebeten, ihn einige Stunden ausser Haus zu locken, und bin mit einem seiner alten Jagdfreunde ins Haus. Der Waffen-Safe war unverschlossen (wie er den aufgekriegt hat, weiss niemand) und es waren etliche Gewehre und noch eine weitere Pistole drinnen. Unglaublich!


    Wir haben dann alles verschlossen und beim Landratsamt angerufen und am Montag gleich einen Büchsenmacher kommen lassen (während meine Eltern bei 35 Grad wieder ausser Haus waren) und das ganze Zeug abholen lassen. Zum Glück war alles vollzählig!


    Moral von der Geschicht: man darf ihnen nicht glauben! Meinem Vater auf jeden Fall nicht. Er würde nie sagen, das weiss ich nicht, er erzählt einfach irgendeine Geschichte. Möchte mir gar nicht ausmalen, was da hätte passieren können!

  • Ohje, so ist das wohl. Bei meinen Eltern im Haus wurde nach Abholung meines Vaters drei Pistolen gefunden, keiner weiß, wie er daran gekommen ist, angeblich gegen die Einbrecher, die er oft (als einziger) gesehen und gehört hat.. wir haben sie bei der Polizei abgegeben

  • OiOcha

    Wir hatten vor einigen Jahren eine ähnliche Situation - wenn auch nicht in diesem Ausmaß wie bei Dir.


    Mein Vater (Jg. 1936) hatte von seinem Vater (Jg. 1909), der schon vor 1933 beim Militär und später bei der Waffenmeisterei war, ein Gewehr, quasi aus dem Erbe. Frag mich nicht, welches, es lag jedenfalls über Jahr(zehnt)e auf dem Wohnzimmerschrank meiner Eltern.


    Als die Demenz meiner Mutter immer spürbarer und mein Vater immer depressiver wurde, ließ meinen Bruder und mir das Ding auf dem Schrank keine Ruhe - vor allem, weil meine Großmutter mit ihrem Suizid die Hemmschwelle massiv heruntergesetzt hat.


    Vor ein paar Jahren ging dann eine Aktion der Polizei durch die Medien, dass man jede Art von Waffen in privaten Haushalten straffrei und unbürokratisch in jeder Polizeistelle abgeben könnte. Wir packten die Gelegenheit beim Schopf, machten unserem Vater die Aktion schmackhaft und er setzte sie in die Tat um.


    Bei der Polizei informierten sie ihn darüber, dass es aufgrund des Alters der Waffe auch ausreichen würde, sie unbrauchbar zu machen, dann könne er sie behalten. Offenbar hat er sich trotzdem dagegen entschieden und ist ohne wieder nach Hause gekommen. Ich bin froh über die Aufklärung der Polizei und seinen aktiven Entschluss, die Waffe abzugeben. Sonst hätte ich immer das Gefühl gehabt, ihn in die Abgabe 'reingequatscht' zu haben. So hatte er nochmal die Wahl und hat sie abgegeben.


    Die Waffe zwischen der Unterwäsche zu finden, muss für deine Mutter gelinde gesagt schockierend gewesen sein. Besonders, weil das Zeitfenster ja doch sehr klein war. Denkst Du, dein Vater hatte sie bewusst dort deponiert und evtl. sogar einen Plan? Er kannte doch die 'passionierte Aufräumerin' an seiner Seite.


    LG Zebulon

  • Die Waffe zwischen der Unterwäsche zu finden, muss für deine Mutter gelinde gesagt schockierend gewesen sein. Besonders, weil das Zeitfenster ja doch sehr klein war. Denkst Du, dein Vater hatte sie bewusst dort deponiert und evtl. sogar einen Plan? Er kannte doch die 'passionierte Aufräumerin' an seiner Seite.


    LG Zebulon

    Hallo Zebulon -- in den letzten Wochen ist es bei meinem Vater immer schlimmer geworden mit Wahnvorstellungen und Ängsten. Es sind oft eingebildete Leute im Haus, manchmal alte Bekannte, meist Fremde, aber zumeist sind die Interaktionen negativ (Streit, Ärger, Schwierigkeiten), auch wenn er sich Freunde oder mich einbildet. Insofern wundert es mich nicht, dass er sich "schützen" will. Ich weiss halt nur nicht, wie er den Waffensafe aufgekriegt hat.


    Geladene Pistole im Schrank ist finde ich schon ne Nummer. Vielleicht hätte man die Polizei holen sollen, dann hätte man vielleicht für die "Ihrem Vater geht's doch so gut, was soll ich da verschreiben" Ärztin was in der Hand gehabt. Aber natürlich ist da der erste Instinkt, ihn doch noch zu schützen, und mit dem Jagdfreund/Büchsenmacher lief es ja sehr gut. Die Leute from Amt waren echt nett und hilfsbereit, und freuten sich eigentlich, dass jemand Waffen freiwillig abgibt.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo OiOcha, ein Glück, dass alles gut und schnell gelaufen ist. Eine Wahnerkrankung bedeutet nicht automatisch, dass die Waffen auch genutzt werden, aber das Risiko steigt und natürlich auch die Verantwortung zu handeln. Es ist ein gutes Zeichen, wie gut die Problemlösung bei Ihnen und bei Zebulon geklappt hat!

    Ich wünsche Ihnen, dass weiterhin entschlossenes schnelles Handeln gut geht!

    Ihr Martin Hamborg

  • Mir geht es im Moment überhaupt nicht gut. Ich hasse diese Krankheit und alles was sie mit den Erkrankten und ihrem Umfeld macht.


    Ich denke mein Vater hatte einen Demenzschub (vaskuläre Demenz). Die über lange Zeit wieder mühsam antrainierte Orientierung in der eigenen Wohnung ist jetzt wieder weg. Er ist desorientiert und oft verwirrt. Gerade am Wochenende fällt er von einem depressiven Loch in das andere und ist niedergeschlagen. Er ist ständig nervös, hippelig und nestelt, Hände werden total zittrig, die Stimmung schlägt innerhalb von Minuten komplett um.


    Aktivitäten reißen ihn nur kurz aus seinem Loch. z.B. spielen wir aktuell Monopoly junior. (Bei ihm als jahrzentelang selbsständigen spricht das viele Sachen an die im früher wichtig waren) Damit kommt er super klar und es macht ihm sichtlich Spaß. Spiel vorbei ist er 10 Minuten später wieder in tiefbedrückter Stimmung. Nach Ausflügen, Familienfotos etc.. alles das gleiche.

    Gerade die Wochenenden sind unglaublich anstrengend. Unterhaltungen werden zunehmend schwieriger, er versucht wirklich angestrengt vernüftige Sätze rauszubringen schafft es aber meist nicht. Das regt ihn auf und er wird wieder depressiv weil er das auch nicht kann. Für mehr als 15 Minuten allein lassen geht kaum mehr, bzw. ich muss es später büßen weil er wieder völlig durch den Wind ist.


    Er will ständig nach Hause obwohl wir zu Hause sind, sucht Leute die nicht da sind und ist dann ärgerlich/traurig weil ihn alle Leute meiden würden weil er so "Dumm" geworden wäre.

    Die Tatsache das auch Fernsehen zunehmend nicht mehr funktioniert macht die Tage auch nicht kürzer. Sind wir zu Hause will er unter Leute, was erleben. Gehe ich mit ihm irgendwo hin will er zurück nach Hause.


    Es fühlt sich im Moment alles an wie ein Minenfeld, jede kleine Unachtsamkeit meinerseits kann ihn wieder aus der Bahn werfen. Ich fühle mich dann schuldig weil es ihm schlecht geht.


    Das wirklich, auch für mich, so extrem anstrengende ist das er in seinen Lichten Momenten alles mitbekommt. Er sieht was er verloren hat und wir fallen ins nächste depressive Loch. Bei dieser bescheuerten vaksulären Demenz dürften wir nicht mal darauf hoffen das er das vergisst.

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