Wie geht es Euch? Thread IV

  • Hallo Hr. Hamborg und Teueburger,


    nochmals vielen Dank für die Zusprache.

    Im Kopf ist mir alles klar das es der richtige Schritt ist und ich alles mögliche getan habe, das Herz hat aber noch Probleme damit.
    Ich lasse es jetzt auf mich/ uns zukommen.

  • Hallo Sohn83, es ist bestimmt der richtige Weg und super, dass dein Vater ihn sogar - teilweise bewusst - mitgehen kann. Natürlich hat "das Herz" damit Probleme, aber du handelst ja in Liebe zu deinem Vater. Und du wirst darüber wachen, dass es ihm gut geht und im Notfall handeln und ihn nicht seinem Schicksal überlassen. Ich freue mich so sehr für dich, dass sich eine gute Lösung am Horizont abzeichnet. Liebe Grüße

  • Hallo sohn83 ,

    Du willst ja deinen Vater nicht auf- nimmer-Wiedersehen abgeben, sondern für seine in nächster Zukunft beste Betreuung sorgen und kannst dich dann ausgeruht und gut gestimmt zu Besuchen dort aufmachen;)

    Das ist definitiv KEIN Versagen, falls du dieses Gefühl haben solltest.

    Liebe Grüße

  • Danke für den erneuten Zuspruch. Mein Gefühlsleben kann ich im Moment kaum beschreiben, aufgewühlt halt mit ständigen Sprüngen in alle Richtungen. Natürlich auch das Gefühl versagt zu haben das hast du/ihr schon richtig benannt. Ich arbeite dran und habe da noch einen weiten Weg vor mir.


    Natürlich war mein Vater jetzt 3 Tage super drauf und sehr rüstig, gestern schwang das Pendel aber wieder in die andere Richtung. Ich falle darauf aber "emotional" nicht mehr rein, ich weiß es sind übliche Schwankungen und wird alles "nachgeholt".

    Über die Intensität der Schwankungen kann ich echt nur noch Staunen. An einem Tag kann er Pullover und Hose nicht auseinanderhalten und gießt sein Trinkwasser in die Obstschüssel. Am nächsten Tag könnte man stundenweise glauben der Mann ist alles nur nicht dement.

    Es ist wie hier ja viele schreiben man kann sich auf nichts einstellen.


    Ich bemerke die letzten Wochen vergisst er immer mehr Reste aus seiner Biografie. Das Familienleben, Erinnerungen an seine Frau (okay die ist schon 27 Jahre tot), seinen Beruf, das ist alles mittlerweile nahezu komplett weg. Jeder Tag ist ein fast kompletter Neustart. Gewisse Themen z.b. der Heimumzug scheinen aber zumindest unterbewusst "bearbeitet" zu werden und spülen manchmal unvermittelt an die Oberfläche. Z.b. meine er gestern plötzlich er muss ja noch Möbel für seinen neuen Hausstand besorgen. Der Zusammenhang ist ihm aber nicht klar.


    Hatten wir zumindest zeitweise noch etwas Orientierung im eigenen Haus scheint es seit wir die Entscheidung Heim getroffen haben jetzt als wäre da der letzte Verbindungsfaden auch durchtrennt worden.

    Vielleicht könnte ihr mir einen Rat geben bezgl. des Heimumzuges. Sollte ich das regelmäßig ansprechen in der Hoffnung das dass Thema sich zumindest vage bei ihm verankert wird oder einfach den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten?

    Die letzten Tage habe ich das Thema immer mal wieder angesprochen und erklärt, da hat er nie negativ reagiert. Erinnern z.B. an die Besichtigung kann er sich aber nicht.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sohn, ich kann mir gut vorstellen, dass es Ihr Herz immer etwas erleichtert, wenn Sie den Umzug ansprechen. Ob es für Ihren Vater gut ist, lässt sich schwer voraussehen. Ihr Vater hat Ihnen den Auftrag gegeben und Sie brauchen von seiner Seite keine weitere Bestätigung. Vielleicht finden Sie eine hilfreiche Formulierung: "Gut, dass wir jetzt eine Lösung für Alles gefunden haben, das hilft uns jetzt sehr..."


    Ihr Zweifel stärkt die Verunsicherung Ihres Vaters und Ihre Entschlossenheit seine innere Ruhe. Also bitte üben Sie in dieser schweren Zeit nicht weiter die Zweifel!

    Viel Klarheit, Ihr Martin Hamborg!

  • Ich habe keinen Vorstellungsthread entdeckt, daher mache ich das kurz hier.


    Bin seit gestern registriert und wühle mich durch die Beiträge. Wahnsinn, womit Ihr hier belastet seid und wie Ihr damit umgeht.

    Den wertschätzenden Ton finde ich hier sehr angenehm und überhaupt, dass es hier so viel Input gibt. Bin froh hierher gefunden zu haben.


    Wenn ich das richtig sehe, bin ich noch ziemlich am Anfang. Meine Mutter (87) ist betroffen, lebt noch zusammen mit meinem Vater (89) ganz eigenständig. Aber das hohe Alter, die zunehmende Demenz fordern auch schon ihren Tribut. Dazu lebe ich 150 km entfernt.


    Ich werde mich sicher demnächst mit konkreten Fragen an Euch wenden müssen.

    Bis dahin bleibt mir erst einmal ein schönes Wochenende zu wünschen.


    Herzliche Grüße

    die Pause

  • Vielen Dank fürs Willkommenheißen!


    Tja, leider ist das ein "Club", dessen Mitgliedschaft gern ruhen dürfte, wenn überhaupt eingegangen werden muss.


    Herzlich

    die PausE

  • Hallo an Euch alle,


    wenn ich die Beträge der letzten Wochen in diesem Forum lese eskaliert die Lage im Moment ja bei einigen.
    Da hat die Jahreszeit und die kürzliche Zeitumstellung wohl auch etwas mit zu tun. Ich beobachte ja auch wie sehr die Zeitumstellung meinen Vater wieder aus der Bahn geworfen hat und wie bedrückend er die winterliche Dunkelheit gerade am abend empfindet. Dabei haben wir wettermäßig aktuell noch Glück. Ich wünsche Euch allen da ganz viel Kraft.


    Was hat sich bei uns getan?

    Wir warten weiter auf einen Heimplatz und ich bin immernoch nicht so richtig mit mir im reinen.

    Bei Papa beobachte ich stetige Verschlechterungen. Zunehmen verliert er auch die zeitliche Orientierung. Die Uhr abzulesen wird immer schwieriger für ihn und gegen abend kann er Morgen/Abend nicht mehr unterscheiden.


    Alle paar Tage machen wir eine neue Baustelle auf. Er war jetzt zwei Wochen praktisch jede Nacht inkontinent, hat fein säuberlich die Unterhose mit Einlage ausgezogen und dann ins Bett gemacht. Also sind wir auf Windelhosen umgestiegen was gut funktioniert hat. Jetzt plötzlich ist dieses Problem wieder behoben und die Hose jeden Morgen trocken.
    Natürlich beackern wir jetzt wieder das nächste Problem, Verstopfung weil sich auf dem WC keine Zeit nimmt .....


    Mann kommt sich manchmal vor wie auf einem untergehendem Schiff wo man ein Leck nach dem anderen ausbessert nur damit auf der anderen Seite das nächste Leck entsteht.


    Die Tagespflege am Samstag ist für mich eine gute Entlastung, aber ihm gefällt es dort leider nicht so sehr. Ich darf mir fast jedes mal etwas anhören.

    Als ich ihm am Samstag um 15:30 Uhr geholt habe, habe ich ihn mit "Hallo Papa" begrüßt, da hat er sofort abgewunken "Nichts da Papa". Auf der Heimfahrt war er dann der festen Überzeugung ich wäre sein Papa. Das hat mir zumindest einiges geschimpfe erspart ....

    Trotzdem war die Fahrt ein Martyrium, ich musste mehrfach sehr laut werden weil er ihm Auto mit seinem Gehstock rumgefuchtelt hat und nicht verstehen konnte das ich mich während der Fahrt nicht um ihn kümmern kann. Ich werde ihn wohl zukünftig auf den Rücksitz verbannen müssen.


    Der Sonntag war dann wieder sehr anstrengend, so anstrengend das ich einmal wirklich die Fassung verloren und rumgeschrien habe. Das war falsch und tat mir dann leid. Nachts ging es dann leider so weiter, vier mal musste ich ihn ins Bett zurück bringen. Jetzt sitze ich groggy im Büro und soll Leistung bringen ...


    Diese Woche kommt am Donnerstag der medizinische Dienst. Ich habe eine Erhöhung der Pflegestufe (auf 4) beantragt. Ich bin zwar nicht sehr zuversichtlich das es klappt aber einen Versuch ist es wert. Leider hatten wir die Begutachterin die sich angekündigt hat bereits einmal (allerdings nur telefonisch), da muss ich sehr auf der Hut sein weil diese sämtliche Zwischentöne im Fragebogen übersprungen und immer in die Richtung "Das können Sie doch noch" gefragt hat. Bei dieser Dame kam damals Pflegestufe 1 raus, bei der Kollegin Pflegestufe 3.

    Einmal editiert, zuletzt von Sohn83 ()

  • Lieber sohn83,

    Ab welchem Zeitpunkt wärest du denn mit dir im Reinen, dass dein Vater besser im Pflegeheim aufgehoben ist? Reicht es vllt, wenn du dir durchliest, was du eben geschrieben hast? Ich würde es dir jedenfalls wünschen;)

    Wer weiß, wie lange du übernatürliche Kräfte aufbringen und Job plus diese Pflege leisten kannst.. sowas geht eine Zeit lang, aber wenn die Belastung nachts dazu kommt, ist es auf Dauer einfach nicht zu schaffen, behaupte ich mal.. kannst du beim Heim die Dringlichkeit telefonisch o.ä.deutlich machen. Geht es zunächst über Kurzzeitpflege?

    Das Problem ist ja, wenn du mal aus irgendwelchen Gründen ausfällst, muss man einen Platz irgendwo annehmen, wo dann gerade was möglich ist.

    Alles Gute für euch beide

    Rose 60

  • Hallo Sohn83, den Worten von Rose60 kann ich mich vollumfänglich anschließen und gerade der Gedanke, dass Du plötzlich ausfallen könntest, sollte Dir durchaus bewusst sein.

    Bei uns war es die für alle total überraschende, plötzliche, schwere Erkrankung meiner Schwester, die regelmäßig bei meiner Mutter ist und wirklich urplötzlich alles und v.a. die Psyche meiner Mutter total durcheinander brachte - wenn da dann "irgendein" Heim genommen werden muss, dann kann das bei Deinem Vater schwerste Zustände verschiedener Arten auslösen.

    Damit wollte ich einfach veranschaulichen, wie Recht Rose hat mit ihren Worten und Dich auch bestärken, notfalls auch bei der Gutachterin sehr klar zu drängen, damit sie nichts übergehen kann.

    Ich wünsche Dir weiterhin gutes Durchhalten und ganz viel Erfolg (und Mut, schnell ins Reine zu kommen damit, dass Du den Vater bestmöglich betreuen und versorgen lassen willst)

  • Hallo Rose60, eica25 und schwarzerkater,


    recht habt ihr, das ist mir vollkommen klar. Ich werde das auch durchziehen.

    Es sind diese unheimlichen Schwankungen die mich so schlauchen. Gestern war er wie ein kleines Kind, das damit überfordert ist seine Hausschuhe dem richtigem Fuß zuzuordnen.

    Heute ist er im Betrieb mit dabei und hat gerade gut 100 Versandkartons vorgefaltet (das ist nicht so banal wie es klingt) und wir haben uns nebenbei einermaßen flüssig unterhalten.

    Die Frage, was passiert wenn ich mal nicht mehr kann, oder ausfalle die treibt mich um und sagt mir ganz klar welchen Weg wir gehen müssen.


    Ich habe es ja schon mal geschrieben, rational gesehen gibt es gar keine andere Lösung. Das Herz wird da auch noch folgen aber das dauert noch ;-). Wobei ich innerlich schon ein ganzes Stück weiter bin als vor zwei Wochen. Also da ist schon "Bewegung" drin.


    Mir ist mittlerweile sehr bewusst in welche "Falle" ich getappt bin. Ich habe ja schonmal geschrieben das ich meine Mutter recht früh verloren habe (12). Mein Vater war danach wenig führsorglich und ging seine eigenen Wege. Das was ich an Aufmerksamkeit von ihm bekommen habe war eigentlich selten positiv.


    Als z.b. meine Noten nach dem Tod meiner Mutter sehr schlecht wurden, bekam ich anstatt Hilfe nur gesagt ich sei faul und wenn ich weiter so faul wäre steckt er mich in ein Internat. Als übergewichtiges Kind wurde mir gesagt dicke Menschen wird niemals jemand mögen etc ....
    Dieses Muster hat sich eigentlich meine ganze Jungend durchgezogen. Vielleicht konnte er das auch nicht anders weil es in seiner Jugend ebenfalls so war. Herausgekommen ist in meinem Fall jemand der eigentlich kein echtes Selbstwertgefühl hat. Das ist eine Baustelle an der ich noch viel arbeiten muss (mit professioneller Unterstützung)

    Und so habe ich eigentlich immer um die Anerkennung meines Vaters gekämpft. Nach der Ausbildung mit 21 direkt den heimischen (und damals total verschuldeten) Betrieb übernommen. Jahrelang gebangt ob ich das Elternhaus halten kann und dann das Ruder erfolgreich herumgerissen. So habe ich gut 20 Jahre mit meinem Vater zusammen gearbeitet. Das was ich aber nie geschafft habe ist mich abzunabeln. Das ist mein Fehler und der fällt mir jetzt auf die Füße.

    Schwarzerkater, du hast geschrieben man fürchtet sich vor der eigenen Traurigkeit, das ist sehr treffend formuliert und trifft auf mich absolut zu.

  • Hallo Sohn83, gar nicht wenige von uns haben jetzt die gleichen Probleme, die du beschreibst. Es ist so, dass uns jetzt die alten (völlig unpassenden) Rollen schmerzlich bewusst werden. Sie hätten schon längst durch neue ersetzt werden müssen, aber aus Bequemlichkeit, Angst, Verpflichtungsgefühl (oder auch Nicht-bemerken) oder was auch immer haben wir es aufgeschoben. Das fällt uns auf die Füße, wenn die demente Person ihre Rolle nicht mehr ausfüllen KANN und wir unsere dann auch nicht.

    So müssen wir jetzt viele Dinge erledigen, um die wir uns lange nicht gekümmert haben. Und das ist verdammt schwer. Ich weiß das sehr gut!!! Man hat sich vorher z.B. nicht gegen eine unangenehme Behandlung gewehrt und jetzt ist es dafür zu spät.

    Meine dominante Mutter hätte sich im Traum nicht einfallen lassen, dass jemand über sie bestimmt und ich schon mal gar nicht, da war es völlig egal, welchen akademischen Grad ich vor meinem Namen trug.


    Sag dir einfach immer, dass du einen Platz für deinen Vater suchen MUSST, es bleibt dir ja gar nichts anderes übrig.


    Übrigens ist eben die Demenz nicht jeden Tag gleich schlimm oder fällt gleichermaßen auf. Noch jetzt ist es so, dass ich an manchen Tagen im Heim denke, dass meine Mutter doch noch recht gut drauf ist. Aber eins ist sicher: Es wird weiter bergab gehen, was aber gar nicht mal heißt, dass nicht noch recht nette Phasen kommen können. Wenn du vielleicht dann siehst, wie dein Vater zufriedener wird, weil er ganz im Augenblick lebt (und da gut betreut wird), profitierst auch du davon.


    Mir jedenfalls geht es mit meiner Mutter so. Sie wirkt dann viel zufriedener als je zuvor in ihrem Leben, wo sie sich um alles und jeden einen Kopf gemacht hat. Manchmal frage ich mich, ob man nicht zuweilen ein besseres Leben hätte, wenn man wieder wird wie ein Kind ....


    Du schaffst das auf jeden Fall. Ich bin sicher!

  • Hallo Sohn83,

    Das verstehe ich ebenfalls sehr gut. Durch die wechselnden Phasen kommen natürlich wieder Zweifel, das sind ja wirklich krasse Wechsel, die du beschreibst. Entscheidend sollte die Tendenz sein, so ist es "das Auf und Ab im Abwärts"..

    Und was du von deiner Jugend schreibst, macht verständlich, warum es schwer ist sich zu lösen und wie wichtig nun Anerkennung wäre. Von uns hier hast du diese sicher für deine umfassende Pflege und Sorge für deinen Vater. Wenn er dich nun teils für deinen Vater hält, ist es sicher ein Kompliment - er hat Vertrauen in deine Stärke.

    Schon interessant, wie wir alle mit unserer individuellen Vorgeschichte so kämpfen. Doch mit Unterstützung kann man wirklich noch viel für sich herausholen und zu mehr Zufriedenheit und Entspannung kommen.

    Als ich meine Mutter vor nun drei Jahren hier ins Pflegeheim brachte, habe ich noch ein ganz anderes Bild von ihr gehabt und unsere Beziehung war gestörter als nun. Dafür bin ich mittlerweile dankbar.

    Wie schwarzer Kater schon schreibt, wenn die Phase kommt, dass der dementen Mensch ganz im Moment lebt, kann es viel einfacher werden.

    Liebe Grüße

  • Hallo Sohn83,


    auch ich kann dich bestärken, das mit der Heimsuche nicht als Niederlage oder Versagen zu sehen. Es geht irgendwann nicht mehr anders, auch wenn man das nicht wahrhaben will.....aber was soll noch passieren? Willst du vor die Hunde gehen und dann hat dein Vater auch nichts davon, weil du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für ihn da sein kannst.
    Mit meiner Mutter war ich soweit und ich habe wirklich auf letzte Rille diesen Heimplatz gefunden, viel länger wäre das nicht gegangen.

    Gerade wenn man selber noch Vollzeit berufstätig ist und nebenbei ja auch noch ein eigenes Leben hat, muss man irgendwann auch an sich denken.

    Gut bei uns läuft es gerade auch wirklich super, aber auch als es nicht so gut im Heim anfing, habe ich verstanden, dass man so etwas auf Dauer nicht leisten kann.

    Lustigerweise machen mir jetzt gerade die Leute, die mir damals immer gesagt haben, dass ich meine Mutter verrotten lassen soll (O-Ton) Vorwürfe, dass ich sie ins Heim abgeschoben habe.

    Ja klar, redet sich leicht und diese Leute sind für mich mittlerweile irrelevant geworden. In solchen Situationen merkt man, wer es wirklich gut mit einem meint....


    Also ich kann dich nur bestärken, die Heimsuche zu forcieren und auch wenn es dann am Anfang holprig anfängt, besteht Hoffnung und ein gesundheitlich und psychisch stabiler Sohn ist für deinen Vater viel besser, als ein Sohn, der am Ende ist und nicht mehr ein noch aus weiß.


    VG

  • So viele Eurer Beiträge würde ich gerne "liken", aber leider ist das ja nicht mehr möglich, seit das Forum mal gestört wurde.

    Trifft jetzt grade aber auch wieder auf alle letzten Beiträge zu! Danke allen dafür.

  • Ich möchte mich für Eure tolle Unterstützung bedanken. Mir hilft das so viel weiter. Vielen Dank


    Ich bin da mittlerweile tatsächlich guter Hoffnung,

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sohn83, nur einen Gedanken möchte noch ich den wertvollen Beiträgen hinzufügen:

    Sie haben es geschafft, Ihr Vater hat Ihnen die Anerkennung gegeben, die er früher nicht geben konnte. Besonders deutlich wird es in der Verkennung, wie er Ihnen eindeutig zeigte, dass Sie jetzt für Ihn der Vater seien. Als ich diese Situation las, dachte ich: Da ist viel Stoff für eine echte Ver-söhn-ung, auch für die notwendige Entscheidung!
    Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Hr. Hamborg,


    danke für Ihre Worte.


    Wie siehts bei uns aus:

    Im Moment hatten wir wieder eine etwas bessere Phase. Nachdem er sich letzten Freitag noch sehr beschwert hatte weil er Samstags in die Tagespflege muss. Sein Wortlaut "Ich habe ja gar keine Freizeit mehr", hatte ich am Samstag schon etwas bedenken was mich beim abholen wieder erwarten würde. Aber wie es halt so ist mit der Demenz, es ist immer anders als man denkt und so hatte er einen schönen Tag. Auf er Heimfahrt hat er sogar ein wenig erzählt was sie gemacht haben.


    Auch der Sonntag war für unsere Verhältnisse recht entspannt. Erst gestern ist es dann wieder schleichend schwieriger geworden. Am abend wurde im Bayrischen Rundfunk eine Bürger - Talk- Sendung aus unserer örtlichen Stadthalle gesendet, das hatte mich und auch ihn eigentlich intressiert. Das war ein sehr großer Fehler, nach kurzer Zeit habe ich den TV ausgeschaltet weil er komplett verwirrt war. Da war wieder deutlich zu sehen das sein Geist bei Anstrengung richtiggehend abschaltet.

    Letzte Woche hatten wir das Gespräch mit dem medizinischen Dienst bzgl. meines Antrags auf Höherstufung. Die Dame am Telefon wollte gar nicht erst mit meinem Vater reden sondern hat direkt alles mit mir besprochen. Sie meinte die Demenz ist ja da und geht nicht mehr weg, die Daten hat sie vorliegen also warum meinen Vater damit belasten.
    Ich hoffe ich habe ihn nicht zu schlecht dargestellt, aber bei solch großen Schwankungen ist es wirklich schwierig mit der Antwort alles abzudecken.

    Das hat alles gut geklappt und sie meinte auch das es wahrscheinlich für Pflegestufe 4 reicht. Ich habe zwar noch keinen Bescheid aber da heute auf dem Konto Differenznachzahlungen von PG3 auf PG4 für Oktober/November eingegangen sind, dürfte die Sache klar sein.


    Auch die Pflegeüberprüfung/Beratungseinsatz hat sich am Montag kurzfristig gemeldet. Sie weiß das mein Vater Montags zu Hause ist und sie wäre gerade in der Gegend und falls es mir passt kommt sie gleich vorbei. Also haben wir das auch gleich noch erledigt. Da habe ich ein schönes Kompliment bekommen wie gut gepflegt mein Vater ist. Ich würde das machen als hätte ich es gelernt.

    Das hat mich sehr gefreut und auch stolz gemacht.
    Ich war dann aber auch so frei auf dieses Forum hier hinzuweisen. Weil ich neben der unbezahlbaren Unterstützung hier ganz einfach auch ganz viele Tipps rausziehen konnte. DAFÜR DANKE AN EUCH ALLE!

    Ich weiß noch das ich dieses Forum damals durch Zufall entdeckt habe, leider habe ich noch keine Werbung in Broschüren / Ratgebern etc.. für dieses Forum gefunden. Einseits ist es sehr schön das es hier etwas intimer zugeht, andererseits ist es natürlich Schade für all die, die allein mit der Situation zurecht kommen müssen und niemanden zum "reden" haben.


    Etwas was mir im Moment Sorgen bereitet. Er zupft / nestelt ständig im Gesicht herum, zupft Gesichtshaare aus, Popelt in der Nase, Pult im Mund an den Zähnen, kratzt am Kopf und im Gesicht, zupft Hautfetzchen weg, kratzt an Pickelchen.

    Dieses Verhalten ist (in dieser stärke) neu, mit ist klar das dass durchaus normal ist bei Demenz, aber das geht wirklich stundenlang manchmal bis er (leicht)blutet.


    Ich bin echt manchmal versucht im Wollhandschuhe anzuziehen.
    Ich habe einen Demenzmuff und eine Nesteldecke, die schaut er aber im Moment nicht an. Tipps was ich da machen könnte?

    Einmal editiert, zuletzt von Sohn83 ()

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