Wie geht es Euch? Thread IV

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  • Liebe Nelly,

    Es ist kräftezehrend sich immer wieder diesen Anschuldigungen und der Trauer bewusst auszusetzen, wie ich selbst so lange erlebt habe. Mein erstes Gefühl war, du kannst deiner Mutter nun nicht wirklich helfen. Sie ist verständlicherweise traurig, dass sie ihr altes Leben nicht mehr hat, vermisst ihren Mann, nicht weil er so toll war, denke ich, sondern weil er lange so gewohnt an ihrer Seite war. Ich möchte dich ermutigen, die Verantwortung dafür immer mehr abzugeben, das macht es auf Dauer schon leichter.

    Und in der Trauer um einen langjährigen Partner gibt es oft leider keinen Trost, wie ich sicher weiß, da könntest du dir ein Bein ausreißen ohne Erfolg, da geht leider nur aushalten, gelegentlich ablenken. Und genau letzteres ist ja im Heim sogar eher möglich als in der zuvor gewohnten Umgebung.

    Wie toll, dass deine Mutter nun für einen neuen Kontakt offen ist.

    Ich denke es ist nun ein guter Zeitpunkt, an dem du dich mehr zurückziehen kannst, vllt 1mal /Woche Besuch? Damit wäre deine Mutter eher gezwungen, sich auf die neue Umgebung einzulassen und wie du nun erlebt hast, ist sie nicht dauerhaft traurig , jedenfalls bei anderen. Das scheint mir ein guter Anfang. Vielleicht wird sie noch mit zunehmendem Vergessen eine gute Zeit dort haben.

    Ich wünsche es euch jedenfalls sehr.

    Liebe Grüße

  • Liebe Schwarzerkater, liebe Rose60,


    vielen lieben Dank für Eure Ratschläge, sie sind mir so wertvoll! Ich bewundere Euch auch dafür, dass Ihr sooo viel beantwortet, Ihr seid eine echte Instanz und Kompetenz hier. Ich denke auch oft beim Lesen der vielen Beiträge, darauf möchte ich antworten und hier und dort, aber ich bin noch so ausgelaugt, dass es bei den Gedanken bleibt.

    Im Grunde habe ich alles längst kapiert, und doch tappe ich immer wieder in die Falle und lande in einer Auseinandersetzung mit meiner Mutter. Gestern Abend die Freundlichkeit in Person, das erinnernd ging mein weiches Herz heute Morgen ans Telefon, als sie anrief: Die alte Diskussion, sie will nach Hause, was soll sie hier, hier ist sie ganz allein, niemand kümmert sich um sie etc. Ihr kennt das alles.

    Ich packe alle guten Argumente aus, bleibe ruhig, sie wird immer saurer bis ich die Nerven verliere und sage, ich lebe schon mein halbes Leben allein (falschfalschfalsch, ich weiß) - und sie legt einfach auf.

    Hiermit stimme ich in den gut besetzten Chor der Töchter von narzisstischen Müttern (und einer ebenso narzisstisch geprägten Schwester, ein Abbild meiner Mutter, ich fürchte ihr Altwerden ...). Die ganze Zeit dachte ich, ich muss hier nicht auch noch damit ankommen ... Ich bin mit dem Satz aufgewachsen: "Was hatten wir mit der X immer eine Last!" - Ich war schon mit drei oft im Krankenhaus. Später, wenn ich eine OP brauchte, und es waren zahlreiche, hat sie sich immer leid getan, dass sie jetzt wieder nicht schlafen kann ... Sie kennt das Wort Entschuldigung nicht, immer sind die anderen schuld, sie hat auch ihr ganzes Leben an meinem Vater herumgemeckert. Klar, jetzt schlägt ihre narzisstische Persönlichkeit noch viel heftiger durch, gekränkt, weil mein Vater sie hat "hocken lassen".

    Liebe Schwarzerkater, Du hast recht, am besten funktioniert noch, bei Besuchen einfach still da zu sitzen, und liebe Rose60, ja, es stimmt, man kann schon nicht-dementen Menschen bei Trauer kaum wirklich helfen, wie soll es dann bei Demenz gehen, wenn schonvom Gutgemeinten nichts ankommt.

    Ich bin ein geduldiger und auch recht gelassener Mensch, aber immer noch nicht geduldig und gelassen genug, um nicht immer wieder die gleichen Fehler zu machen ... Aber ich werde es schaffen, weil ich es schaffen will.

    Liebe Grüße!

    Nelly

  • Liebe Schwarzerkater,


    ich danke Dir sehr für Deine Antwort, es unterstützt mich in meinem Willen, es hinzukriegen.

    Ich habe vor vielen vielen Jahren damit abgeschlossen, mit meiner Mutter etwas zu klären, ihr etwas zu erklären, sie hat schon immer sofort angefangen zu weinen, ihr Thema. Ich will es auch jetzt nicht mehr, finde es nur sehr erstaunlich, was und wie viele "alte" Dinge, die ich abgehakt hatte, wieder hochkommen. Was die Veränderung der Eltern so alles auslöst ... Schon auch sehr interessant. Tröstlich ist es ein wenig, zu wissen, dass sie alles vergisst - auch dass sie vor fünf Minuten wütend aufgelegt hat und wieder anruft. Umgehen mit der berühmten Wundertüte, das ist die Übung schlechthin, Gruß an Sohn83 :)


    Ich bin gut im Anderen-Verzeihen, mit mir selbst muss ich tatsächlich noch mehr Nachsicht üben. Wenn ich von ihr wegfahre, fühle ich mich immer wie Stecker gezogen, da braucht es tatsächlich, wie Du schreibst, einen Plan. Im Kino abtauchen ist gut. Das mit Deinem Rockkonzert-Besuch fand ich auch toll!


    Liebe Grüße und man kann es nicht oft genug sagen, danke für diese Gemeinschaft hier!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Nelly, schön zu lesen, wie Sie sich mit der Unterstützung von Rose60 und Schwarzerkater immer mehr ein kleines Stück abgrenzen und sich nicht mehr so oft verführen lassen, in die alten Muster zu rutschen.

    Sie wissen, dass Sie der Trigger sind und damit ist doch (eigentlich) klar, dass Sie sofort die alte Muster abbrechen dürfen auch weil Sie wissen, dass sich Ihre Mutter Zuwendung im Heim holen kann, sonst hat Ihr Vater dies ja verhindern wollen.

    Dieser Weg geht mal 2 oder 3 Schritt vor und wieder zurück, bitte haben Sie Geduld mit sich!

    Ihr Martin Hamborg

  • Hallo in die Runde


    Ich habe etwas, was im Angesicht anderer Probleme vielleicht eher nicht so groß ist, aber es belastet mich doch.


    Es geht ums Putzen bei meiner lieben Mama. Meine Mama hat eine gewisse Grundordnung, Sauberkeit, aber es geht ihr manches auch durch. Ich nehme an aus Mangel an Interesse, weil sie manches halt weniger gern macht, was sie auch selbst sagt oder weil sie es vergisst.

    Sie sagt auch manchmal, was sie machen will, macht es dann aber nicht, auch über Wochen nicht.

    Ich habe mir jetzt angewöhnt, dass ein oder andere so spielerisch nebenbei zu machen, wie mal im Kühlschrank, die Schubladen sauber zu machen oder mal die Toilette, so nebenbei. Alle zwei Wochen mache ich fest etwas, wie Dusche und Bad, auch mal eine Bodenfläche wischen.

    Ich merke aber, dass sie es doch pikiert, wenn ich im Kühlschrank ect. mal was mache.

    Ich habe ihr auch in Gesprächen, die wir mal führen, gesagt, dass ich ihre Wohnung als sehr gepflegt ansehe, ich mich hier wohl fühle, was auch stimmt. Ich wollte ihr auch nur das abnehmen, was sie weniger gern macht und was sie nicht so gut mehr kann oder regelmäßiger vergisst. Ich habe ihr auch offen gesagt, dass das natürlich ein saublödes Gefühl für sie sein muss, was sie mir bestätigt hat. Ich habe ihr dann nochmal versichert, wie ordentlich sie in einigen Bereichen ist.

    Ich werde versuchen, hier weiter meinen Stil zu verfolgen, so dass sie sich wirklich dran gewöhnt, dass ich auch den Anfängen währen will. Wenn die Schalen im Kühlschrank leer sind, dann ergreife ich schon mal alle paar Wochen die Initiative und mache sie mal sauber. Bei anderen Sachen ist es ähnlich.

    Mich belastet dann einfach, dass sie denkt, sie wäre nicht sauber genug. Jeder hat auch im Haushalt seine blinden Flecken, das ist doch klar.

    Ich versuche ihr immer ein gutes Gefühl zu geben, lobe ihren Dekostil usw. Und das meine ich auch ehrlich.

    Es ist eine blöde Situation. Und ich hoffe, das spielt sich noch ein.


    Aufgefallen ist mir auch etwas, was mich mehr besorgt. Sie vermisst dann Sachen, meint die seien kaputt, weil der und der sie kapautt gemacht hätte. Will ich ihr Ersatz bringen, dann hat sie noch reichlich davon. Das ist neu.


    Danke fürs zuhören. Mir tut es schon gut, das mal so niederzuschreiben. :)

  • Hallo Teuteburger,


    ich kann dich sehr gut verstehen. Das du gegenüber deiner Mama auch so betonst wie sauber es doch bei ihr ist zeigt das dass ein sensibles Thema bei ihr ist. Ich nehme also einfach mal an deine Mama ist vom Typ her jemand der Stolz auf ihre Ordnung und Sauberkeit ihrer Wohnung ist? So war meine Mutter nämlich auch.


    Würde deine Mama vielleicht ein direktes Hilfsangebot deinerseits annehmen? Es hört sich für mich ja so an als könne sie sich noch aktiv beteiligen. Also so z.b. Mama hast du Lust das wir heute zusammen z.b. den Kühlschrank sauber machen. Für einen allein ist das so viel Arbeit, oder so anstrengend.


    Mein Papa hätte sich früher (vor seinem Herzanfall) niemals von mir z.b. beim anziehen helfen lassen. Mit dem Argument "ich helfe dir weil das so angstrengend ist" kam ich danach aber immer gut durch. Ich habe das Gefühl es kommt anders an als "Ich helfe dir weil du das nicht mehr kannst" oder "ich helfe dir weil du das nicht mehr richtig machst" u.ä.

  • Hallo in die Runde


    Ich habe mir jetzt angewöhnt, dass ein oder andere so spielerisch nebenbei zu machen, wie mal im Kühlschrank, die Schubladen sauber zu machen oder mal die Toilette, so nebenbei. Alle zwei Wochen mache ich fest etwas, wie Dusche und Bad, auch mal eine Bodenfläche wischen.

    Ich merke aber, dass sie es doch pikiert, wenn ich im Kühlschrank ect. mal was mache.

    Hallo Teutoburger,

    Meine Frau wechselt vierzehntäglich die Bettwäsche bei ihren Eltern und jedes Mal, so auch diesen Morgen, protestiert ihre Mutter dagegen.

    Originalton heute morgen :

    Mutter: „Die Bettwäsche ist doch gar nicht schmutzig!“

    Tochter: „Den Schmutz sieht man doch gar nicht. Da sammeln sich jede Nacht Schweiß und Hautpartikel.“

    Mutter: „So oft haben wir doch gar nicht darin geschlafen!“

    Tochter: „Ihr habt vierzehn Tage jede Nacht darin geschlafen.“

    Mutter: „Nein, manchmal habe ich auch auf dem Boden geschlafen!“ (?!?)

    Tochter: „Das ist doch Quatsch! Du hast jede Nacht im Bett geschlafen.“
    Die Tochter wechselt die Bettwäsche, Mutter zieht beleidigt ab. (Ich komme hinzu und packe mit an.)

    Unsere Meinung (von meiner Frau und mir): Früher, als die Mutter noch körperlich und geistig fit war, hat sie die Bettwäsche spätestens alle 14 Tage gewechselt. Wir meinen: Ihr gesunder Wille von damals plus die allgemeinen Anforderungen der Hygiene wiegen schwerer als ihr dementer Wille von heute.


    LG Buchenberg

  • Warum, weiß ich nicht. Aber ich habe grade in meinen Aufzeichnungen eigentlich für mich etwas aufgeschrieben, was ich nun einfach mit Euch teilen will:

    Ab ca. 15:30 hat mich heute Mutter für eine Stunde ans Telefon gefesselt. Und wieder kam ich doch in Zweifel, wie sie beisammen ist. So erzählte sie mir – als sie überlegt hatte, wie sie eigentlich den Tag rumbringt – dass sie ja immer noch selbst kochen kann und mit dem Herd zurecht kommt. Veranschaulichte das dadurch, dass sie beschrieb, wie sie am Herd stehen muss, damit sie das richtige Berührfeld erreicht, mit dem sie die Heizfelder anschalten kann.

    Dagegen wusste sie nur, dass sie zu Mittag gegessen hatte, aber nicht mehr was. Und er im weiteren längeren Gesprächsverlauf fiel ihr ein, dass ja M. etwas gebracht hatte, aber was, fiel ihr immer noch nicht ein.

    Aber ich habe doch auch die Aussage von E., dass P. täglich etwas bringt (wenn M. was bringt, scheint das in Absprache zu geschehen) und sich oft sogar dazu setzt.
    Es sind immer wieder die tausend Kleinigkeiten, die dann fast an der Demenz und ihrem Fortschritt zweifeln lassen, obwohl im Demenzforum ja auch die ständigen Schwankungen des Zustands beschrieben werden – tagesformabhängig, ja sogar stündlich wechselnd, also tatsächlich so, wie ich es auch erlebe. Und warum soll sie nicht überzeugt sein, dass sie wirklich noch selbst kocht und es kann?

    Sie war ja auch überzeugt, dass sie die Treppe zum Speicher noch bewältigen kann – heute zweifelte sie das zum ersten Mal mir gegenüber von sich aus an. Kann aber durchaus sein, dass sie es morgen schon wieder für möglich hält. Das ist es, was den Umgang mit der Demenz so schwierig macht:
    es gibt keinen Zustand, keine Betrachtung, kein Erkennen, auf das man sich verlassen kann. Nicht: es war gestern so, also wird es heute, morgen… auch so sein, sondern: es ist viel besser als gestern oder: es ist viel schlimmer als gestern.

    Nichts gilt über den Moment hinaus. Drum wiederholen sich ja auch Themen und gerade in den letzten Tagen ist es mir mehrmals passiert, dass ich bei Themawiederholung (aber nicht Wiederholung einer bestimmten Frage) auf den Inhalt abhob, den wir vor zwei Minuten schon gesprochen hatten – aber da war nichts mehr davon für sie abrufbar.

  • Liebe Teuteburger, ich glaube, du gehst da sensibel genug heran und tust, was du kannst und gibst wirklich alles.

    Hallo schwarzerkater,

    es ist schön, dass du Teuteburger Unterstützung gibst.

    Meine Erzählung vom Bettwäschewechsel unterstützt - recht verstanden – Teutoburger ebenfalls:
    Sie macht ja das gleiche wie meine Frau und ich: Im Demenzhaushalt für die nötige Sauberkeit sorgen. Nur macht sie das mit Skrupel, wir mit gutem Gewissen. Wir haben es daher leichter als sie. ;)
    LG an beide!
    Buchenberg

  • Ich danke Euch, für Eure psychische Unterstützung und Hilfestellung.


    sohn,


    das, was Du schreibst, dass war auch mein Gedanke. Danke dafür. Ich wollte etwas fest machen, wo sie noch mithelfen kann, alle zwei Wochen. Das hat auch schon mal funktioniert. Aber das dürfte nicht immer so gehen. Versuchen werde ich es aber weiter. Ja, meine Mama ist froh mit ihrer Wohnung, in der sie alleine schalten und walten kann und keinem Rechenschaft schuldig ist, wie etwas gemacht werden soll. Sie lebt sogar gerne alleine. Das hat Vorteile. Der Nachteil ist, dass sie nur schwer etwas annehmen kann. Aber ich versuche es weiter.


    Buchenberg,


    Dein Bericht hilft mir. ich muss wieder verstehen lernen, dass es wieder einmal zu normalen demenzialen Auseinandersetzungen kommen wird, die leider wieder zu einem Teil in meinem Leben werden. Ich bin da wirklich wieder mal hin- und hergerissen, was und wie ich das dann angehe. Das Pickiert sein trifft mich noch, bis ich wahrscheinlich wieder eine gewisse Routine habe. Danke nochmal für den anschaulichen Bericht.


    schwarzerkater,


    Genau das ist der Punkt, jeder hat so seine eigenen Bereiche, wo man Hilfe akzeptieren kann oder auch nicht. Ich lese hier immer mit und jedes Mal stelle ich fest, wie viele Belastungen man zusätzlich noch hat. Das geht mir leider auch so, zur Zeit mal wieder.

    Ich komme manchmal kaum mehr zur Ruhe und hoffe einfach, dass es sich im Laufe der Zeit einspielen wird.


    Liebe Grüße an alle :)

  • Hallo Teutoburger,

    Der Widerstand der Schwiegermutter richtet sich allein und vor allem dagegen, dass ihre Tochter etwas besser kann oder besser weiss als sie - oder auch nur etwas anderes will als sie. Jede Woche kommt auch eine Haushaltshilfe, die über den "Entlastungsbeitrag" von der Pflegekasse bezahlt wird (schon ab Pflegegrad 1). Gegen deren Putzen und Hilfeleistung hat Schwiegermutter nichts einzuwenden.

    Gruß Buchenberg

  • Danke, Buchenberg,


    so wie Du das schreibst, lese ich heraus, wie unterschiedlich die demenzialen Charaktere wieder mal sein können. Es gibt verschiedene Gründe für den Widerstand, wie es scheint.


    Das mit der Haushaltshilfe ist interessant. Das geht bei manchen ja auch gar nicht oder halt mit Widerstand ect.


    Ich hoffe, dass das eines Tages auch gut angenommen wird.


    Grüße :)

  • Hallo ihr lieben,


    heute habe ich ein richtiges hoch, auch das möchte ich mal hier teilen.

    Bei meinem Papa hat sich die Situation deutlich gebessert. Die Verstopfung ist mittlerweile unter Kontrolle. Seitdem geht es ihm sehr deutlich besser. Klar haben wir mal schlechtere Tage aber insgesamt kein Vergleich zu den letzten Monaten. Als ich heute nach der Arbeit ihm Heim angekommen bin hat mich auf dem Flur gleich mal ein Pfleger (er und mein Papa verstehen sich sehr gut) zur Seite genommen. Heute Mittag bei der Übergabe wurde mein Papa extra mit einem Vermerkt angesprochen.


    " Herr X war den ganzen Vormittag geistig extrem klar, gesprächig und hat mit Begeisterung am Programm teilgenommen. Er hat viel erzählt und ganz vernüftige Gespräche geführt".


    Das hat mich so gefreut. Genau so habe ich meinen Papa heute auch vorgefunden. Gut gelaunt, gesprächig und relativ klar und mit dem Rollator sehr mobil. Ich musste richtig aufpassen seinen schnellen Schritten im Heimflur zu folgen. Als ich ihn fragte wie es ihm heute geht erzählte er mir "Ich fühle mich wohl und bin rundum glücklich".


    Ich weiß es kommen auch andere Tage, aber mir war das heute wichtig auch positives hier zu teilen.

  • Vielen Dank, lieber Sohn83, da freuen wir uns doch alle mit (behaupte ich mal.., ich jedenfalls). Es zeigt wie so oft, dass sich die alten Herrschaften durch den geregelten Ablauf u.v.m. nochmal stabilisieren können und der Heimaufenthalt eben NICHT der Untergang grundsätzlich ist.

    Herzliche Grüße

  • Hallo, auch ich freue mich mit, auch wenn ich derzeit eher weniger schreibe und auch kaum auf Eure Anliegen eingehen kann.

    Aber diese Entwicklung klingt echt sehr gut.

  • Danke Euch. Mich hat es auch so gefreut und ich glaube es ist auch wichtig das wir hier das positive Teilen.


    Ich hoffe jetzt das es nicht nur ein Strohfeuer war ;) und mich morgen gleich wieder das absolute Gegenteil erwartet ....


    Heute hat mein Neffe Geburtstag und Freitag habe ich abends einen Termin. Ich werde diese Woche also nicht täglich bei meinem Papa sein. Ich bin gespannt wie das funktioniert und möchte mich baldmöglichst auf 3-5 Besuche pro Woche reduzieren.

  • Ich werde diese Woche also nicht täglich bei meinem Papa sein. Ich bin gespannt wie das funktioniert

    Hallo Sohn83, wir sind anfangs auch täglich hingegangen. Jetzt sind wir nur zweimal die Woche dort (mit Ausnahme von Urlaubsreisen). Meine Mutter braucht das aber persönlich nicht - sie vermisst uns nicht, da sie im Augenblick lebt und wir sie eher stressen (was sie uns aus Höflichkeit nicht sagt). Aber die Zweimal-Besuche behalten wir i.d.R. bei, denn die Pflegerinnen freuen sich immer über unser Kommen und so können wir immer schauen, ob etwas fehlt und bleiben "im Gespräch".


    Bei deinem Papa wird das ganz sicher ähnlich werden. Anfangs kann es schon ab und zu noch kleine Problemchen geben, aber so wie du es beschreibst, fühlt sich dein Papa dort wohl und er wird dann sogar nochmal (auf seiner neuen Ebene) richtig aufblühen. Super! Ich freu mich für euch.

  • Hallo Sohn,


    ich bin zwar spät dran, möchte Dir aber trotzdem schreiben, wie sehr es mich für Dich freut, dass es auch die besseren Tage gibt. Die Aussage des Papas, macht Hoffnung. :)


    Bei mir hat es heute auch besser geklappt. War ein entspannter Tag, zumindest bei meiner Mama, dem gerne noch weitere folgen dürfen.


    Liebe Grüße an alle

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sohn, auch ich freue mich mit Ihnen, dass Sie miterleben durften, was noch alles in Ihrem Vater steckt! Er hat Ihnen damit hoffentlich jedes schlechte Gewissen genommen. Es kann sein, dass sich diese klaren Momente häufen werden und es ist ein gutes Zeichen, wie sehr sie im Heim "gefeiert" werden!

    Natürlich wissen Sie, dass es auch wieder andere Momente geben wird. Bitte seien Sie dann nicht zu sehr ent-täuscht. Möglicherweise findet sich dann auch wieder ein Weg, so wie jetzt mit dem Management der Obstipation.

    Ihr Martin Hamborg

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