Wie geht es Euch? Thread IV

  • Guten Morgen an Alle ,


    sonnenblümchen: danke für Deine Zeilen und die vielen Herzchen :-). Es freut mich, wenn ich mit meinen verzweifelten Sätzen, die ich mir hier von der Seele schreiben darf, wenigstens doch etwas bewirken kann...lieben Dank.

    Du hast natürlich recht: auch wenn der Raum so groß wie etwa ein Klassenzimmer war, waren es auch so viele Menschen wie in einem Klassenzimmer....und da ist es zu dritt unter einem Weihnachtsbaum oder im Einzelzimmer auf der Station sicher viel sicherer.....aber es gibt halt auch so viele unvernünftige Leut ;) .....das Konzept der einzelnen Heime ....hängt wohl auch sehr oft vom vorhandenen Personal ab...es müßte mich ja jeweils eine Pflegekraft durch das ganze Haus zum Zimmer meines Vaters führen.....das dauert länger als wenn alle Besucher sich in einem Raum aufhalten (müssen).


    liebe Grüße.....Nerven behalten :)

  • Hallo,an alle,liebe Hanne,diese Besuche im Heim sind natürlich eine Katastrophe,aber trotzdem,wir können sie ja nicht alleine lassen,dein Vater hat sich ja wahrscheinlich so sehr gefreut.Deine Mutter natürlich auch.Sehen sich deine Eltern eigentlich im Heim ?Könnten sie sich nicht auch besuchen oder ist das nicht mehr möglich? Das mit dem Essen ist natürlich sehr unhygienisch,geht überhaupt nicht.Aber es ist mir auch so bekannt ,dieses Thema.Es ist wie mit Kindern,jedes Mal,wenn ich kam ,sagte meine Mutter,hast du mir was mitgebracht,sie wollte immer eine Gehacktessemmel.Nun ja,solange dass auf dem Zimmer ist,geht es ja vielleicht auch,aber unter den derzeitigen Umständen sollte man alles sein lassen.Bei uns ist ja nun alles zu kein Besuch mehr möglich.Aber ,es gibt auch eine gute Nachricht,ich darf die Quarantäne verlassen.Ich habe mich heute gefreut wie ein Schneekönig.Nun wird alles wieder gut.? Ich weiß nicht,wer von euch meine Nachricht nun bekommen wird,bin hier noch vollkommen überfordert mit der Technik.Bleibt gesund Rosina

  • Hallo Rosina,

    das ist schön, dass Du aus Quarantäne raus darfst...es wird bestimmt wieder....toi toi toi...

    Das stimmt, was Du schreibst: wir können und dürfen sie nicht alleine lassen, auch wenn die Besuchumstände nicht gut sind.


    Meine Eltern erkennen sich gegenseitig schon lange nicht mehr und wenn sie es würden, gibt es gleich einen Streit. Deshalb ist untereinander kein Besuch möglich und auch nicht nötig.

    Die Vorschrift in dem Heim, dass nichts gemeinsam gegessen werden soll, wurde deshalb gemacht, weil ja dann die Leute ohne Maske dasitzen...dasselbe Problem wie vor Imbissständen :-).....abgeben darf man natürlich was und wird dann auf die Station zu den Bewohnern gebracht.


    Du beherrscht die Technik hier im Forum vollkommen: ich kann alles lesen und Du kannst auch alles lesen..also: alles gut :)


    liebe Grüße

    Hanne

  • Hallo,Sonnenblümchen,ich habe jetzt lange versucht,deinen Eintrag auf meiner Pinnwand zu finden.Ist aber keiner da,wobei hier noch steht ein ungelesener Eintrag,ich weiß aber nicht,wo der ist.Vielleicht finde ich ihn ja noch.Du hast ja deine Mama auch im Heim und ich glaube,du erholst dich jetzt etwas. Das ist gut so,deine Mama nimmt das Heim doch auch ganz gut an,glaube ich oder?So nun wünsche ich dir noch ei schönes Fest.Bleib gesund.

  • Hallo,noch einmal an Rose,Sonnenblümchen und Teuteburger,Habe hier zu tun,auf der Pinnwand steht nichts,aber es war nicht so geheim,wenn ihr es gelesen habt,ist es ok.Ja,ich glaube,wir haben es bald geschafft und sind nicht mit schweren Verläufen gestraft worden.

    Ich

  • Hallo,Sonnenblümchen,da drücke ich dir mal ganz sehr die Daumen.Das ist schon wirklich eine schlimme Sache.Hoffentlich hört das bald auf.Man denkt nur noch Corona,Corona und dann die vollen Krankenhäuser,keiner kann richtig helfen,seht bloß zu,dass ihr es nicht bekommt.Frohe Weihnachten,Rosina

  • Hallo in die Runde,


    Hanne,


    dein Besuch hat wirklich alle Facetten der Coronasituationen in Altenheimen aufgezeigt - Personalmangel - kaum Zeit für den Angehörigen haben, wenn man da ist - gehen müssen, wenn man gerade einen Zugang aufgebaut hat und dann auch das Verhalten der Angehörigen in Sachen Essen mitbringen.

    Aber mal ehrlich, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, auch in Heimen werden Sachen aus Läden ect. nicht alle desinfitiziert. Ich mache das vorab schon, bevor ich etwas ins Heim bringe. Oftmals ist zum Abendessen nicht das da, was meine Schwiegermama essen würde. Ich übergebe das dann etikettiert aber zuerst dem Pflegepersonal. Und auch die Pflegekräfte müssen bei Schwerhörigen und Hörgereäteverweigerern nahe an deren Ohr laut sprechen ect. Es geht sonst nicht.

    Jeder tut aber sein Bestes. Wenn ich von dir und von Bayern lese, dann merke ich, wie gut wir es noch haben und ich hoffe, dass das so bleibt. Für die Heime ist das definitiv ein russisches Roulette. Ab nächste Woche, sollen bei uns alle Heimbewohner einen Coronaschnelltest in der Woche bekommen. Das wird bei meiner Schwiegermama nicht einfach werden, dass weiß ich jetzt schon. Vor allem in der Nase, das will sie nicht haben. Ich hoffe, man ist hier human zu ihr. Ich werde das auch extra noch einmal ansprechen.


    Ich hoffe, dass die Impfungen bald stattfinden, denn so, wie du deinen Vater und deine Mama beschrieben hast, würde Euch allen etwas mehr Zeit gut tun.:)



    Rosina,


    es stimmt mich hoffnungsvoll zu lesen, dass es dir inzwischen besser geht und auch das deine Mama nicht schwer betroffen zu sein scheint.:)


    Rose


    es freut mich zu lesen, dass deine Schwiegermama beim letzten Besuch besser drauf gewesen ist und dass sie das Weihnachtsfest im Heim nicht als schlecht empfindet, zumindest vorerst mal. Deine Mama und meine Schwiegermama haben ja einige Parallelen und somit hoffe ich auch jetzt mal das Beste. :thumbup:


    sonnenblümchen


    ja die Nudeln und die Sorgen. :) Ich neige auch zu den Sorgen. Wenn ich eine Lösung finde, bin ich aber immer etwas besser gelaunt. Das funktioniert aber nicht immer direkt und wunschgemäß, weil auch andere da mit reinwirken.


    An alle:


    Meine Schwiegermama ist definitiv munterer. Jeder, mein Mann und meine Seniorenbetreuerin, hat so ihre Dramen mit ihr erlebt. Mein Mann am Sonntag wohl übel und meine Seniorenbetreuerin am Montag auch. Beide haben beim Spazierengehen mit ihr richtige Szenen erlebt und waren dann auch erstmal fertig. Ich hingegen hatte gestern Glück gehabt.

    Eine positive Beobachtung von mir ist gewesen, dass sie sich im Gemeinschaftsraum mit anderen unterhält, obwohl sie gar nichts versteht. Wir wollen ihre Ohren mit einem Mittel aus der Apotheke mal reinigen, wenn sie das zulassen kann. Ein Ohrenarzt hat keine Zeit für ins Heim zu kommen.

    Am Mittwoch war es sogar so gewesen, dass sie mit dem Rücken zu mir gesessen hat, als ich kam. Man wollte sie dann mit dem Rollstuhl zu mir fahren. Sie hat sich mit Händen und Füßen gewehrt, weil sie zwischen zwei Damen gesessen hat und sie offensichtlich einiges erzählt hat. Ich habe mich dann in ihrem Zimmer mit ihrer Wäsche beschäftigt. Anschließend habe ich einen Pfleger gefragt, ob dieser mir meine Schwiegermama bringen kann. Aber sie hat sich wieder gewehrt. Sie kann sich durchsetzen, konnte sie schon immer. Obwohl er laut zu ihr gesagt hat, sie hätte Besuch, hat sie das nicht gehört. Wenn meine Schwiegermutter etwas nicht will, dann hört sie noch schlechter als sonst. Ich habe dem Pfleger dann Zeichen gegeben, er solle sie lassen wo sie ist und ich bin dann gegangen. Das fand ich mal richtig gut. Ich konnte dann meine Sachen in Ruhe erledigen und bin dann zu meiner Mama gefahren.

    Es hat aber auch gestern und vorgestern eine etwas brenzlige Abschiedsszene gegeben, aber ich habe sie jedes Mal in den Aufenthaltsraum bringen lassen und sie hat sich dann auch schnell beruhigt. Das gibt mir, vorsichtig gesprochen, einen Hauch von Hoffnung.


    Von der Ärztin habe ich aber gehört, sie macht die Nacht oftmals zum Tage, zerrupft sich weiter die Inkontinenzartikel. Aber in den letzten Tagen, hat sie in meiner Anwesenheit hier nichts gemacht. Aber im Aufenthaltsraum, wenn sie sich langweilt, dann kommt das wieder auf. Gestern hat sie dann auch ihren Pullover dort ausgezogen. Wenigstens hat sie ein Unterhemd angehabt, sonst hätte sie nackt da gesessen.


    Zudem verweigert sie auch im Heim, wie auch zu Hause, wichtige Behandlungen und mal lässt sie das zu. Vorgestern wäre sie fast ins Krankenhaus gekommen, weil sich die offenen Stellen am Bein entzündet haben. Sie bekommt jetzt Antibiotika, dass sie aber weiterhin recht abenteuerlich einnimmt. Aber man versucht, dass sie zumindest die Einnahme nicht unterbricht über den Tag verteilt. Das Bein ist jetzt schon besser geworden, so dass man vom Krankenhaus absehen kann. Aber, die ganzen Medikamente schlagen ihr auch auf den Magen. Sie ist noch dünner als sie es schon zu Hause gewesen ist. Man sieht den Unterschied deutlich. Sie isst mal ganz gut, aber oftmals auch nicht. Hochkaloriennahrung verweigert sie, trotz ihres Lieblingsgeschmacks weiterhin hartnäckig. Und das Heim bemüht sich wirklich, ihr so gut es geht zu helfen in Sachen Essen. Und das Essen ist wirklich nicht schlecht. Es gibt immer Vorsuppen, die sie auch gerne isst, aber oftmals dann doch nicht viel. Man kann sich das Hauptgericht auch pürrieren lassen. Das will sie aber auch nicht. Und wie gesagt, Lieblingswurst und Käse besorge ich auch, aber es nützt halt nicht viel. Sie hat ihren eigenen Kopf oder halt Magenprobleme.


    Liebe Grüße an alle

  • Rosina: die Antwort an dich findest du auf MEINER Pinwand;)


    Teuteburger: ich halte es auch für ein gutes Zeichen, wenn das Gespräch mit Mitbewohnern wichtiger wird als dein Besuch.

    Bei mir ist es meine eigene Mutter im Heim, nicht die schwi.mu., die lebt leider nicht mehr.


    sonnenblümchen: alles Gute für deine Tochter. Die jungen Leute sind ja meist widerstandsfähiger..


    Liebe Grüße

    Rose60

  • Guten Abend in die Runde,


    sonnenblümchen: es freut mich, dass es für Deine Tochter gut ausgegangen ist.



    @Alle:

    Man muß offenbar mit allem rechnen...

    ...die beiden Tests sagen ja nur aus, dass man zu dem Testzeitpunkt ansteckendend für andere ist.....ob man Corona mit mildem Verlauf oder unbemerkt hat(te), ist wieder eine andere Frage...


    Ich habe jetzt für mich zu meinem eigenen Schutz beschlossen, nirgends wo mehr hinzugehen, wo ich Menschen begegnen muß unter einem Abstand von 2 m...Einkaufen werde ich notgedrungen, aber nur noch alle 2 Wochen und nur Lebensmittel und mit Einkaufszettel schnell durch den Laden.


    Da ich auf dem Land lebe, kann ich das ganz gut so für mich handhaben.

    Spaziergänge und Wanderungen im Wald sind hier auch gut möglich, ohne jemanden zu begegnen. Die Zuwegung zu meiner Wohnung ist schmal und Nachbarn weichen nicht immer aus, denken wohl: man kennt sich ja....Deshalb trage ich auch hier auf dem Weg zu meiner Wohnung seit etlichen Tagen eine FFP2 Maske....die gucken dann zwar komisch....also ich lass sie gucken...ich habe jetzt immer so eine Maske in meiner Anorak-Tasche, die ich dann schnell bei Bedarf aufsetzen kann.


    Meinen Eltern werde ich noch Weihnachtskarten schicken mit der Post und hoffe, dass sie Ihnen von den Pflegekräften/Betreuungskräften vorgelesen werden...es ist auch da nur ganz wenig Text sinnvoll...also maximal 2 kurze Sätze....


    und dann hoffe ich, dass diese ganze Weihnachszeit schnell vorbei geht....so wie im Sommer ständig nur über Urlaub geredet und berichtet wurde...ich kann es bald nicht mehr hören....es ist und bleibt unvernünftig, über Weihnachten die Regelungen zu lockern...sogar in Italien bekommen die das hin, dass zu Weihnachten nicht durch das ganze Land gereist werden darf und dort haben die Familientreffs zu Weihnachten eine viel größere Bedeutung als bei uns.


    Allen eine gute Zeit

    und liebe Grüße

  • Sonnenblümchen,


    das freut auch mich, dass deine Tochter negativ getestet worden ist. Ich habe tatsächlich im Eifer des Gefechts vergessen, dir etwas dazu zu schreiben. Dafür jetzt.:)


    Liebe Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von Teuteburger ()

  • Hallo in die Runde


    Ich habe heute im Heim angerufen, weil ihr Bein gestern nicht gut ausgesehen hat. Es hat sehr genässt. Heute hat man das Bein wieder gewickelt und ich hoffe es wird besser, wenn sie das mal regelmäßig zulassen würde.


    Aber eine ganz andere Sache finde ich bedenklich. Mehrmals haben mir Pflegekräfte berichtet, dass sie bei der Pflege auch öfters das Personal zwickt oder schlägt und dann lacht.

    Und diejenigen, die mir das berichtet haben, sind meine beiden Lieblingspfleger, sanfte, empathische Personen, die sich wirklich bemühen, es richtig und angenehm für sie zu machen. Ich habe hin und wieder mit ihnen gearbeitet, wenn gerade keine zweite Person dagewesen ist. Und sie suchen auch mit mir immer das Gespräch, wenn ich da bin.


    Also das ist wirklich ein Ding, muss ich sagen. Und lustig finde ich das auch nicht. Meine Schwiegermama äußert sich oftmals beim Pflegepersonal nicht, wenn ihr etwas nicht passt, weil sie dann Angst vor einer weiteren schlechten Behandlung hat. Zumindest sagt sie das so. Das hat sie auch im Krankenhaus zu mir gesagt, wenn ich einen Missstand bemerkt habe. Aber wenn dann das Personal bei ihr ist und ich sitze vor dem Zimmer, dann höre ich schon, wie sie sich beschwert, wenn ihr etwas nicht passt und dass sie aber hinterher sich bedankt und froh ist, wenn man ihr aus der verschissenen Windel oder auf die Toilette geholfen hat. Es ist schwierig hier etwas Gescheites zusammenzubekommen.


    Diese verletzende Seite, die sie hier an den Tag legt, die eine Pflegerin hat sie ins Gesicht geschlagen, ist für mich befremdlich.

    Bei einem der Pfleger, könnte ich es verstehen, dass sie sich so verhält, denn der ist eher für die Pflege an Demenzkranken nicht geeignet. Aber ansonsten ist das Personal in Ordnung und nicht grob. Das hat mir auch die Seniorenbetreuerin bestätigt, die hier einiges schon mitbekommen hat. Man hat sie nicht gesehen und nicht bemerkt und sie hat die Pflege mitbekommen. Alles gut. Sie ist ja selbst vom Fach.


    Diese Seite von meiner Schwiegermama, zeigt mir wieder, dass es zu Hause keinesfalls funktionieren würde.


    Aber was kann das denn sein: Sich unverstanden fühlen? Oder ist es ihr Ausdruck, dass sie diejenigen im Grunde bestrafen will, die ihr die Beine wickeln und die ihr bei der Pflege helfen, denn das war ja nie ihr Ding gewesen. Sie sind schuld, dass es ihr jetzt so geht? Oder sie machen etwas, was sie ja gar nicht nötig hat?


    Liebe Grüße an alle

  • Liebe Teuteburger,


    das Problem der Aggressivität kannte ich auch von meiner Mutter. Sie war als Geschäftsfrau tätig und hatte in ihrem Berufsleben viel Kundenkontakt, mit denen sie auch gut zurecht kam. Es gab immer viel Lob, wie gut meine Mutter sie beraten hatte und wie freundlich sie ist.

    Als nun die Demenz fortschritt und ich sie nach dem Tod meines Vaters an meinen Wohnort in ein Pflegeheim holte, war ich auch sehr erstaunt, als sie zunächst mit den anderen Bewohnerinnen und dann auch mit dem Pflegepersonal häufig stritt. Das steigerte sich nach und nach, so dass sie z.B. im Gemeinschaftsraum an einen "Katzentisch" gesetzt werden musste, da sich die anderen Bewohner über sie beschwerten.

    Schließlich als ihr demenzbedingt die "Worte ausgingen" kam es zu Tätlichkeiten. Sie kniff, biss und spuckte, so dass das Pflegepersonal sie immer nur zu zweit pflegen konnten. Das alles ließ leider erst nach, als die Demenz sehr weit fortgeschritten war und sie nur noch teilnahmslos im Bett lag. Aber selbst dann war es mir nicht möglich, sie anzufassen oder zu streicheln (man sagt ja immer, dass Demenzkranke viel Körperkontakt brauchen), ohne Abwehrbewegungen zu provozieren.

    Ich kann es mir rückblickend nur so erklären: Meine Mutter hatte eine sehr stabile Fassade, die Geschäftskontakte und entfernt Bekannte täuschen konnte. Ich wusste schon immer, dass sie im Grunde ihres Herzens eine sehr streitsüchtige stutenbissige Frau war und hatte jahrelang deswegen auch nur wenig Kontakt mit ihr. Durch die Demenz bröckelte diese Fassade und zum Vorschein kam das leider nicht sehr sympathische eigentliche Wesen hervor.

    Das ist alles sehr schmerzhaft, Teuteburger, doch ich hoffe für Sie, dass sich Ihre Schwiemu beruhigt, sie die Situation akzeptieren kann und die Hilfe des Pflegepersonals letztlich schätzen kann.

    Allen anderen wünsche ich trotz allem schöne Festtage!

  • Danke, Lulu und Sonnenblümchen,


    für Eure Einschätzung. Das hilft mir wirklich ein Stück weit weiter.:)


    Lulu,


    ich denke mir, dass jeder Mensch zwei Seiten hat, so wie du deine Mama beschreibst. Dass man sich in einem vermeidlich sicheren Rahmen, indem die eigenen Bedürfnisse gefühlt erfüllt werden, freundlich und sicher bewegen kann, halte auch ich für wahrscheinlich. Ich denke mir, dass hinter dieser einen Seite, das schlummert, wie man innerlich mit den eigenen gefühlten Mängeln umgeht. Da gibt so etwas, wie nicht haben wollen, wegbekommen wollen, jemandem schaden wollen, weil es einem selbst nicht so gut geht.

    Wann solch ein Programm dann ans Tageslicht kommt, das ist bei jedem unterschiedlich, denke ich. Und in einer Demenz, in der eigenen Hilflosigkeit, da ist vieles möglich, so wie du es schreibst.

    Ich denke auch, dass meine Schwiegermama hier etwas macht, was ein Teil von ihr ist. Man sagt ja, dass Demenzkranke irgendwann wie ein zweijähriges Kind agieren. Und da findet auch pitchen und schlagen statt. Habe das bei einem zweijährigen Wildfang auch erlebt, aber genauso das Gegenteil.;)


    sonnenblümchen


    damit hilfst auch du mir weiter. Negative Aufmerksamkeit ist auch Aufmerksamkeit, das könnte auch sein. Was mich da etwas erstaunt, ist die Absicht deiner Mama beim Fußbad, die du beschreibt und die Frage: Was wäre, wenn ich dich jetzt schlagen würde. :/

    Für gut möglich halte ich auch die Möglichkeit, dass sie Angst vor irgendwelchen Schmerzen hat und das sie sich vorab schon mal wert. Dagegen spricht für mich einerseits ihr Lachen dabei.


    Ja, es stimmt, ich bin nicht diejenige die so handelt, aber ich mache mir trotzdem Gedanken.

    Ich denke, ich werde Morgen mit dem Pfleger sprechen und ihm sagen, er solle sie fragen, warum sie das macht. Wenn ich mal dabei wäre, würde ich sie das fragen. Ich denke mir, sie wird etwas antworten. Das Problem ist aber auch ihre immer stärker zunehmende Schwerhörigkeit. Da sie ein Hörgerät immer verweigert hat und der Ohrenarzt meinte, dass das Gehirn dadurch das Hören verlernt, ist das ein weiterer Aspekt für Dampf abzulassen.


    Liebe Grüße an Euch beide :)

  • Hallo alle und insb. Teuteburger,


    ich glaube die Frage nach dem "Warum" hilft uns nicht weiter.

    Die Antwort lautet nämlich: Sie machen es so, weil sie demenzkrank sind.


    Ich rief bei einem Verhalten meines Vaters einmal spontan aus: Warum macht der bloß so was? und sein Betreuer antwortete mir: Weil er demenzkrank ist.


    Seitdem habe ich niemals mehr die Frage nach dem Warum gestellt, nicht einmal mir selbst....egal, was auch passiert ist.....


    vielleicht kann diese Sichtweise weiterhelfen....


    liebe Grüße

  • Hallo Teuteburger,

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die warum-frage hier weiterführt, eher wie man als Pflegende/r damit umgeht. Bei verhaltensauffälligen Kindern würde man es als (unerwünschte) Form der Kontaktaufnahme betrachten, würde sich schützen und Grenzen aufzeigen. Doch wenn es schnell wieder vergessen ist....?


    Ich war gestern bei meiner Mutter, sie fragte mehrmals, wann und ob ich sie Weihnachten abholen, jedesmal habe ich versucht in Kurzform zu beantworten, dass und warum es uns zu gefährlich ist und dass wir es nach ihrer Impfung nachholen. Sie war sogar erstaunlich einsichtig, ich habe gesagt, dass ich und evtl.eins meiner Kinder sie an Weihnachten im Heim besuchen, zu gefährlich kam auch an. Zum zweiten Mal schon nicht aggressiv- tata... als ich mich verabschiedete, fragte sie "wie war es jetzt mit Weihnachten, wann holt ihr mich ab?:|

    Also im Gespräch wirkte sie noch fit diesmal, aber es bleibt einfach nichts hängen :(

    Was kommt nun in einer nächsten Stufe? Kann mich da jemand vorwarnen?



    Liebe Grüße

    Rose60

  • Hallo Rose60,

    irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo Du nicht mehr als Tochter...erkannt wirst.....nur noch als jemand vertrautes wenn Du Glück hast...und eine Zeit danach wird nicht mal mehr erkannt, dass Du jemand Vertrautes bist.......darauf innerlich vorbereitet zu sein, ist wichtig.....

    liebe Grüße

  • Danke, Hanne! Wie furchtbar traurig muss es auch für die dementen Menschen selbst sein, so verlassen...:/

    Bisher sagt meine Mutter bei fast jedem meiner Besuche, dass ALLE Mitarbeiter immer seeehr nett zu ihr seien. Dafür bin ich sehr dankbar:love:

    Liebe Grüße

  • Wahrscheinlich habt ihr Recht.


    Ich merke, sie vergisst immer schneller das, was man ihr gesagt hat. Insofern ist die Frage nach dem Warum bei ihr wohl nicht mehr möglich.

    Sie kommt mir mehr und mehr verloren vor, denn im Heim gibt es natürlich keine individuelle Betreuung rund um die Uhr. Und den ein oder anderen Kontakt, den sie hat im Gemeinschaftsraum, macht die langen Abende und die Nacht auch nicht wett. Aber selbst bei einer individuellen Betreuung würde das nicht funktionieren.

    Ich merke in letzter Zeit auch ihre Traurigkeit und das sie merkt, dass ihr Gedächtnis sie verlässt.

    Nicht schön.


    Liebe Grüße an alle

  • Liebe alle


    Ich habe schon lange nichts mehr geschrieben, das letzte Mal im Sommer als meine geliebte Mama in das Pflegeheim gezogen ist und ich mit dieser Entscheidung so schrecklich kaempfte. Das Forum war und ist mir eine grosse Unterstuetzung.


    Meine Mama hatte sich gut im Heim eingelebt. Sie hat sich sehr stabilisiert, ihre psychotischen Phasen sind viel weniger geworden. Sie hat eine Freundin im Heim, die koerperlich sehr schwach ist, aber nicht dement. Die beiden kennen sich schon sehr lange.


    Trotz aller Vorsichtsmassnahmen im Heim sind fast alle - Personal und Bewohner - von Covid betroffen, so auch meine Mama. Sie hat Gott sei Dank keine schlimmen Symptome, nur Uebelkeit, Schwindel und Knochenschmerzen. Auf ihrem Gang sind 3 Menschen verstorben. Ich fuehle mich ohnmaechtig, traurig, fassunglos, aergere mich ueber die Covidioten, besonders die in meiner Verwandtschaft. Selbst jetzt, wo meine Mama krank ist, bekomme ich von meiner Familie "wissenschaftliche updates" und daemliche Nachrichten, z.B. ob denn da wo ich wohne (Stadt im Ausland) auch eine naechtliche Ausgangssperre herrscht ohne ueberhaupt zu fragen wie es meiner Mama geht (ich wollte zurueckschreiben dass ich andere Sorgen habe, hab es aber gelassen).


    Ich kann nur hoffen und beten, dass meine Mama es schafft. Ich werde versuchen Weihnachten zu ueberstehen, ohne Durchzudrehen. Ich habe Gott sei Dank einen Mann und liebe Freunde und hoffe meine Mama nochmals wiedersehen zu koennen. Was fuer ein Jahr.


    Liebe Gruesse und frohe Weihnachten.

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