Wie geht es Euch? Thread IV

  • Hallo,Sonnenblümchen,ich habe jetzt lange versucht,deinen Eintrag auf meiner Pinnwand zu finden.Ist aber keiner da,wobei hier noch steht ein ungelesener Eintrag,ich weiß aber nicht,wo der ist.Vielleicht finde ich ihn ja noch.Du hast ja deine Mama auch im Heim und ich glaube,du erholst dich jetzt etwas. Das ist gut so,deine Mama nimmt das Heim doch auch ganz gut an,glaube ich oder?So nun wünsche ich dir noch ei schönes Fest.Bleib gesund.

  • Hallo,noch einmal an Rose,Sonnenblümchen und Teuteburger,Habe hier zu tun,auf der Pinnwand steht nichts,aber es war nicht so geheim,wenn ihr es gelesen habt,ist es ok.Ja,ich glaube,wir haben es bald geschafft und sind nicht mit schweren Verläufen gestraft worden.

    Ich

  • Hallo,Sonnenblümchen,da drücke ich dir mal ganz sehr die Daumen.Das ist schon wirklich eine schlimme Sache.Hoffentlich hört das bald auf.Man denkt nur noch Corona,Corona und dann die vollen Krankenhäuser,keiner kann richtig helfen,seht bloß zu,dass ihr es nicht bekommt.Frohe Weihnachten,Rosina

  • Hallo in die Runde,


    Hanne,


    dein Besuch hat wirklich alle Facetten der Coronasituationen in Altenheimen aufgezeigt - Personalmangel - kaum Zeit für den Angehörigen haben, wenn man da ist - gehen müssen, wenn man gerade einen Zugang aufgebaut hat und dann auch das Verhalten der Angehörigen in Sachen Essen mitbringen.

    Aber mal ehrlich, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, auch in Heimen werden Sachen aus Läden ect. nicht alle desinfitiziert. Ich mache das vorab schon, bevor ich etwas ins Heim bringe. Oftmals ist zum Abendessen nicht das da, was meine Schwiegermama essen würde. Ich übergebe das dann etikettiert aber zuerst dem Pflegepersonal. Und auch die Pflegekräfte müssen bei Schwerhörigen und Hörgereäteverweigerern nahe an deren Ohr laut sprechen ect. Es geht sonst nicht.

    Jeder tut aber sein Bestes. Wenn ich von dir und von Bayern lese, dann merke ich, wie gut wir es noch haben und ich hoffe, dass das so bleibt. Für die Heime ist das definitiv ein russisches Roulette. Ab nächste Woche, sollen bei uns alle Heimbewohner einen Coronaschnelltest in der Woche bekommen. Das wird bei meiner Schwiegermama nicht einfach werden, dass weiß ich jetzt schon. Vor allem in der Nase, das will sie nicht haben. Ich hoffe, man ist hier human zu ihr. Ich werde das auch extra noch einmal ansprechen.


    Ich hoffe, dass die Impfungen bald stattfinden, denn so, wie du deinen Vater und deine Mama beschrieben hast, würde Euch allen etwas mehr Zeit gut tun.:)



    Rosina,


    es stimmt mich hoffnungsvoll zu lesen, dass es dir inzwischen besser geht und auch das deine Mama nicht schwer betroffen zu sein scheint.:)


    Rose


    es freut mich zu lesen, dass deine Schwiegermama beim letzten Besuch besser drauf gewesen ist und dass sie das Weihnachtsfest im Heim nicht als schlecht empfindet, zumindest vorerst mal. Deine Mama und meine Schwiegermama haben ja einige Parallelen und somit hoffe ich auch jetzt mal das Beste. :thumbup:


    sonnenblümchen


    ja die Nudeln und die Sorgen. :) Ich neige auch zu den Sorgen. Wenn ich eine Lösung finde, bin ich aber immer etwas besser gelaunt. Das funktioniert aber nicht immer direkt und wunschgemäß, weil auch andere da mit reinwirken.


    An alle:


    Meine Schwiegermama ist definitiv munterer. Jeder, mein Mann und meine Seniorenbetreuerin, hat so ihre Dramen mit ihr erlebt. Mein Mann am Sonntag wohl übel und meine Seniorenbetreuerin am Montag auch. Beide haben beim Spazierengehen mit ihr richtige Szenen erlebt und waren dann auch erstmal fertig. Ich hingegen hatte gestern Glück gehabt.

    Eine positive Beobachtung von mir ist gewesen, dass sie sich im Gemeinschaftsraum mit anderen unterhält, obwohl sie gar nichts versteht. Wir wollen ihre Ohren mit einem Mittel aus der Apotheke mal reinigen, wenn sie das zulassen kann. Ein Ohrenarzt hat keine Zeit für ins Heim zu kommen.

    Am Mittwoch war es sogar so gewesen, dass sie mit dem Rücken zu mir gesessen hat, als ich kam. Man wollte sie dann mit dem Rollstuhl zu mir fahren. Sie hat sich mit Händen und Füßen gewehrt, weil sie zwischen zwei Damen gesessen hat und sie offensichtlich einiges erzählt hat. Ich habe mich dann in ihrem Zimmer mit ihrer Wäsche beschäftigt. Anschließend habe ich einen Pfleger gefragt, ob dieser mir meine Schwiegermama bringen kann. Aber sie hat sich wieder gewehrt. Sie kann sich durchsetzen, konnte sie schon immer. Obwohl er laut zu ihr gesagt hat, sie hätte Besuch, hat sie das nicht gehört. Wenn meine Schwiegermutter etwas nicht will, dann hört sie noch schlechter als sonst. Ich habe dem Pfleger dann Zeichen gegeben, er solle sie lassen wo sie ist und ich bin dann gegangen. Das fand ich mal richtig gut. Ich konnte dann meine Sachen in Ruhe erledigen und bin dann zu meiner Mama gefahren.

    Es hat aber auch gestern und vorgestern eine etwas brenzlige Abschiedsszene gegeben, aber ich habe sie jedes Mal in den Aufenthaltsraum bringen lassen und sie hat sich dann auch schnell beruhigt. Das gibt mir, vorsichtig gesprochen, einen Hauch von Hoffnung.


    Von der Ärztin habe ich aber gehört, sie macht die Nacht oftmals zum Tage, zerrupft sich weiter die Inkontinenzartikel. Aber in den letzten Tagen, hat sie in meiner Anwesenheit hier nichts gemacht. Aber im Aufenthaltsraum, wenn sie sich langweilt, dann kommt das wieder auf. Gestern hat sie dann auch ihren Pullover dort ausgezogen. Wenigstens hat sie ein Unterhemd angehabt, sonst hätte sie nackt da gesessen.


    Zudem verweigert sie auch im Heim, wie auch zu Hause, wichtige Behandlungen und mal lässt sie das zu. Vorgestern wäre sie fast ins Krankenhaus gekommen, weil sich die offenen Stellen am Bein entzündet haben. Sie bekommt jetzt Antibiotika, dass sie aber weiterhin recht abenteuerlich einnimmt. Aber man versucht, dass sie zumindest die Einnahme nicht unterbricht über den Tag verteilt. Das Bein ist jetzt schon besser geworden, so dass man vom Krankenhaus absehen kann. Aber, die ganzen Medikamente schlagen ihr auch auf den Magen. Sie ist noch dünner als sie es schon zu Hause gewesen ist. Man sieht den Unterschied deutlich. Sie isst mal ganz gut, aber oftmals auch nicht. Hochkaloriennahrung verweigert sie, trotz ihres Lieblingsgeschmacks weiterhin hartnäckig. Und das Heim bemüht sich wirklich, ihr so gut es geht zu helfen in Sachen Essen. Und das Essen ist wirklich nicht schlecht. Es gibt immer Vorsuppen, die sie auch gerne isst, aber oftmals dann doch nicht viel. Man kann sich das Hauptgericht auch pürrieren lassen. Das will sie aber auch nicht. Und wie gesagt, Lieblingswurst und Käse besorge ich auch, aber es nützt halt nicht viel. Sie hat ihren eigenen Kopf oder halt Magenprobleme.


    Liebe Grüße an alle

  • Rosina: die Antwort an dich findest du auf MEINER Pinwand;)


    Teuteburger: ich halte es auch für ein gutes Zeichen, wenn das Gespräch mit Mitbewohnern wichtiger wird als dein Besuch.

    Bei mir ist es meine eigene Mutter im Heim, nicht die schwi.mu., die lebt leider nicht mehr.


    sonnenblümchen: alles Gute für deine Tochter. Die jungen Leute sind ja meist widerstandsfähiger..


    Liebe Grüße

    Rose60

  • Sonnenblümchen,


    das freut auch mich, dass deine Tochter negativ getestet worden ist. Ich habe tatsächlich im Eifer des Gefechts vergessen, dir etwas dazu zu schreiben. Dafür jetzt.:)


    Liebe Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von Teuteburger ()

  • Hallo in die Runde


    Ich habe heute im Heim angerufen, weil ihr Bein gestern nicht gut ausgesehen hat. Es hat sehr genässt. Heute hat man das Bein wieder gewickelt und ich hoffe es wird besser, wenn sie das mal regelmäßig zulassen würde.


    Aber eine ganz andere Sache finde ich bedenklich. Mehrmals haben mir Pflegekräfte berichtet, dass sie bei der Pflege auch öfters das Personal zwickt oder schlägt und dann lacht.

    Und diejenigen, die mir das berichtet haben, sind meine beiden Lieblingspfleger, sanfte, empathische Personen, die sich wirklich bemühen, es richtig und angenehm für sie zu machen. Ich habe hin und wieder mit ihnen gearbeitet, wenn gerade keine zweite Person dagewesen ist. Und sie suchen auch mit mir immer das Gespräch, wenn ich da bin.


    Also das ist wirklich ein Ding, muss ich sagen. Und lustig finde ich das auch nicht. Meine Schwiegermama äußert sich oftmals beim Pflegepersonal nicht, wenn ihr etwas nicht passt, weil sie dann Angst vor einer weiteren schlechten Behandlung hat. Zumindest sagt sie das so. Das hat sie auch im Krankenhaus zu mir gesagt, wenn ich einen Missstand bemerkt habe. Aber wenn dann das Personal bei ihr ist und ich sitze vor dem Zimmer, dann höre ich schon, wie sie sich beschwert, wenn ihr etwas nicht passt und dass sie aber hinterher sich bedankt und froh ist, wenn man ihr aus der verschissenen Windel oder auf die Toilette geholfen hat. Es ist schwierig hier etwas Gescheites zusammenzubekommen.


    Diese verletzende Seite, die sie hier an den Tag legt, die eine Pflegerin hat sie ins Gesicht geschlagen, ist für mich befremdlich.

    Bei einem der Pfleger, könnte ich es verstehen, dass sie sich so verhält, denn der ist eher für die Pflege an Demenzkranken nicht geeignet. Aber ansonsten ist das Personal in Ordnung und nicht grob. Das hat mir auch die Seniorenbetreuerin bestätigt, die hier einiges schon mitbekommen hat. Man hat sie nicht gesehen und nicht bemerkt und sie hat die Pflege mitbekommen. Alles gut. Sie ist ja selbst vom Fach.


    Diese Seite von meiner Schwiegermama, zeigt mir wieder, dass es zu Hause keinesfalls funktionieren würde.


    Aber was kann das denn sein: Sich unverstanden fühlen? Oder ist es ihr Ausdruck, dass sie diejenigen im Grunde bestrafen will, die ihr die Beine wickeln und die ihr bei der Pflege helfen, denn das war ja nie ihr Ding gewesen. Sie sind schuld, dass es ihr jetzt so geht? Oder sie machen etwas, was sie ja gar nicht nötig hat?


    Liebe Grüße an alle

  • Liebe Teuteburger,


    das Problem der Aggressivität kannte ich auch von meiner Mutter. Sie war als Geschäftsfrau tätig und hatte in ihrem Berufsleben viel Kundenkontakt, mit denen sie auch gut zurecht kam. Es gab immer viel Lob, wie gut meine Mutter sie beraten hatte und wie freundlich sie ist.

    Als nun die Demenz fortschritt und ich sie nach dem Tod meines Vaters an meinen Wohnort in ein Pflegeheim holte, war ich auch sehr erstaunt, als sie zunächst mit den anderen Bewohnerinnen und dann auch mit dem Pflegepersonal häufig stritt. Das steigerte sich nach und nach, so dass sie z.B. im Gemeinschaftsraum an einen "Katzentisch" gesetzt werden musste, da sich die anderen Bewohner über sie beschwerten.

    Schließlich als ihr demenzbedingt die "Worte ausgingen" kam es zu Tätlichkeiten. Sie kniff, biss und spuckte, so dass das Pflegepersonal sie immer nur zu zweit pflegen konnten. Das alles ließ leider erst nach, als die Demenz sehr weit fortgeschritten war und sie nur noch teilnahmslos im Bett lag. Aber selbst dann war es mir nicht möglich, sie anzufassen oder zu streicheln (man sagt ja immer, dass Demenzkranke viel Körperkontakt brauchen), ohne Abwehrbewegungen zu provozieren.

    Ich kann es mir rückblickend nur so erklären: Meine Mutter hatte eine sehr stabile Fassade, die Geschäftskontakte und entfernt Bekannte täuschen konnte. Ich wusste schon immer, dass sie im Grunde ihres Herzens eine sehr streitsüchtige stutenbissige Frau war und hatte jahrelang deswegen auch nur wenig Kontakt mit ihr. Durch die Demenz bröckelte diese Fassade und zum Vorschein kam das leider nicht sehr sympathische eigentliche Wesen hervor.

    Das ist alles sehr schmerzhaft, Teuteburger, doch ich hoffe für Sie, dass sich Ihre Schwiemu beruhigt, sie die Situation akzeptieren kann und die Hilfe des Pflegepersonals letztlich schätzen kann.

    Allen anderen wünsche ich trotz allem schöne Festtage!

  • Danke, Lulu und Sonnenblümchen,


    für Eure Einschätzung. Das hilft mir wirklich ein Stück weit weiter.:)


    Lulu,


    ich denke mir, dass jeder Mensch zwei Seiten hat, so wie du deine Mama beschreibst. Dass man sich in einem vermeidlich sicheren Rahmen, indem die eigenen Bedürfnisse gefühlt erfüllt werden, freundlich und sicher bewegen kann, halte auch ich für wahrscheinlich. Ich denke mir, dass hinter dieser einen Seite, das schlummert, wie man innerlich mit den eigenen gefühlten Mängeln umgeht. Da gibt so etwas, wie nicht haben wollen, wegbekommen wollen, jemandem schaden wollen, weil es einem selbst nicht so gut geht.

    Wann solch ein Programm dann ans Tageslicht kommt, das ist bei jedem unterschiedlich, denke ich. Und in einer Demenz, in der eigenen Hilflosigkeit, da ist vieles möglich, so wie du es schreibst.

    Ich denke auch, dass meine Schwiegermama hier etwas macht, was ein Teil von ihr ist. Man sagt ja, dass Demenzkranke irgendwann wie ein zweijähriges Kind agieren. Und da findet auch pitchen und schlagen statt. Habe das bei einem zweijährigen Wildfang auch erlebt, aber genauso das Gegenteil.;)


    sonnenblümchen


    damit hilfst auch du mir weiter. Negative Aufmerksamkeit ist auch Aufmerksamkeit, das könnte auch sein. Was mich da etwas erstaunt, ist die Absicht deiner Mama beim Fußbad, die du beschreibt und die Frage: Was wäre, wenn ich dich jetzt schlagen würde. :/

    Für gut möglich halte ich auch die Möglichkeit, dass sie Angst vor irgendwelchen Schmerzen hat und das sie sich vorab schon mal wert. Dagegen spricht für mich einerseits ihr Lachen dabei.


    Ja, es stimmt, ich bin nicht diejenige die so handelt, aber ich mache mir trotzdem Gedanken.

    Ich denke, ich werde Morgen mit dem Pfleger sprechen und ihm sagen, er solle sie fragen, warum sie das macht. Wenn ich mal dabei wäre, würde ich sie das fragen. Ich denke mir, sie wird etwas antworten. Das Problem ist aber auch ihre immer stärker zunehmende Schwerhörigkeit. Da sie ein Hörgerät immer verweigert hat und der Ohrenarzt meinte, dass das Gehirn dadurch das Hören verlernt, ist das ein weiterer Aspekt für Dampf abzulassen.


    Liebe Grüße an Euch beide :)

  • Hallo Teuteburger,

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die warum-frage hier weiterführt, eher wie man als Pflegende/r damit umgeht. Bei verhaltensauffälligen Kindern würde man es als (unerwünschte) Form der Kontaktaufnahme betrachten, würde sich schützen und Grenzen aufzeigen. Doch wenn es schnell wieder vergessen ist....?


    Ich war gestern bei meiner Mutter, sie fragte mehrmals, wann und ob ich sie Weihnachten abholen, jedesmal habe ich versucht in Kurzform zu beantworten, dass und warum es uns zu gefährlich ist und dass wir es nach ihrer Impfung nachholen. Sie war sogar erstaunlich einsichtig, ich habe gesagt, dass ich und evtl.eins meiner Kinder sie an Weihnachten im Heim besuchen, zu gefährlich kam auch an. Zum zweiten Mal schon nicht aggressiv- tata... als ich mich verabschiedete, fragte sie "wie war es jetzt mit Weihnachten, wann holt ihr mich ab?:|

    Also im Gespräch wirkte sie noch fit diesmal, aber es bleibt einfach nichts hängen :(

    Was kommt nun in einer nächsten Stufe? Kann mich da jemand vorwarnen?



    Liebe Grüße

    Rose60

  • Danke, Hanne! Wie furchtbar traurig muss es auch für die dementen Menschen selbst sein, so verlassen...:/

    Bisher sagt meine Mutter bei fast jedem meiner Besuche, dass ALLE Mitarbeiter immer seeehr nett zu ihr seien. Dafür bin ich sehr dankbar:love:

    Liebe Grüße

  • Wahrscheinlich habt ihr Recht.


    Ich merke, sie vergisst immer schneller das, was man ihr gesagt hat. Insofern ist die Frage nach dem Warum bei ihr wohl nicht mehr möglich.

    Sie kommt mir mehr und mehr verloren vor, denn im Heim gibt es natürlich keine individuelle Betreuung rund um die Uhr. Und den ein oder anderen Kontakt, den sie hat im Gemeinschaftsraum, macht die langen Abende und die Nacht auch nicht wett. Aber selbst bei einer individuellen Betreuung würde das nicht funktionieren.

    Ich merke in letzter Zeit auch ihre Traurigkeit und das sie merkt, dass ihr Gedächtnis sie verlässt.

    Nicht schön.


    Liebe Grüße an alle

  • Liebe alle


    Ich habe schon lange nichts mehr geschrieben, das letzte Mal im Sommer als meine geliebte Mama in das Pflegeheim gezogen ist und ich mit dieser Entscheidung so schrecklich kaempfte. Das Forum war und ist mir eine grosse Unterstuetzung.


    Meine Mama hatte sich gut im Heim eingelebt. Sie hat sich sehr stabilisiert, ihre psychotischen Phasen sind viel weniger geworden. Sie hat eine Freundin im Heim, die koerperlich sehr schwach ist, aber nicht dement. Die beiden kennen sich schon sehr lange.


    Trotz aller Vorsichtsmassnahmen im Heim sind fast alle - Personal und Bewohner - von Covid betroffen, so auch meine Mama. Sie hat Gott sei Dank keine schlimmen Symptome, nur Uebelkeit, Schwindel und Knochenschmerzen. Auf ihrem Gang sind 3 Menschen verstorben. Ich fuehle mich ohnmaechtig, traurig, fassunglos, aergere mich ueber die Covidioten, besonders die in meiner Verwandtschaft. Selbst jetzt, wo meine Mama krank ist, bekomme ich von meiner Familie "wissenschaftliche updates" und daemliche Nachrichten, z.B. ob denn da wo ich wohne (Stadt im Ausland) auch eine naechtliche Ausgangssperre herrscht ohne ueberhaupt zu fragen wie es meiner Mama geht (ich wollte zurueckschreiben dass ich andere Sorgen habe, hab es aber gelassen).


    Ich kann nur hoffen und beten, dass meine Mama es schafft. Ich werde versuchen Weihnachten zu ueberstehen, ohne Durchzudrehen. Ich habe Gott sei Dank einen Mann und liebe Freunde und hoffe meine Mama nochmals wiedersehen zu koennen. Was fuer ein Jahr.


    Liebe Gruesse und frohe Weihnachten.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde,

    schön, dass sich langsam alle mit dem neuen Forum anfreunden, vielleicht ist es möglich, dass noch allgemein in die neuen Funktionen eingeführt wird. Ich werde mal nachhaken.


    In der letzten Woche ist wieder viel passiert.


    Zum letzten Thema nur ein Satz: „Warum?“ ist die Frage des Festhaltens, des Verharrens und der Depression. Wenn wir üben, die Frage „Wozu?“ zu stellen, können wir uns und die Situation weiterentwickeln und machen uns auf den Weg in die Sinnhaftigkeit.


    Über Gewalt in der Pflege und deren Vermeidung habe ich viel geschrieben und ein Schulungsprogramm entwickelt und veröffentlicht, hier möchte ich den kleinen Perspektivwechsel vorschlagen:


    Ist es möglich, das Raufen, Schlagen, Pieksen oder Drohen als ein Necken zu verstehen, so wie Kinder untereinander Grenzen üben? So liest sich Ihr Beitrag Sonnenblümchen, dieses kindlich neugierige Ausprobieren, was wohl passieren könnte wenn…


    Und: Wir sollten uns gerade in schweren Zeiten fragen Wo ist unser Humor geblieben? Welche innere Stimme erlaubt es uns, wieder über Absurdes zu lachen – am besten gemeinsam?


    Alte Menschen sind damit nicht wie die Kinder, sie werden auch nicht wieder zum Kind. Ich versuche es immer so zu erklären: Je stärker die Demenz, um so mehr werden die erwachsenen Bewältigungs- und Verhaltensformen vergessen und damit auch die Kontrolle für die tief verankerten kindlichen Impulse, die - zum Glück - bis ins hohe Alter als Neugierde, Begeisterung oder Impulsivität wirken können.


    Immer mehr Kontrollmechanismen verlieren sich in der Demenz. Lulu hat das mit der professionellen Fassade beschrieben, hinter der dann das streitsüchtige Mädchen hervorkam.


    Wer weiß, ob das unbändige kleine Mädchen damals die erfolgreiche Geschäftsfrau befeuerte, die nach außen perfekt funktionierte? Eine Fassade ist nicht per se schlecht, sie gibt auch durch die äußere Haltung Halt im Inneren.


    Die zentrale Frage ist: Welches tiefe menschliche Bedürfnis steckt hinter der „Stutenbissigkeit“ oder anderen prägnanten Bildern bei Ihrer Schwiegermutter, Teuteburger, hinter der Macht, den Bestrafungsimpulsen, dem Ausspielen und „Zuckerbrot und Peitsche“ – mal freundlich, mal verletzend? Wir haben hier ja schon häufiger darüber nachgedacht. Während sich das Beispiel von Sonnenblümchen vielleicht in ein gemeinsames Lachen auflösen kann, sitzt die Verletzung bei Ihrer Schwiegermutter tiefer. Sie hatten ja seinerzeit einiges erkannt, was auf eine Persönlichkeitsstörung hinweist, deren Ursachen vermutlich in der frühen Kindheit liegen. Ihrer Schwiegermutter fällt es wahrscheinlich durch die Demenz immer schwerer diese uralten Impulse zu steuern. Dazu braucht sie die erwachsene Hilfe ihrer Kinder – oder die Gelassenheit der Pflegekräfte. Deshalb meine Frage, welche (kindlichen) Bedürfnisse (eines alten Menschen) können Sie erkennen: Was hilft dem Kind in der alten Frau?


    Es ist die gleiche Frage, nur ist es bei einer Doppeldiagnose (Demenz und Persönlichkeitsstörung, Depression, Wahn, Schizophrenie usw.) doppelt schwer.



    Auf die Frage, ob und wann das alles durch die Demenz vergessen wird und ob und wann dieser oft beschriebene innere Frieden einsetzt, mache ich in meinen Gesprächen auf zwei Dinge aufmerksam:


    Wenn eingespielte Muster unterbrochen werden, treten auch schwerwiegende Problemlagen in den Hintergrund. In den vielen Demenzeinrichtungen, die ich mit IQM Demenz oder damals im Erfahrungsaustauch des Hamburger Programms unterstützt habe, wurde deutlich, dass das herausfordernde Verhalten durch die auf dem Menschen mit Demenz angepasste Milieutherapie zurückgeht, aber nicht verschwindet. Dies beschreibt auch Siegfried Weyerer in seiner Forschung dazu. Meine Erklärung ist das „Schlüssel-Schloss“-Prinzip bei manchmal automatischen Verhaltensmustern. Ihre Schwiegermutter, Teuteburger, macht intuitiv m.E. genau das „Richtige“, wenn sie sich zurückzieht und den Kontakt zu der Gruppe sucht, in der diese Muster weniger aktiviert werden. Mit einer solchen Erklärung ist es für Sie hoffentlich nicht mehr so sehr verletzend?


    Ich habe viele „Stehaufmännchen, Hilfeablehner oder Einzelkämpfer“ erlebt, die erst in der Demenz eine tiefe innere Ruhe ausstrahlten und sichtlich genossen, dass sie sich in die Geborgenheit der Pflege fallen lassen können. Wir können dies beschleunigen, wenn wir den Blick auf diese Momente der Geborgenheit lenken. Bei kleinen oder großen Rückfällen gelingt es uns dann eher, die urmenschlichen oder „kindlichen“ Verletzungen zu trösten und wieder den Blick darauf zu richten, was den inneren Frieden nährt.


    Auf den Hinweis, dass Menschen infolge der Demenz ersticken, möchte ich kurz eingehen: Es wird beschrieben, dass letztlich die Demenzpathologie auch das Atemzentrum treffen kann. Dies habe ich in über dreißig Jahren vermutlich einmal miterlebt. Ich stelle mir das so vor, wie bei einer Überdosis von Opiaten, die zu einem Atemstillstand führen. Dies ist anders, als wenn Fremdkörper in die Lunge kommen oder wenn die Lunge dem Atemreflex nicht mehr nachkommen kann.


    Ihre Erfahrungen, Rosina, die massive Coronawelle im Heim hat mich schockiert und bestätigt meine mahnende Haltung. So wie ich Sie hier kennengelernt habe, sind Sie vorsichtig und haben alles bedacht und trotzdem gab es diese Welle im Heim und bei den Angehörigen. Hätten die Schnelltests das verhindern können?


    Wo ist die Welle der Hilfsbereitschaft aus dem ersten Lockdown, warum ist es so umständlich, die Schnelltests in den Heimen durch Ehrenamt und engagierte Mitbürger durchzuführen? Warum bekommen die Wutbürger, Querköpfe und Verschwörungsideologen auf der einen Seite und die Wetteiferer um die schärfsten Coronaregeln auf der anderen Seite so viel Raum in der öffentlichen Wahrnehmung? Was können wir tun, dass es wieder eine kreative ansteckende Hilfsbereitschaft und Unterstützung gibt?


    Statt dessen wird alles auf die Pflege geschoben: Neben der Sicherstellung aller Besucherregelungen und Hygienekonzepte, den Corona-Listen für das RKI und die Heimaufsicht, die Schnelltest für Menschen mit Symptomen und Angehörige, die Recherchen und das Krisenmanagment, wenn es einen Coronaverdacht gibt, die Ausfälle durch Krankheit und Quarantäne und der Wunsch, gut zu pflegen und den Bewohnern ein friedliches sicheres Weihnachten zu schenken (und die privaten Weihnachten einzuschränken). Ich vergaß, für die neuen MDK-Prüfungen mussten noch zusätzlich die Qualitätsindikatoren für jeden gemeldet werden und die Prüfungen wurden (nur) bis zum 15.1.21 ausgesetzt. Prüfungen sind notwendig, es gibt viele schwarze Schafe und es gibt Einrichtungen die alles möglich machen wollen.


    Noch einmal meine Frage: Was kann jeder einzeln, im Freundeskreis, in Vereinen usw. ganz spontan tun, damit es ein einzigartiges „Outdoorweihnachten“ ohne ein Ansteckungsrisiko gibt?


    Für unsere Einrichtungen haben ich mit unsere Einrichtungen habe ich mit unserer Musikgeragogin und einem ehrenamtlichen Musiker eine Weihnachts-DVD aufgenommen, sodass die Menschen mit Demenz in ihren Gruppen mit den ihnen bekannten und vertrauten Musikern mitsingen können. Diese Aufnahmen sind nicht öffentlich, aber die Fernseher haben zumeist einen USB-Eingang und so können Ihre eigenen Aufnahmen in das Pflegezimmer kommen. Liebe und bei der Feier dabei sein geht doch auch im Abstand und mit einer Demenz kann man nachträglich noch lange authentisch Weihnachten feiern!


    Als kleinen Weihnachtsgruß in der schweren Zeit möchte ich Ihnen noch eineb Link schicken: Meine Partnerin hat mit Hamburger Künstlern eine Ausstellung zum Thema „Licht und Hoffnung“ konzipiert, ich habe den virtuellen Rundgang mit meinem Saxofon hinterlegt – Kunst und Musik können vielleicht mehr sagen als 1000 Worte. https://www.youtube.com/watch?v=1Oa_4M_aaw8


    Ihnen trotz allem eine wunderschöne Weihnachtszeit, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo,an alle,ich habe heute das erste Mal etwas Vitamine zu meiner Mutter gebracht,es am Eingang abgegeben.Das Heim ist zu noch bis Silvester.Meine Mutter scheint Corona überstanden zu haben.Da so viele Pfleger erkrankt sind,hat das Heim zur ehrenamtlichen Hilfe aufgerufen.Sie haben auch Pfleger aus anderen Gebieten ausgeliehen.Die Pfleger arbeiten wirklich am Limit. 8 Leute sind schon gestorben.Meine Mutter kann in ihrer Demenz das Ganze gar nicht begreifen.Sie redet vollkommen wirres Zeug,sie weiß nicht mehr,wo sie ist,sie will die Polizei rufen,ich soll sie abholen usw,usw.Ein einziges Jammertal.Und ich kann nichts tun,sie ist total verrückt geworden.Morgen ist nun Weihnachten,wir werden alleine sein,keine Kontakte,meine Mutter alleine im Heim,keine Besuche,es gibt immernoch 52 Infizierte.Tests,dass man in das Heim kann,gibt es nicht.Sie haben ja so wenig Leute. Ich würde da auch jetzt gar nicht reinwollen,habe viel zu viel Angst,dass ich Corona noch einmal bekomme.Erst muss da s Heim frei von Corona sein.Für meine Mutter ist das eine schreckliche Zeit,aber es wird vorbeigehen,das ist meine Hoffnung.Mein Humor ist auch auf der Strecke geblieben,die Sorgen fressen einen auf.Und das Herz tut so weh,weil man nichts tun kann, weil man am Ende ist.Ich bin froh,wenn ich das Telefongespräch beenden kann,weil ich das wirre Reden nicht aushalte.Und dann sage ich mir,wir haben Corona überlebt,es wird nun besser werden.Ja,so ist das,trauriges Weihnachten,Humor ist,wenn man trotzdem lacht,aber ich kann es nicht.Gruß Rosina

  • Herr Hamborg,


    Ich kann das, was Sie schreiben, schon nachvollziehen. Hinter allem, was ein Mensch macht, stecken auch für mich, tiefe Bedürfnisse und halt die Überlebensstrategien, um sie erfüllt zu bekommen. Die Abhängigkeiten, die eine Demenz mit sich bringt, lässt natürlicherweise auch das ein oder andere in den Vordergrund treten, was vorher kaum sichtbar gewesen ist. Der Vergleich mit Kind und Frau und was sie hier braucht ect. passt auch für mich.

    Die psychische Ausprägung liegt bei meiner Schwiegermama in tief verwurzelten Mustern. Ich kann mit so einigem leben, wenn sie es schafft, im Heim noch irgendeine Qualität zu finden. Da gibt es durchaus Ansätze, aber sie hat auch körperliche Probleme, die es nicht gerade einfach machen.


    Aber ehrlich gesagt, auch mir ist der Humor oftmals abhanden gekommen. Was habe ich gestern erlebt?


    @Alle


    Sie saß im Rollstuhl. Sie hat mich durch die Scheibe gesehen und sofort gerufen. Ich schaue mir aber immer erst ihr Zimmer an. Räume Wäsche sinngemäß ein. Fege die Reste von den Inkontinenzartikeln weg und wundere mich, wo ihre von mir ausgezeichneten Fixierhöschen abgeblieben sind. Vorgestern noch da, heute alle weg!


    Es wurde in dieser Woche im Heim wohl nicht gewaschen. Ich verstaue alles in Plastiktüten und nehme sie mit.

    Meine Schwiegermama wartet auf mich. Sie freut mich sie zu sehen. Auf Abstand geht hier nichts. Sie versteht mich null. Ich schreie. Das Verstärkergerät funktioniert leider auch nicht. Muss mein Mann morgen schauen. Wir trinken ganz beschaulich Kaffee. Ihr tut der Schritt so weh. Sie erwähnt es mehrmals. Ich klingle. Der Pfleger und ich, wir machen sie frisch. Sie ist eingenässt und eingekotet. Die angeblich passenden Inkontinenzartikel gehen wegen der wunden Haut am Po gar nicht. Kaum sitzt sie im Rollstuhl zerrt sie die Hose runter und fängt an die Einlagen zu zerreißen. Ich soll sie rausholen, sofort! Ich tue, was sie verlangt, denn sie hat Pein. Es geht wirklich nicht. Ich klingle wieder. Will ihre schmalen Einlagen von früher einlegen. Besser als nichts. Wir machen das zu zweit. Als der Pfleger weg ist - Nein, auch diese Einlage ist hinten irgendwie nicht richtig. Ich schaue hinten nach. Komme nicht dran. Greife aber in die Kaka. Sie wird mehr und mehr ganz stuhlinkontinent. Ich wasche die Hände. Sie hat weiter Pein. Ich bin am verzweifeln, weiß nicht mehr was ich tun soll. Den Pfleger, - es ist viel los auf der Station, - will ich nicht noch ein drittes Mal bemühen. Also warte ich, bis ich eine Pflegerin entdecke und bitte um Hilfe. Wir legen sie wieder aufs Bett. Müssen sie wieder waschen, frisch machen, schmale Einlage wieder anziehen und für hinten zerschneiden wir eine Tenaeinlage. So geht es halbwegs. Sie will nicht im Bett bleiben, auf gar keinen Fall. Ich soll ihr eine Hose anziehen. Nach einigen Fehlversuchen nehme ich die Schlafanzughose, einen Pulli, Schal, setze sie in den Rollstuhl. Eine Decke über die Knie und ich bringe sie in den Aufenthaltsraum. Das Ganze hat anderthalb / zwei Stunden gedauert.


    Dann suche ich die weitere dreckige Wäsche zusammen und mache mich auf den Weg zu meinen Einkäufen und meiner Mama.


    Und was hätte man gestern ohne mich gemacht oder sie?


    Bis ich gestern abend fertig gewesen bin, ist es 24.00 Uhr gewesen. Vormittags habe ich meine eigene Arbeit, die ich auch nicht aufschieben kann.


    Es ist einerseits noch zu schaffen, aber ihre Pein, die sie aushält, ist nicht schön und bis man Lösungen gefunden hat, wenn dies und jenes fehlt. . . . Wundsalbe ist bestellt, Fixierhöschen, Octenispt ect.


    Zudem hat sie eine große klaffende, nässende offene Stelle am Bein, auf der anderen Seite dann kleiner. Und sie hat in Ponähe einen Dekubitus. Kein Wunder. Sie sitzt und liegt ja immer. Immerhin lässt sie sich seit zwei Tagen die Beine wickeln.


    Sie klingelt auch nicht, wenn sie die Hose voll hat, weil sie die Klingel so nicht versteht. Das Waschen des Po's ist für sie die Hölle. Das spätere sitzen auf den Inkontinenzartikeln auch. Ich werde aber nicht müde, ihr die Klingel doch noch nahe zu bringen. Bei Wiederholungen bleibt ja manchmal noch etwas hängen.


    Ob das Leben für sie noch lebenswert ist, oftmals nein.


    Ich entspanne dann abends mit einer alten Serie, wo die Welt doch arg geschönt ist.


    Ich bin kein Pessimist, aber auch kein Optimist. Ich bewege mich dazwischen. Denn wäre ich ein Optimist, würde ich das so wie in der Serie sehen. Da gibt es solche unbequemen, nicht aussprechlichen Altersprobleme nicht. Da stirbt man stimmungsvoll im Kreise der Familie, wenn es sein muss oder man stirbt den Heldentod, natürlich ohne Angst.

    Und wenn man im Krankenhaus liegt, dann im Einbettzimmer und jeder hat für einen Zeit, Chefarzt, Pfleger ect.

    Kann sich noch jemand an die Schwarzwaldklinik erinnern. Im wahren Leben haben sich echte Ärzte bei dem ZDF-Sender beworben, weil sie wirklich da arbeiten wollten. Sie haben geglaubt, dass es die Klinik tatsächlich gibt. Halt so, wie man gerne arbeiten würde und besser wie die Wirklichkeit halt ist. Sie ist Zwiegespalten. Auch das sagt etwas über unsere Gesellschaft aus, denke ich.



    Liebe Grüße an alle

    3 Mal editiert, zuletzt von Teuteburger ()

  • Liebe Teuteburger,was du erlebst ist wirklich auch kaum zu ertragen,was soll ich dir für einen Rat geben? Ich kann mir das alles sehr gut vorstellen,aber eine Lösung gibt es nicht,wir können nur hoffen,dass sich alles wieder ein bisschen normalisiert,wenn die Pfleger in den Heimen nicht mehr so angespannt sind.Wir dürfen nicht den Mut verlieren.Kopf hoch,liebe Teuteburger,es wird auch wieder besser.Ich wünsche dir ein paar aufmunternde Kinder ,die dich auf andere Gedanken bringen.Liebe Grüße Rosina

  • hallo sonnenbluemchen, teuteburger, rosina und alle anderen mitlesenden und mitleidenden, ich moechte mich gerade selbst in die schwarzwaldklinik einchecken lassen. die serie aus dem fernsehen.


    bei meinen verwandten ist weder trost noch vernunft zu holen, die waren nur da als es darum ging den haushalt aufzuloesen ... und waren dann noch sauer dass ich komischerweise nicht wollte dass sie mir da mit rumspringen, die absicht war allzu offensichtlich. ich gebe auf. werde dann noch versuchen mit meiner mama zu sprechen. sie schickt mir bilder per whatsapp aus ihrem zimmer. ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist da zu sitzen, mit dem wissen, dass 13 leute in ihrem kleinen heim verstorben sind, mit vollkommen ueberlasteten pflegern, wo wir doch all die jahre vorher immer so schoene weihnachten hatten (als meine grossmutter und mein vater noch lebten, mit viel musik und unsere haustieren). ihr ist uebel, sie ist auch noch gestuerzt, das essen ist schrecklich da. ich muss lernen damit zu leben ... ich denke natuerlich ... haette ich sie zu mir geholt waere es nicht so weit gekommen ... ich kann mich nur damit troesten dass es ihr allgemein da gut gegangen ist, viel besser als ich bei ihr gewohnt habe, und dass sie eventuell auch ohne das heim corona bekommen haette. viele dinge haben sich stabilisiert, einfach dadurch dass sie weniger dinge um sich hat. so komisch es klingt habe ich den eindruck dass sie die groesse ihres haushalts schon an sich ueberfordert hat und das alleinsein zu allen moeglichen geistervorstellungen gefuehrt hat. ich muss sagen es ist wirklich ein gutes heim, auch wenn das essen nicht toll ist und wenn die waesche verschwindet ... die pflegenden geben sich wirklich muehe. manchmal kommt noch jemand abends und singt mit ihr auf dem bett.


    mir graut schon was passiert wenn die impfung kommt ... ich bange dass dann alle hygienemassnahmen fallen gelassen werden. im moment kann ich es nicht mehr hoeren wie manche leute darauf beharren weihnachten zusammen zu feiern. auch im radio ... als wenn vor corona niemand einsam, krank oder alt gewesen waere. weihnachten ist halt sehr emotional.


    ich wuensche allen weiterhin viel kraft und es tut gut zu wissen, dass man nicht allein ist in so einer schweren situation.

  • Rosina, Sarah,


    danke, dass ihr mir geschrieben habt. Es tut mir gut, alles hier niederschreiben zu können und zu wissen; ich werde verstanden.


    Alles in allem war es gestern auch merkwürdig. Nur die letzte halbe Stunde ging es dann besser. Sie hat wohl eine Depression gehabt. Aber es tat ihr auch der Magen weh. Meist wird vergessen ihr die Laktasetablette zu geben. Dann bekommt sie arg Bauchweh. Ich habe ihr sie hinterher noch gegeben, aber das langt dann meist nicht mehr. Aber abends hat sie wieder Appetit gehabt und sich eine Suppe und Lachsbrötchen gewünscht. Und siehe da, es gab Lachsbrötchen im Gemeinschaftsraum. Da ist sie auch schön mitgegangen (gefahren worden). Das war die positive Seite, die ich hier auch nicht unterwähnt lassen will. Und auch dass das Pflegepersonal sich bemüht hat, alles schön zu machen.


    Fazit: über zwei Stunden ein Tief, eine halbe Stunde wieder besser und später im Gemeinschaftsraum, hoffe ich das Beste.

    Der Gemeinschaftsraum gibt ihr Halt und ich hoffe sehr, dass sie da noch oft sein kann. Deshalb versuche ich auch alles, dass ihr wunder Po ect. entsprechend behandelt, gecremt wird und das sie frisch gemacht wird, wenn es nötig ist. Denn Vorraussetzung für den Gemeinschaftsraum ist, dass sie auch einigermaßen gut sitzen kann. Der Rollstuhl ist dafür, so finde ich, nicht so gut geeignet. Vielleicht gibt es ein etwas besseres Model. Er ist für sie gefühlt zu eng und er hängt in der Mitte etwas durch, weil er faltbar ist. Sie hat zwar ein Dekubituskissen, aber trotzdem ist es nicht ganz optimal.


    Ich habe auch die Befürchtungen wie Sarah, dass man es nach den Impfungen wieder zu locker nehmen wird, von der Angehörigen-Seite aus. Und wenn ich lese, was du Hanne, schreibst, dann ist das auch so ein Ding. Einerseits ist eine freiwillige Impfung richtig, auf der anderen Seite bei einer Demenz ein Problem. Meine Schwiegermama lehnt vieles ab oder nimmt Tabletten sogar erst einen Tag später ein. Das hat man im Heim inzwischen auch gemerkt und entsprechend stellt man dann auch die Tabletten ein.


    Sie bekommt auch jetzt Melperon abends, damit sie die Nacht nicht zum Tag macht und damit sie überhaupt mal schläft. Sie will ja nachts nicht alleine sein. Aber mit ihr zusammen sein können andere nicht und sie kann es im Grunde auch nicht, weil sie es nicht sehen kann, wenn es jemandem schlechter geht, als ihr selbst. Das kommt im Alter aber vor.


    Liebe Grüße an alle

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