Wie geht es Euch? Thread IV

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde, heute kann ich mir wieder Zeit dafür nehmen alle Beiträge zu lesen und meine Gedanken bezutragen. Danke Ihnen Rose 6o für den Leitspruch: „Man muss mit allem rechnen auch mit dem Schönen“!


    Gerade wenn neben einer Demenz eine Depression beteiligt ist, ist dies der Blickwechsel in das Schöne therapeutisch wertvoll, denn Grübeln, Abwertungen und die vielen Mechanismen der Selbstboykottierung der psychischen Krankheit sind ja so übermächtig. So wie im letzten Jahr schon geschrieben: ich freue mich über die Sprüche die Kraft geben, was für die eine passt, ist vielleicht auch für andere hilfreich oder tröstend.



    Zu den Stürzen Ihrer Mutter, Lulu, möchte ich etwas schreiben. Fragen Sie bitte einmal nach, wie der „Expertenstandard“ zum Thema Sturzprophylaxe umgesetzt wird und ob es noch Möglichkeiten und die Bereitschaft gibt, dass Sie sich mit Ihren Ideen beteiligen können.


    Damit helfen Sie (auch) der Einrichtung, weil Sie das unterstützen, was mit der neuen MDK-Prüfung erwartet wird. Hoffentlich gelingt es mir, die etwas schwierigen Zusammenhänge deutlich zu machen. Deshalb einige Fakten:


    Jeder Sturz mit gravierenden Folgen wird bewertet und gezählt. Je häufige Krankenhausaufenthalte oder Frakturen sind, desto schlechter wird die Bewertung der Einrichtung mit den neuen Qualitätsindikatoren. Diese sollen schon in diesem Jahr an alle Einrichtungen öffentlich vergleichbar werden, das gilt auch für den Anteil der Stürze mit Folgen. Wenn Sie mitdenken und sich als Angehörige einbringen, helfen Sie den engagierten Mitarbeiter*innen in der Einrichtung, dass diese nicht in einem schlechten Licht dargestellt wird. (Der Standard erwartet die Einbeziehung und Beratung von Angehörigen!)


    Zudem wird schon lange durch den MDK geprüft, wie der Expertenstandard umgesetzt wird. D.h. jeder Sturz muss ausgewertet werden – auch in Bezug auf die stark sturzfördernde Wirkung von Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen. Der fachlichen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und genau da können Sie mithelfen. Ideen und Unterstützungen von Angehörigen sollten wertvoll sein.


    Wie gesagt, dieser Pflegeprozess muss immer weiter professionalisiert werden, durch Bewegungs- oder Koordinationsübungen, durch Krafttraining und Gehübungen. Ein wichtiges Ziel ist die Vermeidung von Verletzungen z.B. durch Hüftprotektoren und die Entfernungen von Sturz und Verletzungsquellen im Wohnumfeld.


    Eine 100%tige Sicherheit gibt es nicht, denn es soll die Bewegung gefördert werden und jede Form von Fixierung vermieden werden. Auch dieser Indikator wird zweimal im Jahr für alle Bewohner erfasst und verglichen – sobald die Datensätze vorliegen. Eine große Entlastung für engagierte Mitarbeiter*innen ist es, wenn Angehörige keine Vorwürfe bei einem Sturz machen und das Risiko mittragen. Nur wenn fachlich alles Erforderliche unternommen ist, kann sich die Einrichtung vor Regressforderungen schützen. Der Amtsarzt muss die Polizei einschalten, wenn vor dem Tod ein Sturzereignis lag, dass den Tod ausgelöst haben könnte. Die Krankenkassen müssen Regressforderungen prüfen, wenn es zu teuren Behandlungen im Krankenhaus kommt.


    Wird deutlich, wie wichtig Ihr Beitrag in diesem Bereich ist? Deshalb betrachte ich gute Ideen von Angehörigen nie als Beschwerde, sondern als Unterstützung.



    Danke, Teuteberger für den Hinweis auf den WDR3-Film. Es wird deutlich, wie komplex das System ist und wie in einem Milliarden-Markt kriminelle Energie und pfiffige Gewinnmaximierung entstehen. Die hohen Renditeerwartungen sind ein riesiges Geschäft für Investionsfonds mit sicheren Gewinnerwartungen. Es fehlen mit Einführung der Pflegeversicherung kommunale Steuerungsmöglichkeiten. Wer weiß, welche Pflegereform dieses dicke Brett bohrt und wie stark die Lobby ist, von denen, die mit den Immobilien (und nicht mit dem Heimbetrieb) Gewinn machen.


    Wenn sich aber Renditeerwartungen auf die Qualität der Pflege beinflussen, dann gibt es viele scharfe Schwerter: Die Heimaufsicht hat ordnungsrechtliche Kompetenzen und kann – anders als im Beitrag beschrieben – Missstände auch ursächlich angehen. Aber dazu braucht es mutige Menschen, die keine Angst vor hochdotierten Anwälten haben. Vielleicht gibt es noch zu wenige, die ihren Beamtenstatus dazu nutzen und zu wenige, die in der Kommunalpolitik ihre Steuerungsmöglichkeiten erkennen.


    Der MDK hat andere sehr wirksame Mittel wie die anlassbezogene Prüfungen auch bei einer anonymen Beschwerde.



    Deshalb, Sonnenblümchen, Nachfragen und Beschwerden der Angehörigen sind wichtig. Nicht nur gegen die strukturellen Fehler und das Organisationsversagen, sondern auch, um in Teams die Menschen zu stärken, die kompetent arbeiten – und sich über Pflegefehler und Unverbindlichkeiten von Kolleg*innen mit Recht ärgern.


    Deshalb wünsche ich mir, das möglichst wenige hier zu „gebrannten Kindern“ werden, so wie Hanne63 seinerzeit – wir hatten uns ja auch dazu ausgetauscht…



    Und natürlich wünsche ich mir, dass die Impfungen in den Einrichtungen konsequent und erfolgreich sind und bald wieder Angehörige und Ehrenamt, Vereine und Kirchengemeinden in den Heimen ein- und ausgehen und sich die ganze aufgestaute Bereitschaft sich zu engagieren wieder konstruktiv ausgelebt werden kann.




    Ihr Martin Hamborg

  • Hallo in die Runde,:)


    sonnenblümchen und Hanne.

    Was ich da lese, würde auch mich belasten.

    Sonnenblümchen, ich würde auch alle Sommersachen wegnehmen. Das ist zwar keine befriedigende Lösung, aber eine praktische, die eine sofortige Änderung mit sich bringt.


    Hanne, ich bin auch froh, dass meine Schwiegermama in einem Einzelzimmer liegt. Hier gibt es keine Doppelzimmer, obwohl sie das wegen ihrem Alleine sein aber will. Aber mit ihr kommt leider keiner zu Recht. Das hatten wir schon öfters.

    Ich finde das auch schlimm, wenn man etwas versprochen hat, was man dann, wegen äußerer Umstände, nicht halten kann. Meine eigene Mama will später auch unbedingt in ein Einzelzimmer. Ich hoffe, dass wird nie nötig sein und wenn doch, dass uns das auch gelingt.



    Und was die Pflege angeht, da läuft es hier teilweise besser als bei dir Sonnenblümchen. Die Handtücher sind frisch, das Zimmer einigermaßen ordentlich und sie ist angezogen.

    Aber man bekommt es trotzdem nicht bedarfsgerecht hin. Ich habe höflich an den Schrank ihr Kälteproblem geheftet. Was trägt sie, - ein kurzes Unterhemd? Zwar einen Pullover darüber. Aber das reicht nicht aus. Und keine Weste, wie von mir angegeben, keine Decke über die Beine und keinen Schal.

    Gestern habe ich ihrer Schwester, die sie besuchen war, einige Sachen mitgegeben, unter anderem, ihre frisch gewaschene Lieblingsweste. Wo finde ich diese heute: In der Wäschetonne! Da war nichts dran. Kein Fleck. Kein Urin, nichts, genauso ihr Schal. Ja wie soll das denn gehen, frage ich mich? Sie hat drei Westen und eine Fleecejacke. Zwei sind in der Wäscherei.

    In die Wäscherei habe ich kaum mehr Vertrauen. Vier wichtige Kleidungsstücke sind auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Man wäscht ja leider außerhalb. Und bis die Wäsche wieder zurück kommt, das dauert. Wieviel Westen soll ich denn kaufen, wenn man jeden Tag eine neue ohne Grund in die Wäschetonne wirft, nur weil sie getragen worden ist? Wenn man die langen Unterhemden benutzen würde, die ich gekauft habe und die langärmeligen T-shirts, dann wäre auch alles besser. Ich werde es ansprechen müssen, aber das Umsetzen wird dauern, weil trotz Personalmangel oftmals ein großer Wechsel vorhanden ist. Wie gesagt, das Personal ist überwiegend sehr nett, aber man hat zu viel zu tun.

    Normalerweise würde ich ja gar nicht mehr selbst waschen, aber da in ihrem Bad noch die Wäschetonne steht, kommt manches in die Wäscherei und einen Großteil wasche ich noch.

    Ohne meine Mithilfe würde hier nichts gehen, stelle ich leider weiterhin fest. Sie würde immer frieren. Zumindest zur Zeit. Und sie hätte nicht genug zum anziehen.


    Heute waren wieder nur zwei Pflegekräfte auf der Station. Ich war mit meinem Mann im Heim. Ich habe dann mit angepackt.

    Ich habe Rollstühle umgeparkt, weil man nicht aneinander vorbeikam und keiner in der Nähe war, um zu helfen. Ich habe eine Rollstuhlentführung und ein Schlagen und an den Haaren ziehen, liebevoll aufgelöst, sowie ein Missverständnis aufgeklärt und ein damit einhergehendes ständiges Rufen aufgelöst ect.

    Am Wochenende werden hier echt die Bürgersteige hoch geklappt. Keiner hat hier Zeit über sauber, trocken ect. hinaus zu aggieren, Wenn überhaupt.


    @Herr Hamborg


    Das größte Problem, auch bei der Sturzprophylaxe, ist in meinen Augen der Personalmangel. Das sollte als allererstes behoben werden.


    In dem Heim, in dem ich zur Zeit bin, werden zum Beispiel Beruhigungsmittel nur in Notfällen für den Patienten gegeben und nicht zur Erleichterung des Personals. Fixiert wird nur, wenn der Patient dadurch selbst an Sicherheit gewinnt. Meine Schwiegermutter mag es, wenn das Bettgitter hoch gemacht wird, weil sie sich dann daran festhalten kann, wenn sie sich drehen will. Das Bettgitter ist aber geteilt, so dass es in der Mitte des Gestells jeweils aufhört. So kann man entweder nur am Kopf oder nur bei den Beinen das Gitter hochstellen. Das gibt weiterhin Freiheit, aber auch Sicherheit.

    Ich frage mich, wie man in dem Heim agieren wird, wenn man die Furcht haben muss, dass man für die Freiheiten der Patienten belangt werden kann. In der Kurzzeitpflege ist meine Schwiegermama auch mal gestürzt, weil sie alleine im Bad agieren wollte, nur mit Stock und weil sie zu der Zeit noch keinen Rollator akzeptiert hat.

    Bei Personalmangel, wird man, um solche Bestimmungen erfüllen zu können, doch auf mehr Fixierung und Beruhigungsmittel zurückgreifen wollen oder sogar müssen.

    Man darf meinen Text auch nicht als Gegenposition verstehen, denn diese gibt es in dem Falle nicht. Die Sturzprophylaxe ist sehr wichtig, aber es wird wieder einiges an Aufwand zusätzlich auf das Personal zukommen. Man kann nicht die Daumenschrauben weiter anziehen (Dokumentationen/immer mehr Arbeit ect. ) und im gleichen Moment, die Vorstellung haben, jetzt könnte derjenige sich freier bewegen.

    Bessere Bezahlung, mehr Personal ist der Schlüssel für weitere Vorgehensweisen in Heimen. Man sieht den Stress dem Personal an, zumindest den meisten. Und es kommt auch mal zu Ungehalten sein und das man es recht eilig hat und das man Patienten warten lassen muss. Und manche haben schlicht den Beruf verfehlt. Das habe ich auch erlebt.


    Es ist schwierig, denke ich. Aber gar nichts tun, ist dann auch wieder falsch.


    Liebe Grüße an alle <3

  • Lieber Herr Hamborg und alle anderen,

    ich gebe meinen Vorrednerinnen Recht, der Knackpunkt ist sicher der Personalmangel.

    Zu Ihren Vorschlägen: Ich besuche meine Schwiemu ja zur Zeit nicht, da sie wegen Corona immer nur von der gleichen Person besucht werden sollte und das ist mein Mann = ihr Sohn. Der würde aber niemals das Personal bezüglich der Pflegestandards ansprechen, da er Angst hätte, dass dieses als Kritik aufgefasst würde. In der Vergangenheit gab es schon mehrere Stürze meiner Schwiemu, einmal hatte sie sich den Oberarm gebrochen, dreimal musste am Kopf genäht werden.

    Hüftprotektoren: haben wir gekauft, werden ihr aber nicht angezogen, da sie das angeblich nicht will.

    Dokumentation: wir wissen nicht, ob alle Stürze und deren Folgen wirklich gewissenhaft dokumentiert werden. Wenn wir danach fragen, würde das sicherlich wieder als Kontrolle ausgelegt werden.

    Benzodiazepine: meine Schwiemu bekommt Lorazepam, dazu Promethazin und Melperon (bei Bedarf, als Tropfen, die kann man so schön "individuell" dosieren :huh: ). Alles vom Arzt verordnet und zwar WEGEN der Unruhe und der damit verbundenen Stürze. Die logische Konsequenz für das Pflegepersonal scheint zu sein, dass sie die Dosierungen erhöhen und nicht erniedrigen, wenn Schwiemu durch die Gegend geistert und infolge der Gangunsicherheit stürzt. Ich habe das im letzten Jahr schon einmal angesprochen, darauf wurde mir entgegnet, dass man mit Beruhigungsmitteln und Neuroleptika zunächst ja mal "hoch rangehen müsse", um dann evtl. zu reduzieren. Pharmakologisch gesehen völliger Nonsens, aber durch den Arzt offenbar unterstützt. Das führt dann dazu, dass meine Schwiemu immer häufiger völlig abgeschossen wirkt und teilweise gar nicht mehr erweckbar ist.

    Spezialschuhe: Guter Tipp Sonnenblümchen. Wir haben im Sommer auch dafür gesorgt, dass sie diese Schuhe bekommt, sie wurden vom Sanitätshaus extra angepasst.

    Lieber Herr Hamborg, grau ist alle Theorie. Wir haben leider noch nicht den richtigen Dreh gefunden. Bei meiner Mutter, die vor 2 Jahren verstorben ist, war es damals einfacher. Ich hatte einen guten Draht zum Pflegepersonal, es war dort auch bekannt, dass ich "vom Fach bin". Außerdem hat sich mein eigener Hausarzt um sie gekümmert, der einfach klasse ist und mit dem ich jedes Problem besprechen konnte: Gold wert!!!

    Sonnenblümchen und Teuteburger: Das mit der Kleidung habe ich bei meiner Mutter immer so gehandhabt: sie hatte zwei Schränke in ihrem Zimmer und die jeweiligen Sommer-, bzw. Wintersachen habe ich in den anderen Schrank gelegt und dann den Schlüssel abgezogen. Am Anfang hatte ich auch noch ihre Wäsche mit nach Hause genommen und selbst gewaschen. Das war mir aber neben 50-Stunden Arbeitswoche und eigenem Haushalt zu viel Aufwand. Ich habe dann größere Mengen an Kleidungsstücken besorgt, die pflegeleicht (z.B. Pullover aus Fleece oder Kunstfasern statt ihre schönen Wollpullover) und günstig waren. Von jedem Kleidungsstück so viel, dass es für 14 Tage reichte, also immer die Hälfte in der wochenweise Reinigung und die andere Hälfte im Schrank lag.

    Liebe Grüße an Euch alle

  • Hallo zusammen,

    ich verstehe auch nicht so recht, warum einige Angst haben, Kritik zu äußern, auch meine Mutter sagt meist "bloß nicht beschweren"- ganz ängstlich. Wie soll sich denn ohne (berechtigte) Kritik etwas ändern? Meine Einstellung ist immer, dass die Mitarbeiter doch ruhig mitbekommen sollen, dass ich als Angehörige immer wieder mal nach dem Rechten schaue.

    Gerade bei den jüngeren Mitarbeitern habe ich das Gefühl, dass sie einiges lockerer sehen - doch es gibt dann den Wohnbereichsleiter, der sie ggf. zur Raison ruft. An letzteren wende ich mich bei wichtigen Fragen und Anmerkungen nun meist, weil sonst vieles untergehen kann, was ich irgendeiner Mitarbeiterin sage, nicht mal durch Böswilligkeit, sondern weil dann schon Bewohner x und y ein Problem haben und mein Anliegen dann vergessen wird aufzuschreiben.

    Mir wurden die Heim-Strukturen nach und nach erklärt und damit funktioniert es nun, manches was ich als sinnvoll versuchte anzuleiern, hat aber dann meine Mutter abgelehnt... Da kann man dann nichts machen.


    Bei meiner Mutter ist auch immer sehr auffällig, dass sie irgendwelche Ärgernisse oder Beschwerden nur mir gegenüber äußert - nein "die müssen nicht wissen, dass ich Halsschmerzen habe" u.ä. - irgendwie vllt eine Generation, die verinnerlicht hat, dass man alles schlucken muss und Beschwerden negative Sanktionen bewirken?


    Meine Mama ist nun auch geimpft, ich hoffe mal, dass bald wieder mehr im Heim gestattet ist mit Singen o.ä.


    Liebe Grüße an alle,

    Rose

  • Hallo in die Runde, :)


    danke Lulu für deine Tipps in Sachen Wäsche. Leider ist ihr Schrank nicht so groß, dass ich für eine so lange Zeit (zwei Wochen) genügend Wäsche horten kann. Wenn sie jeden Tag eine neue Hose, Pullover, Weste, Unterwäsche braucht, dann klappt das leider nicht. Aber ich werde doch noch einiges kaufen, um es dann von zu Hause aus immer wieder auffüllen zu können.

    Der Umstand ärgert mich trotzdem. Nachhaltigkeit erreicht man hier nirgendwo. Billige Sachen gehen auf die Kosten von Südostasien. Bei einem bestimmten Online-Kaufhaus, zu dem auch andere führende Onelinegeschäfte gehören, sieht es zumindest in den Fabriken und bei der Bezahlung der Angestellten annehmbarer aus als bei anderen. Man hat das im Fernsehen mal gezeigt. Ich denke an so etwas, nicht erst seit gestern oder heute.

    Von Nachhaltigkeit kann bei Inkontinenzartikeln auch nicht die Rede sein.

    Aber es geht auch nicht anders. Ich mache mir hier auch nichts vor. Da wird bei jedem Höschenwechsel eine neue große Plastiktüte benutzt, weil es sonst himmelweit stinkt. Aber es gibt doch auch entsprechende Eimer, wie ich gelesen habe.


    Ansonsten stimme ich Euch zu. Unangemeldete Kontrollen müssen sein.

    Gestern hätte man meine Schwiegermama nass bis zum Bauch und eingekotet vorgefunden. Sie hat Wasseransammlungen und bekommt jetzt stärkere Tabletten. Das Bett, sie lag nicht drinnen, war auch eingenässt und auf dem Boden eine Pfütze von irgendwas. Meine Seniorenbetreuerin hat angepackt, sie aus dem Rollstuhl mit einer Pflegerin geholt, sie abgeduscht, umgezogen, ihr etwas warmes! angezogen usw.

    Es herrscht mal wieder Personalmangel. Und wie ist das abends/nachts mit ihr?

    Was wäre, wenn einmal keiner kommen würde?


    Ich habe für meine Schwiegermama auch Schuhe mit Übergröße gekauft. Die Hausschuhe habe ich sogar zwei Nummern größer bestellt. Bei den normalen Schuhen eine Nummer größer. Die Hausschuhe passen ihr. Die anderen, die vor dem Sturz gepasst haben, passen jetzt nicht mehr. Leider hat meine Schwiegermama winzige Füße. 36/37. Die Schuhe sind, soweit ich noch weiß, 38.


    Leider hat meine Schwiegermama nicht genügend Kleidung gehabt. Ich habe fast alles neu kaufen müssen und das wenige, was sie gehabt hat, löst sich nach und nach in Wohlgefallen auf, bei der häufigen Wäsche. Das kommt uns dieses Jahr teuer, auch wenn die Hosen nur 25 Euro kosten und die Schlafanzüge 30 bis 40 Euro. Ein Schlafanzug hat wesentlich mehr gekostet. Den habe ich gleich zweimal gekauft, wegen dem Material, der passenden Länge und der Hosenbundweite, die genau richtig für sie gewesen ist. Da hat halt einfach alles gepasst. Ich habe nicht, wie bei den meisten anderen Sachen, erst umnähen müssen, trotz Kurzgröße ect. Dafür habe ich am Anfang, als ich nur hin und her gehetzt bin, keine Zeit gehabt. Und gerade einer dieser Schlafanzüge ist verloren gegangen und zwei gut passende Hosen. So dicke ist ihr Konto auch nicht, als das da immer etwas verschwinden kann. Wir müssen ja auch noch eine Seniorenbetreuerin für sie zweimal wöchentlich bezahlen.

    Ohne diese könnte ich niemals frei machen zur Zeit, dank Corona und ihrem körperlich, geistigen Bedarf. Nur einmal habe ich es erlebt, dass sie mich nicht gebraucht hat, weder im Zimmer noch psychisch. Auch das hat viel mit dem Spar-Corona-Betrieb im Heim zu tun.


    Und heute habe ich ein Erlebnis gehabt, was ich auch nicht so gut fand. Eine Frau, die immer auf dem Gang entlang gelaufen ist, von der ich dachte, sie spricht nicht viel, hat sich dank dessen, dass ich ihr zweimal geholfen habe, jetzt gesprächiger gezeigt. Sie kommt auch öfters in das Zimmer meiner Schwiegermama. Das gefällt mir im Moment nicht. Diese Frau ist in letzter Zeit aggressiv. Eine andere Frau ist bei einer Auseinandersetzung mit ihr gestürzt, weil sie wohl hastig und ohne Rollator versucht hat sich zu verteidigen. Das Personal hat dann schnell geholfen. Ich habe die demente Frau dann abgelenkt, weil ich auf dem Flur unterwegs gewesen bin und bin ein Stück mit ihr zum Schwesternzimmer gegangen. Und wieder gab es Streit zwischen einer anderen Demenzkranken und ihr. Auch Demenzkranke sind unterschiedlich geistig fit. Die eine Frau war entsetzt über ihr Verhalten und sie hat dann dagegen geschossen.

    Und als ich abends heimgehen wollte, hat mir die Demenzkranke mit dem Rollstuhl die Fahrstuhltür versperrt, gemeint, sie hätte die Polizei gerufen ect. Schon vorher hat sie was in Sachen Geld gesagt. Gut, das gerade eine Pflegerin kam. Da diese Frau auch schlagen und an den Haaren ziehen kann, wenn man nicht ihrem Willen folgen will, was ich schon erlebt habe, habe ich bedenken, wegen meiner Schwiegermama, die im Moment eher hilflos und dauermüde in ihrem Bett liegt. ect.

    Mehr Personal für solche Umstände, wäre dringend notwendig. Ich werde mir das Morgen noch mal genauer ansehen und mit dem Personal sprechen. Wie gesagt, das Personal trifft keinerlei Schuld an den Umständen. Auch heute hatte ich ein freundliches zugewandtes Gespräch gehabt, weil man mich persönlich angesprochen hat und einen Austausch gewollt hat. Dafür bin ich immer sehr dankbar, weil ich dann doch einiges besprechen kann.



    Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.


    Liebe Grüße an alle <3

  • Nochmal zum Thema Schuhe: bei meiner Schwiemu hatte sie der Arzt verordnet, daher haben sie nichts gekostet. Der Arzt hat ein Hilfsmittelrezept ausgestellt mit dem Vermerk "Verbandschuh" und der Hilfsmittelnummer 31.03.03.4XXX


    Wir haben dann das Rezept in ein Sanitätshaus gebracht und uns ein Modell ausgesucht. Das Sanihaus ist ins Heim gekommen, hat ihre Füße vermessen und dann das passende Modell bestellt. Hat alles etwas gedauert, aber die Schuhe passen perfekt.


    Auch meine Schwiemu hatte das Problem mit den Wassereinlagerungen in den Füßen. Gleichzeitig haben wir mit dem Arzt Rücksprache wegen der Medikation genommen, da sie einen Calciumantagonisten zur Blutdrucksenkung bekam. Das wurde nun umgestellt und die Ödeme sind verschwunden.

  • So, morgen soll geimpft werden. Drückt mir die Daumen.


    Eben war ich kurz vorm Platzen. In der Sendung von Frau Maischberger hat ein Kandidat gemeint, man müsse den Lockdown verschärfen und endlich die Pflegeheime weiter schützen, sprich ganz dicht machen. So habe ich das verstanden. Dann soll derjenige meine Schwiegermama nachmittags frisch machen helfen, weil Personalmangel ist. Soll er das Zimmer aufräumen, lüften, sich um dreckige Wäsche kümmern, schauen dass sie genug trinkt. Es scheint demjenigen in keinster Weise bewusst zu sein, dass man Menschen auch psychisch umbringen kann. Das immer wieder diese Debatte aufkommen muss . . . Man will das Personal noch mehr belasten. Es geht ja irgendwie. Heute hatten wir eine Krankmeldung gehabt. Tja . . .


    Sie saß schief im Rollstuhl als ich kam. Das Dekubituskissen habe ich heute frisch gewaschen mitgebracht. Mit einer Pflegerin habe ich sie dann wieder daraufgesetzt, weil sie dann besser und höher gesessen hat. Ihre Unterbeine lagen vorher auf der Kante der Rollstuhlfußstützen, anstatt darauf. Das tat ihr mit der Zeit natürlich weh. Sie soll einen neuen Rollstuhl bekommen. Das hat das Heim selbst festgestellt.

    Sie stank nach Urin. Die Entwässerungstablette wirkt anscheinend, aber sie wollte sich, trotz mehrer Versuche, nicht frisch machen lassen.


    Liebe Grüße an alle

  • Hallo Hanne,


    da bin ich aber froh, dass du den Kampf gewonnen hast. :)


    Ja, ich weiß auch nicht, ob ich diejenige bin, die sich zu viel einbringt. Andererseits muss ich wirklich sagen, es funktioniert sonst nicht so, wie ich das selbst gerne hätte, wenn ich in einem Heim wäre.

    Das Dekubituskissen stand vorgestern noch versifft im Bad. Man hätte den Bezug abmachen müssen und ihn zum Waschen geben müssen. Dann hätte es über eine Woche oder sogar zwei Wochen gedauert bis er wieder dagewesen wäre. Meine Schwiegermama hätte in einem unhaltbaren Zustand für ihre jetzige körperliche Anatomie mit ständigen Schmerzen leben müssen.

    Sie macht viel Arbeit. Sie zerrupft Windeln. Dann sieht es aus, als hätte es in ihrem Zimmer geschneit. Derjenige, der für die Inkontinenzartikel zuständig sein soll und der sie diesen Monat vom Haus aus hätte einstellen sollen, den habe ich nicht mehr gesehen, seit über zwei Wochen. Vielleicht ist er krank? Also muss ich weiter kaufen.

    Genauso die schmutzige Wäsche. Sie hat kein einziges Schlafanzugoberteil mehr gehabt. Zwei sind verschwunden, drei in der anderen Wäscherei und drei nach zwei Tagen völlig durchuriniert bei mir gelandet. Sie hat noch langärmelige T-shirts. Aber die werden nie benutzt. Warum weiß ich nicht.

    Die langärmeligen Unterhemden, die ich jetzt neu gekauft haben, finden seit zwei Tagen tatsächlich Verwendung.


    Alle Auflaufen lassen, ich kriege das im Moment nicht hin, weil ich immer einen gewissen Standard aufrechterhalten will. Und bei Personalmängeln, da kann der Wille noch so groß sein, aber die Bewohner werden wohl auf der Strecke bleiben, denke ich. Andererseits weiß man nicht, was mit mir mal sein könnte oder mit meiner Mama. Dann muss es auch so gehen. Schwieriges Thema für mich, ich weiß.


    Liebe Grüße

  • Hallo in die Runde,


    Ich war ja heute zu Hause, habe gearbeitet ect.

    Eben rief mich die Seniorenbetreuerin an: Sie ist nicht geimpft worden!


    Ich bin . . . Heute Mittag war eine Ärztin bei ihr und diese hat Blut bei ihr abzapfen wollen, nicht wegen der Impfung, sondern in eigener Sache. Zu dritt hat man sie festgehalten und mit einer dicken Nadel Blut abgezapft. Das hat ihr weh getan. Meine Seniorenbetreuerin hat selbst in dem Fach mal gearbeitet und gemeint, es gibt auch dünnere Nadeln für so gut sichtbare Venen, wie bei ihr. Diese Nadel wäre eher etwas für einen Aderlass passend gewesen.


    Danach hat sie Kaffee getrunken und es ging einigermaßen. Gegen Abend kam der Arzt. Er war nett und freundlich. Aber es war nichts zu machen. Sie hat ihn angeschrien. Man hat versucht zu erklären. Nein, es ging nichts mehr, auch nicht beim zweiten Anlauf. Warum hat man diese zwei Aktionen auf einen Tag gelegt, frage ich mich?


    Und dann die Hiobsbotschaft, dass sie nachts das Pflegepersonal auf Trapp hält. Man denkt über einen Overall nach.

    Aber ich werde erst schauen, was in Sachen Inkontinenzartikel noch geht. Seit 1. Januar soll sie vom Heim eingestellt werden. Es hat sich noch nichts getan. Ich kaufe das, was ich mal beim Frischmachen angeraten bekomme, aber das Richtige ist noch nicht gefunden. Zweimal habe ich eine Einlage bei ihr gesehen, wo ich gedacht habe, ja, die könnte doch passen, von der Anschmiegsamkeit, von der Größe ect. Ich habe im Internet eine gefunden, die besser ist wie die letzte und gedacht, ich hätte jetzt die richtige erwischt, aber leider war es wieder die Falsche.

    Morgen werde ich, komme, was da wolle, nach dieser einen Einlage fragen, die ich zweimal bei ihr gesehen habe und ich will den Namen wissen!

    Dann soll man das probieren. Denn als man sie einfach ausgezogen und mit einem normalen Höschen, ohne alles, ins Bett gelegt hat, hat sie geschlafen wie ein Baby.

    Also liegt es wohl, unter anderem, an den Inkontinenzartikeln, dass sie nicht schlafen kann oder will.

    Erst, wenn das einigermaßen behoben ist und wenn sie dann immer noch nicht schläft, kann man weiter sehen.

    Sie liegt dann nachts, ich habe es befürchtet, in ihrem Urin/Kot, denn man kann nicht jede Nacht zweimal das Bett für sie frisch machen. Einmal, mehr geht nicht. Verständlich, einerseits.

    Und sie schreit und ruft auch, so dass man sie noch eine Station höher hören kann. Um Himmels Willen, denke ich da, wie muss es ihr denn gehen nachts. Zwar erwähnt sie tagsüber nie etwas davon. Also wird es für sie jetzt nicht das Drama sein oder vielleicht doch?

    Aber auch für die anderen, die in ihrer Nähe wohnen, ist das doch schlimm. Gut, das neben ihr das Stationsbad liegt. Und vielleicht ist die direkte Zimmernachbarin auch halb taub.


    Ich hoffe, ich kann Morgen etwas erreichen. Als erstes rufe ich bei Tena an. Sie sollen mir Proben zuschicken.


    Liebe Grüße an alle

  • Hallo Sonnenblümchen,


    danke für Deine Anteilnahme an der unleidigen Situation. :)


    Leider wird sie nie mehr laufen können. Sie hat überhaupt kein Verständnis für Übungen oder ähnliches. Deshalb hat man sie ja auch rasch aus der Geriatrie wieder entlassen müssen.

    Über meiner Mama wohnt eine ältere Dame, im gleichen Alter wie meine Schwiegermama. Sie ist auch in ihrer Wohnung gestürzt. Und auch sie hat einen Oberschenkelhalsbruch gehabt. Sie hat im gleichen Krankenhaus gelegen wie meine Schwiegermama und kam dann in der Geriatrie. Anschließend war sie zur Reha in einem Heim, in dem dann Corona ausgebrochen ist. Sie durfte keinerlei Besuche empfangen. Hat aber oft mit ihrem Sohn telefoniert ect. Sie kann jetzt wieder laufen, zwar mit Rollator, aber es geht. Sie ist aber auch eine eigenständigere Persönlichkeit als meine Schwiegermama und sie kann auch gut alleine sein. Zudem ist sie technisch etwas interessiert und sie hat keine Demenz. Das ist ein Unterschied. Ich finde es für meine Schwiegermama schlimm, dass sie nicht mehr laufen kann. Das war ihr immer das Wichtigste gewesen.

    Ich hoffe, das alle anderen mehr Erfolg mit der Impfung haben. Ich frage mich halt, ob sie bei der zweiten Impfung, dann doch noch geimpft werden kann. Und dann die Frage, ob man sie dann nachimpfen kann?

    Ich glaube, es hätte auch keinen Unterschied gemacht, wenn ich dagewesen wäre. Sie hat genauso viel Vertrauen in die Seniorenbetreuerin wie in mich. Wenn mein Mann dagewesen wäre, das hätte vielleicht was gebracht. Er hätte ihr auch die Spritze geben können, wenn das erlaubt gewesen wäre. Halt im Beisein des Arztes, wegen der schwierigen Situation. Aber ich kenne mich damit nicht aus.


    Liebe Grüße Sonnenblümchen und an alle anderen

  • Danke, fürs Hoffnung machen, Hanne.

    Wenn ein zweiter Termin möglich wird, dann wird mein Mann schauen, ob er dann anwesend sein kann. Leider war der Termin gestern recht schwammig definiert gewesen und er hatte, wegen seinem Beruf, keine Zeit sich solange frei zu machen. Dann hoffen wir, auf das nächste Mal, dass es dann klappt.

    Ich halte es bei ihr auch für vertretbar, dass sie das Melperon bekommt, welches man ihr auch geben darf. Aber sie verweigert das oftmals. Halt so wie zu Hause auch. Zu Hause hat man die Tabletten ect., dann bei ihr stehen lassen und sie nach und nach etwas abgelenkt und oftmals, aber nicht immer, hat sie sie dann freiwillig doch noch geholt. Dafür hat man im Heim und bei dieser hoch komplizierten Impfung leider keine Zeit.

    Ich hoffe inzwischen auf einen normalen, klassischen Totimpfstoff, wenn möglich ohne Aluminiumverstärker. Den kann jeder Hausarzt dann geben.


    Ich drücke die Daumen, für deine beiden Lieben.


    Liebe Grüße

  • Hallo Hanne,


    das ist wirklich kurzfristig und für andere, so wie du sagst, nicht so gut zu händeln, die die technischen Möglichkeiten nicht haben.

    Verstehen kann ich dieses Vorgehen aber nicht. Hätte man das nicht mit dem ersten Schreiben alles abdecken können?

    Die Seniorenbetreuerin meiner Schwiegermama wurde gestern auch gefragt, ob wir denn unser Einverständnis gegeben hätten. Wir haben das schriftlich alles Wochen vorher bereits getan. ???


    Aber immerhin, nach dieser Aktion ist es für Dich schon mal vorbei und hoffentlich wird dann einiges besser für dich, was die Besuche ect. angeht.


    @Alle


    Heute war ein ausgesprochen guter Tag, bis auf wenige Abstriche. Man hat offensichtlich jemand neues eingestellt. Ich habe ein längeres Gespräch mit einer Pflegerin gehabt und einiges über meine Schwiegermama erfahren, was ich noch nicht gewusst habe.


    Und wirklich positiv fand ich den Umstand, dass sie mit dem Rollstuhl alleine unterwegs gewesen ist. Sie konnte den plötzlich selbst bedienen!!!


    Sie war munter, gesprächig, hat Kaffee getrunken und Kuchen aus der Hand gegessen. Das Zimmer war aufgeräumt, Geruch auch gut und man hat sie richtig gehend in den Rollstuhl gebettet. Tags zuvor hat sie in einem Pflegerollstuhl von einer verstorbenen Mitbewohnerin gesessen. Der ist gegen Mittag aber abgeholt worden. Leider braucht der neu bestellte Pflegerollstuhl noch über zwei Monate bis er da ist. Das wird aber mit ihrem Rücken nicht gehen, da sie ja inzwischen gerne im Aufenthaltsraum ist, zumindest meistens. Wir werden schauen, dass wir einen gebrauchten mieten oder sogar kaufen können, den man nachher wieder weitergeben kann.

    Gegen Spätnachmittag ist die Stimmung wieder gekippt, aber wir, mein Mann und ich, konnten dann gehen, nachdem sie kurz eingenickt ist. Dem Pfleger haben wir Bescheid gesagt. Wir verabschieden uns nicht mehr. Das stiftet nur Verwirrung und sie ist dann nur schwer zu beruhigen.

    Ich schöpfe, was sie angeht, also wieder ein wenig Hoffnung, dass es mit dem Einleben doch noch funktionieren kann.


    Zur verpassten Impfung: Leider funktioniert das im Heim nicht, dass sie nochmal voll geimpft werden kann. Sie kann zwar einen einzelne Impfung bekommen, aber davon rät man ja eher ab. Dann warten wir halt ab, welche Impfungen es noch geben wird.


    Liebe Grüße in die Runde

    • Offizieller Beitrag

    Hallo in die Runde,

    schön, dass es mit dem Impfen weitergeht und das Ruckeln in der Startphase einigermaßen erträglich ist. Die mir bekannten Formulare sind relativ schnell ausgefüllt und ich sehe keine Alternativen, auch weil sich Impfgegner in Stellung, es würden alte Menschen gegen den Willen oder als Versuchskaninchen geimpft. Wenn ich die Diskussionen über fehlende Impfdosen und politisches Versagen höre, denke ich: Die gleichen Leute werden sich lautstark in 5 Monaten darüber beschweren, dass plötzlich viel zu viel Dosen bestellt wurden …


    Das neuen Formular vom RKI kenne ich noch nicht, werde aber ggf. an das RKI schreiben, wenn mit den Formulierungen fachliche Anforderungen im Umgang mit Menschen mit Demenz nicht beachtet oder verhindert werden.


    Der Diskussion über den Personalmangel kann ich nur zustimmen, Teuteburger hat die paradoxen gesellschaftlichen Botschaften und „Daumenschrauben“ gut beschrieben. Etliche Pflegekräfte ärgern sich über eine empfundene Verlogenheiten auch zu dem Thema – ich nenne es gern Vollkaskoerwartung bei Teilkaskofinanzierung. Wie oft habe ich schon darauf hingewiesen, dass eine einfache Zahl dies deutlich macht: Die skandinavischen Länder geben doppelt so viel für Pflege aus wie Deutschland, wir liegen als reichstes Land im EU-Durchschnitt. Südliche Länder geben die Hälfte vom Durchschnitt aus und es besteht die ganz klare Erwartung, dass sich die Familien um die Pflege kümmert – auch im Heim. Mit dieser Finanzierung geht eine gute Versorgung nur, wenn das Heim zum Magneten wird, in dem Angehörige, Ehrenamt und Zivilgesellschaft gern ihren Beitrag leisten – in einem Zentrum des Sozialraums – meine Vision.


    Aber – und da greife ich das auf, was Sonnenblümchen schmerzhaft und bis zur Verzweiflung erlebt: Jedes Verständnis zu den ärgerlichen Rahmenbedingungen, dem Fachkräftemangel, Zeitarbeit, Belastungen durch Corona usw. rechtfertigen in keiner Weise schlechte Pflege, chaotische Strukturen und Organisationsversagen. Da sind unangemeldete und anlassbezogene Prüfungen einfach notwendig und umso mehr, je stärker die Logik der Börse und kurzfristige Gewinnerwartungen das prioritäre Geschäftsziel sind. Wenn die Zustände nicht erkannt werden, wird sich in manchen Institutionen nichts ändern, eine gute Pflege wird ganz von den wenigen guten Kräften abhängen.



    Sonnenblümchen, in meinen Schulungen spreche ich dies an und stelle es gern in die folgenden Zusammenhänge:


    Menschen machen Fehler, nur so konnten wir so viel lernen und erreichen. Eine 100%tige Fehlerfreiheit ist demotivierender und unmenschlicher Unsinn aber leider (auch in den MDK-Prüfungen und Rund-um-glücklich-Erwartungen) vorhanden. Aber Lernziel ist es, Fehler zu vermeiden und genau das passiert in Ihren Einrichtungen, Sonnenblümchen und Teuteburger zu wenig. Je mehr also ein systematischer Fehler in der Organisation zu echten Pflegefehlern und Problemen führt, umso mehr müssen wir handeln und nicht verzweifeln. Immer wieder werde ich darauf hinweisen, wie es gedacht ist, ich wiederhole mich:


    Die Einrichtungen sind verpflichtet zum Beschwerdemanagement und zur Qualitätsentwicklung und das wird geprüft, auch wenn die Prüfungen derzeit ausgesetzt sind.


    Jede Einrichtung hat Probleme mit der Wäsche (gehabt). In den Abläufen sind viel zu viele Fehlerquellen, aber es ist möglich, die Fehler zu minimieren und daraus zu lernen. Dies gilt auch für viele pflegerische Fehlerquellen. Auch ich bin daran fast verzweifelt und habe einen großen Teil meiner Kraft in Instrumente zur Entwicklung gesteckt, Einrichtungen mit IQM Demenz unterstützt und nun alles in einem Buch mit vielen Praxistipps zusammengefasst. Es ist die pure Utopie und einige werden sich ärgern, weil die Realität oft so viel anders ist. Aber viele der Einrichtungen haben es mir bewiesen, dass es geht und die Arbeit in der Pflege begeistern kann!


    In diesem Zusammenhang habe ich auch auf das Sturzparadoxon hingewiesen: Wir Menschen lernen den aufrechten Gang durch das Fallen – nur im Alter ist das verboten und jeder Sturz wird rechtlich bewertet. Das geteilte Bettgitter ist derzeit der fachliche Standard und keine Fixierung, weil so der Vorteil der Schutzfunktion und der Mobilisierungshilfe mit der potenziellen Freiheit verbunden wird, das Bett zu verlassen – so die Theorie für 95%.


    Sonnenblümchen, dass Sie auch noch mit bürokratischen Hürden kämpfen müssen, ist mehr als ärgerlich. Eine notariell beglaubigte Vollmacht ist eigentlich nicht nötig – leider gibt es noch zu viel Unwissenheit und zu viele auch öffentliche „Dienstleister“, die einige Kunden lieber vom Hals haben möchten, weil sie auch ohne Kunden ihr Geld bekommen (?!) So wie sie schreiben, kämpfen Sie derzeit verzweifelt auf allen Fronten, laufen immer mehr auf, finden niemanden der sich wirklich kümmert und werden zu allem Überfluss vielleicht sogar noch als „Helikopter-Angehörige“ wahrgenommen. Ein fataler Teufelskreis.


    Abschließend noch einige Gedanken:


    Hanne63, das Ihr Vater umziehen muss ist schade aber leider wirklich nötig. Gesellschaftlich wollen wir so wenig wie möglich geschlossene Heime oder Stationen und da ist es einfach erforderlich, dass all die umziehen, die das Angebot nicht brauchen und für die Menschen Platz machen, die es (übergangsweise) dringend nötig haben. Ich hoffe sehr, dass Ihr Vater bald das nächste Einzelzimmer in einer anderen Station bekommen kann: so schnell wie möglich und nicht erst, wenn sich die Konflikte wieder gewalttätig eskalieren.


    „drin liegen lassen“ und eine Inkontinenz nicht versorgen wird von Pflegekräften in meinem Schulungsprogramm „Gewaltvermeidung durch Professionalität“ immer als Gewalt in der Pflege eingeschätzt. Ich arbeite da mit meiner „Hitliste der Gewalt“ – in Gruppendiskussionen wird eingeschätzt, wie sich Mitarbeiter verhalten, wenn sie so etwas im Team beobachten. Leider gibt es nur wenige Schulen, die dieses wirkungsvolle Instrument nutzen. Vielleicht wird es durch die neue Pflegeausbildung langfristig besser!


    Schön, Lulu, wie sie den „Nonsens“ beschreiben, mit Psychopharmaka „hoch einzusteigen um dann zu reduzieren“ – dies gilt in der Gerontopsychiatrie als Kunstfehler und ich kann mir nur wenige Ausnahmen vorstellen, in denen dies als „Heilversuch“ gerechtfertigt sein könnte.


    Handmassagen und „basalstimulierende“ Massagen sind eine sehr wirkungsvolle pflegerische Intervention und für Angehörige zusätzlich noch ein echter Liebesdienst. Wenn so ein Pflegefehler auffällt, ist das sicher ein guter Nebeneffekt, aber bitte nutzen Sie diese kraftvolle Maßnahme auch unabhängig davon!


    Ihnen alle eine schöne Woche, Ihr Martin Hamborg

  • @Ach, Sonnblümchen,


    das ist einfach nur schlimm. Nicht nur wegen Corona selbst, sondern auch, weil du deine Mama als nicht so gut versorgt erlebt hast, wenn du nicht nach dem Rechten schaust.

    Ich kann mir gut vorstellen, wie es dir damit gehen muss. Ich würde mir da auch viele Gedanken machen.

    Ich würde bei Gelegenheit mit jemandem vom Heim sprechen und sagen, dass der Mama oft kalt ist und das man ihr immer eine lange Hose und einen langärmeligen Pullover anziehen soll.

    Man kann nur hoffen, dass das Heim Hilfe von außerhalb annehmen wird. Das haben manche Heime mit Erfolg gemacht, um Pflegeengpässe zu vermeiden und um eine gute Versorgung, auch mit Corona hinzubekommen.


    Sei gedrückt und liebe Grüße an Dich :|

  • Danke, Hanne,


    für die Idee mit dem Muff. Das werde ich auch machen.


    @Herr Hamborg


    auch aus Ihrem Text konnte ich einiges Hilfreiches für mich herauslesen.

    Auch was Sie über Gewalt und Inkontinenz "liegen lassen" schreiben, ist für mich richtig. Aber es scheitert in dem Falle wohl tatsächlich am schwach besetzten Personal nachts. Aber ich werde da dranbleiben.


    Ein Pflegeoverall, weckt bei mir gemischte Gefühle. Meine Schwiegermama hat die Eigenschaft, sich manchmal in Unausweichliches zu Fügen. Das heißt, sie könnte damit leben oder aber sie fühlt sich entmündigt, hilflos ect. Wie gesagt, erst muss die Inkontinenzgeschichte verbessert werden. Sie rupft tagsüber so gut wie gar nicht mehr. Die weiteren Fixierhöschen haben wohl Wirkung gezeigt. Ich habe jetzt auch die weichere Einlage gefunden. Diese soll dann probiert werden. Wenn dann nachts mehr Ruhe ist und auch hier eine Gewöhnung ohne Pflegeoverall stattfindet, dann wäre das für mich die bessere Lösung.


    Liebe Grüße an alle

  • Das freut mich sehr für Dich, Hanne. :thumbup::)


    Ich bin leider wieder nicht so froh. Heute war die Seniorenbetreuerin bei ihr, während ich zu Hause gearbeitet habe.


    Ihre Beine und ihre rechte Seite sind mit Wasser gefüllt. Sie hat Schmerzen, trotz starker Entwässerungstablette. Die Beine wurden letzte Woche jeden Tag gewickelt. Jetzt zwei Tage nicht. Sie hat Hühnerei große Wasserblasen an den Beinen, die sehr weh tun bei Berührung. Sie hat auch schwarze Stellen an den Beinen. ??? Meine Seniorenbetreuerin meinte, das sei abgestorbenes Fleisch/Haut?

    Sie war wieder eingenässt. Meine Seniorenbetreuerin hat geholfen sie frisch zu machen.

    Meine Schwiegermama weiß sehr wohl, dass sie so nicht leben will. Hat sie auch gesagt. Sie hat heute beten wollen. Das ist etwas ganz Neues gewesen. Nachts muss es weiterhin schlimm sein.

    Erfreulich ist gewesen, dass der neue Pflegerollstuhl bereits da ist. Aber leider noch nicht auf ihrem Zimmer. Ab Mittwoch bekommt sie wieder Lymphdrainage.


    Ich habe jetzt einige Hosen, Pullover für sie bestellt, sowie Schals und den Muff *wink* Hanne.


    Mich macht ihr Zustand traurig, meine Seniorenbetreuerin auch. Beide haben heute geweint.


    Mehr will ich dazu auch nicht sagen. Meine Seniorenbetreuerin und ich, wir kennen sie jetzt seit Jahren. Manchmal glaube ich an eine Wende. Aber jetzt bin ich wieder recht gedämpft unterwegs.


    Liebe Grüße an alle

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  • Liebes Sonnenblümchen, liebe Hanne


    danke für Eure Anteilnahme und Eure Hilfestellungen. Es hilft mir ein bisschen besser beim Ertragen.


    Als ich mir ihr Bein heute angeschaut habe, meinte sie, dass die Beine weh tun und ich solle nichts machen.

    Entsprechend bin ich bei dem einen Bein geblieben. Insgesamt waren sie nicht so geschwollen, wie gestern schätze ich. Die Entwässerungstablette hat wohl heute etwas besser gewirkt. Die gestern noch fast schwarzen Stellen, waren für mich heute violettrot. Ich halte das für Hämatome. Mehr hat sie heute nicht mit mir gesprochen, wie die drei Sätze über ihr Bein, weil sie nur geschlafen hat.


    Leider ist der Pflegerollstuhl doch noch nicht da. Entsprechend schief hing sie im Rollstuhl. Ich habe sofort mit dem Heim und der Pflegekasse gesprochen. Er ist sofort genehmigt worden und kann sobald als möglich geliefert werden. Ich hoffe sehr, dass das spätestens übermorgen möglich sein wird.


    Leider war heute keiner auf der Station mit dem ich über ihr Bein hätte sprechen können. Ich hoffe, dass morgen wieder eine Fachkraft auf der Station ist. Eine Wundbetreuung gibt es und diese wird von demjenigen gut durchgeführt. Ich bin immer froh, wenn derjenige da ist. Und hier stimme ich Herrn Hamborg zu. Wenn derjenige da ist, dann wird besser gehandelt. Vielleicht hat er Nachtdienst. Ich hoffe es für sie.


    Ich werde morgen mit ihrer Ärztin sprechen.


    Hanne, wenn das mit deinem Vater auf dem Zimmer doch noch gut geht, das wäre natürlich eine feine Sache. Sagt er etwas zu dir, wenn er mit etwas nicht zu Recht kommt?


    sonnenblümchen, halte durch in Sachen Bürokratie. :thumbup: Dann drücke ich dir die Daumen, dass deine Mama ohne Probleme geimpft werden kann.


    Es stimmt leider, man hofft immer, dass es irgendwie doch noch besser wird oder zumindest, dass derjenige nicht leiden muss. Deshalb fand ich ihren ruhigen Schlaf heute wirklich nicht schlecht für sie. Sie stank diesmal auch nicht nach Urin. Sie hätte sich mit Sicherheit auch nicht frisch machen lassen. Sie wollte einfach nur schlafen. Und hier frage ich mich wieder, wie dass dann heute abend wird, wenn man sie ins Bett legen will.


    Liebe Grüße <3

  • Huhu, ich bin noch da. Da ich beruflich im Moment sehr angespannt bin, komme ich aber nicht so oft zum Schreiben. Meine Schwiegermutter sehe ich im Moment coronabedingt überhaupt nicht. Mein Mann geht sie einmal wöchentlich besuchen.

    Bei ihr ist ja das Problem, dass sie wie viele Demenzkranke, eine Tag-Nacht-Umkehr hat und nachts durch das Heim geistert. Auf der Station meiner verstorbenen Mutter, die das selber nicht hatte, gab es ein paar Bewohner, die auch nachtaktiv waren. Da war man recht gut darauf eingestellt. In der Wohnküche standen immer ein paar Snacks bereit und die Nachtschwester hat dann das Radio oder den Fernseher angemacht.

    Im Heim meiner Schwiemu gilt aber wohl die Devise "nachts wird geschlafen". Und so stopft man sie mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln voll. Wenn sie dann trotzdem aufsteht, stürzt sie oft. Ich habe ja schon davon berichtet. Das ist nun heute Nacht auch wieder passiert, habe ich gerade von meinem Mann erfahren. Im Moment ist sie noch im Krankenhaus, wir hoffen mal, dass nichts Schlimmes passiert ist.

    Ich hoffe, dass mein Mann endlich mal mit dem Arzt Kontakt aufnimmt, der ja schließlich den ganzen Psychopharmaka-Cocktail verordnet. Aber er will keinen Ärger machen :/ . Kann natürlich auch sein, dass Schwiemu auch ohne Pillen stürzt, da sie wacklig auf den Beinen ist, aber Stock und Rollator meidet wie die Pest. Als sie noch zuhause lebte, ist sie auch oft gestürzt und da bekam sie keine Psychopharmaka. Aber ich denke, die Pillen tun ihr nicht gut.

  • Hallo an Alle,

    ich habe nicht mehr geschrieben, weil ich den Eindruck hatte,daß mich vieles hier noch unruhiger und ängstlicher gemacht hat.(was das Fortschreiten der Krankheit betrifft).

    Es geht mir gar nicht gut.

    In mir wechseln sich Gefühle wie Wut,Verzweiflung, Angst,Mitleid und Trauer ab.

    Leide nun auch an Hypertonie (Bluthochdruck )und muss ein Medikament einnehmen.

    Der Schmerz in mir ist manchmal nicht auszuhalten.

    Der Wahn meiner Mutter ängstigt sie immer mehr und sie möchte aus ihrem Haus ausziehen,weil sie dort von "denen"gequält und verfolgt wird.

    Ich weiß nicht mehr,wie ich damit umgehen soll -bekomme sie auch nicht beruhigt.

    Eben ruft sie mich an ,weint und fühlt sich wieder bedrängt.

    Leider versuche ich dann immer noch zu sagen,daß da nichts und niemand ist,der ihr was Böses will.

    Dann sagt sie zu mir:Hör auf mich zu "verarschen "(sorry)und knallt den Hörer auf.

    @Hanne-Deine Worte,daß Du manchmal glaubst,die Krankheit würde wieder besser,kenne ich nur zu gut.

    Nach einem richtig guten Tag mit ihr könnte ich die ganze Welt umarmen und Luftsprünge machen.

    Und dann wächst irgendwie die Hoffnung-aber nur so lange,bis man am nächsten Tag wieder einen vor den Latz bekommt.

    Das ist das Anstrengende der Lewykörper Demenz, daß sich der Zustand innerhalb 2 Std. 5mal ändern kann.

    Eine enorme Belastung für die Angehörigen.

    Wenn ich Eure Beiträge lese,hören die Probleme auch nicht auf,wenn der Betroffene im Heim ist.

    Also weiter Aufregung, Sorge,Ärger-bedingt durch Corona noch viel mehr.

    Bei uns ist Corona bis jetzt kein Problem.

    Meine Mutter ist sowieso nur zu Hause und mein Vater fährt ab und zu zum einkaufen,was ihm aber auch immer schwerer fällt-das übernehme ich nun auch.

    LG an alle

    Barbara66

  • Hallo ihr Lieben,

    Dann melde ich mich auch nochmal. Es tut mir sehr leid, dass einige wie Teuteburger und sonnenblümchen noch so zu kämpfen haben. Da kann ich momentan (zum Glück) nicht so mitreden. Bei meiner Mutter hat sich nach gut 1 jahr alles recht gut eingegroovt. Die Demenz nimmt zu, besonders der GedächtnisVerlust und sie kann teils noch reflektieren, dass sie Traum und Realität nicht mehr recht unterscheiden kann. Das tut mir dann sehr leid, wenn es so bewusst ist. Immer wieder sucht sie Dinge und hält sich für beklaut, entweder ich oder Pfleger helfen ihr meist, Dinge wiederzufinden.

    Meine Mutter kann bislang noch rumlaufen und ist mit 2 Bewohnern befreundet und sie besuchen sich. Sie stürzt nun deutlich seltener als in der Zeit zuhause, der regelmäßige Tagesablauf und mehr trinken scheinen ihr gutzutun.

    Wenn ich Beschwerden vortrage, habe ich das Gefühl man kümmert sich. Also so kann es auch laufen. Vllt hilft es ja anderen Lesern.

    Wie es allerdings aussieht, wenn sie noch deutlich pflegebedürftiger ist, nicht mehr selbstständig essen kann und nicht zur Toilette, weiß ich nicht. Davor graut mir ein bisschen...

    Die Impfung lief auch super und die Besucher müssen bei Eintreten ins Haus einen Schnelltest machen. Infektionen gab es bislang nicht.

    Schade finde ich nur total, dass die Singe-Runden und Feiern sowie Gottesdienste wie vor corona nicht mehr stattfinden, dafür hat meine Mutter aber vor Weihnachten einen Stern mitgebastelt, ein Wunder, und sie ist immer noch so mega stolz darauf wie ein Kind :) Also aktuell haben wir "unseren" Weg gefunden und ich denke nicht mehr permanent daran wie die ersten Monate.

    Bei meinen letzten Besuchen hat sie mal nicht mehr die Forderung "nachhause" vorgebracht, sprach vom Frühjahr, wenn sie zurückwill....ich diskutiere nicht mehr und ich hoffe sehr, dass ihr Verehrer noch ein bisschen durchhält mit Ende 90, das finde ich so mega rührend, da sie eine so schlimme lange Ehe hatte und nun so ein netter Mann sie toll findet.


    Barbara: das klingt wirklich sehr belastend, was du von deiner Mutter schreibst, für alle Beteiligten. Hilft da wirklich kein Medikament? Ich schicke dir gute Gedanken <3


    Seid alle ganz herzlich gegrüßt

    Rose60

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