Finanzierung / Hilfen für die Anschaffung von Assistenzsystemen, für Pflege zu Hause

  • Guten Tag Frau Gascho, guten Tag Frau Spengemann,


    ich hoffe Sie können mir weiterhelfen.


    Mein Bruder ist sturzgefährdet. Ich habe mich eingelesen zu den Hilfsmitteln. Es gibt zwar Hilfsmittel in dem Hilfsmittelverzeichnis der GKV. Aufgrund seiner Demenz sind diese Hilfen, z.B. für Notrufe, nicht geeignet, weil er eine Kette, Uhr nicht tragen würde, geschweigedenn selbst einen Notruf betätigen. Die Sturzmatte vor dem Bett lehnt er ab. Generell sind Veränderungen in seiner Wohnung ein Problem.


    Nun habe ich ein Assistenzsystem zur Sturzerkennung gefunden, dass man "unsichtbar" fest einbauen könnte. Leider finde ich in dem Hilfsmittelverzeichnis auf der Homepage der GKV nichts. Gibt es trotzdem Finanzierungsmöglichkeiten? Macht dieser Antrag auf wohnumfeldverbessernde Maßnahmen Sinn? Und wenn ja, was müßte ich beachten, da das Hilfsmittel, das helfen würde, ja nicht in das Verzeichnis passt?


    Vielen lieben Dank im voraus!


    Freundliche Grüße, Pauline Schweiger

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Frau Schweiger,


    ich habe und werde verschiedene Anbieter kontaktieren und Sie über meine Recherche-Ergebnisse informieren.


    Es besteht eventuell die Möglichkeit, dass solche Systeme von den Pflegekassen ananlog zu den Hausnotrufsystemen anerkannt und bezuschusst werden.


    Mit freundlichem Gruß

    Birgit Spengemann

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Frau Schweiger,


    leider habe ich von den angeschriebenen Firmen keine Rückmeldungen bekommen. Im Internet habe ich aber mehrere interessante Seiten gefunden, die Ihnen vielleicht weiterhelfen:


    https://www.haus.de/smart-home/ambient-assisted-living


    http://www.selbstbestimmtes-le…assisted-living/produkte/


    https://nullbarriere.de/haustechnik.htm


    https://www.berlin-innovation.…tes-sturzerkennungssystem


    Sicher weiß ich, dass die Anbieterfirmen in Verhandlungen mit den Kranken- und Pflegekassen stehen, um ihre Produkte als Hilfsmittel anerkannt zu bekommen. Es lohnt sich also, direkt bei den Firmen nachzufragen, wieweit dieser Prozess schon gediehen ist.


    Für Systeme, bei denen Einbauten oder Installationen in der Wohnung notwendig sind, z.B. Sensorboden oder spezielle Lichtschalter/Bewegungsmelder, sollten sie versuchen, einen Antrag auf Bezuschussung einer wohnumfeldverbessernden Maßnahme zu stellen. Im Anhang zu den MDK-Begutachtungsrichtlinien des GkV (Spitzenverband Bund der Krankenkassen), der die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen regelt, sind die modernen Technologien leider ebenfalls noch nicht aufgenommen worden.


    Es gibt aber inzwischen ein Gutachten, dass im Auftrag der Verbraucherzentrale erstellt wurde, in dem festgestellt wurde, dass die untersuchten Technologien (Active Assistent Living = AAL) sowohl Entlastungen für Pflegende als auch mehr Selbständigkeit für Pflegebedürftige erbringen. Aus Sicht der Experten sind die AAL-Systeme erstattungsfähig. Bis zur Anerkennung und Aufnahme in den offiziellen Hilfsmittelkatalog ist es dann doch in der Regel ein zäher Prozess.


    https://www.vzbv.de/sites/defa…mmenfassung_gutachten.pdf


    Solange die neuen Produkte nicht im Hilfsmittelkatalog aufgenommen wurden, könnte die jeweilige Pflege- oder Krankenkasse in Form von Einzelfallentscheidungen über Kostenübernahmeanträge entscheiden.


    Es wäre schön, wenn wir und die Forumnutzer erfahren würden, ob Ihre Suche nach dem passenden Hilfsmittel und dessen Finanzierung durch die Pflege- oder Krankenkasse erfolgreich war.


    Mit freundlichem Gruß

    Birgit Spengemann

  • Hallo Frau Spengemann,


    Danke für die Infos!! Damit kann ich weiter recherchieren. Ich hatte bereits geahnt, dass es "hakelig" mit der Finanzierung wird, wenn es keine passende Produktgruppe im Hilfsmittelverzeichnis gibt. Denn soweit ich das System verstanden habe, gibt es ohne definierte Produktgruppe auch keine Kriterien zur Begutachtung. Damit wird auch eine Einzelfallentscheidung schwierig.


    Auf Basis Ihrer Infos habe ich weiter recherchiert und bin auf einen Beschluss des Bundesrates aus dem Jahr 05/2020 gestoßen (..Schaffung von Grundlagen zur Refinanzierbarkeit digitaler altersgerechter Assistenzsysteme..., Drucksache 105/20).

    Hier der Link zu dem Beschluß:

    Microsoft Word - TOP009=0105-20(B)=989.BR-15.05.20.docx (bundesrat.de)


    Gibt es eine Möglichkeit, rauszubekommen, ob es hier Fortschritte gibt? Ohne Kriterien schätze ich meine Chancen relativ gering ein, eine positive Begutachtung zu bekommen. Also könnte es vielleicht helfen, wenn auf oberster Ebene etwas Bewegung reinkommt und ich darauf auch verweise.


    Vielen Dank im voraus!!

    Herzlichst, Pauline Schweiger

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Frau Schweiger,

    meines Erachtens ist es auf alle Fälle sinnvoll, bei den Anbietern der Assistenzsysteme nachzufragen, ob sie die Aufnahme in den Hilfsmittelkatalog für ihre Produkte bereits beantragt haben und ob eventuell schon Entscheidungen vorliegen beziehungsweise kurz bevorstehen.


    Bei der Beantragung der Kostenübernahme durch die Kranken- oder Pflegekasse könnten Sie auf das Gutachten der Verbraucherzentrale und auf den Beschluss des Bundesrates verweisen. Wie gesagt, es gibt die Möglichkeit der Einzelfallentscheidungen oder Bewiligungen aus Kulanz. Dies kann, je nach Kranken- und Pflegekasse, unterschiedlich gehandhabt werden und ist einen Versuch wert.


    Mit freundlichem Gruß

    Birgit Spengemann

  • Hallo Frau Spengemann,


    dann versuche ich diesen Weg. Vielen lieben Dank.

    Falls ich erfolgreich bin, teile ich meine Erfahrungen selbstverständlich hier im Forum :)


    Beste Grüße, Pauline Schweiger

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