Kuscheltiere Therapie-Stofftier (Hund/Katze)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo hanne63,

    tierliebe Menschen mit Demenz reagieren tatsächlich oft positiv auf Tierkontakte - sei es auf "echte" Besuche von Hunden, Kaninchen, Hühnern, und sogar von Minischweinen, oder auf täuschend echte Roboter-Tiere wie z.B. Paro die Robbe. Selbst Personen, die nie ein Robbenbaby aus der Nähe gesehen haben, reagieren interessiert und angerührt auf die vermeintliche Körperwärme, das Drehen des Kopfes, das Augenplinkern und die Kulleraugen, sowie auf das klägliche Fiepen, wenn es nicht gestreichelt wird, und das Schnurren, wenn man es liebkost. Paro ist allerdings noch viel teurer, er kostet mehrere tausend Euro, und muss nach kurzem Einsatz für längere Zeit an die Steckdose... er ist also eher für kurze Begegnungen in betreuten Gruppensituationen geeignet.

    Für den Alltagsgebrauch scheinen mir tatsächlich (am besten waschbare) Stofftiere und Puppen besser geeignet. Viele Menschen mit fortgeschrittener Demenz nehmen sie sehr gut an und beschäftigen sich liebevoll mit ihnen. Gerade Frauen, die Mütter, und ihrem Selbstbild nach diejenigen sind, die für andere sorgen und sich um sie kümmern, ermöglichen sie wertvolle Auszeiten aus der Rolle der 24-Stunden-Hilfebedürftigkeit...


    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

  • Wie schön, Hanne.


    Ich wollte heute hier nachfragen, was denn aus der Katze geworden ist. Und siehe da, da ist ein ausführlicher, lebendiger Bericht.


    Es freut mich sehr für deine Mama. Ich habe auch prompt im Internet mal nach den guten Demenzkatzen geschaut. Zum Teil sehen die wirklich gut aus.


    Meine Schwiegermama hat zwar keine Katze gehabt, aber einen Stoffhund und ein Häschen. Die letzten Tage vor ihrem Tod, hat ihr der flauschige Stoffhund sehr gut getan.


    Und vorher, war es der Puma Messi. Den konnte sie immer mit Freude/Begeisterung anschauen. Da ist sie auch richtig mitgegangen.


    Danke nochmal, für den Bericht.


    Liebe Grüße an Dich

    • Offizieller Beitrag

    Hallo hanne63,


    vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Ich bin sehr froh, dass der Versuch grundsätzlich geglückt ist und Ihre Mutter so interessiert und lebendig darauf reagiert hat!

    Sicher war es jenseits der Tatsache, dass die Katze sehr lebensecht wirkt, sehr gut, dass Sie Ihrer Mutter gesagt haben, so ein (Kuschel-)Tier hätten Sie später auch gerne zum Trösten und Beruhigen... und dass sie jederzeit wieder verschwinden kann, wenn sie ihr Empfinden stört.


    Ich wünsche Ihnen noch viele ähnliche "kuschelige" Erfahrungen... :)

    ... und allen anderen Angehörigen den Mut und die Mittel, tierlieben Erkrankten ein ähnliches Angebot zu machen!

    S. Sachweh

  • Guten Tag in die Runde!

    Ich bin ganz neu hier und sollte ich etwas "falsch" machen, gern einen Hinweis.

    Auch ich habe eine solche Katze für meine liebe Mama im Einsatz, gerade im Pflegeheim ist dieses Tier ein bisschen Heimat - d.h. für Menschen die vorher auch Tiere mochten.

    Sie klammert sich förmlich an das Tier, gerade jetzt in den Corona-Zeiten, wo viele Menschen völlig hilflos und einsam in Ihren Zimmern sind - immer noch, trotz impfen.

    liebe Grüße an Euch

  • Ach, wie schön und interessant zu lesen, Hanne.


    Das werde ich in jedem Falle in Zukunft im Hinterkopf behalten, sollte es noch einmal einen Demenzkranken in der Familie geben.


    Und wieder finde ich es interessant zu hören, dass bei dem, was man gerne gemacht hat, auch in der Demenz noch gute Gespräche möglich sind.


    Liebe Grüße an Dich

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Hanne, es ist berührend, wie Sie die Wirkung dieser Katze beschreiben. Ihre Mutter ist soweit und ich hoffe sehr, dass die Mitarbeiter*innen in der Einrichtung kreativ genug sind und das "Gassi gehen" mit Mobilisierungsübungen verbinden.

    Vielleicht können Sie Ihren Vater darum bitten, Ihre Mutter in der Fürsorge zu unterstützen, er braucht etwas anderes als ein eigenes "Tier". Ich könnte mir gut vorstellen, dass er mitspielt und die Katze abholt, dass sie nach draußen kann - und dann sitzt er gemütlich auf dem Sofa mit der Katze im Arm...

    Wie gefällt Ihnen das Bild? Ihr Martin Hamborg

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