Zahnarztbesuch mit Dormikum oder ähnlichem?

  • Ich bin neu hier und suche konkrete Tipps für konkrete Fragen:

    Mein Vater, 85, benötigt dringend eine "Renovierungsmassnahme" seiner Teilprothese. Sie passt nicht mehr (kein Wunder, nach 18 Jahren..), der Kiefer ist voller entzündeter Druckstellen, die verbliebenen "Ankerzähne" sind vermutlich vergammelt. Der Zahnarzt hat beim letzten Besuch vor ca 1 Jahr bereits eine mögliche Entwicklung von Krebs prognostiziert sowie unvorstellbare Schmerzen gemutmaßt. Die Behandlung musste auf halbem Weg abgebrochen werden, weil mein Vater - damals noch einigermaßen fit in der Birne - sich geweigert hat. (Er ist 18 Jahre nicht zum Zahnarzt gegangen - das Problem bestand also schon vor der Demenz)

    Mein Vater nimmt sein Gebiss so gut wie nie aus dem Mund. Auch nachts nie!

    Er repariert es bei Bedarf mit Superkleber.

    Manchmal spricht er davon, sich den ganzen Kiefer rausreißen zu wollen, weil er es nicht mehr aushält.


    Was spricht eigentlich dagegen, den gesamten Zahnarztbesuch samt notdürftige Renovierung einfach unter Dormikum oder einem ähnlich wirkenden Zeug wie KO-Tropfen durchzuführen?

    Das ist doch viel schonender als eine Narkose, er bleibt bei Bewußtsein und kann sich an nix erinnern.


    Hat jemand da Erfahrungen?


    Meine Idealvorstellung sähe so aus: Tropfen verabreichen, zum Zahnarzt fahren, Behandlung, keine Schmerzen, keine Erinnerung, kein Stress - zack, fertig!

  • Hallo,

    haben Sie den Vorschlag / Ihre Vorstellung bereits mit einem Zahnarzt besprochen?
    Ich kenne aus eigener, persönlicher Erfahrung den von Ihnen vorgeschlagenen Behandlungsweg bzw. das Medikament (Dormicum) und seine Wirkung, als auch in begleitender Funktion bei einem Menschen mit Demenz.

    Sowohl Narkose als auch Sedierung sind immer mit Risiken behaftet. Ggfs. lohnt auch ein Gespräch mit Ihrer Krankenkasse bzw. der Krankenkasse Ihres Herrn Vaters, ob und welche zusätzlichen Behandlungskosten durch die Narkose / Sedierung entstehen und in wie weit übernommen werden - bei dem was Sie beschreiben (Zustand / Schmerzen), kann ich mir hier vorstellen, dass dies gut begründbar wäre.

    In diesem Bericht wird über Dormicum (Midazolam) für Zahnarztbehandlungen bei Menschen mit Demenz geschrieben (am Rande, nicht eigentlicher Gegenstand des Berichts).
    Ob und was konkret dem entgegensteht, kann Ihnen vermutlich nur der behandelnde Arzt sagen, der zwischen Risiken / Machbarkeiten abwägen muss (Nichtbehandlung, Behandlung, Behandlung unter Narkose, Behandlung unter Sedierung).


    <<Manchmal spricht er davon, sich den ganzen Kiefer rausreißen zu wollen, weil er es nicht mehr aushält.>>
    Ich hoffe sehr, Sie finden bald eine geeignete Lösung.
    Vielleicht lohnt auch der Anruf / die Nachfrage bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Ihres Bundeslandes oder der Bundeszahnärztekammer, verbunden mit der Frage nach einem Fachzahnarzt für Alterszahnheilkunde o.ä. .


    Alles Gute.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust


Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!