Bezahlbares Heim?

  • Hallo,liebe Berater,meine Mutter lebt jetzt wegen Demenzerkrankung in einem Seniorenheim.Etwa seit 8 Monaten.Bisher war es für uns bezahlbar,da meine Mutter Rente und Witwenrente bezieht.Jetzt gab es in dieser Zeit schon 3 Erhöhungen der Kosten.Jetzt habe ich als Tochter noch etwa 100 Euro übrig,wenn ich die Heimkosten bezahlt habe.Es entstehen noch Kosten für Friseur ,Arzeneizuzahlung und Telefon sowie Sparkassenkosten.Somit ist alles aufgebraucht.Meine Mutter verfügt aber noch über ein kleines altes Haus,dass sie nicht verkaufen will zu ihren Lebzeiten,da sie immer noch in ihr kleines Haus zurück will.Hierfür entstehen Kosten für Strom ,Gas usw,welches jetzt von ihrem Ersparten genommen wird.Aber was kann ich tun , wenn das Ersparte aufgebraucht ist? Muss ich das Haus verkaufen?Was tue ich,wenn ich das Haus nicht verkaufen kann,weil es ein uraltes Haus ist?Ein weiteres Problem besteht darin,dass das Haus erst auf meine Mutter überschrieben werden muss,da mein Vater vor einem Jahr verstorben ist und seine Hälfte nicht überschrieben ist.Gründe,meine Mutter könnte nicht mehr gehen,es besteht auch Demenz,und das Nachlassgericht war wegen Corona auch lange Zeit zu.Bisher sperrt sie sich ,das Haus zu ihren Lebzeiten zu verkaufen.Ich stehe hier vor unlösbaren Aufgaben, habe Angst,denn bei einer weiteren Erhöung kann ich nicht mehr zahlen.Muss ich als Tochter die Kosten tragen?Was könnte ich tun?Viele Grüße Rosina.

  • Liebe Rosina,

    Kinder müssen seit 1.1.2020 für ihre Eltern nur noch dann Unterhalt zahlen, wenn sie ein Brutto-Jahreseinkommen über 100.000.- € haben (Angehörigen-Entlastungsgesetz).

    Das Häuschen könntest Du evtl auch erst einmal vermieten, falls Du es nicht verkaufen möchtest....

    Ansonsten sind erst einmal die vielen Fragen zu klären, die Sonnenblümchen bereits angesprochen hat.

    Auch in Corona-Zeit arbeiten die Behörden, auch wenn evtl alles etwas längert dann manchmal. Man kann vieles telefonisch dort erfragen und regeln.


    Natürlich bin ich auch keine Anwältin ;) ......ich kann nur von eigenen Erfahrungen hier berichten.


    Vielleicht besteht auch für Deine Mama eine Rechtsschutzversicherung? Dann würde ich auch dort nachfragen, ob für eine anwaltschaftliche Beratung Rechtsschutz gewährt werden kann......Erbrecht....bzw Unterhaltsrecht.


    Viele Grüße

    Hanne

    Einmal editiert, zuletzt von hanne63 ()

  • Hallo Rosina,

    auch ich bin keine Anwältin, aber es scheint, als ob das Erbe noch nicht geregelt ist. Wäre nämlich dem Nachlassgericht ein Testament zugegangen - entweder da es hinterlegt war oder eingereicht wurde - wäre es bereits allen potentiellen Erbberechtigten eröffnet worden. Das alles geht weitgehend ohne persönlichen Kontakt. Das Testament bzw. den Erbschein braucht man, um bei Immobilien irgend etwas machen zu können. Für alles andere hatte Deine Mutter wahrscheinlich Vollmachten, die über den Tod hinausgingen. Die zweite Frage ist, welche Vollmachten Du hast und ob Du Betreuerin Deiner Mutter bist? Damit könntest Du vielleicht schon einmal kostensenkende Maßnahmen umsetzten - warum denn für das nicht bewohnte Haus den vollen Stromabschlag oder Telefon zahlen? Kann das Konto auf eine kostengünstigere Variante umgestellt werden? Und mit entsprechender Vollmacht könnte man über eine Vermietung nachdenken, auch über die rechtlichen Voraussetzungen für einen Verkauf sollte man sich beraten lassen. Dreh- und Angelpunkt ist, ob Du glaubst, dass Deine Mutter irgendwann wieder in ihr Haus zurückkehren kann. Dann sollte auch geprüft werden, ob alle möglichen Zuschüsse für Deine Mutter bereits beantragt wurden, von den Zuzahlungen zu Medikamenten ist z.B. auch eine Befreiung durch die Krankenkasse möglich. Vielleicht kann der örtliche Pflegestützpunkt beraten? Da der Unterhalt von Angehörigen, wie von Hanne bereits beschrieben wurde, nur unter bestimmten Voraussetzungen eintritt ist ggfs. auch das Sozialamt im Boot, das aber natürlich verlangen kann, das vorhandenes Vermögen - wie auch immer - verwertet wird. Und 2021 soll es noch eine gesetzliche Reform bzgl. Zuzahlungen bei Heimunterbringungen geben

  • Vielen Dank an alle Antworter.Alles ist ein bisschen komplizierter.Die Testamentseröffnung war auf dem Nachlassgericht,mein Bruder war dabei. MEINE Mutter leider nicht,da sie zu dieser Zeit nicht mehr laufen könnte, und Demenz mit Wahnvorstellu gen schlimm waren.Es wurde soweit alles geklärt,bis auf das Haus und das Grundstück,da muss meine Mutter dabei sein oder es geht erst nach ihrem Tod zu klären,da wir dann die Erben sind.Jetzt muss ich und mein Bruder alles verwalten und es entstehen Kosten,die ich schon minimiert habe.Alles,was möglich war ,habe ich abgemeldet.Leider ist es so,dass ich einschätze,dass meine Mutter nicht mehr in das Haus zurück kann,sie wird im Heim rundum betreut,hat sich aber etwas erholt,läuft wieder.Die Demenz besteht weiterhin,sie begreift dies aber nicht.Sie denkt, sie ist im Krankenhaus und kommt wieder nach Hause.Manche Tage ist sie vollkommen verrückt,manche Tage klar.Deshalb ist es so schwierig,aber ihr habt Recht,ich sollte wahrscheinlich einen rechtlichen Berater oder den sozialen Stützpunkt zu Rate ziehen.Es ist alles zu speziell.Vielen Dank für die Antworten,bleibt alle gesund, liebe Grüße Rosina

  • Guten Abend,

    bzgl. der Reform 2021 für die Höhe der eigenen Zuzahlungen beiHeimunterbringung wird unter dem Strich nichts herauskommen....jedenfalls für die Pflegebedürftigen nicht....


    Gedeckelt sollten nur die Kosten für die Pflege an sich werden...nicht aber die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und Investitionszuschuss.....

    Letztlich wird es also wie bisher bei mindestens 2000.-- pro Monat ein Eigen-Zuzahlung bleiben....Gedeckelt sind also letztlich nur die Kosten, die die Pflegeversicherung übernimmt....

    Das Versprechen von Herrn Spahn war insoweit ein Versprechen und hat viele falsche Hoffnungen geweckt....vermutlich Wahlkampf...nix weiter.


    Liebe Grüße

  • Hallo,noch einmal,ich melde mich nun doch noch einmal.Meine Lage ist genau so wie Sonnenblümchen es beschrieben hat.Meine Mutter hat das Berliner Testament,sie ist alleinige Erbin.Ich kann erst nach ihrem Ableben auf das Haus zugreifen,denn sie wird es so lange sie lebt nicht verkaufen.Also fressen die Kosten nach und nach das Ersparte,es steht schon seit Juni leer.Aber wir müssen es heizen,wenn auch wenig,Versicherung usw.Man kommt um manche Kosten nicht drumrum.Ich würde alles gerne verkaufen,ich weiß auch nicht,ob dieses Haus noch jemand kauft,es ist wirklich nicht mehr Standard .Das Grundstück liegt in einem Dorf.Vielleicht muss ich sogar noch Abrisskosten zahlen?Also,alles unklar.Es könnte nur möglich sein,dass jemanden das Grundstück gefällt und derjenige alles einreißt und die Hausanschlüsse nützt.Jch wollte jetzt aber auch nicht noch groß Kosten für Rechtsanwalt und so ..ausgeben.Aber Sozialamt und Seniorenheim sind erst einmal eine gute Idee.Vielen Dank für die Hinweise.Es grüßt Rosina

  • Liebes Sonnenblümchen,vielen Dank für die Hinweise.Ich habe eine Vorsorgevollmacht ,mit der ich viel regeln kann.Eine Rechtschutz haben wir nicht,auf meinen Bruder kann ich nicht hoffen,da er selbst sehr krank ist.Ich sehe das ja genauso wie du,aber das Haus ist ein schwieriger Brocken.Ich muss mich über die rechtliche Lage erkundigen und schlau machen.Je mehr man weiß,desto besser ist es.Das Haus ist nur noch Belastung,keiner von uns braucht es,da wir selbst ein Haus haben und es muss auch versorgt werden,das muss ich tun.Ich bin selbst auch Rentner,es wird alles zu viel.Mir graut vor dieser Aufgabe.Hab trotzdem vielen Dank,ich werde es angehen.Grüße Rosina

  • Liebe Rosina,

    ich möchte Dir etwas Mut machen......ich hatte letztes Jahr die gleiche Aufgabe ;) .....der Immobilienmarkt ist derzeit für einen Verkauf gut, da Nachfrage größer als Angebot....evtl könnte auch ein Makler hilfreich sein und einen besseren Preis erzielen?.....und wäre weniger Arbeit für einen selbst.....kostet natürlich auch wieder....


    Umfaßt die Vorsorgevollmacht auch den Verkauf von Immobilien? Falls nein, dann ist evtl die Genehmigung des Betreuungsgerichts nötig.....dort kann man vorab auch telefonisch eine Auskunft dazu einholen...auch wenn keine rechtliche Betreuung eingerichtet ist.


    Ich habe mich enorm erleichtert gefühlt, als der Verkauf bewältigt war...weil eine riesige Aufgabe weniger...


    liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Rosina,

    Sie haben ja schon zahlreiche Tipps und Hinweise von anderen Forumnutzern erhalten, was mich sehr freut.


    In der Tat handelt es sich bei Ihrem Anliegen um eine Problematik, die nur durch juristische Beratung mittels eines Fachanwaltes geklärt werden kann.


    Auch wenn Sie eine Vollmacht von Ihrer Mutter haben, können Sie sich an das zuständige Betreuungsgericht wenden und klären, ob für den Einzelfall, hier ein eventueller Hausverkauf, eine richterliche Prüfung und Entscheidung beantragt werden kann oder ob es sinnvoll wäre, eine amtlich bestätigte gesetzliche Vertretung Ihrer Mutter zu übernehmen. Auch dann würde ein Hausverkauf vorher richterlich geprüft.


    Bis diese rechtlichen Punkte geklärt sind, könnten Sie für Ihre Mutter ergänzenden Hilfe zur Pflege in stationären Einrichtungen beim zuständigen Sozialamt beantragen. Das Sozialamt kann einen Anspruch auf Erstattung der gezahlten Beträge geltend machen, wenn das Haus veräußert wird.


    Zur Unterstützung von ehrenamtlich tätigen Bevollmächtigten und gesetztlichen Vertretern gibt es in vielen Bundesländern sogenannnte Betreuungsvereine, die zu Fragen der gesetzlichen Vertretung beraten und unterstützen.


    Mit freundlichem Gruß

    Birgit Spengemann

  • Hallo Rosina,


    mein Mann hat im letzten Jahr das Haus seiner Mutter verkauft, um das Pflegeheim finanzieren zu können. Wir hatten eine Finanzierungslücke von 400€ monatlich. Es gab zwar noch etwas Erspartes, aber das wäre ja auch irgendwann aufgebraucht gewesen. Der ausschlaggebende Grund, warum das Haus verkauft werden musste, war aber tatsächlich der Leerstand, wie Sonnenblümchen schon schrieb.

    Das Haus wird in seiner Grundsubstanz nicht besser, wenn es nicht bewohnt wird. Außerdem verursachte es Kosten: auch wir mussten zumindest im Winter heizen, Grundsteuer und Versicherungen mussten bezahlt werden, außerdem musste sich um den Garten gekümmert werden. Wir hatten auch Angst vor einem Einbruch, deswegen haben wir darauf geachtet, dass das Haus bewohnt aussah.

    Insgesamt ist es bei uns so abgelaufen:

    - meine Schwiemu hatte keine rechtliche Betreuung. Eine Vorsorgevollmacht bezüglich des Hausverkaufes lag nicht vor.

    - wir haben einen Antrag beim Betreuungsgericht gestellt. Da war ein ärztliches Gutachten hilfreich, dass meine Schwiemu wohl für immer in dem Pflegeheim bleiben wird, da ihre Demenz fortschreitet und nicht heilbar ist. Das Gericht benötigte aber außerdem noch ein MDK-Gutachten.

    - Das Betreuungsgericht hat ein Wertgutachten angefordert, das mussten wir bzw. meine Schwiemu bezahlen. Kostenpunkt: ca. 2.000€

    - Dann haben wir einen Makler beauftragt, der das Haus (lag auch in einem Dorf) ziemlich schnell für den Betrag des Wertgutachtens verkaufen konnte.

    - Sobald der Grundbucheintrag erfolgt war, ging die Meldung an das Betreuungsgericht. Die Betreuung endete dann wieder, da sie nur für den Verkauf des Hauses installiert war.

    - die Käufer haben netterweise auch die endgültige Räumung des Hauses übernommen, obwohl wir einen Großteil vorher schon sortiert und ausgeräumt hatten. Sie wollten nicht einmal Geld dafür, sondern haben noch viele Sachen auf einem Flohmarkt verkaufen können, das reichte ihnen.

    - insgesamt hat alles ein halbes Jahr gedauert. Wir sind nun froh, dass die Finanzierung des Pflegeheims gesichert ist und wir keine Arbeit mit dem Haus mehr haben.

    - meiner Schwiemu haben wir übrigens nichts davon erzählt, sie hätte es ohnehin nicht begriffen. Sie redet zwar auch manchmal davon, dass sie nun endlich nach Hause will, meint damit aber den elterlichen Bauernhof, aus dem sie vor 65 Jahren mit ihrer Hochzeit ausgezogen ist und den es gar nicht mehr gibt.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass alles klappt!

  • Guten Abend in die Runde,

    ich möchte noch etwas beisteuern, wenn der Verkauf der Eltern-Immobilie ansteht...

    Bei mir und meinen Eltern war es so, dass ich in Absprache mit dem rechtlichen Berufsbetreuer das Betreuungsgericht gebeten habe, mit der Wertschätzung durch den dann tatsächlich beauftragten Makler einverstanden zu sein....der Makler gab dann eine Wertschätzung ab...und wir haben die Gutachterkosten gespart.....das Gericht war damit einverstanden..also das könnte man auch versuchen, so vor zugehen...


    allerdings hatte ich mich selbst vorab auf verschiedenen Wegen bemüht, den Wert in etwa selbst vorab einzuschätzen...damit ich nicht etwa über den Tisch gezogen werden konnte...aber es hat alles dann gepaßt.


    viele Grüße und bleibt cool :)

  • Hallo,in die Runde,eure Beiträge sind für mich eine echte Hilfe.Ich habe mich heute mit dem Sozialamt in Verbindung gesetzt.Es wird immer klarer,dass ich das Haus verkaufen muss,denn der Staat zahlt erst,wenn alle Ersparnisse verbraucht sind und auch das Haus zählt da mit.Ich glaube ,ich muss es so machen wie Lulu.Ich war heute bei meiner Mutter,Thema Haus verkaufen,kann ich total vergessen.Sie zeigt keinerlei Einsicht,will in ihrem Haus sterben,wenn es ihr wieder etwas besser geht.Ich kann das also nur so wie Lulu ohne ihr Wissen machen.Das macht es so schwer.Ich habe natürlich auch Angst,dass sie das erfährt.Ich muss mir auf jeden Fall erst einmal eine Rechtsberatung organisieren.Ich glaube auch,dass ich das Ganze über ihren Kopf hinweg entscheiden muss.Vielleicht wie Lulu über das Betreuungsgericht.Habe auch schon zu einem Makler Verbindung ,um eine Vorstellung vom Wert des Grundstückes zu erhalten.Nun ja,ich glaube,dass ist noch ein schwerer Weg.Aber ich weiß jetzt erst einmal,wie man es angehen kann.Vielen Dank an alle.Gruß Rosina.

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