Mutter will nach Hause

  • Hallo in die Runde,

    meine Mutter scheint ihr Haus, indem sie fast 28 Jahre wohnt, nicht mehr zu erkennen.

    Mal will sie in Ihre Wohnung, kann aber nicht benennen, wo die Wohnung ist oder sie behauptet

    wir wohnen in ihrer Wohnung.

    Ich weiß überhaupt nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich versuche es mit erklären, aber das ist ja gleich wieder vergessen. Heute hatten wir wieder 12 Anrufe auf dem AB. Ich kann einfach nicht mehr.

    Mir ist bekannt, dass Demente Weglauftendenzen haben. Meine Mutter wohnt auf einem Dorf und ich bin mir sicher, dass sie nicht irgendwohin laufen würde, weil sie ja normalerweise nicht dazu zu bewegen ist, ein paar Schritte zu gehen.

    Habt ihr Vorschläge was man tun könnte?


    Danke


    Gobis

  • Hallo Gobis,

    was genaues kann ich Dir leider nicht raten.

    Meine Mutter hat zuletzt ihr Zuhause auch nicht mehr oder jedenfalls nicht immer erkannt...ich wußte auch nicht, wie ich darauf reagieren sollte.


    Später habe ich dann gelesen und von anderen gehört, man soll dann ablenken....oder auch empathisch nachfragen, ob sie sich denn zu Hause wohl gefühlt hat und was ihr jetzt dazu fehlt.....hm...naja....ob das dann hilft....? Ich Heim, wo meine Mutter jetzt lebt, redet sie auch öfters davon, dass sie nach Hause möchte....aber sie meint damit ihr Elternhaus......ich rede dann mit ihr über meine Großeltern, also ihre Eltern und lenke insoweit ab ....am Ende sage ich dann manchmal zu ihr, dass das Zimmer im Heim jetzt ihr Zuhause wäre...sie reagiert darauf aber gar nicht.


    Mittlerweile glaube ich fast, dass es so ist: die Demenzerkrankten fühlen sich so verlassen und allein und die Erinnerungen gehen weg...das merken sie doch selbst auch....und dann möchten sie einfach nur noch heim...aber wo das ist....und wie das aussieht....haben sie halt auch vergessen.....ich denke sie möchten sich nicht mehr so verlassen und einsam fühlen.....weil ich denke, wenn die Erinnungen verfliegen....dann ist ja auch nichts mehr, woran man sich festhalten oder erfreuen kann und dann ist man innerlich sehr einsam.


    Wenn Deine Mutter auf dem Dorf lebt, ist wenigstens halbwegs sichergestellt, dass die anderen Dorfbewohner sie kennen und evtl dann auch zurückbringen würden.....also ich finde das sicherer als in einer anonymen Stadt.


    liebe Grüße

  • Hallo Gobis,


    das ist leider ein weit verbreitetes Problem, dass man die eigene Wohnung nicht mehr erkennt.

    Das kann durchaus eine Phase sein, die mal auftaucht und auch wieder geht. Es kann aber auch anhalten.

    Wenn erklären nicht hilft, was durchaus manchmal doch etwas nützen kann, dann hilft wirklich nur das man das mitspielt.

    Man kann eine Geschichte um die jetzige Situation spinnen. Sie wohnt in der Wohnung, in der sie jetzt ist, weil . . . Da kennst du sie am besten. Das Weil könnte heißen: weil sie jetzt näher beim Arzt wohnt, falls mal was ist, weil sie jetzt in der Nähe von XY wohnt, falls mal was ist. Oder weil sie vor kurzem selbst beschlossen hat hier zu wohnen. Sie würde schon ein paar Wochen hier wohnen usw. Wie gesagt, du kennst ihre Biographie, vielleicht lässt sich hier etwas finden. An ihrer Reaktion wirst du dann merken, ob es ihr hilft oder eher nicht. Ich drücke dir die Daumen, dass du etwas Passendes finden kannst.


    Mehr stören würden mich die vielen Anrufe. Weiß sie denn, dass sie dich immer wieder anruft oder ist sie der Meinung, dass sie es heute noch nicht getan hat . . . Wenn sie meint, dass sie es heute noch nicht getan hat, dann würde ich mir da auch nicht viel draus machen. Ich würde dann einmal am Tag mit ihr sprechen und es dann gut sein lassen.

    Hanne, hat das Gefühl der Einsamkeit und des Fremdfühlens gut beschrieben. Das ist auch das, was mir am meisten zu schaffen machen würde.

    Aber wenn sie ansonsten, wie bisher, eine gewisse Zufriedenheit hat, kannst du dann trotzdem damit noch leben?


    Liebe Grüße an Dich

  • Danke für die schnelle Antwort.


    Auf dem Dorf, also in ihrer Straße haben die Bewohner gewechselt. Die Alten sind gestorben und die Neuen kennt sie nicht. Ich gehe immer davon aus, dass sie nicht auf der Straße rumläuft.

    Sie will mit ihrem Auto fahren, aber zum einen hat sie keine Fahrerlaubnis mehr und das Auto steht nicht mehr in der Garage. Das ist auch immer der Ausgangspunkt für die Telefonate, sie will das Auto zurück.

    Heute waren es dann 25 Anrufe auf dem AB. Es ist sicher nicht richtig, aber wir ziehen das Telefon irgendwann raus, weil es nicht zum aushalten ist. Ich hatte eine Zahn Op und mir geht es auch mal schlecht und wir bekommen ja immer so gute Ratschläge - passen sie auf sich auf.

    Ich weiß nicht was in meiner Mutter vorgeht, sie lässt sich aber nicht beschwichtigen. Ich weiß nur, das ihr und mir Keiner hilft. Wir können uns gar nicht vorstellen, was in dem Betroffenen vorgeht, wenn er nach Hause will, Einsamkeit und Wut die Situation eskalieren lässt. Aber mich überfordert das auch und ich kann ihr nicht helfen.

    Gute Nacht

  • Hallo Gobis,

    hat sich / wurde etwas im direkten Wohnumfeld verändert in der letzten Zeit? So, dass möglicherweise etwas Wichtiges fehlt, was den wohnort zum Zuhause macht?
    Aus eigenem Erleben: wir wollten einen Gefallen erweisen und strichen an einem Wochenende die Küche neu, die es dringend nötig hatte. Danach war die Küche nicht mehr die eigene Küche, für unser Familienmitglied und es dauerte, bis sich das beruhigt hatte. Ähnliches hat mal der Kauf einer neuen Kafeemaschine ausgelöst, die dann nicht mehr bdient werden konnte...

    Grundsätzlich ist Zuhause-sein auch ein Gefühl, nicht nur ein Ort. Möglicherweise lässt sich etwas finden, was das Daheim-Gefühl Ihrer Mutter stärkt.

    Die häufigen Anrufe kennen meiner Beobachtung nach viele Angehörige. Ich kann gut verstehen, dass das viel zuviele sind in Ihrem Fall. Hier wurde exemplarisch eine Antwort zum Problem vom Alzheimertelefon veröffentlicht.

    Zum Thema Hin- und Weglauftendenz, dass hier möglicherweise im Raum steht auch wenn Sie nicht vermuten, dass Ihre Frau Mutter das Haus verlässt, dennoch auch der Hinweis auf diesen Beitrag / Broschüre (befindet sich aktuell in Überarbeitung) - vielleicht nutzen Sie den Steckbrief darin - für alle Fälle.... .

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

  • Hallo Gobis,


    ja es stimmt. Irgendwann ist es nur noch eine hohle Farce, wenn gesagt wird: Passen Sie auf sich auf, und man weiß nicht mehr wie man das hinkriegen soll.

    Ich habe es immer so gemacht, dass ich das Gefühl der demenzkranken Person zu fassen bekommen habe. Und darauf habe ich meine Antworten aufgebaut. Das geht am Telefon schwieriger, als wenn man vor Ort ist. Aber selbst dann funktioniert es nicht unbedingt.


    Könnt ihr keine Kamera installieren? Da würde ich auch nicht ständig reinschauen, höchstens mal abends, um zu schauen, ob alles ok ist, oder halt bei einem unguten Gefühl.


    Kommt denn ein Pflegedienst. Sorry, Gobis, wenn ich es nicht mehr im Kopf habe. Aber wenn jemand zur Tablettengabe kommt, dann ist das schon mal eine Erleichterung und man muss sich keine unnötigen Gedanken machen.


    Denn wie gesagt, deine Mama, war bisher ja ganz zufrieden gewesen.


    Ich finde es aber auch schwer einem Demenzkranken zu antworten, wenn dieser zu hundert Prozent überzeugt ist, dass er noch Auto fahren kann und er jetzt direkt losfahren will. Und nicht jeder lässt sie ablenken.


    Wie gesagt, ich würde gerne helfen, aber da jeder Fall so individuell ist, kann man nicht immer etwas Gescheites dazu beitragen.


    Liebe Grüße an Dich

  • Hallo Gobis und alle anderen,


    ich weiß aus eigenem Erleben, wie es ist, dass man gar nicht mehr weiß, wie man es hinkriegen soll und auch nicht von außen geholfen wird und man mit dem Demenzkranken allein dasteht......


    Letztlich wird erst dann geholfen, wenn etwas passiert oder sogar mehrfach passiert...und letztlich hat in meinem Fall auch nur "geholfen"....selber etwas locker zu lassen und sehenden Auges die "Katastrophe" zu zulassen....leider hat dann oft noch ein Nachbar dazwischengefunkt und so das ganze verzögert....selbst der rechtliche Betreuer sah keine andere Vorgehensweise......


    in der Rückschau hätte ich schon viel früher die Reißleine ziehen sollen.....und den Dingen ihren Lauf lassen.......


    aber es ist schwer und hart, das durch- und auszuhalten oder auch nur zu sagen. Auch die Beratungsstellen halten sich da sehr zurück.


    Letztlich würde ich also das Telefon ausstöpseln oder die Nummer blockieren falls möglich.....das Auto ist weg, das ist gut so. Besondere Gefahren sehe ich nicht....also würde ich Alles andere laufen lassen......weniger diskutieren...wenn ich selbst krank wäre, weniger oft hingehen. Wenn man gar nicht mehr kann: Verantwortung abgeben und evtl eine rechtliche Betreuung durch andere Person bei Gericht anregen...


    liebe Grüße

  • Danke Hanne,

    man kann das ja Niemanden sagen, der damit keine Erfahrung hat, ohne als „Gestört“ zu gelten.

    Alle haben von Pflege immer so eine goldige Vorstellung, eine nette alte Dame, die man freudig unterstützt usw. Für die Nichtbetroffenen ist das ein bisschen einkaufen, kochen,putzen, dass macht man doch gern für die Mutti.

    Daher ist es schön in diesem Forum sagen zu können, ab einer bestimmten Grenzüberschreitung ist gar nichts mehr schön. Und Demente, vor allem die mit FDT sind mega anstrengend und deren Gehirn ist krank und damit umgehen zu können, gelingt mir immer weniger.


    Dabei macht man ja schon Alles, damit man die Zeit zu Hause, ja man hat ja nebenbei auch noch einen Mann und Anrecht auf ein eigenes Leben, für sich nutzen zu können. Nur das blöde Gewissen lässt sich nicht aufstöpseln wie das Telefon.

    Wenn man Alles für den Kranken schön machen will, müsste ich 3x täglich hin, aber das kann und will ich nicht. So kommt der Pflegedienst 2x täglich, 2x 2h pro Woche eine private Betreuung und die Ergo kommt auch noch 2x. Es ist sozusagen gut organisiert.


    Mit meiner Mutter irgendetwas zu besprechen oder Zettel zu schreiben ist leider völlig sinnlos. Das Kurzzeitgedächtnis ist gestört, so dass sie sich gar nicht mehr merken kann. Einen Zettel zu lesen und eine logische Ableitung, geht auch nicht mehr.


    Die derzeitige Lage ist, wir warten auf den Supergau. Mit Weglaufen wird es keine Krisensituation geben. Und gesundheitlich wird auch nicht so schnell was passieren, Blutdruck wird vom Hausarzt schön unten gehalten, da lässt er sich auch auf keine Diskussion ein.

    Und wenn sie sich am Abend doch mal auf machen sollte, in Ihre Wohnung..., dann ist das halt so.

    Der Pflegedienst hatte gerade wegen der Zweitimpfung angerufen, sie war heute früh wieder friedlich. Mein Sohn ist heute bei ihr. Vielleicht muss ich mir einfach weniger Gedanken machen.


    Vielen Dank für die netten Worte und ein schönes Wochenende


    Gobis

  • Hallo Gobis, in dem vorletzten Satz möchte ich Sie gern unterstützen:

    Sie müssen sich nicht viele Gedanken machen, ein paar "richtige" reichen völlig aus!

    Sie kennen die Besonderheiten des Krankheitsbildes Ihrer Mutter, Sie haben alles perfekt organisiert und es ist bisher nichts passiert, obwohl sich Ihre Mutter durch die FTD nicht so gut ablenken lässt wie Menschen mit den häufigeren Demenzkrankheiten.

    Es freut mich zu lesen, dass der Arzt mit dem "ich lasse mich auf keine Diskussionen ein" Erfolg in der Behandlung hat.


    Wenn Sie also weniger über die Sorgen und Gefahren nachdenken und mehr die Frage stellen:


    Wo habe ich Erfolg darin, unnötige Diskussionen durch sicherheits- und geborgenheitsstiftende Botschaften zu ersetzen? Wie kommt bei Ihrer Mutter an, dass Sie es gut mit ihr meinen, wenn Sie klar, eindeutig und enschieden sind und damit die Ausfälle der Selbststeuerung ausgleichen?


    Für mich ist die Frage nach dem "zuhause" eher ein gutes Zeichen: Vielleicht tritt immer mehr an die Stelle der Ablehnung die Suche nach Geborgenheit. Hanne63, Teuteburger und Jochen Gust haben gute Ideen zusamengetragen, wie Sie unter diesem Ziel handeln können.


    Abschließend habe ich zwei Wünsche:

    - Sorgen Sie für sich und schützen Sie sich, damit Sie stark bleiben! Nur wenn es Ihnen gut geht, findet Ihre Mutter in der Tochter die innere Stärke, die die FTD zerstört.


    - Drehen Sie den "Spieß um" und rufen Sie an. Ihre Mutter braucht die Kontrolle von Ihnen, weil sie ihre Selbstkontrolle durch die Krankheit verliert. Haben Sie eine Idee für eine gute geborgenheitsstiftende Ansage auf dem AB?


    Viel Kraft und Klarheit, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Herr Hamborg,

    Vielen Dank für Ihre Worte.

    Zum Thema Telefon. Ich rufe meine Mutter täglich an, es ist zwar immer dieselbe Abfrage, aber sie weiß das es uns gut geht. Auch wenn ich immer die Böse bin, weiß sie unbewusst, dass mir auf keinen Fall was passieren sollte. Da meine Mutter sich weder an den Besuch der Betreuerin oder des Pflegedienstes erinnert, oder das wir gerade da waren, ist es schwierig ein Gespräch zu führen. Erst später beginnen die Anrufe, wo ihr dann das Auto oder die Wohnung einfällt. Wir hatten vorgestern 39 und gestern 50 Anrufe. Ich finde, hier sind die Grenzen des Normalen weit überschritten.


    Ich pflege das Haus und den Garten damit es meine Mutter schön hat und sich Geborgen fühlt.

    Sie bekommt immer frische Blumen und leckere frische Sache, die leider im Kühlschrank vergammeln. Das kommt bei meiner Mutter aber gar nicht an. Ein übliches Thema ist, der Rasenmähroboter. Der ist auf Tag und Uhrzeit programmiert. Meine Mutter macht den regelmäßig auf, tippt irgendeine Nummer ein, und damit ist das Automatikprogramm unterbrochen. Wir sind uns klar, dass sie tech. Geräte nicht mehr bedienen kann, aber sie kommt dann immer, sie wäre ja wohl noch nicht bekloppt. Ja, FTD Patienten wissen nicht das sie krank sind. Das ist nur ein Beispiel von Vielen, wo mir dann wirklich nichts mehr einfällt, wie man das in Ruhe besprechen sollte. Sie erkennt ihre Kleidung nicht und trägt immer das selbe. Es gibt im täglichen Leben soviel Konflikte, auch weil sie schon immer ein zänkisches Wesen hatte, die es unmöglich machen, Sicherheits- und Geborgenheits Botschaften zu geben, auch weil sie sich dann gar nicht mehr einkriegt.


    Mir ist am Dienstag die Nachbarin, auch ca. 70 Jahre alt, mitten im Gespräch auf Grund von Kreislaufproblemen umgekippt, liegt jetzt im Krankenhaus. Dazu meinte meine Mutter, ja die B... arbeitet ja auch immer soviel und muss ja ständig zu ihrer Mutter. B... pflegt ihre 97-jährige Mutter, die ist aber im Kopf topfit. Wenn ich dann sage, ich bin doch auch oft bei Dir und mache Alles, dann wird das abgetan, dass könnte man gar nicht vergleichen. Ja, Dank kann man nicht erwarten. Es ist mir bekannt, dass dies die FTD ist.


    Wir werden schauen, wie es weitergeht. Mehr bleibt mir auch nicht übrig.


    Schönes Wochenende


    Liebe Grüße Gobis

  • Gobis, ich finde du machst alles richtig.


    Mehr kannst du von dir nicht erwarten. Und ein schlechtes Gewissen wäre hier völlig fehl am Platze. Im Heim habe ich bei solchen Wiederholungen zu hören bekommen: Das ist dann eine Beschäftigungstherapie. Klingt hart. Aber die vielen Anrufe würde ich genauso einordnen.

    Also Telefon ausstöpseln und für die anderen Personen, die dich ja auch erreichen wollen/müssen würde ich eine Handy-Nr. angeben.


    Liebe Grüße an Dich

  • Hallo Gobis,

    die meisten Hinweise sind ja bereits von vielen Teilnehmern gegeben worden.

    Vielleicht sollten Sie sich zwei Fragen stellen, von deren Beantwortung dann weitere Schritte abhängen:

    - Tut die derzeitige Umgebung - obwohl schön und liebevoll von Ihnen gestaltet - Ihrer Mutter (noch) gut? Eine emotionale Bindung an ihr Haus scheint es ja nicht mehr zu geben. "Zu Hause" ist für Menschen mit Demenz in der Regel dort, wo man sich geborgen fühlt. Das scheint bei Ihrer Mutter in ihrem Haus nur noch eingeschränkt der Fall zu sein.

    - Haben Sie einen "Plan B" für den Fall, dass es - aus welchen Gründen auch immer - für Ihre Mutter in ihrem Haus nicht mehr geht. Sie könnten die Zeit nutzen, um sich mögliche Alternativen anzuschauen. Entscheiden sollte dabei die Nähe zu Ihrem eigenen Wohnort sein, denn für Ihre Mutter scheint die räumliche Umgebung ja keine Geborgenheit mehr auszustrahlen.


    Alles Gute wünscht

    Klaus Pawletko

  • Heyy,durch Google bin ich auf deine Frage und dein Thema im Forum hier gestoßen, mich interessiert es, wie sowas denn gelaufen ist? Da meine Oma auch so ist, sie möchte manchmal zu Hause und sie erinnert sich auch nicht mehr wo die Wohnung ist, aber ich denke, dass sie zu Hause vielleicht besser aufgehoben ist, also mit uns.


    Bin dabei die ganze Wohnung für sie Barrierefrei zu machen.


    Ich könnte sowas vielleicht von der KK beantragen, aber ich wollte mir die Mühe sparen. Wir werden uns auch um sie eine Zeit lang kümmern, da ich keinen Job jetzt habe, da ich auf der Jobsuche bin. Danach kommt auch eine Pflege zu Hause, also was denkt ihr, wie sowas bei mir funktionieren wird?

  • Hallo,

    schön, dass Themen aus dem Forum auch gefunden werden.

    Ich schreibe hier meist nur, wenn sich Fortschritte im Krankheitsverlauf einstellen, die mich dann immer wieder komplett überfordern, oder wenn die Last mich wieder erdrückt.

    Ich persönlich rate Jedem ab, den Kranken bei sich zu Hause aufzunehmen. Sicher ist dabei die Pflege besser, aber man geht kaputt, wenn der eigene Rückzugsort wegfällt.

    Ich will für meine Mutter auch immer die beste Lösung, aber vieles wird doch nicht angenommen. Wenn schon die eigenen vier Wände nicht mehr erkannt werden, bringen Erleichterungen wie Pflegehilfsmittel nicht mehr viel. Meine Mutter nimmt auch neue Kleidung nicht an, obwohl ich es mitbringe und es dann gemeinsam anprobiert wird.


    Den Einzelfall aus deinen Beschreibungen abzuleiten ist schwierig.

    Habt ihr schon einen Pflegegrad und Pflegedienst?


    Liebe Grüße Gobis

  • Hallo Slipknot, es ist bestimmt wertvoll, wenn Sie sich jetzt um Ihre Großmutter kümmern. Vielleicht steht an erster Stelle nicht der Umbau und die Entscheidungen, sondern die Stärkung der persönlichen Beziehung und viele kleine Hilfestellungen im Alltag. Ihre Fragen zu den gesetzlichen Leistungen können Sie in dem anderen Forum klären, Vorraussetzung ist ein Pflegegrad. Wenn Sie sich die Beiträge hier im Forum einlesen, werden Sie bestimmt einen guten Eindruck finden, was bei Ihrer Großmutter anders ist und Sie finden Ideen für die nächste Zeit. Für gezielte Fragen starten Sie am besten mit einem eigenen Beitrag.


    Hallo Gobis, eine Erkenntnis möchte ich gern vertiefen: Wenn Ihre Mutter auf jeden Fall möchte, dass es Ihnen gut geht, können Sie diese Anteilnahme verstärkt zulassen? So oft wie möglich könnte die Fürsorge der Mutter dann an den zwanghaften Wahn infolge der FTD in den Hintergrund stellen. Haben Sie eine Idee, wie Sie diesen Zugang nutzen können, ohne sich klein und hilflos zu machen, denn Sie sind und bleiben der Halt für Ihre Mutter, der auch beim Abstand wirken konnte.

    Alle Gute, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo Herr Hamborg,

    Lange habe ich über Ihre Zeilen nachgedacht.

    Meiner Mutter geht es nicht darum, dass es mir gut geht. Ihr ist klar, wenn ich weg breche, dann hat sie Keinen mehr. Sie hat also mir gegenüber keine „Fürsorge“, was bei fortgeschrittener FTD auch nicht erwartet werden kann. Es gibt keinen Zugang mehr, es gibt 3 Sätze. Keine Gespräche, keine Erinnerungen, Nichts mehr. Ich bin zur Zeit, kaum noch in der Lage mich zu kümmern und bin froh, dass es über das Betreuungssystem gut läuft. Ich hab eine Burnoutphase und kann nicht mehr.

    Liebe Grüße Gobis

  • Hallo Gobis,

    genau das kenne ich auch: es ist nicht "Fürsorge"....sondern das Bewußtsein, dass, wenn ich selbst krank bin und/oder wegbreche meine Mutter niemanden mehr hat.....das ist ihr noch bewußt......und war auch deutlich für mich zu erkennen.......es ist ausschließlich die Angst um sich selbst und ein klein wenig kann ich das manchmal sogar innerlich nachvollziehen....

    ...und ist es auch jetzt noch in fortgeschrittenem Station und so sie im Heim lebt.


    Ich wünsche Dir erst einmal ein wenig Erholung und dass es Dir in absehbarer Zeit wieder besser geht.....


    und ich kenne auch das Gefühl, dass manchmal Ratschläge nicht sehr nützlich sind und man umsonst über sie nachgedacht hat.....


    Liebe Grüße

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