Überforderung

  • Hallo zusammen! Wie holt ihr euch Kraft bzw. habt selber noch Lebensqualität? Habe einen Vollzeitjob u. bin Einzelkind u. meine Mutter lässt keine externe Hilfe zu (sie meint sie kann alles noch selber machen..). Fühle mich so hilflos u. alleine...kann mich nicht mehr gut bei der Arbeit konzentrieren, ständig kreist die Angst vor dieser Erkrankung im Kopf, habe ständig Kopfschmerzen u. Verspannungen, selbst meine eigene Beziehung leidet darunter.. Sehe momentan nichts mehr positives u. fühle mich wie in einem Schraubstock wo immer enger wird. 😒 Habt ihr irgendwelche Tipps wie ich wieder Boden unter den Füßen bekomme?

  • Hallo Sunflower82,

    das ist einfach sehr schwer, den Boden unter den Füßen zu behalten oder gar wieder zu bekommen.....

    mir hat nur geholfen, dass ich versuchte, Abstand zu gewinnen, auch räumlich, örtlich und zeitlich...dazu war aber notwendig, dass ich andere Stellen einschaltete...also die Verantwortung abgegeben habe....trotzdem sind natürlich meine Gedanken ständig gekreist....das ist sogar heute oft noch so, wo jetzt meine Eltern im Heim leben...

    Es gibt Beratungsstellen für pflegende Angehörige, wo man sich beraten lassen kann...oder einfach einmal nur aussprechen...das würde ich in jedem Fall in Anspruch nehmen...diese Stelle hat mir anfangs sehr oft helfen können und ich sah wieder Licht am Ende des Tunnels....

    Dann habe ich versucht durch körperliche Aktivitäten (Sport, Wandern etc)...abzuschalten....was meist gelang, jedenfalls zeitweise.....

    Da meine Eltern anfangs auch keine externe Hilfe zugelassen haben.....war mein Weg dann der....dass ich es sehenden Auges zu "Notfällen" kommen lassen mußte, um hier eine Veränderung zu erreichen.....das war auch für mich innerlich ein großer Kraftakt....


    Ich denke ohne Abstand und ohne Hilfe von außen.....wird es nicht gehen, auch für einen selbst nicht.


    Liebe Grüße

  • Hallo Sunflower82,

    ich möchte Hanne63 in allen Punkten zustimmen. Auch meine Mutter hat keinerlei Hilfsangebote angenommen, auch ich bin Einzelkind, zudem bin ich verwitwet und Vollzeit berufstätig. Verantwortung abzugeben war die beste Entscheidung die ich getroffen habe, und trotzdem habe ich selbst Federn gelassen. Mir hat die Beratung des SPD, Fachbereich Geriatrie geholfen. Und auch ich musste es sehenden Auges zu Notfällen kommen lassen. Wenn ihre Mutter keine Hilfe will, holen Sie für sich Hilfe. Wenn es innerhalb der Familie und im Freundeskreis nicht geht, dann außerhalb bei Pflegeberatung, SpD, Angehörigengruppen etc. Und tun sie selbst etwas Gutes, Sport gehört dazu….


    Liebe Grüße

    Manu

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sunflower82, Manutini und Hanne63 haben schon viele konkrete Tipps gegeben. Ich möchte den Blick auf etwas anderes richten: Schier endlose und überfordernde Situationen können dazu führen, dass wir in den Teufelkreis einer (Belastungs- ) Depression geraten, egal wie stabil wir psychisch eigentlich sind. Zwischen den realen Sorgen um die Eltern und einem depressivem Grübeln ist nur ein schmaler Grad.

    Besprechen Sie Ihre Situation bitte mit Ihrem Arzt, er/sie kann medikamentös entlasten, aber viel wichtiger ist das innere Stopp, wenn Sie mit Hilfe von außen erkannt haben, dass bestimmte Gedankenketten zu keinem Ergebnis führen und mit gutem Gewissen beendet werden dürfen oder sollten, damit sie nicht in die Negativspirale der Depression geraten.

    Ihnen viel Kraft, Ihr Martin Hamborg

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