Kommunikation bei Demenz und Korsakow-Syndrom

  • Guten Abend, ich hatte bereits zum Thema geschrieben und habe auch schon gute Tipps bekommen. Es ist aber nach wie vor so, dass ich in den Gesprächen mit meiner Mutter (Demenz und Korsakow-Syndrom) völlig hilflos bin. Heute war ich wieder bei ihr und in der ganzen Zeit ging es immer wieder darum, dass mein Vater (verstorben vor acht Jahren ) seit Stunden weg ist. Ich lenke ab, wenige Minuten später: hast du eine Ahnung wo er ist, kann doch nicht sein, dass er einfach verschwindet, ich lenke ab, wenige Minuten später: und weißt du jetzt wo der Vater ist, kann doch nicht sein, dass er einfach abhaut, ich lenke ab und wenige Minuten später......wieder das Thema Vater. Zwischendurch immer wieder die Frage, ob mein verstorbener Sohn fit ist... Manchmal denke ich, lange halte ich das nicht mehr aus.

    Gibt es noch Ideen oder Strategien wie man ablenken oder das Thema wechseln kann???? Bin wirklich für jeden Tipp dankbar.

    LG never 20

  • Guten Morgen Never,

    ich kann Deine Hilflosigkeit verstehen !!!!!

    Du fragst nach Tipps !

    Ich habe das Grab meines Vaters auf dem Handy photographiert. Im Bedarfsfall habe ich dann gesagt:,, Schau wie schön das Grab von Papa bepflanzt ist?" ....das hat dann ein bißchen vorgehalten. Dann ging es wieder los.Später konnte sie nichts mehr mit dem Bild meines Vaters anfangen. Hat ihn nicht mehr erkannt.

    Dann war jeder 4 Satz: ,,Hast Du aber schöne Schuhe an !" und immer und immer wieder. Klar ist dies furchtbar anstrengend !

    Es ist wie eine Platte die immer wieder hängen bleibt und den gleichen Satz sagt. Meine Erfahrung....Du kannst es nicht ändern ! Wenn Du es nicht mehr aushalten kannst (nervlich)...dann gehe aus dem Zimmer oder ganz weg ! <3

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Never,

    vielleicht können Sie in naiver Sprache vermitteln, dass der Vater nicht mehr wieder kommt. Im Sinne von: "es gefällt ihm im Himmel so gut" oder ähnliches.

    Eine andere Strategie wäre, Ihre Mutter zum erzählen über die gemeinsame Zeit mit dem Vater aufzufordern/zu animieren.

    Die Sehnsucht nach dem Ehemann/der Mutter/der Ehefrau ist vielen Demenzkranken gemein. Sie symbolisiert den Wunsch nach einem Zustand der Geborgenheit und Vertrautheit. Insofern können Gespräche über die schöne gemeinsame Zeit hilfreich sein, wobei man nicht unbedingt verleugnen muss, dass die herbei gesehnte Person nicht mehr auf dieser Erde weilt.

    Alles Gute wünscht Ihnen

    Klaus Pawletko

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