Vorbeugung verlaufen

  • Hallo ins Forum,

    ich habe eine Frage, bevor ich zur Arbeit gehe: unser Opa hat jetzt seine Diagnose bekommen.

    Er ist Frühbetroffener und noch richtig fit. Es sind wirklich nur kleine "Ausfälle", die wir feststellen und er kommt noch allein klar (Witwer).

    Gedanken machen wir uns (mit ihm), wel er gerne ausgedehnte Spaziergänge unternimmt. Daher beschäftigen wir uns mit Ortungsgeschichten. Er wäre grundsätzlich nicht abgeneigt bzw. einverstanden.

    Das Einfachste wäre ein Handy, dass er immer mitnimmt. Nur: das will er nicht. Er hält nicht viel von "moderner" Technik. Hat er nie. Das gehört zu seinen "Macken", wenn man so will....ok...ist auch blöd, dass keine Anrufe über Videotelefonie möglich sind so....aber na gut.


    Nun gibts ja ganz verschiedene Möglichkeiten. Frage: verwendet jemand im Forum für seinen Angehörigen ein Ortungssystem? Wer hat Erfahrung mit soetwas?

    Ich will das jetzt regeln, weil ich befürchte, dass wir eine Zeit brauchen ihn (und uns) daran zu gewöhnen. Was gar nicht geht mit ihm ist irgendein Ding, dass Fremde zur Hilfe holt oder andere, Spaziergänger, Freunde, Bekannte sehen können, dass er sowas benutzt. Er möchte nicht, dass jemand erfährt, dass er Alzheimer hat. Ist sein gutes Recht. Also: es darf nicht auffällig sein.


    Benutzt jemand etwas, was er verdeckt in der Jackentasche tragen könnte? Falls ja: Kosten? Verbindung stabil?


    Danke.

    S. :)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Frau S.,


    willkommen im Forum.
    Ich finde es gut, dass Sie sich frühzeitig kümmern und kann auch den Willen und die Vorbehalte Ihres Opas gut verstehen.

    Ich hoffe, Sie erhalten hier noch Erfahrungswerte von Menschen, die tatsächlich Ortungssysteme verwendet haben bzw. verwenden.
    Ich selbst bin diesbezüglich ein "Technikfreund", da das Maß an notwendiger Sicherheit gesteigert werden kann, ohne oder mit deutlich weniger physischen Schranken - vor allem in Institutionen / Einrichtungen.
    Hier hoffe ich für die Zukunft, dass es irgendwann Verordnungen / gesetzgeberische Bestimmungen geben wird, bestimmte technische Standards vorzuhalten.
    Zu Ihrer Frage:
    im Rahmen meiner Arbeit war ich mit zwei Geräten befasst, die vielleicht passen könnten. Einerseits habe ich einen sog. vernetzten Gehstock getestetet. Ich bin mehrere Tage mit ihm herumgelaufen, habe mich geortet bzw. orten lassen - das funktionierte gut. Nachteil ist natürlich, dass man einen Gehstock leicht irgendwo vergessen kann. Wenn Ihr Großvater die Nutzung nicht gewohnt ist, wohl eher nicht geeignet. Das Produkt nannte sich "Smartstick".

    Ein weiteres Produkt welches ich ausprobiert habe sind vernetzte Einlegesohlen. Sie werden wie andere Einlegesohlen auch einfach in die Schuhe eingelegt. Vor dem Produkttest war meine Befürchtung, dass sie vielleicht unangenehm zu tragen wären oder das Laufen durch Ihre Form unsicherer machen würden. Beides war nicht der Fall, ich konnte damit problemlos im Alltag gehen und hatte sie nach kurzer Zeit während des Gehens praktisch vergessen. Ortung klappt gut. Nachteilig ist hier, dass sie irgendwann durchgelaufen sind und neue gekauft werden müssen (beachten Sie die Herstellerangaben). Schauen Sie nach "SmartSole".
    Lösungen gibt es auch in anderer Form: Uhren, Ketten usw. Zumindest bei einer Ortungs-Uhr, verbunden mit einer Android-App, waren meine Erfahrungen sehr negativ - völlig unzuverlässig, es war und bleibt ein Glücksspiel, ob eine Verbindung aufgebaut werden kann. Untauglich für einen Notfall.
    Und: wenn Uhr, dann eine die auch die Zeit anzeigt. Verschiedentlich habe ich erlebt, dass sich Menschen mit Demenz beschwert haben und die nichtfunktionierende Uhr entfernen wollten, wenn diese quasi nur als Gehäuse für den Sender dient, aber sonst nicht funktioniert.

    Bei Ketten habe ich schon öfter erlebt, dass diese abgelehnt werden, wenn jemand nicht aus Gewohnheit solchen Schmuck trägt - ausprobieren. Denkbar ist ja auch, dass diese in einer Jackentasche getragen wird.

    Grundsätzlich sind manche Systeme relativ teuer. Erkundigen Sie sich unbedingt vor dem Kauf, welche laufenden Kosten entstehen. Auch diese können je nach Anbieter sehr variieren.
    Sprechen Sie auch mit Ihrer Krankenkasse und Hausarzt über das Thema und ob es Empfehlungen gibt. Die Kenntnis von diesem Urteil konnte ggfs. hilfreich sein.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust



  • Guten Morgen Sabine,


    ich bin hier leider nicht mehr aktiv, habe aber jahrelang meine inzwischen verstorbene Mutter betreut, die eine ausgedehnte Weglauftendenz entwickelt hatte. Sie ist mehrfach am Tag "spazieren gegangen" weil sie ihre Mutter oder andere Verwandte suchte, die längst verstorben waren.

    Ich hatte einen sogenannten GPS-Tracker verwendet. Gibt es als Armband. Ich hatte jedoch einen Schlüsselanhänger. Der funktioniert auch, wenn er in einer Handtasche lag.

    Kostenpunkt: Anschaffung ca. 50 Euro. Monatsgebühr 10 Euro.

    Gibt verschiedene Modelle. Kann man googeln unter GPS-Tracker.

    Ich weiß nicht, ob ich hier ein Modell empfehlen darf wg. Schleichwerbung oder so.

    Nachteil: Muss man spätestens alle 2 Tage aufladen. Funktioniert mit Smartphon.

    Als weitere Sicherheitsoption habe ich mit 2 Überwachungskameras gearbeitet. Da gibt es auch verschiedene Modelle. Kann man ggf. auch als Telefonersatz benutzen, da eine Kommunikation möglich sein soll.


    Vielleicht konnte ich helfen.


    Alles Gute

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    super! Vielen Dank für die Info. Die oben beschriebenen Einlagen sind leider sehr teuer. Dein Vorschlag klingt gut und kostet deutlich weniger :) . Auch das mit den Kameras ist eine Überlegung wert (mit Einverständnis darf man das doch auch?!).

    Dankeschön.


    Sabine

  • Hallo Sabine,


    ich erwähne mal die Produkte, die ich verwendet habe. Der GPS-Tracker war von Weenect und die Kameras gabs von der Telekom. Das Programm dort heißt Smart Home.


    Alles Gute

    • Offizieller Beitrag

    Hallo SabineK, mittlerweile hat sich in Sachen "tracking" sehr viel getan, es gibt sogar Systeme für Hunde oder Autos, aber eben mit großen Leistungsunterschieden, wo wie Herr Gust schon schrieb, hinzu kommt, dass wir ja immer noch in einem Netzausbau-Entwicklungsland leben.


    Ich würde immer noch weitere Sicherheiten einplanen: Adresse, Telefonnummer, Umgebungskarte, mit markierter Wohnung, Ihre Visitenkarte, die er immer diskret dabei haben könnte ... usw.

    Vielleicht haben Sie eine Idee, was am besten bei Ihrem Vater passt, damit er Hilfe bekommt. Bezüglich der Kosten haben Sie schon überlegt, ob er vielleicht den Pflegegrad 1 bekommen könnte.

    Ihr Martin Hamborg

  • Guten Morgen Sabine,


    bitte,gerne. Ich habe noch einen kleinen Tipp. In Apotheken oder bei Sozialverbänden bekommt man auch eine sogenannte Notfallkarte. Etwa so groß wie eine Visitenkarte, aber ausklappbar. Hierin kann man alle notwendigen Daten über die betreffende Person und die Kontaktpersonen eintragen und am besten auch in der Handtasche platzieren. Ggf. auch im Internet auffindbar.


    Viele Grüße

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