Depressionen und Verdacht auf Demenz

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  • Hallo,

    ich bin neu hier im Forum, gerade weil ich einige dringende Fragen haben.

    Meine Mutter ist 79 Jahre und hat leidet seit der zweiten Schwangerschaft ( mit 28 Jahren ) unter starken Depressionen. Sie nimmt also nun seit ca 50 Jahren Antidepressiva ( Lithium und ein anderes schwach dosiertes Medikament zur Stimmungsaufhellung) und geht regelmäßig zum Neurologen.


    Das war auch lange Jahre kein Problem, wobei sie schon immer sehr impulsiv reagiert hat.

    Seit dem Tode meines Vater vor 4 Jahren verschlechtert sich ihr Zustand und seit ca einem halben Jahr habe ich den Verdacht, dass hier sich eine Demenz entwickelt.

    Natürlich ist klar, dass nach 50 Jahren Antidepressiva auch die Konzentrationsfähigkeit leidet und das erklärt schon so einiges.


    Langjährige Symptone: viele dringend notwendige Arztbesuche ( wegen weißem Hautkrebs , Krampfadern, verstopfter Nase ( Nebenwirkung Doxepin), Kopfschmerzen ( möglicher Gehirntumor) und vielen anderen Krankheiten, die sich aber alle bislang nicht bestätigt haben. Körperlich war sie bisher topfit, obwohl sie der Meinung ist, sie sei eine schwerkranke Frau.

    Seit letztem Jahr häufen sich die agressiven Zustände, Dinge verlegen und andere beschuldigen.


    Mitte Dezember waren wir wieder beim Neurologen ( ich hatte vorab gebeten, dass er sie auf Demenz untersucht oder testet). Natürlich geht es ihr immer gut, wenn wir dort sind. Die Frage nach dem Todesjahr ihres Mannes und ihres Geburtsdatums konnte sie natürlich beantworten, sodass er mir bestätigte, dass keinerlei Anzeichen für Demenz vorliegen.


    Dabei wurden auch die Tabletten umgestellt ( Mirtazapin 15 mg 1/2 Tablette statt Doxepin. Diese hat sie nach 2 Tagen abgesetzt. ( Lt. Rücksprache mit dem Arzt ist das kein Problem, da niedrig dosiert ) Jetzt wird es täglich schlimmer. Sie versteckt die Tabletten, sucht geeignete Verstecke für Bankkarte, Kekse, Toilettenpapier und beschuldigt die Familie des Diebstahls. Morgens ist meist ein Gespräch im normalen Rahmen möglich. Ab spätem Nachmittag eskaliert jedes Gespräch, wobei ich schon dazugelernt habe. Ich frage nicht, warum und erwarte auch keine Logik mehr.

    Ich darf die Tabletteneinnahme nur noch versteckt kontrollieren... mit mäßigem Erfolg,

    Auch die Appetitlosigkeit ist ein Problem.

    Soziale Kontakte lehnt sie schon seit langem ab.


    Ich weiß jetzt nicht, was ich tun kann. Ich befürchte, dass wir in ca 3 Wochen als Notfall ins Krankenhaus bringen müssen, weil sie Wahnvorstellungen hat. ( hatten wir vor Jahren mal, weil sie die Tabletten falsch genommen hat.) Freiwillig zum Arzt geht sie nicht, höchstens zum Hausarzt, aber den interessiert das nicht.

    :?:

    • Offizieller Beitrag

    Hallo BettiBoe,

    scheinbar gibt es keine klare Diagnose des Krankheitsstatus Ihrer Mutter. Die von Ihnen beschriebenen Symptome könnten auch Zeichen einer Altersdepression sein.

    Über mögliche Auswirkungen des MedikamentenWechsels kann ich leider nichts sagen.

    Als Maßnahmen kämen in Frage: eine Zweitmeinung eines anderen Neurologen einholen (scheint nicht einfach zu sein, wenn Ihre Mutter sich weigert, einen solchen aufzusuchen).

    Oder aber ein kurzer stationärer Aufenthalt in einem gerontopsychiatrischen Krankenhaus, um eine verlässliche Diagnose zu erstellen und eine adäquate Medikation zu empfehlen.

    Beides aus Sicht der Mutter sicher keine schönen Alternativen, aber nach meiner Ansicht wahrscheinlich besser als zu warten, bis die Situation eskaliert.

    Alles Gute für Sie und Ihre Mutter wünscht

    Klaus Pawletko

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