Mutter wird immer schwieriger und akzeptiert keine Hilfe

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  • Ihre Hausärztin meinte nach meinem Anruf, dass man da nichts machen kann, der Sozialpsychatrische Dienst wollte sich zurück melden

    Liebe Elfriede, ich hätte zunächst zur "Hausärztin" geraten und bin erschrocken, dass diese in deinem Fall so reagiert hat. Bei uns war genau diese unsere Ansprechpartnerin. Sie hat mit uns gemeinsam überlegt, wie wir meine Mutter in eine stationäre Abklärung der Problematik bringen könnten (bei uns war es so, dass meine Mutter permanent Pflege abgelehnt hat). Die Ärztin war also schon dabei, alles in die Wege zu leiten. Da passierte ein Sturz, der allem die weitere Richtung gab.

    So läuft das bei den meisten hier .... Ich wünsche dir, dass sich die Wogen bald glätten.

  • Heute waren wir mit der Mutter noch mal bei der Hausärztin, mein Mann musste seine Mutter Worte entgegensetzen, dass niemand in der Wohnung war und geklaut hat. Dann ist Sie aggressiv geworden und die Ärztin hat endlich den Ernst der Lage erkannt und wir zumindest eine Überweisung mit Dringlichkeitsvermerk bekommen haben.

    Alle empfohlenen Ärzte gehen nicht ans Telefon, trotz Öffnungszeit ... Großstadt halt.

    Keine Ahnung wie es weitergehen soll. Ich bin jetzt ihr Feind, obwohl sie nicht mit mir geredet hat und nur voller Hass angeschaut hat.Keine Ahnung wie das endet.

  • Guten Abend an alle, Neurologentermin habe ich jetzt endlich in 14 Tagen. Aber es ging noch Schlimmer, gestern wollte die Mutter die Nacht draußen verbringen weil DER sie umbringen will. Ein Nachbar hat sie davon abgehalten und meinen Mann angerufen der um 22 Uhr gerade vom Dienst kam. Wir haben die 112 angerufen, die Sie erst in die Psychatrie gebracht haben. Nachdem ich dort angerufen habe wurde sie in eine andere Psychatrie gebracht. Die sagten mir dann, dass sie gerade erst dort angekommen ist, und sie erst in 2 Stunden etwas sagen können. mittlerweile war es 24:30 Uhr und wir sind erschöpft ins Bett. Anruf am nächsten Tag ergab, dass sie sie wieder nach Hause gebracht haben. Wir heute vormittag hin und haben einen Brief der Klinik vorgefunden, dass sie noch alles kann und der Sohn nicht angerufen werden konnte, da sie keine Nummer hatten, trotz der Angabe bei der 112 und meines Anrufes. Alles sehr merkwürdig, jetzt wissen wir gar nicht mehr weiter und hoffen, dass sich das nicht wiederholt.

    Hat jemand einen Tipp?

  • Da würde ich mich sofort bei der Klinikleitung beschweren, sie hätten doch eine vernünftige Diagnostik machen müssen, finde ich

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Elfriede, so wie Sie schreiben braucht Ihre Mutter eine schnelle Behandlung in der Klinik.

    Das psychotische Erleben war in dem Moment so stark, dass "es" für die Einweisung gesorgt hat. So etwas geschieht aus meiner Erfahrung unbewusst, es ist wie ein Hilfeschrei, der dann oft wieder zurückgenommen wird, wenn eine Entlastung erlebt wird.

    Insofern ist zu erwarten, dass sich das Verhalten wiederholt und Ihre Mutter erneut das tut, was alles in Bewegung setzt. Allerdings sollte dann auch das Hilfssystem greifen. Üblicherweise wird der Sozialpsychiatrische Dienst bei einer Klinikeinweisung hinzugezogen. Also eigentlich müsste Ihre Mutter schon bekannt sein. Eigentlich müsste das Hilfesystem abgestimmt in sich greifen...


    Sie können das vielleicht etwas beschleunigen: Im Krankenhaus werden Beschwerden über das Beschwerdemanagement ernster genommen, als die Beschwerde auf Station. Diese Möglichkeiten haben Sie immer.

    Wenn der sozialpsychiatrische Dienst nicht erreichbar oder untätig ist, bleibt Ihnen auch da der offizielle Weg, über die Amtsleitung des Gesundheitsamtes oder die Bürgerbeauftragten der Stadt oder im Bundesland. In der Pflegekasse Ihrer Mutter ist auch ein*e "Fallmanager*in" verantwortlich, es gibt den Pflegestützpunkt, die Verbraucherzentrale und die Pflegeombudsstellen/ Beschwerdestellen bis hin zu den sozialpolitischen Sprecher*innen der Parteien...


    Was Sie beschreiben, ist leider kein Einzelfall, es wird aber immer als Einzelfall behandelt. Deshalb habe ich das "große Besteck" aufgefahren, dass Ihnen als verantwortlich Handelnde zur Verfügung steht, wenn das Hilfesystem aus welchen dramatischen Gründen auch immer nicht greift.

    Viel Kraft und Erfolg für den Lösungsweg, Ihr Martin Hamborg

  • Vielen lieben Dank Herr Hamborg, den sozielpsychatrischen Dienst haben wir erreicht, aber die bleiben weiterhin untätig, bei allen anderen Stellen geht niemand ans Telefon. Wir bleiben am Ball.

    Eine Frage noch, wir wissen nicht was wir der Mutter antworten sollen, wenn DER wieder in der Wohnung war und alles geklaut hat. Ablenken funktioniert nicht und Schweigen auch nicht. Zustimmen bereitet uns Unbehagen. Die wichtigen Dinge sind jetzt so geregelt, dass alle Post zu und kommt. Aber mit Wohnungs- und Gartenschlüsseln wird es schwierig.

    Lieben Dank Elfriede.

  • Eine Frage noch, wir wissen nicht was wir der Mutter antworten sollen, wenn DER wieder in der Wohnung war und alles geklaut hat. Ablenken funktioniert nicht und Schweigen auch nicht. Zustimmen bereitet uns Unbehagen. Die wichtigen Dinge sind jetzt so geregelt, dass alle Post zu und kommt. Aber mit Wohnungs- und Gartenschlüsseln wird es schwierig.

    Lieben Dank Elfriede.

    Vielleicht kann man den "Diebstahl" bei Hausratversicherung melden?

  • Es gibt doch gar keinen Diebstahl, sie versteckt alles.

    Das ist schon klar. Aber mit einer Meldung an die Hausratversicherung, (die von euch nicht abgeschickt wird), ist sie beschäftigt und fühlt sich vielleicht ernst genommen.

  • Das ist schon klar. Aber mit einer Meldung an die Hausratversicherung, (die von euch nicht abgeschickt wird), ist sie beschäftigt und fühlt sich vielleicht ernst genommen.

    Liebe Elfriede,

    ich möchte Buchenberg hier beipflichten.

    Diese Phase, in der die Dementen meinen, dass ein Fremder in die Wohnung kommt und sie beklaut, kennen hier fast alle. Als meine Mutter in dieser Phase war, haben wir sie ernst genommen und gesagt: Okay, dann sollten wir herausfinden wer hier reinkommt. Was hältst du davon, wenn wir Kameras installieren? So können wir den Einbrecher sicher überführen.

    Damit war meine Mutter zufrieden und hatte den Vorschlag, Kameras zu installieren, kurze Zeit später schon wieder vergessen. Aber für den Moment hat sie sich damit gut und sicher gefühlt, und das ist was zählt. Wann immer der „Einbrecher“ wieder da war, haben wir erneut den Vorschlag mit den Kameras gemacht, sie aber natürlich nie wirklich installiert.

    Dieses Validieren fühlt sich am Anfang merkwürdig an, aber es hilft unseren dementen Angehörigen sich sicher zu fühlen, und mit der Zeit merkt man, dass es viele Situationen, die zu eskalieren drohen, entschärft.

    Liebe Grüße

    Silly

  • Da kann ich silly und den anderen voll zustimmen, man kommt sich erst blöd vor als eigentlich aufrichtiger Mensch, aber seitdem ich so tue als nehme ich alles ernst und würde mich bei den Pflegern beschweren über die Diebstähle, ist es einfacher. Ich nehme ja auch ernst, dass meine Mutter (92)ihre Mama besucht hat... Sie erlebt es eben so und je mehr man versucht es abzuwiegeln umso mehr würde sie das Vertrauen in mich auch noch verlieren.

  • Liebe Elfriede,

    noch ein Tipp von mir bzgl. des Schlüsseldramas.

    Auch meine Mutter hat die Schlüssel ihres Kleiderschranks an den unmöglichsten Orten versteckt, damit der „Einbrecher“ keinen Zugang zu den Schränken hat.

    Wir haben dann sogenannte Key-Finder gekauft. Das sind Anhänger, die auf Pfeifen oder Klatschen reagieren und piepen. Dann kann man die Verstecke schnell ausfindig machen und die Schlüssel wieder dort platzieren, wo sie hingehören…eben bis zum nächsten Mal, wenn sie wieder verschwunden sind. Dann einfach Klatschen und es macht piep, piep, piep in der Handtasche, dem Kleiderschrank, der Schmuckkiste, oder wo auch immer. ☺️

    Wir brauchen unsere Key-Finder nicht mehr, schicke ich dir gerne, wenn ich hier irgendwie herausfinden kann, wohin.

    Liebe Grüße

    Silly

  • Wir haben dann sogenannte Key-Finder gekauft. Das sind Anhänger, die auf Pfeifen oder Klatschen reagieren und piepen. Dann kann man die Verstecke schnell ausfindig machen und die Schlüssel wieder dort platzieren, wo sie hingehören…eben bis zum nächsten Mal, wenn sie wieder verschwunden sind. Dann einfach Klatschen und es macht piep, piep, piep in der Handtasche, dem Kleiderschrank, der Schmuckkiste, oder wo auch immer.

    Ich muss gerade schmunzeln .... diese Key-Finder hatten wir für die Schlüssel meiner Mutter auch und sie haben gute Dienste geleistet. ;)

  • Lieben Dank für die Tipps, ja der Keyfinder ist eine gute Idee, Silly ich würde Deine auch gerne nehmen,

    Das mit einer Anzeige an die Versicherung ... Sie kann nicht mehr richtig schreiben und würde sich nicht damit beschäftigen. Außerdem bringt DER die Sachen auch wieder zurück. In Ihrer Welt gibt es irgendwie den guten, der den Abwasch macht und den bösen der klaut, und der gute bringt es dann irgendwann zurück.

    Lieben Dank für Eure lieben Worte.

    Ich habe das alles schon zwei mal durch, Omi, Mutti und nun Schwiegermutter, bei der alles ganz anders ist.

  • Hallo Elfriede, hallo Administratoren,

    gibt es hier irgendeine Möglichkeit Adressen auszutauschen, damit ich Elfriede unsere nicht mehr benötigten Key-Finder schicken kann?

    Bei der Anmeldung mussten wir ja unsere Email Adresse angeben, vielleicht könnte mir einer von euch Elfriedes Email Adresse mitteilen, dann kann ich das via Email mit Elfriede klären…


    Sonnige Grüße

    Silly

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Elfriede, zu einem richtigen Wahn gehört, dass er unrealistisch und unkorrigierbar ist. Einsicht können wir eher nicht erwarten und wenn, ist sie nur kurzfristig oder vorgespielt.


    Eine gute Möglichkeit ist die Ablenkung mit einem ernsthaften Vorschlag im Wahnsystem, ohne den Fremden zu bestätigen. Das Beispiel von Buchenberg ist da perfekt. Wir nehmen die Gefühlslage ernst, aber nicht den Wahn.


    Ich stelle dann meine Realität dazu, nach dem Motto"Ich kann es nicht nachvollziehen, aber ich möchte Deine Angst ernst nehmen. Ist es schon so schlimm, dass wir die Polizei informieren müssen oder wollen wir noch weiter beobachten"


    Manchmal hilft auch der Satz: "Du hast bestimmt schon überall gesucht, vier Augen sehen vielleicht besser"

    Ihnen wünsche ich ein gutes Fingerspitzengefühl für die schwierigen Situationen, Ihr Martin Hamborg

  • Lieber Herr Homburg,

    das Problem ist, dass wir nicht immer vor Ort sein können und suchen können. Sie wohnt am anderen Ende der Stadt und ich brauche fast 2 Stunden mit den Öffentlichen, was bei Anrufen nach 22 Uhr schwierig ist, weil ich dann nicht zurück komme. Zu Ihrem WHn kommt ja auch die Demenz, weil sie nach wenigen Minuten nicht mehr weiß, was sie sucht.

    Aber es ist alles im Fluss, Donnerstag dann erst mal zum Neurologen.

    Vielen Dank für Ihre Tipps.

    Ein sonniges Wochenende wünscht Elfriede

  • Eine gute Möglichkeit ist die Ablenkung mit einem ernsthaften Vorschlag im Wahnsystem, ohne den Fremden zu bestätigen. Das Beispiel von Buchenberg ist da perfekt. Wir nehmen die Gefühlslage ernst, aber nicht den Wahn.

    Hallo Herr Hamborg,

    ich persönlich finde es sehr schwierig in diesen angespannten Wahnsituationen einen glaubwürdigen Vorschlag zu machen, der den Wahn nicht bestätigt aber suggeriert, dass man den dementen Angehörigen ernst nimmt.

    Für mich war es in dieser Phase der Demenz einfach leichter den Wahn zu bestätigen, auch weil es meine Mutter sofort besänftigt hat.

    Ein Vorschlag wie ihn Buchenberg gemacht hat, hätte bei meiner Mutter zu weiteren Diskussionen geführt,... von wegen "nein, wir müssen die Polizei rufen, was soll denn die Hausratversicherung da machen" etc. pp.


    Manchmal hilft auch der Satz: "Du hast bestimmt schon überall gesucht, vier Augen sehen vielleicht besser"

    Zu diesem Satz wird einem in den eskalierenden Situationen sehr häufig geraten. Im Falle meiner Mutter ging der leider komplett nach hinten los. "Natürlich habe ich schon überall gesucht, ich bin doch nicht blind!" ...und wenn man die Sachen (bei meiner Mutter waren es hauptsächlich Kleidungsstücke) dann gefunden hat (irgendwann kennt man die Verstecke), dann wurde man als derjenige beschuldigt, der die Sachen dort versteckt hat.

    Wenn man dann ganz clever sein wollte, und meine Mutter auf das Versteck hingewiesen hat, damit sie die Hose, oder was auch immer, selbst findet, wurde man argwöhnisch angeschaut: "Die hast du doch da versteckt, woher sonst solltest du wissen, dass die im Schuhschrank ist."


    Tja, das ist leider eine sehr schwierige Phase, wenn die Demenz in diesem Stadium ist.


    Sonnige Grüße

    Silly

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