Mutter wird immer schwieriger und akzeptiert keine Hilfe

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    • Offizieller Beitrag

    Hallo Ulli78, Ihren letzten Satz möchte ich gern aufgreifen. Sie haben eine Großmutter mit einem starken Willen und damit bleibt ein hohes Risiko, egal was Sie tun.


    Manche ältere Menschen blühen im Heim regelrecht auf, weil Sie viele neue Kontakte aufbauen und in die Gemeinschaft der Stärkeren gehören.

    Aber Ihre Großmutter hat ihre Katze und die Wohnung ist ihr vertraut, was bei nachlassender Sehfähigkeit besonders wichtig ist.


    Manchmal haben die Enkel andere Möglichkeiten bei schwierigen Entscheidungen, denn Großmütter mögen es ja nicht, wenn sich Enkel Sorgen machen. Deshalb erreicht sie folgender Satz vielleicht besser: "Wenn Du es für Dich nicht willst, mach es bitte für mich...". Auch Erinnerungen an Missgeschicke in denen Sie das Schlimmste vermeiden konnten, werden von Enkeln eher angenommen und Sie können damit eine Beziehung gestalten, in denen Ihr Wort und Ihre Tat das Gewicht bekommt, das wichtig wird, wenn Sie Entscheidungen treffen müssen.


    So wie Sie schreiben, haben Sie die Würde Ihrer Großmutter im Blick und die wird eher von einer riskanten Selbständigkeit als von einer gefahrlosen Abhängigkeit geprägt. Ganz nach dem Motto "No risk no fun" - wird es gegen innere Vorwürfe helfen, wenn Sie gemeinsam viel Freude haben, Ihr Martin Hamborg

  • mal wieder ein kurzer Bericht von mir, meine Schwiegermutter bekommt jetzt die Tabletten vom Pflegedienst.

    Freitag wollte ich vom Neurologen ein Rezept holen, keines bekommen, die reichen noch bis Anfang Oktober und dann muss die Karte eingelesen werden. Dass ich es aber nach der Arbeit nicht schaffe bis zu den Öffnungszeiten ist denen egal.

    Depotspritzen kann nur ein Psychater geben, aber selbst mit Dringlichkeitsvermerk gibt es keine Termine.

    Wo kann man sich da Hilfe holen?

    Krankenkasse, Pflegekasse, kassenärztliche Vereinigung, DRK und sonstige .... Null Hilfe, wir sind kurz davor alles an eine staatliche Betreuung abzugeben,

    Mann im Schichtdienst, ich Vollzeit, es geht einfach nicht mehr

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Elfriede, der erste Schritt wäre die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung, die Angaben finden Sie im Netz.


    Ich würde auch das Fallmanagement der Pflegekasse Ihrer Mutter ansprechen, dort ist ja offiziell eine Person für Ihre Mutter zuständig und der gesetzliche Auftrag ist eindeutig: Sie sollen als pflegende Angehörige unterstützt und entlastet werden. Auch der Pflegestützpunkt sollte helfen können, vielleicht gibt es vor Ort ein ehrenamtliches oder nachbarschaftliches System, die solche Gänge übernehmen können.


    Ihnen wünsche ich viel Kraft und die schnelle Hilfe, die jetzt notwendig ist! Ihr Martin Hamborg

  • Guten Abend,


    nachdem es bei uns jetzt seit einem Jahr einigermaßen in ruhigen Bahnen verlief, geht es gerade mit meiner Mutter ziemlich bergab.

    Gehe ja einmal die Woche zu ihr und sonst telefonieren wir so alle zwei Tage. Telefonieren wird aber gerade immer schwieriger, weil sie ständig das Handy irgendwie lahmlegt. Sie legt es einfach so in die Schublade und stellt es nicht in die Ladeschale auf dem Nachtschrank, oder sie zieht aus der Ladeschale das Kabel raus oder sie macht am Handy die Taschenlampe an, was natürlich den Akku kappt. Das ist aber gar nicht mal das größte Problem, weil sie wohl gar nicht merkt, dass ich länger nicht anrufe.

    Letzten Mittwoch war ich bei ihr, da machte sie einen sehr verwirrten Eindruck auf mich, saß nicht wie üblich bei Kaffee und Kuchen (ich bin meist so gegen 15 Uhr da), sondern alleine im Zimmer auf ihrem Bett.

    War sehr böse und schimpfte, dass die sie ständig alle nerven und sie keine Lust mehr hat und diese ganze Sache beenden wird.....dann hatte ich ihr ein neues Shirt mitgebracht, wollte ihr beim anprobieren helfen, da riss sie es mir weg und schlug meine Hand weg. Sie ist zwar meist nicht besonders freundlich zu mir, aber körperlich hat sie mich noch nie angegangen.

    Man konnte sich auch gar nicht richtig mit ihr unterhalten, sie schimpfte nur und erzählte irgendwelche wilden Geschichten, dass ihre Zimmernachbarin schon zwei Tage nicht da wäre, weil die schwer krank wäre und dass das Heim umgebaut wird und sie dann obdachlos ist, weil sie als einzige keine Wohnung hat und und und, nebenbei räumte sie ständig in ihren Schubladen rum, packte allerhand aufs Bett, dann wieder zurück oder schob Sachen aus der Schublade unter die Bettdecke.


    Naja bin dann nach meiner üblichen Stunde gegangen und habe kurz bei der Station nachgefragt, ob denen was aufgefallen ist.....ja, sie wäre seit einigen Tagen ungenießbar und würde nach dem Personal treten und schlagen.

    So kennen sie sie gar nicht, normalerweise wäre sie ne ganz liebe und alle mögen sie. Sie kommt auch nicht zum Essen, sie bringen ihr alles ins Zimmer. Außerdem würde sie viel weinen und ständig sagen, dass sie sich umbringen will.

    Ihre Nachbarin ist natürlich auch nicht krank und ist auch da, also alles erfunden


    Darum war wohl auch Dienstag ihr Hausarzt da und hätte sie sich angeschaut und mal Blutwerte genommen. Aber er geht am ehesten von einer Art Demenzschub aus. Wenn sonst nix gefunden würde, müsste man es wohl mit Antidepressiva probieren. Die kriegt sie aktuell noch nicht, weil die wohl müde machen und sie eh schon immer sehr müde ist und eigentlich am liebsten schläft.

    Ich bin etwas ratlos, denn sie kam mir Mittwoch echt extrem wirr vor.


    Heute Abend haben wir telefoniert, da ging es ihr eigentlich besser. Sie ging schon beim dritten Versuch ans Telefon und erzählte mir, dass sie Mittag ihr Lieblingsessen hatte und auch sonst wirkte sie wieder etwas besser.


    Hat hier jemand Erfahrungen mit Demenzschüben? Kommt das echt so plötzlich? Und bildet sich das evtl. wieder zurück? Denn wie gesagt heute Abend kam sie mir relativ "normal" vor.


    VG

  • Hallo KO72,

    ich habe mir gerade nochmal deine letzten Beiträge durchgelesen und bemerkt, dass du auch in diesen bereits berichtet hast, dass deine Mutter bei deinen Besuchen des öfteren böse ist, mit ihrem Telefon nicht klarkommt und dass angeblich das Heim umgebaut wird.

    Im Moment sind all diese Symptome/Wahnvorstellungen bei deiner Mutter wieder sehr präsent bzw. haben sich verschlimmert, und es sind neue Verhaltensweisen wie z.B. der soziale Rückzug hinzugekommen, die deine Mutter bisher nicht gezeigt hat. Das ist das, was man meines Wissens nach einen Demenzschub nennt, und meist gibt es dafür einen Auslöser.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Demenzschübe zwar irgendwie plötzlich auftreten, sich aber auch ankündigen. Anfangs sind die Ausfälle nur sporadisch (z.B. bösartige Beschimpfungen), dann immer häufiger (progressiver Verlauf) und dann steht innerhalb kürzester Zeit dieses Verhalten im Vordergrund, und ist nur noch durch Medikamente wieder abzustellen.

    Wenn deine Mutter sich im Moment sozial zurückzieht, solltest du vielleicht versuchen herauszufinden, ob irgendetwas bei einer Gemeinschaftsveranstaltung passiert ist, was deine Mutter bloßgestellt oder zutiefst beschämt hat. Vielleicht war da etwas, was den Demenzschub ausgelöst hat.


    Liebe Grüße

    Silly

  • Hallo KO72,

    Ich keine solche Schübe auch von meiner Mutter, dass sie dann ne Weile verwirrter und aggressiver wirkte und sich das nach kurzer Zeit von der Stimmung her wieder beruhigt hat.

    Meine Mutter bekommt auch seit vier Jahren ein Antidepressivum, die machen nicht alle müde, es gibt ja auch die Gruppe der antriebssteigernden wie citalopram o.ä. das sollte ein Arzt wissen, vor allem Psychiater oder Neurologen. Ins Heim meiner Mutter kommt jede Woche ein Facharzt, da können sie es von der Pflege besprechen.

    Auslöser für einen Schub war mal Tod eines Freundes oder Freundin aus dem Heim oder eine Erkrankung wie corona o.ä.

    Das von dir beschriebene Verhalten deiner Mutter kenne ich jedenfalls genauso.

    Liebe Grüße

  • Moin,

    bei meiner alten Mutter ist es so, dass sie zu wenig trinkt. Manchmal befindet sie sich in einem deliranten Zustand. Wasser mag sie nicht mehr trinken. Für jedes Glas Eistee, Cola, Fanta, Saft, Buttermilch bin ich dankbar. Wenn ich bei ihr bin, stelle ich ihr immer was hin. Regelrechte „Schübe“ habe ich bei meiner Ma nicht bemerkt, aber sie wird mit der Zeit halt geistig und körperlich immer gebrechlicher.

    LG Molli

  • Hallo,


    danke für eure Antworten. Gerade vor ner Stunde habe ich wieder mit ihr telefoniert, da war sie sehr weinerlich und meinte, sie wäre den ganzen Tag alleine im Heim, weil niemand sonst da wäre.

    Im nächsten Satz erzählt sie aber, dass sie heute wieder auf alle anderen aufpassen musste - sie behauptet ja immer, dass sie an Personalsitzungen teilnehmen muss und dass sie da arbeiten muss, weil die anderen ja alle dement wären :)

    Dann erzählte sie, dass sie jemanden kennen gelernt hätte, der eine Wohnung für sie anmieten wird und ab nächste Woche ist sie dann in dieser Wohnung.....also das Thema ausziehen und Wohnung ist gerade sehr dominant,

    Denn heute hätte wieder jemand erzählt, dass alle aus dem Heim rausgeschmissen werden, weil da umgebaut wird,

    Wenn ich dann frage, wer das denn erzählt, sagt sie nur: Na das weiß ich doch nicht.

    Dann weinte sie wieder und sagte, dass sie ganz alleine im Bett wäre und keiner ihr hilft.

    Sage ich, wobei brauchst du denn Hilfe, um die Zeit bist du doch immer im Bett.

    Nein, sonst wäre sie in ihrer Wohnung.......

    Naja gerade schlechte Phase. Werde morgen mal ihren Hausarzt anrufen, was er so meint.


    VG

  • Liebe KO72 -


    ich kenne das auch von meiner Mutter. Vor allem das Einpacken und Umpacken der Kleidung war bei meiner Mutter kurz vor dem Umzug ins Heim bzw. in den ersten Monaten im Heim sehr präsent. Sie hat quasi jeden Tag ihren Koffer gepackt, Kleidung auf's Bett gelegt und wieder zurück in den Schrank oder sie hat ihre Kleidung verschiedenen Mitbewohnerinnen angeboten. Das hörte dann genauso abrupt auf, wie es begonnen hatte. Bei meiner Mutter ändert sich das Verhalten mit jedem Schub, allerdings bleibt sich bösartig, egal, ob es ihr besser oder schlechter geht. Dazu gehörten nicht nur verbale "Angriffe", sondern auch physische: Schlag auf den Arm, Dinge nach mir werfen, mich schubsen usw. Mittlerweile hat sie dazu wenig Kraft, sodass sie nicht mehr angreift.

    Liebe Grüße

    TanjaS

    • Offizieller Beitrag

    Hallo KO72, bei Menschen mit Demenz sind Schwankungen im Erleben und Verhalten häufig, der Expertenstandard zur Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz spricht von "fluktuierenden Zuständen" die besonders beachtet werden sollten, weil sie manchmal wichtige Hinweise auf behandelbare Ursachen geben.


    Eine häufige Ursache ist die Depression. Wenn Ihre Mutter nun entsprechende Medikamente bekommt, brauchen Sie noch ein paar Wochen Geduld, bis sich die Stimmung und damit auch die Überforderung, Gereiztheit, Unzufriedenheit oder Verzweiflung bessern sollte.


    Bisher ist Ihre Mutter eine Sympathieträgerin im Heim und das ist eine gute Voraussetzung. Vielleicht sprechen Sie vor dem Besuch mit Mitarbeitenden, damit Sie auf bestimmte Herausforderungen vorbereitet sind. Je weniger Sie auf depressive Inhalte eingehen, (ohne sie abzuwerten) und je mehr Sie positive Themen zur Ablenkung finden, desto eher ist eine Verbesserung zu erwarten.

    Ihr Martin Hamborg

  • Guten Abend,


    seit langem mal wieder ich :)


    Also bei meiner Mutter hatte es sich etwas beruhigt, sie bekommt seit kurzem Melperon. Da hatte ich den Eindruck, dass sie das ruhiger macht. Sie sah auch viel besser aus, nicht mehr so tiefe Augenringe und irgendwie war sie entspannter.


    Naja, aber seit ein paarTagen gehts wieder rund. Irgendwie schafft sie es, mich anzurufen, vor allem Vormittags, wenn ich im Büro bin. Ich versuche sie dann immer auf Abends zu vertrösten, aber da geht sie dann meist nicht ran.


    Gestern rief sie so gegen 10 Uhr an und jammerte, dass sie eingesperrt ist und ich die Polizei rufen soll, weil sie nicht in den Garten darf. Konnte das etwas beruhigen, denn gestern hatten wir hier Eisregen und ich erklärte ihr, dass das bestimmt aus Sicherheitsgründen ist, weil niemand stürzen soll.

    Das sah sie zwar nicht ein, denn sie kann ja nicht stürzen, weil sie ja mit den Rollator läuft...aber sie akzeptierte das dann.

    Aber dann jammerte sie weiter und heulte, weil sie sterben will und alles so schrecklich ist. Sie bekommt Essen, was andere schon gegessen haben, es ist nix zu trinken da und zu allem Überfluss haben auch noch ihre beiden Lieblingspflegerinnen Urlaub und mit den anderen kann sie es nicht so.....


    Außerdem ist der Adventskalender, den ich ihr mitgebracht habe Mist, denn der ist gleich am ersten Tag kaputt gegangen und sie musste alle Schoki essen - war einer von Lindt mit eingepackten Lindorkugeln :)

    Das Parfum, das ich mitgebracht habe, riecht wie Waschmittel und überhaupt würde sie ja nur interessieren wie es der Kleinen geht. Dachte sie redet von ihrer jüngsten Enkelin, die knapp 2 Jahre ist...nein weit gefehlt, sie fragte nach ihrer jüngsten Tochter, mittlerweile 43 Jahre alt und seit Jahren kein Kontakt, nicht mal telefonisch. Die Beiden hatten immer eine sehr enge Beziehung, da meine jüngere Schwester ein Nachzügler war. Als Muttern dann komisch wurde, hat meine Schwester allen Kontakt gekappt. Aber sie spielt wohl immer noch eine große Rolle bei meiner Mutter.....naja früher hat mich das geärgert....jetzt schlucke ich das und weiter gehts.


    Seit heute ist ihr Handy mal wieder aus und ich fahre erst nächsten Mittwoch hin, mal sehen, was mich dann erwartet.

    Aber ich kann damit gut umgehen, mache mir keine Sorgen, denn die kümmern sich echt gut um sie.


    In diesem Sinne schon mal besinnliche Feiertage und das Leben geht weiter :)

  • Liebe KO72,


    oha da hast Du komprimiert ja wirklich so ziemlich alle Demenzschrecken durchlebt!


    Schafft Du es kräftemässig überhaupt, mit Deiner Mutter zu telefonieren?


    Ich hatte da einen rigorosen Cut vollzogen: erst habe ich das Telefon meiner Mutter gesperrt. Denn wenn sie mich anrief, dann nur, um mir mitzuteilen, dass sie sich gleich umbringt. Und wie schlecht ich bin.


    Trotzdem habe ich mich bei dem Cut sehr schlecht gefühlt.


    Und dann haben wir irgendwann, nach Tipps der Pflegerinnen, das Telefon meiner Mutter ganz abgemeldet. Es war wöchentlich kaputt, sie hatte Feuerwehr, Krankenwagen, etc. angerufen, ehemalige Nachbarn nachts ...sie würde festgehalten, sie wäre auf einem Pferdehof (?)...

    Noch mehr schlechtes Gewissen bei mir.


    Und siehe da: es ist mehr Ruhe eingekehrt.


    Solange sie im ruhigen Rhythmus des Heims lebt ist alles soweit ok - aber als sie ZB im KH war - oje! Sie fand sich überhaupt nicht zurecht, hatte Wutanfälle, klaute der Mitbewohnerin Anziehsachen, nahm extrem ab, - alles eigentlich so, wie noch zuhause.


    Ich habs kapiert: mit "normalen" Massstäben ist nichts zu machen.


    Die Demenz ist die DOMINANTE.


    Alles Gute Alfi

    • Offizieller Beitrag

    Hallo KO72, mein erster Gedanke beim Lesen war: Nimmt Ihre Mutter das Melperon noch ein?


    Das Verhalten weist auf psychotisches Erleben hin und da reicht es oft nicht aus, unsere Wahrheit zu der des Menschen mit Demenz zu stellen.

    Die sogenannte "Realitätsarbeit" ist bei Wahnerkrankungen lange noch das Mittel der Wahl, Sie können das im Bild gesprochen ver-rückte Erleben zwar nicht korrigieren, aber durch Ihre Sicht der Welt Ihre Mutter entspannen. Neuroleptika wie Melperon nehmen den Wahndruck, werden aber leider oft abgelehnt, weil sie der Mensch nicht als krank erlebt.

    Ihrer Mutter wäre sehr zu wünschen, wenn Ihre Schwester jetzt einen Zugang finden könnte, um alte Verletzungen lösen zu können, die möglicherweise mit der aktuellen Psychose zusammenhängen...

    Ihr Martin Hamborg

  • Hallo zusammen

    Ich bin neu hier und habe aber schon öfters in dieses Forum geschaut, um mal zu sehen wie andere mit dieser Krankheit umgehen.Einiges kam mir sehr bekannt vor. Es geht um meine Mutter.Seit vor 23 Jahren mein Vater gestorben ist, geht es mit ihr bergab. Ist ja einerseits verständlich , wenn man fast 50 Jahre verheiratet ist. Die folgenden Jahre waren nicht angenehm. Erst bekam sie Brustkrebs, gsd frühzeitig erkannt.Dann einen Kopftumor, auch gut überstanden. Aber ab da lebte sie nur in Angst es könnte wiederkommen. Geholfen hat ihr auch ihre Freundin, die sie über 45 Jahre kannte. Sie haben viel unternommen und mit der Zeit ging es ihr wieder gut. Doch irgendwann bemerkte ich , daß sie vergesslich wurde. Nicht schlimm aber doch erwähnenswert. Wir sprachen darüber und sie meinte auch das treppensteigen fällt ihr immer schwerer. 2.Stock und hohe Treppen.Sie hatte einenen früheren Bekannten der ins Betreute Wohnen gezogen ist und wollte auch da hin. ok . Angeschaut und Angemeldet. 3/4 Jahr später Umzug. Da war sie 81 Jahre. Gut zu Fuss und gut drauf. Da sie schwer hört trotz Hörgerät kapselte sie sich ab. Machte dort kaum was mit. Dann starb ihre Freundin.Sie zog sich immer mehr zurück. Meine Hilfe nahm sie gar nicht an. Da musste sie mit einem Bandscheibenvorfall ins Krankenhaus.Dort ist etwas schief gegangen und sie sie kam mit einen Gehwagen nach Hause.

    Von da an wurde es mit ihrer Vergesslichkeit schlimmer. Meine Hilfe wollte sie immer noch nicht. Ich kaufte mit ihr ein und versuchte ihr zu helfen, aber das wurde immer abgelehnt. Bis vor einem Jahr. Da ist sie in der Wohnung mehrmals gestürzt und drückte nie den Notknopf, sondern rief immer mich an. Unfallwagen , dann wieder nach Hause. Ich weiss nicht was passiert ist, aber seitdem konnte sie kaum noch laufen und nun war ich jeden 2ten Tag bei ihr. Fast ein Jahr. Dann wieder Sturz in der Nacht. Beim rumkrabbeln auf dem Boden, statt den Knopf zu drücken , nein die Hacken aufgescheuert. ASB Beauftragt weil ich das nicht verbinden durfte laut Hautarzt. Von da an wurde es immer schlimmer und sie war nur noch unzufrieden. Vergesslichkeit wurde so schlimm. Medizinischer Dienst setzte sie dann auf Plegestufe 3. Sie wurde immer unzufriedenen, weil sie kaum noch was schaffte und nur noch mit mir rumzickte. Sie wollte in das Betreute Wohnen. Trotz meiner Bedenken in den 1. Stock zu ziehen nahm sie die Wohnung trotzdem und jetzt kam sie die Treppen nicht mehr runter. So.. Ich sprach sie an in eine Seniorenresidenz zu ziehen und wir einigten uns sie anzuschauen. War alles gut ihr gefiel das und wir hatten verdammtes Glück. 4Wochen später durfte sie einziehen. Seit Oktober 23 wohnt sie jetzt da, aber besser ist es nicht. Alles ist Mist ...das Essen schmeckt nicht usw... Am Anfang war ich jeden Tag da. Sie rief 4-5x am Tag an und war nur am meckern. Das hat wohl noch zur Verschlechterung der Demenz beigetragen.und das schlimmste ist für mich, dass ich zusehen muss wie sich aufgibt. Sie ist jetzt 91 geworden. Und hofft jeden Abend morgens nicht mehr aufzuwachen. Sie hatte nach 4 Wochen Corona. Hat sie aber gut überstanden. Jetzt eine dolle Grippe. Sie isst nicht und trinkt nicht. Sie gibt sich auf, streitet nur mit mir rum und man kann wirklich kaum noch mit ihr reden. Ich fahre nur noch 1x die Woche und wir telefonieren nur wenn ich mal Anrufe. Es tut mir leid , ich wollte nicht soviel schreiben aber ich habe noch einiges ausgelassen. puuh das war gut es loszuwerden. Euch noch einen schönen Abend

  • Liebe ❄️ schneeflocke,


    Schön dass Du da bist. Du da sind wirklich immer wieder sehr sehr viele Wiederholungen bei und allen, und trotzdem durchleiden wir es alle immer wieder einzeln für uns.

    Nun da sitzen ja Du und ich und unsere Mütter im gleichen Boot.

    Vielleicht hast Du Glück und sie lebt sich ein.

    Ich warte bei meiner schon seit 2,5 Jahren drauf…Aber die meisten leben sich wohl ein.


    Freue mich von Dir wieder zu hören lg Alfi🐽

  • Sei auch von mir herzlich gegrüßt!

    Auch ich habe die Besuche und Telefongespräche deutlich reduziert.

    Es tut mir gut 😌 Meine Mutter fordert sehr viel von mir( seit Jahren) lehnt aber andere angebotene Unterstützung jetzt im Pflegeheim häufig bis nahezu immer ab. Im betreuten Wohnen hat sie das auch schon getan. Alles reden und begleiten hilft nichts! Sie bleibt alleine in ihrem Zimmer!

    Mein Rat an dich ACHTE auf dich🍀

    Der gewählte Rückzug ist ihnen wohl wichtig! Wir müssen es nicht verstehen.

    Viel Kraft weiterhin!

  • Herzliche Grüße auch von mir, schneeflocke.


    Deine Geschichte haben einige schon erlebt.

    Meine Mutter ist noch nicht so weit, lebt noch mit meinem Vater zu Hause. Aber lange wird es wohl nicht mehr dauern bis ein Heim unvermeidbar wird


    Was ich des öfteren hier von den "Kolleg:innen" gelesen habe: bei den Angehörigen wird gewehklagt, aber nach Rückfragen beim Pflegepersonal wird von ganz reizenden, ruhigen Gästen berichtet.

    Hast Du schon mal mit dem Heim gesprochen?


    Alles Gute!

  • Hallo zusammen und danke für euren Kommentar. Ja das Thema Eingewöhnung ist auch ein Streitthema. Ich bekomme immer zu hören...nein eingewöhnen werde ich mich hier niiieeemals.... das steht fest. Ja was soll man dazu sagen. Mit dem Heim hab ich auch mehrmals gesprochen ..dort finden alle meine Mutter nett und lieb. komisch ja? Und mit mir zickt sie nur rum. naja denk ich mir , einer muss ja schuld sein, warum nicht ich. das ist mein trostsatz jeden Tag und danke euch .Ich bin froh das ich mich angemeldet habe.

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