Mutter wird immer schwieriger und akzeptiert keine Hilfe

  • Die lagern dann im Tresor, zu dem meine Mutter aber auch Zugang hat.

    Da wäre ich sehr vorsichtig! Wir haben auch einen Tresor, den mein Vater irgendwann mal ausgeräumt hat. Er hat wohl Impfpässe gesucht, hat es erst nicht geschafft, den Tresor aufzubekommen, dann doch. Er hat ALLES ausgeräumt, irgendwo versteckt. Es gab drei Ordner mit Dokumenten (alles von meinem Abiturzeugnis bis zu den Zulassungspapieren der Autos) -- ALLES WEG! Wir haben tagelang gesucht, mittlerweile denke ich, vielleicht hat er es in einem Plastiksack im Teich versenkt oder sowas.


    Wenn man von den wichtigen Dokumenten nichts mehr hat wird alles unheimlich schwierig -- zur Wiederbeschaffung der o.g. Schlüsselkarte musste ich mit meiner Vollmacht zuerst Grundbuchauszüge beschaffen, dann einen Packen Papier einschicken (Grundbuch und Vollmacht). Teilungserklärung des Hauses und Kaufvertrag scheinen unwiederbringlich verloren zu sein, obwohl ich da seit Monaten dran rumdoktore (wegen Grundsteuererklärung) -- Notare, Behörden abtelefoniert, erfolglos. Jede Kleinigkeit wird ein Kraftakt (z.B. Verkauf eines Autos ohne Papiere).


    Ich kann nur empfehlen, wichtige Dokumente so zu verwahren, dass der Demente da nicht drankommt, gerade wenn Schlüssel und beklaut werden ein Thema sind.

  • Hallo PausE,


    zuerst mal zu den Ärzten, hierzu können viele richtige Romane verfassen was wir zu diesem Thema schon durch haben. Es ist nichts verwerfliches daran sich bei einem anderen Arzt eine zweite Meinung zu holen (idealerweise einen der sich mit Demenz auch auskennt). Es ist auch nichts verwerfliches daran einen Arzt zu wechseln. Gerade der Hausarzt ist extrem wichtig, ein verständiger und engagierter Hausarzt ist Gold wert.


    Ich habe z.b. damals nach einer großen Pleite vor Ort direkt bei der Pflegeberatung vor Ort (in meinem Fall Rotes Kreuz) angerufen und nach Arztempfehlungen (Neurologe) gefragt. Die wollten verständlicheweise keine direkte Empfehlung geben aber konnten mich doch in die passende Richtung weisen (Viele unserer Klienten sind bei Dr. Soundso)


    So wie du die Lage beschreibst ist ein ganz wichtiger Punkt

    - Vorsorgevollmacht -> Link zur Vorlage des Justizministeriums ( https://www.bmj.de/SharedDocs/…re/Vorsorgevollmacht.html)


    hast du eine solche? Dabei geht es auch daraum wie weit die Ärzte mit dir sprechen dürfen. Aktuell verlangt das vielleicht noch kein Arzt von dir, aber glaube mir sollte einmal z.b. ein Notfall oder Krankenhausaufenthalt anstehen wollen die plötzlich alle sehen. Gerade Krankenhaus und Demenz sind wichtige Punkte weil nicht absehbar ist wie der demente in dieser Situation reagiert (z.b. Delir)


    Evtl. auch an eine Patientenverfügung denken.


    Ein weiterer Punkt, besorge dir (da brauchst du wieder die Vollmacht) von allem kopien. Lass dir Arztbriefe, Befunde, Blutwerte ausdrucken und führe deine "eigene" Krankenakte, bei Bedarf hast du so alles zusammen. Die Kommunikation unter Ärzten/Praxen ist oft mangelhaft.


    Ich hab eine scheiß Angst vor der Krankheit.

    Wie geht es Euch damit eigentlich?

    Die Angst, die können wir wohl alle mitfühlen. Ich glaube wir beobachten uns selbst auch intensiver als Personen die nichts mit Demenz zu tun haben.

    Wenn ich meine väterliche Erblinie betrachte stehe ich schon wo es her kommt. Seit kurzen betreibe ich Ahnenforschung, da habe ich mittlerweile mehr erfahren als ich eigentlich wollte.

    Meine Urgroßmutter war den früheren Erzählungen meines Vaters nach wohl Dement wurde aber 92 (für Geburtsjahr 1874 nicht schlecht). Von Ihren Kindern starben die meisten recht jung, die die alt wurden wurden ebenfalls alle dement und eine Generation später sind auch einige Demenz Fälle bekannt.

    Anderseits starben auf Seiten meier Mutter (inkl derselbigen) viele an Krebs.


    Sich darüber Gedanken machen hilft aber nicht weiter. Man kann versuchen Risikofaktoren zu minimieren (weil Stressreduktion als pflegener Angehöriger ja so eine einfach Sache ist ;-)). Aber Garantien gibt es nicht. Man kann Vorkehrungen treffen (Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung), sich bereit erklären im Fall der Fälle in ein Pflegeheim zu ziehen. Ob das alles etwas hilft ... man weiß es erst wenn es zu spät ist.

    Für mich persönlich denke ich über eine Mitgliedschaft bei Dignitas nach. Das mag sich aber im Laufe meines lebens noch ändern.

  • Guten Morgen,

    PausE: soweit ich mich mal schlau gemacht habe, wirkt Gingko im Anfangsstadium und meine liebe Schwiegermutter, für die das Medikament wirklich teuer war wegen kleiner Rente, berichtete, dass sie damit konzentrierter und weniger vergesslich war. Sie war aber nur kurz in einer Art Demenz am Ende ihres Lebens.

    Bei meiner Mutter haben wir es vor drei Jahren anfangs im Pflegeheim noch versucht, da gab es schon lange die ersten Anzeichen und es hat meiner Meinung nach nichts bewirkt. Habe von einer Studie gelesen, nach deren Ergebnis es im Anfangsstadium noch wirkt.

    Ich habe auch mehrere Menschen (Pfleger, Neurologe) befragt, ob ich meiner Mutter die Diagnose mitteilen soll, es wurde definitiv verneint, weil es nichts bringt, jedenfalls im Alter von Ü80/90. Sie würde es nun eh dauernd wieder vergessen. In einer vorherigen Phase hat sie sich mal fürchterlich aufgeregt, dass sie GEspräche mitangehört hätte, sie sei nun dement, dabei seien alle anderen verrückt und bestehlen sie u.v.m. Der Neurologe sagte, man mache das heutzutage nicht mehr, es habe sich nicht als förderlich gezeigt, mache nur Angst. Und da meine Mutter schon meinen Vater durch Alzheimer lange begleitet hat, würde ihr das mega Angst machen, also gebe ich eher Ausreden vor, dass doch ihr Gehirn schon so viel speichern musste, da vergisst man eben einiges o.ä.

    Sie weiß nun weder wie alt sie selbst ist, noch wie alt ich bin, ist zeitlich schon lange nicht mehr orientiert, lebt total im Moment, was eine riesige Erleichterung im Umgang ist, freut sich immer wenn ich komme, ohne zu zetern. Man muss einen Umgang damit finden ähnlich wie bei Kindern, nur dass die dementen Menschen sich zurück entwickeln..

    Die Angst vor eigener Erkrankung schiebe ich weg, habe gelesen, dass die sehr frühe Demenz (mit ca. 50-60 J.Beginn) ein höheres Risiko zur Vererbung hat. Bei meiner Mutter kann gut das metabolische Syndrom (Übergewicht,Diabetes, Hypertonie) Auslöser sein, daher versuche ich dies mit entspr. Ernährung und Bewegung zu vermeiden, habe noch über eine App mit einem Instrument begonnen um meinen Geist anzuregen. Und solange ich das Gefühl habe, ich kann noch etwas vorbeugend tun, hilft mir das. Angst blockiert nur.

    Und ich kann den Vorschreibern zustimmen, dass es gerade sicher die unangenehmste Phase der Demenz ist, die aber vorübergehend ist - was es gerade für dich nicht einfacher macht.. Also letztendlich bringt dir momentan eine ärztliche Diagnose nicht viel.

    Du musst übrigens keinen eigenen Thread aufmachen, kannst du gerne, aber es geht hier tatsächlich munter durcheinander .

    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Hallo PausE, gut dass Sie hier Ihre Angst vor einer Demenz benennen. Bei Schulungen greife ich das Thema immer auf, denn alles, was vor einer Demenz schützt ist auch hilfreich, wenn eine Demenz erkannt wurde.

    Seit einigen Jahren gibt es eine Leitlinie zur Prävention von Demenz mit zwei ganz starken Empfehlungen: Bewegung und Aufhören mit dem Rauchen. Weniger Forschung weltweit gibt es zu allem was unser Gehirn aktiv hält. Das erlernen eines Musikinstrumentes, Schach oder Gedächtnisübungen usw.

    Ginko wird auch eine allgemeine Aktivierung des Gehirns zugeschrieben, aber es brauchte sehr sehr viele Studien, bis ein kleiner Effekt wissenschaftlich "signifikant" wurde. Auch wenn es im Einzelfall hilft, ist es sehr teuer...


    Noch kurz zur Ihrer Frage: Es hat sich hier in diesem Forum bewährt, wenn Sie zu einem konkreten Themen einen eigenen Beitrag schreiben. So lassen sich Themen und Erfahrungen für neue User schneller finden.

    Ihr Martin Hamborg

  • Vielen Dank martinhamborg, für Ihre Antwort.

    Das werde ich alles beherzigen.


    An der Bewegung hapert es bei mir selbst, da bin ich dran. Wenigstens das Nordic Walking will ich wieder regelmäßig betreiben.

    Und ich sollte meinen Mann in die Therapie-Werkstatt begleiten, die er seit seinem Schlaganfall besucht.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Forum,


    ein bisschen etwas kann ich Beitragen zu einigen Aussagen hier:

    Schlüssel: ich habe stets im Bekannten- und Kollegenkreis überzählige Schlüssel gesammelt (jeder hat doch irgendwo Schlüssel herumliegen, von denen er gar nicht mehr weiß wofür...oder z.B. das Möbelstück / die Tür gar nicht mehr vorhanden sind) für "meine" Patienten mit Demenz im Krankenhaus. Die Schlüssel habe ich zu Schlüsselbünden zusammengefügt, so dass im "akuten Stressfall" ein Schlüsselbund / Schlüssel erst einmal gefunden werden konnte um eine Eskalation zu vermeiden. Das funktionierte natürlich nur, wenn es um das Objekt und die damit zusammenhängende Sicherheit / das Gefühl ging, nicht mehr wenn der Schlüssel direkt überprüft werden konnte, ob er passte.
    Trotzdem: Notschlüssel würde ich immer irgendwo liegen haben, damit ich etwas finden lassen kann im Notfall (und dann in Ruhe zu suchen). Ausserdem kann man so einen Bund dann auch leicht mit ins Krankenhaus geben oder ins Pflegeheim. Sie alle kennen wahrscheinlich die typische Bewegung an die Hosentasche oder Jackentasche - bei der man kurz fühlt ob man seine Schlüssel mit hat. In dem Augenblick prüft man ja normalerweise nicht, ob es w i r k l i c h die eigenen Schlüssel sind. Der Bund muss nur da sein.... . Jeder von uns kennt den Stress den es auslöst, wenn ein wichtiger Schlüssel fehlt.
    Auch bei Kleinanzeigenportalen z.B. kann man manchmal 20 Schlüssel auf einmal kaufen, die jemand über hat.
    Ersatzschlüssel, Duplikate von wertvollen Schmuckstücken (od. ähnl. Modeschmuck), Duplikate von wertvollen Uhren etc. . Immer gut, wenn sowas vorhanden ist, gerade wenn eine Phase da ist, in der ständig die Vermutung im Raum steht, bestohlen worden zu sein. Ersatz schaffen, statt sicherem ersatzlosen verwahren kann allen beteiligten viel Stress ersparen. Gilt auch für Papiere etc. Sicher verwahren, aber möglichst Kopien belassen (wenn man mich fragt). Gilt ebenso für wertvolle Handtaschen, Brillen etc. . Ersatz anschaffen / austauschen, wenn es denn gar nicht anders geht.

    Also auch im Hinblick auf mögliche Klinikaufenthalte oder Umzüge in Einrichtungen od. Nutzung von Tagespflege: besonders wertvolle, aber alltägliche Objekte: Ersatz haben, der mitgegeben und folgenlos verloren / versteckt / verschenkt werden darf.


    Die Empfehlungen von Sohn83 sich um Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung zu bemühen unterstreiche ich. Zwar greift ab Januar die Reform des Vormundschafts- bzw. Betreuungsrechts, so dass Verpartnerten ein Notvertretungsrecht zugestanden wird. Ein Ersatz ist das aber natürlich nicht.


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

  • Guten Abend liebe Mitstreiter,


    gestern war ich nach einigen Wochen mal wieder persönlich bei meiner Mutter, erst war sie krank, dann ich erkältet, wir hatten aber regelmäßig telefoniert und sie hatte mich auch immer versucht abzuwimmeln, weil so viel los ist im Heim und sie so gar keine Zeit für mich hat.

    Naja dann ging ich mal spontan kurz nach 15 Uhr hin, sie war nicht im Zimmer sondern saß im Essensraum bei Kaffee und Kuchen.

    Als ich in der Tür stand, guckte sie erst komisch, hatte kurz den Eindruck, sie erkennt mich nicht.....dann aber plötzlich strahlte sie, winkte mit beiden Händen in der Luft und rief Zimmer 11, geh schon mal, ich komme......hehe, als ob ich ihre Zimmernummer nicht wüsste.

    Naja ging dann voraus und sie kam hinterher, zwar im Rollstuhl, aber sie schiebt den kräftig mit den Füßen an, nicht mit den Armen.

    Naja was soll ich sagen, wir verbrachten dann zwei richtig schöne Stunden bei ihr im Zimmer.

    Wir haben viel geratscht, sie hat sich über meine Mitbringsel gefreut, ich muss sagen, ich hatte schon Jahre keine so schöne Zeit mehr mit ihr.

    Keinerlei schlechte Stimmung, nur zwischendurch weinte sie mal kurz, als ich ihr Fotos von ihrem Kater zeigte, der bei mir jetzt wohnt. Ihren Timmi vermisst sie schon sehr, war er doch die letzten Jahre ihr einziger Begleiter, weil sie ja total vereinsamt in ihrer Wohnung lebte.

    Ansonsten erzählt sie lustige Geschichten aus dem Heim, alles relativ durcheinander, aber ich stelle mich da mittlerweile gut drauf ein und hinterfrage auch nichts.

    Auch die Geschichten, dass alle zu ihr sagen, dass sie da gar nicht hingehört und unbedingt wieder in ihre Wohnung soll überspiele ich einfach, indem ich vom Thema ablenke.

    Habe nur mal kurz gefragt, was denn in ihrer Wohnung so viel besser wäre, sie wäre wieder alleine, müsste sich um alles alleine kümmern, würde evtl. wieder stürzen......da sagte sie nur: Da hast du eigentlich recht.

    Als dann zwei Stunden rum waren, wollte sie mich noch rausbringen, konnte sie aber überzeugen, nur bis zur Tür mitzukommen, weil es nass und kalt draußen war und schon dunkel.

    Ach es ist gerade so schön, sie da zu sehen, auch wenn es ja leider ein Heim ist, aber ich freue mich für sie, dass sie offensichtlich ihre Lebensfreude wiedergefunden hat.

    Heute kam auch endlich der Arztbrief von ihrem KH-Aufenthalt im September und da stand doch tatsächlich drin, dass ihre Tochter sich sehr gut um sie kümmert - so hat sie es dem Psychiater dort erzählt......unerwartet, aber schön sowas zu lesen.


    In diesem Sinne, ein schönes Wochenende und die Hoffnung nicht aufgeben.

  • Ach, wie schön zu lesen ;) das freut mich für dich und deine Mutter, dass sie sich nun so gut drauf einlassen kann. Solche positiven Beiträge ermutigen hoffentlich viele Leser , die vllt noch denken, mit Heimaufenthalt grundsätzlich etwas Schlimmes und Verwerfliches zu tun.

    Liebe Grüße und möge es so weitergehen.

  • Guten Abend,


    mal wieder ein kurzer Lagebericht von uns. Es ist nach wie vor alles in Butter.

    Muttern ist gut drauf, auch wenn gerade mal wieder Besuchssperre wegen Corona ist. Sie hat zwar diesmal nix, aber die haben trotzdem gebeten, dass ich nicht komme, weil in ihrer Wohngruppe einige Fälle sind.

    Naja kein Problem für Muttern, sie hat ja eh keine Zeit.


    Wir telefonieren zur Zeit jeden zweiten Abend und da erzählt sie mir echt jedes mal ne Stunde und länger die neuesten Geschichten. Liegt dann schon kuschlig im Bett und genießt das.

    Ich genieße es auch irgendwie, auch wenn alles bissl wirr ist, was sie erzählt, aber ich finde es schön, dass sie so zufrieden ist und alles da toll findet.


    Heute versprach sie mir, dass sie mir nächstes Jahr zu Weihnachten mein Lieblingsessen kocht, dieses Jahr geht ja leider nicht. Dazu muss sie erst wieder in ihre Wohnung - dass es die gar nicht mehr gibt, weiß sie ja nicht und ich habe echt Angst, dass sie das irgendwie erfährt.....aber außerheimische Kontakte hat sie keine außer mir. Sie hat ja ne neue Handynummer und da ist nur meine Nummer gespeichert und ihren Nachbarn sollte ich nicht sagen wo sie ist.


    Finde es nur schlimm, dass meine Schwester jeglichen Kontakt zu ihr ablehnt. Nicht mal anrufen will sie. Seit 2 Jahren keinerlei Kontakt, dabei war sie immer ihre "Lieblingstochter" wenn man das so sagen kann, halt das Nachzüglerkind.


    Naja dann haben wir vereinbart, dass ich Donnerstag nochmal Anlauf nehme mit besuchen, falls immer noch Sperre ist, gebe ich ihre Sachen an der Theke vorne im Heim ab, dann hat sie es fünf Minuten später - ist ihr ja eh lieber, denn ich störe ja nur ihren Tagesablauf :)


    In diesem Sinne wünsche ich euch ruhige und besinnliche Feiertage und denen die noch kämpfen viel Durchhaltevermögen


    VG

  • Heute versprach sie mir, dass sie mir nächstes Jahr zu Weihnachten mein Lieblingsessen kocht, dieses Jahr geht ja leider nicht.

    Hallo KO72, diese Entwicklung ist sehr tröstlich für alle Beteiligten. Dabei kann man auch bedenken, dass deine Mutter sicher schon zum Teil das zeitliche Gefühl eingebüßt hat und "nächstes Jahr" kann auch eine Floskel sein ohne die uns bekannte Bedeutung. Wichtig ist, dass deine Mutter sich JETZT gut fühlt, alles Festliche auf ihre Art genießt. Und das scheint ja so zu sein.


    Liebe Grüße ....

    • Offizieller Beitrag

    Hallo KO72, es ist schön zu lesen, wie gut sich Ihre Beziehung zur Mutter gestaltet. Ich wünsche Ihnen viele schöne Telefonate, in denen Ihre Mutter Sie an ihren wirren Gedanken teilhaben lässt. Lassen Sie bitte Ihrer Mutter die Hoffnung auf ihr zuhause - um so mehr, wenn sie Sie da verwöhnen möchte. Diese positive Vorstellung trägt sicher ein wenig dazu bei, im Heimalltag das neue "Zuhause" zu finden. Wenn Sie Ihre Mutter besuchen, wünsche ich Ihnen sehr, dass Sie die alten Muster meiden, wie ... (auch immer)! Gehen Sie kurz raus um etwas zu erledigen, wenn die Stimmung kippt. Ich kann mir vorstellen, dass Ihre Mutter noch etwas Zeit braucht, bis sie Ihre Liebe im Abstand auch in die reale Begegnung übertragen kann.

    Im besten Sinne des Wortes wünsche Ich Ihnen beiden eine be-sinnliche Zeit, Ihre Martin Hamborg

  • Guten Abend liebe Forumsteilnehmer

    Ich bin die Neue und es ist jetzt schon 02.00h nachts,habe mich ein wenig durchgelesen bei euch und bin froh endlich Menschen zu finden denen es ähnlich wie mir geht. so langsam dämmert es mir dass meine liebe Mutter89, jetzt doch anfängt leicht dement zu werden.Wenn ich mir unser Verhältnis so anschaue und die Dinge,die sie tut oder sagt. Heute war wieder Geschreie am Telefon weil ich mit meinem Mann zu ihr fahren wollte u.ihr Schaumstoffmatratzen bringen wollte. Obwohl vom Roten Kreuz eine Hilfe anwesend war (die das ruhig hören soll) schrie sie mich an sie wolle die Matratzen nicht.Diese sind vorübergehend gedacht für die Bettseitenwände weil die Raumwand so kalt ist.Gestern habe ich dort unter der vollgestopften Seitenwand mit verspackter Bettwäsche Silberfische entdeckt die mir über die Hand gelaufen sind.So 20stk.nur weil ich ein Kissen hochgenommen hatte.Sie piesackt mich sobald ich mit ihr allein bin, auch am Telefon mit Höreraufknallen,anschl.Anrufen wo sie mich auf Anrufbea.noch mal so richtig “belehrt”. Ist mein Mann am Telefon ist sie plötzlich zuckersüß.Auch sonst lässt sie sich seit kurzem von meinem Mann beraten,denn er ist ja der Mann im Haus.( seufz) ich selbst werde offiziell im Febr.23 verrentet,habe seit 5 Jahren chronischen Tinnitus,permanent u.dadurch auch Schlafstörungen. Mein Mann ist seit 3 Jahren in Pension (63). unsere Tochter studiert u.ist auch sehr schwierig.Sie ist im Begriff auszuziehen in eine Wg. So allmählich begreife ich ,dass das Bild meiner Mutter nicht mehr stimmt u.sie sich sehr verändert hat.Noch ist sie ganz gut drsu nicht dchwer krank,lebt im Obergesch. Eines Einfamilienhauses privat.Ich fahre immer hin u.lasse mich runterputzen,weil ich auch nichts anfassen darf ausser Müll runterbringen. Vielleicht kann mir doch jmd.einen Rat geben wie ich damit umgehen soll,ich bin etwas verzweifelt,habe keine Geschwister die sich noch kümmern können.

  • Liebe Himbeerchen -


    willkommen im Forum und im Club (sozusagen). Auch meine Mutter ist ein Profi beim Thema runterputzen. Leider gibt es keine Tipps, wie man das abstellen könnte - auch wenn ich Dich jetzt arg frustriere. Man kann nur versuchen, damit umzugehen. Ich habe meine Mutter am Telefon blockiert, weil sie 60x am Tag anrief. Die Nachrichten habe ich nachher ungehört gelöscht. Ich habe angerufen, wenn ich Zeit hatte und habe das immer weiter reduziert (max. 2x am Tag). Und: irgendwann wird die Maske auch gegenüber Bekannten etc. fallen. Dann schnauzt sie die auch an und sie merken, was los ist. Ich habe nach einem solchen Zwischenfalls mit Bekannten von ihnen große Unterstützung erfahren. Wenn Dein Mann den ein oder anderen Anruf übernimmt, ist das schon toll. Ich kann Dir nur die besten Wünsche schicken. Halte durch!

  • Hallo Himbere,

    willkommen im Forum,

    ich bin zwar (als Schwiegersohn) nur nebenbei betroffen, aber ich unterstütze die Empfehlung von Tanja: Halte möglichst Abstand von dem "Gefahrenherd" und setze möglichst viel und oft die Hilfe und Unterstützung von Profis und von Außenstehenden ein - Pflegekräfte, Ehemann, psychol. Dienst, Ärzte etc.

  • Hallo Forum,


    Ja da werde ich wohl durch müssen.Mein Mann war Polizist in leitender Funktion u.hat es selbst bei seiner Mutter nicht mehr geschafft u.zuletzt seine Geschwister mit herangezogen.Alle zusammen haben es dann geschafft sie in ein Heim zu überweisen

    Er mit seiner Schwester mittels amtlicher Hilfe. Sie war noch 10! Jahre im Heim u.hat keinen mehr erkannt.Mein Mann hat sie aus Pflichtbewusstsein hin u.wieder besucht u.ist aber dadurch sehr belastet gewesen.Er hat Angst selbst dement zu werden.Unsere Ehe ist eigentlich eher eine Wohngemeinschaft geworden, er ist in letzter Zeit sehr eigenbrötlerisch geworden. Ich soll keinen Stress haben wegen Tinnitus.Bin mit den Nerven am Ende.Meine Tochter kommt sich toll vor u.hat das Muster…toller Vater…(der das Geld hat) doofe Mutter,die man bei jeder Gelegenheit mit frechen Bemerkungen verletzen kann.Dabei geht jetzt meine ganze Rente drauf für ihr gerade angefangenes Studium. Sie ist 21 u.hilft mir 0 im Haus.Ich will es jedem Recht machen u.bin wieder an dem Punkt wie 2017. Ehekrise,Arbeit verloren…und seit 20 Jahren renne ich hinter meiner Mutter her. Falls sie ins Heim muss,was sie nat.auf keinen Fall will,könnte ich dieses nicht auch noch bezahlen.

  • Vielleicht kann mir doch jmd.einen Rat geben wie ich damit umgehen soll,ich bin etwas verzweifelt,habe keine Geschwister die sich noch kümmern können.

    Guten Morgen Himbeerchen und willkommen in der Runde.


    Unglaubliche Ähnlichkeiten: auch ich bin schon in Rente (arbeite allerdings freiberuflich weiter), ich bin die einzige Tochter wir haben eine Tochter und einen Enkel, deren Leben ein Horrorszenario ist), meine Mutter lebte nebenan im Einfamilienhaus neben unserem ... Dann kam die Demenz ... Was du beschreibst, ist mir nicht unbekannt.


    Da das Verhältnis zwischen uns (meinem Mann und mir) und meinen Eltern prinzipiell "normal" war (wobei meine Mutter immer der Typ "unbeugsame, starre alte Eiche" war), habe ich nun rational die schlimme Zeit mit meiner Mutter noch zu Hause einigermaßen abhaken können.


    Meine Erkenntnis ist, dass sich alte Verhaltensmuster der an Demenz erkrankten Menschen mit dem Beginn der Demenz (v.a. bei Alzheimer-D.) verstärken. Sie bemerken, dass irgendwas nicht stimmt und wollen etwas dagegen tun ... dazu stehen ihnen bekannte Bewältigungsstrategien zur Verfügung, die aber eben auch nichts mehr bewirken ... ein Teufelskreis.


    Absolut sinnlos ist es m.E., auf rationale Einsicht bei Demenzerkrankten zu hoffen. Es gibt keine Krankheitseinsicht und eine Veränderung der altvertrauten Verhaltensweisen ist bei alten Menschen eher nicht zu erwarten.


    "Bewegen" können nur wir "Gesunden" uns (was angesichts des eigenen fortgeschrittenen Alters auch nicht immer einfach ist). Vielleicht klappt das bei manchen schneller ..., ich bin immer noch dabei, die alten Muster abzulegen und neue zu etablieren.


    Das heißt z.B., dass es überhaupt nichts bewirkt, seine Anstrengungen zu maximieren. Also selbst, wenn du deine Mutter auf die Schultern nimmst und dich vierteilst, bewirkt das nicht irgendeine Verbesserung in ihrem Verhalten.


    Ich habe also versucht, selber ruhig zu werden und dafür zu sorgen, dass meine Mutter entsprechend versorgt wird. Sie ist jetzt in einem Pflegeheim (wollte da nie hin) und ich arbeite immer noch an mir. Das Vergessen meiner Mutter hilft mir dabei, obwohl es auch ein großer Schmerz ist.


    Leider kann ich also nur sagen, dass wir durch diesen Prozess durch müssen, ob wir wollen oder nicht. Aber das Forum hier hilft mit, das zu ertragen.

  • Bin mit den Nerven am Ende.

    Du hast mein Mitgefühl, den Satz habe ich auch schon oft gesagt. Versuche doch vielleicht, psychologische Hilfe zu bekommen. Aber suche sorgfältig nach passenden Therapeuten oder Coaches. Mir hat das sehr geholfen und hilft mir immer noch.

  • Hallo Himbeerchen,

    Du hast mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig, so wie viele von uns hier und ständig runtergeputzt zu werden(von der Mutter) macht es wahrlich nicht besser.

    Ich würde mir an deiner Stelle auch eine professionelle psychol. Beratung gönnen, um systematisch die einzelnen Probleme anzugehen. Ich war selbst mehrmals erstaunt, wie gut mir das geholfen hat.

    Wenn die Eltern/teile dement werden und so ungnädig dabei, wird man als Tochter/Sohn sehr verunsichert, besonders wenn es noch nicht so deutlich für alle ist . Viele versuchen dann nochmal Anerkennung von den Eltern zu bekommen und je mehr man sich aufreibt, desto schlimmer kann es werden.

    Von daher kann ich empfehlen auch mal eine Pflegeberatung aufzusuchen (gibt's in den meisten Städten) um zu überlegen, was man delegieren kann, damit du nicht selbst ständig bei deiner Mutter aufkreuzen musst und dich runtermachen lässt.

    Liebe Grüße fürs erste und willkommen in unserem "Club"(der schlimmen Töchter)

  • Hallo Himbeerchen! Herzlich willkommen in dieser netten Gruppe! Was du schreibst hört sich schlimm an! Ein guter Freund hat Tinnitus, und ich weiss, wie qualvoll es ist. Ich hoffe, dass Du hier guten Rat und Unterstützung bekommst -- für viele von uns ist es einfach schon hilfreich, sich die Dinge von der Seele schreiben zu können.

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