Mutter wird immer schwieriger und akzeptiert keine Hilfe

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  • Liebe Zimt, das is ja n Ding🤩.

    Meine Mutter hat an Ihrem Zimmer, 30 qm (sorry ich wollte sagen „Loch“= O-Ton) eine Terrasse, von der sie die anderen Bewohner mit ihren Rollatoren vorbeigehen sieht: „wenn ich das schon sehe “ (P.S. Sie geht auch nur mit Rollator)

    Das ist schon ein spezieller Charakterzug, der mit der Demenz noch einmal herausgeschält wird wie ein Korn aus einer Hülse.


    Morgen ist wieder mein Besuchstag. Mir graust es schon wieder vor der ewigen Fragerei warum sie nicht wieder in ihrer Wohnung wohnen kann. Und ihre Drohungen „dass sie etwas unternehmen wird“.


    Aber ich weiß ja: Null Diskussionen, Thema umlenken, so freundlich bleiben wie ich immer bin, Tüte mit leckeren Sachen mitbringen, mich auf Mc Donalds 🍟 nach dem Besuch freuen.


    Ich habe auch immer den Satz von Schwarzerkater oder Rose im Hinterkopf: wenn eine gewisse Grenze überschritten wird, dann muss ich wirklich über die Anregung einer gesetzlichen Betreuung nachdenken.


    Aber was sagt mein Mann dazu: auch das, auch wenn sie es oft sagt, wird meine Mutter nicht akzeptieren und ständig versuchen, mit uns Kontakt aufzunehmen. Und er sagt ich würde es nicht durchstehen. Nun er kennt mich wirklich besser als ich mich selbst…


    🤷‍♀️ich darf einfach nichts erwarten und werde dann auch nicht enttäuscht und sehe es als verfluchte Krankheit, die übelstes nach Außen kehrt.


    Alles Gute Ute 🌸

    3 Mal editiert, zuletzt von Alfskjoni () aus folgendem Grund: Rechtschreibung 🌸

  • Klingt als seien unsere Mütter Mehrlinge. O-ton meiner Mutter: ich bin hier unter lauter Verrückten...

    Zwillinge, bei der Geburt getrennt :) ...


    In Deinen Schilderungen erkenne ich meine Mutter 1:1, dieselben Aussagen, dieselben Drohungen, dasselbe Verhalten.

  • Liebe Zimt, liebe UteSchnute -


    macht daraus Drillinge, denn ihr habe auch meine Mutter mit dem "goldenen Löffel" perfekt beschrieben. Die Welt, die Sonne und das gesamte Weltall dreht sich nur um sie: Sie wird gemobbt von Leuten aus der Kirche, sie ist immer alleine, keiner ruft sie an usw. Dabei bekommt sie von Bekannten regelmäßig Einladungen zu Kaffee & Kuchen, die sie immer ablehnt. Weil sie zu "den Leuten" gehen soll. Dann kommt immer die Frage "Wer bin ich denn, dass ich zu denen gehen soll?". Und irgendwann kommen dann halt keine Einladungen mehr.

    Liebe Grüße

    Tanja

  • Lieber Herr Hamborg,

    Ihre Aussage bzgl.der Verantwortung ist auch mir hilfreich. Mir scheint, dass "wir Töchter" der dementen Mütter besonders verantwortlich für deren Wohlergehen fühlen und damit uns viel zu schnell "deren Schuh" anziehen.

    Ich lerne step by step durch Ihre Außendraufsicht 😉

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

    Rose 60

  • Guten Abend,


    bei uns ist alles weiterhin positiv - leider auch der Coronatest meiner Mutter letzten Montag, aber da sie viermal geimpft ist, hat sie bisher keine Symptome und ich hoffe, das bleibt auch so.

    Hat natürlich zur Folge, dass ich sie nicht besuchen darf, aber ich telefoniere jeden Tag mit der Station und die haben nur Gutes zu berichten.

    Sie wäre lustig und freundlich, hätte an allem Spaß und würde vieles mitmachen, aber auch mal schlafen, wenn sie tagsüber müde wäre.

    Also perfekt, ich hoffe, dass es lange so bleibt.

    Sie hat zwar ein Telefon, aber geht nicht dran, wenn ich anrufe und sie selber ruft mich auch nicht an - aber damit kann ich leben, vielleicht hat sie mich in den knapp zwei Wochen, wo ich sie nicht mehr besucht habe, schon etwas vergessen - denn letzte Woche war ich stark erkältet und bin daher aus Sicherheitsgründen nicht ins Heim.

    Heute rief dann eine der Pflegerinnen an und fragte mich, ob ich damit einverstanden wäre, wenn meine Mutter als Vorführpatientin bei einer Abschlussprüfung mitmachen würde.

    Sie würde das gerne machen und sie wäre dafür perfekt, weil sie lustig wäre und auch immer nen flotten Spruch auf den Lippen hätte. Außerdem würde sie alles super mitmachen.

    Na da habe ich ja natürlich nix dagegen, wenn sie das gerne macht.

    Ich traue ja meinen Ohren kaum, was ist aus der Mutter geworden, die vor ein paar Wochen noch sterben wollte und das Heim als "Hölle" beschrieben hat.

    Bitte drückt die Daumen, dass es lange so bleibt. Ich wünsche es mir und ihr so sehr.


    Euch allen weiterhin viel Glück und Kraft, denke mal wir können das alle brauchen.....

  • Guten Abend,


    hier kurz mal ein aktueller Stand bei meiner Mutter.


    Sie ist jetzt mittlerweile 3 Wochen Corona positiv, was bedeutet, dass ich seit dieser Zeit auch nicht mehr persönlich bei ihr war. Sie hat aber keinerlei Symptome und gestern wurde ein PCR gemacht, mal gucken, was Montag das Ergebnis sagt.


    Erfreulicherweise hat sie die Fähigkeit des Telefonierens wieder entdeckt, mit leichter Hilfe ihrer Lieblingspflegerin. Die hat ihr einen großen Zettel geschrieben, wo wohl drauf steht, wenn das Telefon klingelt, grünen Knopf drücken.

    Und das klappt immer mal wieder und ich kann mit ihr sprechen.

    Sie ist nach wie vor gut drauf, kräftige Stimme, gute Laune, ihre Zimmernachbarin redet auch immer mal mit, wenn wir telefonieren, weil Muttern ja leicht vergesslich ist und wenn ich z.B. nach dem Essen frage, hilft die Nachbarin aus.


    Heute erzählte sie mir, dass ihr Hausarzt da gewesen wäre und er hätte gesagt, es ginge ihr ja so gut, dass sie bald wieder nach Hause kann. Habe gesagt, aber du bist doch zu Hause......sagte sie: Nein, in mein richtiges Zuhause, wo Timmi auf mich wartet - Timmi ist ihr Kater, der mittlerweile bei mir lebt, das weiß sie eigentlich auch.

    Naja länger hat sie die Wohnung und auch Timmi mit keiner Silbe mehr erwähnt, aber jetzt kam wohl wieder was hoch.

    Habe gesagt, dann musst du gut Essen und Trinken, dass es dir wieder richtig gut geht.....ja mache ich, sagte sie: ich esse und trinke alles, was sie mir geben.

    Und schon hatten wir das Thema Wohnung durch.


    Also wie die Situation gerade ist, bin ich sehr glücklich für sie und für mich.

    Vor einigen Tagen sagte sie, es ist hier wie im Hotel, die erfüllen mir jeden Wunsch.

    Hätte ich mir nicht träumen lassen vor ein paar Wochen.


    Also ihr seht, es gibt Hoffnung und ich drücke die Daumen, dass ihr auch bald so eine positive Stimmung bei euren Eltern erlebt, möge sie lange anhalten.


    VG

  • Lieber Herr Hamborg,

    Ihre Aussage bzgl.der Verantwortung ist auch mir hilfreich. Mir scheint, dass "wir Töchter" der dementen Mütter besonders verantwortlich für deren Wohlergehen fühlen und damit uns viel zu schnell "deren Schuh" anziehen.

    Ich lerne step by step durch Ihre Außendraufsicht 😉

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

    Rose 60

    Rose und auch andersrum: unsere Mütter drängen uns in so eine komische Übermütterrolle: sie dürfen alles sagen und nörgeln und wir sollen trotzdem gütig wie Mutter Theresa bleiben und alles verzeihen und ermöglichen! Lg Ute 🫤

  • Guten Abend,


    ich hoffe, es stört euch nicht, wenn ich ab und zu hier auftauche und die positive Entwicklung meiner Mutter schildere - denke mal, das kann auch einigen Hoffnung machen, dass es vielleicht auch bei euch eine bessere Zeit geben wird.


    Meine Mutter ist nach wie vor gut gelaunt, sie hat auch wieder gelernt zu telefonieren und ruft mich nahezu täglich nach dem Mittagessen an. Erzählt mir dann, dass sie schon im Bett liegt für den Mittagsschlaf und alles so schön ist.

    Sie hat wohl auch schon einige Kontakte geknüpft und erzählt mir von ihren neuen Bekanntschaften.


    Nur ein Problem gibts, sie findet keine Zeit für mich. Ich versuche immer, mich zum Besuch anzumelden und sie sagt dann: Nein, hier ist gerade so viel los, da habe ich keine Zeit für dich. Wir telefonieren ja, das reicht....


    Naja, irgendwie lustig, denn früher hat sie ständig gefragt, wann ich wieder komme und mir auch immer Aufträge erteilt, was ich alles mitbringen soll.

    Aber so ist es halt und ich bin froh, dass sie so gut drauf ist. Hätte ich mir nie träumen lassen.

    Auch gesundheitlich ist wohl alles im grünen Bereich. Habe vor einer Woche mal die Station angerufen und die haben mir auch gesagt, dass es ihr aktuell sehr gut geht und sie mit ihrer guten Laune die komplette Wohngruppe unterhält. Also das hört man doch gerne.


    In diesem Sinne, durchhalten und hoffen.


    VG

  • Liebe KO72 oh wie schööööööön❤️

    Du das liest sich wie ein Märchen und trotzdem darfst Du es reell erleben.

    Ich freue mich mit Euch und …gehe jetzt schlafen gute Nacht 🌙

  • Liebe KO72, ja traumhaft!!!! So wünscht man sich das. Alles richtig gemacht, würde ich sagen.


    Auf ihre eigene Art ging es meiner Mutter in dem kleinen Pflegeheim auch die letzten Monate gut. Sie lebt da (laut Pflegerin) zufrieden in ihrer kleinen heilen Welt. Und genauso wie bei deiner Mutter war unser Besuch für sie meist völlig unnötig. Sie tat das freundlich, aber unmissverständlich kund, was die Pflegerinnen immer ganz lustig fanden. Wir "durften" nach kurzer Zeit wieder gehen, damit meine Mutter in Ruhe ihrem Leben nachgehen konnte.


    Inzwischen sind wir in eine neue Phase eingetreten, an die ich mich erst mal gewöhnen muss, denn meine Mutter erkennt uns zunehmend gar nicht mehr. Aber auch das gehört zur Demenz.


    Auf jeden Fall genieße diese Phase von Herzen. Ich bin ziemlich sicher, dass sich das auch bei anderen so entwickeln kann, zumindest weiß ich das aus den beiden Heimen, in denen meine Mutter war/ist. Liebe Grüße

  • Guten Morgen Ihr,

    Das freut mich sehr für Euch.

    Manchmal denke ich, der Wechsel in ein anderes kleineres Heim wäre die Lösung . Aber ich habe da die geschriebenen Worte von Herrn Hamborg im Kopf: keine Wechsel, keine zusätzliche Verwirrung.

    Und meine Mutter hat ja seit Ihrer Krankheit wirklich an jedem und jeder Situation etwas auszusetzen. Es bleibt wohl nur Ruhe bewahren.

    Alles Gute Ute 🌸

  • Guten Morgen an alle,


    ja, das ist wirklich schön, was Positives zu lesen. Auch wenn ein Wermutstropfen dabei ist. Aber es ist wohl ein Art Abschiednehmen auf Raten und wenn es dem Angehörigen so gut dabei geht, ist es auch tröstlich.


    Ich bin ja ganz neu hier und sauge vieles auf, was hier schon berichtet wurde.

    Morgen steht mit meiner Mutter der Besuch bei ihrem Neurologen an. Zum ersten Mal kann ich dabei sein, eine Odyssee, die sich schon 2,5 Jahre hinzieht.


    Ist es eigentlich so wichtig, eine genaue Diagnose zu erhalten? Für die Pflegekasse? Meine Mutter hat seit September 2021 den Pflegegrad 1. Ich würde gern eine Höherstufung beantragen, allerdings weiß ich gar nicht so recht wofür.

    Sie will sich ja doch nicht helfen lassen.

    Es wäre in meinen Augen nur ein Abbau von Scheu vor dem Fremden, Ungewohnten. Das war ein Theater letztes Jahr bis sie dem Antrag zugestimmt hat. Sie dachte, dann kommt jeden Tag der Pflegedienst. Dass sie das bestimmt, war ihr kaum beizubringen.

    Und dann war die Frau vom MD ja so eine nette......


    Na ja, viele von Euch kennen das ja. Wir scheinen eine sehr große Familie zu sein.


    Viele Grüße

    von der Pause

  • Hallo,

    Vielleicht sind ja professionelle Pflegekräfte doch bessere Betreuerinnen als Angehörige?

    Sie bringen Erfahrungen mit Demenz mit, die uns Angehörigen erst mal fehlen, und sie regen sich weniger auf als wir, also regen sie auch den/die Demenzkranke weniger auf.

    Auch die Schwiegermutter hatte jeden neuen Pflegeeinsatz heftig abgelehnt ("ich hole die Polizei!") , nach drei Tagen war dann gut.

    Kleinkinder müssen wir auch erst allmählich an den Hort oder Kindergarten gewöhnen. ;)

    Grüsse von B.

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