Mutter wird immer schwieriger und akzeptiert keine Hilfe

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  • Liebe Simone,

    Herzlich Willkommen in diesem sehr helfenden und heilenden Forum.

    Ich habe erst mal gegoogelt was NTX ist….ahhhh🥹


    Simone Du hast keine Vorsorgevollmacht?

    Deine Mutter möchte Dir keine geben?


    Falls beides mit „nein“ zu beantworten ist kann ich Dir nur empfehlen beim Amtsgericht eine gesetzliche Betreuung anzuregen. So heißt das wenn man es beantragt.

    Ach ja und ich würde vorher mit dem Familiengericht telefonieren: meiner Meinung nach sitzen da sehr liebe Leute die einem auch helfen können alles richtig zu formulieren.

    Und in unserem Ort gibt es auch noch eine spezielle Demenzberatung, die man anrufen kann.


    Aber das Familiengericht ist schon die richtige Adresse. Und dann hast Du nach dem Telefonat direkt einen Ansprechpartner.


    Alles Gute Alfi und Kopf hoch und Glückwunsch, dass Du das Schicksal Deiner Mutter „in die Hand nimmst“🍄

    Einmal editiert, zuletzt von Alfskjoni ()

  • Hallo Simone,

    Mit erfolgreicher Nierentransplantation hast du allen Grund optimistisch in die Zukunft zu blicken!

    Konzentriere dich besser auf dein Leben, nicht auf deine störrische Mama.

    LG Buchenberg

  • Liebe Simone -


    ich kann Alfi nur beipflichten. Wenn Deine Mutter Dir keine Vorsorgevollmacht geben möchte, kann das Familiengericht helfen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die sich kümmern. Oder vielleicht hört Deine Mutter auf Freunde und Bekannte, wenn die ihr zu einer Vorsorgevollmacht raten. Bei mir hat es so geklappt - der Kirchenvorstand hat ihr das empfohlen und dann hat sie die Vollmacht unterschrieben. Auch wenn ich ansonsten eher von ihr angepflaumt werde, dafür bin ich gut.

    Auch meine Mutter lässt alles an mir aus - die Pflegerinnen im Heim sagen mir immer, wie nett sie zu ihnen ist. Auch das ist leider bei Dementen so. Viele hier im Forum haben ähnliche Erfahrungen gemacht - und es ist schwer, damit umzugehen. Lass Dich nicht unterkriegen.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Simone, auch ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie mit den neuen Nieren Ihr eigenes - neu geschenktes - Leben genießen und sich möglichst gut von der Wechselhaftigkeit und den toxischen Verhaltensweisen Ihrer Mutter schützen lernen.


    Wenn Ihre Mutter Termine gegen die Schlafstörung absagt, ist das ihre Entscheidung, dann ist es offensichtlich nicht so schlimm und sowieso kein Grund für Gewissensbisse.


    Vielleicht braucht Ihre Mutter jetzt "nur" eine Tochter, die aus der Beobachterperspektive mit einer Krankenbeobachtung den Verlauf im Blick hat und so schnell auf gesundheitliche Krisen reagieren kann, d.h. nehmen Sie bitte nicht alles als Appell zum Handeln. Etwas Verständnis und Trost reichen oft schon aus.

    Ihnen alles Gute, Ihr Martin Hamborg

  • Liebe alle -


    ich möchte hier nur kurz berichten: ein großer Schritt nach vorne (aus meiner Sicht): Am Montag habe ich die Wohnung an den Vermieter übergeben. Nachdem meine Eltern 40 Jahre dort gewohnt haben, muss eh alles renoviert werden, also war die Übergabe recht entspannt. Ich war so erleichtert, als ich einfach gehen konnte. Es war so viel Arbeit, alles zusammenzupacken, aber ich habe es geschafft. :)

    Liebe Grüße

    Tanja

  • Liebe Weit Weg .


    danke Dir! Es war schon eine ziemliche Anstrengung, ich wohne ja weiter weg, da musste ich immer an den Wochenende hochfahren und packen. Das bedeutet jetzt wirklich mehr Zeit für mich selbst.

    Liebe Grüße

    Tanja

  • Hallo zusammen,

    Bin ganz neu hier und sehr berührt!

    Endlich merke ich das viele andere Ähnliches ertragen müssen, ich nicht alleine bin mit der Problematik. Meine Mutter wird auch immer bösartiger! Alle aus der Familie haben sich zurück gezogen! Ich muss seit Jahren alles für sie erledigen

  • Wilkommen MicAL in diesem Forum, schön, dass du hergefunden hast!

    Du wirst sehen, das Geschriebene von anderen "Leidensgenossen" zu lesen, Gedanken auszutauschen und auch selber zu berichten, hilft ungemein!

    Liebe Gruesse

    Weit Weg

  • Auch von mir ein herzliches willkommen, MicAL.

    Die Gruppe ist sehr hilfreich und unterstützend. Jeder hat hier seine persönlichen Erfahrungen mit seinem dementen Angehörigen und der wertschätzende Umgang und Austausch ist für mich auch Gold wert.

  • Herzlich willkommen MicAL -


    viele von uns kennen bösartige Mütter (zumindest in meinem Fall ist es die Mutter). Dieses Forum hilft mir sehr - ich hoffe, Dir wird es genauso gehen.

    LG

    TanjaS

  • auch ich bin ganz neu im forum und habe gerade die Beiträge gelesen und finde mich auch in vielen Berichten wieder. Bei mir betrifft es Vater und Mutter. Seit dem Jahreswechsel ist die Situation sehr herausfordernd geworden. Zuerst wurde mein Vater durch eine schwere Lungenentzündung pflegebedürftig und im Februar ist meine mutter schwer gestürzt - schulterbruch, beckenbruch und meine eltern haben keine Rettung gerufen sondern zwei tage so getan als wäre nichts passiert. Erst als ich meinen Vater zu einem arzttermin begleiten wollte sind sie mit der Sprache herausgerückt. Ich habe dann - weil Rettung durfte ich nicht rufen - den Hausarzt geholt, der dann den Transport organisiert hat. Meine Mutter kam dann zuerst ins Krankenhaus, dann zur kurzzeitpflege, dann zur remobilisierung und ist seit Mitte April wieder daheim. Auf anraten des Arztes habe ich eine 24stundenbetreeung organisiert, da sie sturzgefährdet ist und mein Vater es nicht schafft, die Rettung zu rufen, da meine mutter ihn dann wüsstest beschimpft. Jetzt ist die Situation so, dass sie zwar betreut werden aber an den pflegerinnen kein gutes Haar lassen, obwohl diese sich wirklich bemühen. Ich mag schon gar nicht zu den Eltern fahren, weil alles schlecht geredet wird bzw. alles mit bösen Sarkasmus kommentiert wird. Meine Mutter hat auch immer wieder wahnhafte Episoden, die es auch nicht leichter machen. Für mich ist die Situation sehr neu und ich sags ganz ehrlich, auch wenn ich jetzt schon öfters den tip bekommen habe, "da muss man durch" und "gut abgrenzen" - ich weiss nicht wie das funktionieren soll. Hab mich auch schon zu einer selbsthilfegruppe für "Töchter mit eltern mit demenz" angemeldet, die nächste woche startet. Ich bin für jeden tip dankbar, was konkrete Verhaltensweisen betrifft. Danke im voraus

  • Liebe Sunny11,

    Herzlich Willkommen!


    Oh Sunny das ist aber ein dicker schwer (aber nicht unmöglich 🌸) zu entwirrender Knäul.


    Ich frage mal diese uns schon allen begegnete Checkliste ab:


    1. hast Du eine Vorsorgevollmacht?

    2. wie weit wohnst Du weg

    3. wie alt sind Deine Eltern

    4. schaffst Du das alles? Am schlimmsten ist ja die seelische Pein


    Erst mal als Anfang.


    Kopf hoch von Alfi ❤️

  • Hallo Alfi,

    Danke für deine Nachricht. Was deine Frage/die checkliste betrifft:

    Vorsorgevollmacht: Nein, das wollen sie nicht, weil da könnte man ja über sie bestimmen und das wäre ja Geldverschwendung. Notare verdienen sich damit eine goldene Nase, das wollen sie nicht unterstützen. Da hat auch ein arztgespräch nichts geholfen, wo erklärt wurde warum das Sinn macht - leider.

    Ich wohne ca 70km weg. Ist mit dem Auto ca 50 Minuten und ich bin berufstätig, daher gehen aktuell die Wochenenden und mein Jahresurlaub ziemlich in die Organisation der Pflege. Mein Mann unterstützt mich dabei sehr. Habe keine Geschwister. Schwägerin wohnt etwas näher als ich und hilft auch wenn Bedarf ist.

    Alter meiner eltern: vater 82, mutter 83. Mein Vater hatte einen üblen Schub als meine mutter zur kuzzeitpflege war. Da hat er mit fäkalsprache nur so um sich geworfen, sodass mein Mann ganz entsetzt war. Der Arzt hat auch auf zu wenig getrunken getippt und wir haben ihm dann Flaschen gekauft, die er mit Wasser befüllen konnte, damit die tägliche trinkmenge erreicht wird. Er darf nämlich nicht zu viel (herzschwäche) aber auch nicht zu wenig (niereninsuffizienz) trinken. Es hat sich dann gebessert. Das Wetter macht auch noch viel aus. Ist es schlecht und er muss drinnen bleiben wird es auch immer schlechter - wahrscheinlich auch eine Depression mit dabei, aber man geht nicht zum "irrenarzt" das sind ja alles Idioten.

    Meine mutter bekam auf der kuzzeitpflege etwas gegen ihre alterspression, worauf sie eine seltene Nebenwirkung mit echt üblen Halluzinationen bekam. Das Medikament wurde zwar schnell wieder abgesetzt aber sie hat sich davon nicht mehr wirklich erholt und sieht jetzt überall Intrigen gegen sich und beschuldigt meinen Vater in ihrer Abwesenheit Schulden gemacht zu haben (was nicht stimmt). Die pflegerinnen verwaschen ihre schöne Wäsche (was auch nicht stimmt, das war sie sogar selbst) etc.

    Beide sind total gehässig sich selbst und mir gegenüber. Was für mich eigentlich das schlimmste ist. Ich habe glücklicherweise einen Arbeitsplatz im sozialpsychiatrischen Bereich (bin nicht vom Fach, bin in der Organisation) und daher guten Zugang zu informationen. Das hilft aber nur bedingt. Ich tu mir einfach total schwer mit dieser gehässigkeit, weil ich ein hohes gerechtigkeitsempfinden habe. Und ich das Verhalten den pflegerinnen gegenüber so unfair empfinde, weil sie wirklich alles versuchen es meinen Eltern recht zu machen. Z.b. eine Pflegerin hat einen linseneintopf gekocht. Laut meiner Mutter war er gut. Mein Vater sagt, das war eine Suppe, denn der eintopf den meine mutter immer gekocht hat war viel besser. Sie solle daher wieder selber kochen (was nicht geht, da meine mutter die linke hand aufgrund des schulterbruchs nicht mehr nutzen kann und die rechte keine Kraft hat). Also "kocht meine mutter wieder" - schaut so aus, dass sie der Pflegerin genau sagt was wie zu schneiden und zu braten/rühren ist. Die Pflegerin macht das alles ohne murren und meine mutter beschwert sich, dass sie jetzt "wieder kochen muss" und die Pflegerin "keine Ideen hat" anstatt meinem Vater zu sagen, dass ja er kochen könnte. Was er aber nicht kann- weil Zeit seines Lebens für ihn gekocht wurde. Ich bin da ja meist etwas direkter, was aber auch nichts hilft. Ich ärgere mich dann, hab aber auch schon gemerkt, dass es nichts hilft mir da meinen Eltern gegenüber Luft zu machen (egal ob ruhig oder doch etwas bestimmter) weil sie das Gefühl haben im Recht zu sein und alles richtig zu machen. Und ich bin die, der ja nichts passt. Es ist echt schlimm zur Zeit. Und ich mag tatsächlich nicht gerne nach Hause fahren, weil ich dann meine Gefühle unterdrücken muss, um den Frieden zu wahren.

  • Liebe Sunny11,

    indem du bei deinen Eltern für dauerhafte Pflege gesorgt hast, hast du schon alles richtig gemacht. Meine Empfehlung ist: halte engen Kontakt mit den Pflegerinnen, unterstütze sie mit Lob und mit (Geld)Geschenken, zeige ihnen, dass du nichts von den negativen Urteilen deiner Mutter hältst. Meines Erachtens ist deine wichtigste Aufgabe, zu verhindern, dass die Pflegerinnen vor deiner Mutter die Flucht ergreifen und das Handtuch werfen.


    Es wird gesagt, dass sich bei Demenzkranken und der nächsten Generation die Eltern-Kind-Rollen vertauschen. Ich glaube, das funktioniert nur in seltenen Fällen. Die meisten Demenzkranken und Alten wehren sich nämlich mit Händen und Füßen dagegen, in die Kindrolle gedrängt zu werden - egal wie viel Defizite sie haben.


    LG Buchenberg

    Einmal editiert, zuletzt von Buchenberg ()

  • Liebe Sunny,

    Herzlich willkommen in unserer Runde. Das ist eine wirklich krasse Situation und die Pflegerin tut mir sehr leid, du natürlich auch, aber ich finde die Idee von Buchenberg seehr gut, die Pflegerin "bei Laune" zu halten. Wer weiß, wie lange sie das durchhält...

    Ich schätze, viel mehr kannst du gerade echt nicht tun. Dieses Abwerten der Pflegenden etc kennen wir hier gut, ich denke Ausdruck der Angst vor Kontrollverlust und Trauer, dass man es allein nicht mehr hinbekommt.

    Du wirst es erstmal laufen lassen müssen , bis zum nächsten Ereignis, oft bringen ja Stürze eine entscheidende Wende, was dann Heimaufenthalt sein könnte, falls es für Pflegerinnen Zuhause nicht machbar oder haltbar ist. Dann spätestens bist du deutlich mehr aus der Verantwortung.

    Wichtig: es ist eine Phase!! Sie wird vorübergehen , wann , weiß natürlich keiner.

    Bei mir wurden auch beide Eltern dement, mein Vater 2018 verstorben, danach mit meiner Mutter schlimmer, aber sie ist seit 2019 gut im Heim versorgt, wir Schwestern konnten es nicht mehr stemmen.

    Liebe Grüße

  • Hallo sunny11

    willkommen in dieser Runde der Demenz-Angehörigen. Du hast da eine wirklich herausfordende Situation, aber Du hast schon sehr viel für Deine Eltern getan, indem Du den Pflegedienst eingeschaltet hast. Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen: ein "guter Draht" zum Pflegedienst ist Gold wert.

    Zuerst wurde mein Vater durch eine schwere Lungenentzündung pflegebedürftig und im Februar ist meine mutter schwer gestürzt - schulterbruch, beckenbruch und meine eltern haben keine Rettung gerufen sondern zwei tage so getan als wäre nichts passiert.


    Fehlende Krankheitseinsicht ist ein Demenz-Symptom, das kennen die allermeisten hier. Wenn die Bereitschaft, sich helfen zu lassen, nicht vorhanden ist, kann man nur bedingt unterstützen.

    Vorsorgevollmacht: Nein, das wollen sie nicht, weil da könnte man ja über sie bestimmen und das wäre ja Geldverschwendung.

    Auch hier fehlt offenbar die Einsicht ... mMn helfen klare Ansagen weiter, im Sinne von: wenn die Eltern Deine Hilfe wollen/brauchen, dann müssen sie Dir auch ein Stück entgegen kommen, sonst geht es nicht und dann kannst Du Ihnen leider nicht helfen.Das "Abgrenzen" auf emotionaler Ebene ist schwierig, aber insofern wichtig, weil es hilft, rationale Entscheidungen zum Wohle aller(!) zu treffen. Für Deine Eltern bist Du das Kind, keine Respektsperson - durch klares, entschlossenes Auftreten kann man sich aber durchaus Respekt verschaffen.

    Hab mich auch schon zu einer selbsthilfegruppe für "Töchter mit eltern mit demenz" angemeldet,

    Das ist ein sehr guter Plan - schau' dass es Dir gut geht und dass Du Kraft hast, das wird Dir in herausfordernden Situationen helfen. Und es hilft wirklich sehr, wenn man seinen Frust irgendwo lassen kann ... ;)

    Alles Gute, SunnyBee

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