Mutter wird immer schwieriger und akzeptiert keine Hilfe

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  • Liebe Schneeflocke,

    Wichtig erscheint mir noch hinzuzufügen, dass wir alle hier einen Weg durch mehrere Täler mit Tränen, Hadern, Zweifeln und schlechtem Gewissen gegangen sind , auch wenn wir nach einiger Zeit (eher ein paar Jahre) vllt einen abgeklärten Eindruck machen - alles "hart erarbeitet"..

    Es ist ja eben schwer, wenn sich der gewohnte Mensch so zu verändern scheint, noch genauso aussieht und oft genauso wirkt, aber plötzlich verbal oder sonstwie um sich schlägt, uns beschuldigt. Natürlich zweifelt man dann an sich, was ja zunächst nicht ungewöhnlich ist, wenn man kein Herz aus Stein hat.

    Also muss man auch mit sich selbst Geduld haben, sich für sich als Angehöriger informieren und beraten lassen - ein längerer Prozess, bei dem man nicht "mal eben so" einen Schalter umlegt.

    Alles Liebe

  • Ich muss noch einmal sagen, wie toll ich deinen Umgang mit dem "Thema" finde. Du bleibst immer "bei dir", wie man so schön sagt. Vielleicht ist dir das gar nicht bewusst, weil es dich mehr als genug Kraft kostet. Aber du bist - wie ich finde - wirklich auf dem bestmöglichen Weg.

    Liebe Schwarzerkater,


    Das ist aber aufbauend, Dankeschön!!!

    Weißt Du es ist beides in mir:

    1. wohl generell eine klare Herangehensweise an Probleme so wie: ok hier ist das verknotene Knäuel: wie bekomme ich das optimal auseinander und wer kann mir Tipps geben.

    2. Meine andere Seite ist halt die ewig Zweifelnde. Und dass ich immer bei Euch denke: ja, wie sie/ er das macht, das ist gut und macht Sinn - aber mich finde ich sehr oft sehr ungenügend und ein Wort der Kritik und ich werde wackelig.

    Das ist vielleicht in meiner Vergangenheit mit meiner Mutter begründet, die alles an mir (Figur, Fleiß, Freunde, Freund, Aussehen, Verhalten…) mindestens kritisierte.


    Aber dann hilft wieder 1..

    Und: mein Mann, meine Söhne, Bekannte, Heimleitung & Co. Ihr im Chat.


    Alles Gute Alfi🐽

  • Ich stand am Anfang da und kam mir allein gelassen vor, hab was Demenz angeht viel im Internet gelesen, aber geholfen hat es mir nicht wirklich.

    Liebe Schneeflocke,

    Ich fand das Demenzthema dann immer sehr verklärt.

    So von wegen „sie hatte die Schlüssel im Kühlschrank deponiert und wir haben alle herzlich gelacht“.


    Meiner Mutter mit ihren 4-5 Schlaganfälle und ihrer Vaskulären Demenz hat es eher die Emotionen „weggepustet“. Reden kann sie noch gut und sich als fitte alte Dame präsentieren.

    Sie sitzt in ihrem eigenen Turm und alles außerhalb ist bedrohlich und böse.


    Pass auf dich auf: Nerven behalten ist das wichtigste. Am Anfang hatte ich nachts immer übelste Herzklopfen und konnte nicht schlafen. Garnicht gut.


    Lg Alfi🐽

    Einmal editiert, zuletzt von Alfskjoni ()

  • Liebe Alfi -


    ich gebe Dir so recht: Demenz wird verklärt. Bevor ich dieses Forum gefunden habe, bin ich meistens nur über Seiten "gestolpert", in denen es hieß "Verständnis zeigen, verhätscheln" und "ist doch alles gar nicht so schlimm". Zumal ja auch in Filmen usw, Demenzkranke häufig verklärt werden als die liebenswerten alten Herrschaften, die den Schlüssel in den Kühlschrank legen und dort vergessen. So sind viele halt nicht.

    Ich weiß nicht, wer es in diesem Forum mal gesagt hat, aber ich glaube nach meinen eigenen Erfahrung daran, dass die Demenz Gefühle verstärkt - gute wie schlechte. Die schlechten schmerzen uns am häufigsten, weil es überhaupt keine Barriere oder "Bremse" mehr gibt. Daher müssen wir uns schützen. Und uns Gutes tun, egal, wie das bei jedem von uns aussieht.

  • Hallo zusammen

    Hier mal der neuste Stand seit Sonntag.

    Nachdem sie am Sonntagmorgen böse und nach Beschimpfungen aufgelegt hatte, war Funkstille. Ich habe nicht angerufen und sie ebenfalls nicht.

    Natürlich war ich die Tage immer in Gedanken bei ihr. Was sie wohl macht .....? Ich habe mich abgelenkt und so ging es dann trotzdem gut.

    So..heute morgen rief sie dann an. Mir krampfte der Magen und ging ran.

    ok dachte ich nur das eine mal.

    Oh wunder.... sie klang ganz vernünftig. Fragte mich dann, warum sie denn da wäre und nicht zu Hause. Hmmm....... also erklärte ich ihr zum 100 mal in kurzen knappen Sätzen warum.

    Ja .Ach ja stimmt ...kam dann nachdem ihr soweit sie es verstand klar wurde.( Treppen ging nicht mehr, kein Essen gekocht, Tabletten nicht genommen, Einsamkeit schlich sich ein.)

    Als ich dann sagte ich konnte die Verantwortung nicht mehr auf mich nehmen und sie damit einverstanden war umzuziehen , kam dann.... aber ich bin totunglücklich. Warum? Weiss ich nicht. Ich wollte nie so alt werden und sterben wie Oma.( Sie starb 3 Monate nach Opa an gebrochenem Herzen mit 83. Sie waren 60 Jahre zusammen). Dann fing sie an zu weinen.

    Ich lenkte um und sagte sie solle erstmal die Erkältung hinter sich bringen, dann sieht es auch schon anders aus, weil dann kann sie wieder aus ihrem Zimmer, weil sie so die anderen anstecke.

    Ja das nahm sie dann auf . Dann kam doch das Thema Äppelklau wieder. Angeblich hat man ihr immer wieder einen Apfel geklaut wenn sie zum Essen war. Ich sag nichts mehr dagegen, weil sie ihn selbst gegessen hat und es nicht mehr weiss. Jetzt ist sie die ganze Woche im Zimmer und trotzdem ist der Klauer unterwegs. Ja.. soweit zur Demenz. Ich merke, wenn ich nicht gegenan rede klappt es besser. Den Fehler habe ich am Anfang gemacht und es kam zum Streit.

    Scheinbar lernt man ...

    Schönen Tag zusammen.

  • Liebe Schneeflocke,

    Glückwunsch ❤️, neues Level.

    Und: es ist so als wenn Du meine Mutter vor knapp 2 Jahren schilderst. Wortwörtlich!!!


    Schnee wenn sie dann irgendwann nichts mehr glaubt von dem was Du sagst und ganz sicher ist dass nur Du Schuld bist dass sie im Heim ist und Dir mit Anwalt und so droht: dass ist dann unter Umständen das nächste Level.

    Muss nicht sein.

    Nur dass Du Dir dann nicht selbst die Schuld gibst.


    Alles Gute Alfi 🐽

  • Hallo Schneeflocke,

    mal so als Tipp aus Erfahrung: ich habe irgendwann - statt gegenzureden wegen der Apfeldiebe (die waren bei meiner Mutter nämlich auch) - mit ihr in ein Horn geblasen, d.h.es "ernst genommen " und gesagt, ich würde mich bei den Pflegern beschweren, Ihnen Bescheid sagen o.ä. Dann konnte sie besser von dem Thema ablassen und über waa anderes sprechen.

    Vllt funktioniert es bei euch auch 😉

    Liebe Grüße

  • Huhu,

    war bei meiner Ma im Pflegeheim neulich ähnlich, wo sie sagte, man hätte ihr Sachen weggenommen (dabei hat sie Sachen aus den Zimmern der anderen Bewohner in ihrem Rollator mitgehen lassen!). Ich habe lapidar gesagt „Da kann man nichts machen, sowas passiert.“ um dann rasch das Thema zu wechseln: „Weißt Du, wen ich gestern getroffen habe?…“ Im Krankenhaus und Heim ist es leider so, dass manchmal Kleidung abhanden kommt - ist zwar ärgerlich, aber es gibt wirklich schlimmeres - so what? Inzwischen habe ich - für‘s nächste Mal - vorsorglich Namensschilder zum Aufbügeln besorgt…

    Liebe Grüße auch von molli

  • Hallo zusammen

    Ja da bin ich mal wieder. Ich muss mal etwas los werden, denn es ist etwas passiert, was mich ein wenig runterzieht.

    Nachdem es eine Zeit ruhig war, fing sie zum Wochenende tatsächlich wieder an zu terrorisieren. Sonntag morgen klingelte das Telefon und ich ging nicht ran, weil ich mir vorgenommen hatte nur Abends nach dem Abendessen mit ihr zu telefonieren.

    Um halb elf fing sie an, in einer Stunde hat sie 10x auf Festnetz und 6x auf Handy angerufen. Dann war Ruhe eine halbe Stunde und darauf nochmal jeweils 4x.

    Ich hab durchgehalten und bin nicht rangegangen. Wir sind dann in unseren Garten gefahren und ich hab mich abgelenkt. Es war verdammt kalt aber ich brauchte einfach frische Luft.

    Abends hab ich angerufen und sie fragte ach gibt es euch noch?

    Ja ich hab gesehen du hast angerufen, was gibt's denn ?

    Ich brauch mein Besteck .Wofür? Das geht dich gar nix an bring mir mein Besteck bis morgen und legt auf.

    Nö.... ich bin nicht hingefahren und es herrschte wieder Ruhe. Nächsten Abend rief sie wieder an und fragte wieder danach nett und freundlich und ich hab es ihr dann gebracht von jedem 2x.

    Danach die Tage verliefen ruhig. Bis gestern.

    Sie rief Vorgestern Abend an und und verlangte Kosmetikartikel. Sie wollte selber zu Rossmann .Nach meinem Vorschlag zu Fuss (Sie im Rollstuhl) ins Centrum zu gehen und nicht mit dem Auto zu fahren , damit sie mal wieder an die Luft kommt war sie einverstanden.

    Als ich sie dann Abholen wollte dauerte es erstmal eine halbe Stunde bevor wir los kamen. Böses Gesicht sagte wieder alles. Als ich ihr den Mantel anziehen wollte drehte sie wieder ab. Ich kann das alleine.... und haute mir auf die Finger.

    Also fertig und los.... Ich bekam nicht sofort den Rollstuhl richtig gedreht und haute versehentlich gegen das Tischbein. Da nahm sie den Trinkbecher der auf dem Tisch stand und schmiss ihn durch die Gegend.

    Ich liess sofort den Rollstuhl los und fragte ganz ruhig was das sollte.Die Antwort war..... nichts.

    Auf die Frage ob sie doch nicht mit möchte kam dann mit einem sooo bösen Gesicht. Nee ich bleib zu Hause. ok ich versuchte ihr dann den Mantel wieder auszuziehen ..... hm dann doch los. ok Unterwegs murmelte sie nur vor sich hin.. Im Center angekommen murmelte sie sie wäre ja nur lästig und wir hätten nur Arbeit mit ihr. Blödsinn..doch nichts half sie umzustimmen. Schnell zu Rossmann und da fing sie schon wieder an muffig zu werden. Wieder aus dem Laden und und dann wurde sie wütend, warum auch immer und wollte nach Hause. Eigentlich hatte ich geplant dort noch Kaffee trinken zu gehen, aber das konnte ich vergessen.

    Mein Mann hatte sie geschoben und alberte bissl mit ihr rum den Berg bischen schneller runter zu fahren da brüllt sie ihn an

    .. Dann schmeiss mich doch gleich in den Graben und lass mich da liegen

    Wir sind so schnell es ging zurück , Mantel aus und weg.

    Ich habe ihr vorher noch selbstgemachte Muffins mitgebracht. 3x gesagt die sind für dich aber kaum Reaktion.

    Zu Hause angekommen ging mir diese Situation durch den Kopf und ich muss sagen das hat mich wieder mal in ein Loch geworfen. Es kommt kein Lächeln oder nettes Wort mehr und eine richtige Unterhaltung kann ich nicht mehr führen.

    Seitdem herrscht mal wieder Ruhe.

    Euch noch einen schönen Sonntag..

    LG Schneeflocke

  • Liebe schneeflocke,

    Ja…kenne ich. Sehr gut.

    Als meine Mutter noch zuhause wohnte, ist sie so mit Pflegern und Ärzten umgesprungen.

    Genau so übel.

    Mit mir dann als sie im Heim war.


    Die sehr nette Pflegeleitung sagte mir dann: „lassen Sie es komplett“. Das fand ich sehr drastisch und unumsetzbar. Da ich aber so mitgenommen war, hab ich es wirklich gelassen: keine Ausflüge, keine Arztbesuche, kein Telefon.

    Ich habe teilweise immer noch daran zu knabbern, halte mich aber dran. Und langsam werde ich wieder „die alte“.


    Ich besuche meine Mutter alle 2 Wochen, das war’s.

    Am Donnerstag ist Angehörigentreffen abends, da gehe ich zusätzlich hin, ungern. Weil ich immer so auf der Hut bin.


    Werde meine Mutter dann wohl nicht besuchen so spät.


    Aber in der Ruhe liegt die Kraft.


    schneeflocke Du weiß aber dass Du nicht Schuld bist? Oder positiv: Du machst alles richtig.

    Lg Alfi 🐞

  • Hallo Schneeflocke,

    Das was du mit dem umhergeworfenen Becher geschrieben hast, erinnert mich an meine zweijährigen Enkel, wenn sie wütend sind über etwas. Da regt man sich am besten auch nicht auf und sie könnten mir auch keinen Grund dafür nennen..auf jeden Fall zeigt es doch, auf welchem Level deine Mutter nun in etwa kognitiv ist, etwa Kindergartenalter und wenn Kinder viele Umgebungswechsel zu anstrengend sind und sie dann überreizt reagieren, lässt man es auch besser.

    Ich kenne diese Phase, man möchte mal positive Abwechslung bieten und betrachtet die Situation von sich aus. Bei dem dementen Menschen ist aber die Wahrnehmung nicht unserer entsprechend und sie sind durch Umgebungswechsel oft überfordert, wollen am liebsten in der gewohnten Umgebung sein, weil sie sich da auskennen.

    Für uns heißt es, dass wir uns peu a peu von dem Menschen, der er/sie vorher war, verabschieden müssen, unsere Ansprüche zurück schrauben, feststellen, dass nun keine Anerkennung und kein Dank mehr kommt, wenn es bisher nicht der Fall war.

    Und das macht unweigerlich traurig, wie das mit Abschieden so ist. Wir können und müssen es "nur" aushalten und am besten lenkt man sich mit etwas schönem ab, belohnt sich für die ausgehaltene und unerwünschte bzw.anders geplante Situation - wenn Mutter oder Vater es schon nicht machen. Sie können es nicht mehr und es ist nicht unsere Schuld und Verantwortung, es ist wie es ist..


    Tu dir irgendwas Gutes 😉

    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Schneeflocke, schade, dass es jetzt wieder diesen Rückfall gab!

    Es wird bestimmt nicht der letzte sein, aber Sie haben innerhalb einer Woche so viel erreicht und es ist bei Ihrer Mutter angekommen!


    Aber sie ist dement und das Lernen ist nicht mehr möglich. Nur wir können noch lernen und da haben Sie in der einen Woche mit der hervorragenden Unterstützung hier im Forum sehr große Schritte gemacht!


    Ihre Mutter konnte ihre Gefühle mitteilen und Sie haben sie getröstet und eben nicht diskutiert. Sie haben Vertrauen in das Heim gewonnen und wissen, dass sich die Mitarbeitenden melden werden, wenn wirklich was ist. Sie haben die Anrufe ausgehalten und gemerkt, dass Ihre Mutter durchaus ihre fixen Gedanken vergessen kann. Sie haben abgewartet und sind nicht sofort gesprungen, weil es nicht um existenzielle Wünsche ging... usw.


    Als ich Ihren letzten Beitrag gelesen habe, hatte ich den Gedanken: Alle Erkenntnisse haben Sie bei dem Besuch zu wenig berücksichtigt, weil Sie es Ihrer Mutter so richtig schön machen wollten. Vermutlich hat sie es gemerkt und war nur "grummelig" und nicht so verletzend. Aber sie ist noch nicht so weit, dass Sie von Ihnen und Ihrem Mann so viel auf einmal annehmen kann.

    Deshalb wünsche ich Ihnen sehr, dass Sie schnell wieder aus dem Loch kommen und weitermachen!


    Vielleicht lesen Sie noch mal Ihren letzten Beitrag unter der Fragestellung: Wann hätten Sie Grenzen setzen können? Wann war es für Ihre Mutter zu viel? Wann wäre es förderlich gewesen, sie einen Moment lang allein zu lassen?


    Vermutlich braucht Ihre Mutter in erster Linie Trost und ein offenes Ohr für ihre Sorgen und immer weniger die Erkenntnis, dass das Heim der richtige Platz für sie werden kann.


    Wenn ihre Mutter einen Apfel vermisst oder auf das Essen wartet, hat sie Appetit, Hunger, ärgert sie sich, dass er weg ist oder hat Angst, dass sie vergessen wurde.

    Wenn sie sich über das Heim ärgert, trauert sie auch um den Verlust der Wohnung.


    Sie können immer trösten oder "validieren" und müssen sich nicht rechtfertigen!


    Sie können im Heim nachfragen, ob und wie die Mitarbeitenden Ihre Mutter ablenken oder "validieren". (Validation ist eine Form der Gesprächführung, um Angst, Ärger, Wut, Unsicherheit, Trauer usw. aufzugreifen und demenzgerecht und wertschätzend umzulenken)


    Ihnen wünsche ich dafür viel Kraft und Entschlossenheit, diesen Weg zu gehen

  • Hallo an Alle,

    Meine Schwiegermutter mit starker Demenz möchte nicht ins Heim. Aber mittlerweile können wir es nicht mehr leisten, dass Sie gefahrlos in ihrer Wohnung weiterleben kann.

    Einschließen in der Wohnung, so dass der Pflegedienst nicht rein kommt, glühende Herdplatten, Wasserkocher etc., sich im Wohnzimmer Einschließen, keine Ahnung woher sie plötzlich einen Schlüssel hatte.

    Ins Heim möchte Sie nicht, jetzt haben wir einen Platz in einem schönen Heim gefunden und keine Ahnung, wie wir ihr das schmackhaft machen können. Hat vielleicht jemand einen Tipp?

    Liebe Grüße

  • Liebe Elfriede,

    Eine schwierige Zeit!

    Habt Ihr eine Vorsorgevollmacht mit einem Aufenthaltbestimmungsrecht?


    Liegt ein Attest des Arztes vor, dass sie nicht mehr alleine leben kann?


    Viele von uns mussten erst das Unglück geschehen lassen, dass die alten Leutchen stürzten und ins Krankenhaus kamen (das hatte ich 4x).


    Da hatte dann meine Mutter die Einsicht: es geht nicht mehr.


    Diese Einsicht ist im weiteren Demenzverlauf leider verschwunden.


    Alles Gute Alfi 🐞

  • Ins Heim möchte Sie nicht, jetzt haben wir einen Platz in einem schönen Heim gefunden und keine Ahnung, wie wir ihr das schmackhaft machen können. Hat vielleicht jemand einen Tipp?

    Liebe Grüße

    Hallo Elfriede,

    in meiner Kindheit bekam ich von meiner Mutter noch Lebertran. Kann man Lebertran schmackhaft machen? Ich denke nicht.


    Meine Schwiegereltern (beide dement) haben wir letzten September in ein Pflegeheim gebracht. Wir haben das so gemacht:

    1) Meine Frau und ich haben gesagt, wir hätten eine Urlaubsreise gebucht. Deshalb müssten die beiden in dieser Zeit in Kurzzeitpflege. Das Heim hatte tatsächlich zunächst Kurzzeitpflege angesetzt, das wird von der Pflegekasse finanziert. Die Dauer hängt vom Pflegegrad ab (8 Tage oder länger).


    2) Eine Woche vorher haben wir die beiden auf einen Ausflug mitgenommen – im Cafe des Heims Kaffee getrunken und Kuchen gegessen und haben dann ihr künftiges Zimmer besichtigt. Einziger Kommentar der Schwiegermutter: „Aber ein Schwimmbad gibt es nicht!“


    3) In der folgenden Woche haben wir heimlich Kleidung, Hygieneartikel und ihre Medizin für zwei Wochen Aufenthalt gepackt und einen Tag vor dem Umzug ins Heim gebracht.


    4) An dem entscheidenden Tag sind wir wieder zu einem Ausflug aufgebrochen, ohne Gepäck, nur mit Handtasche.


    Schwiegervater saß im Rollstuhl. Falls Schwiegermutter eine Szene gemacht hätte, hätten wir Schwiegervater erst mal ohne sie ins Heim gebracht.

    Am Niederrhein heißt es: Wat mutt, dat mutt.

    Alle restlichen Sachen (Möbel, Kleidung etc.) haben wir dann in den nächsten Tagen peu a peu ins Heim gebracht.

    Schwiegermutter hatte ihren Ehemann bei sich und sie bekam 24-Stunden-Betreuung, das war für sie das Wichtigste.

    Mit allem anderen hat sie sich abgefunden.

    Buchenberg

    3 Mal editiert, zuletzt von Buchenberg ()

  • Hallo Elfriede,

    Ja das ist der schwerste Moment. Ich habe es auch versucht mit vorsichtigem rantasten, aber das hat nichts gebracht. Erst nachdem wir das zweite Mal den Medizinischen Dienst da hatten und ich ihm an der Haustür zugeflüstert habe das sie einfach nicht mehr allein leben kann in der Wohnung und er auf das Thema einging, da hat sie beigepflichtet und wir sind dann ein paar Tage später mal zum Heim gefahren und haben es uns angeschaut.

    Ich... kann ihr nichts sagen, erst wenn auch andere, egal ob Familie oder sogar Fremde etwas sagen, dann ist alles richtig.

    Sie ist jetzt 4 Monate im Heim und ja wie Herr Homburg sagte ,sie vermisst ihre Wohnung sehr.

    Gestern Abend haben wir wieder telefoniert und hatten das Klauthema wieder. Als wir Samstag im Center waren hatte sie sich Bonbons gekauft .2 Tüten. Gestern waren sie beide wieder weg. Ich weiß , wenn sie einmal anfängt dann futtert sie die Tüte leer , aber sie wurden wieder von jemand anderen aufgegessen.

    Ich habe es diesmal auch so gemacht und gesagt ich schreib es auf und frage mal rum. Dann war sie etwas ruhiger.

    Liebe Elfriede, vielleicht versuchst du es auch mal mit einem Familienmitglied oder einer guten Nachbarin , die sie darauf anspricht das es gefährlich werden könnte, wenn sie weiterhin allein bleibt. Wäre mal eine Idee vielleicht.

    Es ist heute noch so, daß sie nicht auf mich hört. Dann nehme ich ihre Schwester mit und sie spricht dann mit ihr und es hält zwar auch nur eine kurze Zeit,aber für den Moment ist Ruhe.

    LG Schneeflocke

  • Liebe elfriede,


    Das ist aber eine super „Gebrauchsanleitung“ von Buchenberg !


    Ich hab das leider nicht so harmonisch hinbekommen, wohnte 430 km weg, 3 Teenagerjungs, bin die einzige Verwandte und mein Mann dauernd beruflich unterwegs.


    Aber wenn’s irgendwie geht: nimm den „Buchenberg-Weg“

    Lg Alfi

  • Danke für Euren lieben Worte, ich hab das ja alles schon mit meiner Mutter und Omi durch.

    Heimlich packen habe ich probiert, geht leider nicht in einer kleinen Wohnung.

    Im Heim waren wir auch schon zum Kaffee trinken, da waren ihr zu viele alte Leute.

    Ja Buchenberg wat mutt dat mutt sagt man auch bei uns im norddeutschen 😀

    Irgendwie kriegen wir das hin

  • Liebe elfriede

    erstmal willkommen im Forum.

    ns Heim möchte Sie nicht, jetzt haben wir einen Platz in einem schönen Heim gefunden und keine Ahnung, wie wir ihr das schmackhaft machen können.

    Meine Mutter ist jetzt seit 3 Jahren im Pflegeheim, Ausgangslage damals ähnlich wie jetzt bei Dir, beginnende Verwahrlosung, etc. ...

    Meine Erkenntnis mittlerweile ist folgende: Die wenigsten wollen ins Heim ... die allermeisten (inklusive meine Mutter) sind im Heim, weil es nicht anders geht, weil sie sich selbst gefährden, weil die pflegenden Angehörigen am Ende ihrer Kräfte sind, weil über der Pflege Ehen zerbrechen, und so weiter und so fort ...

    Ganz ehrlich: ich bin inzwischen sehr pragmatisch geworden, teilweise aus reinem Selbstschutz. Was hat meine Mutter davon, wenn ich zusammenbreche und nicht mehr kann?

    Ich schließe mich dem norddeutschen "watt mutt dat mutt" zu hundert Prozent an ...

    In diesem Sinne, viel Kraft für Dich und Deine Familie, liebe Grüße

    SunnyBee

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