Mutter wird immer schwieriger und akzeptiert keine Hilfe

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    • Offizieller Beitrag

    Hallo Schneeflocke, Schmerzen werden bei Menschen mit Demenz oft anders wahrgenommen, oft wirken sie unter der Bewusstseinsschwelle und es ist schwer für die Ärzte zu erkennen, dass Schmerz hinter dem Verhalten steht.

    Ihre Mutter leidet unter dem akuten Schmerz unmittelbar, so sehr, dass Sie den Mut am Leben verliert. In diesem Fall verstärkt und verallgemeinert die Demenz die Wahrnehmung und Bewertung. Deshalb ist auch meiner Sicht jede Entlastung sinnvoll! Ich wünsche Ihrer Mutter sehr, dass die Spritze hilft!

    Ihr Martin Hamborg

  • Liebe schneeflocke ,


    Schon ein „undementer“ Mensch leidet sehr unter Fersensporn. Hab ich bei meiner Nachbarin gesehen.

    Letzte Woche war ja noch alles gut.


    DU machst alles, was Du tun kannst.

    Diese extrem ausschlagenden Ups und downs bei unseren Dementen sind fürchterlich kräftezehrend, auch und besonders für uns.

    Aber: morgen kann schon wieder alles ganz anders aussehen.

    Du machst alles, mach etwas Dich entspannendes❤️ lg Alfi

  • Guten Morgen

    Ich hatte gestern den Schock des Lebens, als ich bei meiner Mutter war. Sie war grad auf der Toilette als ich kam und ich guckte ins Bad . Sie stand mit dem Rücken zu mir und hatte die Hose noch nicht hoch. Ihr halber Po nach unten und ca. 20cm Oberschenkel waren dunkelrot unterlaufen und alles offene Stellen. Ich habe so einen Schreck bekommen. Hab sie gebeten stehen zu bleiben und holte die Schwester, die da was zu sagen hat. Als sie das sah, konnte ich sehen das sie auch schluckte und sie guckte es sich genau an. Dann lief sie los und holte einen Fotoapparat und meinte sie wolle das sofort dem Arzt schicken.

    Es könnte eine Allergie sein das juckt und sie hat es so zerkratzt. Ich fragte meine Mutter und sie bestätigte das auch. Es juckt ganz fürchterlich und sie wacht davon auf und kratzt. . Es sah wirklich beängstigend aus. Sie ist eine Kratzliese, aber das war schon etwas älter, das kam nicht von einem oder zwei Tagen. Das war mindestens schon eine Woche und ich verstehe nicht dass man das nicht gesehen hat beim Duschen , denn dabei wird ihr geholfen. Ich werde heute morgen beim Arzt anrufen und mit ihm sprechen. Ich mach mir wirklich Sorgen ....LG

  • Hallo zusammen...

    Ja es ist eine Allergie zwecks der Schmerztabletten. Die Hautärztin hat eine Salbe verordnet und zusätzlich Allergietabletten. Es wird besser...


    Doch mittlerweile sind wir wohl in der zweiten Demenzstufe.

    Telefonterror...

    Gestern bis nachts um zwei Uhr, angefangen hat sie um 21:30 sie beschuldigte mich übels.. ich würde sie beklauen. Geld und Möbel und Papiere habe ich ihr aus der Wohnung entwendet und wurde angestiftet durch meinen Macker, wie sie sich ausdrückte. Sie wollte nur bescheid sagen , dass sie jetzt die Polizei anruft und dann werden wir eingesperrt. Es ist eine Frechheit was ich mir damit erlaube. Sie liess mich gar nicht zu Wort kommen und legte auf.

    Gut. Eine Stunde später klingelt wieder das Telefon, ich bin nicht rangegangen. Hab den AB angeschaltet und das Telefon Ton aus.

    Da sprach sie wieder drauf .ok Auch den aus.

    Ich habe dann nichts mehr mitbekommen und bin ins Bett.

    Irgendwann nachdem ich dann endlich eingeschlafen bin wurde ich durch mein Handy wach( die nummer hatte ich aus ihrem Telefon gelöscht) woher sie diese Nummer hatte weiss ich nicht. Vielleicht irgendwann mal aufgeschrieben. Ich ging dann ran und sie war immer noch bösartig und weinte.

    Ich hab dann nachts um 2 Uhr im Schwesternzimmer angerufen und gebeten mal nach ihr zu sehen. Kurze Erklärung mit der Bitte ihr das Telefon kurzfristig wegzunehmen. Handy auch tonlos und dann war Ruhe.... bis morgens um 5:45.....

    Auf dem Telefon waren bis 08:20 Anrufe (10)

    Mein Mann ging ran und sprach mit ihr. Sie wollte aber mich sprechen. Er sagte ich schlafe noch weil sie uns ja bis 2 Uhr angerufen hat...

    So ein Quatsch hiess es dann.. Also wusste sie nichts mehr davon.

    Ich werde jetzt ab 20:00 Uhr die Telefone abstellen. So geht es nicht mehr.... Ist das die Demenzstufe zwei, Alfskjoni ..? Hatte Du mir das geschrieben??

    LG Schneeflocke

  • Telefon abstellen ist sicher eine gute Idee.

    Den Zeitlichen Aufwand entsprechend einzuschränken ist sicher auch sehr hilfreich!

    Schütze dich, Sie können es nicht mehr!

    Ich lerne dies auch quasi täglich.

    Schütze dich!!!

    Es ist eine gigantische Herausforderung 😪

    Alles Gute weiterhin 🍀

  • Liebe Schneeflocke -


    das Thema Telefonterror kenne ich nur zu gut. Meine Mutter hat mich teilweise bis zu 60x am Tag angerufen. Ich habe sie nachher auf meinem Handy blockiert. Sie hat dann auf den Handy-AB gesprochen, die Nachrichten habe ich aber nicht abgehört. Warum auch? Sie hat mich ebenfalls wüste beschimpft, auch ich habe ihr Geld geklaut usw. Sie hat auch die Polizei angerufen. Ähnliche Geschichten gibt es leider oft - hier im Forum gibt es eine Reihe von Teilnehmerinnen, die mit ihrer Mutter ähnliches durchmachen. Leider. Bitte schütze Dich - wie MiCAL schon schreibt. Blockier Deine Mutter auf dem Handy. Bei manchen Festnetztelefonen geht das auch (meine ich). Ich drücke Dir die Daumen.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Schneeflocke, ich möchte Sie noch einmal bestärken, das Problem mit dem Heim zu besprechen. Natürlich müssen (und dürfen) Sie sich gegen die Beschimpfungen wehren, indem Sie das Telefon ausschalten, die Nummer sperren usw.


    Die seelische Not Ihrer in dem Moment des Anrufs können Sie nicht abfedern, dazu ist Ihre Mutter Ihnen gegenüber (noch) zu negativ gepolt. Das können die Pflegekräfte oder Nachtwachen hoffentlich besser, wenn es gelingt die dahinterstehenden Schmerzen, Unruhezustände, Ängste oder Verunsicherungen anzusprechen. Das fachliche Vorgehen wird in einem guten Heim in der Pflegeplanung vermerkt.


    Ihnen und allen Mitlesenden wünsche ich trotz allem schöne, erholsame und besinnliche Ostertage, Ihr Martin Hamborg



  • Ja Buchenberg wat mutt dat mutt sagt man auch bei uns im norddeutschen 😀

    Jep.


    Ich habe mehrmals Ähnliches von unterschiedlichen Seiten gehört, ein wenig anders formuliert, aber sinngemäß das Gleiche.

    Einmal von der jungen Sozialarbeitern beim Pflegstützpunkt (da habe ich dann gedacht: Mädel, warte mal bis du hilf- und fassungslos vor der Situation stehst)

    und dann von einer Dame in einem der besuchten Pflegeheime, und zum Schluss von der Hausärztin meines Stiefvaters.


    Die haben alle drei exakt dasselbe gesagt: "Frau..., es gibt ein Recht auf Verwahrlosung". (Lernen die das in Fortbildungen? ;) )


    Ich habe seitdem aus gegebenem Anlass mehrfach drüber nachgedacht, und finde es stimmt. Man kann niemanden zwingen -es sei denn man ist der gesetzliche Betreuer- und wenn derjenige alle lebenswichtigen Hilfen ablehnt, dann ist das eben so.

    Hart, aber es ist zu akzeptiern.

  • @ Schneeflocke: ich finde, DU tust wirklich alles, was in deiner Macht steht.


    Ich hoffe du kannst bald mehr Verständnis für dich selbst aufbringen.


    Fühl dich umarmt!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo NoName, zum Thema „Recht auf Verwahrlosung“ haben wir uns hier schon häufiger ausgetauscht.


    Dahinter steht ein Wertekonflikt oder das ethische Dilemma zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung, Werten, Normen, dem Ausdruck der Persönlichkeit … und dem Leidensdruck und der Selbstgefährdung infolge einer schweren Krankheit. Wenn eine Mitarbeiterin vom Pflegestützpunkt dieses Thema einbringt, verstehe ich es damit eher als Aufforderung in eine Art ethische Konferenz einzutreten und nicht das Thema zu beenden…

    Ihr Martin Hamborg

  • martinhamborg: ich weiß nicht, welche meiner Statements den Eindruck vermittelt haben könnten, dass irgend jemand mir nahegelegt haben könnte "das Thema zu beenden"?

    Von welchem "Thema" sprechen wir denn überhaupt?

    Das Einstellen von Leistungen, wenn der Betroffene sich weigert Hilfe anzunehmen?

    Oder etwa meinerseits eine grundsätzliche Weigerung Hilfe anzubieten?

    Ok, nachdem es um mich bzw. die Aussagen der drei anderen in Bezug auf meine Situation ging, kann wohl nur ich hier eine einigermaßen zutreffende Einschätzung der Gesprächssituation treffen.

    Also zur Klärung, alle drei beteiligten Fachkräfte haben sich in folgendem Zusammenhang geäußert:

    ich habe meine inzwischen über mehrere Jahre andauernde erzwungene Hilflosigkeit angesichts der Demenz-Problamatik angesprochen, sprich über die Weigerung des Stiefvaters Hilfe anzunehmen, egal in welcher Form und von wem.

    Nach inzwischen wirklich alarmierenden Vorkommnissen haben inzwischen alle

    involvierten Personen, also der von mir trotz Ablehnung installierte Pflegedienst, Pflegestützpunkt, Ärzte, Medizinischer Dienst KK und die aufgesuchten Pflegeeinrichtungen meinem Stiefvater und mir dringend empfohlen, einen passenden Heimplatz in Anspruch zu nehmen.

    Nach vergeblichen Versuchen, das mit ihm gemeinsam in die Wege zu leiten, habe ich die Situation gegenüber den drei genannten Personen geschildert.

    Ich denke, dass meine Verzweiflung über die Unmöglichkeit hier eine gute Lösung zu erreichen bei den Gesprächen sehr deutlich zum Ausdruck gekommen ist..

    Alle drei haben genau in diesem Kontext mit der Feststellung geantwortet, dass man dem Betroffenen das Recht einräumen muss, keine Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    So also sind die zitierten Äußerungen zu verstehen. Ich hatte und habe damit immer noch meine Probleme, ja, aber ich weiß, dass sie in der Sache, und auch rechtlich gesehen richtig sind.

    Ausschließlich ein (gesetzlich) bevollmächtigter Betreuer hätte hier das Recht, aus Gründen der Fremd- oder Eigengefährdung eine Einweisung in eine Einrichtung wie Krankenhaus oder Pflegeheim "anzuordnen".

    Im Übrigen war und ist nie in irgendeinem Zusammenhang die Rede davon gewesen, aktiv Hilfe einzustellen, also ganz gewiss auch nicht: "das Thema zu beenden". Ich hoffe, das trägt zur abschließenden Klärung des Sachverhalts bei.


    Und nur einfach noch zur Kenntnis: der kirchliche Pflegedienst wird sich auf Grund seiner Einschätzung der Situation um einen vom Amtsgericht bestellten Betreuer kümmern, nachdem niemand sonst zu dem Mann durchdringt.


    Es ist mir bewusst, dass mein persönliches Eingestehen der Hilf- und Machtlosigkeit eines Angehörigen, und ja, auch die damit verbunden Wut auf den Kranken, in einem Forum mit überwiegend von durch die Pflege gestressten und hilfesuchenden Angehörigen wohl kaum auf begeisterte Zustimmung oder Verständnis stoßen wird.

    Zumal meine Entscheidung getroffen ist, und ich bei dem bei mir natürlich verbleibenden schlechtem Gewissen auch keine Hilfe erwarte oder brauche. Damit muss ich selbst umgehen, und die Sache auch selbst verantworten.

    Meine Intention mit meinen Posts im Forum war und ist, die oft recht verzweifelt wirkenden Mit-Angehörigen auch auf andere Möglichkeiten des Umgangs mit dem Problem aufmerksam zu machen, und zu zeigen, dass es auch andere Auswege gibt, als sich selbst -und womöglich noch die restliche Familie- vor die Hunde gehen zu lassen, sowohl psychisch als auch womöglich finanziell.

    Und wenn meine Posts wenigstens nur einen weitern Menschen zum Nachdenken gebracht haben, dann ist der Zweck für mich erfüllt.


    Ich möchte mich nun aus dem Forum verabschieden.

    Allen vielen Dank für die Anregungen die ich hier mit nehmen durfte, und für alle Angehörung alles Glück der Welt!

    Einmal editiert, zuletzt von NoName ()

    • Offizieller Beitrag

    Hallo NoName, danke, dass Sie Ihre Erfahrungen ausführlich beschrieben haben. Genau so wünsche ich mir die fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema!


    Insofern habe ich Sie tatsächlich falsch verstanden: Leider habe ich manchmal erlebt, dass es sich Pflegekräfte "einfach" machen, wenn sie mit dem Hinweis auf das Recht zu verwahrlosen menschenunwürdige Zustände vorschnell akzeptieren und nicht alles versuchen - so wie in Ihrem Bespiel.


    Deshalb möchte ich meinen Gedanken noch mal in anderen Worten ausdrücken: Wenn ein Profi vorschnell an ein Recht auf Verwahrlosung appelliert, wünsche ich mir einen gemeinsamen Dialog, in dem das ethische Dilemma von allen Seiten betrachtet wird - in einem gemeinsamen Ringen um die Würde eines Menschen mit Demenz und der Pflegenden, die das schwer aushalten können. Ziel ist es, dahinterstehende Problem zu erkennen und dann einen Lösungsweg zu finden, so wie in Ihrem Beispiel, Danke für Ihre wertvollen Posts, Ihr Martin Hamborg

  • Hallo zusammen,

    Nach langer Pause melde ich mich mal wieder.

    Es ist viel passiert in der Zeit und ich kann sagen im positiven Sinne.

    Ich bin in der Zwischenzeit 3 Wochen im Urlaub gewesen und habe nur an mich gedacht. Es war wirklich gut für mich und ich konnte nach kurzer Zeit anschalten. Andere Umgebung, neue Erlebnisse haben für Ordnung in meinem Kopf gesorgt.

    Ich habe im Urlaub mit meiner Mutter auch mal telefoniert. Allerdings musste ich in den ersten 4 Tagen einmal das Telefon ausschalten. In der zweiten Woche war auf einmal alles anders. Meine Mutter war ausgeglichen, ruhig, man konnte wunderbar mit ihr reden. Alles war Super!

    Meine Cousine hat sie besucht in der Zeit und sagte mir das gleiche. Ich habe einmal mit dem Heim telefoniert und auch die Schwester bestätigte es mir. Sie wurde mit ihren Tabletten umgestellt vor meinem Urlaub. Die Neurologin hatte einige Tabletten abgesetzt und einige ausgetauscht. Sie schienen zu wirken.

    Sie war wirklich sehr gut drauf.

    Kein Gemecker mehr, sie nimmt endlich Hilfe von den Schwestern an und ist lieb und nett zu ihnen. Das hat mich überrascht und auch ich wurde ausgeglichener. Es war wirklich ein schöner Urlaub. Auch zur Zeit ist sie sehr gut drauf. Sie hat sich endlich damit abgefunden nicht mehr allein leben zu können und Hilfe anzunehmen.

    Da sieht man doch mal wieder, das Ärzte immer nur verschreiben ohne zu schauen ob es Nebenwirkungen gibt oder ob die Tabletten zusammen passen. Trotz mehrfachem Fragen beim Arzt hat er sich nicht darum gekümmert. Ja sie ist ja 91 Jahre, was soll man sich da noch Mühe geben. Tja ,die Neurologin im Heim hat sich Mühe gegeben ...mit Erfolg!! Und die Situation, die vorher bestand hat sich in Luft aufgelöst.

    Ich bin so froh darüber. Ich besuche sie 2x die Woche, bringe ihr ihre Wünsche mit und wir können sogar wieder lachen, was vorher gar nicht möglich war.

    Sie ist seit Oktober 23 in dem Hein und es hat ja auch einige Zeit gebraucht bis sie sich eingewöhnt hat . Sie wollte immer weg und hat mich verrückt gemacht, wenn Ihr euch noch daran erinnern könnt vielleicht.

    Jetzt sagt sie sogar es ist sehr schön da.

    Was also Tabletten alles anstellen können hätte ich nicht für möglich gehalten.

    Wir beide kommen wieder wunderbar miteinander klar.

    Ich möchte mich hiermit auch bei Euch allen bedanken, denn ich habe viel Tipps und Unterstützung bekommen . Allein wusste ich nicht was ich machen sollte, wie ich reagieren sollte und dachte es geht nur mir so, aber es war gar nicht so. Als ich eure Geschichten gelesen habe....das allein hat mir sehr geholfen und es ist toll, dass es dieses Forum gibt.

    Vielen vielen Dank Euch Allen. Ich hoffe es bleibt so... Ich werde ab und zu mal reinschauen und Euch berichten wie es weiter gegangen ist....Bis bald.. eure Schneeflocke wiiwii

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