Wann und wie Hausverkauf möglich?

  • Hallo zusammen,

    Meine Mutter ist bereits mehr als 2 Jahre im Pflegeheim. Ihr Haus ist in ihrem alleinigen Besitz und die Ersparnisse müssen teils für die Pflegekosten genutzt werden. Meine Mutter ist zunehmend dement, sagt jedoch immer noch, dass sie nachhause will, sie könne ja alles wieder allein, in Wirklichkeit aber eben voll pflegebedürftig.

    Da wir nicht wissen, wie lange sie noch lebt und ob irgendwann die Ersparnisse aufgebraucht sind, man also an die Immobilie müsste, kann man es auch nicht selbst nutzen bzw.vermieten gegen Ihren Willen.

    Weiß jemand, ob wir das Haus schon gegen Ihren Willen verkaufen könnten?

    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Rose60,

    wenn Sie - wie ich vermute - keine Generalvollmacht von Ihrer Mutter haben, bleibt wohl nur der Gang zum Vormundschaftsgericht. Dort können Sie die rechtliche Betreuung für Ihre Mutter beantragen.

    Wenn der zuständige Amtsrichter begutachtet, dass Ihre Mutter nicht mehr geschäftsfähig ist (und/oder eine Rückkehr ins Haus nicht mehr möglich), dann dürfte der Erteilung einer Betreuung eigentlich nichts im Wege stehen.

    Wenn Sie Vorbehalte haben, können Sie sich auch vorher bei einem Betreuungsverein (gemeinnützig) beraten lassen.

    Alles Gute dabei wünscht

    Klaus Pawletko

  • Guten Abend, Rose60, bei uns ist es so, dass ich die geseztliche Betreuerin meiner Mutter werden musste, da sie mir vorher keine Vollmacht erteilt hat. Dies zieht jährliche gerichtliche Kontrollen nach sich (ich muss Aufstellungen über Vermögen usw. machen). Ich wurde belehrt, dass ich das Vermögen meiner Mutter (auch ihr Haus) zu ihrem Vorteil verwalten und nutzen muss. Ein Verkauf des Hauses darf nur mit Genehmigung des Gerichts erfolgen. Momentan reichen Rente und Vermögen meiner Mutter noch fürs Pflegeheim. So möchten wir das Haus (genau neben uns) noch leer stehen lassen. Allerdings müssen wir uns eben auch darum kümmern .... es gibt eine Menge zu tun und es ist eine ziemlich große Aufgabe .... Wer weiß, wie lange wir das schaffen, denn auch wir sind nicht mehr jung und von einigen Krankheiten geplagt, während meine Mutter zwar dement, aber noch ziemlich gesund ist. Alles Gute .... Herr Pawletko hat ja schon den richtigen Rat gegeben.

  • Vielen Dank, schwarzer Kater! Wie schön, dass wir uns hier austauschen können. Da gibt es wirklich vieles zu bedenken...

    Liebe Grüße

  • Wie sieht es denn aus, wenn eine Generalvollmacht vorliegt? Meine Mutter (alleinige Eigentümerin eines großen Hauses mit noch größerem Grundstück) ist jetzt auch schon über zwei Jahre im Heim. D.h. das Haus steht leer und ich muss mich drum kümmern. Bisher war es für mich unvorstellbar, das Haus zu verkaufen, obwohl sie noch lebt, aber ich merke, dass ich langsam an meine Grenzen komme und bin manchmal schier am verzweifeln, weil ich nicht weiß, wie ich das alles schaffen soll. Dazu kommen ja auch noch ganz erhebliche Kosten. Weiß jemand, ob und wie ein Verkauf mit einer Generalvollmacht funktioniert (für den Fall, dass ich mich dazu durchringen sollte....)?

    Viele Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von never20 ()

  • Hallo, ihr Lieben, so ganz ist mir diese Sache auch nicht klar. Ich hatte ja keine Vollmacht, sondern musste mich vom Gericht als Betreuerin einsetzen lassen. Das Gericht hat ausdrücklich erklärt, ich darf ALLES, v.a. den Umgang mit dem Vermögen, wozu das Haus gehört, nur über das Gericht laufen lassen und muss es genehmigen lasen.

    Nun steht das Haus mit Grundstück neben unserem Haus, ist leer und wird von uns betreut (was viel Arbeit ist).

    Das Gericht möchte aber wissen, was mit dem Haus passiert, wie viel es wert ist usw. Noch braucht meine Mutter dieses Geld nicht, sondern lebt von Rente und Erspartem (hat die letzten Jahre NICHTS mehr ausgegeben, sondern wir haben sie der Einfachheit halber größtenteils mitversorgt.).

    Ich kann mir den Verkauf des Hauses zu Lebzeiten meiner Mutter einerseits nicht vorstellen, andererseits möchte ich keine fremden Menschen zum jetzigen Zeitpunkt quasi in meinem Garten haben (das schaffe ich emotional noch nicht). Vermieten lässt sich das Haus auch nicht, weil Heizung und Wasserrohre dringend erneuert werden müssen.

    Das wächst sich langsam zur Lawine aus ... und es geht mir so wie never20 das beschreibt. Die Verzweiflung kriecht in alle Ecken ... Das Grundstück muss ja durch uns in Ordnung gehalten werden, da sich sonst die Nachbarn (verständlicherweise) beschweren ... Unsere Tochter würde ggf. das Haus zeitweise bewohnen (sie ist mit Kind ziemlich oft hier) und nach Kräften mit versorgen, aber irgendwie passt alles hinten und vorne nicht ...

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